Mittwoch, 1. Juli 2026

A Good Book & a Cup of Tea - Juli 2026 Linkparty

Willkommen zu A Good Book & A Cup of Tea (eine monatliche buchbezogene Link Party)!
Dieser Link Up ist für Posts zu Büchern und Lesen oder alles, was damit zu tun hat (sogar Filme, die auf Büchern basieren!).


Jede Linkparty wird einen Monat lang offen sein.
Meine Mithosts für diesen Event sind Lisa von Boondock Ramblings und Erin von Still Life, With Cracker Crumbs.
Ihr könnt bei jeder von uns verlinken.


Hier sind meine Lieblingsposts aus der Juni-Party (englischsprachig).

Gail stellt die Bücher vor, die sie im Juni gelesen hat.

Veronica listet die Queer-Bücher auf, die ihr seit dem letzten Pride Month gefallen habe, und beschreibt sie in fünf Worten.

Ich habe Laura Ingalls Wilder selber nie gelesen, aber Lisas Post über Charles Ingalls war sehr interessant.


These are the guidelines:

1. For bloggers, you can link unlimited posts related to books and reading. They can be older posts or newer posts. These can be posts about what you’re reading, book reviews, books you’ve added to your shelf, reading habits, what you’ve been reading, about trips to the bookstore, etc. You get the drift.
2. Link to a specific blog post (URL of a specific post, not just your website). Feel free to link up any older posts that may need some love and attention, too.
3. Please visit at least two other bloggers on this list and comment on their posts. Have fun! Interact! Get some book recommendations.
4. Readers can click the blue button below to visit blog posts.
5. If you add a link you are giving me permission to share and link back to your post(s).


You are invited to the Inlinkz link party!

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Dienstag, 30. Juni 2026

Meine Juni-Bücher

Dies ist ein Überblick der Bücher, die ich in einem Monat fertiggelesen habe (nicht unbedingt im selben Monat angefangen) und die ich Gundel vorgelesen habe (mit 😸 markiert).
Ich werde jeweils eine kurze Erklärung hinzufügen, warum ich ein Buch ausgewählt oder wie ich es gefunden habe und vielleicht auch, ob es ein Kandidat zum Wiederlesen ist, aber ich werde keine richtigen Rezensionen oder Bewertungen abgeben (Gundel weigert sich ebenfalls zu bewerten). Solltet ihr aber etwas mehr Info zu einem Buch haben wollen, an dem ihr interessiert seid, laßt es mich einfach wissen.

Ein sehr seltsamer Monat mit mehreren abgebrochenen Büchern. Was ich interessant fand war, daß ich einen Moment lang sogar zögerte, das dritte auf die Liste zu setzen, fast so als würde ich versuchen, mein "Versagen" zu verstecken. Lesen sollte sich nicht schuldig anfühlen, egal ob man etwas mochte oder nicht. Dann hatte ich halt das Pech, Bücher auszusuchen, die ich nicht fertiglesen wollte. Was nun? Wird meine Bibliothek mich in Schande hinauswerfen? Nun, hat sie nicht, das einzige, was passierte, war, daß ich wünschte, ich hätte die Zeit stattdessen auf andere Bücher verwendet.
Als ich Ende dess Monats ein viertes hinzufügen mußte, gab ich dafür zuerst der Hitze die Schuld, aber wenn es die Hitze war, warum war ich absolut zufrieden mit den beiden anderen Büchern, die ich zu der Zeit las (wenn auch langsam)?

"Peter Ustinov: The Gift of Laughter" = " Peter Ustinov : Die Gabe des Lachens. Seine Lebensgeschichte" von John Miller, Erstveröffentlichungen 2002


Peter Ustinov - Theater- und Filmschauspieler, Autor von Theaterstücken und Romanen, Regisseur, Produzent, Philanthrop, Universitätskanzler, Interviewer, Unterhalter - war ein erstaunlicher Mann.
Dies ist seine Biographie.

Als ich Ustinov kürzlich erwähnte, fiel mir auf, daß ich nie eine komplette Biographie von ihm gelesen hatte (ich las das Buch seiner Mutter vor Urzeiten). Er war immer äußerst populär in Deutschland, also wurde es Zeit, das nachzuholen, und es hat mir auch gut gefallen.

"Das Dorf in den roten Wäldern" von Louise Penny, Erstveröffentlichung 2005
(Der erste Fall für Gamache)


Als eine der Einwohnerinnen des kleinen Dorfs Three Pines tot aufgefunden wird, werden Armand Gamache und sein Team mit dem Fall betraut. War es ein Jagdunfall oder Mord?

Ich hatte nur die zweite Verfilmung von "Three Pines" mit Alfred Molina gekannt - in der dieses Buch nicht vorkommt - und dachte, ich probiere mal die Bücher aus. Ich glaube, ich mochte die Vorstellung von Three Pines und Gamache mehr als den Fall selber und der Schluß war etwas schwach und offensichtlich, aber es war eine schnelle Lektüre und die Reihe bleibt erstmal auf meiner Liste.

"The Three Investigators in The Mystery of the Coughing Dragon" = "Die drei ??? und der unheimliche Drache" von Nick West (die Bücher wurden unter Nennung von Alfred Hitchcock als Autor veröffentlicht), Erstveröffentlichung 1970 😸
(Die drei ??? 14 (amerikanisch), 9 (deutsch))


Als die drei ??? gebeten werden, den vermißten Hund von Alfred Hitchcocks Freund Mr. Allen zu finden, erwarten sie nicht, mit einem Drachen in einer Höhle konfrontiert zu werden!

Ich habe diese Reihe vor langer Zeit gelesen und mache sie jetzt nochmal Stück für Stück durch, nachdem ich einen Blogpost darüber geschrieben habe. Dieses Buch ist das vierzehnte in der Originalreihe und das neunte in der deutschen Reihe.

