Sonntag, 17. Mai 2026

Nostalgie - Frankenwolf und Freundschaft

Ich möchte euch ein bißchen von meinem Frankenwolf-Mädchen erzählen.
Frankenwolf verdankt ihre Existenz meiner Freundin Jenn und einem gemeinsamen Freund von uns. Besagter Freund - ebenfalls Sammler - hatte sie irgendwann darum gebeten, eine Steiff-Handpuppe und eine Steiff-Figur zu nehmen und in eine neue Kreation zu verwandeln.
Das inspirierte Jenn, dasselbe mit Frankenwolf zu machen.


Das mag sich nun recht gruselig für euch anhören, zwei Steifftiere zu köpfen und zusammenzunähen, aber das ist natürlich nur ein Teil der Geschichte.
Schauen wir uns Frankenwolfs Spender an.

Steiff hat eine lange Geschichte der Herstellung von Deutschen Schäferhunden, es gibt sie seit über 100 Jahren. Ihre Vorfahren jedoch hatten 
immer noch ein schlechtes Image, was wahrscheinlich der Grund dafür war, daß es bis 1956 dauerte, bevor sie in Steiffs Produktion auftauchten.
Der erste Wolf von Steiff war eine Handpuppe namens Loopy nach dem lateinischen "lupus" für Wolf. Das überrascht mich nicht, da es nicht nur nette, kuschelige Handpuppen gab, sondern es auch nützlich sein konnte, einen "Bösewicht" zu haben (wie unseren Teufel aus der Kindheit - kein Steiff - der mit seinem roten Kopf mein Liebling war). Loopy wurde von 1956 bis 1978 hergestellt. Er hat einen offenen Mund mit vier Fangzähnen und eine lange rote Filzzunge. Es war aber nicht ungewöhnlich, daß eine Zunge und/oder Zähne irgendwann während des Spielens verloren gingen.

Ich habe die Handpuppe rechts immer Oma Wolf genannt,
sie scheint ein sehr glücklicher Wolf zu sein.

Der Wolf blieb ein seltenes Tier in Steiffs Verkaufslinie. Es gibt zwei Größen eines stehenden Loopys - der kleinere hat einen geschlossenen, der größere einen offenen Mund - die nur ein Jahr lang 1964 gemacht wurden (einer meiner persönlichen Favoriten). Später tauchten Wölfe manchmal als Begleiter auf, zum Beispiel mit einer Rotkäppchen-Puppe oder einem Eisbär.
Die Handpuppe, die für Frankenwolf benutzt wurde, war in sehr schlechter Verfassung. Tatsächlich ist überraschend, daß sie noch alle Fangzähne hatte. Bevor auch der Kopf weggeworfen wurde, war das hier definitiv die bessere Wahl.

Der Körper kam von einer Micki-Figur, die ein anderes Problem hatte.
Zunächst ein (sehr kurzes) Wort über Mecki. Er ist ein Igel, der ursprünglich aus einem deutschen Puppenfilm stammte und das Maskottchen einer Fernsehzeitschrift wurde, wo er seinen eigenen Comic bekam. Meckis Frau heißt Micki, die Kinder Macki und Mucki. Der Charakter war immer recht beliebt gewesen (um ehrlich zu sein, ich selber war nie ein Fan), also sicherte sich Steiff die Lizenzrechte und stellte ab 1951 seine eigenen Versionen der gesamten Familie her.
Die frühen Versionen hatten ein kleines Problem. Die Köpfe waren aus Gummi gemacht, das dazu neigte auszutrocknen und sich zu zersetzen. Spätere Versionen waren aus einem anderen Material gemacht.

Bilder von NoName_13 über Pixabay

Nun, und Micki hatte dasselbe Problem, aber ihr Körper war noch ganz in Ordnung (auch wenn sie ihre Schürze verloren hatte und ihre Schuhe etwas abgenutzt sind).
Jenn nähte außerdem einen Schwanz und andere Arme an.

Frankenwolf ist aber mehr für mich als nur eine einzigartige Ergänzung meiner Sammlung.

