Sonntag, 25. Oktober 2026

Auf Wiedersehen, Mr. Chips - Teil 2, Die Novelle und die Verfilmungen von 2002 und 1984

Vor ein paar Tagen habe ich hier über einen meiner Lieblingsfilme geschrieben, "Auf Wiedersehen, Mr. Chips" von 1939.
Heute möchte ich über die Novelle von James Hilton sprechen, auf der der Film basiert, aber auch über einen Fernsehfilm und eine Fernsehserie. Ich werde die Handlung hier ziemlich kurz halten, da sie schon im anderen Post erzählt wird, und mich stattdessen auf die großen Unterschiede konzentrieren.


"Auf Wiedersehen, Mr. Chips" ist die Geschichte von Mr. Chipping, Lehrer in Brookfield, einer britischen Privatschule für Jungen. Er fängt 1870 im Alter von 22 an zu unterrichten und bleibt sogar nach seinem Ruhestand noch in der Nähe der Schule, bis er 1933 stirbt.
Trotz einer kurzen Ehe - seine Frau und ihr Kind sterben bei der Geburt - ist sein Leben der Schule und den Schülern gewidmet, und selbst im Ruhestand, während des Ersten Weltkriegs, springt er für den Rektor ein.

Hilton zufolge schrieb er die Novelle 1933 in einer Woche, da er eine Abgabefrist für eine Geschichte einhalten mußte, die in der Weihnachtsausgabe der "British Weekly" erscheinen sollte.
1934 erschien sie in der "Atlantic" und war so erfolgreich, daß sie zuerst in den USA als Buch herauskam und dann in England.
1938 erschien der Folgeband "To You Mr. Chips", der noch mehr Chips-Geschichten und ein autobiographisches Kapitel über Hiltons eigene Schulzeit enthält.


Der Film von 1939 folgt so ziemlich der Handlung der Novelle. Es gibt ein paar kleine Änderungen, die Zugfahrt mit den Schülern zu Beginn, ein paar Namen, oder daß Chips nicht für den Rektor einspringt, weil dieser zur Armee geht, sondern weil er schwerkrank ist.
Die größte Änderung ist allerdings die Liebesgeschichte. Der Film konzentriert sich mehr darauf, wie sich Chips und Kathy Ellis kennenlernen und verlieben, während die Novelle den Einfluß betont, den Kathie Bridges auf Chips und die Schule hat.

Im Film denkt Chips, er müsse Kathy aus dem Berg retten, und während sie im Nebel festsitzen, überrascht sie ihn mit ihren progressiven Ideen. Er verliert sie dann, weil sie ihre Radfahrt mit ihrer Freundin fortsetzt, aber in Wien begegnen sie sich wieder und gehen auf einen Ball. Es ist alles ziemlich Hals über Kopf und sehr romantisch.
In der Novelle steht Kathie auf einem Absatz, und nachdem Chips sich den Knöchel verstaucht hat, weil er denkt, ihr helfen zu müssen, müssen stattdessen ihre Freundin und sie ihm den Berg hinunterhelfen. Kathie besucht ihn, während er nicht laufen kann, und anfangs ist er sich so gar nicht sicher über diese "neue Frau" mit ihren radikalen Positionen wie Universitätszugang für Frauen - und das Wahlrecht! Sie unterhalten sich viel und heiraten am Ende der Ferien.



Diese radikalen Positionen bringt sie mit sich in die Schule. Einmal schlägt sie ein Fußballspiel mit Jungen aus der Mission in East London vor, die von Brookfield betrieben wird, das Spiel wird überraschend (für alle außer Kathie) ein Erfolg. Manchmal überredet sie Chips, Jungs bei mehr oder weniger ernsthaften Verstößen laufen zu lassen oder vorher mit ihnen zu sprechen, um die Gründe zu erfahren, das heißt aber nicht, daß sie alles durchgehen läßt.
Ein weiterer Unterschied ist, daß der Film die Szene auf Kathys Tod hin aufbaut - der Doktor, der beteuert, sein Bestes zu tun usw. - während es im Buch ein sehr kurzes Kapitel ist, und doch schaffen es beide, Chips' Verlust ergreifend darzustellen.

Wir sprechen hier über einen Hollywood-Film, darum überraschte mich die Art, in der die Geschichte erzählt wurde, nicht und es hat mich auch nicht gestört, aber ich finde, die Novelle verleiht Kathie mehr Facetten und erläutert besser, wie ihr Einfluß Chips in seinen sozialen Interaktionen mit den Schülern und Lehrern verändert, zum Beispiel als er sich gegen den Rektor stellt, der ihn in Ruhestand schicken will.

Ralston versuchte, Brookfield wie eine Fabrik leiten - eine Fabrik zur Erzeugung einer auf Geld und Maschinen gegründeten Snobkultur. Die alten Gentlemantraditionen von Familie und Grundbesitz änderten sich, wie sie sich zweifellos ändern mußten. Aber statt sie zu erweitern zu einer echten, umfassenden Demokratie von Herzog und Holzfäller, engte Ralston sie auf den einzigen Punkt: ein fettes Bankguthaben, ein.
(Aus meiner Ausgabe "Lebwohl Mr. Chips" von 1956)
Das hört sich nach Kathie an, findet ihr nicht?

***

Kommen wir nun zu der Verfilmung von 2002, von der ich vorher nichts wußte. Das wird viel kürzer, versprochen.
Martin Clunes spielt Chips und Victoria Hamilton ist Kathie.


Wieder ist die Geschichte etwas verändert, kein verstauchter Knöchel, aber Kathie bekommt die Möglichkeit, ihre Meinung zu sagen, über Shaw, Ibsen, das Wahlrecht für Frauen und noch mehr. Statt eines Fußballspiels organisiert sie einen Tanz mit Mädchen aus einer nahegelegenen Schule.
Und sie spricht den Rektor auf einen Jungen an, der auf übelste Weise gemobbt wird, weil er wegen des Tods seiner Mutter geweint hat.

