Sonntag, 5. April 2026

Lilien auf dem Felde

Es gibt die Geschichte, daß ich fünf Jahre alt war, als ich meinen ersten ganzen Film angeschaut habe. Meine Mutter hat die Geschichte erzählt, und ihr wißt, wie das so ist, im Geiste habe ich eine tatsächliche Szene drumherum aufgebaut. Ich kann mich auf dem Boden sitzen sehen, vor dem Fernseher in unserer Schrankwand, in meiner typischen Haltung, Knie nach vorne, Füße an den Seiten - ich war damals wesentlich beweglicher - einfach weil ich das später immer so gemacht habe.
Auf jeden Fall hörte ich als Kind gern meine Mutter die Geschichte meines ersten "richtigen" Films erzählen und wie ich am Bildschirm klebte. Der Film war "Lilien auf dem Felde" von 1963, der immer noch einer meiner Favoriten ist, nachdem ich ihn mindestens Dutzende Male angeschaut habe.


Natürlich habe ich ein Bild aus "Lilien
auf dem Felde" ausgewählt, um für
meine Fanwand ein Perlenwebporträt
von Sidney Poitier zu machen.

Fangen wir mit dem Film an (es gibt Spoiler für den Film und für das Buch, auf dem er basiert).


Homer Smith hält an einer kleinen heruntergekommenen Farm an, weil er Wasser für seinen Wagen braucht. Dort sind fünf Frauen, und als eine von ihnen, die sich als Mutter Maria vorstellt, Homer sieht, dankt sie Gott dafür, daß er ihr einen starken Mann geschickt hat.
Homer hat jedoch nicht vor zu bleiben. Da er im Moment nicht viel im Geldbeutel hat, sagt er zu, das Dach zu reparieren - ein Mann für einen Tag. Am Ende des Tages reicht er Mutter Maria die Rechnung und sie nimmt sie einfach und meint, sie sagt ihm dann, wenn das Abendessen fertig ist.
Homer ist überrascht zu sehen, daß die Frauen tatsächlich Nonnen sind. Sie kommen aus Deutschland, Österreich und Ungarn und versuchen Englisch zu lernen, also gibt er ihnen nach dem äußerst mageren Mahl eine Unterrichtsstunde.

Am nächsten Morgen ist Homer bereit weiterzufahren, aber Mutter Maria bringt ihn zu einer Baustelle, wo er für sie eine Kapelle bauen soll. Wieder ignoriert sie die Rechnung.
Nachdem er den Platz aufgeräumt hat, versucht es Homer abends noch einmal, indem er aus der Bibel zitiert, aber die Mutter zitiert aus der Bergpredigt - daher der Filmtitel - und informiert ihn, daß er sie am nächsten Tag zur Messe fahren wird.
Da er selber Baptist ist, nimmt Homer nicht an der Messe teil. Er geht zum Frühstücken in ein Diner, wo ihm Juan, der Besitzer, erzählt, daß die Nonnen von einem ostdeutschen Orden kommen, der die Farm geerbt hat, und daß sie über die Berliner Mauer geflüchtet sind.

Meine Lieblingsszene - Homer bestellt "ein echtes
Frühstück", nachdem er die "katholischen" Mahlzeiten
ertragen mußte. Seine Leidenschaft für Weizenpfannkuchen
mit Ahornsirup, Kaffee und frischen Orangensaft
macht mich jedesmal hungrig, wenn ich das anschaue.

Ungewollt wird Homer immer mehr in die Sache hineingezogen. Als er beschließt, endgültig wegzugehen, läßt ihn die Mutter sie und eine der Schwestern in die Stadt mitnehmen, um Mr. Ashton, den Besitzer einer Baufirma, um Spenden zu bitten. Sie sagen ihm, daß Homer ihr Bauunternehmer ist, und da er Ashton nicht die Genugtuung geben will, seine Zweifel darüber zu bestätigen, sagt Homer, daß er das in der Tat ist.
Er beginnt an der Kapelle zu arbeiten, aber auch zwei Tage die Woche für Mr. Ashton, und das Geld benutzt er, um Lebensmittel für die Nonnen zu kaufen. Mutter Maria hat aber kein Glück damit, mehr Geld und Ziegel zu besorgen, und eines Abends kochen die Emotionen so hoch, daß Homer geht.



Irgendwann kommt er dann aber doch zurück, wenn auch etwas angeschlagen.
Das beeindruckt die Menschen in der hispanischen Gemeinde so sehr, daß sie endlich beschließen zu helfen, mit Material und ihrer Arbeitskraft. Zunächst weigert sich Homer, sie helfen zu lassen, und er gibt den Nonnen gegenüber zu, daß er schon immer etwas allein erbauen wollte, aber dann erkennt er, wieviel es bedeutet, daß alle bei diesem besonderen Projekt helfen möchten, wie er Mr. Ashton erzählt, der dann doch noch Ziegel spendiert.

Als die Kapelle fertig ist, signiert Homer seine Arbeit. Er weiß, daß es Zeit für ihn ist, jetzt zu gehen, obwohl Mutter Maria schon neue Pläne für eine Schule und mehr hat.


Egal wie ich oft ich den Film anschaue, ich
wundere mich jedes Mal, warum das h kleingeschrieben ist.

Am Abend vor der Einweihung der Kapelle singen Homer und die Nonnen noch einmal miteinander.
Dann steht er auf, immer noch singend, packt seine Sachen zusammen und fährt in die Nacht hinein.


Was könnte es an dem Film gewesen sein, daß er eine Fünfjährige so beeindruckte, daß er einer ihrer absoluten Lieblingsfilme wurde? Ich habe noch nie zuvor versucht, meine Gefühle dazu unter die Lupe zu nehmen, ich weiß einfach nur, daß ich mich bei dem Film gut fühle.

