Donnerstag, 15. Oktober 2026

Stummfilme - Unheimliche Geschichten

Der heutige Film ist ein biiiiißchen länger als die letzten beiden und somit auch der Post (sorry). Wir bleiben damit im Geiste von Halloween.
Ich wollte gerade sagen, daß ich bisher noch keinen in der Art auf meinem Blog hatte, aber dann fiel mir "Das Wachsfigurenkabinett" ein - es ist noch ein Anthologiefilm, Bonuspunkte dafür, daß er ebenfalls mit Conrad Veidt ist (und Anita Berber und Reinhold Schünzel)!
Willkommen zu "Unheimliche Geschichten" von 1919 (auch "Grausige Nächte" genannt).


Hier ist die Handlung oder eigentlich die Handlungen, denn wir haben eine Rahmengeschichte und darin Episoden.

Wir sind kurz vor der Schließung in einem Antiquariat.
An den Wänden hängen drei große Gemälde, "Der Teufel", "Die Dirne" und "Der Tod".


Als der Ladeneigentümer weg ist, steigen die drei aus ihren Rahmen und fangen an zu lesen.


1. "Die Erscheinung" von Anselma Heine

Dr. Riedhammer spaziert durch den Park und hilft einer jungen Frau, die von einem Mann belästigt wird - ihrem Ehemann, wie sie ihm später erzählt. Sie nehmen sich zwei Zimmer in einem Hotel. Obwohl sie sich zueinander hingezogen fühlen und sich küssen, läßt er sie dann allein, da sie sich nicht wohlfühlt.


Riedhammer verbringt den Abend mit Freunden, geht aber zum Zimmer der Frau, als er zurückkommt.
Er findet es völlig leer vor, sie ist weg, all die Möbel sind weg. Die Wand sieht aus wie Blut und als sei die Tapete abgerissen worden.


Als er am nächsten Tag nach ihr fragt, sagen ihm alle, daß er allein gekommen ist, und auch das Zimmer sieht wieder normal aus. Bei der Polizei, wo er auch von ihrem Mann angegriffen wird, wird ihm mitgeteilt, daß sie bereits informiert sind und daß er allein war.
Er beginnt an sich zu zweifeln, doch dann erzählt ihm ein Bestatter, daß sie heimlich weggebracht worden ist, weil sie in der Nacht an der Pest gestorben ist ...

2. "Die Hand" von Robert Liebmann

Zwei Männer sind in eine Frau verliebt.


Als sie mit einem anderen Mann tanzt, werden sie eifersüchtig, gehen nach Hause und beschließen, um das Recht zu würfeln, für sie werben zu dürfen.
Der Verlierer kann es jedoch nicht ertragen und erwürgt den Gewinner, dann entkommt er, nachdem er die Hand des Toten von seinem Ärmel losgerissen hat.


Jahre später begegnet er der Frau wieder, sie lädt ihn zu ihrer ersten Tanzaufführung ein, aber dort hat er Halluzinationen von seinem Gegner. Dann wird er zu einer Séance eingeladen und der Tote kehrt zurück ...


3. "Die schwarze Katze" von Edgar Allan Poe

Ein Mann ist an der Frau eines Trunkenbolds interessiert. Als der Ehemann das bemerkt, läßt er es an der geliebten schwarzen Katze seiner Frau aus, aber dabei tötet er stattdessen sie und mauert daraufhin ihre Leiche hinter einer Wand im Keller ein.


Der Mann hört Gerüchte über das Verschwinden der Ehefrau. Er holt die Polizei und sie durchsuchen das Haus. Als sie zum Keller kommen, hören sie ein seltsames jammerndes Geräusch ...


4. "Der Selbstmörderklub" von Robert Louis Stevenson

Ein Mann tritt einem besonderen Club bei. Man tritt auf reguläre Weise bei, aber man verläßt ihn nur den Tod. Wer immer das Pik As zieht, nun ja, ihr wißt schon ... und leider ist das neue Mitglied der "glückliche Gewinner".


Der Präsident hält ihn mit einem Knopfdruck in seinem Stuhl fest (fragt mich nicht, wie das funktioniert) und erklärt ihm, daß er um Mitternacht sterben wird. Dann entriegelt er den Stuhl und läßt den Mann, der in Panik gerät zurück, indem er durch einen Gang in der Uhr verschwindet.


Und dann stirbt der Mann, von der Furcht getötet. Oder doch nicht?

