Freitag, 6. März 2026

Weekend Traffic Jam Reboot - Woche 146

Willkommen beim Weekend Traffic Jam Reboot!
Meine Posts für den Linkup gehen freitags um 3.30 morgens live (das ist dem Zeitunterschied zu den USA geschuldet).



Kürzlich habe ich einen kleinen Marathon mit Alfred Hitchcock-Filmen gemacht (nicht an einem Tag) - Die 39 Stufen, Rebecca, Eine Dame verschwindet, Fremde im Zug, Berüchtigt ... Er war nicht geplant, ich bin einfach von einem zum nächsten gesprungen und habe es wirklich genossen.


Seid ihr für das Wochenende bereit? Vielleicht mit einem eigenen kleinen Marathon?

Als Teil des Reboots werden wir jede Woche einen anderen Blog vorstellen.
Wie wäre es, wenn ihr vorbeischaut und hallo sagt? Sagt ihnen, daß wir euch geschickt haben.



Diese Woche fällt unser Spotlight auf Musings & Glimpses on Faith, Flavor & Home.


Paula von Musings & Glimpses on Faith, Flavor & Home schreibt: "Hallo alle! Willkommen, willkommen, willkommen bei meinem brandneuen Onlineauftritt: Musing & Glimpses on Faith, Flavor & Home! ... Wir sprechen über alles, was im mittleren Lebensalter so auftaucht, zusätzliche Ermutigung, die Freude an Hausmannskost in kleinen Portionen, die Kunst des Wohnens in Wohnungen und kleinen Räumen, clevere Lösungen für den Alltag, Tips zur Einrichtung kleiner Räume, lustige Ideen für die Unterhaltung in kleinen Räumen, Humor und so viel mehr. Und vergessen wir meine Liebe zur Nostalgi nicht (noch jemand Gen X hier?)! Es gibt so viele Geschichten zu erzählen und Erinnerungen zu teilen. ... Hier sind wir also! Ein neuer Ort, um diese zusätzlichen Gedanken, Leidenschaften und Abstecher zu erkunden. ... Ich freue mich so, daß ihr da seid!"


Marsha von Marsha in the Middle hat 2021 als Training mit dem Bloggen angefangen, um ihre Neuroplastizität zu erhöhen. Ach, wem machen wir was vor? Marsha hat mit dem Bloggen angefangen, weil sie Kleidung liebt, und sie redet oder in diesem Fall schreibt einfach gern!

Melynda von Scratch Made Food! & DIY Homemade Household - Der Name sagt schon alles, wir haben uns im Osten von Texas angesiedelt, wobei sich drei Generationen das Land teilen. Ich koche und backe alles selber, wenn ich nicht gerade gärtnere oder den Hühnern nachlaufe, und stricke!

Lisa von Boondock Ramblings erzählt von den Büchern, die sie schreibt und liest, ihrem Glauben, Home-Schooling, Fotografie und mehr.

Cat von
 Cat's Wire hat, was sie ein Springspinnengehirn nennt. Sie hat viele Interessen und bloggt über das, was immer gerade ihre Aufmerksamkeit erregt - Handarbeiten, Bücher, alte Filme, Sammelwertes oder "einfach nur so".

Rena von Fine Whatever Blog schreibt über Stil, Leben im mittleren Alter und die "gut, was auch immer" Momente, die dem Leben Sinn und Spaß geben. Seit 2015 feiert sie Kreativität, Selbstvertrauen und die Freude am Alltag.


Hier ist meine Auswahl von ein paar Posts aus dem Linkup der letzten Woche (englischsprachig).


Falls ihr wissen möchtet, wie Schnabeltiere ihre Jungen (auf Englisch "puggles" genannt) füttern und noch anderes, schaut euch die "kleinen Dinge" an, von denen Lydia erzählt.


Jill zeigt drei Arten, ein asymmetrisches Kleid für den Frühling zu stylen.

Wollt ihr wissen, was ein "Feagle" ist? Shelbee sagt es euch
🙃

Selber noch Anfängerin im Sticken, habe ich Moois' Bilder von einer Ausstellung über palästinensische Stickerei besonders genossen.



Macht mit beim Linkup!

Richtlinien:
Diese Linkparty ist nur für Blogposts. Alle anderen Links werden gelöscht.
Bitte verlinkt nur Blogposts, die ihr selber geschrieben habt. Bitte verlinkt direkt zur URL eures Blogposts und nicht der Homepage eures Blogs.
Bitte verlinkt nicht auf Videos, Verkaufsanzeigen oder Links auf sozialen Medien, wie zum Beispiel YouTube-Videos oder -Shorts, Instagram- oder Facebook-Reels, TikTok-Videos oder anderen Beiträge auf sozialen Medien.
Bitte besucht auch andere Blogs und laßt einen Kommentar da.

Zur Beachtung:
Wenn ihr am Weekend Traffic Jam Reboot teilnehmt, versichert ihr damit, daß der Inhalt euch gehört und ihr uns erlaubt, denselben zu teilen, falls euer Post oder euer Blog erwähnt werden.
Wir begrüßen unbegrenzten familienfreundlichen Inhalt. Dazu können Meinungsposts, Rezept, Reiseberichte, Modeideen, Handarbeiten, Second-Hand-Einkaufen, Lifestyle, Buchrezensionen  oder -diskussionen, Fotografie, Kunst und noch vieles mehr gehören!

Danke für's Mitmachen!!


You are invited to the Inlinkz link party!

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Donnerstag, 5. März 2026

Stummfilme - Buster Keatons Trauung mit Hindernissen

Wie wäre es mit noch etwas mehr Buster Keaton? Der heutige Film gehört zu seinen Zweiaktern - Buster Keatons Trauung mit Hindernissen von 1920 (Alternativtitel: Trauung mit Hindernissen oder Buster Keatons verhinderte Trauung).


Hier ist die Handlung (Spoileralarm):

Zwei Knechte leben zusammen in einem Haus auf einer Farm. Beide sind in die Farmerstochter verliebt, aber ihr Vater (von Keatons Vater Joe gespielt) will davon nichts hören und schickt sie ins Haus zurück.