Ein Punkt ist einfach zu finden - ich liebe "Amen", das baptistische Spiritual, das Homer mit den Nonnen singt, und ich fürchte, ich habe das damals daheim zu einem Ohrwurm gemacht, natürlich nur den "Amen"-Teil. Ich singe heute noch mit.
Tatsächlich mag ich die gesamte Filmmusik.



Poitier sang übrigens nicht selber. "Amen" wurde von Jester Hairston geschrieben und gesungen (wenn ihr mehr über ihn wissen möcht, schaut in die Quellen).

Aber offensichtlich wurde ich zu Poitier selber hingezogen und zu dem Humor, den er zum Film beisteuert. Ich liebe sein Lächeln und Lachen, ich liebe, daß der Humor warm und freundlich ist, vor allem in den Szenen mit ihm und der strengen Mutter Maria.
Die Rolle wurde zuerst Harry Belafonte angeboten, aber Belafonte fand, daß sie erniedrigend war und das Thema der sozialen Gerechtigkeit fehlte und daß Homer ein zu einfacher Charakter war, daher lehnte er sie ab. Er diskutierte das sogar mit Poitier, der seine Gründe, das nicht zu tun, verteidigte.
Tatsächlich beschäftigt sich der Film nicht groß mit Rassismus außer dem einen Mal, als Ashton Homer "Boy" nennt, worauf Homer reagiert, indem er es direkt zurückgibt. Stattdessen zeigt er, wie Menschen aus unterschiedlichen Kreisen - der schwarze Handwerker, europäische Nonnen, eine hispanische Gemeinschaft, ein irischer Priester und sogar ein weißer Geschäftsmann - zusammenarbeiten, um etwas zu erreichen, das niemand für möglich gehalten hätte, trotz der Unterschiede in Rasse, Vermögen und Glauben.
Obwohl der Funke für die Handlung Mutter Marias ungebrochener Glaube an Gott ist, war es für mich nie ein religiöser Film (als ich erstmal alt genug war, darüber nachzudenken), obwohl mir klar ist, daß andere das nicht so sehen mögen. Für mich geht es um Gemeinschaft, Kommunikation, Kooperation, Verständnis und Beharrlichkeit. Habe ich schon das Wort freundlich benutzt (ich weiß, daß ich das habe)?



Sidney Poitier gewann einen Oscar als Bester Hauptdarsteller (der erste Afroamerikaner, der diesen bekam), einen Golden Globe und den Silbernen Bären als Bester Hauptdarsteller bei der Berlinale, er wurde außerdem für weitere Auszeichnungen nominiert.
Lilia Skala als Mutter Maria wurde für mehrere Preise als Beste Nebendarstellerin nominiert.
Nicht daß mich das als Fünfjährige groß gekümmert hätte (als ob ich es überhaupt gewußt hätte! 
😉)

Es war für Ralph Nelson nicht einfach, das Geld für den Film aufzutreiben. Es wurde sogar vorgeschlagen, eine Liebesgeschichte einzubauen, mit einer Nonne, die das Gelübde noch nicht abgelegt hatte. Ein anderes Studio wollte Steve McQueen als Homer.
Schließlich fand Ralph Nelson ein Studio, das ein Budget von 250000 $ anbot, aber eine Sicherheit verlangte. Nelson bot dafür sein eigenes Haus an. Zu dieser Zeit war Poitier bereits ein anerkannter Schauspieler gewesen und verdiente pro Film ungefähr das Doppelte dieses Budgets. Poitier akzeptierte jedoch 50000 $ als Gage plus zehn Prozent der Bruttoeinnahmen. Und da das Budget so niedrig war, mußte er die schwere Arbeit im Film tatsächlich selber machen. Beide glaubten wirklich an diesen Film, der übrigens in vierzehn Tagen abgedreht wurde.
Nun, und es wurde ein Erfolg, in den ersten sechs Monaten lagen die Einnahmen bei 2 1/2 Millionen $.

Nun zum Buch.

Mein deutsches Exemplar.

William Barrett schrieb Romane, von denen drei verfilmt wurden, "Lilien auf dem Felde" eingeschlossen. Er war katholisch und schrieb auch Essays, Rezensionen und Biographien, eine davon über Papst Paul VI.

Die Geschichte der Nonnen beruht tatsächlich auf der wahren Geschichte der Abbey of St. Walburga in Colorado. 1935 wurden drei Schwestern aus dem bayerischen Mutterhaus Abtei St. Walburg nach Colorado geschickt, wo sie billig Land von Mönchen kauften, die es als "für eine Farm ungeeignet" bezeichneten. Ursprünglich war es als möglicher Zufluchtsort vor dem Nazi-Regime gedacht, falls notwendig, aber schließlich wurde die Farm zum Priorat und dann zur Abtei.
Das Buch änderte die Zeit natürlich zu der des Kalten Krieges und die Nonnen flohen, wie oben erwähnt, aus Ostdeutschland.

Es erklärt auch etwas mehr zu Homer.
Er ist 24 (das ist jünger, als Poitier beim Dreh war)
, er "lebt sein Leben von einem Tag zum anderen, es ist Lachen in ihm". Er hat ein bißchen Geld, nachdem er die Army verlassen hat, und möchte den Westen sehen (der Film spielt in Arizona). Und er schätzt seine Freiheit, daß er hingehen kann, wo er will, wenn er will, und nur arbeitet, wenn er muß. "Ein Mann war frei, wenn er 'ja' sagen oder 'nein' sagen konnte." Und dennoch hat er das Gefühl, daß er zu Mutter Maria Marthe nicht einfach nein sagen kann.