5. "Der Spuk" von Richard Oswald

Ein Kavalier hat einen Unfall mit seiner Kutsche und wird in ein Schloß gebracht, wo er umgehend anfängt, mit der vernachlässigten Frau des Schloßherrn zu flirten.


Dann hat der Ehemann einen Plan ...


Der Antiquar kommt zurück und ist geschockt, die drei vorzufinden. Er holt die Polizei und ist erleichtert, sie in ihren Gemälden zurück zu sehen. Als die Polizisten aber weg sind, erwachen sie erneut zum Leben und er läuft davon.

Schauen wir uns jetzt die Geschichten hinter den Geschichten an.

Anselma Heine war eine deutsche Schriftstellerin.
Ihre Novelle "Die Erscheinung" von 1912 hat eine Menge Atmosphäre und erforscht die Gefühle von Dr. Riedhammer, als er Johne Stevens das erste Mal wie eine Erscheinung in einer Staubwolke sieht, dann auf seinem Schiff kennenlernt und ihr langsam näher kommt und dann seinen Schock, als Johne plötzlich verschwindet. Ich habe mich gefreut, sie online zu finden, und sie hat mir wirklich gefallen.
Da wir drei Hauptdarsteller haben, fügt diese Episode den seltsamen Ehemann hinzu, der in der Novelle nur erwähnt wird, und läßt außerdem die Hintergrundgeschichte weg.
Meiner Meinung nach ist das die stärkste und unheimlichste Geschichte von den fünf.

Robert Liebmann war einer der erfolgreichsten Drehbuchautoren in der Weimarer Republik.
Die Geschichte ist ein Klassiker, ein von Schuldgefühlen geplagter Mann, der von seinem Opfer heimgesucht wird, aber erst als er die Frau wiedertrifft, die der Grund für sein Verbrechen war. Außerdem ist er nicht der einzige, der ihn sehen kann.
Ein Extraschmankerl ist, daß Berber in dieser Episode tatsächlich eine kurze Tanzszene hat. Ihr wißt vielleicht (oder auch nicht) - zum Beispiel dank des berühmten Porträts von ihr, das Otto Dix gemalt hat -, daß sie als Tänzerin eine Ikone des Berliner Nachtlebens und bekannt für die Skandale in ihrem kurzen Leben war.


Ich denke nicht, daß ich etwas über Edgar Allan Poe sagen muß.
Da ich die Geschichte kannte, war ich vorsichtig, was das Anschauen dieser Episode anging (obwohl die Tiermißhandlung abgeschwächt war und keine Katze getötet wurde, war ich trotzdem überhaupt nicht glücklich darüber, wie der betrunkene Ehemann in einer Szene mit der schwarzen Katze umging).
Wir haben wieder ein Dreieck, um alle drei Schauspieler unterzubringen.
Das Ende hätte dramatischer sein können, aber ich fand es in Ordnung, wenn man bedenkt, daß man die jammernde Katze ja nicht hören konnte.

Ich habe Stevensons Geschichten über den Selbstmörderclub noch nicht gelesen, aber von der Zusammenfassung, die ich überflogen habe, wurde anscheinend nur das Konzept des Clubs an sich für die Episode übernommen.
Am Ende gab es eine nette Wendung.

Die letzte Geschichte hat der Regisseur geschrieben und, wie soll ich das sagen, sie ist nicht unheimlich, sondern scheint mir mehr wie eine komödiantische Einlage.
Offen gesagt fand ich sie langweilig, da man hauptsächlich sah, wie der Kavalier und die Ehefrau sich seltsam anlächelten, ähm, ich meine miteinander flirteten.
Ich weiß nicht, was der Regisseur damit beabsichtigte, denke aber, der Film wäre besser gewesen, wenn die Episode an den Anfang gestellt oder komplett weggelassen worden wäre.

Im ganzen hat mir der Film gefallen. Jeder Film würde unheimlich dadurch, daß man Veidt die Augen schminkt, findet ihr nicht?
Aber im Ernst, er hat gut gespielt. Schünzel andererseits war für meinen Geschmack etwas zu dramatisch als der verrückte oder betrunkene Ehemann. Berber war als katzenliebende Ehefrau am besten (nein, ich sage das nicht, weil mich Gundel dazu zwingt!).




Weitere Lektüre:

1. Fritzi Kramer: Eerie Tales (1919) - A Silent Film Review. Auf: Movies Silently, 22. September 2024
2. ?: Movie Review - Eerie Tales (1919). Auf: The Revenant Review, 27. Oktober 2015 (interessant mehr wegen des Teils über die Hauptdarsteller als wegen der kurzen Besprechung)


Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.

