Donnerstag, 4. Juni 2026

Stummfilme - In Nacht und Eis

Ich glaube nicht, daß ich euch groß etwas über die RMS Titanic erzählen muß. In den frühen Stunden des 15. April 1912 stieß der Ocean Liner auf der Jungfernfahrt mit einem Eisberg zusammen und versank in wenigen Stunden.

Nun aus dem Weg mit dir, James Cameron!
Der Film, den ich euch heute vorstelle, ist der zweite Film über die Katastrophe (der erste hat nicht überlebt). Er kam 1912 nur vier Monate nach dem Untergang der Titanic heraus
 und heißt "In Nacht und Eis".


Der Film beginnt wie eine Wochenschau für das Kino.
Als erstes wird uns gezeigt, wie die Passagiere an Bord des Schiffs gehen (und sogar an diesem Punkt geben uns die Zwischentitel schon Beispiele dafür, wer überlebt hat und wer ertrunken ist!).



Als nächstes sehen wir, was die Passagiere an Bord tun - Spiele, Spaziergänge an Deck und Treffen im "vornehmen 'Café Parisien'".
Ich bin besonders vom zweiten Spiel fasziniert, bei dem die beiden Männer versuchen, ähm, sich gegenseitig nur mit den Füßen aus dem Kreis zu schieben?


Wir sehen außerdem die Mannschaft bei der Arbeit, den Kapitän, den ersten Offizier auf der Brücke, einen Seemann im Krähennest, die Heizer im Kesselraum, die Telegrafisten (so im Film genannt), während die Passagiere (nur die wohlhabenden, die anderen erhalten nur eine kurze Erwähnung) sich für einen netten Abend vorbereiten.
Dann erhält der erste Offizier die Eisbergwarnung und von da an wird es ein bißchen weniger dokumentarisch.

Ich bin darüber geteilter Meinung. Einerseits ging mir der Schock der Leute im Café oder in den Kabinen, wenn das Schiff zu schwanken beginnt, näher als ich erwartet hatte. Aus dem Grund schaue ich normalerweise auch keine Katastrophenfilme oder -dokumentationen an.
Andererseits haben wir das hier ...


Der erste Offizier und der Kapitän erwiesen sich als echte Profis (die Charaktere und die Schauspieler). Ein Glanzstück an übertriebenem Spiel. In weniger als zwei Sekunden ging ich von echtem Mitgefühl mit den Passagieren zu hysterischem Gekicher über.
Wahrscheinlich müßtet ihr es selber sehen, um zu verstehen warum.
Sie liefen weg, zusammen oder einzeln, kamen zurück, schauten durch das Fernglas, faßten sich an die Köpfe, streckten die Arme aus, und Wiederholung. Es war einfach zuviel - jedenfalls für mich.

Wir bekommen auch den Zusammenstoß des Schiffs mit dem Eisberg zu sehen. Das hier soll ein Modell von 8 Metern Länge gewesen sein. Bin es nur ich, die das nicht glaubt?


Obwohl die Leute in Panik verfallen und eine Menge hin und her rennen, ist keine der Szenen irgendwie reißerisch. Wir sehen keine Menschen vom Schiff springen oder ertrinken. Der Film konzentriert sich nicht so sehr auf den Horror wie auf die Tapferkeit und Heldenhaftigkeit, was sehr schön dadurch illustriert wird, daß der Kapitän den Passagieren an Deck zuruft: "Be British!" (oh das Klischee), während die Kapelle "Näher, mein Gott, zu dir" spielt.

Eines der tapferen Crewmitglieder ist der erste Telegrafist. Es gibt eine lange Szene, in der die Telegrafisten Notrufe morsen, aufstehen, sich wieder hinsetzen und wie wild Hebel bedienen (keine Ahnung, ob es so gemacht wird, wie sie es getan haben, es sah nicht sehr organisiert aus, und Schande über mich, ich mußte wieder kichern).

Man sieht eine Menge Leute an diesem Fenster hin und her laufen.

Das Schifft sinkt immer weiter.
 

Es gibt eine sehr bewegende Szene, in der der Kapitän den ersten Telegrafisten von seiner Pflicht entbindet (der zweite ist dabei, das Schiff zu verlassen), aber wir erfahren, daß beide bereit sind, mit dem Schiff unterzugehen, und daß sie nur an die Rettung der Passagiere denken.


Am Ende werden wir informiert, daß der Kapitän von einer Welle über Bord gespült wird (ignoriert, daß es im Film keine solchen Wellen gibt), einem ertrinkenden Passagier zu einem Rettungsboot hilft, aber ablehnt, selber einzusteigen.
Der Effekt wird jedoch ein bißchen dadurch verdorben, daß er im Wasser zu gehen statt zu schwimmen scheint ...


Dies ist einer der frühesten Katastrophenfilme und er enthält Spezialeffekte, die so vorher nicht in deutschen Filmen zu sehen waren.
Der Regisseur war der 24 Jahre alte Rumäne Mime Misu, der trotz des Erfolgs dieses Films eine recht kurze Filmkarriere hatte.
"In Nacht und Eis" wurde in verschiedenen Städten, auf einem deutschen Ozeanschiff, auf beweglichen Sets und auf einem See gefilmt.

Interessant ist auch, daß der Film jahrzehntelang als verschollen galt. Während des Hypes um Camerons "Titanic" wurde er in einem Zeitungsartikel erwähnt und mehrere Leute reagierten darauf mit der Aussage, daß sie tatsächlich Kopien besaßen. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie alte Schätze plötzlich wieder auftauchen.
Falls ihr an mehr Informationen über den Film interessiert seid, schaut euch die Website "Titanic's Officers" an, die Info über die Offiziere enthält, aber auch eine Menge Artikel, einen davon zu diesem Film. Außerdem hat der Besitzer der Website mit einigen Leuten zusammengearbeitet, um eine Version des restaurierten Films mit englischen Zwischentiteln zur Verfügung zu stellen.