Es gibt aber auch ein paar kleine Unterschiede, die aber nicht wirklich wichtig sind. Der Priester ist kein Ire, sondern Hispano, und er muß den Gottesdienst nicht von der Ladefläche eines Autos aus halten, es gibt eine kleine Kirche. Es gibt keinen Mr. Ashton, im Buch heißt er Livingston.
Das Buch erklärt auch, was Homer tut, als er das erste Mal weggeht. Er besorgt sich einen Job bei einer Abbruchfirma in der großen Stadt, aber obwohl sich seine Tage mit den Nonnen wie ein Traum anfühlen, denkt er an sie, als sie eine Reihe von Häusern abreißen. Er schaut sich das an, was sie herausgeholt haben und denkt, daß die Nonnen eine Badewanne brauchen. Also kauft er eine und bringt sie als Geschenk mit zurück.
Im Film kommt er einfach mit einem blauen Auge zurück, aber im Buch steht nichts darüber, daß er Ärger hat oder auch warum er zurückkehrt.

Der größte Unterschied ist allerdings der Schluß.
Homer fährt schon in die Nacht hinein, das Buch endet hier aber nicht.
Eine Legende entsteht um Homer und seine Kapelle herum. Touristen kommen zu Besuch. Dank Spenden können die Nonnen eine Schule bauen und Jungen aus kaputten Familien aufnehmen, um ihnen bei ihrem Lebensweg zu helfen. Und in der Kapelle gibt es ein Gemälde von Sankt Benedikt dem Mohren, das Schwester Albertine gemalt hat und das wie Homer aussieht.
Um ehrlich zu sein, ich bin froh, daß der Film diesen Teil ausgelassen hat.

Nun entschuldigt mich, ich denke, ich werde den Film gleich nochmal anschauen.


Quellen und weitere Informationen (englischsprachig):

1. Brian Bergen-Aurand: Lilies of the Field (1963). Auf: Foreign Influence, 3. Februar 2017
2. Ron Olesko: "Amen" and Jester Hairston. Auf: Sing Out!, 22. März 2008
3. Abbey of St. Walburga History
4. David A. King: The heart of Barrett's 'The Lilies of the Field'. In: The Georgia Bulletin, 20. März 2014
5. "Lilies of the Field: The Story Behind the Film" auf YouTube


Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.

Freitag, 3. April 2026

Weekend Traffic Jam Reboot - Woche 150

Willkommen beim Weekend Traffic Jam Reboot!
Meine Posts für den Linkup gehen freitags um 3.30 morgens live (das ist dem Zeitunterschied zu den USA geschuldet).


Etwas ist bei der Zuteilung der Ostereier an die neuen Auszubildenden Wilma und Otto schiefgelaufen ...


Seid ihr für das Osterwochenende bereit?

Als Teil des Reboots werden wir jede Woche einen anderen Blog vorstellen.
Wie wäre es, wenn ihr vorbeischaut und hallo sagt? Sagt ihnen, daß wir euch geschickt haben.



Diese Woche fällt unser Spotlight auf Our New Vista.


Ann von Our New Vista schreibt: "Hi - ich bin eine Schulbibliothekarin im Ruhestand, die es liebt zu lesen, kochen, dekorieren, reisen und das gute Leben mit meinem tollen Ehemann von über 40 Jahren zu genießen! Ich hoffe, ich kann mit euch meine Reise zum Minimalismus und Lebensgenuß teilen!"



Marsha von Marsha in the Middle hat 2021 als Training mit dem Bloggen angefangen, um ihre Neuroplastizität zu erhöhen. Ach, wem machen wir was vor? Marsha hat mit dem Bloggen angefangen, weil sie Kleidung liebt, und sie redet oder in diesem Fall schreibt einfach gern!

Melynda von Scratch Made Food! & DIY Homemade Household - Der Name sagt schon alles, wir haben uns im Osten von Texas angesiedelt, wobei sich drei Generationen das Land teilen. Ich koche und backe alles selber, wenn ich nicht gerade gärtnere oder den Hühnern nachlaufe, und stricke!

Lisa von Boondock Ramblings erzählt von den Büchern, die sie schreibt und liest, ihrem Glauben, Home-Schooling, Fotografie und mehr.

Cat von
 Cat's Wire hat, was sie ein Springspinnengehirn nennt. Sie hat viele Interessen und bloggt über das, was immer gerade ihre Aufmerksamkeit erregt - Handarbeiten, Bücher, alte Filme, Sammelwertes oder "einfach nur so".

Rena von Fine Whatever Blog schreibt über Stil, Leben im mittleren Alter und die "gut, was auch immer" Momente, die dem Leben Sinn und Spaß geben. Seit 2015 feiert sie Kreativität, Selbstvertrauen und die Freude am Alltag.


Hier ist meine Auswahl von ein paar Posts aus dem Linkup der letzten Woche (englischsprachig).


Ich habe es selber nie nach Hamburg geschafft, darum habe ich die Bilder, die Barbara gemacht hat, um so mehr genossen.

Mireille zeigt uns Kombinationen mit ihren Jeanslatzhosen. 

Laura teilt Frühlingdips mit uns.

Zitrone und Mohn - Esme bringt sie in Pfannkuchen zusammen.

Amy hat ein paar entzückende Häschenkarten gemacht.


Macht mit beim Linkup!

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Bitte besucht auch andere Blogs und laßt einen Kommentar da.

Zur Beachtung:
Wenn ihr am Weekend Traffic Jam Reboot teilnehmt, versichert ihr damit, daß der Inhalt euch gehört und ihr uns erlaubt, denselben zu teilen, falls euer Post oder euer Blog erwähnt werden.
Wir begrüßen unbegrenzten familienfreundlichen Inhalt. Dazu können Meinungsposts, Rezept, Reiseberichte, Modeideen, Handarbeiten, Second-Hand-Einkaufen, Lifestyle, Buchrezensionen  oder -diskussionen, Fotografie, Kunst und noch vieles mehr gehören!

