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Montag, 24. August 2026

Drachen und Würfel - Die großen

Vor einer Woche habe ich darüber gepostet, wie ich 1,8 mm Würfelperlen für eine Drachenform verwendet habe, und habe diesen Post über die Verwendung von 3 mm Würfeln angekündigt.
Diese größeren Perlen und ich haben ein etwas angespanntes Verhältnis. Als ich anfing, mit Draht erst zu häkeln und dann zu stricken, sagte mir eine Freundin, daß sie große Würfel- und Dreiecksperlen habe, die einfach perfekt wären. Sie waren Überbleibsel aus ihren Perlenfädelzeiten - das hätte eine Warnung sein müssen, wenn sie nicht wußte, wie sie sie benutzen sollte, wie sollte ich? - und sie würde mir einen guten Preis machen.
Am Ende gab ich nach und bereute es buchstäblich jahrelang. 
Die Dreiecksperlen waren leichter zu benutzen, aber die Würfel - es war eine solche Menge und sie waren zu schwer, um wirklich viele davon in Schmuckstücken zu benutzen ... und ich kann nicht mal sagen, wie oft ich etwas ausprobiert und dann wieder auseinandergenommen habe. Schließlich habe ich so einige in meinen "Ananasscheiben", sprich Weihnachtsschmuck verwendet.


Ein Experiment aus der Zeit, als ich auch noch mit dem Perlenweben anfing, war, sie da einzusetzen. Wo die Würfelchen aber ganz gut funktionierten, sahen die großen irgendwie falsch aus und fühlten sich auch falsch an.
Irgendwann schnitt ich das eine Armband, das ich gemacht hatte, wieder auf und das große Perlenröhrchen wanderte in die Dose mit all meinen Würfelchen, wo ich es jetzt wiedergefunden habe.
Vor Jahren hatte ich einen regelmäßigen "pack die Vorräte an"-Tag auf meinem Blog, um mich selber dazu zu motivieren, richtig alte Materialien aufzubrauchen - vielleicht war es an der Zeit, dieses Perlenröhrchen anzupacken ...

So sind dann also diese zwei Paar Ohrringe entstanden (und nun sind nur noch ungefähr ein Dutzend Perlen übrig, was ich Erfolg nenne).
Ich bin mir sicher, ihr habt schon die Ohrringe gesehen, die ein gefädeltes Dreieck oben haben, manchmal auch eine Raute mit vier gleichlangen Seiten, in einer oder mehreren Farben, manchmal mit einem Muster und Fransen.

 
Mein eigenes "Jaws"-Design

Das hier ist dieselbe Idee, nur eben mit "Würfeldrachen".
Für die Fransen habe ich in meinen Vorrat aus winzigen Kristallen gegriffen - und prompt eine Ladung davon in der Gegend herumgeworfen 
😂
Es ist schwierig in einem Bild einzufangen, aber ich mag den Kontrast von matt und funkelnd recht gern.
Welche Version gefällt euch besser?


Montag, 17. August 2026

Drachen und Würfel - Die winzigen

K was a kite
Which flew out of sight,
Above houses so high,
Quite into the sky.
 
K war ein Drachen,
der außer Sichtweite flog,
über Häuser so hoch,
ziemlich weit in den Himmel.


(Aus dem Nonsens-Alphabet
von Edward Lear)


Ich liebe winzige Würfelperlen, als ich also vor ein paar Jahren ein Überraschungssortiment zum Sonderpreis von einem der Perlenshops, von denen ich bestelle, bekommen konnte, bin ich sofort darauf angesprungen.
Dann erinnerte ich mich, daß ich, so niedlich sie auch sind, immer ein wenig Probleme damit hatte, was ich mit ihnen anfangen sollte. Ich habe damit gewebt (das Ergebnis ist steifer als mit Rocailles oder Zylinderperlen) ...



... sie mit Draht verstrickt (so flexibel) ...



... Ich habe sie in Peyote verarbeitet, in der Runde und gefaltet ...



... und hatte immer noch eine Schachtel voller Würfelröhrchen (die Bilder zeigen nicht mal alles, was ich gemacht habe).
Als ich also auf ein schnelles Tutorial für eine gefädelte Drachenform stieß, dachte ich mir, ich könnte das ja mal probieren (das ist nicht die einzige Anleitung dafür, sondern die erste, die in meinen Empfehlungen auftauchte, aber sie ist gut verständlich), aber mit Würfeln statt Zylinderperlen.
Ich machte erst ein Teststück in Delicas und beschloß sofort, daß ich statt des Originaldesigns Variationen davon machen wollte und schnitt das Teststück wieder auf.
Dies sind die bisherigen Ergebnisse.

Die Drachenform erinnerte mich an Art Deco-Muster und inspirierte dieses Design. Simpel aber mit einer auffallenden Farbkombination.


Auf Englisch heißen Drachen "kites", angeblich nach den gleichnamigen Raubvögeln, bei uns Milan genannt.
Ich ließ mich stattdessen vom deutschen Namen inspirieren, fädelte eine kleinere Version des ersten Designs und hängte unten Drachencharms daran. Leser*innen, die schon eine Weile dabei sind, wissen, daß ich einem hübschen Gebamsel nicht widerstehen kann und ich liebe diese 3D-Drachen!


Ich probierte außerdem ein Paar Ohrringe aus, für die ich nur die offene V-Form in einer Kombination aus klaren, perlweißen und mattschwarzen Würfeln benutzte.
Obwohl mir die Farbkombination gefiel, war ich mit dem Aussehen insgesamt nicht ganz glücklich, werde also noch etwas damit herumspielen.

Delicas, wie sie im Tutorial benutzt werden, sind sehr einheitliche Perlen, die Würfel nicht ganz so sehr, obwohl ich die aussortiere, die viel zu groß oder krumm sind. Also war es eine nette Überraschung, wie gut es dann doch geklappt hat.