Jetzt möchtet ihr wissen, wie mir der Film gefallen hat, weil ihr von meinen widersprüchlichen Aussagen etwas verwirrt seid?
Nun, tatsächlich hat er mir recht gut gefallen (trotz des Gekichers), und obwohl er 40 Minuten lang ist und manche der Szene nicht super aufregend waren - wie die Damen, die sich für das Café anziehen - war mir nicht langweilig.
Okay, dann gab es halt etwas unfreiwilligen Humor, aber ich fühlte mich ein bißchen schuldig, meinem kindischen Drang nach Gekicher nachgegeben zu haben. Ihr wißt, daß ich immer gern betone, daß wir auch das Alter und die Geschichte eines Films in Betracht ziehen müssen.
Ich kann aber nicht abstreiten, daß mich der Sprung von den Wochenschau-Vibes zu hochdramatischem Spiel überrascht hat.

Ihr müßt außerdem daran denken, daß das nur ein paar Monate nach dem Unglück war, was die Emotionen des Publikums, das noch nicht so unter Übersättigung litt wie wir heute, noch verstärkt haben muß.
Es gibt auch heute immer noch Leute, die sich darüber streiten, was genau passiert ist und warum, und ihr könnt euch vorstellen, wieviel mehr unterschiedliche Informationen und Meinungen es zur Zeit des Drehs gegeben haben muß.
Also mag der Film zwar nicht komplett akkurat sein, ist aber trotzdem gut anzuschauen.


Quellen und weitere Lektüre (englischsprachig):

1. "In Night and Ice" (mit englischen Zwischentiteln) auf dem YouTube-Kanal "Titanic's Officers"
2. Dan Parkes: "In Nacht und Eis" - "In Night and Ice" - 1912 German Titanic Film. Auf: "Titanic's Officers" Website


Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.

Dienstag, 2. Juni 2026

A Good Book & a Cup of Tea - Juni 2026 Linkparty

Willkommen zu A Good Book & A Cup of Tea (eine monatliche buchbezogene Link Party)!
Dieser Link Up ist für Posts zu Büchern und Lesen oder alles, was damit zu tun hat (sogar Filme, die auf Büchern basieren!).


Jede Linkparty wird einen Monat lang offen sein.
Meine Mithosts für diesen Event sind Lisa von Boondock Ramblings und Erin von Still Life, With Cracker Crumbs.
Ihr könnt bei jeder von uns verlinken.

Da dies mein erstes Mal als Mithost ist und das ganze recht kurzfristig war, habe ich keine Features von der Mai-Linkparty ausgesucht, verspreche aber, nächstes Mal besser vorbereitet zu sein.


Das sind die Richtlinien:

1. Blogger können unbegrenzt Posts, die mit Büchern und Lesen zu tun haben, verlinken. Es können ältere oder neuere Posts sein. Dieses können Posts darüber sein, was ihr lest, Buchbesprechungen, Bücher, die neu in eurem Regal gelandet sind, Lesegewohnheiten, was ihr gelesen habt, Ausflüge in den Buchladen und so weiter. Ihr wißt schon.
2. Verlinkt zu einem spezifischen Blogpost (den Link zum Post selber, nicht der Website). Verlinkt gern auch ältere Posts, von denen ihr meint, daß sie auch noch etwas Liebe und Aufmerksamkeit vertragen könnten.
3. Bitte schaut bei mindestens zwei anderen Bloggern auf dieser Liste vorbei und gebt Kommentare bei ihren Posts ab. Habt Spaß! Interagiert! Holt euch ein paar Bücherempfehlungen.
4. Leser*innen können auf den blauen Button unten klicken, um Blogposts zu besuchen.
5. Mit eurer Verlinkung gebt ihr mir die Erlaubnis, eure(n) Post(s) zu teilen und darauf zurück zu verlinken.


You are invited to the Inlinkz link party!

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Sonntag, 31. Mai 2026

Meine Mai-Bücher

Dies ist ein Überblick der Bücher, die ich in einem Monat fertiggelesen habe (nicht unbedingt im selben Monat angefangen) und die ich Gundel vorgelesen habe (mit 😸 markiert).
Ich werde jeweils eine kurze Erklärung hinzufügen, warum ich ein Buch ausgewählt oder wie ich es gefunden habe und vielleicht auch, ob es ein Kandidat zum Wiederlesen ist, aber ich werde keine richtigen Rezensionen oder Bewertungen abgeben (Gundel weigert sich ebenfalls zu bewerten). Solltet ihr aber etwas mehr Info zu einem Buch haben wollen, an dem ihr interessiert seid, laßt es mich einfach wissen.


"Die Jungens von Burg Schreckenstein" von Oliver Hassencamp, Erstveröffentlichung 1959


Was für eine Überraschung für die Schüler einer überfüllten Jungenschule, als ihnen gesagt wird, daß sie in ein Internat umziehen werden - auf eine Burg!
Nach der Erforschung von Burg Schreckenstein fangen die Jungens (na, hat das einen vintage Touch?) an, sich selber Ritter zu nennen, und beschließen, dem ritterlichen Kodex zu folgen.

Als ich ein Kind war, hatten wir - ich schätze mal meine Brüder - die ersten drei Bände dieser Reihe, die Hassencamp zwischen 1959 und 1988 (als er in einem Autounfall ums Leben kam) schrieb. Die Reihe hat 27 Bände und ist vielen noch ein Begriff, erschienen sind die Bücher (und zwei Filme) noch in den 2000ern. Kürzlich ist mir aufgefallen, daß ich nur Band 2 und 3 geerbt hatte, darum habe ich mir jetzt Badn 1 gekauft und gleich nochmal gelesen.