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Ich bin in keiner Weise mit Steiff verbunden, ich bin nur Sammlerin.

Donnerstag, 2. April 2026

Stummfilme - Spuk im Schloß

Heute habe ich einen Stummfilm von 1927 für euch, von dem es mehrere Remakes unter verschiedenen Titeln gab (im Gegensatz zu den Originalen, für die der Titel überwiegend beibehalten wurde), nämlich "Spuk im Schloß".


Hier ist die Handlung mit Spoilern:

Der vermögende Cyrus West fühlt sich wie ein Kanarienvogel unter Katzen, umgeben von seiner Verwandtschaft, die nicht nur gierig sind, sondern ihn auch für verrückt halten.
West verfügt, daß sein Testament 20 Jahre nach seinem Tod geöffnet werden soll, während derer nur die Haushälterin Mammy Pleasant in seinem gruseligen Herrensitz wohnt.
Als sein Anwalt Roger Crosby ankommt, um das Testament aus dem Safe zu holen, findet er darin eine lebende Motte - und einen zweiten Umschlag, der geöffnet werden soll, falls die Bedingungen des Testaments nicht erfüllt werden.


"Es war der Geist, der den zweiten Umschlag
hineingelegt hat!"
 


Die ganze Verwandtschaft hat sich versammelt, Tante Susan und ihre Nichte Cecily, die Cousins Harry, Charlie und Paul, und schließlich noch Annabelle.


Sehr zur Empörung und Enttäuschung der anderen ist Annabelle, die entfernteste Verwandte, die den Namen West trägt, die Erbin von Cyrus' Vermögen, die berühmten verlorenen West-Diamanten eingeschlossen. FALLS sie die ärztliche Untersuchung bezüglich ihres Geisteszustands besteht. Fällt sie durch, geht alles an die Person, die im zweiten Umschlag genannt ist.
Mit ihr allein sagt Crosby to Annabella, daß sie nun diejenige im Käfig ist, von Katzen umgeben.


Gerade als er den Namen im zweiten Umschlag enthüllen will, weil er sich sorgt, was diese Person antun könnte, wird er von einer Klauenhand fortgezerrt.


Inzwischen ist ein Wärter aufgetaucht, um alle vor einem Wahnsinnigen, "Die Katze" genannt, zu warnen, der aus der Anstalt entflohen ist. Er sagt, er sei ihm bis zum Herrensitz gefolgt.
Dann informiert Annabella sie darüber, daß Crosby verschwunden ist. Tante Susan meint, das käme der Erbin ja sehr gelegen und würde offensichtlich beweisen, daß sie wahnsinnig ist (ja, klar).

Alle gehen auf ihre Zimmer, mehr oder weniger verängstigt und Annabelle findet, von einer Notiz geleitet, die berühmten Diamanten in einer der wohl häßlichsten Halsketten, die ich je gesehen habe. Nicht daß das irgendeinen Einfluß darauf hätte, was als nächstes passiert.

Vielleicht kann sie sie ja auseinandernehmen
und die Perlen und Steine anderweitig nutzen?

Klauenhand stiehlt die Kette, als Annabelle schläft.


Sie erzählt ihren Verwandten davon und Tante Susan denkt erneut, daß sie, ihr wißt schon, verrückt ist.
Nun passieren die Dinge Schlag auf Schlag.
Crosbys Leiche taucht hinter einer versteckten Tür auf und verschwindet wieder. Mammy Pleasant macht sich auf, um die Polizei zu benachrichtigen. Tante Susan läuft in Panik davon und läßt sich von einem Milchmann mitnehmen, bevor Polizisten, die auf dem Weg zum Herrensitz sind, sie aufgreifen und mit sich zurücknehmen. Dr. Lazar erscheint mitten in der Nacht, um Annabelle zu untersuchen. Paul geht in den Gang hinter der versteckten Tür, die sich schließt. Im Gang trifft er auf Die Katze, er wird in einen Kampf verwickelt und zurückgelassen, weil er für tot gehalten wird.

Das ist mal eine häßliche "Katze".

Die Katze greift Annabelle an, aber Paul ist rechtzeitig da, um sie zu retten. Die Polizei erscheint. Die Katze ist kein Wahnsinniger, sondern Charlie in Verkleidung! Er hatte den Wärter angeheuert, damit er ihm dabei hilft, Annabelle in den Wahnsinn zu treiben, da sein Name im zweiten Umschlag steht.
Annabelle und Paul bekommen ein Happy End.

Wahrscheinlich habt ihr so etwas schon erwartet. Ich meine, wir kennen heute alle Scooby-Doo, richtig?
Zu wissen, was wahrscheinlich passieren wird, sorgt jedoch nicht dafür, daß der Film weniger Spaß macht.

"Spuk im Schloß" basiert auf einem Theaterstück von John Willard aus dem Jahr 1922 (vielleicht erinnert ihr euch noch, daß auch "Das Rätsel der Fledermaus" auf einem Stück basiert und die beiden waren nicht die einzigen frühen Horrorkomödien, für die das galt).
Paul Leni drückte dem Film seinen persönlichen Stempel auf, eine Mischung aus deutschem Expressionismus und Humor (wie er das schon in "Das Wachsfigurenkabinett" getan hatte), und er hat auch die Sets entworfen.
Er spielte mit Dunkelheit und Licht und hat Überlagerungen genutzt, um Stimmungen und Spannung heraufzubeschwören, sie hatten aber auch Spaß mit den Zwischentiteln.

Cyrus in seinem Stuhl, überragt von Medizinflaschen
und von riesigen Katzen bedroht.