"The Correspondent" = "Die Briefeschreiberin" von Virginia Evans, Erstveröffentlichung 2025


Sybil ist 73 und eine begeisterte Briefeschreiberin.
Sie schreibt an Familie, Freunde, Autoren, Nachbarn - und in diesen Briefen erzählt sie uns von ihrem Leben jetzt und damals und davon, was sie am meisten bedauert.

Ich hatte das Buch in Blogs erwähnt gesehen, aber keine Besprechungen gelesen. Als es bei den Neueinträgen auf OverDrive auftauchte, merkte ich es vor, und es war es wert, monatelang darauf zu warten.
Ich habe schon früher bemerkt, daß mir die Briefform gefällt (das begann mit "Daddy Langbein"). Dies ist ein Buch, das ich mir tatsächlich kaufen werde.

"High Wages" von Dorothy Whipple, Erstveröffentlichung 1930


Die Geschichte spielt in den 1910ern und erzählt von Jane, die als Verkäuferin in einem Textilgeschäft anfängt und schließlich nach dem 1. Weltkrieg ihren eigenen Laden eröffnet.

Ich bin auf den Titel durch Zufall auf einem Blog gestoßen, dem ich gewöhnlich nicht folge, und war an der Geschichte von Verkäuferin zu Geschäftseigentümerin interessiert.
Nachdem ich das Sachbuch "The Bookshop, The Draper, The Candlestick Maker" von Annie Gray gelesen hatte, gefiel mir dieses Buch nicht nur wegen der Geschichte selber, sondern auch wegen der Beschreibungen der Geschäfte.


"Peter Pan: The Story of Peter and Wendy" = "Peter Pan" von J. M. Barrie, Erstveröffentlichung als Roman 1911 unter dem Titel "Peter und Wendy"


Peter Pan, der Anführer der Verlorenen Jungs, ist ein schelmischer Junge, der auf der Insel Nimmerland lebt. Er möchte für immer ein kleiner Junge bleiben und Abenteuer erleben.
Eines Nachts nimmt er die Kinder Wendy, John und Michael Darling mit zur Insel, damit Wendy, die Älteste und das einzige Mädchen, ihre Mutter werden kann.

Aus dem digitalisierten Buch,
das ich gelesen habe

Ich hatte "Peter Pan" als Theaterstück gesehen und wollte vor dem Anschauen der ersten Verfilmung auch das Buch lesen.

"Peter Pan in Kensington Gardens" von J. M. Barrie, Erstveröffentlichung 1906 (das meiste davon war bereits Teil des Romans "Kleiner weißer Vogel" von 1902 gewesen)


Man könnte dies Peter Pans Ursprungsgeschichte nennen - wie er aus dem Fenster des Kinderzimmers flog, als er hörte, wie Pläne über sein Leben als Erwachsener gemacht wurde, und in die Kensington Gardens ging, um dort bei den Vögeln zu leben.

Ich hatte hierüber noch überhaupt nichts gehört, bevor ich damit anfing, für eine Stummfilmbesprechung etwas über Peter Pan nachzulesen.
Die Illustrationen von Arthur Rackham sind wunderschön.

"Agnes Aubert's Mystical Cat Shelter" = "Agnes Auberts zauberhafte Katzenzuflucht" von Heather Fawcett, Erstveröffentlichung 2026


Agnes Katzenhilfe (ich finde die deutsche Übersetzung "Zuflucht" hier seltsam) braucht eine neue Bleibe, nachdem ein Duel zwischen Magiern mehrere Gebäude zerstört hat. Ist es Zufall, daß sie in ein Gebäude zieht, in dem einer dieser Magier aus dem Keller heraus sein illegales Geschäft betreibt?

Katzen! Das schien mir ausreichend, um dieses Buch zu lesen. Ich denke, nach dem hier werde aber von Fawcetts Büchern zukünftig die Finger lassen. Es erinnerte mich viel zu sehr an einen Film, den ich gesehen habe (das Buch, auf dem er beruht, kenne ich noch nicht) und liebe, für dieses Buch konnte ich nicht dieselbe Begeisterung aufbringen.

"Miss Buncle's Book" von D. E. Stevenson, Erstveröffentlichung 1934


Miss Buncle braucht Geld, also schreibt sie ein Buch, und da sie keine Fantasie hat, schreibt sie über ihr eigenes Dorf.
Das Buch wird ein Bestseller und Miss Buncles Nachbarn sind nicht amüsiert, etwas über sich selbst durch die Augen von jemand anderem gesehen zu erfahren.

Nachdem ich letzten Monat "Celia's House" gelesen habe und es mir sehr gefiel, habe ich mit diesem Buch weitergemacht und hatte eine Menge Spaß damit.


"Hildur - Die Spur im Fjord" von Satu Rämö, Erstveröffentlichung 2022
(Hildur 1)


Hildur Rúnarsdóttir ist Kriminalbeamtin in den Westfjorden Islands. Immer noch vom Verschwinden ihrer beiden Schwestern 25 Jahre zuvor verfolgt ist sie auf Fälle vermißter Kinder spezialisiert.
Diesmal wird jedoch ein Pädophiler mit durchgeschnittener Kehle gefunden und er bleibt nicht der letzte Tote. Zusammen mit ihrem finnischen Kollegen Jakob versucht sie die Punkte zu verbinden.

Gail von
 Is This Mutton hat das vierte Buch aus der Reihe empfohlen, also dachte ich, ich probiere es mal.
Ich hätte zwar gern weniger Wiederholgungen und Detailbeschreibungen von Workouts gehabt, das nächste Buch ist aber dennoch auf meiner Liste.


"Cinder House" von Freya Marske, Erstveröffentlichung 2025


Das ist eine Nacherzählung von Aschenputtel, aber mit einer interessanten Wendung.