"The Gift of Not Belonging: How Outsiders Thrive in a World of Joiners" von Rami Kaminski, Erstveröffentlichung 2025


In diesem Buch stellt der Psychiater Dr. Kaminski einen neuen Persönlichkeitstyp vor, nicht introvertiert, nicht extrovertiert, sondern otrovertiert - seiner Definition nach "jemand, der in eine andere Richtung schaut".
Wenn meinem Exemplar nicht der Umschlag fehlen würde, könntet ihr eine Gruppe von grünen Chamäleons auf einem Zweig und über ihnen ein blaues sehen - den "Otrovert", der sich besser in einer Gruppe aufhalten kann als ein "Introvert", aber dennoch als Art Beobachter außerhalb davon steht.
Mein Problem mit dem Buch ist, daß ich, obwohl mich manche Passagen zu beschreiben scheinen, andere extrem verallgemeinernd fand, sich manchmal wiederholend, manchmal selber der Beschreibung dessen, was "den Otrovert" definiert, widersprechend - dem Test im Buch nach bin ich übrigens total einer, was ich glauben kann oder nicht, genau wie einem Persönlichkeitstest in einem Magazin beim Arzt im Wartezimmer, da wir keinen Anhaltspunkt bekommen, worauf genau er basiert.
Es gibt Anekdoten über Patienten, aber nichts Konkretes, Studien oder Literaturhinweise, die mir das Gefühl geben würden, daß dies mehr sein könnte als jemand, der mir erzählt, daß man eine Art Superkraft hat, weil man anders ist als die Leute, die mehr in der Gemeinschaft leben, was der Verfasser (der natürlich ein "Otrovert" ist) mißzubilligen scheint.
Das hier ist nur ein Beispiel: "Dadurch, daß sie sich auf ihre reichhaltigen, vielschichtigen inneren Welten einlassen, erhalten sie Zugang zu einem fantastisch komplexen Universum aus Gedanken, Erinnerungen und Fantasie, auf das der Mensch, der sich in der Gemeinschaft bewegt, keinen Zugriff hat." Echt jetzt, ernsthaft?
Also ja, das schien mir einfach eine neue Schublade zu sein, in der man Menschen unterbringen kann (inklusive verführerischer Superkraft), aber ich glaube nicht an solche Schubladen. Ich habe das Buch gebraucht bekommen und frage mich, ob der vorherige Besitzer wohl ebenso darüber dachte wie ich.

"The Silent Bullet" von Arthur B. Reeve, Erstveröffentlichung 1910
(Craig Kennedy, Scientific Detective 1)


Craig Kennedy ist Professor an der Columbia University und er ist überzeugt davon, daß es auch eine Professur in Kriminalwissenschaft geben müsse.
Mit Hilfe seines Freundes, des Journalisten Walter James - ja, sie teilen sich eine Wohnung - nutzt er seine wissenschaftlichen Kenntnisse, um der Polizei und Privatleuten zu helfen.

Ich habe den "fliegenden Fischen" dafür zu danken, daß ich den "amerikanischen Sherlock Holmes" entdeckt habe (es gab wohl nicht viel auf Deutsch), da jemand bei dem Video kommentiert hatte, daß Coke Ennyday vielleicht eine Sherlock-Holmes-Parodie war, der Name aber definitiv durch Professor Kennedy inspiriert wurde.
Die Geschichten wurden anfangs in "The Cosmopolitan" veröffentlicht.
Dieses Buch enthält 12 Geschichten, in denen Kennedy versteckte Mikrophone, Lügendetektoren, einen Defibrillator, Magneten und mehr verwendet (kommt noch jemandem dabei "Murdoch Mysteries" in den Sinn?).
Ich ziehe zwar immer noch Sherlock Holmes vor, aber es war eine unterhaltsame Lektüre, und da Reeve noch eine Menge mehr geschrieben hat, ist mein Ordner für Vintage Krimis mal wieder gewachsen.

"Last Ditch" = "Feines Ohr für falsche Töne" von Ngaio Marsh, Erstveröffentlichung 1977
(Roderick Alleyn 29)



Alleyns Sohn Ricky ist auf einer der Kanalinseln, um ein Buch zu schreiben.
Der Frieden ist jedoch gestört, als eine junge Frau nach einem Reitunfall tot aufgefunden wird. Oder war es gar kein Unfall?

Dies ist immer noch Teil meines Vintage-Krimi-Projekts, für das ich mir immer wieder neue Bücher von Marsh und Allingham besorge.

"The Life Cycle of the Common Octopus" = "Der Lebenszyklus des Gemeinen Oktopus" von Emma Knight, Erstveröffentlichung 2025


Ein Coming-of-Age-Roman über zwei Freundinnen, Pen und Alice aus Kanada, die in Edinburgh studieren.

Das Buch wurde auf einem Blog erwähnt und ich muß zugeben, daß ich es wegen "Oktopus" (Spoiler, es ist eine Metapher) und "Edinburgh" gelesen habe. Es war okay, aber nicht substantiell genug, daß es mir lang im Gedächtnis bleiben würde.

"Photo Finish" von Ngaio Marsh, Erstveröffentlichung 1980
(Roderick Alleyn 31)



Als seine Frau Troy in die Luxusresidenz eines Millionärs auf einer Insel in einem neuseeländischen See eingeladen wird, um das Porträt der berühmten Opernsängerin Isabella Sommita zu malen, wird Alleyn ebenfalls mit eingeladen, um in der Sache eines Paparazzo zu ermitteln, der ihr folgt.
Nach der Aufführung einer Oper, die Sommitas Liebhaber geschrieben hat, steckt ein Teil der Gruppe wegen eines heftigen Sturms auf der Insel fest. Dann wird die Sängerin in ihrem Zimmer gefunden ... ermordet ...