Das ist der große Unterschied in dieser Verfilmung. Fast von Anfang an sind Züchtigungen mit dem Stock, Mobbing und "fagging" (eine frühere Praxis an Schulen, jüngere Schüler mußten den älteren alsopersönliche Bedienstete zur Verfügung stehen) ein wirklich großes Thema, während es in der Novelle und im Film von 1939, 
wenn überhaupt, nur ganz leicht berührt wird. In der Zeit waren diese Praktiken traurigerweise noch als recht normal betrachtet.
Auch die Kriegsszenen waren dramatischer, zum Beispiel stürzt ein Flugzeug auf dem Schulgelände ab und Chips kümmert sich um den Piloten, obwohl er Deutscher ist.

***

Springen wir zu 1984 
zurück, zu einer sechsteiligen Fernsehserie mit Roy Marsden und Jill Meager.


Die Serie hält sich ebenfalls ziemlich nah an die Novelle (diesmal bekommen wir das Fußballspiel). Da wir aber eine Laufzeit haben, die fast zweimal so lang wie die der Filme ist, war mit einigen Ausschmückungen zu rechnen.
Eine davon erscheint in der Person von Mrs. Wickett.
Mrs. Wickett war früher Hausmutter in Brookfield und Mr. Chips hat im Alter Räume von ihr gemietet. Das ist in den Filmen und der Novelle gleich, aber in der Serie trifft er sie das erste Mal, als sie noch als Dienstmädchen arbeitet und er sie nach einem Fehler tröstet, als sie weglaufen will.
Sie ist ihm recht ergeben und arbeitet mit ihm zusammen, als er den Posten als Hausleiter bekommt, obwohl er Junggeselle ist. Als er also mit einer Frau aus den Ferien zurückkehrt, wissen wir schon, daß es Probleme geben wird. Obwohl Kathie alles tut, damit sich Mrs. Wickett nicht überflüssig vorkommt, wird jeder Versuch, zum Haushalt beizutragen oder etwas zu verändern, falsch aufgefaßt. Schließlich entwickeln sie eine Verbindung zueinander, als sie sich gemeinsam um einen schwerkranken Jungen kümmern.
Kathie stirbt später, weil sie stürzt und und davon einen Herzanfall bekommt, ihr Kind ist eine Totgeburt (keine Ahnung, warum jemand dachte, das sei eine bessere Idee).
Eine weitere Geschichte, die hinzugefügt wurde, ist die eines Schülers, für den der Moment gekommen ist, nach Frankreich zu gehen, aber er kann sich nicht dazu überwinden, nachdem er seinen im Krieg schrecklich verstümmelten Vater im Krankenhaus gesehen hat, und wird darum als Deserteur verhaftet
.

***

Es gab noch mehr Adaptionen als die drei, die ich euch vorgestellt habe, Radio, Theater, und einen Musikfilm von 1969 mit Peter O'Toole und Petula Clark.
 

Ich konnte den Film nicht finden, aber nachdem ich etwas über ihn gelesen habe, war ich tatsächlich froh darüber, denn er wich vom Original auf eine Art ab, die mich nicht erfreut hätte.
Er spielt im Zeitraum zwischen den 20ern und 60ern, Katherine ist eine Musikhallensängerin. Ihr Hintergrund bringt einen vermögenden Lord zu der Drohung, eine finanzielle Zuwendung zurückzuziehen, aber Katherine droht zurück, seine Beziehung zu einer Freundin von ihr aufzudecken.
Oh, und sie stirbt nach langer Ehe in einem Bombenangriff.
Es hört sich echt nicht so an, als würde mir das gefallen. Ich möchte auch nicht, daß mein Mr. Chips singt. Das ist etwas, das er nie tun würde.

***

Alle Verfilmungen, die ich angeschaut habe, waren auf ihre Weise unterhaltsam.

Mir gefiel Kathie in der Version von 1984, weil Jill Meager so etwas Kompetentes und doch Freundliches und Verständnisvolles ausstrahlte. Mir schien sie am ehesten wie die "neue Frau" zu sein, die Chips erst so einschüchterte. Ich hätte sie mir gut als marschierende Sufragette vorstellen können.
Victoria Hamilton schien entschlossen, für meinen Geschmack aber etwas zu sanft, nun, und Greer Garson bekam keine Gelegenheit, viel mehr als die schöne und freundliche Dame zu geben, also kann man das nicht so wirklich vergleichen.
Roy Marsden war in Ordnung, aber Martin Clunes zeigte bei seinem Chips auf jeden Fall mehr Schichten. Ich fand, seine beste Szene war die, in der er sich gegen den Rektor behauptete, mit kalter Wut, und ihn beschuldigte, die Schule wie eine Fabrik zu führen. Ich denke, der Film von 2002 war der realistischste, indem er das Leben in der Privatschule nicht romantisiert, und er hat mir besser gefallen, als ich erwartet hatte.

Aber seien wir doch ehrlich, ich schaue Mr. Chips wegen Robert Donat an. Wegen der Schüchternheit und der Angst zu versagen, wegen der Traurigkeit, ein mittelmäßiger Lehrer zu sein (so wird er in der Novelle beschrieben) und dem Wunsch, es trotzdem zu schaffen. Wegen der Sehnsucht, von den Schülern nicht nur respektiert, sondern auch geliebt zu werden. Weil er lernt zu lieben und zu verstehen, einen Verlust zu ertragen und weiterzumachen, weil er scherzt und in sich hineinlacht.
Dann ist es eben sentimental, okay, vor allem aber warmherzig. An ein bißchen Eskapismus hier und da ist nichts auszusetzen.
Und Mann, die Filmmusik, die so gekonnt mit meinen Emotionen spielt (und ich meine nicht die "Blaue Donau", die das Thema für Kathy and Chips ist)! 
😉

Da, und nun habt ihr es bis ans Ende geschafft. Seid ihr nicht froh?


