Zunächst mal möchte ich sagen, daß dieser Post nur meiner persönliche Meinung widerspiegelt. Ich urteile über niemand dafür, daß sie anders denken oder etwas anders machen, und obwohl ihr natürlich herzlich willkommen seid, eure eigene Erfahrung zu schildern - tatsächlich würde ich sie echt gern hören -, bitte ich darum, das ebenfalls zu tun.
Zweitens bin ich ganz offensichtlich keine Buchbloggerin, sondern nur eine Leserin und jemand, der bloggt, ohne dabei besonders organisiert zu sein.
Dieser Post wurde von einem Video mit dem Titel "why i left goodreads for book journals" inspiriert, das mir YouTube empfohlen hat.
Ich kann nicht mal sagen, warum ich es angeklickt habe, da ich weder auf Goodreads bin noch ein detailliertes Buchjournal führe, aber ich blieb dran, weil es mich zum Nachdenken brachte.
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| Bild über pxhere |
Kurz zur Erinnerung - ich war seit meiner Kindheit eine eifrige Leserin gewesen, aber als das Schmuckmachen begann, rückten die Bücher in den Hintergrund, weil beides nicht gleichzeitig geht (für die, die neu sind, Hörbücher sind nichts für mich). Als dann das Basteln aus verschiedenen Gründen in den Hintergrund geriet, rauschten die Bücher wie eine große Welle in mein Leben zurück, wofür ich sehr dankbar war, da die entstandene Lücke auch groß gewesen war. Im Juli 2025 fing ich damit an, jeden Monat eine Liste meiner gelesenen Bücher (ohne Rezension) zu posten.
Im November schrieb ich "Nochmal, hier geht es nicht um Zahlen. Wo hören wir auf, wenn wir Lesen nach der Anzahl von Büchern bewerten? Seiten zählen? Und als nächstes dann eine Formel aufstellen, welche Seiten "mehr wert" sind als andere, weil manche Bücher ja Kinderbücher sind oder leichte Lektüre oder wissenschaftlich oder tiefsinnig ... ich könnte so weitermachen. Genießt es einfach!"
Da kommt dann das Video ins Spiel.
Vic erklärt, wie sie dadurch, daß sie sich ein Ziel für das Jahr setzte und Rezensionen und Bewertungen vor, aber auch nach dem Lesen eines Buchs anschaute, irgendwann das Gefühl bekam, daß sie "einen Sinn von Identität und Individualität beim Lesen verlor".
Als sie über Leseziele sprach, überlegte ich mir, warum ich meine Liste überhaupt durchnumerierte, nachdem ich doch gesagt hatte, es ginge nicht um Zahlen.
Ich weiß, daß ich nicht angeben will, aber versuchte ich mir vielleicht selber etwas zu beweisen? Hatte ich das Gefühl, ich müßte mich selber überzeugen, wie gut ich das Basteln durch Lesen ersetzt hatte? Brauchte ich eine Zahl, um mir zu zeigen, daß ich die Lücke ausreichend und "produktiv" gefüllt hatte?
Oder dachte ich wie üblich einfach zuviel nach und hatte die Liste durchnumeriert, weil ich das halt mit Listen so mache?
Noch etwas, daß ich vorher nicht bewußt bemerkt hatte, war, daß ich manchmal einen Anflug von Schuldgefühl hatte, wenn ich einen Tag lang nicht las, was einfach lächerlich ist. Soviel zu selbstgemachtem Druck.
Als mir das klar wurde, schaute ich mit Freuden eine Staffel "The Great Pottery Throw Down" am Stück an, was mich immer entspannt (und mein Favorit gewann auch noch).
In letzter Zeit habe ich andere Ähnliches sagen hören - daß sie sich keine Gedanken darüber machen wollen zu lesen, was populär ist, oder daß sie sich keine Zahl für die gelesenen Bücher vorgeben wollen. Sie wollen ihre Lektüre ohne Druck genießen, aussuchen, wonach ihnen ist und wann ihnen danach ist.
Das heißt ja nicht, daß man keine Rezension mehr lesen kann oder alle Vorschläge abschmettert, aber ich denke, viele Leute wollen einfach nicht mehr so vom Internet und jedermanns Meinung eingesaugt werden. Nicht nur was das Lesen angeht, sondern im allgemeinen.
Vics Weg, ihre Lesegewohnheiten wieder mehr zu ihren eigenen zu machen, war ein Bücherjournal.
Das macht echt Sinn für Leute, die diese Erfahrung mögen, die soviel mehr sein kann als einfach nur Titel zu notieren. Ich selber bin einfach nicht der Typ für sowas (und meine Handschrift ist so schrecklich geworden) und weiß aus Erfahrung, daß ich nicht lang durchhalten würde. Aber wer weiß? Vielleicht werden mich die Leute, die ich kenne und die Journals führen, irgendwann inspirieren?
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| Bild über pxhere Ich habe eins mit alten Büchern ausgewählt, weil ich es liebe, alte Bücher zu lesen! |
Was also habe ich für den Moment daraus für mich selber gelernt?
Ich numeriere meine Bücherlisten nicht mehr, weil es echt nicht wichtig ist.
Ich schaue mir natürlich auch weiterhin Vorschläge und Rezensionen auf Blogs an und werde gern Bücher mit den Leuten, die ich kenne, diskutieren, aber ich muß nicht wissen, was die ganze Welt denkt. Ich bin vor dem Internet ohne das ausgekommen, ich werde das auch jetzt wieder.
Was ich schon tue ist lesen, was ich möchte und nicht was ich meiner Meinung nach sollte (obwohl ich manchmal Schuldgefühle habe, daß ich nicht mehr deutsche Klassiker kenne, und ich werde da vielleicht hin und wieder versuchen, etwas nachzuholen).
Und glaubt es oder nicht, ich habe mich wirklich schwer damit getan, diese letzte Liste nicht durchzunumerieren! 😂






