Würfel machen das Design auch etwas steifer, was für Ohrringe gar nicht so schlecht ist.
Diese Perlen gibt es in unterschiedlichen Größen, erwartet also einen weiteren Post mit ein paar "großen" (3 mm statt 1,8).

Sonntag, 29. März 2026

Die Herren Pudels

"Die Herren Pudels" is natürlich kein korrektes Deutsch, es ist ein liebevoller Spitzname für meine Lieblingspudel. Sie sind zwar Herren, würden aber wahrscheinlich die Definition als "Herren und Meister" bevorzugen, denn das sind sie - Kosimo und Nemo Black Power vom Glashütter Täle.
Ihre Menschen haben mir schon mehr als einmal geholfen, und da ich noch eines meiner kleinen Fläschchen herumstehen hatte, dachte ich mir, ich könnte als kleines Dankeschön ein Pudelfläschchen für sie fädeln.

Ich schaute mir online Zeichnungen und Silhouetten von Pudeln an, um ein Gefühl für die Umrisse zu bekommen,  und machte dann mein eigenes Muster von Kosel und Nemo, wie sie einander anschauen. So weit so tut.
Da sie trotz ihres Namen weiß sind (mehr dazu später), wollte ich einen dunklen Hintergrund. Als ich aber hämatit dafür auswählte, hatte ich das nicht komplett durchdacht, was ich bemerkte, als ich zu ihren schwarzen Nasen kam. Ich hatte nicht vor, Reihen und Reihen von Perlen wieder herunterzuschneiden. Im richtigen Licht kann man die Nasen erkennen, aber sie sehen nicht ganz so spitz aus, wie das mit einem besseren Kontrast der Fall gewesen wäre, was tatsächlich recht gut hinhaut. Ich Glückspilz.
Bei den Halsbändern klappte das nicht ganz so gut. Die Köpfe sahen irgendwie schwebend aus, also mußte ich die paar Reihen tatsächlich auftrennen. Stattdessen wählte ich ein dunkles Rot für schmälere Halsbänder.


Keinen Modepudelhaarschnitt für die zwei!

Auf der Rückseite gibt es ein paar Herzchen und Silberperlen.


Falls ihr meine anderen Perlenfläschchen gesehen habt, ist euch vielleicht ein Unterschied zwischen ihnen und diesem hier aufgefallen.
Gewöhnlich gehen die Perlen ganz nach oben über die Schulter und den Hals. Ich fange beim Muster an, um sicherzustellen, daß ich es richtig positioniere - manche Muster sind ganze Bilder, was bedeutet, daß ich Reihen vom Hintergrund am unteren Ende habe, oder sie zeigen etwas nur teilweise, wie hier, wo die Pudel bis ganz nach unten gehen - dann fädle ich die Schulter und den Hals, und erst danach mache ich den Boden fertig, der übrigens nie ganz geschlossen ist.
Die Fläschchen, die ich bisher gemacht habe, sind nie dafür gedacht, Flüssigkeiten einzufüllen, sondern als Dekoration, obwohl ich zum Beispiel Nadeln darin aufbewahren kann oder etwas anderes, das durch die Halsöffnung paßt.

In diesem Fall dachte ich jedoch, daß es eine süße kleine Vase für eine einzelne Blüte oder auch ein paar sein könnte, zum Beispiel für Gänseblümchen (als Kind brachte ich meiner Mutter gern winzige Gänseblümchen"bouquets"). Die Pudelmenschen lieben Pflanzen.
Also hörte ich bei der Schulter mit dem Fädeln auf, was heißt, jetzt ist es fast wie eine dieser Kühlhüllen, man kann das Fläschchen einfach herausziehen, wenn man es saubermachen möchte. Tatsächlich gefällt mir die Idee.


Ich hatte aber das Gefühl, daß die Perlenhülle jetzt einen hübschen Rand brauchte.
Rosa Kristalle waren die selbstverständliche Wahl, denn Kosel ist 1. der Glitzermeister mit seinem Straß auf Schwarz-Halsband (Nemo hat weiße Schweizerkreuze auf Schwarz) und 1. liebt er Rosa. Ich habe ein Paar schwarze Slipper im Hausflur stehen und er hat mehr als einmal einen davon geklaut.


Es gab nur ein Problem. Ich konnte keinen symmetrischen Rand machen, weil ich eine Primzahl an Perlen hatte. Also wurde es stattdessen eine asymmetrische "Krone", was zur edlen Abstimmung der Meister paßt 😉


Nun die versprochene Erklärung für den Namen.
Ich habe mich oft gefragt, warum manche Tiere so verrückte Namen haben (Katzen sind eine Ausnahme, sie verdienen die wundervollsten und verrücktesten Namen, die es gibt), Pferde oder reinrassige Hunde, und ich möchte die Gelegenheit nicht versäumen, euch die Namen von Kosels und Nemos Eltern zu erzählen (mit Erlaubnis ihrer Menschen).
Kosels Vater ist Decathlon Alfredo Magdalena, seine Mutter Iska Black Power vom Glashütter Täle.
Nemos Vater ist Begin to Dream Love me Tender (ein sehr schöner französischer Pudel, der auch Merlin genannt wird) und seine Mutter ist Kosels Schwester Kosima 
Black Power vom Glashütter Täle.
Die Dame, von der Kosel und Nemo kommen, hatte früher tatsächlich schwarze Pudel und verliebte sich dann in die dunklen Augen weißer Pudel, wollte aber den Namen nicht ändern.


Was kommt als nächstes dran?
Nun, ich habe einen Plan, ein WIP und den Anfang eines kleinen Experiments, also kann ich euch gar nicht sagen, was es sein wird, aber ich hoffe, ihr werdet hier sein, wenn es so weit ist!