Ruht euch aus ... fürs nächste Mal!

Freitag, 23. Oktober 2026

Weekend Traffic Jam - Week 179

Willkommen beim Weekend Traffic Jam Reboot!
Meine Posts für den Linkup gehen freitags um 3.30 morgens live (das ist dem Zeitunterschied zu den USA geschuldet).


Ich habe kürzlich diesen perlengestickten Anhänger fertiggestellt. Der Achat ist von zwei Ebenen an Hexagonperlen umgehen, mit Sprenkeln aus goldenen Rocailles, und natürlich konnte ich einer freien Form mal wieder nicht widerstehen!
Ich liebe Hexagonperlen und nähe sie gern einzeln auf, damit ich oft die Richtung ändern kann. Wenn das Licht auf all die Kanten trifft, sorgt das für ein wunderschönes Funkeln, das aber schwer in einem Bild einzufangen ist, also müßt ihr mir das einfach glauben.



***

Als Teil des Reboots werden wir jede Woche einen anderen Blog vorstellen.
Wie wäre es, wenn ihr vorbeischaut und hallo sagt? Sagt ihnen, daß wir euch geschickt haben.

Diese Woche fällt unser Spotlight auf
 I Live For My Dreams.


Sas von I Live For My Dreams schreibt: "
Ik ben Sas, schrijfster sinds 2009 van iliveformydreams. Uit de jaren '80." Oh, euer Holländisch ist genauso  nicht-existent wie meins? Kein Problem. Man kann bei jedem Post ganz unten auf Deutsch umschalten (da muß ich dann leider einmal auf KI zurückgreifen).
Okay, bitte sehr: "Ich bin Sas, Autorin seit 2009 für iliveformydreams. Geboren in den 80ern. Verheiratet, Mutter von Noa und im Alltag Erzieherin und Lebensgenießerin. Ich liebe London, Tea (und Tassen), Eichhörnchen, Schlittschuhlaufen und Lesen.
"


Marsha von Marsha in the Middle hat 2021 als Training mit dem Bloggen angefangen, um ihre Neuroplastizität zu erhöhen. Ach, wem machen wir was vor? Marsha hat mit dem Bloggen angefangen, weil sie Kleidung liebt, und sie redet oder in diesem Fall schreibt einfach gern!

Melynda von Scratch Made Food! & DIY Homemade Household - Der Name sagt schon alles, wir haben uns im Osten von Texas angesiedelt, wobei sich drei Generationen das Land teilen. Ich koche und backe alles selber, wenn ich nicht gerade gärtnere oder den Hühnern nachlaufe, und stricke!

Lisa von Boondock Ramblings erzählt von den Büchern, die sie schreibt und liest, ihrem Glauben, Home-Schooling, Fotografie und mehr.

Cat von
 Cat's Wire hat, was sie ein Springspinnengehirn nennt. Sie hat viele Interessen und bloggt über das, was immer gerade ihre Aufmerksamkeit erregt - Handarbeiten, Bücher, alte Filme, Sammelwertes oder "einfach nur so".

Rena von Fine Whatever Blog schreibt über Stil, Leben im mittleren Alter und die "gut, was auch immer" Momente, die dem Leben Sinn und Spaß geben. Seit 2015 feiert sie Kreativität, Selbstvertrauen und die Freude am Alltag
.


Hier ist meine Auswahl von ein paar Posts aus dem Linkup der letzten Woche (englischsprachig).

Macht mit beim Linkup!

Richtlinien:
Diese Linkparty ist nur für Blogposts. Alle anderen Links werden gelöscht.
Bitte verlinkt nur Blogposts, die ihr selber geschrieben habt. Bitte verlinkt direkt zur URL eures Blogposts und nicht der Homepage eures Blogs.
Bitte verlinkt nicht auf Videos, Verkaufsanzeigen oder Links auf sozialen Medien, wie zum Beispiel YouTube-Videos oder -Shorts, Instagram- oder Facebook-Reels, TikTok-Videos oder anderen Beiträge auf sozialen Medien.
Bitte besucht auch andere Blogs und laßt einen Kommentar da.


Zur Beachtung:
Wenn ihr am Weekend Traffic Jam Reboot teilnehmt, versichert ihr damit, daß der Inhalt euch gehört und ihr uns erlaubt, denselben zu teilen, falls euer Post oder euer Blog erwähnt werden.
Wir begrüßen unbegrenzten familienfreundlichen Inhalt. Dazu können Meinungsposts, Rezepte, Reiseberichte, Modeideen, Handarbeiten, Second-Hand-Einkaufen, Lifestyle, Buchrezensionen  oder -diskussionen, Fotografie, Kunst und noch vieles mehr gehören!


You are invited to the Inlinkz link party!

Click here to enter

Donnerstag, 22. Oktober 2026

Stummfilme - Das verwunschene Haus

Haltet euch an euren Sitzen fest, meine Damen und Herrn, jetzt wird es echt gruselig.
Bitte begrüßt Mister Buster Keaton in "Das verwunschene Haus" von 1921!


Sind eure Nerven bereit für die Handlung (und Spoiler)?

