Samstag, 28. Februar 2026

Meine Februar-Bücher

Dies ist ein Überblick der Bücher, die ich in einem Monat fertiggelesen habe (nicht unbedingt im selben Monat angefangen) und die ich den Katzen vorgelesen habe (mit 😸 markiert).
Ich werde jeweils eine kurze Erklärung hinzufügen, warum ich ein Buch ausgewählt oder wie ich es gefunden habe und vielleicht auch, ob es ein Kandidat zum Wiederlesen ist, aber ich werde keine richtigen Rezensionen oder Bewertungen abgeben (die Katzen weigern sich ebenfalls zu bewerten 😉). Solltet ihr aber etwas mehr Info zu einem Buch haben wollen, an dem ihr interessiert seid, laßt es mich einfach wissen.
Das war nicht mein bester Lesemonat. Wenige Höhepunkte.

"Death on the Oxford Road" von E. C. R. Lorac, Erstveröffentlichung 1933
(Robert Macdonald 4)


Mitten in der Nacht kommen Chefinspektor Robert Macdonald und sein Freund, der Journalist Peter Vernon, zufällig zu einem Autounfall auf der Oxford Road. Nur daß es kein Unfall war ...

Jemand empfahl E. C. R. Lorac (eines der Pseudonyme von Edith Caroline Rivett) und ihre Bücher aus dem Golden Age of Crime in einem Kommentar zum Blogpost einer Freundin, in dem sie Allingham und Marsh erwähnt hatte. Mehr vintage Krimis für mich, was nett ist, da mir bald die Marsh-Bücher ausgehen.

"Grimsdyke" von Walter Unsworth, Erstveröffentlichung 1974 😸


England, frühes 19. Jahrhundert.
Nach dem Tod seines Vaters erhält der 15jährige Kit Standish eine Einladung nach Grimsdyke von seinem Onkel Gideon, von dem er nur weiß, daß er mit seinem Vater zerstritten war.
Es dauert nicht lange, bis Kit klar wird, daß sein Onkel ihn umbringen will, aber warum? Er flieht von Grimsdyke, um es herauszufinden, glücklicherweise lernt er neue Freunde kennen, die ihm helfen.

Als ich auf The Internet Archive nach einem anderen Buch suchte, konnte ich es trotz einer langen Ergebnisliste nicht finden, fand aber, daß stattdessen dieser Titel und der Umschlag interessant aussahen.
Ich wurde nicht enttäuscht. Unsworth schrieb Bücher über das Bergsteigen, aber auch historische Romane für junge Leute vor dem Hintergrund der Industriellen Revolution, mit dem Ziel, "der Zeit den Glanz zu nehmen". Das hat er hiermit definitiv getan und es gab die ein oder andere Szene, ohne ich die ich ausgekommen wäre (mit Tieren zum Beispiel), aber es war trotzdem eine wirklich gute Lektüre.
Ich liebe Zufallsfunde wie diesen.
(Eigentlich sollte das Buch nur eine halbe Katze haben, weil ich es nur dem Dekan vorgelesen habe, die Lady war nicht an der Industriellen Revolution interessiert, schätze ich mal).

"Die Lockett-Kinder" = "August Adventure" von M. E. Atkinson (Mary E. Atkinson in den deutschen Übersetzungen), Erstveröffentlichung 1936


Drei Geschwister, deren Eltern in Indien leben, haben eine Einladung für die Ferien von einer ihnen noch unbekannten Tante.
Als sie aber zum Haus der Tante kommen, ist diese nicht da und die Locketts machen sich mit zwei neuen Freunden auf die Suche nach ihr.

Das Buch ist einer meiner Kindheitsfavoriten, ich habe es für einen zukünftigen Blogpost zum x-ten Mal gelesen.

"Remarkably Bright Creatures" = "Das Glück hat acht Arme" von Shelby Van Pelt, Erstveröffentlichung 2022


Die verwitwete Tova putzt im örtlichen Aquarium. Eines Nachts macht sie die Bekanntschaft des Pazifischen Riesenkraken Marcellus und eine Freundschaft wächst, die dabei hilft, Familie zu vereinen.

Ich bekam die Empfehlung von Kyms Blog "Just A Second", und obwohl ich keine Ahnung hatte, was mich mit dem Buch genau erwartet, habe ich es absolut geliebt.

"Cats' A. B. C." von Beverley Nichols, Erstveröffentlichung 😸


Ein Katzenliebhaber erzählt Fakten und Anekdoten über Katzen, nach Buchstaben sortiert - A für "amusements" (Unterhaltung), F für "fur" (Pelz), Y für "yawn" (Gähnen) und so weiter.

Ich hatte vorher noch nie etwas von Nichols gelesen, ja, kannte ihn nicht mal. Es war einfach einer von meinen Zufallsfunden.
Keine Ahnung, wie seine anderen Bücher sind, aber während ich viele seiner Katzengeschichten mochte, packte er meiner Meinung nach zu viele Urteile über andere dazu, und außerdem mißfielen mir die Sticheleien gegen Frauen. Es war jedoch ein kurzes Buch und hatte nette Illustrationen.
Es gibt auch noch ein Buch, das
 "Cats' X. Y. Z." heißt, aber ich glaube nicht, daß ich das lesen werde. Wir werden stattdessen noch eine Abenteuergeschichte ausprobieren 🙂

"The Book Club for Troublesome Women" von Marie Bostwick, Erstveröffentlichung 2025


Die Vorstadt in den frühen 60ern. Vier Frauen gründen einen Buchclub und lesen "Der Weiblichkeitswahn" der feministischen Autorin und Aktivistin Betty Friedan, was zuerst ihren Blick auf ihr Leben und später ihr Leben auf unerwartete Weise verändert.