Vor ein paar Jahren habe ich ein wenig davon erzählt, wie ich Jenn kennengelernt habe. Der Ex und ich waren das erste Mal in den USA und hatten die Möglichkeit, FAO Schwarz in San Francisco (der vor über 20 Jahren geschlossen wurde) zu besuchen. Steiff hat im Laufe der Jahre einige wundervolle und gefragte FAO Schwarz-Specials gemacht, von denen ihr welche hier in diesem Video sehen könnt. Wir waren wie Kinder im Süßigkeitenladen ... nein, halt, Spielzeugladen 😉

FAO Schwarz Manhattan, Bild von Rob Young
aus dem Vereinigten Königreich,
CC BY 2.0, via Wikimedia

Als wir uns (und unsere Brieftaschen auch so ein kleines bißchen) erschöpft hatten, fragten wir, ob es so etwas wie einen amerikanischen Steiff-Club gäbe oder irgendeinen Weg, mit anderen Sammlern in Kontakt zu treten. Darüber hatten sie keine Informationen, aber sie gaben uns Jenns Nummer (ich muß daran erinnern, daß Datenschutz damals noch kein so großes Ding war und in diesem Fall bin ich darüber sehr froh). Jenn hatte für sie früher Studio-Steifftiere - erstaunliche Plüschtiere in Lebensgröße - repariert.
Dann saßen wir in unserem Hotelzimmer und der Ex beschloß, daß ich Jenn anrufen mußte. Ich war so nervös. Wie erklärt man einer Fremden am besten, daß man ihre Nummer vom Spielzeugladen hat, weil man eine deutsche Steiff-Sammlerin ist? Ich hätte mir keine Sorgen machen müssen. Nach fünf Minuten bot sie an, uns überall herumzuführen. Ich sagte ihr, daß wir leider am nächsten Tag zurückflogen, das hätte das dann beenden können - tat es aber nicht.
Wir tauschten Adressen aus und fingen an, uns gegenseitig Briefe zu schreiben, dann wechselten wir von Briefen zu Telefongesprächen, was euch vielleicht zeigt, wie wichtig das für uns geworden war. Das war vor Handys und SMS, Mails oder Chats.

Im Jahr darauf reisten wir wieder in die USA und diesmal würden wir Jenn in San Francisco treffen und ich dann mit ihr nach Hause fahren, wohin der Ex dann nach dem Ende seiner Konferenz nachkommen würde. Da verliebte ich mich dann übrigens auch in White Dude, den Kater, den die vorherigen Bewohner in Jenns Haus zurückgelassen hatten und der mit uns nach Deutschland zurückging, weil ihre eigenen Katzen ihn nicht dort haben wollten, kleine Punks (ich liebte sie trotzdem).


Das war vor fast 35 Jahren.
Wir besuchten Jenn, sie besuchte uns, später dann nur mich. Wir haben eine Menge Geschichten und Erinnerungen, gute und nicht so gute, denn so ist das Leben eben.
Ich wünschte, wir hätten keine 9300 Luftmeilen zwischen uns liegen und könnten einfach miteinander abhängen, Tee trinken (oder Leitungswasser, auf dem sie besteht 
😉), Kuchen essen, quatschen, lachen und Dinge tun, die Spaß machen. Die Entfernung macht spontane Dates ein kleeein wenig schwierig. Der Zeitunterschied und Arbeitspläne können es auch schwer machen, miteinander zu reden, aber wenn wir reden, decken wir eine ganze Menge an Themen ab.

Als ich sagte, daß Frankenwolf für mich mehr bedeutet als nur ein Spielzeug, habe ich das damit gemeint. Freundschaft. Sie tut das ... und mein kleiner Gnom, den ihr schon kennt, tut das ... und die Überraschungen, die Jenn mir von Flohmärkten mitgebracht hat, die Teddys, die zu nähen sie mir beigebracht hat, und das eine Mal, als sie mir als Zeichen ihrer Freundschaft einen Zweitschlüssel zu ihrem Haus gab, wobei mir die Tränen kamen.
Kann bitte endlich jemand den Transporter erfinden, den ich so dringend brauche?
Aber auch wenn wir uns seit einigen Jahren nicht gesehen haben, denken wir an einander, und ich hoffe wirklich, daß ich ihre Ohren jetzt zum Klingeln gebracht habe. Wie wir immer am Ende eines Gesprächs zueinander sagen .... love ya, my Jenn.

Freitag, 15. Mai 2026

Weekend Traffic Jam - Woche 156

Willkommen beim Weekend Traffic Jam Reboot!
Meine Posts für den Linkup gehen freitags um 3.30 morgens live (das ist dem Zeitunterschied zu den USA geschuldet).



Dawn ist bereit, die Frühlingssonne auszunutzen und auf ihre erste Reise des Jahres zu gehen.
Wie sieht es bei euch aus, habt ihr schon Reisen geplant oder reist ihr das ganze Jahr über?


Aber zunächst mal, seid ihr für das Wochenende bereit?

Als Teil des Reboots werden wir jede Woche einen anderen Blog vorstellen.
Wie wäre es, wenn ihr vorbeischaut und hallo sagt? Sagt ihnen, daß wir euch geschickt haben.

Diese Woche fällt unser Spotlight auf
 InkTorrents Graphics.