Dies ist immer noch Teil meines Vintage-Krimi-Projekts und ich habe jetzt alle 33 Roderick Alleyn-Bücher gelesen.

"An American Comedy" von Harold Lloyd (in Zusammenarbeit mit Wesley W. Stout), Erstveröffentlichung 1928 (diese Ausgabe wurde mit kleineren Korrekturen plus einem Interview von 1966 reproduziert)


Dies ist die Autobiographie von Harold Lloyd am Höhepunkt seiner Karriere. So irgendwie. Ich fand, es war eine Mischung von ein paar Geschichten aus seinem Leben, ohne allzusehr in die Details zu gehen, es sei denn, sie waren leicht genug, und Geschichten darüber, wie sich seine Filmkarriere entwickelte und wie er Filme entwickelte. Das war tatsächlich sehr recht interessant (wenn auch etwas veraltet, was keine Überraschung ist), aber ich weiß, daß Dinge ausgelassen wurden (zum Beispiel im Hinblick auf seinen Unfall mit einer Bombe), also werde ich eine "echte" Biographie lesen, wenn möglich.
Was mir gefiel war, daß jemand wirklich mit diesem Exemplar gearbeitet hat. Es gab eine Menge Sternchen, markierte Abschnitte und ein paar Randbemerkungen. Für mich sieht es aus, als ob jemand versucht hätte zu erforschen, wie man Komödien macht.


Ich vergnüge mich damit, mich durch Biographien mit Filmbezug arbeiten.

"The Ex Hex" = "Ex Hex" von Erin Sterling, Erstveröffentlichung 2021
(Graves Glen 1)



Nachdem sie mit Rhys Schluß gemacht hat, verflucht die Hexe Vivienne ihn. Das ist nicht ernstgemeint, aber als Rhys nach neun Jahren in Viviennes Heimatstadt zurückkehrt, um die Ley-Linien der Stadt aufzuladen, spielt die Magie wegen des Fluchs verrückt und sowohl die Stadt als auch Rhys sind in Gefahr.

Ich habe das Buch zufällig auf OverDrive gefunden und mir gefiel die Idee der wilden Magie. Leider ging es hauptsächlich um die Liebesgeschichte, aber nicht auf eine Weise, die mich fesselte. Ich werde die anderen Bände in der Reihe nicht lesen.


"Bury Your Secrets" von Kerry Watts, Erstveröffentlichung 2024
(DI Fraser Brodie 1)



Ein in der Gemeinde beliebter Mann wird auf grausige Art ermordet. Am nächsten Tag wird eine weitere Leiche aufgefunden. Ein dritter Mann verschwindet.
DI Brodie und die Insel Lewis auf den Äußeren Hebriden haben es mit einem Serienkiller zu tun - erneut. Brodie wird an die Morde erinnert, die sein eigener Zwillingsbruder vor Jahrzehnten begangen hat.

Das Buch wurde auf einem Blog empfohlen und hörte sich wie einer der Polizeithriller an, die ich gerne mal im Fernsehen anschaue. Es war eine schnelle Lektüre, aber "das Geheimnis" wurde so oft erwähnt, daß es langweilig wurde, und ehrlich, ich war bei nicht mal der Hälfte des Buches ziemlich sicher, daß ich wußte, wer der Killer war (ich hatte recht). Ich würde das zweite Buch in der Reihe wahrscheinlich testen, um zu sehen, ob sich das verbessert, aber meine Bibliothek hat es sowieso nicht.


"Celia's House" von D. E. Stevenson, Erstveröffentlichung 1943 😸


Das Buch umfaßt ungefähr 40 Jahre von Dunnian House, einem schottischen Landsitz. Im Haus haben schon immer Dunnes gewohnt und das Buch beginnt mit der unverheirateten Celia 1905 und erzählt dann die Geschichte ihres Neffen und seiner Familie, die nach Celias Tod einziehen.

Ich hatte DES nicht gekannt, bevor ich auf Liz' Blog "Adventures in reading, running, and working from home" auf die Rezension eines anderen Buchs von ihr stieß. Ich glaube, ich hatte beide Bücher markiert, um mich daran zu erinnern, daß DES eine Menge geschrieben hat, dann aber zufällig dieses zuerst ausgewählt.
Es war sanft, charmant und genau das, was ich im Moment brauchte. Hinterher stellte ich fest, daß Liz auch davon eine kurze Rezension hatte. Das wird bestimmt nicht das letzte Buch von dieser Autorin für mich bleiben.


"A Handful of Time" von Helen Foley, Erstveröffentlichung 1961


Frances wird von der Polizei gebeten, nach Cornwall zu reisen, um die Leiche ihre Freundin Fanny zu identifizieren, die bei einem Segelunfall ertrunken ist.
Auf der Fahrt erinnert sie sich an die Geschichte ihrer Freundschaft, nachdem sie sich in den 30ern als Studentinnen in Cambridge kennengelernt haben, wie sie zusammengewohnt und es durch den Krieg geschafft haben - Fanny ist Österreicherin, hat aber seit der Schule in England gelebt -, von Freunden und Liebhabern.

Ich fand dieses Buch auf
 "The Neglected Books Page" und es hörte sich interessant an - was es auch war, aber irgendwann wurde es dann doch etwas zäh.

"The Mysterious Mr. Badman : A Yorkshire Bibliomystery" von William Fryer Harvey, Erstveröffentlichung 1934


Als der Deckenproduzent Athelstan Digby anbietet, sich um den Buchladen seiner Gastgeber zu kümmern, während sie außer Haus sind, erwartet er nicht, daß innerhalb von Stunden drei Männer nach demselben ominösen Buch fragen.
Er weiß nichts über das Geheimnis, das mit diesem Buch verbunden ist, aber nachdem eine Leiche gefunden wird, kann ihn nichts davon abhalten zu ermitteln.