Ich habe das Buch als Neueintrag auf OverDrive gefunden.

"The Lost Apothecary" = "Die versteckte Apotheke" von Sarah Penner, Erstveröffentlichung 2021


Nachdem sie herausgefunden hat, daß ihr Mann sie betrogen hat, macht Caroline die Reise nach London anläßlich des Hochzeitstags allein.
Hier schließt sie sich einer Mudlarking-Tour (Schlammgräber) an und findet im Themseschlamm eine leere Phiole. Der eingravierte Bär führt sie auf die Suche nach einer vergessenen Apotheke und Serienmorden im späten 18. Jahrhundert.

Ich habe das Buch auf einem Blog erwähnt gefunden, meine ich, und die Kurzbeschreibung hörte sich interessant an. Wir haben zwei Zeitebenen für die Apothekerin Nella und ihre junge Freundin Eliza und für Caroline (und ihren Mann).
Das Buch war schnell zu lesen. Tatsächlich ungefähr so schnell wie Caroline das mehr als zwei Jahrhunderte alte Geheimnis von Nella und Eliza aufdeckt und dann weiter nach Cambridge zieht, um dort innerhalb von neun Monaten eine Abschlußarbeit über Nella zu schreiben.
Eliza behält sie als ihr persönliches Geheimnis für sich, obwohl die Wahrheit "meine Abschlußarbeit sehr wahrscheinlich auf die Titelseite von wissenschaftlichen Zeitschriften bringen konnte, aber ich wollte den Ruhm nicht" ... das soll ja wohl ein Scherz sein?
Als Bibliothekarin an einer Universität war der "Forschungs"teil für mich nicht nachvollziehbar (wenn's dann mal so einfach wäre) und das ist noch nett ausgedrückt. Das war aber nicht das einzige Problem des Buchs.
Im Moment denke ich nicht, daß ich noch eins der anderen Bücher der Autorin ausprobieren möchte.


"Finchen" von Lisa-Marie Blum, Erstveröffentlichung 1960


Finchen ist eine lebendige Puppe, die Gabriele gehört hat und nun bei deren Enkelin Ina lebt. Sie hat eine Menge Geschichten zu erzählen und da gibt es auch noch etwas, was sie tun muß ...

Das Buch habe ich für einen zukünftigen Post nochmal gelesen.

"Martin Crusoe" von Thomas Charles Bridges, Erstveröffentlichung als Buch 1920 (davor als Reihe zwischen März und Oktober 1919 in "The Children's Newspaper") 😸


Der Abenteuerroman über eine verlorene Zivilisation beginnt mit dem 17jährigen Martin, der mehrere drahtlose Nachrichten von einer Insel mit der Bitte um Hilfe erhält. 
Nach dem Tod seines Vaters fliegt er mit seinem Flugzeug dorthin - in ein großes Abenteuer (Fliegen ist nicht seine einzige Fähigkeit 😜).

Das ist einer meiner Zufallsfunde auf The Internet Archive. Kinder müssen das geliebt habe. Wir haben die Abkömmlinge von Atlantis-Überlebenden, wir haben "Monster", wir haben Verrat, Revolution und Kämpfe, wir haben Gold und einen Vulkan, Erdbeben und noch mehr.
Ich denke, Ray Harryhausen hätte einen Heidenspaß damit haben können.

"The Blue Castle" = "Das Schloß in den Wolken" von Lucy Maud Montgomery, Erstveröffentlichung 1926


Valancy ist 29 und unverheiratet, was sie ihre strenge Familie nie vergessen läßt. Als ihr ein Arzt sagt, daß sie nicht mehr lang zu leben hat, befreit sie sich von allem, was sie zurückgehalten hat, fest entschlossen, den kurzen Rest ihres Lebens zu genießen - und vielleicht Liebe zu finden.


Das war eine gemeinsame Lektüre mit Lisa von Boondock Ramblings.

"The Impersonator" von Mary Miley, Erstveröffentlichung 2013
(Roaring Twenties Mystery 1)



Leah, eine junge Variété-Schauspielerin, wird von Oliver Beckett angeheuert, um sich als seine Nichte auszugeben. Jessie, die genau wie Leah aussah, wird seit sieben Jahren vermißt, und Oliver möchte sich ihr Erbe sichern, bevor sie für tot erklärt wird.
Es steckt jedoch mehr dahinter, als Leah erwartet hat.

Ich habe auf Fritzi Kramers Stummfilmblog von einem von Mileys Büchern gelesen und habe mit dem ersten in der Reihe angefangen. Tatsächlich hätte ich lieber mehr über das Variété gelesen als über den Kriminalfall, aber es war gut genug, um auch das zweite lesen zu wollen, das in der Stummfilmindustrie spielt.
(Und nein, ich habe "Der Erbe von Latchetts", das Miley als Inspiration angegeben hat, nicht gelesen, also haben mich die Ähnlichkeiten (noch?) nicht geärgert.)

"Death by Petticoat: American History Myths Debunked" von Mary Miley Theobald, Erstveröffentlichung 2012


Das Büchlein führt 63 Mythen der amerikanischen Geschichte auf, die "in Museen und historischen Stätten in ganz Amerika wiederholt werden".

Die meisten davon hatte ich nie gehört, aber natürlich bin ich auch keine Amerikanerin.
Es war eine sehr schnelle Lektüre, was nicht verwunderlich ist, da jeder Mythos nur bis zu einer Seite erhält, manchmal sogar nur ein paar Sätze, wobei das den Mythos selber mit einschließt. Es gibt keinerlei Quellen, nur eine Liste von Leute in der Danksagung. Ich würde es nicht empfehlen.