Das Buch war ein Zufallsfund auf OverDrive.


"Return to Foreverware" von Mike Ford, Erstveröffentlichung 1997
(Eerie, Indiana 1)


Die Freunde Marshall und Simon übernehmen einen Wochenendjob bei den Stewarts, um deren Dachboden auszumisten. Etwas ist jedoch seltsam an dem Paar, das in den 70ern steckengeblieben zu sein scheint.

Das Buch ist das erste in der Reihe, die auf der Kinderfernsehserie "Eerie, Indiana" basiert.
Ich habe es für einen Blogpost nochmal gelesen.

"Der Steppenwolf" von Hermann Hesse, Erstveröffentlichung 1927 😸


Harry Haller sieht sich selber als zwei Seelen, den Menschen und den Steppenwolf. Zwischen beiden hin- und hergerissen, versucht er den Sinn in der Welt und seinem Leben zu sehen.

Ich hatte seit der Schule keine deutschen "Klassiker" mehr gelesen und beschloß, es jetzt mit einem im Monat zu versuchen. Keine Ahnung, wie dieses Projekt ausgehen wird.
Das war wahrscheinlich nicht das beste Buch für den Anfang. Hätte ich es nicht laut gelesen, wäre es ziemlich sicher ein DNF geworden, auf die Liste zum Wiederlesen kommt es jedenfalls nicht.

"Classic Movie Comedians" von Neil Sinyard, Erstveröffentlichung 1992


Dieser Band stellt uns einige der großen Komödianten der Leinwand vor. Es gibt ein Kapitel über Charlie Chaplin, Buster Keaton, Harold Lloyd und Harry Langdon, Stan Laurel und Oliver Hardy, W. C. Fields und die Marx Brothers.

Sinyard ist ein britischer Filmkritiker und offensichtlich ein großer Fan von Chaplin, da dieser nicht nur ein Kapitel bekam, das mehr als zehn Seiten länger als all die anderen war, sondern auch konstant in den anderen Kapiteln erwähnt wird. Als Kurzeinführung war es in Ordnung und eine schnelle Lektüre mit einer Menge Bildern. 


"Coming Up for Air" = "Auftauchen, um Luft zu holen" von George Orwell, Erstveröffentlichung 1939


George Bowling ist sich sicher, daß es bald wieder Krieg geben wird. Er beginnt sich an sein Leben als Kind und junger Mann in Lower Binfield vor dem 1. Weltkrieg zu erinnern, und da er bei einem Rennen etwas Geld gewonnen hat, beschließt er, für ein paar Tage dorthin zurückzukehren, um die Idylle wiederzufinden. Er findet jedoch schnell heraus, daß man nicht mehr zurückkehren kann.

Dies war eines der Lieblingsbücher meines Ex. Ich bin vor kurzem durch Zufall darauf gestoßen und dachte, ich lese es endlich mal.



DNF:

"Theo of Golden" = "Theo in Golden" von Allen Levi, Erstveröffentlichung 2025


Ein alter Mann taucht in der Stadt Golden auf und freundet sich dort mit den Einwohnern an, indem er die Bleistiftporträts kauft, die an den Wänden des Coffee Shops hängen, sie den Menschen auf den Bildern schenkt und sich ihre Geschichten anhört.

Ich sah das Buch immer wieder auf Blogs und fand die Idee mit den Porträts ganz interessant. Dann kämpfte ich mich durch das halbe Buch, nur weil ich dachte, ich müßte irgendetwas verpaßt haben. Ich wünschte, ich hätte eher auf mein Bauchgefühl gehört. Auf keinen Fall etwas für mich.

"Something Wicked This Way Comes" = "Das Böse kommt auf leisen Sohlen" von Ray Bradbury, Erstveröffentlichung 1962


Zwei dreizehnjährige Freunde, Jim und William, bekommen es mit den Alpträumen eines fahrenden Jahrmarkts und seinem Leiter Mr. Dark zu tun, der seltsame Kräfte hat.

Ich habe etwas mehr als ein Drittel des Buches geschafft, aber obwohl die Idee interessant war, gefiel mir der Stil überhaupt nicht. Es schien, als habe der Verfasser mehr Spaß daran, mit Sprache zu spielen als die Geschichte zu erzählen, und in diesem Fall funktionierte das für mich einfach nicht.


"The Female Detective" von Andrew Forrester, Erstveröffentlichung 1864


Das Buch erzählt von mehreren Fällen von Mrs Gladden, der ersten professionellen Detektivin in der britischen Erzählliteratur.

Ich dachte, das wäre genau das Richtige für mich, aber nach einem Drittel gab ich auf, weil ich den Stil furchtbar trocken und langweilig fand. Ich konnte nicht umhin zu denken, daß eine Frau das anders geschrieben (und interessanter gemacht) hätte.

"The Librarianist" von Patrick deWitt, Erstveröffentlichung 2023


Dies ist "die Geschichte von Bob Comet, einem Mann, der sein Leben durch und für Literatur gelebt hat, sich dessen nicht bewußt, daß seine eigene Erfahrung eine bewegende und rührende Erzählung in sich ist."

Ich gestehe, daß mich der Titel und das Cover angezogen haben, aber es wurde zu wenig über Bücher geredet und gab zuviel langweiligen Rückblick. Ich mochte den ersten Teil wirklich, in dem Bob spontan als Freiwilliger in einem Seniorencenter anfängt, aber je länger der Rückblick dauert, um so mehr bewegte mich die Erzählung auf die falsche Weise. Ich habe es durch das halbe Buch geschafft und war nicht mal daran interessiert, wie es endet.