Keaton ist Bankangestellter.
Und einer seiner Kollegen ist ein Gauner, der mit Falschgeld handelt und mit seiner Bande zusammen die Bank ausrauben und sich dann in gruseligen Verkleidungen in einem "Spukhaus" verstecken will.
Der Morgen geht seinen üblichen Gang, vorausgesetzt ihr zählt dazu, wenn Geld auf Klebstoff trifft.
Wenn ihr nun denkt, daß das nicht gruselig ist, scheint ihr meine toxische Beziehung zu Klebstoff vergessen zu haben. Ich schwöre, ich habe laut aufgeschrien, als ich das sah! 
😉

Klebstoff überall, auf Händen, dem
Boden, Hintern, Taschen und Haaren!

In dem Moment taucht die Bande auf und dank des Klebstoffs gelingt es Keaton fast, den Raub zu vereiteln, als ihn aber der Manager mit der Pistole sieht, jagen alle ihm nach.
Es gelingt ihm zu entkommen und sich unwissentlich in dem "Spukhaus" zu verstecken, aber aber er ist nicht der einzige. Eine Theatertruppe flüchtet von der Bühne, nachdem sie "Faust" völlig verhunzt haben und mit Gemüse beworfen werden - ratet mal, wo es sie hinverschlägt.


Also haben wir jetzt Buster, die Theaterleute und die Gangster im Haus, einer erschreckt den anderen.
Es ist nicht hilfreich, daß sich die Treppe immer wieder in eine Rutsche verwandelt, weswegen Buster Wege finden muß, damit er nicht immer wieder hinunterfällt.

GIF von nishaane auf Tenor

Das ist jedoch nicht die einzige Überraschung im Haus. Wir haben die explodierende Kerze, eine Falltür, den "lebenden" Stuhl und natürlich Geister, Skelette, die einen echten Mann zusammenbauen und den Teufel (Mephisto aus dem Theater)!


Keaton rennt und springt und klettert und fällt, aber dann findet er heraus, daß die "Gespenster" nur Männer in Bettüchern sind.
Und schließlich kommen auch der Bankmanager und die Polizei beim Haus an. Sie fallen durch die Falltür in den Keller und verhaften die ganze Bande dank Buster, der sich inzwischen ebenfalls als Gespenst verkleidet hat.


Bevor er weggebracht wird, schlägt der Boss unseren Helden jedoch auf den Kopf und er ist tot.
Zwei Engel zeigen ihm die lange Treppe in den Himmel, die er hinaufgeht ...


... wo ihm dann von Petrus der Zugang verweigert wird, der den Hebel zieht und die Treppe in eine Rutsche verwandelt ...


... direkt in die Hölle.



Ein Hilfsteufel macht sich daran, Buster mit einem brennenden Dreizack zu pieksen ... was ihn aufweckt, da es nur ein Traum war, das Feuer aber ist echt!
Die Tochter des Bankmanagers ist sehr glücklich, ihn am Leben zu sehen, und sie umarmen sich.




Der aus zwei Spulen bestehende Film (Laufzeit 24 Minuten) ist klar in zwei Teile aufgeteilt, die Bank und das Spukhaus.
Obwohl es in der Bank ein paar witzige Gags gibt, wie zum Beispiel, als Busters Kleider stundenlang in der Tür des Tresors mit Zeitschloß festhängen (warum hat er nicht versucht, sie auszuziehen?), geht es hauptsächlich um die Probleme mit dem Klebstoff, was etwas langweilig wird.

"Nachdem sie ihn überall sonstwo gesucht hat,
hat die Polizei ihn da gefunden, wo er war."

Der zweite Teil war jedoch dank Buster Keatons Energy zum Schießen. Es gab ein paar großartige Fallmanöver und Sprünge und ich mochte die Choreographie, wie sich die Charaktere trafen oder verpaßten.
Die Hauptdarstellerin neben Keaton (und dem Klebstoff) war natürlich die Treppen-/Rutschenkombination, deren himmlische Version euch vielleicht bekannt vorkommt, falls ihr den Film "Irrtum im Jenseits" von 1946 mit David Niven gesehen habt (den ich übrigens empfehlen kann).


Ich mochte die unterschiedlichen Arten, mit denen Buster versucht, den Fall die Rutsche hinunter zu vermeiden - die letzten paar Stufen hinaufzuspringen, den Versuch herunterzurutschen, während es noch eine Treppe war, das Geländer hinunterzurutschen, sogar die Rutsche hinaufzurennen!
Obwohl es also nicht der witzigste Keaton-Film war, den ich bis jetzt gesehen habe - man muß auch bedenken, daß dies noch einer von den früheren war - hatte ich doch meinen Spaß damit.

Ich hoffe, ich habe euch nicht zu sehr erschreckt 
😉

Montag, 19. Oktober 2026

Auf Wiedersehen, Mr. Chips - Teil 1, Der Film von 1939

Ich sage heute nicht auf Wiedersehen zu meiner Lieblingschipsmarke, sondern spreche über einen meiner Lieblingsfilme.
Ihr wißt, daß ich manchmal sage, daß ich von etwas fasziniert bin und nicht weiß warum? Eins dieser Dinge sind britische Internate. Das begann sicherlich mit Enid Blytons "Hanni und Nanni" (und, obwohl nicht britisch, Oliver Hassencamps "Schreckenstein"-Büchern, die ein Thema für einen anderen Post sein werden).
Internate waren (und sind?) für die meisten deutschen Kinder wohl ein ziemlich fremdes Konzept und romantisierte Geschichten darüber zu hören verstärkte die Faszination nur, die für mich nie komplett verging.
Wir haben ja nicht einmal die Tradition der Schuluniform. Es gibt wenige Schulen, die versucht haben, "Schulkleidung" als Pflicht einzuführen - also eine Kleiderkollektion, aus der ausgewählt werden kann, es müssen nicht alle die gleiche Uniform tragen -, aber durchgesetzt hat sich das nicht. Ich erinnere mich, daß wir im Englischunterricht vor 50 Jahren über die Vor- und Nachteile gesprochen haben.
Und dennoch habe ich diese seltsame Schwäche für britische Schulgeschichten, die ich scheinbar nicht abstellen kann. Zeigt mir Barett und Talar und ich werde mir zumindest mal reinschauen.