Das ist einer meiner Zufallsfunde, ein vintage Krimi mit einem ordentlichen Schuß an Spaß.


"The Cat Who Came in From the Cold" = "Das Kätzchen, das aus dem Regen kam" von Deric Longden, Erstveröffentlichung 1991 😸


Ein winziges Kätzchen auf einem Eimer im Garten des Nachbarn im Regen ... die Schriftsteller Deric and Aileen können nicht anders als sich zu verlieben.
Dies ist die Geschichte von Thermal und seinen Abenteuern in einem Viertel in Huddersfield.

Ich hatte das dringende Bedürfnis nach einem vertrauten Wohlfühlbuch und das hier, das vor Jahrzehnten meine Katzenbuchsammlung begründete, ist immer eine gute Wahl!


"Robert My Father" by Sheridan Morley, first published in 1993


Die Biographie des britischen Schauspielers Robert Morley, von seinem ältesten Sohn geschrieben, der Theater- und Filmkritiker und Schriftsteller war.

Ich kannte Morley natürlich aus alten Filmen, aber ich hatte nichts über seine lange Theaterkarriere sowohl als Schauspieler als auch als Stückeschreiber gewußt. Als jemand, der praktisch nichts über Theater weiß, war es für mich manchmal schwer, durch Listen an Namen von mir unbekannten Leuten zu waten, aber die Geschichten machten das wieder wett.


"Pandora's Jar: Women in the Greek Myths" von Natalie Haynes, Erstveröffentlichung 2022


In zehn Kapiteln stellt Haynes Frauen aus der klassischen Literatur und Mythologie vor, zum Beispiel Pandora, Medea, Medusa, und erzählt die Geschichten, indem sie sie in den Mittelpunkt stellt anstatt die männliche Perspektive.

Ich schaute mir die Sachbücher auf OverDrive an und wählte dieses aus, weil es interessant klang. Eine gute Wahl, es hat mir richtig gut gefallen!



DNF:

"The Frozen River" = "Der gefrorene Fluß" von Ariel Lawhon, Erstveröffentlichung 2025


Die Hebamme Martha Ballard wird gerufen, um die Leiche eines Mannes zu untersuchen, die im Eis des gefrorenen Flusses gefunden wurde. Er ist einer von zwei Männern, die der Vergewaltigung angeklagt wurden, und Martha stellt fest, daß er aufgehängt wurde, bevor man ihn in den Fluß geworfen hat. Nicht jeder möchte diesen Mord aufgeklärt sehen, aber Martha ist entschlossen.

Ich habe nach ungefähr einem Drittel aufgegeben. Ich wollte Martha dafür mögen, daß sie stark ist und für Gerechtigkeit kämpft, aber ich mochte sie nicht, und noch schlimmer, das Buch wurde für mich immer zäher.
Es ist von einer wahren Geschichte inspiriert und die echte Martha klingt äußerst faszinierend. Ich würde lieber die Biographie über sie lesen als dieses Buch.

Freitag, 29. Mai 2026

Weekend Traffic Jam - Woche 158

Willkommen beim Weekend Traffic Jam Reboot!
Meine Posts für den Linkup gehen freitags um 3.30 morgens live (das ist dem Zeitunterschied zu den USA geschuldet).



Ist es nicht erstaunlich, wie einfache Bilder wie diese einen in der Zeit zurückversetzen können (meine Schwester hat auch sie in der alten Nachbarschaft aufgenommen, nun, alt für mich)?
Das war früher ein Teil meines Heimwegs zurück von meiner besten Freundin. Ich hätte einen kürzeren nehmen können, aber an der Stelle gab es keinen Zebrastreifen über die breite Straße, also nahm ich zur Sicherheit immer einen kleinen Umweg.
Heute habe ich ein Video darüber angeschaut, wie manche Leute lesen (Prolog und Epilog auslassen, nur Dialog lesen ... wie seltsam), und der YouTuber erwähnte das Lesen auf der Straße.
Das habe ich früher gemacht, ich hatte meine Nase auf dem Heimweg in einem Buch oder habe mir Geschichten ausgedacht, die üblicherweise auf Lieblingsbüchern basierten.
Ich kann diesen Teil der Straße nie sehen, ohne mich daran zu erinnern, wie mich ein Nachbar freundlich warnte, nicht beim Laufen zu lesen und stattdessen auf den Weg zu achten. Ja, heute muß ich das machen, aber damals habe ich das ignoriert
 😉
 


Seid ihr für das Wochenende bereit?

Als Teil des Reboots werden wir jede Woche einen anderen Blog vorstellen.
Wie wäre es, wenn ihr vorbeischaut und hallo sagt? Sagt ihnen, daß wir euch geschickt haben.

Diese Woche fällt unser Spotlight auf
 bushel and a pickle.


Linda von bushel and a pickle schreibt: "Willkommen! Ich bin Linda und freue mich so, daß ihr vorbeischaut.
Ich führe ein reiches und erfülltes Leben in Lancaster, Pennsylvania in einem sehr sehr alten Farmhaus. Bushel & a pickle (nach einem Ausspruch aus der Kindheit meiner Tochter benannt) ist meine Geschichte über Lebenserfahrungen, Familie, Reisen und Glauben."



Marsha von Marsha in the Middle hat 2021 als Training mit dem Bloggen angefangen, um ihre Neuroplastizität zu erhöhen. Ach, wem machen wir was vor? Marsha hat mit dem Bloggen angefangen, weil sie Kleidung liebt, und sie redet oder in diesem Fall schreibt einfach gern!

Melynda von Scratch Made Food! & DIY Homemade Household - Der Name sagt schon alles, wir haben uns im Osten von Texas angesiedelt, wobei sich drei Generationen das Land teilen. Ich koche und backe alles selber, wenn ich nicht gerade gärtnere oder den Hühnern nachlaufe, und stricke!