Übrigens, falls ihr Buchbesprechungen schreibt oder Blogposts über andere Dinge, die mit Büchern zu tun haben - sogar Filme, die auf Büchern basieren - schaut bitte bei "A Good Book and a Cup of Tea" vorbei, einer monatlichen Buch-Linkparty, deren Host ich zusammen mit Erin von Still Life, With Cracker Crumbs und Lisa from Boondock Ramblings bin. Hier könnt ihr mehr herausfinden.

Samstag, 27. Juni 2026

Einfach nur so Samstag - Postkarten

Erinnert ihr euch an diesen Post über eine Postkarte, die in das Haus zurückkehrte, aus dem sie kam? Nach fast 50 Jahren?


Nun denkt ihr vielleicht, daß das jetzt nur ein weiteres Beispiel von Nostalgie ist, und zum Teil ist es das wahrscheinlich, für mich bedeutet es aber tatsächlich, mehr über unsere Heimatstadt und ihre Geschichte zu erfahren.
Manchmal dauert es eine Weile, online etwas zu finden, manchmal gibt es nichts zu finden.

Und die Rückseiten der Karten - wie im obengenannten Fall - können ebenfalls sehr interessant sein, aber das ist vielleicht eine Geschichte für ein andermal.

Kürzlich wurde mir klar, daß ich absolut nichts über die Geschichte der Postkarte an sich wußte. Ein neues Kaninchenloch? Wohl eher ein ganzer Kaninchenbau. Es gibt da draußen soviele Seiten dazu, und obwohl sie in manchem übereinstimmen, tun sie das bei anderen Dingen nicht - hört sich das nicht vertraut an ... Wer war der erste, der die "echte" Postkarte erfand? Welches Land war das erste? Was ist eine "echte" Postkarte überhaupt? Es gibt Postkarten und Bildpostkarten. Um ehrlich zu sein, war mein Gehirn davon überfordert, das alles zu sortieren und vor allem in einen Post zu packen, der kürzer als eine Abhandlung ist, und ich habe kläglich versagt.
Sagen wir also einfach, daß es scheinbar so richtig im 19. Jahrhundert angefangen hat (ich bleibe damit auf der sicheren Seite) und daß sich die meisten Quellen einig sind, daß diese österreichischen "Korrespondenzkarten" die ersten "echten" Postkarten sind, obwohl es schon vorher Karten gegeben hat.
Hier ist eine Seite von einer Postkartenausstellung mit der Geschichte.

Korrespondenzkarte von 1869
Gemeinfrei über Wikipedia

Als Heinrich von Stephan, der die deutsche Post neu organisierte, 1865 etwas Ähnliches vorschlug, das "offene Postblatt", das dank aufgedruckter Briefmarke einen Umschlag überflüssig machen sollte, wenn man nur eine kurze Nachricht schicken wollte, wurde die Idee nicht gut aufgenommen.
Was wenn zum Beispiel die Bediensteten die Post ihrer Herrschaft lasen? Wie stand es um die Wahrung der öffentlichen Moral? Menschenopfer, Hunde und Katzen in Frieden miteinander, Massenhysterie! Sorry, das ist ein Zitat aus "Ghostbusters".
Jedenfalls setzten sich Postkarten auch in anderen Ländern durch, nachdem die österreichische Karte so ein Riesenerfolg war, selbst in Deutschland. Ich konnte keine Information über die Dienerschaft-Herrschaft-Krise in diesem Zusammenhang finden 
😉
Gegen Ende des Jahrhunderts gab es immer mehr Bildpostkarten. Bilder konnten Lithographien sein, manchmal koloriert, oder Fotos. Sie zeigten einzelne Gebäude, Straßen, Parks, aber auch Menschen.
Monarchien nutzten Postkarten zum Beispiel für Propaganda, indem sie ihre Familien als Vorbilder für ihre Untertanen darstellten und um ein positives Bild von sich zu formen - was bei manchen funktionierte, anderen aber nicht. Dabei fallen einem beispielsweise die Romanovs, Queen Victoria, Kaiser Wilhelm II. ein.

Frühe Karten sahen noch anders aus. Im Gegensatz zu den Karten, die ihr vermutlich kennt, war eine Seite nur für die Adresse gedacht, die Nachricht wurde über, unter oder um das Bild herum geschrieben, wie in diesem Panorama von Göppingen aus dem 1903, das aus drei Postkarten besteht.
Bei nur einer Karte konnte der Absender nicht sehr viel Text unterbringen
.


Vielleicht veränderten sich Postkarten deshalb später. Die Bilder nahmen eine ganze Seite ein und die Rückseite war aufgeteilt in einen Teil für die Anschrift und einen für die Nachricht.
Ist die Handschrift nicht schön? So gerne ich aber Sütterlinschriften anschaue, ist es für uns heute nicht immer einfach, sie zu entziffern.


Es überrascht mich oft, was Absender auf Postkarten teilen. Manchmal ist es nur ein Gruß von einem kurzen Ausflug, einem Besuch, einem längeren Urlaub, anläßlich eines Feiertaags, ein Dankeschön, aber wir haben mehr als eine gesehen, die aus einem Krankenhaus geschrieben wurde, und die Neuigkeiten waren nicht immer sehr gut.

Neujahrsgrüße. Ihr denkt vielleicht, daß das Wort und die Blumen handgemalt
sind, aber sie sind aufgedruckt, wahrscheinlich nach einem handgemalten Entwurf.

Ich habe an Autos im allgemeinen kein großes Interesse, aber schaut euch diese Schönheiten an!
Mir gefällt ein schöner alter Käfer einfach. Dieses Lokal liegt außerhalb der Stadt an einem Stausee. Nur sieht man dort keine Käfer mehr.
Auf der anderen Karte seht ihr unser Renaissanceschloß. Wenn ihr genau hinschaut, seht ihr nicht nur die alten Autos, sondern auch - leider verschwommen - eine Pferdekutsche im Hintergrund.