https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEjfgLCWG7RNPUzeKfkxmrH3UpQo_Q2mdAZa6q1TuPk5a-ERNypclsMWvqDSsFymxS4THuABcJeEbKV_uSr5gapybJHEp1WCkzwdEeGLwjzDb8ZxLeno5o59D6qnGa_zub6QXcJIycoGi43_Hvc2BcebLVRBsU7JnWT9qX7mHzAyUdGvO_w/s1600/image1789039388

Eine davon ist "Auf Wiedersehen, Mr. Chips". Bevor ich die originale Novelle gelesen habe, kannte ich den Film von 1939 mit Robert Donat, darum will ich auch zuerst darüber sprechen.
Hier kommt seine Handlung.

Das erste Mal in 58 Jahren verpaßt der pensionierte Lehrer Charles Edward Chipping die Schulversammlung des ersten Tags in Brookfield, einer Privatschule mit einer 400jährigen Geschichte, und wird zusammen mit einem neuen Schüler ausgesperrt.


Wieder daheim schläft er ein und seine Träume führen ihn in die Zeit zurück, als er als neuer Lehrer an die Schule kam.
Er erinnert sich an das erste Mal, daß er die Arbeitsstunde für die unteren Klassen überwachen muß und kläglich dabei versagt, sich den Streichen der Schüler entgegenzustellen. Er reagiert, indem er strikte Disziplin durchsetzt und durch unpopuläre Strafen - zum Beispiel, indem er der Klasse Hausarrest gibt und so den besten Kricketspieler von der Teilnahme an einem wichtigen Cupspiel abhält -
, was ihm den Respekt, aber nicht die Liebe der Schüler einbringt.
Nach 20 Jahren ist er dienstältester Lehrer, bekommt aber trotzdem nicht den begehrten Posten des Hausleiters.


Die Dinge ändern sich, als ihn der Deutschlehrer Max Staefel einlädt, mit ihm auf eine Wandertour in Österreich zu kommen.
Auf einer Bergwanderung lernt Chipping die junge Kathy Ellis kennen, mit der er im Nebel steckenbleibt. Obwohl Kathy moderne feministische Ideen hat - sie fährt Fahrrad und will das Wahlrecht -, verstehen sie sich großartig.


Später treffen Chipping und Staefel Kathy und ihre Freundin in Wien wieder und verbringen eine glückliche Zeit miteinander. Als sie sich am Zug verabschieden, küßt Kathy Chipping, und sie kehren als verheiratetes Paar nach Brookfield zurück.
Kathy lehrt Chips, wie sie ihn nun nennt, die Liebe und das Vertrauen der Schüler zu erlangen. Sie führt Einladungen zum Tee ein und alle verehren sie. Dank ihr wird Chips sogar Hausleiter.
Leider sind sie nicht lang verheiratet, als Kathy und ihr Baby bei der Geburt sterben, und Chips ist am Boden zerstört. Wieder widmet er sein ganzes Leben der Schule, so wie Kathy es von ihm gewollt hätte, und als der neue Rektor ihn zum Ruhestand drängt, da er für die Schule zu altmodisch geworden ist, lehnt er ab, und auch die Schulkuratoren, von denen er manche unterrichtet hat, lassen es nicht zu.


Nachdem er in Ruhestand gegangen ist, bricht der Erste Weltkrieg aus, und da sich viele der Lehrer freiwillig melden, auch der Rektor, wird Chips gebeten, zurückzukommen und die Stelle so lang wie notwendig zu übernehmen.
Selbst während eines Luftangriffs gelingt es ihm, die Schüler zu beschäftigen, um sie von der Gefahr abzulenken.
Eine seiner traurigen Pflichten ist es, die Listen der Ehemaligen vorzulesen, die im Krieg gefallen sind. Einmal erwähnt er auch den Tod seines alten Freunds Max, der einige Jahre vor Beginn des Kriegs nach Hause zurückgekehrt war. Die Jungen sind überrascht, ihn über einen Feind sprechen zu hören, aber wie einer von ihnen sagt, Chips hat eine Menge komischer Ideen wie diese.

Der alte Mann bleibt sein ganzes Leben lang in der Nähe der Schule.
Am Ende ist er bettlägerig und hört den Rektor und den Arzt sprechen. Der Arzt meint, wie einsam er doch gewesen sein muß, und der Rektor erzählt ihm, daß Chips früher einmal verheiratet war.


Als Chips den Arzt sagen hört, wie schade es ist, daß er nie Kinder hatte, antwortet er: "Ich dachte, ich hätte Sie sagen hören, es wäre schade, dass ich keine Kinder hätte. Aber Sie irren sich. Ich hatte welche … Tausende von Kindern … viele Tausend … und alles Jungen.".
Und vor seinen Augen ist das letzte, was er sieht, die Schlange von Jungen beim Aufruf der Namen und dann Peter Colley - es gab Generationen von Colleys in Brookfield -, der "Auf Wiedersehen, Mr. Chips." sagt.