Soma von InkTorrents Graphics schreibt: "
Als Kind war ich von der Welt von Tinte und Papier fasziniert, was sich zu einer lebenslangen Leidenschaft für Kunst entwickelte. Da ich schon immer Geschichten geliebt habe, ist es für mich wichtig, eine Hintergrundgeschichte für die Kunst zu haben, die ich schaffe.
Egal ob ich Geige, Gitarre oder Klavier spiele, ich nutze Melodie und Dynamik, um Geschichten zu erzählen.
Ich liebe Wissenschaft zutiefst. Natur durch die Brille der Wissenschaft zu sehen bereitet mir tiefe Freude. 
Wenn es draußen dunkel ist und ich nicht gerade mitten in einem Abenteuer mit Tinte und Papier stecke, ist es am wahrscheinlichsten, daß ich mit meinen Teleskopen spiele und das Sternenlicht einfange.
In der Natur fühle ich mich zu Hause, wenn ich auf Wanderwegen nach kleinen versteckten Überraschungen und geologischen Hinweisen suche.
All diese unterschiedlichen Interessen und Stellen beflügeln und inspirieren meine Kunst.
Ich bin am glücklichsten, wenn ich reise und die Welt ganz nah erlebe. Meine Kamera und ich sind unzertrennlich. Ich benutze sie für mein Tagebuch und für Kreativität, um die Fülle an Farbe und Bewegung um mich herum einzufangen.

Ich male schon, seit ich ein Kind war. Ich habe Aquarelle schon immer geliebt, lasse aber auch das Motiv für das Bild bestimmen, welches Medium ich verwende. Ich verwende Ölfarben, Ölpastell, Tinte und Marker.
Mein Mann und ich leben mit unseren wunderbaren Katzen zusammen. Sie liefern jede Menge Inspiration für meine Kunst und Geschichten!"



Marsha von Marsha in the Middle hat 2021 als Training mit dem Bloggen angefangen, um ihre Neuroplastizität zu erhöhen. Ach, wem machen wir was vor? Marsha hat mit dem Bloggen angefangen, weil sie Kleidung liebt, und sie redet oder in diesem Fall schreibt einfach gern!

Melynda von Scratch Made Food! & DIY Homemade Household - Der Name sagt schon alles, wir haben uns im Osten von Texas angesiedelt, wobei sich drei Generationen das Land teilen. Ich koche und backe alles selber, wenn ich nicht gerade gärtnere oder den Hühnern nachlaufe, und stricke!

Lisa von Boondock Ramblings erzählt von den Büchern, die sie schreibt und liest, ihrem Glauben, Home-Schooling, Fotografie und mehr.

Cat von
 Cat's Wire hat, was sie ein Springspinnengehirn nennt. Sie hat viele Interessen und bloggt über das, was immer gerade ihre Aufmerksamkeit erregt - Handarbeiten, Bücher, alte Filme, Sammelwertes oder "einfach nur so".

Rena von Fine Whatever Blog schreibt über Stil, Leben im mittleren Alter und die "gut, was auch immer" Momente, die dem Leben Sinn und Spaß geben. Seit 2015 feiert sie Kreativität, Selbstvertrauen und die Freude am Alltag
.


Hier ist meine Auswahl von ein paar Posts aus dem Linkup der letzten Woche (englischsprachig).




Jill teilt zehn Frühlingstops mit uns.

Linda erzählt uns von einem Zufluchtsort für viele.

Nancys Höhepunkt der Woche war ein Konzert, zu dem sie anfangs nicht mal gehen wollte.

Lisas Buch/Filmempfehlungen hat mich die Ohren spitzen lassen!


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Donnerstag, 14. Mai 2026

Stummfilme - Lonesome Luke, Messenger

Habt ihr jemals von Lonesome Luke gehört? Die Chancen stehen gut, daß ihr den Schauspieler kennt, der nach Luke eine andere, viel bekanntere Persönlichkeit verkörpert hat, aber werdet ihr ihn erkennen?
Heute habe ich einen Kurzfilm von 1917 für euch - Lonesome Luke, Messenger.


Hier ist die "Handlung".

Luke und Snub sind Boten.
 


Eines Tages sollen sie ein paar große Pakete bei einem Mädchenseminar abliefern.
Luke wird von einem der Mädchen "eingeladen" und sofort wieder von der Hausmutter hinausgeworfen, was seinen und Snubs Drang danach, wieder hineinzukommen, jedoch nur verstärkt.


Das ist kein Stuntman, der da die Treppe hinunterrollt!

Snub schafft es hinein, als ihn ein Handwerker fragt, ob er für seinen "Tapezierassistenten" einspringen will, der sich verspätet.
Luke schafft es schließlich, indem er sich als Telefontechniker ausgibt und ankündigt, daß "kostenloser Telefonprobetag" ist.
Wie ihr euch vorstellen könnt, bieten Tapete, Kleister, Leitern und Kabel Raum für eine Menge Slapstickaktion.