Nachdem sie eine Sahnetorte für ihn gebacken und zum Abkühlen auf dem Fensterbrett abgestellt hat, zeigt ihre Mutter ihr einen Artikel über eine Tänzerin, also zeigt sie, daß auch sie tanzen kann.
Buster ist schockiert, seine Angebetete in den Armen seines Mitbewohners zu sehen.

Ein Herz bricht.

Inzwischen hat der Hund die Sahnetorte verspeist, und als Buster ihn mit der Sahne um die Schnauze herum sieht, denkt er, der Hund sei tollwütig.

Das ist mal ein guter Kuchen!

Eine wilde Jagd folgt, während derer Buster seine Kleider verliert, er und der Hund aber Freunde werden.

Freunde im Heu. So ein guter Junge.

Er geht zur Farm zurück, wo das Mädchen immer noch tanzt, aber in Ohnmacht fällt, als sie ihn in Unterwäsche sieht.
Jetzt wird Buster von ihrem Vater gejagt. Schnell gibt er vor, die Vogelscheuche zu sein, deren Kleider er angezogen hat.
Als der Vater und der Mitbewohner das herausfinden, jagen sie ihn beide.
Dann trifft er auf das Mädchen und als sie knien sieht, weil er seinen Schuh zubindet, denkt sie, er mache ihr einen Antrag und nimmt ihn an.

Oh Buster, das kommt so plötzlich.

Sie entkommen Dad und dem anderen Knecht zuerst auf dem Pferd, dann auf dem Motorrad, und unterwegs gabeln sie zufällig einen Pfarrer auf, der sie noch während der Jagd miteinander verheiratet.

... Mann und Frau!

Das war absolut zum Schießen.
Der Film beginnt mit den beiden Knechten in ihrem winzigen Haus mit nur einem Zimmer, das allerdings eine Menge zu bieten hat. Der Phonograph ist auch ein Herd, die Wanne ist auch eine Couch, das Bücherregal ein Eisschrank.

Laß Gas in die "Jukebox", um den Speck zu braten!

Anderes wie Salz und Zucker hängt an Schnüren von der Decke und kann leicht heruntergelassen und wieder hochgezogen werden. Allein schon der Teil wäre es wert, den Film anzuschauen, es ist wie eine wundervolle Choreographie.

Ein Spielchen "Fang die Flasche".

Die Jagd ist aber noch witziger.
Ich mußte wirklich richtig laut lachen, was ich nicht erwartet hatte. Allerdings wußte ich ja auch nicht, daß ich einen neuen Schwarm kennenlernen würde. Douglas, es tut mir leid, auf die Seite mit dir, es ist jemand Neues in der Stadt und sein Name ist Luke.
Ich war von diesem Hund so beeindruckt, daß ich mehrere Male buchstäblich vor Freude quietschte. Er war großartig!

Die Leiter hoch, die Leiter runter. Ich bin verliebt!

Also schlug ich Luke nach und fand heraus, daß der English Bull Terrier (die Rasse wurde später als American Staffordshire Terrier anerkannt der Hund von Roscoe "Fatty" Arbuckle und seiner Frau Minta Durfee war, von der es heißt, sie habe ihn als sechs Wochen alten Welpen als Bonus für einen besonders schwierigen Stunt bekommen. Arbuckle brachte Luke Tricks bei und angeblich verdiente er 150 $ in der Woche.
"Buster Keatons Trauung mit Hindernissen", für den Arbuckle ihn an seinen Protégé Keaton auslieh, war Lukes letzter Film. Durfee bekam ihn, als sie und Arbuckle sich scheiden ließen, aber ihr Exmann bekam Besuchsrechte ... nun, und ich stelle mir gern vor, daß Luke bis zu seinem Tod 1926 ein glückliches Leben hatte, vielleicht hin und wieder auf dem Jagd nach einem Eichhörnchen. Er war 13 Jahre alt.

Ihr denkt vielleicht, daß ihr den Film bei all den Screenshots, die ich gezeigt habe, jetzt schon kennt, aber in diesem schnellen Film gibt es so viele Gags, daß ihr noch gar nichts gesehen habt. Nicht auf überwältigende oder hektische Art. Alles ist so gut geplant, ja, es ist einfach eine Freude zuzuschauen.
Und vergeßt nicht, Luke ist dabei.
Ihr wißt, daß ich nicht darauf besteht, daß irgendjemand Stummfilme anschaut, nur weil ich das tue, aber in diesem Fall - schaut ihn an. Investiert diese 18 Minuten.

Ja, er wird springen. Mit Leichtigkeit.


Quellen (englischsprachig):

1. Lea Stans: A Salute to Luke the Dog. Auf: Silent-ology, 20. Juli 2017
2. Luke the Dog auf dem englischen Wikipedia



Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.

Montag, 2. März 2026

Enttäuscht!

Bitte lest den Titel in der Stimme von Kevin Kline in "Ein Fisch namens Wanda". Ich kann das Wort nicht mehr benutzen, ohne an ihn zu denken, und ich liebe, daß es für das englische Original ein Video dieses Moments auf YouTube gibt.

Kürzlich habe ich geträumt, daß ich gereist bin. Ich kann euch das Land nicht sagen und auch nicht den ersten Teil des Traums, weil da nur noch eine vage Erinnerung an den Besuch bei einer älteren Dame übrig ist.
Auf jeden Fall ging ich zu einem Strand, den ich nicht erkannte, und halb im Sand vergraben war ein kleiner offener Pappkarton, dessen Inhalt sich über den Sand verteilte. Da waren Trommelsteine, goldene Ketten (nicht echt), Anhänger, eine ziemlich wilde Mischung. Es sah aus, ob sich jemand seiner alten Vorräte zur Schmuckherstellung entledigt hätte.
Natürlich mußte ich den Karton sofort durchschauen und ich nahm Klumpen von Goldketten auseinander, suchte ein paar Steine aus und hatte einfach Spaß daran, mir alles anzuschauen.
Ihr fragt euch vielleicht, warum ich nicht einfach den ganzen Karton mitnahm, aber ich erinnere mich daran, wie ich dachte, ich müßte etwas für die nächste Person übriglassen, und tatsächlich tauchte zum Schluß auch eine weitere Person auf.