Ich weiß, daß der Film, wenn man das so liest, vielleicht kitschig und sentimental wirkt, und ja, vielleicht ist er das auch ein bißchen, und ja, vielleicht romantisiert er das Bild von Privatschulen für privilegierte Jungen als "besondere Gemeinschaft".
Ich denke, es ist Robert Donat zu verdanken, der in dieser Rolle so fantastisch ist - es ist immer noch eine seiner beliebtesten, daß er tatsächlich mehr herzerwärmend als kitschig ist (ein junges modernes Publikum denkt vielleicht anders darüber, aber vielleicht auch nicht, denn es scheint diejenigen zu geben, die klassische Filme wiederentdecken, manchmal vielleicht als Eskapismus?)
Die Schule durch Chippings Augen zu sehen - so stur traditionell das manchmal auch sein mag - und nicht von außen verhindert meiner Meinung nach das Abrutschen ins rein Sentimentale. Man mag ja nicht immer mit ihm übereinstimmen, aber man versteht, wie er so wurde.
Natürlich darf man auch nicht vergessen, daß der Film in den Jahren zwischen 1870 und 1933 spielt. Könnt ihr euch vorstellen, wie anders er wäre, wenn es zum Beispiel die Jahre zwischen 1940 und 2003 wären, mit all den technologischen Neuerungen?
Im Film altert Donat um 63 Jahre und mit Hilfe des großartigen Makeups gelingt ihm das perfekt - und er gewann einen Oscar dafür.
Ich mochte aber auch die anderen Darsteller, vor allem in der Geschichte von Chips und Kathy (Greer Garson), aber Donat ist wirklich das Herz des Films.

Für mich ist das wie eine reine Wohlfühlmahlzeit und es scheint so, als hätte ich Mr. Chips schon immer gekannt.
Das ist witzig, denn laut einer deutschen Seite wurde der Film erst 1998 ins Deutsche synchronisiert und hier im Fernsehen gezeigt (obwohl es die übersetzte Novella schon viel länger gab). Es ist nicht so, als hätte ich nicht die ein oder andere Gelegenheit gehabt, Filme auf Englisch zu sehen, aber den hier? Ich glaube nicht.
Auf jeden Fall muß er bei mir sofort einen Nerv getroffen haben. Warum hätte ich sonst das Buch und die DVD gekauft und den Film regelmäßig angeschaut?


Ursprünglich hatte ich ja geplant, auch über die Novelle und zwei weitere Verfilmungen zu sprechen, aber ich denke, mit einem derart langen Post hätte ich euch wahrscheinlich verloren. Stattdessen bekommen sie einen eigenen Post und ich werde dann hin und her verlinken.
Vielleicht freut ihr euch zu hören, daß ich das Musical von 1969 mit Peter O'Toole und Petula Clark nicht finden konnte und das ganze nicht noch länger wird! 
🙃

Freitag, 16. Oktober 2026

Weekend Traffic Jam - Woche 178

Willkommen beim Weekend Traffic Jam Reboot!
Meine Posts für den Linkup gehen freitags um 3.30 morgens live (das ist dem Zeitunterschied zu den USA geschuldet).


"Bsssssss." Wo kam das her? "Ähm, Entschuldigung?" "Oh, da bist du!"
Nun, das hatte ich wirklich nicht erwartet. "Wer bist du?" "Ich bin Pu der Bär." "Wohl mehr Pu die Biene?"
Es scheint, daß Pu seinen 100. Geburtstag damit feiert, sich als Biene zu verkleiden. Er war hereingeschneit, weil er ein bißchen Hunger bekommen hatte. Leider bin ich keine große Honigesserin, aber zum Glück war in dem Glas ganz hinten im Schrank noch ein kleiner Rest.
Er mußte zwar eines von Gundels mit Fischen verzierten Schüsselchen benutzen, meinte aber, das mache ihm nichts aus.



***

Als Teil des Reboots werden wir jede Woche einen anderen Blog vorstellen.
Wie wäre es, wenn ihr vorbeischaut und hallo sagt? Sagt ihnen, daß wir euch geschickt haben.

Diese Woche fällt unser Spotlight auf
 Shelbee on the Edge.


Shelbee von Shelbee on the Edge schreibt: "Ihr fragt euch wahrscheinlich, wer ist diese Frau und was hat sie mir anzubieten. Ich möchte mich hier nicht als Expertin für irgendetwas verkaufen. Ich frage mich oft, woher Leute ihr Qualifikationen als Experten nehmen wie zum Beispiel diese selbsternannten "Erziehungsexperten" und "Eheexperten".
Denn ehrlich, auch wenn meine Ehe stark ist und meine Kinder gesund sind, muß ich zugeben, daß ich nicht wirklich weiß, was zum Geier ich in den meisten Bereichen meines Lebens tue. Aber ich wache jeden Tag mit einem Lächeln auf und ich packe die Herausforderungen an, die sich mir stellen, und jede Nacht seufze ich erleichtert, daß wir alle einen weiteren Tag überlebt haben. Ich glaube, was mich qualifiziert, das bißchen Information zu teilen, das ich mir angeeignet habe, sind schlicht meine Lebenserfahrungen.
Ich kann teilen, was ich auf dem Weg gelernt habe, die Fehler, die ich gemacht habe, und was ich richtig gemacht habe. Ich habe das Gefühl, daß ich einfach nur durch das Überleben mancher der Belastungen, die ich überwunden habe, dazu verpflichtet bin, diese Informationen zu teilen, für den Fall, daß es damit für euch ein bißchen leichter wird."



Marsha von Marsha in the Middle hat 2021 als Training mit dem Bloggen angefangen, um ihre Neuroplastizität zu erhöhen. Ach, wem machen wir was vor? Marsha hat mit dem Bloggen angefangen, weil sie Kleidung liebt, und sie redet oder in diesem Fall schreibt einfach gern!

Melynda von Scratch Made Food! & DIY Homemade Household - Der Name sagt schon alles, wir haben uns im Osten von Texas angesiedelt, wobei sich drei Generationen das Land teilen. Ich koche und backe alles selber, wenn ich nicht gerade gärtnere oder den Hühnern nachlaufe, und stricke!

