Sonntag, 26. April 2026

Aus meinem Kinderbuchschrank - Catweazle

Wartet ... aus meinem Kinderbuchschrank?
Ja, meine Freunde. Heute spreche ich über das
Buch "Catweazle" von Richard Carpenter, das auf den Drehbüchern der ersten Staffel der gleichnamigen britischen Kultfernsehserie beruht. Okay, ich kann nicht vermeiden, daß es eine Mischung aus beidem wird.

Für diese perlengestickte Brosche habe
ich tatsächlich einen vintage Button
verwendet. Ich erinnere mich, wie eine
Online-Freundin meinte, daß sie nicht wüßte,
ob sie den Mann besonders mochte, die
Brosche aber schon.
Natürlich kannte sie Catweazle nicht.


Aber halt mal, es wäre vielleicht ganz gut, wenn ich euch Catweazle erstmal vorstellen würde.

Catweazle ist ein Zauberer im England des 11. Jahrhunderts. Eins seiner großen Ziele ist es, fliegen zu können. Eines Tages scheuchen ihn normannische Soldaten aus seiner Höhle und um zu entfliehen, muß er in einen Teich springen.

Catweazle läuft vor den
normannischen Soldaten
weg, aber nicht ohne seine
Vertraute, die Kröte Kühlwalda

Als er wieder auftaucht, sieht die Landschaft ganz anders aus. Er versteckt sich in einer Scheune und erfährt schnell, daß er im 20. Jahrhundert gelandet ist, als ihn Harold, der Sohn des Eigentümers von Hexwood Farm, findet (im Original heißt er Edward und wird seines roten Haars wegen Carrot genannt).

Harold mit Sam, dem Farmhelfer

Verständlicherweise ist für Catweazle alles neu und unheimlich.
Er glaubt, diese Zeit sei voller Zauberer. Einerseits würde er wahnsinnig gern ihren Zauber erlernen - wie Harolds "Elektriktrick" der "kleinen Sonne in einer Flasche" (einfach eine Lampe, die angeknipst wird) oder der "Zauberknochen" des Pfarrers (ein weißes Telefon, natürlich die alte Sorte mit Wählscheibe) - aber andererseits hat er Probleme damit, sich an so viele neue Dinge zu gewöhnen, und er reagiert nicht immer sehr höflich darauf, wenn sie nicht nach seinem Willen verlaufen (hier ist ein Video mit allen englischen Beleidigungen, die Catweazle anderen angedeihen läßt, von "nettle face" to "spider spittle").
Zum Glück hat Harold, der die Normannengeschichte übrigens nicht glaubt, Catweazle einigermaßen im Griff, außer wenn er sich mal wieder in die Nesseln setzt, aber auch der Zauberer kann Harold mit ein paar Dingen helfen, wie zum Beispiele beim überzogenen Bankkonto der Farm oder einer nervenden Haushälterin und ihrem Sohn.

Catweazle schlägt sein Lager in einem alten Wasserturm im Wald auf, der der Army gehört, und nennt ihn Burg Saburac nach dem Geist, von dem er behauptet, daß er ihn dorthin geführt hätte.
Wenn er nicht unterwegs ist, um Leute zu verwirren oder sich vor ihnen zu verstecken, verbringt er seine Zeit dort und sucht verzweifelt nach einem Zauber, um ihn seine eigene Zeit zurückzukehren. Viele seiner Zauber laufen schief, aber er ist zum Beispiel recht gut darin, Leute zu hypnotisieren, damit sie ihn vergessen.


Ich führe jetzt nicht die einzelnen Folgen der Fernsehserie auf, obwohl es verführerisch ist - wie Catweazle einen alten Fluch bricht, wie er seinen Zauberdolch Adamcos zurückbekommt oder warum er Besen stielt (und Sam damit fast in die Bredouille bringt) und so weiter.
Da das Buch aber auf den Drehbüchern der Serie beruht und sich wirklich ziemlich genau daran hält, möchte ich einen kurzen Blick auf die Entstehung der Serie werfen.
In einer kurzen Dokumentation erzählt Richard Carpenter die Geschichte von seinem Schwager, der eine Truthahnfarm hatte - das ist ein Unterschied zwischen Buch und Serie, in der Serie bekommt man keinen Truthahn zu sehen -, die sie besuchten, und auf dem Weg zurück verirrten sie sich und kamen an ein Tor, auf dem "Catweazle" stand. Weitere Inspiration kam von diesem Gemälde von Hieronymus Bosch, von der Figur links unten im Eck, um genau zu sein.