Von da an herrscht das blanke Chaos - Leute, die voreinander abhauen, hierhin rennen und dorthin rennen, Kamine hinunterkriechen, an Telefonleitungen baumeln, und am Ende jagen sie alle Luke!

Die Mädchen schmollen, aber Luke hat
noch nicht aufgegeben.

Die erste Flucht.

Uuuund er ist zurück.

Die zweite Flucht. Netter Sprung!


Aus der Autobiographie: "Der raffinierte Gedanke hinter all dem, wie ihr bemerken werdet, war, das Outfit von Chaplin umzudrehen. Alle seine Kleider waren zu große, meine alle zu klein. Meine Schuhe waren lustig aber anders; mein Schnurrbart lustig aber anders. Dennoch war die Idee reine Imitation und wurde als solche vom Publikum erkannt, obwohl ich sehr sorgfältig vermied, die wohlbekannten Eigenarten von Chaplin zu vermeiden. ... Das Kostüm war nicht nur eine Imitation, sondern ursprünglich auch eine Beleidigung für das Auge. Mit der Zeit verfeinerte ich es, bevor es starb, aber ich erinnere mich nicht gern daran ...
Ich war überzeugt, daß der Charakter so weit gekommen war, wie wir ihn bringen konnten, und außerdem, daß ich einen besseren hatte. 

Und den hatte er. Habt ihr ihn erkannt?
Es ist Harold Lloyd, bevor er sich den "Jungen mit der Brille" ausdachte, an den wir denken, wenn wir heute seinen Namen hören.


Tatsächlich wurde der Look mit der Brille - die übrigens keine Gläser hatte - so kultig, daß es scheint, daß jedes Mal, wenn jemand anderer in einem Stummfilm eine runde Brille trägt, irgendjemand kommentiert "Er sieht wie Harold Lloyd aus!", obwohl die Brille die einzige Ähnlichkeit ist. Die Leute hatten sogar Schwierigkeiten, Lloyd zu erkennen, wenn er sie nicht trug.

Aber zurück zu Lonesome Luke.
67 Filme wurden zwischen 1915 und 1917 produziert - für eine Filmrolle brauchten sie ungefähr eine Woche -, aber die meisten davon sind jetzt verschoellen. Ich habe in einem Post gelesen, daß nur 14 davon überlebten, in einem späteren Kommentar unter einem Video hieß es, es seien noch welche gefunden worden und damit wäre man nun bei 18. Immer noch nicht sehr viele.
Wenn ihr denkt, daß sich der heutige Kurzfilm nach nicht viel anhört, habt ihr recht. Ihr müßt jedoch auch bedenken, daß das 1917 war. Die Vorstellung von Filmen und besonders Komödien waren damals noch ganz anders ... oder? Um ehrlich zu sein, wenn ich so manche Komödie heute sehe, fühlt es sich wirklich nicht so an, als ob diese Art von Humor völlig verschwunden ist.
Nehmt zum Beispiel Leute, die fallen. Warum waren Homevideo-Shows mit Leute, die in Seen fallen oder von Stühlen oder Bühnen usw. so beliebt? Schadenfreude. Stürze waren eine große Sache in Stummfilmen, und wie ihr inzwischen wißt, haben die Schauspielerinnen und Schauspieler oft ihre eigenen Stunts gemacht. Wie sieht es mit Lloyd aus, der diese Steinstufen hinunterpurzelt? Ich tu mich manchmal schwer damit, das anzuschauen und rufe oft automatisch "autsch", aber ich kenne genug Leute, die das heute noch genauso witzig finden würden wie ein Publikum vor über 100 Jahren.

Luke war beim Publikum beliebt, aber Lloyd wollte mehr als Jagden und auf dem Hintern zu landen.
Tatsächlich hatte ich, bevor ich anfing, seine Autobiographie zu lesen, nicht gewußt, daß seine Anfänge nicht darin lagen, Komiker zu sein, sondern ein Bühnenarbeiter, Bühnenmeister, Assistenz-Elektriker usw. - schon im jungen Alter - aber auch im Spielen von kleinen und dann größeren Rollen. 
"Daher kannte ich mein Theater von Shakspere bis zu den Xylophonspielern." (Das ist kein Tippfehler, es gab unterschiedliche Schreibweisen für den Barden.)
Dann zog sein Vater nach Kalifornien, Harold begann als Komparse in Filmen zu arbeiten und er traf Hal Roach, der zu der Zeit ebenfalls Komparse war, dann aber anfing, in der Bradbury Mansion (die 1929 für einen Parkplatz abgerissen wurde) Filme zu produzieren.
Erkennt ihr die Treppe?

https://hdl.huntington.org/digital/iiif/p15150coll2/19076/full/full/0/default.jpg
Bild von Lemuel S. Ellis, ca. 1887, über The Huntington Digital Library


Ich kann verstehen, daß jemand, der schon früh Ambitionen hatte, was das Theater betrag, irgendwann von Luke gelangweilt war, und natürlich wird Harold Lloyd für die meisten von uns "Der Junge mit der Brille" bleiben, was er sicherlich vorziehen würde.