Dienstag, 13. Oktober 2026

Diederichs Märchen der Weltliteratur oder Mit Märchen rund um die Welt

Ich habe schon früher von unserer alten Bücherei erzählt, der, die nach dem Krieg die amerikanische Bücherei war, bevor sie mit der Stadtbücherei zusammengelegt wurde, nicht mal so lang, bevor ich anfing, sie zu benutzen.
Ich hatte auch erwähnt, daß das Gebäude jetzt ein Wohnhaus ist. Ich wünschte, ich hätte Bilder vom Innern, die in meinem Kopf noch so lebendig sind, die Tür, von der ich scheinbar noch spüren kann, wie ich sie aufdrücke (und sie hören), ach, sogar die Toilette, die ich nie benutzt habe, weil ich nie tapfer genug war, nach dem Schlüssel zu fragen (sie war nicht in der Bücherei, sondern im Flur gleich neben dem Eingang), was bedeutete, daß mancher Besuch abgekürzt werden mußte.
In einem Post schrieb ich "
Das Gefühl, dort hineinzugehen und nicht nur nach neuen Büchern zu suchen, sondern auch immer wieder zu den Wohlfühlbüchern meiner Kindheit zurückzukehren, wie ein Magnet zu bestimmten Regalen hingezogen, ist mir immer noch im Gedächtnis."

Und vor drei Jahren kommentierte ich auf einem
 Blog "Als ich ein Kind und Teenageer war, hatte unsere Stadtbücherei ein ganzes Regal voll von diesen Büchern, und ich liebte, wie all die schönen Buchrücken beieinander aussahen. Da ich natürlich weder den Platz noch das Geld hatte, um sie selber zu besitzen, wollte ich wenigstens jedes einzelne lesen und auch meinem kleinen Bruder vorlesen, aber ich glaube nicht, daß ich es jemals ganz geschafft habe. So viele Bücher zu lesen, so wenig Zeit."
Heute möchte ich über dieses Regal sprechen, auf dem die Reihe namens
 "Märchen der Weltliteratur" aus dem Diederichs-Verlag stand (die die Bibliothek übrigens heute noch hat).


Die Reihe
 wurde von 1912 bis 1940 in Jena und wieder ab 1952 in anderen Städten wie Düsseldorf verlegt.
Sie besteht aus 182 Bänden, aber wenn man einige der bearbeiteten Ausgaben nicht einrechnet, sondern nur die unterschiedlichen Länder oder Themen, gibt es 165 davon.
Ich frage mich, ob es jemanden gibt, der sie alle hat. Sie würden allerdings eine Menge Platz brauchen.


Ich liebe die reichen schwarz-goldenen Buchrücken mit den in Gold auf Farbe geprägten Titeln und fand immer schade, daß man die hübschen Umschlagmuster, die so lang typisch für diese Reihe waren, nicht sehen konnte, ohne die Bücher herauszuziehen (neuere Ausgaben waren Taschenbücher und die Umschläge wurden modernisiert).
Andererseits war es immer eine Überraschung, willkürlich eins herauszuziehen, um zu sehen, wie es aussah. Ich bin manchmal so leicht zufriedenzustellen
.


Diese 15 Bände waren ein Konvolut auf eBay und ich bekam sie für weniger als 1 € pro Buch, Porto eingeschlossen. Ich sentimentale Närrin konnte einfach nicht widerstehen.
Aber schaut sie euch doch mal an, sie sind so hübsch! Sie sehen aus, als wären sie frisch aus dem Buchladen gekommen, sie haben noch ihre originalen Plastikschutzumschläge und sogar die Enden der Lesezeichenbänder stecken noch in den Büchern. Als ich vorsichtig einige davon öffnete, machten sie ein "erstes Mal-Geräusch".
Wißt ihr, was ich meine? Dieses leicht knarzende Geräusch, wenn der Buchrück das erste Mal bewegt und der Farbschnitt - grau in diesem Fall - "geöffnet" wird?



Die meisten davon sind aus den 70ern, aber das älteste ist von 1958.
Wo waren sie all diese Zeit über? Sind sie wirklich unberührt und wenn ja, warum? Wurden sie rein zur Dekoration benutzt? Oder waren es ungeliebte Geschenke, die der Empfänger nicht wegzugeben wagte?
Es ist eine interessante Mischung - Japan, China, Vietnam, Korea, Tibet, Indien zum Beispiel, aber auch die Kabylei (die ich, wie ich gestehen muß, nachschlagen mußte, es ist eine Region in Nordalgerien), Dänemark und ein Band ist komplett auf Plattdeutsch!