Carpenter, der tatsächlich Schauspieler gewesen war, war so fasziniert, daß er daraus eine eigene Figur machte. Sein Freund, der wundervolle Geoffrey Bayldon, hatte zuvor die Rolle als "Doctor Who" abgelehnt. Er war sich nicht sicher, ob es die richtige Entscheidung getroffen hatte, bis er die Rolle als Catweazle angeboten bekam, die er als Doctor Who nicht hätte annehmen können.
Bayldon brachte seine eigenen Ideen in die Figur ein, witzige Geräusche, Mimik, Bewegungen, er wurde wirklich zu Catweazle und machte ihn magisch.
Die Chemie mit den anderen war großartig, vor allem mit Harold, der die meiste Zeit damit verbrachte, den Zauberer vor seinem Vater, Mr. Bennet, und allen anderen zu verstecken, mit mehr oder weniger Erfolg.

Robin Davies mußte sich für die Rolle von
Carrot/Harold die Haare rot färben lassen

Spoileralarm - Catweazle schafft es irgendwann nach Haus, mit seiner Vertrauten Kühlwalda (deren Name im Original Touchwood ist, was natürlich von der uralten Gewohnheit inspiriert ist, auf Holz zu klopfen, damit man Glück hat).



In einer Zeit vor dem Internet, ja sogar bevor man etwas vom Fernsehen aufnehmen konnte, muß das Buch eine großartige Möglichkeit gewesen sein, in diese magische, schelmische, verrückte Welt von Catweazle einzutauchen, die von den Geschichten und Illustrationen heraufbeschworen wurde, wenn man keine Wiederholungen anschauen konnte.
Ich sage ab und zu noch "Elektricktrick" und ich bin nicht die einzige.
Auf der Seite des offiziellen britischen Fanclubs gibt es eine ganze Liste von Wörtern und Ausdrücken. Carpenter recherchierte "Okkultes & Mythologie", um der Serie durch die Nutzung von lateinischen Wörtern und uralten Namen noch mehr Charme zu verleihen.

Es gibt zwei Staffeln von "Catweazle" und zwei Bücher, das zweite heißt
 "Catweazle sucht die magischen Zeichen".
Carpenter hat auch aus anderen Serien, für die er geschrieben hat, Bücher gemacht (eine davon ist mein anderer Favorit von ihm, "Robin von Sherwood", eine Serie, die der Robin-Hood-Legende eine zusätzliche magische Seite gibt). In der zweiten Staffel kommt Catweazle wieder zurück, aber ach, nicht auf die Hexenwald-Farm, und nachdem der Regisseur gestorben war, wurde eine dritte Staffel nie verwirklicht.
Ich kaufte die englischen Bücher vor langer Zeit und lese sie immer noch gern ... obwohl es natürlich noch besser ist, Catweazle anzuschauen!


Der Fanclub (der auch deutsche Mitglieder hatte) war früher sehr aktiv - zum Beispiel ließen sie eine wunderschöne Büste von Catweazle anfertigen, hatten Treffen mit den Schauspielern auf der Farm, wo die Serie gefilmt wurde, und es gab ein Forum (das traurigerweise wie so viele eingeschlafen ist).
Ich frage mich, wieviele Leute den Zauberdolch wohl an ihre Kinder und vielleicht sogar deren Kinder weitergegeben haben, aber können Kinder von heute eine solche Geschichte noch schätzen? Was denkt ihr?

Die deutsche Übersetzung zu den Büchern kam heraus, nachdem die Serie hier ins Fernsehen kam. Ich habe die Bücher nicht und kann daher nicht sagen - gehe aber davon aus - ob die Namen und Ausdrücke in den Büchern von 1973 und 1974 dieselben wie in der Serie waren.
2010 wurde eine Sonderausgabe mit beiden Bänden veröffentlicht. Sie hatte ein Vorwort zur Erklärung für Kinder, daß dies die Welt ihrer Eltern war - keine Computer oder Handys und nicht mal ein Fernsehgerät in jedem Haushalt. In dieser Ausgabe wurden die deutschen Varianten teilweise beibehalten - der Dolch heißt zum Beispiel im deutschen Buch Adamos, obwohl er in der Serie wie im Original Adamcos heißt - und teilweise die englischen eingeführt oder angepaßt. Aus Harold wurde Karotte, aus dem Zauberspruch "Salmai, Dalmai, Adomai" wurde wieder das Original "Salmay, Dalmay, Adonay", aus dem "Zauberknochen" ein "magischer Knochen" und aus dem "Elektriktrick" wurde "Ele-Trick" (pff). Es ist äußerst verwirrend.
2021 gab es dann einen Film mit Otto. Ich habe ihn nicht angeschaut und werde mir meine Erinnerung an Catweazle auch nicht damit verderben, daß ich das tue, aber es zeigt, daß er nicht vergessen ist.


Quellen und mehr Informationen (ich habe mehr Seiten besucht, aber diese beiden englischsprachigen Links haben eine Menge Information zu bieten):

1. Official Catweazle Fan Club
2. Catweazle Extra - Brothers in Magic: a documentation. Auf YouTube

Freitag, 24. April 2026

Weekend Traffic Jam - Woche 153

Willkommen beim Weekend Traffic Jam Reboot!
Meine Posts für den Linkup gehen freitags um 3.30 morgens live (das ist dem Zeitunterschied zu den USA geschuldet).