Montag, 25. Dezember 2023

Santa Claus und Rudolph - Das fünfundzwanzigste Türchen


Für meine englischsprachigen Freunde - ist Santa Claus heute bei euch vorbeigekommen und hat euch etwas aus seinem Geschenkesack dagelassen? Für den Fall, daß nicht, hätte ich hier einen kleinen Santa Claus und seinen Freund Rudolph, sie würden sich sehr freuen einzuspringen - falls sie ihren Schlitten finden können.
Nun ja, tatsächlich war nicht genug Platz für einen Schlitten.

Diesmal werde ich euch keine lange Geschichte erzählen (bitte stoppt die Jubelrufe ;-)) und werde diese beiden für sich selber sprechen lassen.
Frohe Weihnachten!



Mittwoch, 13. Dezember 2023

Der Weihnachtspod - Das dreizehnte Türchen


Manchmal frage ich mich wirklich, ob es mit dem Alter schlimmer wird oder ob ich einfach geometrieunbegabt geboren wurde. Es ist auf jeden Fall keine Zeit in der Schule, an die ich mich gern erinnere.
Da ich aber schon mal Pod-Ohrringe aus zwei Teilen gemacht hatte, schätzte ich, daß ich auch einen Pod aus drei Komponenten hinbekommen würde.
Da draußen gibt es wunderschöne Podmuster, aber ich wollte mein eigenes machen. Natürlich nichts zu Großes oder Kompliziertes, immerhin mußte ich ja drei Komponenten machen.

Also spielte ich ein wenig herum und entwarf einen kleinen Weihnachtsbaum im Topf, mit Lichtern auf den Ästen, einem Goldstern obendrauf, einer Girlande rundherum und Kugeln - das sollte auch ganz nett etwas von meinen Vorräten aufbrauchen.

Nach dem zweiten Teilstück wurde mir langweilig. Es war wahrscheinlich keine gute Idee, dann zu versuchen, es durchzuziehen, das dritte Stück verhunzte ich komplett.
Zuerst ging mir der Blaumix aus, den ich für die beiden anderen verwendet hatte, aber ich wollte einfach keine Perlenbestellung nur für ein paar blaue Perlen machen und es würde ja sowieso keiner den anderen Hintergrund bemerken, richtig? Schließlich war das nur ein kleiner Pod für mich selber.
Zweitens war die "Spirit Bead" - also eine einzelne falsche Perle, die man extra einfügt, weil nur die Götter perfekt sind - nicht so schlimm. Nur war es gar keine Spirit Bead, denn der Fehler war mir einfach durchgerutscht, es war mitten in der Nacht gewesen und ich schon gelangweiligt und etwas genervt. Eine falsche Perle würde nicht auffallen, oder (vor allem nicht in einer See von unterschiedlichen blauen Perlen).
Dann kam der echte Hammer. Obwohl ich geglaubt hatte, alles genau beachtet zu haben, hatte ich die falschen Hälften gefädelt, was mir erst auffiel, als ich das letzte Stück zusammennähen wollte. Da lautes Gelächter einer Wahnsinnigen um halb zwei morgens normal nicht so gut bei der Nachbarschaft ankommt, holte ich tief Luft und packte alles weg.

Am nächsten Tag versuchte ich es noch einmal. Geschafft! Nun mußte ich es nur noch zusammennähen und ... was war das? Eine Kugel aus einer Perle im ersten Teilstück, das ich gemacht htte?? Warum war mir das nicht vorher aufgefallen? Ich war soo nah dran, das ganze Ding einfach wegzuschmeißen, aber ich war schon zu weit gekommen. Also brach ich die beiden falschen Perlen sehr sorgfältig heraus und fügte die richtigen ein.
So weit, so gut. Nur noch das letzte Teil nähen und ... warum sehen alle Pods, die ich sehe, immer so hübsch und glatt und voll aus und meiner so, naja, nicht gerade faltig, aber einfach nicht so hübsch? Mußte ich ihn ausstopfen? War meine Fadenspannung falsch?
Ich hatte echt die Schnauze dick und das ist noch anständig ausgedrückt. Das machte echt keinen Spaß mehr. Wie würde es wohl aussehen, wenn ich es einfach zusammenquetschte? Das zu tun, war seltsam befriedigend, wahrscheinlich, weil ich meinen ganzen Frust rausließ, und damit es so blieb, nähte ich die Teile sogar an ein paar Stellen zusammen. Es ist kein Pod, sieht aber tatsächlich eigentlich ganz süß aus.


Das war aber nicht der Plan gewesen.
Unglaublich aber wahr, nach diesem ganzen Theater beschloß ich, einen zweiten Pod zu machen und ihn auszustopfen. Ein einfaches Muster, diesmal ging ich kein Risiko ein. Noch ein Weihnachtsbäumchen, der auf dem ersten basierte, nur symmetrisch und auch keine unterschiedlichen Farben für jedes Teilstück. Kein Schnee und nur ein anderer Hintergrund für jede Seite.
Ich war mir so sicher, daß es sonst wieder schiefgehen würde und dann müßte ich mich in der Fils ertränken, unserem kleinen Fluß.

Ich weiß, daß ihr nun darauf brennt zu hören, ob ich es beim zweiten Mal ohne Fehler hinbekommen habe und es freut mich, sagen zu können ... nein. Ihr hatte nicht allen Ernstes erwartet, daß ich ja sagen würde, oder? ;-)
Ich mußte wieder ein paar falsche Perlen herausbrechen, aber wenigstens weiß ich, wie man das macht, anstatt alles auftrennen zu müssen!


Alle Seiten.


Und das hier zeigt euch den Unterschied zwischen den Hintergründen noch ein bißchen besser.


Ich bezweifle, daß es bald noch einen weiteren Pod geben wird, aber wer weiß das schon? Schließlich habe ich das gleiche über die 3D-Sterne gesagt.