Bild über pxhere

Als ich aufwachte, war ich eine Sekunde lang ein wenig enttäuscht und wußte nicht mal warum. Dann kam es mir wieder.

Es war nicht das erste Mal, daß ich einen solchen Traum hatte. Ich weiß von anderen Sammlerinnen und Sammlern, daß sie schon ähnliche hatten.
Leute, die sammeln, sind schräg.
Im Laufe der Jahre sind eine Menge meiner Träume über alle möglichen Dinge oder Ereignisse sehr lebhaft gewesen und ich kann mich immer noch an eine ganze Reihe davon erinneren, auch weil es wiederkehrende Themen oder Orte gibt.
Keine Angst, ich werde euch die jetzt nicht alle erzählen 
😉

Einer davon ist der Kaufhaustraum.
Ich bin offensichtlich in der Zeit zurückgereist und bin in einem großen Kaufhaus in der Spielzeugabteilung. Ich erinnere mich nur schwarz-weiß daran.
Obwohl ich schon Träume in schwarz-weiß hatte, denke ich, daß mich meine Erinnerung in diesem Fall trügt, und dafür gebe ich zwei Episoden aus Fernsehserien die Schuld - "Ausverkauf des Todes" aus "Mit Schirm, Charme und Melone" und "Goldfingerhut" von "Twilight Zone", welche beide zu meinen Favoriten gehören.
(Das war noch, bevor ich "Are You Being Served?" kannte, sonst wären sie vielleicht bunt.)



Was ich aber definitiv noch weiß ist, daß ich völlig überwältigt von der Ansammlung perfekter Steifftiere (Vorkrieg) oder Barbiepuppen aus den 60ern bin - zu Preisen aus der jeweiligen Zeit.
Seltsamerweise ist es immer nur das eine oder das andere. Ich schätze, mein Gehirn denkt, ich wäre nicht imstande, mit beidem gleichzeitig fertigzuwerden, aber tatsächlich werde ich das nicht mal mit einem.
Aus irgendeinem Grund stehe ich da und weiß, daß ich kein Transportmittel habe und nicht alle haben kann, aber wie soll ich da wählen?
Es gab bisher nie ein Ende, was vielleicht auch besser ist. Möglicherweise würde es damit enden, daß man mich aus der Abteilung schleifen muß, weil ich den Verstand verliere
 😂


Andere Träume bringen mich in eine Straße ums Eck, wo ich als Kind gewohnt habe, zu verschiedenen Antiquitätenläden. Ich habe keine Ahnung, warum sie immer in dieser Straße sind, weil zu meiner Zeit dort überhaupt nie irgendein Laden war.
Nicht der an der Ecke, der eine Menge Bücher hat, aber auch ein paar Glasvitrinen, in denen kleine Steifftiere zwischen Schmuck oder Schnickschnack sitzen. Die meisten davon sind nichts Besonderes, aber es ist immer eins dabei, das mir ins Auge sticht.
Nicht der an der anderen Ecke, der eine Mischung aus Schmuck- und Antiquitätenladen zu sein scheint.
Und nicht der in einem Untergeschoß, zu dem ein paar Treppen hinunterführen (zweifelsohne von zwei echten Läden in verschiedenen Straßen inspiriert, die Schreibwaren, Bürobedarf und solche Dinge führten und die es seit Jahren nicht mehr gibt), aber mit einem Fenster auf Höhe der Straße, wo ich einmal eine Reihe von Steiff-Wollminiaturen sitzen sah, zum Originalpreise, die schönsten Vorkriegsminiaturen je. Das war eine harte Naummer, denn ich war so nah dran, und ich brauchte echt eine Weile, bis mir klar wurde, daß es nur ein Traum gewesen war. Ich erwartete fast, sie in meiner Vitrine sitzen zu sehen
.

Diese Schätzchen sind nicht mehr bei mir, was
angesichts von Gundels Vorgeschichte wahrscheinlich
besser so ist (ich beziehe mich dabei natürlich
auf das Weihnachtsmassaker von 2018)

Ich habe schon eine Weile keinen dieser Träume mehr gehabt. Ich war auch seit Jahren nicht auf Flohmärkten oder Börsen.
Das heißt icht, daß ich den Rausch der Jagd, die einen guten Teil der Sammelerfahrung ausmacht, vergessen habe oder niemals vermisse. Nun gut, ich war keine sehr gute Jägerin (ich hing zuviel vor Bücherkisten herum) und vielleicht trug das zu der Enttäuschung bei, wenn ich aus einem solchen Traum aufwachte, wenn ich dachte, ich hatte etwas echt Gutes gefunden? 
😉

Seid ihr jemals in einem Traum auf die "Jagd" gegangen?

Samstag, 28. Februar 2026

Meine Februar-Bücher

Dies ist ein Überblick der Bücher, die ich in einem Monat fertiggelesen habe (nicht unbedingt im selben Monat angefangen) und die ich den Katzen vorgelesen habe (mit 😸 markiert).
Ich werde jeweils eine kurze Erklärung hinzufügen, warum ich ein Buch ausgewählt oder wie ich es gefunden habe und vielleicht auch, ob es ein Kandidat zum Wiederlesen ist, aber ich werde keine richtigen Rezensionen oder Bewertungen abgeben (die Katzen weigern sich ebenfalls zu bewerten 😉). Solltet ihr aber etwas mehr Info zu einem Buch haben wollen, an dem ihr interessiert seid, laßt es mich einfach wissen.
Das war nicht mein bester Lesemonat. Wenige Höhepunkte.

"Death on the Oxford Road" von E. C. R. Lorac, Erstveröffentlichung 1933
(Robert Macdonald 4)


Mitten in der Nacht kommen Chefinspektor Robert Macdonald und sein Freund, der Journalist Peter Vernon, zufällig zu einem Autounfall auf der Oxford Road. Nur daß es kein Unfall war ...

Jemand empfahl E. C. R. Lorac (eines der Pseudonyme von Edith Caroline Rivett) und ihre Bücher aus dem Golden Age of Crime in einem Kommentar zum Blogpost einer Freundin, in dem sie Allingham und Marsh erwähnt hatte. Mehr vintage Krimis für mich, was nett ist, da mir bald die Marsh-Bücher ausgehen.