Nach einem Besuch bei mir hat meine Schwester auf dem Heimweg ein paar Bilder gemacht, die ich mit euch teilen möchte (mit ihrer Erlaubnis).
Da ist der sogenannte "Alte Friedhof" mit der Oberhofenkirche (ich habe schon mal Bilder davon gezeigt) und einem kleinen Park rundherum.
Dann gibt es da noch meine alte Schule und gegenüber davon die Stadthalle und ihren Park (die ich hier schon mal erwähnt habe).
Wir hatten wirklich Glück, in so einer hübschen Gegend aufzuwachsen!
 Vielleicht schicke ich sie das nächste Mal für mehr Bilder Richtung Wald 😉


Seid ihr für das Wochenende bereit?

Als Teil des Reboots werden wir jede Woche einen anderen Blog vorstellen.
Wie wäre es, wenn ihr vorbeischaut und hallo sagt? Sagt ihnen, daß wir euch geschickt haben.

Diese Woche fällt unser Spotlight auf
 Jaipur Garden.


Arun von Jaipur Garden schreibt: "Dein Geist ist ein Garten, deine Gedanken sind die Samen. Du kannst Blumen säen oder Unkraut." (William Wordsworth zugeschrieben)



Marsha von Marsha in the Middle hat 2021 als Training mit dem Bloggen angefangen, um ihre Neuroplastizität zu erhöhen. Ach, wem machen wir was vor? Marsha hat mit dem Bloggen angefangen, weil sie Kleidung liebt, und sie redet oder in diesem Fall schreibt einfach gern!

Melynda von Scratch Made Food! & DIY Homemade Household - Der Name sagt schon alles, wir haben uns im Osten von Texas angesiedelt, wobei sich drei Generationen das Land teilen. Ich koche und backe alles selber, wenn ich nicht gerade gärtnere oder den Hühnern nachlaufe, und stricke!

Lisa von Boondock Ramblings erzählt von den Büchern, die sie schreibt und liest, ihrem Glauben, Home-Schooling, Fotografie und mehr.

Cat von
 Cat's Wire hat, was sie ein Springspinnengehirn nennt. Sie hat viele Interessen und bloggt über das, was immer gerade ihre Aufmerksamkeit erregt - Handarbeiten, Bücher, alte Filme, Sammelwertes oder "einfach nur so".

Rena von Fine Whatever Blog schreibt über Stil, Leben im mittleren Alter und die "gut, was auch immer" Momente, die dem Leben Sinn und Spaß geben. Seit 2015 feiert sie Kreativität, Selbstvertrauen und die Freude am Alltag
.


Hier ist meine Auswahl von ein paar Posts aus dem Linkup der letzten Woche (englisch/holländisch).


Ich muß zugeben, daß ich ein wenig eifersüchtig bin, daß Soma die wunderschönen Redwoods besuchen kann.

Nicole zeigt ihren typischen holländischen Lunch und eine Alternative.

Es ist noch Zeit, Lisas Spring of Bette zu folgen, der mit einem Post über Bette Davis selber beginnt.

Esmes Chocolate Greek Yogurt Overnight Oats hören sich echt gut an.


Macht mit beim Linkup!

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Donnerstag, 23. April 2026

Stummfilme - The Matrimaniac

Könnt ihr glauben, daß es mehr als ein halbes Jahr her ist, daß ich einen Douglas Fairbanks-Film angeschaut habe? Ich weiß, ich habe gesagt, daß Luke der Hund mein Herz von Doug weggestohlen hat, aber das heißt nicht, daß ich ihn völlig vergesse!
Doug hatte eine Menge andere Filme gemacht, bevor er ins Swashbuckler-Geschäft wechselte und heute habe ich einen davon für euch - The Matrimaniac von 1916!

Witzig, der Titel hier ist "The
Matrimoniac", aber im Film
selber heißt es eindeutig
"Matrimaniac"!

Erstmal die Handlung (Spoileralarm!)

Jimmie Conroy und Marna Lewis möchten heiraten, aber ihr Vater ist dagegen und möchte, daß sie stattdessen Wally heiratet, also beschließen Jimmie und Marna durchzubrennen. Leider wird Wally Zeuge ihrer Abfahrt und verpetzt sie bei Lewis, der ihn zum Zug schickt, um die Hochzeit zu verhindert, bis er Verfügungen in die Finger bekommt.
Wally schafft es in den Zug und konfrontiert das Paar.


Da sie vorhaben, die Hochzeit trotzdem durchzuziehen, will er ein Telegramm an Lewis schicken, aber Jimmie spricht mit dem Schaffner und heckt einen eigenen Plan aus. An der nächsten Station steigt er aus, um nach einem Reverend zu suchen, der ihn und Marna verheiratet. Leider ist Reverend Tubbs in der Wanne. Obwohl er nur einen Bademantel und Schlappen übergeworfen hat, zerrt ihn Jimmie mit sich, aber der Zug verläßt gerade den Bahnhof, als sie ankommen, und Wally verhindert, daß sie einsteigen.

