Erinnert ihr euch an diesen Post über eine Postkarte, die in das Haus zurückkehrte, aus dem sie kam? Nach fast 50 Jahren?
Nun denkt ihr vielleicht, daß das jetzt nur ein weiteres Beispiel von Nostalgie ist, und zum Teil ist es das wahrscheinlich, für mich bedeutet es aber tatsächlich, mehr über unsere Heimatstadt und ihre Geschichte zu erfahren.
Manchmal dauert es eine Weile, online etwas zu finden, manchmal gibt es nichts zu finden.
Und die Rückseiten der Karten - wie im obengenannten Fall - können ebenfalls sehr interessant sein, aber das ist vielleicht eine Geschichte für ein andermal.
Kürzlich wurde mir klar, daß ich absolut nichts über die Geschichte der Postkarte an sich wußte. Ein neues Kaninchenloch? Wohl eher ein ganzer Kaninchenbau. Es gibt da draußen soviele Seiten dazu, und obwohl sie in manchem übereinstimmen, tun sie das bei anderen Dingen nicht - hört sich das nicht vertraut an ... Wer war der erste, der die "echte" Postkarte erfand? Welches Land war das erste? Was ist eine "echte" Postkarte überhaupt? Es gibt Postkarten und Bildpostkarten. Um ehrlich zu sein, war mein Gehirn davon überfordert, das alles zu sortieren und vor allem in einen Post zu packen, der kürzer als eine Abhandlung ist, und ich habe kläglich versagt.
Sagen wir also einfach, daß es scheinbar so richtig im 19. Jahrhundert angefangen hat (ich bleibe damit auf der sicheren Seite) und daß sich die meisten Quellen einig sind, daß diese österreichischen "Korrespondenzkarten" die ersten "echten" Postkarten sind, obwohl es schon vorher Karten gegeben hat.
Hier ist eine Seite von einer Postkartenausstellung mit der Geschichte.
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| Korrespondenzkarte von 1869 Gemeinfrei über Wikipedia |
Als Heinrich von Stephan, der die deutsche Post neu organisierte, 1865 etwas Ähnliches vorschlug, das "offene Postblatt", das dank aufgedruckter Briefmarke einen Umschlag überflüssig machen sollte, wenn man nur eine kurze Nachricht schicken wollte, wurde die Idee nicht gut aufgenommen.
Was wenn zum Beispiel die Bediensteten die Post ihrer Herrschaft lasen? Wie stand es um die Wahrung der öffentlichen Moral? Menschenopfer, Hunde und Katzen in Frieden miteinander, Massenhysterie! Sorry, das ist ein Zitat aus "Ghostbusters".
Jedenfalls setzten sich Postkarten auch in anderen Ländern durch, nachdem die österreichische Karte so ein Riesenerfolg war, selbst in Deutschland. Ich konnte keine Information über die Dienerschaft-Herrschaft-Krise in diesem Zusammenhang finden 😉
Gegen Ende des Jahrhunderts gab es immer mehr Bildpostkarten. Bilder konnten Lithographien sein, manchmal koloriert, oder Fotos. Sie zeigten einzelne Gebäude, Straßen, Parks, aber auch Menschen.
Monarchien nutzten Postkarten zum Beispiel für Propaganda, indem sie ihre Familien als Vorbilder für ihre Untertanen darstellten und um ein positives Bild von sich zu formen - was bei manchen funktionierte, anderen aber nicht. Dabei fallen einem beispielsweise die Romanovs, Queen Victoria, Kaiser Wilhelm II. ein.
Frühe Karten sahen noch anders aus. Im Gegensatz zu den Karten, die ihr vermutlich kennt, war eine Seite nur für die Adresse gedacht, die Nachricht wurde über, unter oder um das Bild herum geschrieben, wie in diesem Panorama von Göppingen aus dem 1903, das aus drei Postkarten besteht.
Bei nur einer Karte konnte der Absender nicht sehr viel Text unterbringen.
Vielleicht veränderten sich Postkarten deshalb später. Die Bilder nahmen eine ganze Seite ein und die Rückseite war aufgeteilt in einen Teil für die Anschrift und einen für die Nachricht.
Ist die Handschrift nicht schön? So gerne ich aber Sütterlinschriften anschaue, ist es für uns heute nicht immer einfach, sie zu entziffern.
Es überrascht mich oft, was Absender auf Postkarten teilen. Manchmal ist es nur ein Gruß von einem kurzen Ausflug, einem Besuch, einem längeren Urlaub, anläßlich eines Feiertaags, ein Dankeschön, aber wir haben mehr als eine gesehen, die aus einem Krankenhaus geschrieben wurde, und die Neuigkeiten waren nicht immer sehr gut.
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| Neujahrsgrüße. Ihr denkt vielleicht, daß das Wort und die Blumen handgemalt sind, aber sie sind aufgedruckt, wahrscheinlich nach einem handgemalten Entwurf. |
Ich habe an Autos im allgemeinen kein großes Interesse, aber schaut euch diese Schönheiten an!
Mir gefällt ein schöner alter Käfer einfach. Dieses Lokal liegt außerhalb der Stadt an einem Stausee. Nur sieht man dort keine Käfer mehr.
Auf der anderen Karte seht ihr unser Renaissanceschloß. Wenn ihr genau hinschaut, seht ihr nicht nur die alten Autos, sondern auch - leider verschwommen - eine Pferdekutsche im Hintergrund.
Die folgenden Bilder sind keine Postkarten, sondern Belegexemplare, die als Vorlagen dienten. Tatsächlich sind sie nur halb so groß wie eine Karte.
Sie wurden von einem lokalen Fotografen aufgenommen. Viele meiner Karten wurden von lokalen Fotografen, Buch- oder Schreibwarenläden hergestellt.
Das ist der alte Bahnhofsplatz mit dem Postamt auf der rechten Seite.
Noch mehr alte Autos, für mich war es jedoch interessant, von der sogenannten Kraftpost zu erfahren. Diese Nachfolger der Postkutschen waren Postbusse, die in Deutschland (auch andere Länder hatten so etwas) für eine Kombination aus Postversand und Passagiertransport genutzt wurden. Am Postamt sieht man ein Schild. Hier ist es unleserlich, aber ich kenne auch ein Bild mit einem späteren Schild, das man gut lesen konnte.
Machen wir hier Schluß, sonst höre ich vielleicht gar nicht mehr auf.
Ich hoffe, ich habe euch nicht zu sehr gelangweilt, aber vielleicht habt ihr jetzt eine kleine Vorstellung davon, wie Postkarten die Geschichte im Laufe der Jahre illustriert haben, egal ob ihr nur an der eurer Stadt oder Gegend oder an Weltgeschichte interessiert seid.
Wann habt ihr das letzte Mal eine Karte geschickt?
























