"Grimsdyke" von Walter Unsworth, Erstveröffentlichung 1974 😸


England, frühes 19. Jahrhundert.
Nach dem Tod seines Vaters erhält der 15jährige Kit Standish eine Einladung nach Grimsdyke von seinem Onkel Gideon, von dem er nur weiß, daß er mit seinem Vater zerstritten war.
Es dauert nicht lange, bis Kit klar wird, daß sein Onkel ihn umbringen will, aber warum? Er flieht von Grimsdyke, um es herauszufinden, glücklicherweise lernt er neue Freunde kennen, die ihm helfen.

Als ich auf The Internet Archive nach einem anderen Buch suchte, konnte ich es trotz einer langen Ergebnisliste nicht finden, fand aber, daß stattdessen dieser Titel und der Umschlag interessant aussahen.
Ich wurde nicht enttäuscht. Unsworth schrieb Bücher über das Bergsteigen, aber auch historische Romane für junge Leute vor dem Hintergrund der Industriellen Revolution, mit dem Ziel, "der Zeit den Glanz zu nehmen". Das hat er hiermit definitiv getan und es gab die ein oder andere Szene, ohne ich die ich ausgekommen wäre (mit Tieren zum Beispiel), aber es war trotzdem eine wirklich gute Lektüre.
Ich liebe Zufallsfunde wie diesen.
(Eigentlich sollte das Buch nur eine halbe Katze haben, weil ich es nur dem Dekan vorgelesen habe, die Lady war nicht an der Industriellen Revolution interessiert, schätze ich mal).

"Die Lockett-Kinder" = "August Adventure" von M. E. Atkinson (Mary E. Atkinson in den deutschen Übersetzungen), Erstveröffentlichung 1936


Drei Geschwister, deren Eltern in Indien leben, haben eine Einladung für die Ferien von einer ihnen noch unbekannten Tante.
Als sie aber zum Haus der Tante kommen, ist diese nicht da und die Locketts machen sich mit zwei neuen Freunden auf die Suche nach ihr.

Das Buch ist einer meiner Kindheitsfavoriten, ich habe es für einen zukünftigen Blogpost zum x-ten Mal gelesen.

"Remarkably Bright Creatures" = "Das Glück hat acht Arme" von Shelby Van Pelt, Erstveröffentlichung 2022


Die verwitwete Tova putzt im örtlichen Aquarium. Eines Nachts macht sie die Bekanntschaft des Pazifischen Riesenkraken Marcellus und eine Freundschaft wächst, die dabei hilft, Familie zu vereinen.

Ich bekam die Empfehlung von Kyms Blog "Just A Second", und obwohl ich keine Ahnung hatte, was mich mit dem Buch genau erwartet, habe ich es absolut geliebt.

"Cats' A. B. C." von Beverley Nichols, Erstveröffentlichung 😸


Ein Katzenliebhaber erzählt Fakten und Anekdoten über Katzen, nach Buchstaben sortiert - A für "amusements" (Unterhaltung), F für "fur" (Pelz), Y für "yawn" (Gähnen) und so weiter.

Ich hatte vorher noch nie etwas von Nichols gelesen, ja, kannte ihn nicht mal. Es war einfach einer von meinen Zufallsfunden.
Keine Ahnung, wie seine anderen Bücher sind, aber während ich viele seiner Katzengeschichten mochte, packte er meiner Meinung nach zu viele Urteile über andere dazu, und außerdem mißfielen mir die Sticheleien gegen Frauen. Es war jedoch ein kurzes Buch und hatte nette Illustrationen.
Es gibt auch noch ein Buch, das
 "Cats' X. Y. Z." heißt, aber ich glaube nicht, daß ich das lesen werde. Wir werden stattdessen noch eine Abenteuergeschichte ausprobieren 🙂

"The Book Club for Troublesome Women" von Marie Bostwick, Erstveröffentlichung 2025


Die Vorstadt in den frühen 60ern. Vier Frauen gründen einen Buchclub und lesen "Der Weiblichkeitswahn" der feministischen Autorin und Aktivistin Betty Friedan, was zuerst ihren Blick auf ihr Leben und später ihr Leben auf unerwartete Weise verändert.

Ich habe das Buch als Neueintrag auf OverDrive gefunden.

"The Lost Apothecary" = "Die versteckte Apotheke" von Sarah Penner, Erstveröffentlichung 2021


Nachdem sie herausgefunden hat, daß ihr Mann sie betrogen hat, macht Caroline die Reise nach London anläßlich des Hochzeitstags allein.
Hier schließt sie sich einer Mudlarking-Tour (Schlammgräber) an und findet im Themseschlamm eine leere Phiole. Der eingravierte Bär führt sie auf die Suche nach einer vergessenen Apotheke und Serienmorden im späten 18. Jahrhundert.

Ich habe das Buch auf einem Blog erwähnt gefunden, meine ich, und die Kurzbeschreibung hörte sich interessant an. Wir haben zwei Zeitebenen für die Apothekerin Nella und ihre junge Freundin Eliza und für Caroline (und ihren Mann).
Das Buch war schnell zu lesen. Tatsächlich ungefähr so schnell wie Caroline das mehr als zwei Jahrhunderte alte Geheimnis von Nella und Eliza aufdeckt und dann weiter nach Cambridge zieht, um dort innerhalb von neun Monaten eine Abschlußarbeit über Nella zu schreiben.
Eliza behält sie als ihr persönliches Geheimnis für sich, obwohl die Wahrheit "meine Abschlußarbeit sehr wahrscheinlich auf die Titelseite von wissenschaftlichen Zeitschriften bringen konnte, aber ich wollte den Ruhm nicht" ... das soll ja wohl ein Scherz sein?
Als Bibliothekarin an einer Universität war der "Forschungs"teil für mich nicht nachvollziehbar (wenn's dann mal so einfach wäre) und das ist noch nett ausgedrückt. Das war aber nicht das einzige Problem des Buchs.
Im Moment denke ich nicht, daß ich noch eins der anderen Bücher der Autorin ausprobieren möchte.