Samstag, 9. Dezember 2023

Winterkomet - Das neunte Türchen


Der 3D-Stern ist zurück!
Es fing alles mit einem großen Röhrchen Perlensuppe an, mindestens zehn Jahre alt. Ich weiß, daß viele Fädler Perlensuppe hassen, aber ich bin Schwäbin, und es würde sich anfühlen, als würde ich mir das Herz herausreißen, wenn ich Perlen wegwerfen würde, besonders Delicas. Mir fiel auch niemand ein, dem ich sie hätte geben können.
Es war aber einfach genug, die ganze Suppe auszuschütten und nur die gebrauchten Perlen herauszupicken, in diesem Fall überwiegend klare. Mich erschreckt Perlensuppe nicht.

Zuerst hatte ich etwas versuchen wollen, das nicht so geklappt hat, wie ich gehofft hatte, wie so oft, also trennte ich es wieder auf und und machte stattdessen einen Winterkometen oder vielleicht einen Eiskometen.

Das Netz sagt mir, daß Komete zwei Hauptschweife haben - Gas und Staub - und eine Koma.
Nun, dieser Komet hat einen Schweif aus Barockperlen und Quarz, weil Gas und Staub nur sehr schwer aus Perlen zu machen sind. Ein Komet sieht auch nicht aus wie ein 3D-Stern, aber künstlerische Freiheit und Fantasie bewirken Wunder.
Erzählt einfach NASA nicht davon.

Donnerstag, 7. Dezember 2023

Weihnukka - Das siebte Türchen


Man lernt nie aus.
Ich habe die Fernsehserie O.C., California nie gesehen und hatte darum nie von Weihnukka gehört, falls sich irgendjemand von euch wundert.
Tatsächlich war das erste Mal, daß ich auf dieses Wort stieß, auf einer Seite, die nichts mit Fernsehen zu tun hat, die des Jüdischen Museums Berlin, das von Oktober 2005 bis Januar 2006 eine Wechselausstellung zu diesem Thema zeigte, genannt "Weihnukka - Geschichten von Weihnachten und Chanukka".
Da immer noch Interesse an dem Thema zu bestehen scheint, haben sie unter diesem Titel eine Seite mit den wichtigsten Inhalten erstellt.
Offensichtlich wurde das Konzept, beide Feiertage zu verbinden, - und dem auch noch einen Namen zu geben - im 19. Jahrhundert von assimilierten deutschen Juden erfunden. Laut einem englischen Blogpost von  Jim Wald in The Times of Israel bewirkte die Assimilation die Abnahme der jüdischen Bevölkerung, zum Beispiel durch Konvertierung.
Ich hänge unten auch noch Links zu ein paar deutschen Artikeln an, die sich mit der Frage dieses hybriden Feiertags beschäftigen, ganz ohne Wertung, nur falls ihr mehr wissen möchtet.
Wie ihr euch vorstellen könnte, verschwand die Idee von Weihnukka, als die Nazis an die Macht kamen.
Und dann tauchte sie dank einer Fernsehserie wieder auf? Nein. Ich habe mindestens einen Artikel gefunden, der erschienen ist, bevor die Serie überhaupt anlief.
Habt ihr eine Geschichte dazu beizutragen, vielleicht aus eigenen Erfahrungen?

Da habt ihr es. Ich habe euch einen Bastel-Adventskalender versprochen und wieder eine andere Geschichte mit eingeschmuggelt, aber ich hatte euch ja gewarnt, daß das passieren könnte.
Kommen wir nun zum kreativen Teil.
Das heutige Stück war aber schon lange in Planung und Arbeit gewesen, bevor ich in das Loch Weihnukka fiel. Monatelang hieß der Titelentwurf "Channukka!!! - Das siebte Türchen (Davidstern???). Ein Davidstern schien mir machbar, aber meine eigenen Ideen waren langweilig, YouTube spuckte mir nichts aus, das mir gefiel, und die meisten Google-Ergebnisse überzeugten mich auch nicht. Ich schob das hier vor mir her, bis ich meine ersten gefalteten Peyotestücke gemacht hatte. Dann erinnerte ich mich an ein Tutorial von
KrisDesignFSP auf Etsy aus meiner ersten Suche.
Ich folgte dem Tutorial nicht genau. Wie ihr sehen könnt, habe ich für die beiden Seiten zwei verschiedene Farben verwendet, dafür aber keine andere Farbe für den Rand, und ich habe den Stern kleiner gemacht, sowohl in der Breite als auch Länge, weil ich ihn einer Freundin schenken wollte, als Anhänger, wenn sie das mochte, oder als Ornament.
Ich bezweifle allerdings, daß meine Freundin einen Chanukkabusch hat, quasi einen angepaßten Weihnachtsbaum, an dem auch Dreidel und Davidsterne hängen können. Das klingt für mich nun wirklich sehr amerikanisch, aber vielleicht gibt es das bei uns auch? Wie gesagt, man lernt nie aus.

Natürlich war mein erster Versuch zu klein. Ich konnte das Peyoteteil nicht verdrehen, das Dreieck zusammenfügen UND vernähen.
Mein zweiter Versuch war ein wenig größer, nun war zwar das Vernähen kein Problem mehr, die Dreiecke zu verbinden war aber nicht so leicht. Ihr habt vielleicht bemerkt, daß der Stern nicht ganz gleichmäßig ist, aber meine Freundin ist eine reizende Dame, und ihr gefällt er so, wie er ist, puh! Ich glaube, einen dritten hätte ich nicht geschafft ... obwohl es knapp war, weil der Dekan doch tatsächlich den Karton aufgemacht hat, um den Stern zu stibitzen. Ich habe ihn gerade noch rechtzeitig erwischt, den pelzigen kleinen Dieb! ;-)


Mein erster Versuch war übrigens nicht verschwendet. Davon habe ich ein Paar Ohrringe gemacht.

Und nun frohes Chanukka, meine Freunde!