Ein Zwischentitel, der die zittrige
Stimme des Taxifahrers verkörpert.

Mir gefiel die Mischung aus gruseligen Vibes und Humor, die sich auch in den Charakteren widerspiegelt.
Paul ist ein bißchen doof, bis ihn seine Liebe zu Annabelle zu einem Helden macht.

Paul versteckt sich unter dem Bett - ich gestehe,
ich weiß, warum das Tante Susan erschreckt hat.

Mammy Pleasant ist geheimnisvoll und gruselig (steckt aber nicht mit Charlie unter einer Decke).
Tante Susan ist besonders witzig während ihrer Fahrt mit dem Milchmann und dann der Polizei.
Die arme Annabelle hat die typische Rolle der Jungfrau in Nöten. Sie darf oft erschreckt dreinschauen, zeigt sich aber auch ein bißchen mutig. Ehrlich, ich hätte nicht allein in dem Zimmer geschlafen.


Auf jeden Fall eine Empfehlung von mir!


Quellen und weitere Lektüre (englischsprachig)

1. Lea Stans: Thoughts On: "The Cat And The Canary" (1927). Auf: Silent-ology, 7. Oktober 2016
2. Dr Lenera: The Cat and the Canary [1927]. Auf: HorrorCultFilms, 8. April 2024


Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.

Dienstag, 31. März 2026

Meine März-Bücher

Dies ist ein Überblick der Bücher, die ich in einem Monat fertiggelesen habe (nicht unbedingt im selben Monat angefangen) und die ich Gundel vorgelesen habe (mit 😸 markiert).
Ich werde jeweils eine kurze Erklärung hinzufügen, warum ich ein Buch ausgewählt oder wie ich es gefunden habe und vielleicht auch, ob es ein Kandidat zum Wiederlesen ist, aber ich werde keine richtigen Rezensionen oder Bewertungen abgeben (Gundel weigert sich ebenfalls zu bewerten). Solltet ihr aber etwas mehr Info zu einem Buch haben wollen, an dem ihr interessiert seid, laßt es mich einfach wissen.
This month I had a very hard time concentrating on books, luckily my hands were up for more crafting to help keeping me out of my own head

"Wisecracker: The Life and Times of William Haines, Hollywood's First Openly Gay Star" von William J. Mann, Erstveröffentlichung 1998


Dies ist eine Biographie von William Haines, der zunächst ein Filmstar war, dann aber viel länger als erfolgreicher Innenarchitekt - oder Dekorateur, wie er sich lieber nennen ließ - tätig war, nachdem er das Filmgeschäft verlassen mußte, wofür ein Grund seine Weigerung war, das Spiel mitzuspielen. Er war kompromißlos schwul und lebte bis zu seinem Tod offen mit seinem Partner Jimmie Shields zusammen.

Ich hatte schon lange, bevor ich überhaupt angefangen hatte, Stummfilme anzuschauen, eine Dokumentation über William Haines gesehen und fand seine Geschichte wirklich interessant.
Sie ist jedoch nicht interessant genug für 400 Seiten, schlicht weil die meisten seiner Freunde und Freundinnen nicht mehr für dieses Buch interviewt werden konnten, eine Menge Information also damit verloren ist, und natürlich konnte man Informationen, die von den Filmstudios verbreitet wurden, n
ie wirklich vertrauen.
Da steht also wesentlich öfter "könnte", "möglicherweise", "es heißt", als ich von einer Biographie erwarten würde.
Was mich aber noch mehr gestört hat war, daß der Verfasser wiederholt eine Menge Hollywood-Stars aufgezählt hat, die schwul oder lesbisch waren und zwar in einer Art und Weise, die mich mehr an eine Boulevardzeitung erinnerte. Ich hätte lieber mehr Details über Haines' Karierre als Designer gelesen und weniger über das Liebesleben von anderen, wenn man bedenkt, daß dies eine Haines-Biographie sein soll.

Dennoch eine interessante Lektüre.

"Lilien auf dem Felde" = "Lilies of the Field" von William E. Barrett, Erstveröffentlichung 1962



Homer Smith, der gerade aus der US-Army ausgetreten ist, macht sich auf, den Westen zu erkunden. Er schläft in seinem Kombi und nimmt nur hier und dort kurze Jobs an, wenn er Geld braucht.
Eines Tages kommt er zu einem heruntergekommen Hof, auf dem fünf Nonnen leben, die von einem ostdeutschen Orden kommen. Obwohl er nur den Plan hatte, als Aushilfe ein bißchen Geld zu machen, wird er in den Plan der Mutter Oberin hineingezogen, eine Kapelle zu bauen.

Für einen Blogpost nochmal gelesen.

"The Book Woman of Troublesome Creek" von Kim Michele Richardson, Erstveröffentlichung 2019


Das östliche Kentucky in den 1930ern.
Cussy Mary Carter, auch Bluet genannt, ist eine Bücherfrau, als "Packpferd-Bibliothekarin" angestellt, die im Rahmen des Works Progress Administration-Programms Bücher in abgelegenen Gegenden der Appalachen ausliefert.
Sie ist außerdem eine "Blue", das heißt, sie hat aufgrund einer seltenen genetischen Störung einen blauen Hautton, was in anderen Haß und Furcht auslöst.

Ich hatte schon vorher sowohl über die "Fugate Blues" als auch das Programm der Packpferd-Bibliothekarinnen gelesen gehabt, als ich dieses Buch also auf einem Blog erwähnt sah, beschloß ich, es zu lesen (und freue mich zu sagen, daß dem Maultier nichts passiert).