In einem der Bücher, das ich mir anschaute, fand ich diesen Flyer, der Preise für die "Löwenbücher" (so benannt nach dem Verlagslogo) im Jahr 1974 aufführte, ein ganzes Stück mehr als ich dafür bezahlt habe, das kann ich euch sagen.


Werde ich sie alle lesen? Nun ja, von vorne bis hinten ... ich weiß nicht. Diese Bände enthalten mehrere Hundert Märchen. Aber wer weiß, vielleicht könnte ich ja jeden Abend vor dem Schlafengehen eins lesen, und vielleicht erzähle ich euch hin und wieder davon?

Altes Relief mit dem Diederichs-
Logo, Bild von Andreas
Praefcke, CC BY 3.0
über Wikimedia Commons

Samstag, 10. Oktober 2026

10 am 10. - Oktober dies oder das

Es ist Zeit für Marsha in the Middles 10 am 10.
Diesmal geht es um Oktober und den Herbst. Hier sind ihre "dies oder das"-Fragen.


Pumpkin spice latte oder Apfelcidre?


Ich hatte in meinem ganzen Leben noch keinen Pumpkin Spice Latte, kann mir aber vorstellen, daß ich ihn mögen würde. Ich würde trotzdem den Apfelcidre wählen.

Foto von Bonnie Kittle auf Unsplash

Eine Menge Schichten oder eine einzige voluminöse?


Ich trage selten eine Menge Schichten. Gewöhnlich ist es ein Shirt, vielleicht eine dünne Jacke und meine Jeansjacke. Wenn das zu kalt ist, dann Shirt und meine Daunenjacke.

Erntefest oder Kunsthandwerkermarkt?

Ich glaube, ich war noch nie auf einem Erntefest, um ehrlich zu sein, ich kann mich nicht mal dran erinnern, daß es sowas in meiner Gegend gibt (ich kann mich nur an Frühlingsfeste erinnern), also wähle ich den Kunsthandwerkermarkt.

Footballspiele oder Filmabende?

Na, das ist echt einfach. Ich schaue gar keinen Sport, das langweilt mich. Für einen Film bin ich immer zu haben!


Flauschige Socken oder Hausschuhe?

Keins von beidem, wenn möglich. Ich wäre lieber barfuß, habe aber ein Paar vernünftige Filzhausschuhe, weil meine Füße eine gute Sohle brauchen.
Ich habe immer eine Decke in der Nähe, aber oft genug schauen meine Füße heraus und gehen nur für ein kurzes Aufwärmen unter die Decke, wenn nötig.

Orangefarbene oder weiße Kürbisse?

Orangefarbene Kürbisse. Sie erinnern mich immer daran, wie Linus im Kürbisfeld sitzt, und sind traditioneller für mich.
Wenn ich auf den Herbst dekorieren würde, würde ich wahrscheinlich andere natürliche Farben und Formen dazunehmen, aber nicht unbedingt weiß.


Jeans oder Leggins?

Jeans, aber der Stoff darf nicht mehr zu dick sein. Das ist eine Frage der Hitze für mich, ich liebe das Aussehen von Jeans, trage jetzt aber sogar im Winter dünnere.

Horrorfilm oder Halloween-Backwettbewerb?

Zum Anschauen oder Mitmachen? 
😉
Ich schaue nicht wirklich Horrorfilme an, weil es nicht soviel Sinn macht, einen Film durch die Finger hindurch anzuschauen. Wenn ich Horrorfilme gucke, ist es gewöhnlich ein echt alter Film.
Ich bin selber keine Bäckerin und schaue auch nicht an, wie andere backen (nicht mal The Great British Bakeoff, ich bevorzuge Handwerkliches), und würde definitiv nicht an einem Wettbewerb teilnehmen. Ich würde mir aber gern die fertigen Produkte anschauen. Es ist Wahnsinn, wie kreativ Leute sind.

Gewitter oder knackig-kühle Tage?

Ich nehme die knackig-kühlen Tage.


Kettle Corn (Popcorn süß) oder Candy Corn?