Literatur:

Ekaterina Kel: Interkonfessionelles Fest - Feiert Weihnukka!
"Süddeutsche Zeitung" vom 26. Dezember 2017


Leticia Witte: Weihnukka - Tannenbaum trifft Davidstern
"Domradio.de" vom 18.12.2022


Hey, wir sind spirituelle Menschen. Christlich-jüdisches Gespräch über "Weihnukka" zwischen Christina Aus der Au und Walter Rothschild
"Deutschlandfunk Kultur" vom 24.12.2016


Yael Kupferberg: Weihnukka: Mit Jesus fremdgehen
taz - Die Tageszeitung vom 24.12.2001 / Spezial S. 32

Dienstag, 5. Dezember 2023

Perlenkerze - Das fünfte Türchen


Ich besitze echte Kerzen, kann mich aber nicht erinnern, wann ich tatsächlich das letzte Mal eine angezündet habe. Ich habe manchen meiner Katzen nie mit offenem Feuer vertraut, das umgeworfen werden kann.
Die beiden Kerzen auf meinem Vertiko stehen permanent krumm, weil sie dauernd ein oder der andere Schwanz umhaut. Also habe ich stattdessen falsche Kerzen mit Wachsoberfläche und LED-"Flammen".
Als ich mit dem Drahtstricken anfing, habe ich auch ein paar Kerzen probiert. Die langen, die ich gemacht habe, sind schwierig aufzustellen, weil sie dazu neigen, sich zu biegen, gehäkelter Draht wäre wahrscheinlich stabiler gewesen.
Ich habe aber auch eine größere gemacht, die gut allein steht, weil sie breiter und aus zwei Drähten gemacht ist. Um die "Flamme" zum Scheinen zu bringen, habe ich eine kleine Christbaumkugel hineingetan. Diese Bilder von einem früheren Adventskalender geben euch eine Vorstellung ihrer Größe.


Doch diesmal wollte ich eine gefädelte Version.
Ich nahm klare Rocailles mit rosa Farbeinzug in der Größe 8, um einen kleinen Holzstab in Peyotestich zu umfädeln. Zwei Schichten goldener Rocailles und eine Scheibe am unteren Ende bilden den kleinen Kerzenhalter (tatsächlich waren mir die rosa Perlen ausgegangen und ich mußte mir etwas einfallen lassen, aber immerhin soll das hier ja auch irgendwie eine Herausforderung sein).
Eine Flamme aus Rot und einem sehr hellen transparenten Braun und voilà, hier ist die Weihnachtskerze!
Sie kann allein stehen, aber auch am Baum hängen.

Samstag, 22. Juli 2023

Gefaltetes Peyote

Ich hatte schon früher Ohrringe in der Technik des gefalteten Peyote gesehen (um ehrlich zu sein, habe ich keine Ahnung, wie das auf Deutsch genannt wird, ich kenne es nur als "folded peyote"), aber erst jetzt hatte ich Grund dazu, mir das genauer anzuschauen, einen Grund, über den ich jetzt aber noch nichts verraten möchte.
Denen, die es selber ausprobieren möchten, empfehle ich dieses YouTube-Tutorial von Anzu Crafts. Sie benutzt große Perlen, wodurch man sehr leicht folgen kann, und ihre Erklärungen sind wirklich gut, selbst wenn man noch ein Anfänger in Peyote sein sollte.

Natürlich war ich nicht damit zufrieden, nur das gefaltete Peyote zu fädeln, es mußte auch noch etwas mit dazu.
Der Anhänger aus glänzendem Rosa und einem Lila mit Lüster ist zum Beispiel mit winzigen silbernen Rocailles verziert und als Kontrast bekam er eine dunklere Polarisperle, die in der Mitte baumelt.


Für die Ohrringe wollte ich einen gothic Look, also kombinierte ich schwarz mit dem Lila und hängte Spikes in der Farbe "crystal vitrail light" an.
Abhängig vom Lichtwinkel sehen sie klar aus oder dank der Beschichtung auf der Rückseite zartlila, was wunderbar zu den lilafarbenen Delicas paßt. Ich liebe diese Spikes und habe einen ziemlichen Vorrat, seid also darauf gefaßt, in der Zukunft noch mehr von ihnen zu sehen.

Samstag, 18. März 2023

Tollpatschiger Samstag

Es ist einer dieser Tage. Tatsächlich war es eine dieser Wochen. Wenn das so weitergeht, werde ich morgen wahrscheinlich von meinen Katzen gefressen werden.

Darum kann ich nur zwei Paar Ohrringe zeigen, die ich dieses Wochenende gemacht habe. Das dritte Paar ist noch nicht fertig, weil ich mich wie ein Idiot in meinen Zeigefinger geschnitten habe, und jetzt muß ich meine Hand in einem ungünstigen Winkel bewegen, wenn ich fädeln möchte, was mein Handgelenk zum Schmerzen bringt, was dann dazu führt, daß mein Ellbogen wehtut - lange Geschichte, kurzer Sinn, ich habe erstmal aufgegeben.
Es hat Spaß gemacht, mich durch meinen Perlenvorräte zu wühlen, das hatte ich schon eine Weile nicht mehr gemacht. Ich denke, es werden noch mehr Variationen dieser Ohrringe folgen, sobald mein Finger wieder mitmacht!


Donnerstag, 8. Dezember 2022

3D-Sterne - Das achte Türchen


Die Dinge, die ich für diesen Adventskalender mache!
Jahrelang habe ich den gefädelten "puffy" Sternen, wie schön sie auch sein mögen, aus verschiedenen Gründen widerstanden.
Auch wenn ich langsam damit angefangen habe, meinen Zeh immer mehr in das Wasser des Perlenfädelns zu tauchen (hauptsächlich, weil ich einem gewissen Tigerkater immer noch nicht in der Nähe meines Webrahmens vertraue), sehe ich mich selber noch immer als ziemliche Anfängerin und 3D-Stücke sind für mich etwas völlig Neues.