Die folgenden Bilder sind keine Postkarten, sondern Belegexemplare, die als Vorlagen dienten. Tatsächlich sind sie nur halb so groß wie eine Karte.
Sie wurden von einem lokalen Fotografen aufgenommen. Viele meiner Karten wurden von lokalen Fotografen, Buch- oder Schreibwarenläden hergestellt.


Das ist der alte Bahnhofsplatz mit dem Postamt auf der rechten Seite.


Noch mehr alte Autos, für mich war es jedoch interessant, von der sogenannten Kraftpost zu erfahren. Diese Nachfolger der Postkutschen waren Postbusse, die in Deutschland (auch andere Länder hatten so etwas) für eine Kombination aus Postversand und Passagiertransport genutzt wurden. Am Postamt sieht man ein Schild. Hier ist es unleserlich, aber ich kenne auch ein Bild mit einem späteren Schild, das man gut lesen konnte.

Machen wir hier Schluß, sonst höre ich vielleicht gar nicht mehr auf.
Ich hoffe, ich habe euch nicht zu sehr gelangweilt, aber vielleicht habt ihr jetzt eine kleine Vorstellung davon, wie Postkarten die Geschichte im Laufe der Jahre illustriert haben, egal ob ihr nur an der eurer Stadt oder Gegend oder an Weltgeschichte interessiert seid.
Wann habt ihr das letzte Mal eine Karte geschickt?

Freitag, 26. Juni 2026

Weekend Traffic Jam - Woche 162

Willkommen beim Weekend Traffic Jam Reboot!
Meine Posts für den Linkup gehen freitags um 3.30 morgens live (das ist dem Zeitunterschied zu den USA geschuldet).


Gundel ist sich nicht sicher, was in mich gefahren ist, nachdem ich ihr mitgeteilt habe, daß wir versuchen werden, jeden Monat einen deutschen Klassiker zu lesen (was mehr oder weniger realistisch sein könnte, weniger, wenn man an die echt fetten denkt).
Was sie wirklich verwirrte war, daß ich darauf bestand, mit Hesses "Der Steppenwolf" anzufangen und ihn ihr vorzulesen. Wenn es um eine Katze gegangen wäre, aber Wölfe in einem drin?
Komisch, man würde denken, daß sie nach neun Jahren an meine verrückten Ideen gewöhnt wäre, aber dieser Blick sagt etwas anderes
.



Seid ihr für das Wochenende bereit?

Als Teil des Reboots werden wir jede Woche einen anderen Blog vorstellen.
Wie wäre es, wenn ihr vorbeischaut und hallo sagt? Sagt ihnen, daß wir euch geschickt haben.

Diese Woche fällt unser Spotlight auf
 Moore or Less Cooking.


Nettie von Moore or Less Cooking schreibt: "Nettie ist die Köchin, Bäckerin, Fotografin und Designerin hinter dem Moore or Less Cooking Food Blog. Wenn sie nicht mit dem Kreieren, Anpassen und Testen von Rezepten beschäftigt ist, mag sie gerne Lesen, Reisen und Outdoor-Aktivitäten. Ihre wahren Leidenschaften sind Essen und Design. Setzt euch, schaut euch um und genießt den Geschmack!
"


Marsha von Marsha in the Middle hat 2021 als Training mit dem Bloggen angefangen, um ihre Neuroplastizität zu erhöhen. Ach, wem machen wir was vor? Marsha hat mit dem Bloggen angefangen, weil sie Kleidung liebt, und sie redet oder in diesem Fall schreibt einfach gern!

Melynda von Scratch Made Food! & DIY Homemade Household - Der Name sagt schon alles, wir haben uns im Osten von Texas angesiedelt, wobei sich drei Generationen das Land teilen. Ich koche und backe alles selber, wenn ich nicht gerade gärtnere oder den Hühnern nachlaufe, und stricke!

Lisa von Boondock Ramblings erzählt von den Büchern, die sie schreibt und liest, ihrem Glauben, Home-Schooling, Fotografie und mehr.

Cat von
 Cat's Wire hat, was sie ein Springspinnengehirn nennt. Sie hat viele Interessen und bloggt über das, was immer gerade ihre Aufmerksamkeit erregt - Handarbeiten, Bücher, alte Filme, Sammelwertes oder "einfach nur so".

Rena von Fine Whatever Blog schreibt über Stil, Leben im mittleren Alter und die "gut, was auch immer" Momente, die dem Leben Sinn und Spaß geben. Seit 2015 feiert sie Kreativität, Selbstvertrauen und die Freude am Alltag
.


Hier ist meine Auswahl von ein paar Posts aus dem Linkup der letzten Woche (englischsprachig).



Lisa schreibt über die Schönheit von Namen.

Sally erzählt uns, welche Tiere ihr am Herzen liegen.

Debbie zeigt uns ihre Küchendekoration mit "Hennen & Hähnen und Bienen".

Paula spricht über "Ihre Königliche Hoheit" namens Little Girl und was sie für sie ist.

Shelbee ist von fließenden Kleidungsstücken besessen.


Macht mit beim Linkup!

Richtlinien:

Diese Linkparty ist nur für Blogposts. Alle anderen Links werden gelöscht.
Bitte verlinkt nur Blogposts, die ihr selber geschrieben habt. Bitte verlinkt direkt zur URL eures Blogposts und nicht der Homepage eures Blogs.
Bitte verlinkt nicht auf Videos, Verkaufsanzeigen oder Links auf sozialen Medien, wie zum Beispiel YouTube-Videos oder -Shorts, Instagram- oder Facebook-Reels, TikTok-Videos oder anderen Beiträge auf sozialen Medien.
Bitte besucht auch andere Blogs und laßt einen Kommentar da.