Ich hatte erst einmal im Leben Candy Corn, das gibt es hier nicht. Eine Freundin hat mir aus den USA etwas geschickt, als sie hörte, daß ich es dort nie probiert hatte.
Der Ex liebte sein Popcorn und zwar süß, nie salzig. Er hat es im Topf gemacht, ich schätze also, das ist Kettle Corn? Dann hat er ein bißchen zur Seite getan, das nicht gezuckert wurde, das war für Dude, der es absolut liebte (natürlich hat er nicht viel bekommen). Ich bin selber keine große Popcornesserin und mache es nie.
Wenn ich wählen müßte, würde ich wahrscheinlich das Candy Corn nehmen, einfach weil es was anderes ist (und eine Weile herumliegen kann!).


Wie würdet ihr wählen? Ihr seid herzlich willkommen, auf Marshas Blog mitzuspielen!

Freitag, 9. Oktober 2026

Weekend Traffic Jam - Woche 177

Willkommen beim Weekend Traffic Jam Reboot!
Meine Posts für den Linkup gehen freitags um 3.30 morgens live (das ist dem Zeitunterschied zu den USA geschuldet).


2015 habe ich erwähnt, wie wir mal ein Herbarium für die Schule machen mußten. Naja, obwohl das Wort benutzt wurde, mußten wir wirklich einfach ein paar Blätter von Bäumen sammeln. Die meisten von uns waren nicht so gut darin, der einzige Spaß, den war hatten, war ein großer Blättertausch in der Klasse. Ich weiß nicht, ob das der Grund war, daß das Projekt nie in Gang kam.
Wie immer, wenn ich auf ein Projekt nicht scharf war, schob ich es erfolgreich bis zum letzten Tag vor mir her. Dann meinte meine Großmutter, sie würde mit mir in den Wald gehen. Jetzt. Sie deutete mit dem Schirm auf Blätter und ich mußte sie von den Bäumen reißen. Mein Favorit war der, den sie eine Blutbuche nannte, mit wunderschönen roten Blättern.
Bis heute muß ich an meine Oma denken, wenn ich rote Blätter sehe, egal an welchem Baum oder in welcher Jahreszeit.



***

Als Teil des Reboots werden wir jede Woche einen anderen Blog vorstellen.
Wie wäre es, wenn ihr vorbeischaut und hallo sagt? Sagt ihnen, daß wir euch geschickt haben.

Diese Woche fällt unser Spotlight auf
 My Homemade Roots.


Melissa von My Homemade Roots schreibt: "Ich bin Melissa und dies ist meine gemütliche Ecke des Internets, wo ich Rezepte vorstelle, bei denen alles von Grund auf gemacht wird (ok, überwiegend von Grund auf), altmodische Küchenweisheiten und einfache Haushaltsideen, die vom Rhythmus der Jahreszeiten inspiriert sind. Ich liebe herzhafte und altmodische Mahlzeiten, frisch gebackenes Brot und ein gutes Einmachrezept. Ich teile auch gern meine Gartentips, Bastelideen und Tips für das einfache Leben. Ich schreibe darüber, wie man ein Heim, das man liebt, auf die einzige bewährte Weise schafft, die ich kenne - durch ein simples Rezept oder Projekt nach dem anderen.
...
Ob ihr also wegen eines gemütlichen Winteressens, eines Frühlingsbackprojekts oder Tips zum Einmachen der Sommerernte hier seid, ich hoffe, ihr werdet etwas finden, das euch inspiriert — und euch vielleicht sogar an eure Wurzeln erinnert."
 


Marsha von Marsha in the Middle hat 2021 als Training mit dem Bloggen angefangen, um ihre Neuroplastizität zu erhöhen. Ach, wem machen wir was vor? Marsha hat mit dem Bloggen angefangen, weil sie Kleidung liebt, und sie redet oder in diesem Fall schreibt einfach gern!

Melynda von Scratch Made Food! & DIY Homemade Household - Der Name sagt schon alles, wir haben uns im Osten von Texas angesiedelt, wobei sich drei Generationen das Land teilen. Ich koche und backe alles selber, wenn ich nicht gerade gärtnere oder den Hühnern nachlaufe, und stricke!

Lisa von Boondock Ramblings erzählt von den Büchern, die sie schreibt und liest, ihrem Glauben, Home-Schooling, Fotografie und mehr.

Cat von
 Cat's Wire hat, was sie ein Springspinnengehirn nennt. Sie hat viele Interessen und bloggt über das, was immer gerade ihre Aufmerksamkeit erregt - Handarbeiten, Bücher, alte Filme, Sammelwertes oder "einfach nur so".