Quellen und weitere Lektüre:

1. Harold Lloyd with Wesley W. Stout: An American Comedy. New York : Dover Publications, 1971 (ungekürzte Wiederveröffentlichung, mit kleineren Korrekturen, des Werks von 1928)
2. Trav S. D.: Lonesome Luke's Lively Life: Hal Roach, Harold Lloyd and the Rolin Film Co. Auf: Travalanche, 31. Juli 2025
3. John Bengtson: Harold Lloyd Takes A Chance on Court Hill. Auf: Chaplin-Keaton-Lloyd film locations (and more), 1. Januar 2014
4. John Bengtson: Lady Cops (and Harold Lloyd) Reveal 1914 Lost LA Treasures. On: Chaplin-Keaton-Lloyd film locations (and more), 12. Dezember 2021



Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.

Dienstag, 12. Mai 2026

Nostalgie - Schnecken

"Als Mr. Peter Knoppert das Beobachten von Schnecken zu seinem Hobby machte, hatte er keine Ahnung, daß seine Handvoll von Exemplaren im Handumdrehen auf Hunderte wachsen würde. ... 'Mir war Natur in meinem Leben vorher immer egal', sagte Mr. Knoppert oft - er war Partner in einer in einem Maklerbüro, ein Mann, der sein gesamtes Leben der Finanzwissenschaft gewidmet hatte - 'aber Schnecken haben mir die Augen für die Schönheit der Tierwelt geöffnet.'" (Anmerkung: eigene Übersetzung, da ich die Geschichte auf Deutsch nicht da habe)
Das ist aus dem Anfang einer von Patricia Highsmiths Kurzgeschichten über Menschen und Schnecken, diese heißt "Der Schneckenforscher", die andere "Auf der Suche nach X. Claveringi" (die englischen Geschichten könnt ihr hier finden (obwohl es für Claveringi zwei Versionen gibt)).


Highsmith liebte Schnecken und hielt Hunderte von ihnen als Haustiere. Sie nahm sie mit zu Partys, auf Salat in ihrer Handtasche sitzend, und sie schmuggelte sie in ihrem BH nach Frankreich hinein, weil sie sie nicht in England zurücklassen wollte.
Ich las ihre beiden Schneckengeschichten in jungem Alter in einer Anthologie, aber "Der Schneckenforscher" beeindruckte mich mehr, und das Bild, das ich mir vom Ende ausmalte, hat sein eigenes Zimmerchen in meinem Kopf und springt jedesmal heraus, wenn ich eine Schnecke sehe.
Wenn ihr die Geschichten kennt, könnt ihr euch vorstellen warum. Habe ich erwähnt, daß es eine Horror-Anthologie war?

Es gibt noch andere Schnecken in meinen Kindheitserinnerungen, wie die Süßwasserschnecken in den Teichen des Parks nahe unserem Haus.


Wir liefen auf den Mäuerchen herum und hielten nach Schnecken Ausschau (wir haben sie immer dort gelassen, falls ihr euch das fragen solltet). Meinen Erinnerungen nach schätze ich, daß es Post- und Spitzhornschnecken waren. Von der Posthornschnecken gab es weniger und ich war überzeugt, daß sie das zu den Schneckenköniginnen machte, also war es sehr aufregend, eine von ihnen zu sehen.

Links: Posthornschnecke
Rechts: Spitzhornschnecke
Bild von Se90 - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Natürlich waren wir auch von Landschnecken fasziniert (nicht Nacktschnecken, sie waren mir unheimlich, vor allem nach einem großen Regen, als der Weg in den Wald hinauf von ihnen übersät war, es sah wie eine Invasion aus). Die, die man hier am häufigsten sieht, ist die Gartenbänderschnecke, aber es war etwas Besonderes, Weinbergschnecken zu finden.
Einmal fanden meine Freundin und ich zwei von ihnen auf der Straße und beschlossen, sie an einen sicheren Ort in einem Garten zu setzen, aber der Gartenbesitzer war draußen und sagte, wir sollen es ja nicht wagen, also ließen wir sie auf einer Mauer zurück (obowhl sie und andere Schneckenarten keine Schädlinge sind!). Hinterher machte ich mir recht lang große Sorgen bezüglich ihres Schicksals und dachte, wir hätten eine wirklich sichere Stelle für sie finden müssen. Tut mir leid, kleine Schnecken!
Ich möchte mich außerdem dafür entschuldigen, eins von diesen nervigen Kindern gewesen zu sein, die manchmal eure Augen anstupsten, um zu sehen, wie ihr sie einzieht, und dafür, daß wir euch am Haus hochgehoben haben, wir wußten nicht, daß euch das wehtun kann.