Zur Beachtung:
Wenn ihr am Weekend Traffic Jam Reboot teilnehmt, versichert ihr damit, daß der Inhalt euch gehört und ihr uns erlaubt, denselben zu teilen, falls euer Post oder euer Blog erwähnt werden.
Wir begrüßen unbegrenzten familienfreundlichen Inhalt. Dazu können Meinungsposts, Rezept, Reiseberichte, Modeideen, Handarbeiten, Second-Hand-Einkaufen, Lifestyle, Buchrezensionen  oder -diskussionen, Fotografie, Kunst und noch vieles mehr gehören!
 



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Donnerstag, 25. Juni 2026

Stummfilme - Snow White

Habt ihr gewußt, daß Walt Disneys "Schneewittchen und die sieben Zwerge" dadurch inspiriert wurde, daß er im Alter von 15 Jahren einen Stummfilm angeschaut hat?
Sehen wir uns diesen Film einmal an - "Snow White" von 1916.


Hier ist die Handlung (Spoileralarm, schauen wir doch, ob alles so ist, wie ihr es erwartet!).

Der Film beginnt mit Santa Claus. Ich war auch überrascht.
Santa Claus stellt ein paar Puppen auf einen Tisch, die sich dann in unsere Figuren verwandeln. Charmant
.


"Es war einmal eine schöne Königin namens Imogene, die sich beim Sticken auf einem Ebenholzrahmen in den Finger stach und den Tropfen Blut auf den Schnee vor dem Fenster abschüttelte. Es sah so hübsch aus, daß sie sagte: 'Ich wünschte, ich hätte ein Töchterlein mit Haut weiß wie Schnee, Lippen rot wie blut und Haaren so schwarz wie mein Ebenholzrahmen.'"
Natürlich wissen wir, daß ihr Wunsch erfüllt wurde, aber eine böse Hofdame, Brangomar, verschwor sich mit der Hexe Hex, um schöner zu werden als das Mädchen. Richtig, wir bekommen zwei Bösewichte zum Preis von einem.
Für ihre Hilfe und den Zauberspielgel verlangt die Hexe Schneewittchens Herz.


Wie von Hex vorhergesagt stirbt Königin Imogene und Schneewittchens Vater heiratet Brangomar, die ihre Stieftochter nicht besser behandelt als eine Küchenmagd, also muß sie die neuen Hofmädchen in der Küche empfangen.
 

Zum Haus von Berthold, dem Jäger, ausgeschickt, um Enten für das Essen zu holen, sieht Schneewittchen einen Sittich im Käfig und sagt Bertholds Kindern, daß sie niemals einen Vogel einsperren sollen. Sie lassen ihn frei und schaffen es gerade noch nach draußen, um zu verhindern, daß ihn Prinz Florimond von Calydon, der auf der Jagd ist, tötet. Natürlich verguckt er sich sofort in sie.


Sie begegnen sich wieder, als er zum Hof kommt. Die Hofmädchen leihen Schneewittchen alle etwas zum Anziehen aus (ich bin mir nicht sicher, wie sie trotzdem hinterher alle noch voll angezogen sind, außer den Schuhen) und alle sind verschleiert, um sie so zu verbergen, aber Florimond geht gradewegs auf sie zu.
Brangomar ist recht schockiert über die Nachricht, die der Prinz von seinem Vater überbringt, der möchte, daß sein Sohn seine Cousine Schneewittchen heiratet. Nach kurzer Verwirrung (der Film ist nicht ganz vollständig, vielleicht ist das so ein Moment) beschließt Brangomar, daß sie ein Jahr und einen Tag warten müssen, während dieser Zeit wird sie Schneewittchen in ein "Internat für rückständige Prinzessinnen" schicken. Wow, das ist gemein.


Arme Brangomar, nicht nur ist der Prinz nicht ihretwegen gekommen, sondern nur sagt ihr auch noch der Spiegel, daß sie nicht mehr die Schönste ist, UND Hex taucht in einer Rauchwolke auf, um das versprochene Herz einzufordern. Die Dinge, mit denen sich eine böse Königin herumschlagen muß!
Also ruft sie Berthold zu sich und gibt ihm den Befehl, ihr Schneewittchens Herz zu bringen, sonst wird sie seine Kinder einsperren und verhungern lassen.
Er nimmt die Prinzessin mit in die Wälder, beschließt aber, stattdessen ein Wildschwein zu töten und sie zurückzulassen.
Da taucht der Löwe auf.


Und der Sittich ist zurück und bringt sie dazu, ihm zu einem Häuschen zu folgen.
Die Zwerge, die in einer Mine mit direktem Zugang in ihrem Haus arbeiten, finden das schlafende Schneewittchen und hoffen, daß sie bleiben wird, damit sie sie anschauen können (!). Sie machen ihr kleine Geschenke und sie bleibt mit Freuden, da sie nirgendwo anders hin kann.

Die Zwergen heißen Blick, Flick, Glick, Snick, Plick,
Whick ... und Quee (nicht im Bild).

Inzwischen hat Berthold Brangomar das Herz gebracht, die ihn trotzdem in den Kerker bringen läßt, wo auch seine Kinder schon sind (vergeßt nicht, sie ist böse, also sind sie sogar in unterschiedlichen Zellen).
Der Sittich bringt ihm jedoch ein Seil, mit dem er seine Kinder heraufziehen und außerdem die Schlüssel vom Wärter ergattern kann.


Brangomar bringt das Herz zu Hex, die es haben wollte, um damit ihre Kahlheit zu bekämpfen, da es sich aber um ein Schweineherz handelt, wachsen ihr Ringelschwänzchen statt Haar!
Die Königin befragt den Spiegel, wo Schneewittchen ist, und Hex verwandelt sie in eine Krämerin, was ihr erlaubt, Schneewittchen zu besuchen, ohne erkannt zu werden, da sie offensichtlich niemand anderem den Job anvertrauen kann.