Lisa von Boondock Ramblings erzählt von den Büchern, die sie schreibt und liest, ihrem Glauben, Home-Schooling, Fotografie und mehr.

Cat von
 Cat's Wire hat, was sie ein Springspinnengehirn nennt. Sie hat viele Interessen und bloggt über das, was immer gerade ihre Aufmerksamkeit erregt - Handarbeiten, Bücher, alte Filme, Sammelwertes oder "einfach nur so".

Rena von Fine Whatever Blog schreibt über Stil, Leben im mittleren Alter und die "gut, was auch immer" Momente, die dem Leben Sinn und Spaß geben. Seit 2015 feiert sie Kreativität, Selbstvertrauen und die Freude am Alltag
.


Hier ist meine Auswahl von ein paar Posts aus dem Linkup der letzten Woche (englischsprachig).



Dank Judee möchte ich jetzt wirklich gern gefrorene Limonana probieren, das hört sich so gut an!


Ich finde es toll, daß Mireille versucht, jede Woche ein Picknick für sich allein zu machen.

Joannes Post über den Bryce Canyon hat für einen Flashback bei mir gesorgt, so schöne Bilder.

Habt ihr jemals von Croissant-S'mores gehört? Laura hat sie ausprobiert.

Nancy zeigt uns eine moderne Variante von "Country Chic".


Macht mit beim Linkup!

Richtlinien:

Diese Linkparty ist nur für Blogposts. Alle anderen Links werden gelöscht.
Bitte verlinkt nur Blogposts, die ihr selber geschrieben habt. Bitte verlinkt direkt zur URL eures Blogposts und nicht der Homepage eures Blogs.
Bitte verlinkt nicht auf Videos, Verkaufsanzeigen oder Links auf sozialen Medien, wie zum Beispiel YouTube-Videos oder -Shorts, Instagram- oder Facebook-Reels, TikTok-Videos oder anderen Beiträge auf sozialen Medien.
Bitte besucht auch andere Blogs und laßt einen Kommentar da.

Zur Beachtung:
Wenn ihr am Weekend Traffic Jam Reboot teilnehmt, versichert ihr damit, daß der Inhalt euch gehört und ihr uns erlaubt, denselben zu teilen, falls euer Post oder euer Blog erwähnt werden.
Wir begrüßen unbegrenzten familienfreundlichen Inhalt. Dazu können Meinungsposts, Rezept, Reiseberichte, Modeideen, Handarbeiten, Second-Hand-Einkaufen, Lifestyle, Buchrezensionen  oder -diskussionen, Fotografie, Kunst und noch vieles mehr gehören!
Danke für's Mitmachen!
 

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Donnerstag, 28. Mai 2026

Stummfilme - Mary, Queen of Tots (Our Gang Comedy)

Erinnert ihr euch noch an "Die kleinen Strolche", im Original bekannt als "Our Gang" und später "The Little Rascals"?
Ich denke, es wird Zeit, daß wir uns mal einen der Filme aus dieser beliebten Reihe anschauen!
Heute habe ich "Mary, Queen of Tots" von 1925 für euch.

Gemeinfrei über Wikipedia

"Die kleine Mary aus dem großen Haus - - Vater und Mutter sind immer zu beschäftigt, um sich daran zu erinnern, daß sie sie lieben - -" (Das erinnert mich irgendwie an "Pünktchen und Anton", das aber natürlich erst 1931 herauskam.)
Mary ist einsam in dem großen Haus. Ihre Gouvernante ist sehr streng und erlaubt ihr nicht mal Puppen. Ihr einziger Freund ist der Gärtner.


Nachdem sie Mary mit einem sehr nassen Hund im Badezimmer findet, befiehlt die Gouvernante ihr, in ihrem Zimmer zu bleiben. Mary kickt mit viel Verve ein paar Dinge durch die Gegend und setzt sich dann weinend auf ihr Bett.


Aber keine Sorge. Ihr Gärtnerfreund wird von einer Dame angesprochen, die zusammen mit ihrem Mann Puppen herstellt, und er kauft vier und schleicht sich dann in Marys Zimmer, um sie ihr zu geben.
Mary liest ihren neuen Freunden vor, wird aber müde und schläft auf dem Boden ein. Die Puppen und zwei Plüschtiere, ein Hund und ein Esel, erwachen zum Leben und erkunden das Zimmer.


Als die Gouvernante hereinkommt, um nach Mary zu sehen, bevor sie ausgeht, findet sie die Puppen und wirft sie direkt in den Müll (was eine absolute Schande ist, weil die Puppen wirklich großartig aussehen, außerdem hätte sie Mary auf ihr Bett legen können ... wir mögen sie nicht).


Mary wacht auf und rennt hinaus, um nach ihren Puppen zu suchen, aber sie findet nur vier Jungen, die genau wie sie aussehen!


She umarmt sie, was sie komplett verwirrt, fragt sie, warum sie weggelaufen sind und nimmt sie mit zurück ins große Haus, wo sie ihnen alles zeigt. "- - Und das ist das Eßzimmer." Ich liebe die Antwort. "Das interessiert mich - Essen wir! - -" (Das hätte ich sein können.)
Während Mary in die Küche geht, um Essen zu holen, erforschen die Jungen - Joe, Jackie, Mickey und Little Farina - das Haus. Sie benutzen den Teewagen als Roller, Farina kämpft mit einem Chapeu Claque - einem Zylinder, der dauernd von allein auf- und wieder zuklappt -, sie wechseln sich alle dabei, auf einem Teppich hinzufallen, den Mickey hundertprozentig für einen Zauberteppich hält (es ist einfach nur ein Läufer auf einem sehr rutschigen Boden), und sie werden nervös, als ein sehr lautes Radio sie mit HEY anschreit.
Als die Gouvernante zurückkommt, ist sie schockiert, die Jungs zu sehen, die so sehr wie die Puppen aussehen, die sie weggeworfen hat. Mickey teilt ihr mit, daß sie zum Essen eingeladen worden sind, aber sie geht los, um die Polizei zu holen.
Inzwischen hat der Gärtner die Puppen im Müll gefunden und Mickey erklärt, daß sie für das Puppenmacherpaar Modell stehen. Er warnt sie außerdem, daß die Gouvernante die Polizei mitbringen wird.