Tatsächlich habe ich seit Jahren keine Weinbergschnecken mehr in freier Wildbahn gesehen, aber Schnecken haben mich in meiner Kreativität inspiriert, im Drahtwickeln, Nadelfilzen und Perlenstickerei.



Und dann ist da natürlich noch Nelly.
Nelly gab es in zwei Farben, blau und braun mit Tupfen, und in einer Größe von 10 cm. In den 60ern hatte Steiff einige Designs, die nur kurze Zeit hergestellt wurden - 1961 bis 1963 für Nelly - und als Schmusekumpel ziemlich ungewöhnlich waren.


Außer Nelly gab es zum Beispiel Fledermäuse und bunte Spinnen (und ich könnte jetzt noch wegen der Geschichte Tränen vergießen, die uns die Dame vom Spielwarenladen erzählte, daß sie sie nicht verkaufen konnten und statt Süßigkeiten beim Faschingsumzug in der Stadt hinauswarfen, argh!).
Als der Ex und ich unseren ersten Steiff-Preisführer kauften, wußten wir sofort, daß wir sie alle wollten, nicht wegen ihrer Seltenheit, sondern wir sie richtig süß fanden (finde ich immer noch).

Nelly ist aus Baumwollsamt mit Lederimitat auf der Unterseite und hat ein bemaltes Gummihaus und Gummifühler, deren Enden gern mal abbrachen, wie ihr an einem davon sehen könnt.
Ist dieses kleine Paar nicht einfach goldig?


Ist euch aber etwas an ihnen aufgefallen? Mit diesen Häusern sind sie keine Landschnecken und ich habe bis heute nie darüber nachgedacht. Ich frage mich, warum Steiff sich dafür entschieden hat.

Da habt ihr's, meine Schneckenerinnerungen.
Ich habe euch die eine erspart, als ich versehentlich auf ei.... nein, vergessen wir das.

Sonntag, 10. Mai 2026

Eine Kette aus Herzen

Die Perlen haben schon eine Weile recht laut nach mir gerufen, aber da sich mein Daumen blöd anstellte, kamen die großen Projekte auf meiner Liste immer noch nicht in Frage, also dachte ich mir, es müsse etwas Einfaches her, um sie erstmal zufriedenzustellen.
Einfach bedeutet normalerweise etwas, über das ich nicht groß nachdenken muß - Experimentieren bedeutet oft wieder Auftrennen und mehrere Versuche - und bei dem ich leicht eine Pause machen kann, ohne daß das Risiko besteht, daß es sich in einen Fall für die berüchtigte WIP-Schublade verwandelt.

Diese Kette von Herzen war das perfekte kleine Projekt dafür. Ohrringe sind nicht meine Stärke, weil ich mich oft nicht daran erinnere, was ich beim ersten genau gemacht hat (Experimente!), um das beim zweiten zu wiederholen, oder mir wird es nach dem ersten einfach langweilig.
Für dieses Paar habe ich in den letzten paar Wochen immer nur ein Herz auf einmal gemacht, schnell genug, damit es nicht langweilig wurde oder meine Hand überanstrengte.


Ich habe perlweiße Rocailles in den Größen 8, 11 und 15 benutzt.
Ursprünglich hatte ich geplant, für ganz unten winzige Keramikherzen zu benutzen, die meine Freundin gemacht hatte. Ich hatte sie extra hierfür an einem sicheren Ort untergebracht ... Ähm, weiß irgendjemand, wo dieser sichere Ort ist? Ich habe die Sternchen gefunden, die Eulen, die Füchse, die Blaubeeren ... ich habe alles außer dem Herzchen gefunden. Also beschloß ich, das erste Mal Herzen in der Größe 15 zu probieren, und obwohl es ein bißchen fiddelig war, finde ich, daß sie sehr süß geworden sind.


Ich habe keinen Zweifel daran, daß die Herzchen in den nächsten paar Tagen auftauchen werden, jetzt da ich sie nicht mehr unmittelbar brauche.
Da nun der Farbtupfer von den Keramikherzen fehlte, machte ich stattdessen eine Verzierung aus Silberperlen.
Findet ihr, ich hätte Herzchen in einer völlig anderen Farbe machen sollen?