Der erste Versuch mit dem vergifteten Kamm schlägt fehl, weil der Vogel es einem Kaninchen sagt und das Kaninchen den Zwergen, die Schneewittchen rechtzeitig retten, bevor die "Krämerin" bis 100 zählen kann.
Beim nächsten Versuch wird Brangomar ein Kuchenverkäufer und Schneewittchen ißt den vergifteten Apfel.
In der Zwischenzeit haben es Berthold und seine Kinder an den Hof von Calydon geschafft und Florimond zieht sofort los, um nach Schneewittchen zu suchen, findet sie aber tot vor.


Sie bringen sie zu Brangomar, um sie zu rächen, aber was ist das ... Schneewittchen lebt! Die Reise hat das Stückchen vergifteten Apfels in ihrem Hals gelöst.
Die Königin zerbricht ihren Spiegel und ist wieder häßlich, während Hex endlich das Haar bekommt, das sie immer wollte.


Für Schneewittchen und Florimond heißt es danach zweifelsohne "und wenn sie nicht gestorben sind ..." - Zwerge inklusive, die Schneewittchen gebeten hat, bei ihr zu bleiben.


Ich weiß nicht, welche Versionen des Märchens ihr kennt, also kommen wir zu ein paar Details.

Dieser Film basiert auf einem Theaterstück von 1912 mit Marguerite Clark in der Hauptrolle. Obwohl sie zu Zeiten des Stücks schon 29 war, war Clark, die nur 1,50 Meter groß war, gut geeignet für die Rolle, die sie dann auch im Film spielte, der an Weihnachten herauskam (was dann auch Santa Claus erklärt).
Leider ist Clark so gut wie vergessen, obwohl sie einmal fast so populär wie Mary Pickford war. Die meisten ihrer Filme wurden in einem Brand zerstört und auch "Snow White" wurde für verschollen gehalten, bis in Amsterdam ein Abzug auftauchte. Es fehlen jedoch Teile, zum Beispiel die Lieferung von Schneewittchen an ihre Eltern durch einen Storch.

Grundsätzlich ist das Märchen mit dem Film abgedeckt, aber es gibt offensichtliche Unterschiede und ich habe ein paar Fragen.

Am wichtigsten, was ist das mit dem Löwen? Man sieht ihn zweimal und er macht nichts. Soll er für Gefahr stehen? Fehlt an der Stelle etwas im Film?
Warum wird Schneewittchen wie eine Küchenmagd behandelt und was ist mit ihrem Vater passiert? Das ist Aschenputtel, nicht Schneewittchen, so wie auch das Treffen von Prinzessin und Prinz vor dem Ball und dann der Tanz.
Wir haben zwei Bösewichter (eine davon als komische Einlage?), aber wie kommt es, daß Hex am Schluß mit dem Hof feiert? Ich meine, immerhin war sie bereit, Schneewittchens Herz zu verspeisen. Und überhaupt, warum konnte sie Brangomar schöne Haare verschaffen, aber nicht sich selber?
Was passiert mit Brangomar? War die Häßlichkeit ihre einzige Strafe? Das wäre dann ja mal viel netter als das ursprüngliche Ende im Märchen, wo sie sich in glühendheißen Schuhen zu Tode tanzte.
Wo ist der Sittich am Schluß? Es besteht kein Zweifel, daß er der wahre Held des Films ist.


Allerdings ist es nett, daß sich Schneewittchen und Florimond schon vor ihrem Tod kannten. Die Vorstellung eines Prinzen, der zufällig vorbeikommt und ein totes Mädchen küßt, ist irgendwie gruselig, wenn wir ehrlich sind. Ein Cousin, der seine Verlobte heimbringt - auch wenn es für uns heute schräg ist, von Cousins/Cousinen zu hören, die heiraten - macht viel mehr Sinn und der Teil mit dem Apfel hält sich an das ursprüngliche Märchen.

Die Kostüme sind hübsch (wenn man den wilden Stilmix ignoriert) und es gibt ein paar nette Effekte wie die Krone, die sich am Schluß auf Schneewittchens Kopf materialisiert.
Ich habe im Laufe der Jahre viele Märchenverfilmungen gesehen und diese ist süß und freundlich und nicht zu gruselig für Kinder.
Und nun wißt ihr, daß ihr Vorsicht walten lassen müßt in Bezug darauf, was man nicht für Haarwuchs benutzen sollte!


Quellen und weitere Lektüre (englischsprachig):

1. Scott Simmon und Martin Marks: Snow White (1916). Auf: National Film Preservation Foundation. Preserved Films. Film Notes
2. J. B. Kaufman: Snow White. Auf: San Francisco Silent Film Festival. Essay 2013
3. Fritzi Kramer: Snow White (1916) - A Silent Film Review. Auf: Movies Silently, 2. März 2014
4. Lea Stans: Fairytales Before Disney: Thoughts On "Snow White" (1916). Auf: Silent-ology, 5. April 2025


Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.

Dienstag, 23. Juni 2026

Nostalgie - Treff auf Reisen

Dieser Post ist von zwei Themen inspiriert.
Das erste ist meine Liebe zu Steiffs Hund Treff, das zweite ist die faszinierende (und frustrierende) Welt der Paketzustellung, daher der Titel.

Ich erzähle euch erst mal von Treff.
Dieser Bluthund hat mein Herz schon seit den Anfängen unserer Steiff-Sammelleidenschaft. Obwohl es viele Steiff-Hunde gibt, die ich liebe, war Treff immer mein Favorit.
Ich könnte euch nicht mal genau sagen warum. Sind es die langen Ohren, ist es die süße Nase? Die Farbe, die Airbrushdetails im Gesicht, die Augen? Ich schätze, es ist das Gesamtpaket.