Die Jungen verstecken sich schnell in der Küche, daher findet der Polizist nur die Puppen vor. Er fragt Mary, ob die Gouvernante verrückt ist. Sie sagt, sie wisse es nicht sicher, vielleicht, und er nimmt die Gouvernante mit.


In einem andern Kurzfilm heißt es "Mary - - Sie ist die Ursache für alle Kämpfe in der Nachbarschaft - Und es gibt eine Menge davon - -"
Mary Kornman war von 1922 bis 1926 Hauptdarstellerin in den "Our Gang Comedies". Obwohl dieser Kurzfilm von 1925 ist, weiß ich, daß ich irgendwo gelesen habe, dies könnte die Geschichte sein, wie Mary ursprünglich zur Gang kam, wenn ich nur wüßte wo!

"Our Gang"  wurde von Hal Roach erfunden, der auch mit Laurel und Hardy und mit Harold Lloyd arbeitete.
Roach sagte, er habe ein paar Kinder gesehen, die sich in einem Hof um den besten Stock stritten, und sich gedacht, daß sie jetzt sowas von wichtig für sie waren, obwohl sie sie in ein paar Stunden schon vergessen haben würden. Das gab ihm die Idee für eine Serie mit Kindern und Haustieren ein.
Obwohl natürlich in mancher Hinsicht veraltet, geht es bei "Our Gang" einfach um Kinder aus einem Arbeiterviertel (was zu Streitereien mit wohlhabenderen Kindern führen kann) - sie spielen, sind sie selber, voller Phantasie, Ideen und Enthusiasmus, aber auch erfinderisch dabei, Aufgaben oder Schularbeiten zu vermeiden.

Zwischen 1922 und 1944 gab es 88 Stummkurzfilme, 132 Tonkurzfilme und einen Spielfilm.
Natürlich waren über eine so lange Zeit verschiedene Kinder beteiligt.

Wir haben "Die kleinen Strolche" im Fernsehen gesehen, als ich ein Kind war, aber ich erinnere mich an nichts mehr (außer dem Hund). Ich habe ein paar der Filme angeschaut und diesen ausgesucht, weil er einfach nett ist, vor allem die Szene, in der die Puppen lebendig werden und Marys Zimmer erkunden.
Ich wäre nicht überrascht, wenn sie immer mal wieder auf dem Blog auftauchen würden ...


Quellen und weitere Info (englischsprachig):

1. The Our Gang Story: A History of "The Little Rascals". Auf dem YouTube-Kanal von Legend Films
2. Our Gang/The Little Rascals (Partially Lost 1920s Silent Short and Foreign Prints). Auf: Lost Media Archive


Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.

Dienstag, 26. Mai 2026

Hitze

Ich funktioniere nicht in der Hitze und habe mich schon mehr als einmal auf dem Blog darüber beschwert und herumgejammert. Ich fange auch immer schon früh an. Wenn die Temperaturen in meiner Wohnung die 20 °C überschreiten, fange ich an auseinanderzufallen, ich kann's nicht richten.
Zum Glück wohne ich nicht in einer wirklich heißen Gegend!

Ein Sonnenuntergangshimmel von 2011.
So fühlt sich Hitze für mich an.

Da sich mein Gehirn im Moment irgendwo in einer Pfütze auf dem Boden befindet, konnte ich keinen der Blogposts fertigstellen, die ich angefangen hatte.
Also mache ich es mir heute stattdessen leicht und zeige euch ein paar "heiße" Stücke, die ich im Laufe der Jahre gemacht habe
.


Nun entschuldigt mich, während ich mal nachschauen gehe, ob ich mein Gehirn irgendwo finden und aufwischen kann. Denkt ihr, es wird wieder fest, wenn ich es in den Gefrierschrank packe?

Samstag, 23. Mai 2026

Einfach nur so Samstag - Nachtkrabb

Kennt ihr den "Nachtkrabb"? Nein? Dann seid ihr wohl aus einer anderen Gegend als ich.
Obwohl mir der Nachtkrabb schon immer vertraut war, gibt es eigentlich nur eine Geschichte, an die ich mit aus meiner eigenen Familie erinnere. Mein kleiner Bruder war da wahrscheinlich so um die fünf Jahre alt (wir sprechen von den späten 70ern). Er saß am Küchentisch, bereit, ein Ei zu essen, als einer meiner anderen Brüder hereinkam und ihm sagte, daß ein Nachtkrabb aus dem Ei herausfliegen würde, wenn er es aufklopfte. Brüderchen flippte aus und stellte tatsächlich für kurze Zeit das Eieressen ein (kam aber recht schnell darüber hinweg).
Woran ich mich nicht erinnere ist, ob man ihm vorher vom Nachtkrabb erzählt hatte und es das war, was ihn so schockte, oder ob es einfach die Vorstellung war, daß irgendetwas aus diesem Ei geflogen (!) kommen könnte.

Ihr müßt wissen, der Nachtkrabb ist eine geheimnisvolle und dunkle Kreatur, eine Spukgestalt im Volktum von Süddeutschland und Österreich.
Andere Namen für ihn (ich habe nur einmal gesehen, daß jemand "sie" sagt) sind Nachtkrapp oder Nachtrabe. Für diesen Post bleibe ich bei der Schreibweise mit "bb".