Rena von Fine Whatever Blog schreibt über Stil, Leben im mittleren Alter und die "gut, was auch immer" Momente, die dem Leben Sinn und Spaß geben. Seit 2015 feiert sie Kreativität, Selbstvertrauen und die Freude am Alltag
.


Hier ist meine Auswahl von ein paar Posts aus dem Linkup der letzten Woche (englischsprachig).


Kim zeigt, wie man Kürbisse mit abwaschbaren Tattoos dekoriert.

Judee hat ein diebisches kleines Eichhörnchen in ihrem Garten gefunden.

Olivia erzählt von ihrer "Furcht" in Bezug auf Bücher.

Lydia spricht über die Gefahr von KI beim Daten.

Debra teilt ihre neuesten Schnappschüsse in "Seven Days, Seven Snaps".



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Wir begrüßen unbegrenzten familienfreundlichen Inhalt. Dazu können Meinungsposts, Rezepte, Reiseberichte, Modeideen, Handarbeiten, Second-Hand-Einkaufen, Lifestyle, Buchrezensionen  oder -diskussionen, Fotografie, Kunst und noch vieles mehr gehören!


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Donnerstag, 8. Oktober 2026

Stummfilme - Le monstre

Diesmal habe ich echt richtig Zeit in den Film für heute investiert, zweieinhalb Minuten! Soviel zur Aufmerksamkeitsspanne, Leute ...
Der Kurzfilm, den ich für euch habe, ist "Le monstre" von 1903 und ist von Georges Méliès, also wißt ihr vielleicht, was euch erwartet. It's a kind of magic .... (gebt ruhig zu, daß ihr es gesungen habt)

Hier ist die sehr kurze Handlung voller Spoiler 
😉


Ein ägyptischer Prinz und ein Priester treffen sich in einer Vollmondnacht vor der Sphinx.
 
Bitte beachtet, daß die Sphinx noch ihre Nase hat 😉

Der Priester bringt eine dekorierte Truhe und nimmt ein Skelett heraus, was den Prinzen dazu bringt, sich verzweifelt abzuwenden.
Als nächstes wickelt der Priester das Skelett in Stoff und es beginnt einen seltsamen Tanz, während dessen es sich verzerrt, schrumpft und größer wird.


Der Priester wickelt noch mehr Stoff um das Skelett und als er ihn wieder entfernt, ist es zu einer schönen jungen Frau wiederbelebt worden. Der Prinz kann es nicht glauben, er streckt sehnsüchtig die Hand nach ihr aus ...


... aber der Priester verhüllt sie wieder, hebt sie hoch und wirft sie dem Prinzen zu, der schockiert feststellt, daß sie wieder zu einem Skelett geworden ist, und dem flüchtenden Priester hinterherrennt.
 


Letzte Woche habe ich frech behauptet, daß die Geschichte in diesen Filmen. Ja, jetzt kommt ein "aber".
ABER offensichtlich war an dieser Geschichte doch mehr dran. Für diesen Film war eine Sprechbegleitung vorgesehen (erinnert ihr euch, daß ich auch in dem Post über "Namakura Gatana" einen "benshi" oder Erzähler erwähnt habe?), was aus Méliès' Katalogen zu entnehmen war (siehe die Quelle), und die uns erzählt, daß das Skelett die Frau des Prinzen ist.
Hat jemand "Die Mumie" mit Boris Karloff gesehen? Auch er hat fast 30 Jahre später versucht, seine große Liebe wiederzubeleben, und hatte ebenfalls keinen Erfolg damit.
Laßt euch das eine Warnung sein.

Die Menschen sind schon lang vom alten Ägypten fasziniert und sind das auch heute noch, in der Literatur, Kunst, Filmen, Wissenschaft 
(und ich war selbst nicht ganz immun, wie eines meiner Schmuckstücke zeigt, das von Khepri inspiriert wurde (ich hatte das nicht so geplant, aber es ist trotzdem immer noch einer meiner persönlichen Favoriten)).


Nun ist die Frage - hat der Priester versagt oder hat er es absichtlich gemacht? Und wer ist das Monster in diesem Film? Was meint ihr?


Quelle und weitere Lektüre:

Fritzi Kramer: The Monster (1903) - A Silent Film Review. Auf: Movies Silently, 6. Oktober 2017


Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.