Ein weiterer Grund ist mein Mangel an Geduld für Videotutorials, die länger als fünf Minuten sind (was viel mehr über mich aussagt als über die Tutorials!), aber auch das Wissen, daß ich die Sterne ohne eines nicht hinbekommen würde.
Zu guter Letzt kommt noch dazu, daß diese Stern aus fünf Einzelteilen gemacht sind. Ihr wißt, wie sehr ich schon damit kämpfe, auch nur ein Paar identische Ohrringe zu machen. FÜNF identische Einzelteile??
Ich weiß. Ich könnte das hier viel interessanter machen, indem ich mich für ein komplizierteres Muster entscheiden würde. Entschuldigt mich, während ich mal wieder wie eine Wahnsinnige lache.

Um aber genug Themen für diesen Adventskalender zu finden, sprang ich dann doch noch in das sehr kalte Wasser der 3D-Peyotesterne, mit zwei verschiedenen, willkürlich ausgesuchten Tutorials
, diesem von Bronzepony Beaded Jewelry und diesem von Off The Beaded Path. Ich habe spontan keine deutschen gesehen, aber vielleicht schaut ihr ja mal selber.
Mein erster Versuch wurde etwas weicher als beabsichtigt, ist aber trotzdem hübsch.


Dann verlor ich beinahe meinen Verstand über meinem unglaublich simplen "Muster" des ersten Sterns, den ich ganz aus Delicas machte. Die Idee, diese als Weihnachtsgeschenke für unsere Tierarztpraxis zu machen, verwarf ich sehr schnell wieder. Vielleicht für nächstes Jahr, wenn ich einen pro Monat mache? ;-)

Im Ganzen bin ich zufrieden, diese persönliche Herausforderung angepackt zu haben, für jetzt ist sie erstmal aus meinem System raus.
Es ist mir aber kristallklar, daß ich niemals einen Stern mit komplizierterem Muster oder einen viel größeren Stern, selbst in einfachem Muster, machen werde. Es gibt Projekte, die mich viel mehr interessieren.

Dennoch konnte ich die Geduld für mehr als nur zwei Sterne aufbringen, auch wenn der einzige Grund dafür eine Phase war, in der mir so richtig die Motivation für irgendetwas anderes fehlte. Sterne waren die Rettung, wer hätte das gedacht? Ich habe aber nur mit Farben und kleinen Größen gespielt, nicht mit Mustern. Nochmal, das wird nie geschehen.
Hier ist also nun meine kleine Kollektion. Manche wurden Geschenke, manche wanderten in meine Deko, nachdem ich die Bilder für den ersten Tag dieses Kalenders gemacht hatte.




Mir wurde jedoch wieder einmal schmerzlich bewußt, daß ich offensichtlich überhaupt kein natürliches geometrisches Verständnis habe
! Ich schätze, meine Mathelehrer hatten nie wirklich eine Chance.

Samstag, 8. Oktober 2022

Rulaman und die Mookait"zahn"kette

Als ich ein Kind war, hatte ich ein Lieblingsbuch, naja, mit all meinen anderen Lieblingen ;-) Man kann am Aussehen des Buches erkennen, daß es viele Male gelesen wurde. Das Buch heißt "Rulaman" und wurde 1878 von David Friedrich Weinland, einem deutschen Zoologen, geschrieben.
Der Jugendroman spielt in der Zeit der Höhlenmenschen, die in unserer Gegend lebten. Während es Mängel hat, schließlich ist die Forschung weitergegangen, hat es doch alles, Liebe, Kämpfe mit den Bewohnern der anderen Höhlen und mit gefährlichen Tieren, Alltag, Verrat, Rache, Geburt, Tod, Reisen - und die "alte Parre", die Älteste in der Familie.
Ich war immer ein Fan von ihr, zäh bis zum bitteren Ende.

Illustration aus dem Buch (von Heinrich Leutemann)

Was nun hat Rulaman mit einer meiner neuen Halsketten zu tun?
Im Buch gibt es ein Kapitel darüber, wie die Gruppe den gefährlichen Höhlenlöwen jagt, der für den Tod vieler Familienmitglieder verantwortlich ist. Seine Fangzähne werden den tapfersten Männern gegeben. Damals fand ich das zutiefst faszinierend. Heute würde es mich wahrscheinlich traurig machen.

Ich hatte schon eine Weile diese Mookait"zähne".  Mehr als einmal versuchte ich es mit Drahtwickeln, aber es klappte nie. Sie waren oben zu breit, um eine schöne Wicklung hinzubekommen, und die Formen, obwohl ähnlich, waren eben nicht gleich, die Perlenlöcher waren schief, auf einer Seite anstatt durch die Mitte, mal höher, mal tiefer - es gefiel mir einfach nicht, wie das aussah.
Schließlich hatte ich doch noch eine Idee. Wie wäre es mit Perlenkappen? Oder noch besser, zur Anpassung an die unterschiedlichen Formen und Perlenlöcher, wie wäre es mit Peyotebändern, die die Steine hielten, und kleinen "Griffen" oben, die ich, je nachdem wieviel von einem Stein herausschaute, länger oder kürzer machen konnte?


Es klappte großartig. Ich benutzte eine Mischung aus verkupferten Delicas und welchen in der Farbe "beere galvanisiert" für einen kleinen Kontrast. Galvanisierte Perlen sind immer ein Risiko, weil die Farbe abreiben kann, sodaß darunter eine Silberfarbe erscheint. Dadurch, daß ich von vornherein eine Mischung benutzt habe, tragen die kleinen Stellen, an denen das Silber durchscheint, zum vintage Look bei.
Ich machte 15 "Zähne", bevor mir die Perlen ausgingen. Ich habe aber noch mehr von den Steinen, vielleicht werde ich die mit einer anderen Delicafarbe kombinieren.
Für die Kette habe ich eine altkupferfarbene Rolokette ausgewählt.
Sind die Farben des Mookaits nicht wunderschön?