In Bademantel und Schlappen zu rennen ist schwierig!

Von da an tut Jimmie alles, was ihnen dabei hilft, dem Zug zu folgen, und verteilt großzügig Geld und Schuldscheine für Kleidung für den Reverend, eine Draisine und ein Maultier, und schließlich fahren sie sogar unter einem anderen Zug mit.

Tubbs ist Reverend mit Leib und Seele, obwohl
möglicherweise das Versprechen einer
Spende an die Kirche ein bißchen geholfen hat ...

Inzwischen haben es Wally und Marna zum Hotel, wo das Paar absteigen wollte, geschafft. Jimmie und Tubbs werden verhaftet, als sie aus dem Zug steigt, aber Jimmie entkommt.
 
Schaut euch bloß mal Wally an, das
selbstgefällige kleine Wiesel.

Er ruft Marna an, die in ihrem Zimmer festsitzt, weil Wally im Flur vor der Tür sitzt, und sagt ihr, sie solle ins Gefängnis kommen, damit Tubbs sie verheiraten kann.
Also muß Marna nun mit einem eigenen Plan aufwarten. Sie tauscht mit dem Zimmermädchen, das ihr essen bringt, die Kleider und schafft es bis zum Gefängnis, wo ihr der Reverend sagt, daß Jimmie entdeckt wurde und verfolgt wird.
Marna kehrt in ihr Hotelzimmer zurück - eine wundervolle Szene, in der sie "entdeckt", daß Wally mit dem verkleideten Zimmermädchen spricht, und die verratene Frau spielt - und Jimmie landet auf den Telefondrähten. Er kommt zu einem Techniker, der eine Verbindung zwischen Reverend Tubbs im Gefängnis, Marna in ihrem Zimmer und Jimmie auf dem Mast bei ihm herstellt.

"Haltet den Mund, könnt ihr nicht sehen,
daß ich gerade heirate?"

Lewis, Wally und die Polizei warten unten und fangen an, Jimmie die Verfügung vorzulesen. Als er von der Hochzeit per Telefon hört, rennt Lewis zum Gefängnis, aber zu spät.
Am Ende sehen wir Jimmie in seinem Büro, wie er die Leute auszahlt, denen er Schuldscheine gegeben hatte. Der letzte ist der gute alte Tubbs, der nicht nur ein Bündel Geld erhält, sondern auch einen Kuß des dankbaren Jimmie!


Nachdem alle weg sind, öffnet Jimmie einen Safe, aus dem Marna kommt, direkt in seine Arme.


Ich wußte von einer Dokumentation, daß Douglas Fairbanks nicht als Mantel-und-Degen-Held, sondern als Stuntkomiker in romantischen Komödien angefangen hat, und ich hatte da auch die ein oder andere kurze Szene gesehen. Also wußte ich zwar nicht, was genau ich zu erwarten hatte, aber daß es nicht wie seine großen abendfüllenden Filme sein würde.
Dieser Film war eine lustige kleine Einführung in diese Zeiten. Außerhalb der Verfolgungsjagd gab es nicht viel Handlung, aber Jimmie und der Reverend gaben ein feines Paar ab (ich hätte auf die Szene mit dem Maultier verzichten können, aber das ist hauptsächlich, weil mich Leute auf kleineren Eseln oder Maultieren immer nervös machen).
Wie Fritzi Kramer feststellt, gab es "keine großen Showstopper-Stunts", aber Doug bekam doch etwas Klettern, Baumeln und Springen unter - an Mauern, über Menschen, von Drähten und Regenrinnen.
Mir hat's jedenfalls Spaß gemacht.



Weitere Lektüre (englisch):

Fritzi Kramer: The Matrimaniac (1916) - A Silent Film Review. Auf: Movies Silently, 12. April 2026

Dienstag, 21. April 2026

Barbies Kleiderschrank - Orange Blossom

Ich bin keine Fashionista. Ich bin ... man könnte sagen ... eine Kleiderträgerin. Ich mag meine Kleidung bequem und in der richtigen Größe und, wenn möglich, daß sie keine Löcher oder Flecken hat (der Teil ist nicht immer einfach, wenn man Katzen hat, erst kürzlich habe ich entsetzt drei Löcher in einem meiner Kleider gefunden, nachdem meine Lady eine Schmusesitzung auf mir hatte).
Es gibt Dinge, die ich an Kleidung liebe, wie Taschen in Kleidern oder Dreiviertelärmel, aber darüber hinaus bin ich recht anspruchslos und nicht abenteuerlustig.
Das heißt nicht, daß ich gar keine Kleider anschauen mag, vor allem die, die ich niemals selber tragen könnte, des Geldes oder meiner Figur wegen, Mangel an Gelegenheit usw. Es gibt trotzdem noch Wege, Haute Couture in mein Leben zu bringen. Ich meine Barbie und ihre Freundinnen.
Ich war schon immer von Miniaturen fasziniert (siehe meinen Post vom Sonntag) und Barbies vintage Outfits mit ihren winzigen Reißverschlüssen und Knöpfen und Schnallen sind unglaublich. Das ist mein "Modeleben", entweder über meine eigene kleine Sammlung oder Bilder.
(Und ja, ich weiß, daß Barbies Körper nicht natürlich ist, ich wußte das als Kind und habe nie versucht, ihr nachzueifern ... hätte ich das, wäre was schiefgelaufen).
Ich würde euch gern ab und zu einen Blick in Barbies Kleiderschrank werfen lassen.