"Lebensbilder aus Göppingens Vergangenheit : Gräber im Oberhofenfriedhof" von Peter Herwig, Erstveröffentlichung als Buch 2001


Meine Stadt hat zwei Friedhöfe, die wir den "Alten Friedhof" und den "Neuen Friedhof" nennen (obwohl der neue über 120 Jahre alt ist und offiziell Hauptfriedhof heißt).
Dieses Büchlein war ursprünglich eine Reihe in unserer Zeitung - "Gräber erzählen" - und wurde als Buch veröffentlicht, um die Verkaufserlöse dem Verein zur Erhaltung der Oberhofenkirche (die das zweitälteste Gebäude der Stadt ist) zukommen zu lassen.

Ich bin an der Geschichte meiner Stadt interessiert und diese Lebensgeschichten sind ein sehr interessanter Teil davon.


DNF:

"Cold Feet" von Brenda Novak, Erstveröffentlichung 2004


War Madisons Vater der "Sandpoint Strangler"? Als es ein weiteres Opfer gibt, hat der ehemalige Detective Caleb, der inzwischen True Crime-Bücher schreibt, den Verdacht, daß Madison mehr weiß als sie sagt.
Was er nicht erwartet hatte war, sich in sie zu verlieben.

Ein Zufallsfund auf OverDrive. Ich habe nicht mal die Hälfte geschafft, dann verlor ich Interesse wegen der Liebesgeschichte, sprang zum Ende und war froh, daß ich es getan und mir Zeit gespart hatte.

"The Case of the Christie Conspiracy" von Kelly Oliver, Erstveröffentlichung 2025


Wer hat Neville Lively getötet und warum? War es Agatha Christie, die er aus dem Detection Club ausgeschlossen haben wollte? Und warum ist Christie verschwunden?

Ich gestehe, daß mich das Cover angezogen hat. Ich dachte, das könnte Spaß machen, aber dann bemerkte ich nach einer Weile, wie ich immer nur ein paar Seiten las und mich dann etwas anderem zuwandte, bis ich das Buch buchstäblich bei etwa der Hälfte mitten in einem Satz beendete, weil mir die Hauptfigur so schrecklich auf die Nerven ging.

Freitag, 27. Februar 2026

Weekend Traffic Jam Reboot - Woche 145

Willkommen beim Weekend Traffic Jam Reboot!
Meine Posts für den Linkup gehen freitags um 3.30 morgens live (das ist dem Zeitunterschied zu den USA geschuldet).



Mir macht die Dunkelheit des Winters nichts aus, hat sie noch nie, aber trotzdem wäre ich dann jetzt bereit für den Frühling. Diesen bestimmten Duft in der Luft und draußen keine Jacke tragen müssen.
Aber wartet, was ist das ...


Seid ihr für den Frühling und für das Wochenende bereit?

Als Teil des Reboots werden wir jede Woche einen anderen Blog vorstellen.
Wie wäre es, wenn ihr vorbeischaut und hallo sagt? Sagt ihnen, daß wir euch geschickt haben.



Diese Woche fällt unser Spotlight auf Becoming HIS Tapestry.


Brenda von Becoming HIS Tapestry schreibt: Hi, mein Name ist Brenda. An erster Stelle bin ich Christin, die Ehefrau einew wunderbaren, unglaublichen Mannes. Eine Mutter für zwei schöne Mädchen, die zu Hause unterrichtet wurden, eine Tochter, eine Schwester und eine Freundin und eine Lehrerin. ... Hier sind ein paar dieser Fäden, meine Liebe für den Herrn, meine Liebe für meine Familie, meine Liebe zum Hausunterricht (ich verbringe gern Zeit mit meinen Mädchen), meine Liebe zu...pssssst...Mode, Schönheit und Einkaufen."



Marsha von Marsha in the Middle hat 2021 als Training mit dem Bloggen angefangen, um ihre Neuroplastizität zu erhöhen. Ach, wem machen wir was vor? Marsha hat mit dem Bloggen angefangen, weil sie Kleidung liebt, und sie redet oder in diesem Fall schreibt einfach gern!

Melynda von Scratch Made Food! & DIY Homemade Household - Der Name sagt schon alles, wir haben uns im Osten von Texas angesiedelt, wobei sich drei Generationen das Land teilen. Ich koche und backe alles selber, wenn ich nicht gerade gärtnere oder den Hühnern nachlaufe, und stricke!

Lisa von Boondock Ramblings erzählt von den Büchern, die sie schreibt und liest, ihrem Glauben, Home-Schooling, Fotografie und mehr.

Cat von
 Cat's Wire hat, was sie ein Springspinnengehirn nennt. Sie hat viele Interessen und bloggt über das, was immer gerade ihre Aufmerksamkeit erregt - Handarbeiten, Bücher, alte Filme, Sammelwertes oder "einfach nur so".

Rena von Fine Whatever Blog schreibt über Stil, Leben im mittleren Alter und die "gut, was auch immer" Momente, die dem Leben Sinn und Spaß geben. Seit 2015 feiert sie Kreativität, Selbstvertrauen und die Freude am Alltag.


Hier ist meine Auswahl von ein paar Posts aus dem Linkup der letzten Woche (englisch/holländisch).


Ann hat ein neues eingebautes Bücherregal bekommen und zeigt uns den Prozeß.

Wir haben alle unsere Lieblings-Küchengeräte, oder? Schauen wir uns die von Amy an!

An was erinnert ihr euch über Leute? Lisas Cousin überraschte sie mit seiner Antwort.


Mögt ihr Nüsse? Nancy hat interessante Informationen dazu!