"Finchen" von Lisa-Marie Blum, Erstveröffentlichung 1960


Finchen ist eine lebendige Puppe, die Gabriele gehört hat und nun bei deren Enkelin Ina lebt. Sie hat eine Menge Geschichten zu erzählen und da gibt es auch noch etwas, was sie tun muß ...

Das Buch habe ich für einen zukünftigen Post nochmal gelesen.

"Martin Crusoe" von Thomas Charles Bridges, Erstveröffentlichung als Buch 1920 (davor als Reihe zwischen März und Oktober 1919 in "The Children's Newspaper") 😸


Der Abenteuerroman über eine verlorene Zivilisation beginnt mit dem 17jährigen Martin, der mehrere drahtlose Nachrichten von einer Insel mit der Bitte um Hilfe erhält. 
Nach dem Tod seines Vaters fliegt er mit seinem Flugzeug dorthin - in ein großes Abenteuer (Fliegen ist nicht seine einzige Fähigkeit 😜).

Das ist einer meiner Zufallsfunde auf The Internet Archive. Kinder müssen das geliebt habe. Wir haben die Abkömmlinge von Atlantis-Überlebenden, wir haben "Monster", wir haben Verrat, Revolution und Kämpfe, wir haben Gold und einen Vulkan, Erdbeben und noch mehr.
Ich denke, Ray Harryhausen hätte einen Heidenspaß damit haben können.

"The Blue Castle" = "Das Schloß in den Wolken" von Lucy Maud Montgomery, Erstveröffentlichung 1926


Valancy ist 29 und unverheiratet, was sie ihre strenge Familie nie vergessen läßt. Als ihr ein Arzt sagt, daß sie nicht mehr lang zu leben hat, befreit sie sich von allem, was sie zurückgehalten hat, fest entschlossen, den kurzen Rest ihres Lebens zu genießen - und vielleicht Liebe zu finden.


Das war eine gemeinsame Lektüre mit Lisa von Boondock Ramblings.

"The Impersonator" von Mary Miley, Erstveröffentlichung 2013
(Roaring Twenties Mystery 1)



Leah, eine junge Variété-Schauspielerin, wird von Oliver Beckett angeheuert, um sich als seine Nichte auszugeben. Jessie, die genau wie Leah aussah, wird seit sieben Jahren vermißt, und Oliver möchte sich ihr Erbe sichern, bevor sie für tot erklärt wird.
Es steckt jedoch mehr dahinter, als Leah erwartet hat.

Ich habe auf Fritzi Kramers Stummfilmblog von einem von Mileys Büchern gelesen und habe mit dem ersten in der Reihe angefangen. Tatsächlich hätte ich lieber mehr über das Variété gelesen als über den Kriminalfall, aber es war gut genug, um auch das zweite lesen zu wollen, das in der Stummfilmindustrie spielt.
(Und nein, ich habe "Der Erbe von Latchetts", das Miley als Inspiration angegeben hat, nicht gelesen, also haben mich die Ähnlichkeiten (noch?) nicht geärgert.)

"Death by Petticoat: American History Myths Debunked" von Mary Miley Theobald, Erstveröffentlichung 2012


Das Büchlein führt 63 Mythen der amerikanischen Geschichte auf, die "in Museen und historischen Stätten in ganz Amerika wiederholt werden".

Die meisten davon hatte ich nie gehört, aber natürlich bin ich auch keine Amerikanerin.
Es war eine sehr schnelle Lektüre, was nicht verwunderlich ist, da jeder Mythos nur bis zu einer Seite erhält, manchmal sogar nur ein paar Sätze, wobei das den Mythos selber mit einschließt. Es gibt keinerlei Quellen, nur eine Liste von Leute in der Danksagung. Ich würde es nicht empfehlen.

"Lebensbilder aus Göppingens Vergangenheit : Gräber im Oberhofenfriedhof" von Peter Herwig, Erstveröffentlichung als Buch 2001


Meine Stadt hat zwei Friedhöfe, die wir den "Alten Friedhof" und den "Neuen Friedhof" nennen (obwohl der neue über 120 Jahre alt ist und offiziell Hauptfriedhof heißt).
Dieses Büchlein war ursprünglich eine Reihe in unserer Zeitung - "Gräber erzählen" - und wurde als Buch veröffentlicht, um die Verkaufserlöse dem Verein zur Erhaltung der Oberhofenkirche (die das zweitälteste Gebäude der Stadt ist) zukommen zu lassen.

Ich bin an der Geschichte meiner Stadt interessiert und diese Lebensgeschichten sind ein sehr interessanter Teil davon.


DNF:

"Cold Feet" von Brenda Novak, Erstveröffentlichung 2004


War Madisons Vater der "Sandpoint Strangler"? Als es ein weiteres Opfer gibt, hat der ehemalige Detective Caleb, der inzwischen True Crime-Bücher schreibt, den Verdacht, daß Madison mehr weiß als sie sagt.
Was er nicht erwartet hatte war, sich in sie zu verlieben.

Ein Zufallsfund auf OverDrive. Ich habe nicht mal die Hälfte geschafft, dann verlor ich Interesse wegen der Liebesgeschichte, sprang zum Ende und war froh, daß ich es getan und mir Zeit gespart hatte.

"The Case of the Christie Conspiracy" von Kelly Oliver, Erstveröffentlichung 2025


Wer hat Neville Lively getötet und warum? War es Agatha Christie, die er aus dem Detection Club ausgeschlossen haben wollte? Und warum ist Christie verschwunden?

Ich gestehe, daß mich das Cover angezogen hat. Ich dachte, das könnte Spaß machen, aber dann bemerkte ich nach einer Weile, wie ich immer nur ein paar Seiten las und mich dann etwas anderem zuwandte, bis ich das Buch buchstäblich bei etwa der Hälfte mitten in einem Satz beendete, weil mir die Hauptfigur so schrecklich auf die Nerven ging.

Freitag, 27. Februar 2026

Weekend Traffic Jam Reboot - Woche 145

Willkommen beim Weekend Traffic Jam Reboot!
Meine Posts für den Linkup gehen freitags um 3.30 morgens live (das ist dem Zeitunterschied zu den USA geschuldet).



