Heute ist es ein experimenteller Film, oooh.
Hier haben wir "Danse Macabre" von 1922.
"Mitternacht im pestverseuchten Spanien -- Jugend und Liebe flüchten vor Tod, der ihren Spuren folgt -
Liebe spürt seinen unheimlichen Atem und fällt in Ohnmacht - - - Jugend verzweifelt und betet, - als schaut! - der Hahn der Dämmerung kräht und Tod in den Schatten seines Grabes verblaßt."
![]() |
| Die Skelette bewegen sich, bis sie die Titelworte formen. |
Jugend und Liebe betreten einen Raum. Jugend entzündet eine Kerze und die Liebenden liegen sich in den Armen.
Wenn sie geglaubt haben, hier sicher zu sein, irren sie sich, denn Tod folgt ihnen bereits.
Jugend schenkt Liebe eine Stola und einen Fächer und sie tanzen miteinander.
Liebe beginnt die Nähe von Tod zu spüren. Sie fühlt sich schwach und bittet Jugend, die Fenster zu öffnen.
Sie tanzen weiter, aber Tod sucht sie immer weiter heim, bis Liebe ohnmächtig wird und Jugend sie auf ein Sofa legt.
Tod schleicht näher heran ...
Gerade rechtzeitig geht die Sonne zum Hahnenschrei auf ...
... und Tod weicht vor dem Licht zurück und schwindet, während Liebe in Jugends Armen wieder zu Kräften kommt.
Die Liebenden frohlocken, umarmen und küssen sich, sie sind sicher ...
... doch sind sie das wirklich?
Der "Danse Macabre" oder "Totentanz" ist eine Allegorie aus dem Spätmittelalter, die Menschen an die Zerbrechlichkeit des Lebens erinnert - jedermanns Leben, König or Arbeiter, Papst oder Kind.
1874 schrieb der französische Komponiste Camille Saint-Saëns eine Tondichtung mit diesem Titel.
Der unabhängige Regisseur Dudley Murphy und sein Kompagnon Claude MacGowan hatten eine Serie von "Visual Symphonies" geplant, bei denen die Filme klassische Musik interpretieren sollten, und begannen mit diesem Stück.
Große Kinos hatten früher Livevorführungen mit Musik und Tanz als Einführungen zu den Filmen, aber zu dieser Zeit war es noch schwieriger, Film und Musik perfekt zu synchronisieren, und obwohl erfahrene Musiker das hinbekommen hätten, hätte die Praxis für kleine Kinos nicht so gut funktioniert.
Obwohl der Film Aufmerksamkeit erregte, reichte es offensichtlich nicht aus, um die Serie weiterzuführen.
Das ist schade, denn wenn "Danse Macabre" ein Beispiel ihrer Vision war, wäre es großartig gewesen zu sehen, was sie sonst noch fertiggebracht hätten.
Die Darsteller sind die Ballettänzer und Choreographen Adolph Bolm (Jugend) und Ruth Page (Liebe, sie war Bolms Schülerin), Tod wird vom Charakterschauspieler Olin Howland verkörpert.
Wie ihr an den Bildern sehen könnt, ist der Kurzfilm eine Mischung aus Animations- und Realfilm, und ehrlich, er ist wirklich sehr cool. Ich hatte ihn willkürlich aus einer Playlist von Kurzfilmen ausgewählt und bin so froh darüber, weil ich Saint-Saëns' "Danse Macabre" schon vorher geliebt habe und diese Interpretation liebe.
Quellen und weitere Lektüre (englischsprachig):
1. Rob Johnson: Danse Macabre 1922. Auf: The Devil's Manor, Juli 2012
Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.








