Ich liebe Raben und sie waren die Inspiration für
diese perlengestickte Halskette, nicht der Nachtkrabb,
aber ich habe schon eine Weile über eine Nachtkrabb-
Version nachgedacht ... wenn ich nur eine gute Idee hätte!

Wie es oft in Überlieferungen geschieht, können die Sagen von Region zu Region mehr oder weniger unterschiedlich sein.
Ich erinnere mich nicht mal daran, ob wir nur den Namen kannten oder ob man uns tatsächlich eine Geschichte erzählte. Falls ja, wäre es wahrscheinlich die gewesen, die hier vorherrscht - von der riesigen schwarzen vogelartigen Kreatur, die durch die Nacht fliegt, um nach Kindern Ausschau zu halten, die nicht ins Bett gegangen sind - und sie hätte von der väterlichen Seite kommen müssen, da meine Mutter keine Schwäbin war.
Kurz gesagt ist es eine dieser Geschichten, die man sich ausgedacht hat, um Kinder dazu zu bringen, gewisse Dinge zu tun oder
nicht zu tun, in diesem Fall, noch draußen zu sein, wenn es schon dunkel ist. In manchen Gegenden werden Kinder, die nich gehorchen, in einem großen Sack gefangen und davongetragen. Was mit ihnen geschieht, wird nicht gesagt, aber sie kommen nicht mehr nach Hause, was den Ausgang zwar offen läßt, aber nichts Gutes verheißt. Andere Regionen sind etwas genauer, dort nimmt der Nachtkrabb die Kinder mit in sein Nest, wo er sie verschlingt.

Andere Länder haben übrigens ihre eigenen Versionen von Nachtraben.
Der Rabe und andere Rabenvögel sind immer ein Teil von Volkssagen gewesen, auf gute oder schlechte Weise.
Denkt nur an Hugin und Munin, die Raben des Gottes Odin, von ihm ausgesandt, ihm Neuigkeiten aus der Welt zu bringen.
In manchen Kulturen wurden Raben als Orakel benutzt, um den Ausgang von Schlachten hervorzusagen oder beim Treffen wichtiger Entscheidungen zu helfen.
Einige Stämme von amerikanischen Ureinwohnern sehen den Raben sowohl als Schöpfer als auch als Schwindler.
Das positive Bild änderte sich im Christentum. Rabenvögel ernährten sich von Aas, von Tieren, aber auch Menschen nach Schlachten oder Hinrichtungen, was ihrem Ruf nicht half. Sie wurden für Botschafter von Tod, Unheil und Seuche gehalten und auch als Vertraute von Hexen.

Zeitgenössische Kunst, Darstellung zweier
Raben wie Hugin und Munin, von Kim Diaz
Holm (dem jungen Herrn Holm)
CC BY 4.0
 

Mit diesem negativen Bild im Kopf, könnte die Vorstellung einer riesigen kinderraubenden Abart ein Kind sehr leicht ängstigen.
Aber warum habe ich den Nachtkrabb als vogelähnliche Kreature beschrieben und nicht als rabenähnliche?
Es gibt nicht nur verschiedene Sagen darüber, was er tut, sondern auch verschiedene Theorien über seinen Ursprung.

Eine davon ist, daß es gar nichts mit Raben zu tun hat, sondern mit dem Waldrapp, einem Vogel, der weit verbreitet war, zum Beispiel in Teilen von Zentraleuropa wie Süddeutschland oder Österreich. Die Jagd auf den Ibis zum Essen, wegen der schönen Federn oder zum Ausstopfen, sowie die Zerstörung seines Lebensraums brachte ihn an den Rand der kompletten Ausrottung.
Dank Auswilderungen gibt es eine Population in Marokko und kleinere anderswo, aber die Art ist immer noch stark gefährdet.
Die Wilhelma in Stuttgart, die nicht weit von uns ist, hatte schon immer eine große Voliere mit ihnen, vor der man oft Leute kommentieren hörte, wie häßlich sie sind. Ich finde sie fabelhaft.
Auf jeden Fall könnte ihr Aussehen gruselige Geschichten inspiriert haben.

Bild von Len Worthington, CC BY-SA 2.0
über Wikimedia Commons

Wer weiß also schon, was die Wahrheit ist.
Heutzutage versuchen Leute (hoffentlich!) das Erzählen von Gruselgeschichten zur Kindererziehung zu vermeiden, auch wenn es zu ihrem Besten sein soll, aber der Nachtkrabb ist trotzdem nicht ganz in Vergessenheit geraten.
Er hat zum Beispiel immer noch einen Platz in manchen Faschingsfeierlichkeiten, wo manche der Masken an Raben, andere an den Waldrapp erinnern, aber auch in Geschichten, Liedern oder Vergnügungsparks!
Ich weiß nicht, ob ihr den Text dieses Liedes verstehen werdet, da es in einem Dialekt von der Schwäbischen Alb gesungen ist, aber ich mag das Video.



Um ehrlich zu sein, fand ich damals die Idee eines winzigen Nachtkrabbs, der aus einem Ei fliegt, eher niedlich als gruselig, aber ich könnte euch nicht sagen, welches Bild ich genau im Kopf habe (aus diesem Grund habe ich es noch nicht geschafft, eine eigene Version zu machen).
Aber ihr kennt mich. Ich kann euch keine Geschichte mit Tieren erzählen, ohne irgendwie eine Katze ins Spiel zu bringen.
Dies ist ein Original von meiner Freundin Heather - die von den HeatherCats -, das ich einfach haben mußte. Ich konnte meinen Ponder sehen, wie er so seine Flügel ausbreitet und in die Nacht fliegt. Ich liebe dieses kleine Bild so sehr.
Andererseits denke ich auch, daß es eine gute Inspiration für ein Nachtkrabb-Stück wäre ... ich gebe die Idee noch nicht auf.


Gibt es irgendwelche regionalen Gruselgeschichten, wo ihr lebt?