Im Laufe vieler Jahre haben es einige in die Sammlung geschafft, alles sitzende Exemplare in verschiedenen Größen von 10 bis 50 cm (aber nicht alle neun Größen), in Mohair und Samt. Das hier sind kleinere, die großen sitzen hinten in der Vitrine, und ich gebe zu, ich hatte keine Lust, all die Tiere davor mit herauszuholen.


Treff war nicht nur bei mir ein beliebter Hund und bliebt daher von 1928 bis 1938 im Steiff-Sortiment, auch stehend, als Reittier, mit einem Musikwerk darin, auf einem Nadelkissen - und als Handpuppe, auf die ich von Anfang an mein sehnsüchtiges Auge geworfen hatte.


Ich weiß nicht, ob es euch auf dem Gruppenbild aufgefallen ist, aber ihre Augen sehen nicht alle gleich aus.
Das Design war patentiert, die Augen sind nicht einfach aufgenäht, sondern so gesetzt, daß ein Teil davon für den typischen Bluthund-Blick vom Stoff abgedeckt war.
Wie
 Steiff Gal zitiert hat, schrieb Steiffs amerikanischer Vertrieb Borgfeldt einmal "den schrägen, halb abgedeckten Augapfel, der dem Gesicht dieses Hundes einen besonders nachdenklichen, intelligenten Ausdruck gibt."
Tatsächlich sieht man jedoch Treffs, bei denen die Augen nicht so aussehen, weil der Stoff hinter das Auge gerutscht ist. Ich lasse das normalerweise so, weil ich nicht am Auge und Stoff herumfummeln möchte, um zu vermeiden, daß etwas einreißt.


Könnt ihr sehen, wie sich der Blick verändert?

Ich liebe die Tierhandpuppen von Steiff und besonders die von vor dem Krieg, und als nach Jahren endlich ein Treff zu Verkauf stand, kaufte ihn der Ex zu meinem Geburtstag.
Wahrscheinlich werden sich nur Leute, die selber sammeln, meine Aufregung beim Warten auf das Paket vorstellen können.

Und das bringt uns zu den Wundern von Postunternehmen ...
Damals bekam meine keine Mails und man hatte kein Livetracking.
Lieferbestätigungen waren noch auf Karten, die im Briefkasten landeten, um einem mitzuteilen, daß man das Paket sonstwo abholen mußte, obwohl man den ganzen Tag daheim war.
Echt verstörend war in diesem Fall allerdings, daß ich weder eine Karte noch ein Paket bekam, mir aber dann mitgeteilt wurde, daß das Pakete ausgeliefert worden war ...
Was hatten sie mit meinem Treff angestellt??

Also rief ich bei der Hotline an. Zumindest hatte ich damals nicht mit einem Chatbot zu tun, aber natürlich mußte ich mich trotzdem Zahl für Zahl zu einem Menschen durchwählen, der mir erklärte, daß ich ein Sortierzentrum in München anrufen mußte.
Ich lebe 200 km von München entfernt. Das Paket lief nicht über München. "Das ist egal, Sie müssen München anrufen". Nachdem ich dann dort endlich einen Menschen am Telefon hatte ... vielleicht habt ihr es schon erraten ... "Warum rufen Sie da bei uns an?" "Wenn ich das mal wüßte, bei der Hotline sagten sie ..." "Ja, hier sind Sie falsch, versuchen Sie es nochmal bei der Hotline." Mit Hilfe von ein bißchen Gewimmere und Gebettel, mich nicht dorthin zurückzuschicken, gaben sie mir wenigstens die direkte Nummer des richtigen Sortierzentrums in unserer Nähe.

Dort konnte ich mit einem sehr netten Mann sprechen, der seltsame Neuigkeiten für mich hatte. Ja, das Paket war heute ausgeliefert worden, ja, sie hatten eine Unterschrift von meinem Mann. Stop, stop ... wir hatten zwar wegen unserer unterschiedlichen Namen immer beide auf Paketen, aber ich war zu Hause gewesen, nicht er.
Ich fragte ihn nach dem Namen und er zögerte nicht, ihn mir zu sagen, also war meine nächste Frage, ob er schwierig zu lesen war und er meinte überhaupt nicht. Ich erklärte ihm, daß es aus zwei Gründen nicht die Unterschrift meines Manns sein konnte - er war nicht daheim und seine Unterschrift war absolut unleserlich, weil sie nicht mal aus einzelnen Buchstaben bestand. Er sagte, er würde sie mir zufaxen (ja, so lange ist das schon her), was nur bestätigte, was ich schon wußte.
WER hatte MEINEN Treff?


Ich machte mir Sorgen und war wütend, schließlich sprechen wir nicht nur über einen gewissen finanziellen, sondern auch einen emotionalen Wert. Das ist nichts, was man einfach so ersetzen könnte.
Er versprach mir, den Paketfahrer bei unserem Haus vorbeizuschicken, um zu sehen, ob es ihm helfen würde, sich an das Paket zu erinnern und wohin er es gebracht hatte.
Als er zurückrief, ließ er mich wissen, daß mein Paket in eine Stadt fünf Kilometer von hier geliefert worden war. An jemand anderen in einer Straße mit einem anderen Namen, der gesehen hatte - natürlich, denn die Adresse war korrekt und leserlich -, daß es nicht für ihn war, aber beschloß, das Paket zu behalten, "nur für den Fall". Was für einen Fall? Daß der tatsächliche Besitzer nicht nachforschen würde?
Natürlich sagte man mir den Namen dieser Person nicht, aber hört sich das für euch so an, als wäre es ein ehrlicher Fehler gewesen? Ich glaube nicht mal, daß er denselben Nachnamen wie mein Mann hatte.
Auf jeden Fall reiste Treff am nächsten Tag zum richtigen Haus und hat es seither nicht verlassen
.