Manchmal ist Saskia eifersüchtig auf Instagram-Morning-Mamaroutinen. Ihre ist etwas anders.



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Donnerstag, 26. Februar 2026

Stummfilme - Oh, Doctor!

"Ein Hy-po-chon-der ist ein Mann, der weiß, daß er geboren wurde, um zu sterben — und sein ganzes Leben damit verbringt, darin gut zu werden."
Willkommen zu "Oh, Doctor!" von 1925 mit Reginald Denny (der so wunderbar in "Skinner's Dress Suit" getanzt hat) und Mary Astor.


Hier die Handlung (diesmal wieder mit Spoilern).

Der kleine Rufus Billop hatte keine leichte Ankunft auf dieser Welt und es wurde nicht erwartet, daß er überlebt. Das tat er jedoch, aber mit einem Thermometer im Mund und vor allem Gefährlichen beschützt.
Die Folge war, daß er ein Hypochonder wurde. Ein Doktor schlägt einen Sanatoriumsaufenthalt vor, aber Rufus hat das Geld nicht - noch nicht. Der Arzt schlägt vor, er solle die 750000 $ beleihen, die er in drei Jahren erben wird, aber Rufus ist überzeugt, daß niemand verrückt genug sein wird, das Risiko einzugehen, da das Geld an wohltätige Zwecke geht, falls er vorher stirbt.
Der Arzt findet drei Geschäftsleute, die anbieten, Rufus jetzt 100000 $ zu geben und sie bekommen dann in drei Jahren die volle Erbschaft. Was für ein Schnäppchen!


Natürlich lassen sie Rufus vorher von mehreren Ärzten durchchecken, und als sie herausfinden, daß "Totenwache-Mary" die erste Krankenschwester des "Patienten" ist, ergreifen sie sofort Maßnahmen und stellen stattdessen eine hübsche Krankenschwester - Dolores Hicks - ein, um ihn aufleben zu lassen.


Für Rufus ist es Liebe auf den ersten Blick, und als er das Dienstmädchen fragt, was Frauen mögen, und sie ihn wissen läßt, daß sie einen Mann mögen, der "vor gar nichts nicht Angst hat", beschließt er, ein solcher zu werden.
Er nimmt an einem Autorennen teil und geht lebend aber nicht unversehrt daraus hervor, er hat einen Motorradunfall und hat noch viel mehr geplant, vom Fliegen bis zum Tiefseetauchen.
Ihr könnt euch vorstellen, was seine Stunts bei den drei Kredithaien auslösen!


Sie sind allerdings nicht die einzigen, die beunruhigt sind. Miss Hicks entwickelt mehr als krankenschwesterliche Gefühle für Rufus und sie möchte nicht nur, daß er mit seinen waghalsigen Unternehmungen aufhört, sondern will auch verhindert, daß Cinch, McIntosh und Peck ihm sein ganzes Geld wegnehmen.
Als ihr Rufus also erklärt, daß er keine Angst mehr haben will, verspricht sie, ihn zu unterstützen, sogar bei seinem Plan, den Flaggenmast auf einem Gebäude anzustreichen.


Ihr Plan ist, die drei Geldverleiher, die ihr Investment in Gefahr sehen, so sehr zu schockieren, daß sie ein Dokument unterschreiben, das ein Anwalt für Dolores aufgesetzt hat und das die Erbschaft an Rufus zurückgibt.


Der Plan funktioniert, aber erst als Dolores droht, Rufus nicht zu heiraten, wenn er nicht sofort herunterkommt.



Der Film basiert auf dem Buch "Oh, Doctor" von 1923 von Harry Leon Wilson.
Was ihn für mich zu einer so charmanten Komödie macht ist, daß er witzig ist, aber nicht zu übertrieben.

Reginald Denny porträtiert Rufus als schüchtern und kindlich, aber nicht nervig weinerlich, und obwohl ich es nicht so mit Draufgängern habe, hat es Spaß gemacht, ihm dabei zuzusehen, wie er sich von seinen Ängsten befreit.
Dank der Brille und dem Stunt mit dem Flaggenmast bekommt man deutliche Harold Lloyd-Vibes, aber es fühlte sich nie wie eine Imitation an.


Mary Astor (die zu der Zeit erst 18 war, hättet ihr das gedacht?) macht aus Dolores eine Figur, mit der man sich identifizieren kann. Dr. Seaver sagt ihr, daß Rufus Hypochonder ist, daher ist sie amüsiert, als sie ihn kennenlernt - ich konnte sie beinahe hören, wie sie tsts machte - aber dann feststellt, daß da noch mehr ist, und sich schließlich in ihn verliebt.
Ich mag es mir vorzustellen, daß sie Rufes auf dieselbe kluge und ruhige Art durchs Leben führen würde, in der sie auch im Film alles in Ordnung bringt.
Ich liebe auch das Lächeln auf ihrem Gesicht, wenn sie ihm sagt, er soll von dem Mast herunterkommen. (Außerdem - findet ihr nicht auch ihre Wasserwelle und die Cloche toll? Ich schon und ich hätte damit ja so albern ausgesehen, seufz.)

Natürlich haben wir auch noch die Nebendarsteller. Ich kenne sie (noch) nicht, aber es scheint, es waren alles bekannte Charakterdarsteller.
Cinch, McIntosh und Peck waren ein großartiges Trio. Ich mußte bei ihnen an Ebenezer Scrooge denken, nur witziger, zum Beispiel mit ihren individuellen nervösen Ticks.
Ich mochte auch Tante Beulah, und die Szene, in der sie eine Masseuse heranschafft, nachdem Rufus um einen Arzt gebeten hat, ist zum Schießen.
Das tanzende Dienstmädchen war großartig.
Es gibt nur ein Problem, das wir bei Filmen aus dieser Zeit scheinbar nicht vermeiden können, wir haben eine - glücklicherweise kurze - Szene mit einem asiatischen Bediensteten und peinlichen Zwischentiteln. Ich weiß nicht, ob er auch im Buch vorkommt, aber im Film hätten wir ihn nicht gebraucht.