Mir macht die Dunkelheit des Winters nichts aus, hat sie noch nie, aber trotzdem wäre ich dann jetzt bereit für den Frühling. Diesen bestimmten Duft in der Luft und draußen keine Jacke tragen müssen.
Aber wartet, was ist das ...


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Diese Woche fällt unser Spotlight auf Becoming HIS Tapestry.


Brenda von Becoming HIS Tapestry schreibt: Hi, mein Name ist Brenda. An erster Stelle bin ich Christin, die Ehefrau einew wunderbaren, unglaublichen Mannes. Eine Mutter für zwei schöne Mädchen, die zu Hause unterrichtet wurden, eine Tochter, eine Schwester und eine Freundin und eine Lehrerin. ... Hier sind ein paar dieser Fäden, meine Liebe für den Herrn, meine Liebe für meine Familie, meine Liebe zum Hausunterricht (ich verbringe gern Zeit mit meinen Mädchen), meine Liebe zu...pssssst...Mode, Schönheit und Einkaufen."



Marsha von Marsha in the Middle hat 2021 als Training mit dem Bloggen angefangen, um ihre Neuroplastizität zu erhöhen. Ach, wem machen wir was vor? Marsha hat mit dem Bloggen angefangen, weil sie Kleidung liebt, und sie redet oder in diesem Fall schreibt einfach gern!

Melynda von Scratch Made Food! & DIY Homemade Household - Der Name sagt schon alles, wir haben uns im Osten von Texas angesiedelt, wobei sich drei Generationen das Land teilen. Ich koche und backe alles selber, wenn ich nicht gerade gärtnere oder den Hühnern nachlaufe, und stricke!

Lisa von Boondock Ramblings erzählt von den Büchern, die sie schreibt und liest, ihrem Glauben, Home-Schooling, Fotografie und mehr.

Cat von
 Cat's Wire hat, was sie ein Springspinnengehirn nennt. Sie hat viele Interessen und bloggt über das, was immer gerade ihre Aufmerksamkeit erregt - Handarbeiten, Bücher, alte Filme, Sammelwertes oder "einfach nur so".

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Hier ist meine Auswahl von ein paar Posts aus dem Linkup der letzten Woche (englisch/holländisch).


Ann hat ein neues eingebautes Bücherregal bekommen und zeigt uns den Prozeß.

Wir haben alle unsere Lieblings-Küchengeräte, oder? Schauen wir uns die von Amy an!

An was erinnert ihr euch über Leute? Lisas Cousin überraschte sie mit seiner Antwort.


Mögt ihr Nüsse? Nancy hat interessante Informationen dazu!


Manchmal ist Saskia eifersüchtig auf Instagram-Morning-Mamaroutinen. Ihre ist etwas anders.



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Donnerstag, 26. Februar 2026

Stummfilme - Oh, Doctor!

"Ein Hy-po-chon-der ist ein Mann, der weiß, daß er geboren wurde, um zu sterben — und sein ganzes Leben damit verbringt, darin gut zu werden."
Willkommen zu "Oh, Doctor!" von 1925 mit Reginald Denny (der so wunderbar in "Skinner's Dress Suit" getanzt hat) und Mary Astor.


Hier die Handlung (diesmal wieder mit Spoilern).

Der kleine Rufus Billop hatte keine leichte Ankunft auf dieser Welt und es wurde nicht erwartet, daß er überlebt. Das tat er jedoch, aber mit einem Thermometer im Mund und vor allem Gefährlichen beschützt.
Die Folge war, daß er ein Hypochonder wurde. Ein Doktor schlägt einen Sanatoriumsaufenthalt vor, aber Rufus hat das Geld nicht - noch nicht. Der Arzt schlägt vor, er solle die 750000 $ beleihen, die er in drei Jahren erben wird, aber Rufus ist überzeugt, daß niemand verrückt genug sein wird, das Risiko einzugehen, da das Geld an wohltätige Zwecke geht, falls er vorher stirbt.
Der Arzt findet drei Geschäftsleute, die anbieten, Rufus jetzt 100000 $ zu geben und sie bekommen dann in drei Jahren die volle Erbschaft. Was für ein Schnäppchen!


Natürlich lassen sie Rufus vorher von mehreren Ärzten durchchecken, und als sie herausfinden, daß "Totenwache-Mary" die erste Krankenschwester des "Patienten" ist, ergreifen sie sofort Maßnahmen und stellen stattdessen eine hübsche Krankenschwester - Dolores Hicks - ein, um ihn aufleben zu lassen.


Für Rufus ist es Liebe auf den ersten Blick, und als er das Dienstmädchen fragt, was Frauen mögen, und sie ihn wissen läßt, daß sie einen Mann mögen, der "vor gar nichts nicht Angst hat", beschließt er, ein solcher zu werden.
Er nimmt an einem Autorennen teil und geht lebend aber nicht unversehrt daraus hervor, er hat einen Motorradunfall und hat noch viel mehr geplant, vom Fliegen bis zum Tiefseetauchen.
Ihr könnt euch vorstellen, was seine Stunts bei den drei Kredithaien auslösen!


Sie sind allerdings nicht die einzigen, die beunruhigt sind. Miss Hicks entwickelt mehr als krankenschwesterliche Gefühle für Rufus und sie möchte nicht nur, daß er mit seinen waghalsigen Unternehmungen aufhört, sondern will auch verhindert, daß Cinch, McIntosh und Peck ihm sein ganzes Geld wegnehmen.
Als ihr Rufus also erklärt, daß er keine Angst mehr haben will, verspricht sie, ihn zu unterstützen, sogar bei seinem Plan, den Flaggenmast auf einem Gebäude anzustreichen.


Ihr Plan ist, die drei Geldverleiher, die ihr Investment in Gefahr sehen, so sehr zu schockieren, daß sie ein Dokument unterschreiben, das ein Anwalt für Dolores aufgesetzt hat und das die Erbschaft an Rufus zurückgibt.


Der Plan funktioniert, aber erst als Dolores droht, Rufus nicht zu heiraten, wenn er nicht sofort herunterkommt.



Der Film basiert auf dem Buch "Oh, Doctor" von 1923 von Harry Leon Wilson.
Was ihn für mich zu einer so charmanten Komödie macht ist, daß er witzig ist, aber nicht zu übertrieben.