"The Three Investigators in The Mystery of the Laughing Shadow" = "Die drei ??? und der lachende Schatten" von William Arden 
(die Bücher wurden unter Nennung von Alfred Hitchcock als Autor veröffentlicht), Erstveröffentlichung 1969 😸
(Die drei ??? 12 (amerikanisch), 6 (deutsch))


Dieser neue Fall beginnt damit, daß Bob und Peter einen Hilferuf hören, einen seltsamen Schatten mit einem verrückten Lachen sehen und ein goldenes Amulett mit einer einer merkwürdigen Nachricht finden.
Werden die Jungen das Geheimnis des legendären Chumash-Schatzes lösen?

Ich habe diese Reihe vor langer Zeit gelesen und mache sie jetzt nochmal Stück für Stück durch, nachdem ich einen Blogpost darüber geschrieben habe. Dieses Buch ist das zwölfte in der Originalreihe und das sechste in der deutschen Reihe.

"The Thirty-Nine Steps" = "Die neununddreißig Stufen" von John Buchan, Erstveröffentlichung 1915


Richard Hannay ist gerade aus Rhodesien nach London gekommen und ihm ist langweilig, bis ihm ein Amerikaner von einer Mordverschwörung erzählt, bevor er selber getötet wird. Hannay muß der Polizei und der Macht hinter der Verschwörung entkommen. Wird es ihm gelingen, den Anschlag zu verhindern?

Als ich kürzlich meinen Hitchcock-Marathon erwähnte, lenkte eine Freundin meine Aufmerksamkeit auf die Bücher, die die Grundlage für einige der Filme waren.
In diesem Fall muß ich sagen, daß ich den Film wesentlich lieber mochte.

"The Home" von Penelope Mortimer, Erstveröffentlichung 1971


Von ihrem Ehemann Graham verlassen, der nach langer Ehe zu einer 22jährigen gezogen ist, versucht Eleanor aus ihrem neuen Haus ein Heim für sich selber und ihre Kinder zu schaffen, obwohl ihr ältester Sohn und ihre drei Töchter erwachsen sind und nach einem eigenen Leben suchen und ihr 15jähriger Sohn hauptsächlich in der Schule ist.
Sie stellt jedoch fest, daß sie von der Trennung zutiefst getroffen ist und sich schwertut, ein neues Leben zu beginnen.

Liz von Adventures in Reading, Running, and Working from Home hat mich in die Reihe "British Library Women Writers" eingeführt (nachdem ich das Buch gelesen hatte, habe ich gemerkt, daß sie dieses Buch hier rezensiert hat.) Ich habe geschaut, welche der Romane ich recht einfach finden konnte, das hier war einer davon.

"A Cast of Killers" von Sidney Kirkpatrick, Erstveröffentlichung 1986


1922 wurde der Filmregisseur William Desmond Taylor erschossen in seinem Bungalow aufgefunden. Der Mord verursachte Skandale und beendete Karrieren, er wurde nie aufgeklärt.
In den 60ern versuchte der Filmregisseur King Vidor den Fall aufzuklären, um daraus einen Film zu machen, was er schlußendlich nicht tat. Kirkpatrick benutzte Vidor gesammelte Dokumente und Notizen, um die Geschichte zu erzählen.

Es gibt einen Newsletter "Taylorology" zu diesem Fall und die Ausgabe 65 führt alle Fehler oder Auslassungen der Ausgabe von 1986 auf und ermuntert Leute, stattdessen die korrigierte Ausgabe zum 20. Jubiläum zu lesen.
Da ich durch Zufall auf dieses Buch gestoßen bin, wußte ich erst nach dem Lesen davon, aber ich bin gewöhnlich sowieso skeptisch gegenüber Veröffentlichungen, die einen Cold Case nach Jahrzehnten aufklären. Obwohl dies also offiziell ein Sachbuch ist, habe ich es nicht als solches gelesen (ich lese irgendwann vielleicht mindestens ein anderes Buch zum Fall), es hat mir aber trotzdem (oder gerade deswegen?) gefallen.

"The Rainfall Market" von You Yeong-Kwang, Erstveröffentlichung 2024


Serin hat ihren Vater früh verloren, sie und ihre Mutter sind arm und Serin ist überzeugt, daß ihr Leben zutiefst nutzlos ist.
Dann erhält sie ein goldenes Ticket für den mysteriösen Rainfall Market, wo sie ihr Leben für ein anderes austauschen kann, unterstützt vom Kater Issha.

Das war ein weiterer Neuzugang auf OverDrive.
Ich bin mir sicher, daß ich nicht die einzige bin, die hiervon Studio Ghibli-Vibes bekommt, auch wenn es sich um ein koreanisches Buch handelt. Ich sah beim Lesen praktisch die Dokkaebi im Ghibli-Stil vor meinem inneren Auge.
Eine nette, leichte und schnelle Lektüre.

"The Devil's Mill" von Walt Unsworth, Erstveröffentlichung 1968 😸


England, Mitte des 18. Jahrhunderts.
Nach einem Kutschenunfall schafft es ein 14jähriger Junge zu einer Farm im Peak District. Er hat sein Gedächtnis verloren und das Farmerpaar nennt ihn nach seinem verstorbenen Sohn Jeremy. Da sie aber versäumt haben, die Adoption offiziell zu machen, wird Jeremy zum Leibeigenen und als Lehrling in eine Baumwollspinnerei geschickt.
Während eines Aufstands brennt die Spinnerei nieder und der Besitzer beschuldigt Jeremy, der dank der Hilfe neuer Freunde entkommt. Seine Abenteuer sind damit aber noch nicht vorbei.

Als ich auf The Internet Archive nach einem anderen Buch suchte, fand ich eins von Unsworths drei Jugendbüchern über die Industrielle Revolution, "Grimsdyke". Es gefiel mir, ich suchte nach den anderen und fand noch dieses (allerdings nicht das dritte
, "Whistling Clough").
Wie schon "Grimsdyke" hat es mich nicht enttäuscht.