Freitag, 8. Mai 2026

Weekend Traffic Jam - Week 155

Willkommen beim Weekend Traffic Jam Reboot!
Meine Posts für den Linkup gehen freitags um 3.30 morgens live (das ist dem Zeitunterschied zu den USA geschuldet).



8. Mai - vor 81 Jahren endete der 2. Weltkrieg.

Bild von Darja Lindeberg über Unsplash

Seid ihr für das Wochenende bereit?

Als Teil des Reboots werden wir jede Woche einen anderen Blog vorstellen.
Wie wäre es, wenn ihr vorbeischaut und hallo sagt? Sagt ihnen, daß wir euch geschickt haben.

Diese Woche fällt unser Spotlight auf
 The Cannary Family.


Gina von The Cannary Family schreibt: "Mein Blog ist meine kleine Ecke des Webs, in der ich über meine Familie und mein Zuhause schreibe - die beiden Dinge, die mir am wichtigsten sind. Das soll kein Beispiel für "wie man's macht" sein, sondern eher ein Ort, an dem ich mein Familienleben mit denen teile, die Lust haben, davon zu lesen. Aus diesem Grund werdet ihr feststellen, daß er in keiner Weise monetisiert oder gesponsort ist. Ich liebe all die positiven Kommentare, die ich erhalte und ich liebe es auch, anderen Blogs zu folgen!
Wenn ihr also hier in meiner kleinen Ecke der Welt seid, mich anfeuert und das Leben mit mir feiert, danke! Ihr werdet wahrscheinlich bemerkt haben, daß sich der Fokus meiner Post verschoben hat, so wie das auch mein Leben getan hat. Ich finde es interessant, darüber zu schreiben, wie sich eine Familie im Laufe der Jahre ändert, und schließlich ist das der Titel dieses Blogs."



Marsha von Marsha in the Middle hat 2021 als Training mit dem Bloggen angefangen, um ihre Neuroplastizität zu erhöhen. Ach, wem machen wir was vor? Marsha hat mit dem Bloggen angefangen, weil sie Kleidung liebt, und sie redet oder in diesem Fall schreibt einfach gern!

Melynda von Scratch Made Food! & DIY Homemade Household - Der Name sagt schon alles, wir haben uns im Osten von Texas angesiedelt, wobei sich drei Generationen das Land teilen. Ich koche und backe alles selber, wenn ich nicht gerade gärtnere oder den Hühnern nachlaufe, und stricke!

Lisa von Boondock Ramblings erzählt von den Büchern, die sie schreibt und liest, ihrem Glauben, Home-Schooling, Fotografie und mehr.

Cat von
 Cat's Wire hat, was sie ein Springspinnengehirn nennt. Sie hat viele Interessen und bloggt über das, was immer gerade ihre Aufmerksamkeit erregt - Handarbeiten, Bücher, alte Filme, Sammelwertes oder "einfach nur so".

Rena von Fine Whatever Blog schreibt über Stil, Leben im mittleren Alter und die "gut, was auch immer" Momente, die dem Leben Sinn und Spaß geben. Seit 2015 feiert sie Kreativität, Selbstvertrauen und die Freude am Alltag
.


Hier ist meine Auswahl von ein paar Posts aus dem Linkup der letzten Woche (englischsprachig).



Gail zeigt uns einen Regenbogen aus Taschen.

Hier ist eine Kaskade von "Beeren", von Mie gemacht.

Ich würde gern Nancys Quinoa-Tabbouleh kosten.

Mireille hat in den Atlanta Botanical Gardens nach Rosa gesucht.

Deb hat ihren Vorgarten für Frühling und Sommer vorbereitet.


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Donnerstag, 7. Mai 2026

Stummfilme - Brown of Harvard

Habt ihr euch vom Film von letzter Woche erholt?
Diese Woche präsentiere ich euch "Brown of Harvard" von 1926.


Zunächst die Handlung (mit Spoilern).

Hier haben wir Tom Brown. Er sieht gut aus und ist athletisch und seine Eltern sind stolz darauf, daß er nach Harvard geht.
Das erste, was Tom dort tut, ist, mit einer jungen Dame in einem Auto - Tochter eines Professoren - zu flirten-, das zweite ist, sich mit seinem Zimmergenossen Bob McAndrews (so heißt er in den Zwischentiteln, aber es gibt Seiten, auf denen er MacAndrew heißt, vielleicht war das der Name im Originalstück?) zu verkrachen, der genauso gut aussieht und athletisch ist, obendrein aber auch noch fleißig.


Stattdessen zieht Tom dann zu Jim Doolittle, der schüchtern und schwächlich ist. Tom verteidigt Jim den anderen im Wohnheim gegenüber und Jim macht ihn zu seinem Idol.