Ich weiß, daß es schon über ein halbes Jahr her ist, daß Barbies Kleiderschrank aufgegangen ist. Das war buchstäblich, weil mir nicht danach war, ihn zu öffnen - den Puppenschrank meine ich, nicht den Kleiderschrank.
Ich bewundere immer, wieviele Bilder andere von ihren Puppen machen, während ich immer fürchte, alles umzuwerfen, aber hier sind wir nun, mit einem hübschen klassischen Outfit, das einfach perfekt für den Frühling ist. Es heißt "Orange Blossom", ein sehr passender Name, wie ihr sehen werdet.


Laßt mich zunächst unser heutiges Modell vorstellen.
Sie ist eine Bubblecut aus den frühen 60ern und es ist leicht zu erkennen, woher der Name kommt.

Bubblecut Barbies (1961 to 1967) gehören zu meinen Lieblingsmodellen, weil sie gleich aussehen. Es gab sie mit verschiedenen Haarfarben, der "Bubble" konnte fester und enganliegender sein oder echt groß, was nicht nur von der Haarlänge abhängt, sondern manchmal auch daran, wie sie eingezogen wurden. Es konnte Unterschiede bei Lippenstift und Nagellack oder sogar bei der Augenfarbe geben. Manche von ihnen haben eine seltene Haarfarbe - wie die "Brownette", ein helleres Braun - oder Lippenfarbe - wie die White Ginger. Es gab sogar Puppen mit einem Seitenscheitel (ob es ein "echter" ist, erkennt man sicher nur am gekreuzten Haareinzug), sie sind gefragt, weil sie nur in Europa und Kanada verkauft wurden. Manche von ihnen haben im Gegensatz zur Standard-Bubblecut sogar knickbare Beine.
Die weißen Lippen unseres Modells deuten darauf hin, daß es sich um eine "Platinum Blonde" handelt. Ich weiß, daß sich das seltsam anhört, aber Haarfarben von Barbies konnten sich durch Oxidation verändern (erinnert ihr euch, daß ich die Diskussion über rothaarige TNTs erwähnt hatte?). Und Lippenfarben ebenso. Die rosa Lippen der platinblonden Bubblecut konnten weiß werden und das Haar dunkler.

Vielleicht habt ihr bemerkt, daß die Ohrring
fehlen. Obwohl es nicht die originalen waren, die
eine Bubblecut hatte, bin ich kein Risiko
eingegangen, um die Gefahr der grünen Ohren
zu vermeiden, und habe sie entfernt.

Nun zu "Orange Blossom".
Man sieht es oft an Barbies Freundin Midge, weil es ein Brautjungfernkleid ist und wir wissen, daß Barbie wunderschöne Hochzeitskleider hatte (sogar schon bevor es Ken gab!).
Tja, in diesem Fall ist Barbie mal die Brautjungfer.


Barbie trägt ein schulterfreies gelbes Etuikleid und ein hübsches Überkleid mit ausgestelltem Rock aus weißer Spitze.
Die weißen Handschuhe gab es je nach Jahr in zwei Längen. Hier hat Barbie die kurzen gewählt.
Ihre Schuhe sind offene weiße Pantoletten mit Absatz.
Der Hut ist ein gelbes Haarband mit Tüll.
Keine Brautjungfer ohne Bouquet. Das hier hat weiße und gelbe Bänder, die zum Outfit passen.

Obwohl die Perlenkette die perfekte Ergänzung zu sein scheint, gehört sie eigentlich nicht zum Outfit. Erinnert ihr euch, daß ich im Post über das Modell "Midnight Blue" geschrieben habe "
Ich bin mir ziemlich sicher, daß ich eine Kette habe, sie aber von einer anderen Puppe getragen wird." Nun, jetzt wissen wir wohl, wer sie hat. Sie hat sich auch geweigert, sie zurückzugeben (das heißt, der Haken ging nicht auf und es war so spät, als ich diese Bilder macht, daß mir nicht nach Herumpusseln war)!

Auf einer Seite hat sich die Autorin gewundert, warum der Name für dieses Outfit "Orange Blossom" und nicht "Lemon Blossom" ist.
Ich habe auf einer Gartenseite gelesen, daß Zitronenblüten auf der Rückseite der Blütenblätter lila sind, Orangenblüten jedoch nicht, also finde ich tatsächlich, daß der Name wunderbar paßt.