"The Case of the Heavenly Twin" von Christopher Bush, Erstveröffentlichung 1962


Privatdetektiv Ludovic Travers wird in einem Fall von Betrug hinzugezogen, in dem mehrere gefälschte Reiseschecks benutzt wurden.
Dann stirbt ein alter Freund von ihm und Travers wird engagiert, um einen seiner Enkelsöhne zu finden. Während der Suche stößt er auf weitere gefälschte Schecks. Stehen die Fälle in Verbindung?

Ich hatte noch nie von Christopher Bush gehört - soweit ich mich erinnere -, als Liz von Adventures in Reading, Running, and Working from Home eine Rezension eines seiner Bücher für eine 1952er Challenge auf ihrem Blog hatte. Nun stehen ein paar von seinen Büchern auf meiner Liste.

"The List of Suspicious Things" = "Unser Buch der seltsamen Dinge" von Jenny Godfrey, Erstveröffentlichung 2024


Es sind die 70er in Yorkshire und die Menschen haben Angst vor dem Yorkshire Ripper.
Die 12jährige Miv beschließt, daß sie und ihre beste Freundin ihn mit Hilfe der "seltsamen Dinge" finden müssen, die sie in ihrem Notizbuch vermerkt, während sie immer mehr über ihre Nachbarschaft und das Leben lernen.

Ein Neueintrag auf OverDrive.
Das Buch an sich hat mir gefallen, vielleicht weil mich die Freundschaft an eigene Freundschaften erinnert hat - und nein, ich habe nie nach einem Serienmörder gesucht - aber ich denke, ich hätte es noch lieber gemocht, wenn nicht gar so viele Trigger hineingepackt gewesen wären. Manchmal kommt es mir so vor, als könnten sich Autor*innen nicht stoppen und packen eins aufs andere, mir ist das in Büchern aufgefallen, aber auch in Filmen und Fernsehserien. Es gibt so etwas wie "zuviel".

Sonntag, 29. März 2026

Die Herren Pudels

"Die Herren Pudels" is natürlich kein korrektes Deutsch, es ist ein liebevoller Spitzname für meine Lieblingspudel. Sie sind zwar Herren, würden aber wahrscheinlich die Definition als "Herren und Meister" bevorzugen, denn das sind sie - Kosimo und Nemo Black Power vom Glashütter Täle.
Ihre Menschen haben mir schon mehr als einmal geholfen, und da ich noch eines meiner kleinen Fläschchen herumstehen hatte, dachte ich mir, ich könnte als kleines Dankeschön ein Pudelfläschchen für sie fädeln.

Ich schaute mir online Zeichnungen und Silhouetten von Pudeln an, um ein Gefühl für die Umrisse zu bekommen,  und machte dann mein eigenes Muster von Kosel und Nemo, wie sie einander anschauen. So weit so tut.
Da sie trotz ihres Namen weiß sind (mehr dazu später), wollte ich einen dunklen Hintergrund. Als ich aber hämatit dafür auswählte, hatte ich das nicht komplett durchdacht, was ich bemerkte, als ich zu ihren schwarzen Nasen kam. Ich hatte nicht vor, Reihen und Reihen von Perlen wieder herunterzuschneiden. Im richtigen Licht kann man die Nasen erkennen, aber sie sehen nicht ganz so spitz aus, wie das mit einem besseren Kontrast der Fall gewesen wäre, was tatsächlich recht gut hinhaut. Ich Glückspilz.
Bei den Halsbändern klappte das nicht ganz so gut. Die Köpfe sahen irgendwie schwebend aus, also mußte ich die paar Reihen tatsächlich auftrennen. Stattdessen wählte ich ein dunkles Rot für schmälere Halsbänder.


Keinen Modepudelhaarschnitt für die zwei!

Auf der Rückseite gibt es ein paar Herzchen und Silberperlen.


Falls ihr meine anderen Perlenfläschchen gesehen habt, ist euch vielleicht ein Unterschied zwischen ihnen und diesem hier aufgefallen.
Gewöhnlich gehen die Perlen ganz nach oben über die Schulter und den Hals. Ich fange beim Muster an, um sicherzustellen, daß ich es richtig positioniere - manche Muster sind ganze Bilder, was bedeutet, daß ich Reihen vom Hintergrund am unteren Ende habe, oder sie zeigen etwas nur teilweise, wie hier, wo die Pudel bis ganz nach unten gehen - dann fädle ich die Schulter und den Hals, und erst danach mache ich den Boden fertig, der übrigens nie ganz geschlossen ist.
Die Fläschchen, die ich bisher gemacht habe, sind nie dafür gedacht, Flüssigkeiten einzufüllen, sondern als Dekoration, obwohl ich zum Beispiel Nadeln darin aufbewahren kann oder etwas anderes, das durch die Halsöffnung paßt.

In diesem Fall dachte ich jedoch, daß es eine süße kleine Vase für eine einzelne Blüte oder auch ein paar sein könnte, zum Beispiel für Gänseblümchen (als Kind brachte ich meiner Mutter gern winzige Gänseblümchen"bouquets"). Die Pudelmenschen lieben Pflanzen.
Also hörte ich bei der Schulter mit dem Fädeln auf, was heißt, jetzt ist es fast wie eine dieser Kühlhüllen, man kann das Fläschchen einfach herausziehen, wenn man es saubermachen möchte. Tatsächlich gefällt mir die Idee.


Ich hatte aber das Gefühl, daß die Perlenhülle jetzt einen hübschen Rand brauchte.
Rosa Kristalle waren die selbstverständliche Wahl, denn Kosel ist 1. der Glitzermeister mit seinem Straß auf Schwarz-Halsband (Nemo hat weiße Schweizerkreuze auf Schwarz) und 1. liebt er Rosa. Ich habe ein Paar schwarze Slipper im Hausflur stehen und er hat mehr als einmal einen davon geklaut.