Lisa von Boondock Ramblings erzählt von den Büchern, die sie schreibt und liest, ihrem Glauben, Home-Schooling, Fotografie und mehr.

Cat von
 Cat's Wire hat, was sie ein Springspinnengehirn nennt. Sie hat viele Interessen und bloggt über das, was immer gerade ihre Aufmerksamkeit erregt - Handarbeiten, Bücher, alte Filme, Sammelwertes oder "einfach nur so".

Rena von Fine Whatever Blog schreibt über Stil, Leben im mittleren Alter und die "gut, was auch immer" Momente, die dem Leben Sinn und Spaß geben. Seit 2015 feiert sie Kreativität, Selbstvertrauen und die Freude am Alltag
.


Hier ist meine Auswahl von ein paar Posts aus dem Linkup der letzten Woche (englischsprachig).


Joanne teilt ihre "Alltags"bilder.

Jeanne hat eine weiteren wunderschönen Mosaik-Trittstein kreiert.

Debbie sagt euch, warum ihr euch selber wählen sollt, wenn ihr euren Funken verloren habt.
 
Melynda bereitet ein Salatdressing aus gegrillten Zitronen und Basilikum zu.



Macht mit beim Linkup!

Richtlinien:
Diese Linkparty ist nur für Blogposts. Alle anderen Links werden gelöscht.
Bitte verlinkt nur Blogposts, die ihr selber geschrieben habt. Bitte verlinkt direkt zur URL eures Blogposts und nicht der Homepage eures Blogs.
Bitte verlinkt nicht auf Videos, Verkaufsanzeigen oder Links auf sozialen Medien, wie zum Beispiel YouTube-Videos oder -Shorts, Instagram- oder Facebook-Reels, TikTok-Videos oder anderen Beiträge auf sozialen Medien.
Bitte besucht auch andere Blogs und laßt einen Kommentar da.


Zur Beachtung:
Wenn ihr am Weekend Traffic Jam Reboot teilnehmt, versichert ihr damit, daß der Inhalt euch gehört und ihr uns erlaubt, denselben zu teilen, falls euer Post oder euer Blog erwähnt werden.
Wir begrüßen unbegrenzten familienfreundlichen Inhalt. Dazu können Meinungsposts, Rezepte, Reiseberichte, Modeideen, Handarbeiten, Second-Hand-Einkaufen, Lifestyle, Buchrezensionen  oder -diskussionen, Fotografie, Kunst und noch vieles mehr gehören!


You are invited to the Inlinkz link party!

Click here to enter

Donnerstag, 15. Oktober 2026

Stummfilme - Unheimliche Geschichten

Der heutige Film ist ein biiiiißchen länger als die letzten beiden und somit auch der Post (sorry). Wir bleiben damit im Geiste von Halloween.
Ich wollte gerade sagen, daß ich bisher noch keinen in der Art auf meinem Blog hatte, aber dann fiel mir "Das Wachsfigurenkabinett" ein - es ist noch ein Anthologiefilm, Bonuspunkte dafür, daß er ebenfalls mit Conrad Veidt ist (und Anita Berber und Reinhold Schünzel)!
Willkommen zu "Unheimliche Geschichten" von 1919 (auch "Grausige Nächte" genannt).


Hier ist die Handlung oder eigentlich die Handlungen, denn wir haben eine Rahmengeschichte und darin Episoden.

Wir sind kurz vor der Schließung in einem Antiquariat.
An den Wänden hängen drei große Gemälde, "Der Teufel", "Die Dirne" und "Der Tod".


Als der Ladeneigentümer weg ist, steigen die drei aus ihren Rahmen und fangen an zu lesen.


1. "Die Erscheinung" von Anselma Heine

Dr. Riedhammer spaziert durch den Park und hilft einer jungen Frau, die von einem Mann belästigt wird - ihrem Ehemann, wie sie ihm später erzählt. Sie nehmen sich zwei Zimmer in einem Hotel. Obwohl sie sich zueinander hingezogen fühlen und sich küssen, läßt er sie dann allein, da sie sich nicht wohlfühlt.


Riedhammer verbringt den Abend mit Freunden, geht aber zum Zimmer der Frau, als er zurückkommt.
Er findet es völlig leer vor, sie ist weg, all die Möbel sind weg. Die Wand sieht aus wie Blut und als sei die Tapete abgerissen worden.


Als er am nächsten Tag nach ihr fragt, sagen ihm alle, daß er allein gekommen ist, und auch das Zimmer sieht wieder normal aus. Bei der Polizei, wo er auch von ihrem Mann angegriffen wird, wird ihm mitgeteilt, daß sie bereits informiert sind und daß er allein war.
Er beginnt an sich zu zweifeln, doch dann erzählt ihm ein Bestatter, daß sie heimlich weggebracht worden ist, weil sie in der Nacht an der Pest gestorben ist ...

2. "Die Hand" von Robert Liebmann

Zwei Männer sind in eine Frau verliebt.


Als sie mit einem anderen Mann tanzt, werden sie eifersüchtig, gehen nach Hause und beschließen, um das Recht zu würfeln, für sie werben zu dürfen.
Der Verlierer kann es jedoch nicht ertragen und erwürgt den Gewinner, dann entkommt er, nachdem er die Hand des Toten von seinem Ärmel losgerissen hat.


Jahre später begegnet er der Frau wieder, sie lädt ihn zu ihrer ersten Tanzaufführung ein, aber dort hat er Halluzinationen von seinem Gegner. Dann wird er zu einer Séance eingeladen und der Tote kehrt zurück ...


3. "Die schwarze Katze" von Edgar Allan Poe

Ein Mann ist an der Frau eines Trunkenbolds interessiert. Als der Ehemann das bemerkt, läßt er es an der geliebten schwarzen Katze seiner Frau aus, aber dabei tötet er stattdessen sie und mauert daraufhin ihre Leiche hinter einer Wand im Keller ein.