Montag, 19. September 2022

Der Herbst ist da

Der Herbst ist meine liebste Jahreszeit, aber dieses Jahr schien es, als ob, anstatt einen sanften Übergang zu planen, Sommer seine Aktentasche um 17 Uhr packte und nach Hause ging und Herbst am Morgen danach zur Arbeit kam, lachte und erstmal den Thermostat runterdrehte.
Anders als in früheren Jahren nehme ich das mit einem Körnchen Salz. Angesichts der derzeitigen Energiesituation überlege ich, ob ich die Heizung anschalten sollte oder überhaupt kann? Muß ich schon wieder nach der perfekten Strickjacke suchen (ich habe sehr spezifische Anforderungen und habe nur einziges Mal eine gefunden, die ich verschenkt habe, was ich bis heute bereue)? Werde ich Herbst und Winter im Bett verbringen und mich mit Gundel und dem Dekan zudecken müssen, und wie bekomme ich sie dazu, auch dort zu bleiben?

Ich beschloß, mich erstmal in eine Decke zu kuscheln und auf etwas anderes zu konzentrieren - Herbstfarben.
Sei der Dekan in dieses Haus eingezogen ist, habe ich meinen Webrahmen nicht mehr herausgeholt und Delicas nur für Peyotefassungen benutzt, aber jetzt machte ich mich über meinen Vorrat her und bereitete eine Mischung aus Bernstein mit Silbereinzug, transparentem Bernstein mit AB-Finish, ein bißchen Ringelblume mit Silbereinzug und zwei Rottönen, um daraus ein Paar Herbstblätter macht. Wer liebt Herbstblätter nicht?
Ich habe sie in Ziegelsteinstich gearbeitet und dachte daran, ein paar Perlen aus meinem Mookaitvorrat dazuzunehmen, dann aber erinnerte ich mich - wieder einmal - daran, wie ich für ein Schulprojekt auf einem Spaziergang mit meiner Oma Blätter sammelte und wie sich manche von diesen Blättern an den Seiten aufrollten.
Nachdem ich ein paar Variationen ausprobiert hatte, entschied mich schließlich für diese und krönte sie mit ein paar dunkelroten feuerpolierten Kristallen.

Mein zweites Paar Herbstohrringe ist aus derselben Perlenmischung, diesmal war ich jedoch entschlossen, Mookait zu verwenden, der die perfekten Farben dafür hat.
Zuerst wollte ich für jeden Ohrring nur ein Peyoteröhrchen machen, aber wie ihr sehen könnt, konnte ich nicht aufhören! Kupfer paßt wundervoll zu dieser Farbkombination, oxidiert oder nicht, also nahm ich Kupferdrähte, um die Röhrchen und Perlen zusammenzuhalten und an meine selbstgemachten Kupferkomponenten und -ohrhaken zu hängen.
Dieses Paar hat wirklich Spaß gemacht und ich kann es mir auch gut in vielen anderen Farbkombinationen vorstellen!


Ein bißchen Spaß zum Schluß. Bei Jahreszeitenwechsel muß ich immer an Monty Pythons Heiligen Gral denken ;-)

Freitag, 18. März 2022

Pack die Vorräte an - Peyote-Röllchen-Ohrringe

Als ich die Perlen für meinen geflügelten Skarabäus durchschaute, fand ich zwei Röhrchen mit Delicaperlen in meinem Vorrat. Beide waren Teil einer Überraschungsmix-Bestellung gewesen. Wann immer ich eine Perlenbestellung mache, kann ich nicht widerstehen, einen Überraschungsmix in meinen Warenkorb zu legen.
Ich bekomme dann vielleicht ein paar Perlenfarben, -formen oder -größen, für die ich momentan keine Idee habe, aber es ist immer eine nette Herausforderung, etwas zu verwenden, an das ich selber beim Bestellen nie gedacht hätte, und einige dieser Perlen waren einfach genau richtig für meine Projekte.

Diese speziellen Röhrchen waren Delicas in Größe 10 und 8. Ich benutze meine Delicas meistens zum Perlenweben und es hätte ziemlich schwierig werden können, diese größeren in einem Stück einzuarbeiten, also mußte ich mir etwas anderes Kleines ausdenken.
Was mir als erstes einfiel, waren Ohrringe aus Peyote-Röllchen, aber natürlich mußte noch irgendetwas zu den Röllchen dazu, denn einfaches - wenn auch schimmerndes - Weiß mit Goldeinzug oder Rot wäre nicht sehr aufregend.

Nachdem ich die Röllchen also fertig hatte, schaute ich nochmal über meine Vorräte.
Ich liebe diese winzigen Würfelchen in gold AB, so sehr, daß ich, als ich sie erstmals entdeckte, gleich eine ganze Ladung davon bestellte, die ich noch immer nicht komplett aufgebraucht habe.
Ihre Kanten schmiegen sich perfekt in die Lücken zwischen den Delicas an.
Nur noch zwei Swarovski-Kristalle und ein paar winzige Rocailles und voilà, ein hübsches Paar Ohrringe!


Da die roten Delicas kleiner waren, brauchten sie auch kleinere Akzente, aber was?
Dann fiel mein Blick auf meine kleine Steiff-Marienkäfer-Wollminiatur (der gelbe Schimmer kommt übrigens von meiner Tageslichtlampe, tatsächlich ist er völlig rot). Perfekt!
Wie gefallen euch meine Marienkäfer-Ohrringe?

Samstag, 29. Mai 2021

Miss Francie Bennet - Teil 2, Die Accessoires

Willkommen zurück!
In diesem Post möchte ich über die Accessoires für Miss Francie Bennet sprechen - die 60er Jahre Puppe, die in die Regency-Zeit zurückgeschickt wurde.