Trotzdem definitiv eine Empfehlung von mir!



Wie viele der anderen Stummfilme, die ich bisher angeschaut habe, habe ich diesen auf Fritzi Kramers Blog gefunden, danke!
Fritzi Kramer: Oh, Doctor! (1925) - A Silent Film Review. Auf: Movies Silently, 7. Mai 2013

Montag, 23. Februar 2026

Aus meinem Kinderbuchschrank - Die Lockett-Kinder

Ich habe schon von der Stadtbücherei meiner Kindheit erzählt, der, die in ein Wohnhaus umgewandelt wurde, als die Bücherei - dann Bibliothek genannt - 1981 in das "Adelberger Kornhaus" zog. Um fair zu sein war das alte Gebäude ein Wohnhaus, bevor es eine Bücherei beherbergte, zunächst die amerikanische Bücherei nach dem 2. Weltkrieg, die dann mit der stadteigenen Bücherei zusammengelegt wurde.
Ich bin mir sicher, daß die Bibliothekar*innen den Komfort des neuen (naja, eigentlich alten, da das Kornhaus eines der wenigen in der Stadt noch existierenden Gebäude aus dem Mittelalter ist, das für die Bibliothek restauriert wurde) Gebäudes zu schätzen wußten.


Ich weiß, daß ich das als Bibliothekarin würde, aber natürlich habe ich die Bücherei, mit der ich aufgewachsen bin und die sozusagen das Fundament für meine Lesegewohnheiten war (wie auch meine Familie), nicht vergessen.
Das Gefühl, dort hineinzugehen und nicht nur nach neuen Büchern zu suchen, sondern auch immer wieder zu den Wohlfühlbüchern meiner Kindheit zurückzukehren, wie ein Magnet zu bestimmten Regalen hingezogen, ist mir immer noch im Gedächtnis.
Was uns zu dem Buch bringt, das ich heute aus meinem Schrank ausgewählt habe - "Die Lockett-Kinder" von M. E. Atkinson (nur auf den deutschen Übersetzung steht der Name "Mary E."), das 1954 herauskam und dessen Original "August Adventure" von 1936 ist.
Es ist das erste einer Reihe von vierzehn Büchern, die von den drei Lockett-Kindern und ihren Freunden handeln. Ich meine, meine Bücherei hatte alle sechs, von denen ich weiß, daß sie ins Deutsche übersetzt worden sind. Sie sind jetzt Sammlerstücke, daher freue ich mich, daß ich fünf davon schon besitze und auch ein paar englische! Statt mir aber das letzte deutsche zu kaufen, habe ich die fünf Bücher, die mir noch fehlen, auf Englisch bestellt, was mich nur in etwa doppelt soviel kostete wie das eine Buch.


Die Lockett-Kinder sind Oliver (12), Jane (13) und Bill (10). Ihre Eltern leben in Indien. Jane wohnt bei einer Tante und einem Onkel, während ihre Brüder auf ein Internat gehen und nur in den Ferien heimkommen. Zum Glück gibt es mehrere Tanten, die sich damit abwechseln, die drei während der Ferien aufzunehmen.

In diesem Buch gehen jedoch alle Tanten zur selben Zeit auf Reisen, also werden sie für die Sommerferien von ihrer Tante Lavinia eingeladen, die sie bisher noch nicht einmal kennen. Sie ist Malerin und ein Freigeist, der manchmal einfach in ihrem bunt angemalten Pferdewagen loszieht, um durch die Lande zu fahren.

Als die Kinder aber bei ihrem Haus ankommen, ist Lavinia nicht da. Stattdessen finden sie einen fremden Mann vor, der ihnen erklärt, daß Lavinia auf Reisen gegangen ist und nicht so bald wieder da sein wird. Ein Anhänger, der auf dem Tisch liegt, erwähnt eine Stadt.
Wir wissen alle, was die Kinder jetzt tun müssen, richtig? Natürlich müssen sie den Pferdewagen nehmen und zu dieser Stadt fahren. Sie schicken Lavinia allerdings ein Telegramm, von dem sie hoffen, daß es an die aktuelle Adresse, die sie nicht kennen und die ihnen der Postbeamte nicht geben will, weitergeleitet werden wird, aber sie können ja nicht in einem Haus mit einem fremden Mann darin warten, der ihnen erzählt - nicht sehr überzeugend - daß er das Haus für die zehn Tage oder so gemietet hat.

Um die Angelegenheit noch etwas komplizierter zu machen - tatsächlich aber besser, wie sie bald herausfinden - steht ein Mädchen vor der Tür und sagt, sie sei zu Lavinia geschickt worden, weil ihre Großmutter krank ist, und ihr fünfjähriger Bruder Robin würde auch noch dazustoßen.
Zum Glück hat Anna Erfahrung mit Pferden und weiß, wie man mit Pegasus umgeht, und Robin ist viel reifer, als die Locketts es erwartet haben.
Auf geht's und das Abenteuer kann beginnen und ein Abenteuer ist es wahrhaftig. Sie gehen buchstäblich durch Feuer und Wasser, retten einen Hund, verbringen eine Nacht in einem Spukhaus, spielen Kricket, ihnen wird Geld gestohlen und vieles mehr. Noch wichtiger ist, daß sie neue Freundschaften schließen, aber auch ein paar Feinde haben, aber natürlich bekommen wir ein glückliches Ende.