Von Alexander Hardin - Eigenes Werk, CC BY 3.0,
über Wikimedia Commons
 
Es gibt übrigens ein hübsches Blumenmädchenoutfit für Skipper, das dazu paßt. Natürlich wurde es für ein Mädchen angepaßt, aber es ist aus demselben gelben Stoff und weißer Spitze.
Ich habe es selber nicht, aber ihr könnt es euch hier anschauen.

"Orange Blossom" wurde von 1961 bis 1964 unter der Nummer 987 hergestellt. Das Outfit ist nicht so schwer zu finden, obwohl der Hut fehlen kann. Ich weiß das, denn ich habe es zweimal (beide von einer Bubblecut getragen, um Midge eine Pause von der Brautjungfernpflicht zu gönnen), einmal mit den kurzen Handschuhen (1961/62) und einmal mit den langen (1963/64), aber in der Tat fehlt ein Hut und außerdem trägt eine der Damen geschlossene Pumps (die ich soviel eleganter als die offenen finde).

Gundel hat sich gefragt, warum ich diese Bilder
mitten in der Nacht gemacht habe, wenn dies doch
nach Frühlings- oder Sommerhochzeit schreit ...

Um das klarzustellen, ich habe zwar den Puppenständer aus den Bildern entfernt, aber nichts am Outfit geändert.

Barbie ist ein eingetragenes Warenzeichen. Ich bin in keiner Weise mit Mattel verbunden.


Quellen (englischsprachig):

1. Sibyl DeWein und Joan Ashabraner: The Collector's Encyclopedia of Barbie Dolls and Collectibles. Paducah, KY, Collector Books, 1994
2. Sarah Sink Eames: Barbie Doll Fashion, Vol. II, 1968 - 1974. Paducah, KY, Collector Books, 1997

3. Vintage Barbie Orange Blossom. Auf: Fashion Doll Guide
4. Vintage Barbie Bubblecut Dolls. Auf: Fashion Doll Guide
5. Bubble Cut Barbies 1961 to 1967. Auf: My Vintage Barbies


Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.

Samstag, 18. April 2026

Einfach nur so Samstag - Die kleine Welt

Diesmal spreche ich nicht darüber, wenn man herausfindet, daß die neue Freundin auch eine Freundin eures Cousins zweiten Grades ist, von dem ihr erst gestern erfahren habt, oder irgendetwas in der Art.
Ich spreche von der Welt der Miniaturen.

Als Kind wollte ich soo gern ein Puppenhaus haben, aber das war eine Frage von Platz und wahrscheinlich auch Geld. Ich hatte jedoch Glück, meine Freundin hatte eins. Wißt ihr, was echt komisch ist? Wir haben gar nicht mal soviel damit gespielt. Wir haben die Puppeneltern ins Bett gesteckt, um sie aus dem Weg zu haben (manche Puppen sitzen nicht so gut aufrecht, aber man kann nie damit falsch liegen, sie ein schönes Nickerchen machen zu lassen), und die drei Kinder gingen dann auf Abenteuer - was jetzt, da ich drüber nachdenke, so ziemlich nach den fünf Freunden oder den Lockett-Kindern und all den anderen klingt ...
Meine Freundin hatte eine Menge Platz und wir schickten die Kinder in den Wilden Westen, auf Berge und in Höhlen und so weiter. Was ich an dem Haus (sehr 70er) übrigens am meisten liebte, war der weiße Stutzflügel und der Weihnachtsbaum.

Dann gab es da noch die antiken Puppenläden und das Puppenhaus im "Storchen", unserem Heimatmuseum. Die waren natürlich hinter Glas. Sogar jetzt noch sind mir die Spielzeuge das Liebste am Museum.

Als Erwachsene bekam ich ein Puppenhaus, aber es wurde recht schnell ziemlich vernachlässigt, da es wegen der Katzen außer Reichweite gestellt werden mußte. Es war schlimm genug, daß ich andauernd Steifftiere vom Boden aufheben mußte, ich wollte nicht auch noch nach winzigen Teilchen suchen müssen.
Irgendwann verschenkte ich die Möbel und behielt nur ein paar Sachen wie die Katze auf dem Kissen (kaum überraschend).
Das bedeutet aber nicht, daß ich Miniaturen nicht mehr liebe. Ganz und gar nicht! Als mir also ein Familienmitglied erzählte, daß sie welche geschenkt bekommen hatte, wollte ich die natürlich unbedingt sehen - und Bilder machen.

Mein Favorit ist das gute alte Telefonbuch,
in diesem Fall "Das Örtliche" für lokales Gewerbe,
und übrigens, das rote Buch ist handgemacht!


Ich liebe die winzigen Bauklötzchen, aber die Fadenspulen
liebe ich sogar noch mehr!