Wie immer hatte ich keine klare Vorstellung, welche Accessoires ich machen würde, als ich dieses Projekt anfing.
Natürlich wußte ich, daß Francie einen Pompadour brauchen würde, fast alle meine Puppen bekommen irgendeine Handtasche oder einen Beutel, außer den ersten beiden Flappern.
Sie würde auch einen Hut brauchen, das war der Teil, vor dem ich am meisten Angst hatte, weil ich keine Ahnung hatte, wie man einen Schutenhut machte.
Und zum Ausgehen wäre eine Stola nett.
Soweit hatte ich also Pläne.

Da mein großer JaLa-Webrahmen immer noch von einem WIP besetzt ist, über das ich mir nicht mehr ganz sicher bin, beschloß ich, für die Stole einen meiner kleinen Webrahmen zu benutzen. Nach einer schnellen Messung schätzte ich, es würde gerade groß genug für die Dreiecksform sein, die ich mir vorstellte.
Es war knapp, sehr sehr knapp. Tatsächlich hätte ich das Tuch gar nicht fertigmachen können, wenn ich mich nicht für das Dreieck entschieden hätte, weil mir unten fast die Kettfäden ausgingen.
Was ich außerdem nicht bedacht hatte war, daß Glasperlen schwer und Webstücke sehr geschmeidig sind. Das Tuch rutschte bei der kleinsten Bewegung von Francies Armen, also mußte ich mit ein paar Stichen nachhelfen.


Dann hatte ich auf einmal die Idee, ihr einen Parapluie zu machen, offensichtlich weil ich an Selbstbestrafung glaube.
Mein Teststück war Perlenstickerei, aber die Form erinnerte mich an Cocktailschirmchen, also hatte ich die Idee, stattdessen Herringbone-Streifen zu fädeln, sie zusammenzunähen und, nun ja, zu improvisieren.
Der kleine Parapluie hat neun Streifen, die ich auf links zusammen-nähte und nochmal extra an den Enden, um so die Nähte zu betonen. An der Spitze blieb ein kleines Loch, das ich für die Stange nutzen wollte. Soweit so gut, aber natürlich war diese Konstruktion nicht komplett fest. Ich holte tief Luft und und schmierte Klebstoff über die ganze Innen- und Außenseite, um sie zu verstärken. Das hört sich einfacher an, als es war, natürlich war das eine kleine Schweinerei. Klebstoff und ich - die unendliche Geschichte.
Am Ende hatte ich jedoch ein schönes festes Gebilde, juhu!
Ich brachte rundherum Fransen an und schließlich noch die Stange (dafür fädelte ich Rocailles rund um einen Holzspieß wie für den Stab der Feenkönigin) mit Gold an Spitze und Griff. Voilà.
Francie kann diesen Parapluie nicht halten, weil sie nicht greifen und auch nicht ihre Arme biegen kann, der Plan ist es also, ihn einfach vor sie hinzulegen oder vielleicht eine Schlaufe anzubringen, damit er von ihrer Hand baumeln kann.


Nach diesem anstrengenden Teil des Projekts mußte ich etwas Kleines machen, Francies Pompadour.
Dazu gibt es nicht viel zu sagen, ihr habt schon früher Variationen davon gesehen.


Die größte Herausforderung hatte ich mir für den Schluß aufgehoben - den Schutenhut.
Zwei Dinge waren klar. Er mußte aus mehreren Teilen aufgebaut werden, und um ihn stabil genug zu machen, mußte es Perlenstickerei sein.
Ich schaute mir alle möglichen Regencyschuten und Erläuterungen dazu an. Die mit weicher Krone kamen natürlich nicht in Frage, es mußte die Kaminrohrform werden.

Dann versuchte ich mir, all das, was ich gesehen hatte, zu merken und schnitt und bestickte drei der Teile, nähte sie zusammen und klebte anschließend das Ultrasuede auf. Das ist eine sehr kurze Beschreibung dessen, wofür ich ein paar Tage brauchte, wobei Nähen und Kleben am schwierigsten waren.
An der Krempe brachte ich außerdem einen Draht an, der beim Formen hilft, gut unter dem Ultrasuede versteckt.

Das vierte Teilstück gestaltete sich sogar als noch schwieriger, weil ich es erst besticken und dann an das "Kaminrohr" kleben mußte, es wäre unmöglich gewesen, das von innen hinzubekommen. Es gab keine Möglichkeit, die geklebten Ränder zusammenzuhalten, Tonnen von Nadeln wären nötig gewesen, um die Form zu erhalten. Also mußte ich mit den Fingern ran und endlich klebte es so, wie es sollte. Nachdem es getrocknet war, nähte ich hinten etwas rosa Spitze auf, die außerdem dazu diente, die geklebten Ränder zusammenzuhalten.

Als letztes mußten zwei Reihen Spitzen rund um die Krempe aufgenäht werden, ein Band um das Kaminrohr herum - auch hier wieder als Verzierung und um die geklebten Ränder zu sichern - und die Bänder, die man unter dem Kinn bindet, falls gewünscht.
Jetzt muß ich vielleicht noch eine kleine Hutnadel machen, um sicherzustellen, daß die Schute auch wirklich immer gut sitzt.

Alles in allem dauerte es etwa drei Tage, um den Schutenhut zu machen, und ich sehe mich nicht so bald noch einen machen! ;-)


Und hier ist Francie nun in ihrer gesamten Perlenpracht.
Es war ein Projekt, das Spaß gemacht hat, manchmal frustrierend war, Geduld und Phantasie brauchte und, ich bin ehrlich, auch ein paar Flüche.
Es gab Augenblicke, in denen ich dachte, ich würde das nicht fertigbekommen, aber nun bin ich sehr glücklich, daß ich es durchgezogen habe!



Francie ist ein eingetragenes Warenzeichen von Mattel, Inc. Ich bin in keiner Weise mit Mattel verbunden.