Ah, die Zeiten, in denen Kinder noch Hunderte von Kilometern allein reisen konnten!
Zugegeben, ein Dorfmetzger bezweifelt, daß das eine gute Idee ist, aber nachdem sie dieses Dorf verlassen, kommen sie um noch mehr ungefragte Meinungen von Erwachsenen herum - im Ernst, wie können sie es wagen? - indem sie Annas lange Zöpfe hochstecken, damit sie älter aussieht, da sie die größte von ihnen ist. Erstaunlich, wie leicht man Erwachsene täuschen kann, vor allem wenn man bedenkt, daß Anna tatsächlich ein paar Monate jünger als Jane ist.

Ich habe die Bücher so geliebt und ich war so eifersüchtig, daß 
diese Kinder, das Leben der Freien leben durfte, obwohl ich in Wirklichkeit wußte, daß ich mein Bett schon in der ersten Nacht bitterlich vermißt hätte. Das ist das Schöne an Bücher, man kann sich Dinge einbilden und träumen.
Vielleicht war ich auch neidisch darauf, daß sie so praktisch und geschickt waren. Sie kochten, sie wußten, wie man telegraphiert und einen Pferdewagen lenkt und sie schienen nie viel Angst zu haben ... ein bißchen, aber nicht genug, um sie davon abzuhalten, weiterzumachen und immer einen Weg zu finden, mit den Umständen fertigzuwerden.
Ich hätte es wahrscheinlich schwer gehabt, es ins nächste Dorf zu schaffen.

Übrigens, falls ihr letztes Jahr meinen Post über Enid Blyton und "Domestication", "Foreignization" und "continuation books" gelesen habt, fragt ihr euch vielleicht, wie das mit den deutschen Übersetzungen aussieht.
Natürlich kann ich keinen direkten Vergleich ziehen, da ich die Bücher nur entweder auf Deutsch oder auf Englisch habe, aber ich schätze aufgrund dessen, was ich gelesen habe, daß nicht viel verändert wurde, außer daß bei einem Hausnamen statt "Manor" das deutsche "Herrenhaus" benutzt wurde.
Es gibt auch Fußnoten, eine, die englische Internate erklärt, die anderen, recht ausführlich, erklären Kricket. Es wäre einfach gewesen, den deutschen Text zu ändern, indem man zum Beispiel statt Kricket einen anderen Sport gewählt hätte. Das deutet eher auf Foreignization als auf Domestication hin.


Es ist wirklich schade, daß es fast keine Illustrationen gibt. Die englischen Originale waren wunderschön von Harold Jones illustriert.
Das Umschlagbild des deutschen Buchs ist keine Illustration von Jones, aber ich kann euch nicht sagen, wer es gemalt hat, denn eine Namennennung fehlt im Buch.
Darin findet man nur eine Karte, die die Reise der Locketts zeigt. Das Original war ebenfalls von Jones, aber nicht diese hier. Man kann erkennen, daß sie vom Original inspiriert wurde, aber sie ist nicht so elegant. Einen Namen gibt es auch hierzu nicht.
Ich habe in einem Onlineantiquariat ein Exemplar des Buchs gefunden, für das die Namen Mary E. Atkinson und Susanne Ehmcke aufgeführt wurden. Ehmcke war zwar eine deutsche Kinderbuchautorin und -illustratorin, aber dieser Eintrag ist der einzige, wo ich den Namen überhaupt im Zusammenhang mit den Lockett-Kindern gefunden habe, also habe ich meine Zweifel, ob sie es wirklich war.


Wenn ich heute an die alte Bücherei denke, zum Beispiel, wenn ich an dem Gebäude vorbeikomme, ist das erste, was mir in den Sinn kommt, immer, wie ich auf das Regal für A zugehe und nach den Locketts schaue und oft enttäuscht werde. Die Bücher waren damals beliebt und oft ausgeliehen, nun, und ich schätze mal, irgendwann wurden sie dann ausgesondert, als das Interesse nachließ oder die Bücher zu kaputt waren.

Ich freue mich schon auf die, die unterwegs sind, um meine kleine Sammlung zu vervollständigen.
Sagt mal noch nicht tschüß zu den Locketts, denn die Chancen stehen gut, daß sie wieder hier auf dem Blog auftauchen (besonders mit meinem Lieblingsbuch!).


Weitere Lektüre (inklusive Bildern von Harold Jones' Illustrationen, englischsprachig):

1. **: August Adventure. Auf: The Silver Locket, 29. August 2021
2. **: August Adventure. Auf: The Silver Locket, 18. August 2024
3. Todd Klein: Rereading: AUGUST ADVENTURE by M. E. Atkinson. Auf: Todd's Blog, 28. März 2024

Freitag, 20. Februar 2026

Weekend Traffic Jam Reboot - Woche 144

Willkommen beim Weekend Traffic Jam Reboot!
Meine Posts für den Linkup gehen freitags um 3.30 morgens live (das ist dem Zeitunterschied zu den USA geschuldet).



Irgendwie mußte ich heute an Wilhelm Busch denken und zwar an eines meiner Lieblingszitate von ihm.


Echt wahr, findet ihr nicht? Könnt ihr glauben, daß Februar jetzt auch schon fast um ist?

Seid ihr denn alle für das Wochenende bereit?


Als Teil des Reboots werden wir jede Woche einen anderen Blog vorstellen.
Wie wäre es, wenn ihr vorbeischaut und hallo sagt? Sagt ihnen, daß wir euch geschickt haben.