1. Kaffeemaschine und Kasserolle (für Frühstückseier vielleicht?)
2. Die Teller, Serviettenhalter, Platte, Blumentopf und Kerzenhalter
sind sehr hübsch handgemacht
3. Verschiedene Küchenutensilien
4. Zwei Arten von Besteck, so goldig!


Die Waage funktioniert, aber die Gewichte sind
eingeklebt (gute Idee).
Ich liebe den Fischtopf, könnt ihr das an der
Nahaufnahme erkennen?


Amerikaner benutzen "Mason jars", wir Deutschen haben natürlich
Weckgläser zum Einwecken. Ich finde es herrlich, daß daraus sogar ein
eigenes Wort entstanden ist.
Ich liebe auch den altmodischen Buttermixer (der wirklich
funktioniert, ich meine, er bewegt sich, ich habe nicht versucht, Butter
damit zu machen) und den vintage Fleischwolf.


Weihnachten!! Ich liebe die glänzenden Christbaumkugeln einfach.
Sie haben ein kleines Geheimnis. Sie haben nämlich ein Loch unten,
woraus ich schließe, daß sie aus den Glasperlenketten gemacht sind,
wie sie zum Beispiel in Gablonz (Jablonec nad Nisou) hergestellt
wurden und werden. Perlen konnten/können einzeln oder in
Gruppen abgeschnitten und dann mit Hilfe von Draht zu
aufwendigem Weihnachtsschmuck verarbeitet werden, wie in
den Stücken, die ihr hier finden könnt.


Ich hoffe, ihr hattet Spaß an diesem kleinen Ausflug in die Miniaturenwelt.
Für den Fall, daß ihr an der Psychologie hinter der Liebe zu winzigen Dingen interessiert seid, habe ich aus den vielen Artikeln, die es zum Thema gibt (allerdings englische, denn bei deutschen habe ich hauptsächlich etwas über das Anmalen von Miniaturen gefunden), zwei ausgesucht - hier und hier.
 

Freitag, 17. April 2026

Weekend Traffic Jam - Woche 152

Willkommen beim Weekend Traffic Jam Reboot!
Meine Posts für den Linkup gehen freitags um 3.30 morgens live (das ist dem Zeitunterschied zu den USA geschuldet).

Warum habe ich bei den WTJR-Posts immer das Bedürfnis, ein Bild von etwas zum Essen oder Trinken zu posten?

Ich denke, es ist das Wochenendgefühl. Loslassen, entspannen, mit etwas Schönem hinsitzen ... Tee, Kaffee, einem Stück Kuchen oder vielleicht dem flachsten - aber schmackhaften - Sodabrot je (worüber ihr hier mehr herausfinden könnt).

Seid ihr für das Wochenende bereit?

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Diese Woche fällt unser Spotlight auf
 From the Bay to the Beach.

Susan von From the Bay to the Beach schreibt: "Ich freue mich, daß ihr vorbeischaut! Wenn ihr Innenarchitektur und den Küstenstil Kaliforniens liebt, seid ihr an der richtigen Stelle! Ich bin in Kalifornien geboren und habe das Privileg, zwei der schönsten Stellen hier meine Heimat zu nennen - die Bay Area von San Francisco und die Küstengegend des San Diego county. Ob ihr also das Weinland oder die Küste liebt oder auch alles dazwischen, hier werdet ihr etwas zum Lieben finden - von der Bucht bis zum Strand, From the Bay to the Beach."

Marsha von Marsha in the Middle hat 2021 als Training mit dem Bloggen angefangen, um ihre Neuroplastizität zu erhöhen. Ach, wem machen wir was vor? Marsha hat mit dem Bloggen angefangen, weil sie Kleidung liebt, und sie redet oder in diesem Fall schreibt einfach gern!

Melynda von Scratch Made Food! & DIY Homemade Household - Der Name sagt schon alles, wir haben uns im Osten von Texas angesiedelt, wobei sich drei Generationen das Land teilen. Ich koche und backe alles selber, wenn ich nicht gerade gärtnere oder den Hühnern nachlaufe, und stricke!

Lisa von Boondock Ramblings erzählt von den Büchern, die sie schreibt und liest, ihrem Glauben, Home-Schooling, Fotografie und mehr.

Cat von
 Cat's Wire hat, was sie ein Springspinnengehirn nennt. Sie hat viele Interessen und bloggt über das, was immer gerade ihre Aufmerksamkeit erregt - Handarbeiten, Bücher, alte Filme, Sammelwertes oder "einfach nur so".

Rena von Fine Whatever Blog schreibt über Stil, Leben im mittleren Alter und die "gut, was auch immer" Momente, die dem Leben Sinn und Spaß geben. Seit 2015 feiert sie Kreativität, Selbstvertrauen und die Freude am Alltag
.


Hier ist meine Auswahl von ein paar Posts aus dem Linkup der letzten Woche (englischsprachig).

Ich bin ein großer Fan von Staubmänteln und Shelbee hat mich diesem hier eine echte Schönheit erwischt.