Es gab nur ein Problem. Ich konnte keinen symmetrischen Rand machen, weil ich eine Primzahl an Perlen hatte. Also wurde es stattdessen eine asymmetrische "Krone", was zur edlen Abstimmung der Meister paßt 😉


Nun die versprochene Erklärung für den Namen.
Ich habe mich oft gefragt, warum manche Tiere so verrückte Namen haben (Katzen sind eine Ausnahme, sie verdienen die wundervollsten und verrücktesten Namen, die es gibt), Pferde oder reinrassige Hunde, und ich möchte die Gelegenheit nicht versäumen, euch die Namen von Kosels und Nemos Eltern zu erzählen (mit Erlaubnis ihrer Menschen).
Kosels Vater ist Decathlon Alfredo Magdalena, seine Mutter Iska Black Power vom Glashütter Täle.
Nemos Vater ist Begin to Dream Love me Tender (ein sehr schöner französischer Pudel, der auch Merlin genannt wird) und seine Mutter ist Kosels Schwester Kosima 
Black Power vom Glashütter Täle.
Die Dame, von der Kosel und Nemo kommen, hatte früher tatsächlich schwarze Pudel und verliebte sich dann in die dunklen Augen weißer Pudel, wollte aber den Namen nicht ändern.


Was kommt als nächstes dran?
Nun, ich habe einen Plan, ein WIP und den Anfang eines kleinen Experiments, also kann ich euch gar nicht sagen, was es sein wird, aber ich hoffe, ihr werdet hier sein, wenn es so weit ist!

Freitag, 27. März 2026

Weekend Traffic Jam Reboot - Woche 149

Willkommen beim Weekend Traffic Jam Reboot!
Meine Posts für den Linkup gehen freitags um 3.30 morgens live (das ist dem Zeitunterschied zu den USA geschuldet).



Happy International Whisk(e)y Day!
Kein Scherz. Das Event wurde 2008 angekündigt und am 27. März 2009 erstmals zu Ehren des englischen Bier- und Whiskykritikers Michael Jackson gefeiert.
 Bringt es aber nicht mit dem Welt-Whisky-Tag im Mai durcheinander.
Also dann - prost!


Seid ihr für das Wochenende bereit?

Als Teil des Reboots werden wir jede Woche einen anderen Blog vorstellen.
Wie wäre es, wenn ihr vorbeischaut und hallo sagt? Sagt ihnen, daß wir euch geschickt haben.



Diese Woche fällt unser Spotlight auf Huisvlijt.


Nicole von Huisvlijt schreibt: "Al ruim 20 jaar blog ik op Huisvlit over alles waar je in het leven mee te maken krigt. Van praktische ..." Oh, entschuldigt, hatte ich nicht erwähnt, daß Nicole in den Niederlanden ist? Keine Sorge, man kann auf ihrem Blog ganz einfach auf Englisch umschalten oder im Browser auf Deutsch! Probieren wir es jetzt nochmal. "Seit über 20 Jahren habe ich auf Huisvlijt über alles geschrieben, was einem im Leben so begegnet. Von praktischen Angelegenheiten bis zu persönlichen Dingen. Huisvlijt bietet praktische Information, Inspiration und Ansätze aus persönlicher Erfahrung. ... Nicole Orri
ëns: UU-Psychologin, Mutter und professionelle Bloggerin. Ich habe an der Universität Utrecht Psychologie studiert und dort 1993 meinen Masterabschluß in Psychologie gemacht. Auf meinen Blogs verbinde ich meinen akademischen Hintergrund mit dem täglichen Leben."


Marsha von Marsha in the Middle hat 2021 als Training mit dem Bloggen angefangen, um ihre Neuroplastizität zu erhöhen. Ach, wem machen wir was vor? Marsha hat mit dem Bloggen angefangen, weil sie Kleidung liebt, und sie redet oder in diesem Fall schreibt einfach gern!

Melynda von Scratch Made Food! & DIY Homemade Household - Der Name sagt schon alles, wir haben uns im Osten von Texas angesiedelt, wobei sich drei Generationen das Land teilen. Ich koche und backe alles selber, wenn ich nicht gerade gärtnere oder den Hühnern nachlaufe, und stricke!

Lisa von Boondock Ramblings erzählt von den Büchern, die sie schreibt und liest, ihrem Glauben, Home-Schooling, Fotografie und mehr.

Cat von
 Cat's Wire hat, was sie ein Springspinnengehirn nennt. Sie hat viele Interessen und bloggt über das, was immer gerade ihre Aufmerksamkeit erregt - Handarbeiten, Bücher, alte Filme, Sammelwertes oder "einfach nur so".

Rena von Fine Whatever Blog schreibt über Stil, Leben im mittleren Alter und die "gut, was auch immer" Momente, die dem Leben Sinn und Spaß geben. Seit 2015 feiert sie Kreativität, Selbstvertrauen und die Freude am Alltag.


Hier ist meine Auswahl von ein paar Posts aus dem Linkup der letzten Woche (englischsprachig).


Lisa spricht darüber, nicht immer gleich das Schlimmste anzunehmen.

Wenn ihr noch nicht bereit für graue Haare seid, hat Alison ein paar Tips zur Anwendung von Tonern.


Ich habe die Bücher von Laura Ingalls Wilder selber nie gelesen (und nur ein paar Folgen gesehen), aber wenn ihr Fans seid, ist Lisas Post über "Pa" Ingalls vielleicht interessant für euch.

Liebt ihr Bücherläden? Lydia zeigt euch einen besonderen in Venedig.



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