Mittwoch, 7. Oktober 2026

Erzählt uns von ... Geburtstagen

Es ist wieder Zeit für die Global Writing Challenge an jedem zweiten Donnerstag im Monat.
Meine Posts werden etwas früher live gehen (um einen Zusammenstoß mit den Stummfilmen zu vermeiden), wenn also die Posts der anderen noch nicht live sein sollten, schaut bitte später nochmal vorbei.
Aktuell sind dabei: Deb’s World, Suzy Turner, Within a World of My Own, Once Upon a Time Happily Ever After, Marsha in the Middle, Coffee and Cocktails at the Casa und ich. Es macht Spaß zu erfahren, wie unterschiedlich alle das Thema interpretieren.
Ihr könnt mitspielen und bei unserem Link Up mitmachen!
Wenn das für euch zu kurzfristig ist, vielleicht nächstes Mal?
 Hier sind die Vorgaben für die kommenden Monate:

November - Aberglaube

Dezember - Warum bloggst du?


Die Vorgabe für heute war "Geburtstage", von Amy ausgewählt.
Hört sich einfach an, nicht wahr?
Für mich jedoch nicht. Wißt ihr, Geburtstage sind für mich einfach keine große Sache und das ist schon seit vielen Jahren so.

Oh, ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, daß ich keine Überraschungen und Geschenke mag oder einen Anruf von der Familie oder einem guten Freund oder einer Freundin, aber die mag ich auch das ganze Jahr über und
 tatsächlich ist es doch echt nett, wenn man nichts erwartet hat, nicht wahr?


Ich bin auch nicht die Art Mensch, die ein großes Getue um runde Geburtstage macht oder sich deswegen Gedanken macht. Eine meiner Freundinnen sagte zum Beispiel immer - ich weiß nicht, ob das ein Zitat war oder nicht - daß die zehn besten Jahre im Leben einer Frau die zwischen 29 und 30 sind. So bin ich nicht.

Ich glaube, der einzige Geburtstag, den ich aufregender fand, war der 18., und selbst den "feierte" ich mit einem Besuch in der Kneipe, wo ich Freunde traf (tatsächlich war es einfach nur ein weiterer Abend in der Kneipe).
Ich gebe keine Partys und ich war seit Jahrzehnten nicht mehr bei einer großen Geburtstagparty (oder einer anderen), weil ich mit Gruppen von mehr als, sagen wir, sechs Leuten schlecht umgehen kann. Würde ich zu einer gehen, wäre ich die Person in der Ecke bei der Katze 
😉 
Ich habe übrigens schon immer an meinem Geburtstag freigenommen, auch wenn nichts geplant war. Der Ex und ich fuhren gewöhnlich ein bißchen durch die Gegend, sahen uns an, was die Region zu bieten hatte, und hielten vielleicht spontan irgendwo an, um etwas zu essen.


Blautopf

Als nächstes dachte ich, ich könnte euch ein paar Fakten über Geburtstage erzählen. Wer hat die Feier mit Kuchen erfunden, wer kam auf die Idee, Kerzen auf den Kuchen zu packen, solche Dinge, aber die Seiten, die ich mir anschaut, stimmten nicht unbedingt überein, also fiel das dann auch aus.
Ich fürchte, das Beste, was ich euch anbieten kann, sind willkürliche Geburtstagserinnerungen.

Als ich ein Kind war, bedeuteten Geburtstage und andere besondere Gelegenheiten üblicherweise Buttercremetorte, der Höhepunkt war immer, wenn die Zahl für den Geburtstag auf die Torte aufgespritzt wurde, jedenfalls für mich.
Amerikanische Buttercreme ist übrigens
 anders als deutsche Buttercreme. Ein Stück von unserer Torte konnte einen ganz schön satt machen.
Ich kann nicht mal sicher sagen, wann das letzte Mal war, daß ich eine solche Buttercremetorte hatte, ich meine mich aber zu erinnern, daß ich vor ein paar Jahren mal wieder Frankfurter Kranz gegessen habe.

Die Mutter einer Schulfreundin von mir
machte zu ihren Geburtstagen immer
Frankfurter Kranz. Dem hier fehlt die
Dekoration aus Belegkirschen, die die
Rubine auf der Krone verkörpern, von der
dieser Kuchen inspiriert worden sein soll.
(Gemeinfreies Bild über Wikipedia)

Ich hatte Glück, im Sommer Geburtstag zu haben, wir konnten also draußen spielen. Einmal lud ich einen Jungen aus der Schule ein, aber während wir anderen draußen herumrannten - in alte Gardinen gehüllt, um alte Filme nachzustellen - und Spaß hatten, blieb er drin und las "Bessy"-Comics, was ich furchtbar langweilig von ihm fand. Vielleicht hatte er ja daheim keine Comics.
Falls ihr zu jung seid, "Bessy" war ein belgischer Comic über den Wilden Westen mit dem jungen Andy Cayoon und seiner Colliehündin Bessy. Ihr könnt euch denken, durch welche Fernsehserie er inspiriert wurde.