Der Mann hört Gerüchte über das Verschwinden der Ehefrau. Er holt die Polizei und sie durchsuchen das Haus. Als sie zum Keller kommen, hören sie ein seltsames jammerndes Geräusch ...


4. "Der Selbstmörderklub" von Robert Louis Stevenson

Ein Mann tritt einem besonderen Club bei. Man tritt auf reguläre Weise bei, aber man verläßt ihn nur den Tod. Wer immer das Pik As zieht, nun ja, ihr wißt schon ... und leider ist das neue Mitglied der "glückliche Gewinner".


Der Präsident hält ihn mit einem Knopfdruck in seinem Stuhl fest (fragt mich nicht, wie das funktioniert) und erklärt ihm, daß er um Mitternacht sterben wird. Dann entriegelt er den Stuhl und läßt den Mann, der in Panik gerät zurück, indem er durch einen Gang in der Uhr verschwindet.


Und dann stirbt der Mann, von der Furcht getötet. Oder doch nicht?

5. "Der Spuk" von Richard Oswald

Ein Kavalier hat einen Unfall mit seiner Kutsche und wird in ein Schloß gebracht, wo er umgehend anfängt, mit der vernachlässigten Frau des Schloßherrn zu flirten.


Dann hat der Ehemann einen Plan ...


Der Antiquar kommt zurück und ist geschockt, die drei vorzufinden. Er holt die Polizei und ist erleichtert, sie in ihren Gemälden zurück zu sehen. Als die Polizisten aber weg sind, erwachen sie erneut zum Leben und er läuft davon.

Schauen wir uns jetzt die Geschichten hinter den Geschichten an.

Anselma Heine war eine deutsche Schriftstellerin.
Ihre Novelle "Die Erscheinung" von 1912 hat eine Menge Atmosphäre und erforscht die Gefühle von Dr. Riedhammer, als er Johne Stevens das erste Mal wie eine Erscheinung in einer Staubwolke sieht, dann auf seinem Schiff kennenlernt und ihr langsam näher kommt und dann seinen Schock, als Johne plötzlich verschwindet. Ich habe mich gefreut, sie online zu finden, und sie hat mir wirklich gefallen.
Da wir drei Hauptdarsteller haben, fügt diese Episode den seltsamen Ehemann hinzu, der in der Novelle nur erwähnt wird, und läßt außerdem die Hintergrundgeschichte weg.
Meiner Meinung nach ist das die stärkste und unheimlichste Geschichte von den fünf.

Robert Liebmann war einer der erfolgreichsten Drehbuchautoren in der Weimarer Republik.
Die Geschichte ist ein Klassiker, ein von Schuldgefühlen geplagter Mann, der von seinem Opfer heimgesucht wird, aber erst als er die Frau wiedertrifft, die der Grund für sein Verbrechen war. Außerdem ist er nicht der einzige, der ihn sehen kann.
Ein Extraschmankerl ist, daß Berber in dieser Episode tatsächlich eine kurze Tanzszene hat. Ihr wißt vielleicht (oder auch nicht) - zum Beispiel dank des berühmten Porträts von ihr, das Otto Dix gemalt hat -, daß sie als Tänzerin eine Ikone des Berliner Nachtlebens und bekannt für die Skandale in ihrem kurzen Leben war.


Ich denke nicht, daß ich etwas über Edgar Allan Poe sagen muß.
Da ich die Geschichte kannte, war ich vorsichtig, was das Anschauen dieser Episode anging (obwohl die Tiermißhandlung abgeschwächt war und keine Katze getötet wurde, war ich trotzdem überhaupt nicht glücklich darüber, wie der betrunkene Ehemann in einer Szene mit der schwarzen Katze umging).
Wir haben wieder ein Dreieck, um alle drei Schauspieler unterzubringen.
Das Ende hätte dramatischer sein können, aber ich fand es in Ordnung, wenn man bedenkt, daß man die jammernde Katze ja nicht hören konnte.

Ich habe Stevensons Geschichten über den Selbstmörderclub noch nicht gelesen, aber von der Zusammenfassung, die ich überflogen habe, wurde anscheinend nur das Konzept des Clubs an sich für die Episode übernommen.
Am Ende gab es eine nette Wendung.

Die letzte Geschichte hat der Regisseur geschrieben und, wie soll ich das sagen, sie ist nicht unheimlich, sondern scheint mir mehr wie eine komödiantische Einlage.
Offen gesagt fand ich sie langweilig, da man hauptsächlich sah, wie der Kavalier und die Ehefrau sich seltsam anlächelten, ähm, ich meine miteinander flirteten.
Ich weiß nicht, was der Regisseur damit beabsichtigte, denke aber, der Film wäre besser gewesen, wenn die Episode an den Anfang gestellt oder komplett weggelassen worden wäre.

Im ganzen hat mir der Film gefallen. Jeder Film würde unheimlich dadurch, daß man Veidt die Augen schminkt, findet ihr nicht?
Aber im Ernst, er hat gut gespielt. Schünzel andererseits war für meinen Geschmack etwas zu dramatisch als der verrückte oder betrunkene Ehemann. Berber war als katzenliebende Ehefrau am besten (nein, ich sage das nicht, weil mich Gundel dazu zwingt!).




Weitere Lektüre:

1. Fritzi Kramer: Eerie Tales (1919) - A Silent Film Review. Auf: Movies Silently, 22. September 2024
2. ?: Movie Review - Eerie Tales (1919). Auf: The Revenant Review, 27. Oktober 2015 (interessant mehr wegen des Teils über die Hauptdarsteller als wegen der kurzen Besprechung)


Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.