Diese Woche fällt unser Spotlight auf Reviews From the Stacks.


Jana von Reviews From the Stacks schreibt: "Hallo ihr! Ich bin Jana, und Review From the Stacks ist mein Blog. Ich habe 2018 mit Review From the Stacks angefangen, um Rezensionen zu qualitativ hochwertigen Büchern zu teilen, vor allem weniger bekannten und möglicherweise unabhängig veröffentlichten, und um einen Ort zu schaffen, an dem alles, was mit Büchern zu tun hat, diskutiert werden kann. Ich arbeite in einer Bibliothek und habe einen Abschluß als Bachelor of Arts und einen Master in Bibliotheks- und Informationswissenschaften, also scheint mir die Liebe zu Büchern überall dahin zu folgen, wohin ich gehe!"



Marsha von Marsha in the Middle hat 2021 als Training mit dem Bloggen angefangen, um ihre Neuroplastizität zu erhöhen. Ach, wem machen wir was vor? Marsha hat mit dem Bloggen angefangen, weil sie Kleidung liebt, und sie redet oder in diesem Fall schreibt einfach gern!

Melynda von Scratch Made Food! & DIY Homemade Household - Der Name sagt schon alles, wir haben uns im Osten von Texas angesiedelt, wobei sich drei Generationen das Land teilen. Ich koche und backe alles selber, wenn ich nicht gerade gärtnere oder den Hühnern nachlaufe, und stricke!

Lisa von Boondock Ramblings erzählt von den Büchern, die sie schreibt und liest, ihrem Glauben, Home-Schooling, Fotografie und mehr.

Cat von
 Cat's Wire hat, was sie ein Springspinnengehirn nennt. Sie hat viele Interessen und bloggt über das, was immer gerade ihre Aufmerksamkeit erregt - Handarbeiten, Bücher, alte Filme, Sammelwertes oder "einfach nur so".

Rena von Fine Whatever Blog schreibt über Stil, Leben im mittleren Alter und die "gut, was auch immer" Momente, die dem Leben Sinn und Spaß geben. Seit 2015 feiert sie Kreativität, Selbstvertrauen und die Freude am Alltag.


Hier ist meine Auswahl von ein paar Posts aus dem Linkup der letzten Woche (englischsprachig).


Braucht ihr eine schnelle Medaille? Laura und Laurie hätten da was für euch, nicht nur für die Olympiade!

Führt ihr ein Buchjournal? Erin gewährt uns einen Blick auf ihrs.


Lest zusammen mit Lisa "The Blue Castle". Hier ist die Einführung.


Lydia spricht über Spiegel.



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Donnerstag, 19. Februar 2026

Stummfilme - Das Rätsel der Fledermaus

Der heutige Film ist 100 Jahre alt! Ich werde nie aufhören, darüber zu staunen, daß diese Filme nicht nur überhaupt noch existieren, sondern daß manche davon als verschollen galten - wie dieser hier - und dann taucht auf einmal doch irgendwo ein Abzug auf. Durchsucht eure Dachböden, Leute! 😉
Ich biete euch hiermit "Das Rätsel der Fledermaus" von 1926 an.

Zuerst bekommt ihr die Handlung, aber es wird anders sein, als ich es sonst mache.
Einmal wird es zwar Spoiler geben, aber nicht den Hauptspoiler für das Ende, denn "Könnt ihr ein Geheimnis bewahren? Enthüllt nicht die Identität der "Fledermaus". Zukünftige Zuschauer werden diesen Mysteryfilm voll genießen, wenn man sie sie selber herausfinden läßt." Das ist der erste Zwischentitel für den Film. Das Stück, auf dem er basiert, riet ebenfalls dazu, das Geheimnis nicht zu verraten. Na gut, wenn sie darauf bestehen.
Zweitens ist die Handlung etwas verwirrend. Es gibt mehrere Stockwerke im Haus, lange Treppen und eine Menge Türen, sichtbare und geheime. Also fange ich damit an, indem ich ein paar Charaktere aufzähle.


Wir haben:

Courtleigh Fleming - (verstorbener) Bankpräsident und ehemaliger Besitzer von Fleming Mansion
Richard Fleming - Courtleighs Neffe und Erbeheir
Dr. Wells - Courtleigh's Arzt
Cornelia Van Gorder - derzeitige Mieterin von Fleming Mansion
Lizzie Allen - Cornelias Mädchen (seit 20 Jahren)
Dale Ogden - Cornelias Nichte
Brooks Bailey - Bankkassierer, des Bankraubs verdächtigt
Detective Moletti - Detective Sergeant
Detective Anderson - Privatdetektiv, den Cornelia angeheuert hat
Billy - der (japanische, und ja, sie schaffen es, das peinlich zu machen) Butler
*** - ein unbekannter Verletzter
*** - ein Mann, der sein Gesicht versteckt
*** - Woll-Rindeneule (eine Motte)
*** - DIE FLEDERMAUS

Die Fledermaus ist ein Krimineller, der sich, ihr habt's erraten, als Fledermaus verkleidet. Er terrorisiert die Stadt und schreckt nicht mal vor Mord zurück. Er hat bereits die Favre-Smaragde gestohlen und ihren Besitzer Gideon Bell umgebracht. Nun möchte er die Oakland Bank ausrauben, aber ein Mann, der sein Gesicht hinter einem Schal verbirgt, ist ihm zuvorgekommen. Da Brooks, der Kassierer, verschwunden ist, ist er der Hauptverdächtige.