Reginald Denny porträtiert Rufus als schüchtern und kindlich, aber nicht nervig weinerlich, und obwohl ich es nicht so mit Draufgängern habe, hat es Spaß gemacht, ihm dabei zuzusehen, wie er sich von seinen Ängsten befreit.
Dank der Brille und dem Stunt mit dem Flaggenmast bekommt man deutliche Harold Lloyd-Vibes, aber es fühlte sich nie wie eine Imitation an.


Mary Astor (die zu der Zeit erst 18 war, hättet ihr das gedacht?) macht aus Dolores eine Figur, mit der man sich identifizieren kann. Dr. Seaver sagt ihr, daß Rufus Hypochonder ist, daher ist sie amüsiert, als sie ihn kennenlernt - ich konnte sie beinahe hören, wie sie tsts machte - aber dann feststellt, daß da noch mehr ist, und sich schließlich in ihn verliebt.
Ich mag es mir vorzustellen, daß sie Rufes auf dieselbe kluge und ruhige Art durchs Leben führen würde, in der sie auch im Film alles in Ordnung bringt.
Ich liebe auch das Lächeln auf ihrem Gesicht, wenn sie ihm sagt, er soll von dem Mast herunterkommen. (Außerdem - findet ihr nicht auch ihre Wasserwelle und die Cloche toll? Ich schon und ich hätte damit ja so albern ausgesehen, seufz.)

Natürlich haben wir auch noch die Nebendarsteller. Ich kenne sie (noch) nicht, aber es scheint, es waren alles bekannte Charakterdarsteller.
Cinch, McIntosh und Peck waren ein großartiges Trio. Ich mußte bei ihnen an Ebenezer Scrooge denken, nur witziger, zum Beispiel mit ihren individuellen nervösen Ticks.
Ich mochte auch Tante Beulah, und die Szene, in der sie eine Masseuse heranschafft, nachdem Rufus um einen Arzt gebeten hat, ist zum Schießen.
Das tanzende Dienstmädchen war großartig.
Es gibt nur ein Problem, das wir bei Filmen aus dieser Zeit scheinbar nicht vermeiden können, wir haben eine - glücklicherweise kurze - Szene mit einem asiatischen Bediensteten und peinlichen Zwischentiteln. Ich weiß nicht, ob er auch im Buch vorkommt, aber im Film hätten wir ihn nicht gebraucht.

Trotzdem definitiv eine Empfehlung von mir!



Wie viele der anderen Stummfilme, die ich bisher angeschaut habe, habe ich diesen auf Fritzi Kramers Blog gefunden, danke!
Fritzi Kramer: Oh, Doctor! (1925) - A Silent Film Review. Auf: Movies Silently, 7. Mai 2013

Montag, 23. Februar 2026

Aus meinem Kinderbuchschrank - Die Lockett-Kinder

Ich habe schon von der Stadtbücherei meiner Kindheit erzählt, der, die in ein Wohnhaus umgewandelt wurde, als die Bücherei - dann Bibliothek genannt - 1981 in das "Adelberger Kornhaus" zog. Um fair zu sein war das alte Gebäude ein Wohnhaus, bevor es eine Bücherei beherbergte, zunächst die amerikanische Bücherei nach dem 2. Weltkrieg, die dann mit der stadteigenen Bücherei zusammengelegt wurde.
Ich bin mir sicher, daß die Bibliothekar*innen den Komfort des neuen (naja, eigentlich alten, da das Kornhaus eines der wenigen in der Stadt noch existierenden Gebäude aus dem Mittelalter ist, das für die Bibliothek restauriert wurde) Gebäudes zu schätzen wußten.


Ich weiß, daß ich das als Bibliothekarin würde, aber natürlich habe ich die Bücherei, mit der ich aufgewachsen bin und die sozusagen das Fundament für meine Lesegewohnheiten war (wie auch meine Familie), nicht vergessen.
Das Gefühl, dort hineinzugehen und nicht nur nach neuen Büchern zu suchen, sondern auch immer wieder zu den Wohlfühlbüchern meiner Kindheit zurückzukehren, wie ein Magnet zu bestimmten Regalen hingezogen, ist mir immer noch im Gedächtnis.
Was uns zu dem Buch bringt, das ich heute aus meinem Schrank ausgewählt habe - "Die Lockett-Kinder" von M. E. Atkinson (nur auf den deutschen Übersetzung steht der Name "Mary E."), das 1954 herauskam und dessen Original "August Adventure" von 1936 ist.
Es ist das erste einer Reihe von vierzehn Büchern, die von den drei Lockett-Kindern und ihren Freunden handeln. Ich meine, meine Bücherei hatte alle sechs, von denen ich weiß, daß sie ins Deutsche übersetzt worden sind. Sie sind jetzt Sammlerstücke, daher freue ich mich, daß ich fünf davon schon besitze und auch ein paar englische! Statt mir aber das letzte deutsche zu kaufen, habe ich die fünf Bücher, die mir noch fehlen, auf Englisch bestellt, was mich nur in etwa doppelt soviel kostete wie das eine Buch.


Die Lockett-Kinder sind Oliver (12), Jane (13) und Bill (10). Ihre Eltern leben in Indien. Jane wohnt bei einer Tante und einem Onkel, während ihre Brüder auf ein Internat gehen und nur in den Ferien heimkommen. Zum Glück gibt es mehrere Tanten, die sich damit abwechseln, die drei während der Ferien aufzunehmen.

In diesem Buch gehen jedoch alle Tanten zur selben Zeit auf Reisen, also werden sie für die Sommerferien von ihrer Tante Lavinia eingeladen, die sie bisher noch nicht einmal kennen. Sie ist Malerin und ein Freigeist, der manchmal einfach in ihrem bunt angemalten Pferdewagen loszieht, um durch die Lande zu fahren.