Schnellvorlauf zu meiner einzigen großen Party. Ich hatte gerade mal fünf Tage davor mit der Dialyse angefangen und der Ex dachte, es würde mich aufheitern, in unserem kleinen örtlichen Zoo (wo wir schon einige Jahre als Freiwillige mitarbeiteten) zu feiern - ein Fest, bei dem alle etwas zu essen mitbringen. Es war eine nette Idee von jemandem, der selber kein Fan von großen Gruppen ist, und natürlich war es schön, Freunde dazuhaben, aber weil ich mich nicht besonders gut fühlte, war es auch ziemlich anstrengend. Aber das Essen war gut 😉

Ein weiterer Geburtstag, an den ich mich erinnere, war der, an dem mich eine Freundin einlud, mit ihr einen Tag nach Baden-Baden zu fahren.
Wir gingen spazieren, bewunderten die schönen alten Gebäude, aßen etwas und stellten uns vor, wie es im 19. Jahrhundert war (natürlich dachte ich als erstes an Regency-Kleider), einem Höhepunkt des Kurbades.

Trinkhalle Baden-Baden 
Bild von Gerd Eichmann, CC BY-SA 4.0 über Wikimedia Commons

Für einen Junitag war es jedoch unglaublich heiß und um uns eine Auszeit von der Hitze zu gönnen, schlug meine Freundin vor, das Casino zu besuchen, das Teil des Kurhauses ist, nicht um zu spielen, nur um uns umzuschauen (und die Klimaanlage zu genießen!).

1. Das Kurhaus, das Casino befindet sich im rechten Flügel.
Bild von Bäderstadt, CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons
2. Salon Pompadour
Bild von A.Savin, CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons

Als wir das Eintrittsgeld bezahlten und unsere Ausweise vorzeigten, rief der Herr am Empfang plötzlich "Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag", was dazu führte, daß sich Fremde aus der Schlange ebenfalls anschlossen. Genau die Art von Aufmerksamkeit, die nicht mein Ding ist!
Zum Glück war es noch recht früh und die Schlange nicht sehr lang (es wurde auch noch nicht viel gespielt, was bedeutete, daß wir uns umsehen konnten, ohne jemanden zu stören).
Auf jeden Fall kam ich umsonst rein und erhielt außerdem einen Gutschein für ein Glas Prosecco, den wir an der langen Bar tranken (meine Freundin mußte für ihr Glas natürlich zahlen, aber sie meinte, meine allergische Reaktion zu sehen - roter Kopf! - sei das wert gewesen).


Nicht mein Geburtstagskuchen voller Kerzen, aber eine großartige
Sicht von unten auf einen Kronleuchter im Weinbrenner-Saal
Bild von 3268zauber, CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons



Dies war nur ein kleiner Einblick in ein paar meiner Geburtstagserinnerungen.
Ich hätte euch ja auch erzählen können, daß Geburtstage mir eine Gelegenheit zur Selbstreflexion geben oder so, aber das wäre einfach nicht wahr, denn überwiegend sind meine Geburtstage einfach nur - nun ja, Tage.
Ich bin sicher, die anderen haben mehr zu erzählen (auf Englisch).


Schauen wir mal, was das sein wird.

Amy liebt es, Geburtstage von Familie und Freunden zu feiern und möchte ihren eigenen perfekten Tag gestalten! 

Suzy schreibt über die Freuden und Herausforderungen eines Geburtstags am 2. Weihnachtsfeiertag.

Debbie scheint zur Zeit zu vielen Geburtstagspartys  zu gehen!

Sally betrachtet Geburtstage und Nicht-Geburtstage aus der Perspektive einer im Dezember Geborenen.

Da Marsha 
über einen besonderen Geburtstag nachdenkt, schreibt sie über denkwürdige vergangene Geburtstage und ihre Pläne für das nächste Jahr.

Leslie teilt die Geburtstage der zwei Babys, die sie zur Mama gemacht haben.


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