William Haines und Jack Pickford
als Tom und Jim

Tom trifft Mary wider und zwischen him und Bob entsteht ihretwegen eine Rivalität, die eskaliert, als Tom ihr einen Kuß aufzwingt.

Nein heißt nein!

Sie machen mit ihrer Rivalität im Sport weiter, als erstes beim Rudern. Tom ersetzt Bob nach einer Verletzung, versagt aber, nachdem er in der Nacht zuvor wegen Mary zuviel getrunken hat. Er beschließt, nach den Ferien nicht nach Harvard zurückzukehren, aber sein Vater überzeugt ihn davon zurückzugehen, wenn er Mary liebt (die alte "mach sie mürbe"-Taktik), und statt des Ruderns ins Footballteam zu gehen.

Am Tag des großen Spiels zwischen Harvard und Yale, liegt Jim mit einer Erkältung im Bett. Wegen eines Zeitungsartikels glaubt Tom, nicht im Team zu sein, aber nachdem er aufbricht, um seine Eltern abzuholen, ruft der Coach mit einem Ultimatum an - 20 Minuten oder Tom ist endgültig aus dem Team.
Natürlich rennt Jim in den starken Regen hinaus, um Tom zu holen, und er hängt sich sogar an die Straßenbahn, um sie stoppen, was ihn ins Krankenhaus bringt.

Während des Footballspiels verletzt sich Tom den Knöchel, aber sich ein anderer Spieler verletzt, geht er ins Spiel zurück und gewinnt 90 Yards, bevor er Bob den entscheidenden Touchdown überläßt. Nimm das, John Wayne! In der Tat war dies John Wayne's Filmdebüt als ein Yale-Footballspieler, er wurde nicht erwähnt und mir ist er nicht mal aufgefallen.



Als Tom ins Krankenhaus kommt, um Jim davon zu erzählen, kommt die Krankenschwester weinend aus dem Zimmer. Jim ist gestorben und Tom bricht zusammen. Aber zum Glück taucht Mary auf und kann ihn trösten.

Der Film endet damit, daß "The Dickey" (ein privater sozialer Club in Harvard) Tom als einen der besten Männer des Jahres zu einer Parade abholt, zusammen mit Bob.


Das ist der dritte "Brown of Harvard"-Film, der auf einem Broadwaystück von 1906 basiert.

Der Film war sehr populär und "half" Haines dabei, ständig in der Rolle des herumwitzelnden jungen Manns, der schließlich sein Leben in den Griff bekommt, besetzt zu werden, bis das Publikum dessen müde wurde.
Ich bin dessen schon nach einem Film müde.
Obwohl ich gern zugeben, daß Haines die Rolle gut gespielt hat, finde ich Tom unglaublich nervig, und da ich kein Sportfan bin, finde ich nicht, daß es ausreicht, ein Footballspiel zu gewinnen, egal wie wichtig, um alles verziehen zu bekommen. Er benimmt sich "hundsgemein einem sehr netten Mädchen gegenüber" (seine eigenen Worte an Jim), nicht nur einmal, sondern zweimal, und wenn er nicht bekommt, was er will, ist er wie ein Kleinkind, das einen Wutanfall bekommt. Ich habe die "Jungs sind halt Jungs"-Entschuldigung schon immer gehaßt.
Um ehrlich zu sein, für mich wäre es in Ordnung gewesen, wenn Bob und Mary zusammengekommen wären.

Wenn sie nicht mit mir zum Laden
zurückgeht, damit ich mehr Zeit mit ihr
verbringen kann, schmeiße ich einfach die
Eier, Marmelade und Milch kaputt, 
dann muß sie mit zurückgehen.

Haha, was für eine witzige Idee.
Nicht. Hat auch nicht geklappt.

Ich schätze, da ist noch die Tatsache, daß er Jim gegenüber recht freundlich und fürsorglich ist. Die Szene, in der er Salbe auf des kranken Jims Brust verreibt, ist echt nett. Die Szene, in der er von Jims Tod erfährt, ist dramatisch, aber meiner Meinung nach hat er da übertrieben.

Noch ein Grund, warum das kein Film für mich ist, ist das Footballspiel. Ich habe schon Sportfilme angeschaut, aber die Sportszenen dürfen nicht zu lang sein oder ich langweile mich. Außerdem bin ich kein Fan der "rah rah rah"-Atmosphäre.
Für andere mag das was sein, nun ja, war es ja offensichtlich und ist es auch jetzt noch, aber ich war von Tom schon zu sehr genervt.
Ich werde mich andere Filme mit Billy Haines anschauen, schauen wir mal, ob sie mir besser gefallen.