Nun kommen wir zur einsamen Fleming Mansion, die Cornelia Van Gorder auf der Suche nach Frieden und Ruhe gemietet hat. Was könnte mehr Bequemlichkeit bieten als ein Haus mit Wänden, Türen und Fenstern, die mindestens fünf Meter hoch sind?
Sie wohnt dort mit ihrem Mädchen Lizzie, das sehr nervös wegen der Fledermaus ist, und ihrer Nichte Dale, die einen neuen Gärtner vorstellt, der tatsächlich aber Brooks ist, der sich vor der Polizei versteckt. Zufällig ist Brooks außerdem Dales (bis jetzt noch geheimer) Verlobter.
Ihr müßt außerdem wissen, daß Dr. Wells und Richard Fleming sie alle aus unbekannten Gründen vergraulen wollen.



Jetzt besuchen eine Menge Leute Cornelia, Dr. Wells, Richard Fleming, Detective Moletti ... soviel zu Frieden und Ruhe.
Richard schnüffelt wegen eines Bauplans herum, läßt sich dann aber auf der Treppe erschießen. Dr. Wells versucht an den Plan zu kommen, Moletti verdächtigt Dale, Richard erschossen zu haben (den sie, wenn ich das richtig gesehen habe, den ganzen Film über auf der Treppe liegen lassen). Detective Anderson kommt dazu. Brooks sucht. Lichter gehen aus. Fenster werden ver- und entriegelt.
Jeder rennt jedem hinterher, es gibt versteckte Zimmer, versteckte Türen, verstecktes Geld ... ah, jetzt wissen wir es. Das Geld ist irgendwo im Haus versteckt und jeder sucht danach.

Und wenn sie nicht gestorben sind,
dann rennen sie noch heute?

Es sind auch eine Menge Pistolen im Umlauf, damit jeder die anderen mit einer bedrohen kann. Sie landen auf dem Boden, bleiben unbewacht auf Tischen liegen, und um ehrlich zu sein, es ist ein Wunder, daß nicht noch mehr Leute umgebracht werden - vergeßt nicht, daß das eine "Horrorkomödie" ist (nicht sehr viel Horror, würde ich sagen, selbst für ein Publikum von 1926, also trifft "Krimikomödie" es wahrscheinlich besser).
Und wer zum Geier ist der verletzte Man, der herein - und hinauskriecht und aus der Garage um Hilfe gerufen hat (die für den Extrakick später noch abgefackelt wird) und vorgibt, bewußtlos zu sein, ist es aber nicht? Sind wir nicht verwirrt genug?


Sind wir verwirrt? Wir sind verwirrt.
Ich bin es. So verwirrt.

Hören wir hier auf, da ich diesmal Schweigen gelobt habe. Es war nach einer Weile nicht besonders schwierig herauszufinden, aber ich werde nicht diejenige sein, die euch verrät, wer Die Fledermaus ist (und was für eine Schande, daß Wikipedia es ausplaudert).

Was kann ich sagen?
Es gibt nicht nur eine Menge Pistolen, sondern auch eine Menge Leute, zuviele Leute für meinen Geschmack. Brooks und Dale haben weder mich noch den Film weitergebracht, auch Detective Anderson nicht.
Ich finde, es hätte wirklich geholfen, ein paar der Charaktere und ein paar der Laufszenen herauszuschneiden.
Und trotzdem fand ich den Film seltsam unterhaltend, was definitiv Cornelia und Lizzie zuzuschreiben ist.

Cornelia ist in all diesem Wahnsinn der Fels in der Brandung.
Sie verliert bis zum Schluß nie die Ruhe, sie ist schlau und schlagfertig und sie ist das perfekte Gegenstück zu ...

Eine echte Strickerin läßt sich nicht 
durch eine kleine Fledermaus stören.

... ihrem Mädchen Lizzie, das auf die köstlichste Weise in Panik gerät, aber am Ende auch zusammen mit ihrer Herrin die Situation rettet.


Die zwei waren es wert, den Film anzuschauen. Es sieht aus, als hätten sie eine wundervolle Beziehung, schließlich stand Lizze Cornelia "durch Sozialismus, Theosophismus und Rheumatismus bei", selbst wenn sie beim "Spukismus" die Grenze zieht. Sie hätten ihre eigene Mysteryserie bekommen sollen - wie hört sich "Van Gorder & Allen" an? Ich meine, schaut die zwei doch nur an da auf dem Dach!


Kommen wir nun zur Fledermaus.
Habt ihr euch schon gefragt, ob ...? Ja, es stimmt. Nicht dieser Film, aber einer seiner Tonfilmnachfolger, "The Bat Whispers" vonn 1930 (ebenfalls unter Regie von Roland West), war eine der Inspirationen für Bob Kane bei der Schöpfung von Batman. Vielleicht könnt ihr diese Information ja beim nächsten Tablequiz gebrauchen.

Diese Maske ist Horror - zu tragen?

Das hier ist jedoch kein frühes Bat-Signal, sondern stellt sich als "Wollrinden-Eule" auf einem Scheinwerfer heraus. Da hätte ich drauf reinfallen können.


Es gab ein paar großartige Aufnahmen, die an deutschen Expressionismus erinnerten, aber es ist schade, daß sie nicht den ganzen Film tragen konnten.
Wie gesagt, ich fand ihn seltsam unterhaltend, denke aber, er hätte mehr sein können - oder tatsächlich weniger. Ihr wißt, was ich meine.

Ein sehr cooler Mantel. Zu schade, daß Gideon nicht 
mehr viel länger leben wird, um ihn zu tragen.


Weitere Lektüre:

1. Fritzi Kramer: The Bat (1926) - A Silent Movie Review. On: Movies Silently, March 18, 2015
2. Lea Stans: Thoughts On: "The Bat" (1926). On Silent-ology, October 7, 2021


Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.