Sally zeigt uns Kombinationen mit leuchtendblauen Hosen.

Angie erzählt uns von ihrer Erfahrung mit selber gezogenen Pilzen.
 

Lest bei einer Tasse Kaffee das Neueste aus Erins Leben.

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Donnerstag, 16. April 2026

Stummfilme - Die ersten langen Hosen

Einer der Stummfilmblogs, denen ich folge, hat mich (wieder einmal) auf Harry Langdon aufmerksam gemacht. Es gibt Leute, die ihn in einer Gruppe mit Chaplin, Keaton und Lloyd als einen der vier großen Komiker dieser Zeit sehen.
Ich hatte noch nichts mit Langdon angeschaut, also habe ich sehr willkürlich einen Film von 1927 ausgesucht - "Die ersten langen Hosen".


Hier ist die Handlung (mit Spoilern, wie ihr wißt).

Obwohl er erwachsen ist, läßt Harry Shelbys Mutter ihn immer noch keine langen Hosen tragen. Seine einzigen romantischen Erfahrungen kommen aus Büchereibüchern und Träumen.
Dann schenkt ihm sein Vater sein erstes Paar lange Hosen und Harrys Leben verändert sich völlig.
Zwar erwarten seine Eltern, daß er seine Kindheitsfreundin Priscilla heiratet, aber Harry fällt die Femme Fatale Bebe Blair ins Auge, deren Auto liegengeblieben ist. Bebe küßt ihn im Scherz, und nachdem sie weg ist, findet Harry eine Notiz - offensichtlich nicht für ihn gedacht - auf der es heißt "Ich werde zurückkommen, um dich zu heiraten.

Da Bebe nicht zurückkommt, naht stattdesssen der Tag von Harrys und Priscillas Hochzeit. An diesem Tag liest Harry in der Zeitung, daß die "Schneeschmugglerin" Bebe im Stadtgefängnis sitzt und er trifft die schnelle Entscheidung, ihr bei der Flucht zu helfen. Zuerst muß er aber Priscilla loswerden, daher nimmt er sie mit in den Wald, um sie zu erschießen.


Der Plan läuft völlig schief und als Priscilla die Waffe findet und ein paar Übungsschüsse auf ein Ziel abgibt, das sie an einen Baum geheftet hat, bekommt Harry Angst und rennt weg in die Stadt.
Bebe ist es schon gelungen zu entkommen und Harry hilft ihr sich in einer Transportkiste zu verstecken, die er wegträgt.
Nach ein paar Abenteuern mit einem Polizisten und einem Alligator bittet ihn Bebe, ihr kriminelles Leben mit ihr zu teilen.
Als sie aber zu einem Club gehen, damit Bebe dort mit der Sängerin und Tänzerin abrechnen kann, die ihr den Mann weggenommen hat, läuft alles schief. Bebe und ihr Mann erschießen sich gegenseitig und Harry wird von der Menge Neugieriger niedergetrampelt, also geht er nach Hause zurück und wird von Priscilla und seinen Eltern glücklich willkommen geheißen.

Tja, Leute. Ihr mögt euch jetzt wundern, aber das soll wirklich eine Komödie sein. Ich meine, ich habe gar nichts gegen schwarzen Humor, aber das hier machte mich etwas sprachlos. Mein erster Gedanke war, daß ich keinen zufälligen Langdon-Film hätte aussuchen sollen, sondern daß ich besser nach einer Auswahl für Anfänger geschaut hätte.
Laut einem Filmhistoriker fand sogar Buster Keaton, der ein Fan von Langdon war, daß die Szene im Wald etwas zu weit ging.
Und es scheint, daß es auch einen Streit zwischen Langdon und Frank Capra, dem Regisseur des Films, gab, weil er zu düster war. Ich sage "scheint", weil ich noch keine Ahnung von den unterschiedlichen Blickwinkeln und Ansichten darüber habe. Bei einer schnellen Suche stieß ich auf verschiedene Meinungen, als werde ich mich (noch?) nicht an das Thema heranwagen.

Alles was ich bisher habe ist, daß manche Langdon als komödiantisches Genie, wenn auch gewöhnungsbedürftig, ansehen und andere sagen, sie "können sich einfach nicht mit ihm anfreunden".
Würde ich schnell nach nur einem Film ein Urteil treffen, wäre ich Teil der zweiten Gruppe. Es gab ein paar witzige Szenen, zum Beispiel, als Harry denkt, daß ihn Bebe durch das Loch in der Transportkiste anstupst, obwohl es der Alligator ist.


Alles in allem fand ich aber, daß fast eine Stunde ziemlich lang für etwas war - mögen Langdon-Fans mir verzeihen - mich als Komödie nicht so sehr beeindruckte.

Trotzdem kann ich nicht nur aufgrund dieses Films ein Urteil fällen, also werde ich nächstes Mal erst nach Empfehlungen suchen, und wer weiß, vielleicht werde ich mich auch irgendwann mit ihm anfreunden.