Als die Kinder aber bei ihrem Haus ankommen, ist Lavinia nicht da. Stattdessen finden sie einen fremden Mann vor, der ihnen erklärt, daß Lavinia auf Reisen gegangen ist und nicht so bald wieder da sein wird. Ein Anhänger, der auf dem Tisch liegt, erwähnt eine Stadt.
Wir wissen alle, was die Kinder jetzt tun müssen, richtig? Natürlich müssen sie den Pferdewagen nehmen und zu dieser Stadt fahren. Sie schicken Lavinia allerdings ein Telegramm, von dem sie hoffen, daß es an die aktuelle Adresse, die sie nicht kennen und die ihnen der Postbeamte nicht geben will, weitergeleitet werden wird, aber sie können ja nicht in einem Haus mit einem fremden Mann darin warten, der ihnen erzählt - nicht sehr überzeugend - daß er das Haus für die zehn Tage oder so gemietet hat.

Um die Angelegenheit noch etwas komplizierter zu machen - tatsächlich aber besser, wie sie bald herausfinden - steht ein Mädchen vor der Tür und sagt, sie sei zu Lavinia geschickt worden, weil ihre Großmutter krank ist, und ihr fünfjähriger Bruder Robin würde auch noch dazustoßen.
Zum Glück hat Anna Erfahrung mit Pferden und weiß, wie man mit Pegasus umgeht, und Robin ist viel reifer, als die Locketts es erwartet haben.
Auf geht's und das Abenteuer kann beginnen und ein Abenteuer ist es wahrhaftig. Sie gehen buchstäblich durch Feuer und Wasser, retten einen Hund, verbringen eine Nacht in einem Spukhaus, spielen Kricket, ihnen wird Geld gestohlen und vieles mehr. Noch wichtiger ist, daß sie neue Freundschaften schließen, aber auch ein paar Feinde haben, aber natürlich bekommen wir ein glückliches Ende.

Ah, die Zeiten, in denen Kinder noch Hunderte von Kilometern allein reisen konnten!
Zugegeben, ein Dorfmetzger bezweifelt, daß das eine gute Idee ist, aber nachdem sie dieses Dorf verlassen, kommen sie um noch mehr ungefragte Meinungen von Erwachsenen herum - im Ernst, wie können sie es wagen? - indem sie Annas lange Zöpfe hochstecken, damit sie älter aussieht, da sie die größte von ihnen ist. Erstaunlich, wie leicht man Erwachsene täuschen kann, vor allem wenn man bedenkt, daß Anna tatsächlich ein paar Monate jünger als Jane ist.

Ich habe die Bücher so geliebt und ich war so eifersüchtig, daß 
diese Kinder, das Leben der Freien leben durfte, obwohl ich in Wirklichkeit wußte, daß ich mein Bett schon in der ersten Nacht bitterlich vermißt hätte. Das ist das Schöne an Bücher, man kann sich Dinge einbilden und träumen.
Vielleicht war ich auch neidisch darauf, daß sie so praktisch und geschickt waren. Sie kochten, sie wußten, wie man telegraphiert und einen Pferdewagen lenkt und sie schienen nie viel Angst zu haben ... ein bißchen, aber nicht genug, um sie davon abzuhalten, weiterzumachen und immer einen Weg zu finden, mit den Umständen fertigzuwerden.
Ich hätte es wahrscheinlich schwer gehabt, es ins nächste Dorf zu schaffen.

Übrigens, falls ihr letztes Jahr meinen Post über Enid Blyton und "Domestication", "Foreignization" und "continuation books" gelesen habt, fragt ihr euch vielleicht, wie das mit den deutschen Übersetzungen aussieht.
Natürlich kann ich keinen direkten Vergleich ziehen, da ich die Bücher nur entweder auf Deutsch oder auf Englisch habe, aber ich schätze aufgrund dessen, was ich gelesen habe, daß nicht viel verändert wurde, außer daß bei einem Hausnamen statt "Manor" das deutsche "Herrenhaus" benutzt wurde.
Es gibt auch Fußnoten, eine, die englische Internate erklärt, die anderen, recht ausführlich, erklären Kricket. Es wäre einfach gewesen, den deutschen Text zu ändern, indem man zum Beispiel statt Kricket einen anderen Sport gewählt hätte. Das deutet eher auf Foreignization als auf Domestication hin.


Es ist wirklich schade, daß es fast keine Illustrationen gibt. Die englischen Originale waren wunderschön von Harold Jones illustriert.
Das Umschlagbild des deutschen Buchs ist keine Illustration von Jones, aber ich kann euch nicht sagen, wer es gemalt hat, denn eine Namennennung fehlt im Buch.
Darin findet man nur eine Karte, die die Reise der Locketts zeigt. Das Original war ebenfalls von Jones, aber nicht diese hier. Man kann erkennen, daß sie vom Original inspiriert wurde, aber sie ist nicht so elegant. Einen Namen gibt es auch hierzu nicht.
Ich habe in einem Onlineantiquariat ein Exemplar des Buchs gefunden, für das die Namen Mary E. Atkinson und Susanne Ehmcke aufgeführt wurden. Ehmcke war zwar eine deutsche Kinderbuchautorin und -illustratorin, aber dieser Eintrag ist der einzige, wo ich den Namen überhaupt im Zusammenhang mit den Lockett-Kindern gefunden habe, also habe ich meine Zweifel, ob sie es wirklich war.


Wenn ich heute an die alte Bücherei denke, zum Beispiel, wenn ich an dem Gebäude vorbeikomme, ist das erste, was mir in den Sinn kommt, immer, wie ich auf das Regal für A zugehe und nach den Locketts schaue und oft enttäuscht werde. Die Bücher waren damals beliebt und oft ausgeliehen, nun, und ich schätze mal, irgendwann wurden sie dann ausgesondert, als das Interesse nachließ oder die Bücher zu kaputt waren.

Ich freue mich schon auf die, die unterwegs sind, um meine kleine Sammlung zu vervollständigen.
Sagt mal noch nicht tschüß zu den Locketts, denn die Chancen stehen gut, daß sie wieder hier auf dem Blog auftauchen (besonders mit meinem Lieblingsbuch!).


Weitere Lektüre (inklusive Bildern von Harold Jones' Illustrationen, englischsprachig):

1. **: August Adventure. Auf: The Silver Locket, 29. August 2021
2. **: August Adventure. Auf: The Silver Locket, 18. August 2024
3. Todd Klein: Rereading: AUGUST ADVENTURE by M. E. Atkinson. Auf: Todd's Blog, 28. März 2024