Mittwoch, 8. April 2020

Das Oster-Hasguruh

Zur Seite, Osterhase. Einen Schritt zurück, Osterbeagle (sorry, ich liebe dich noch immer). Es ist jemand Neues in der Stadt.
Lernt das Oster-Hasguruh kennen.

Es gibt unterschiedliche Meinungen zu ihm, aber ich kann nicht anders als zu denken, daß dieser kleine Kerl eine Hasenmama und einen Känguruhpapa hat.
Natürlich könnte ich behauptn, daß ich das von Anfang an wußte, aber tatsächlich muß ich zugeben, daß der Plan war, ein paar reizenden Leuten einen kleinen Osterhasen zu schenken. Es war mein erster, und vielleicht hätte ich dem schelmischen Kichern von Muse Mabel in meinem Kopf mehr Aufmerksamkeit schenken sollen.


Ich stupfte und stupfte und mein Häschen wurde größer, vor allem sein Kopf, während die Ohren bei meinem Versuch, diesen großen Kopf richtig auf den Körper zu setzen, zu schrumpfen schienen. Warum auch immer fing sein Bauch ebenfalls an zu wachsen, also mußte ich die Füße länger machen ... vielleicht etwas mehr Wolle um den Hals herum ... wenigstens ist der Schwanz noch der eines Hasen, aber jetzt ist er zu klein, mehr Wolle .... okay, schließlich gab ich auf, ihn ändern zu wollen, weil ich ihn tatsächlich so mag wie er ist, und ich hoffe, das finden auch die Leute, zu denen er gehüpft ist. Ich meine, er bringt immerhin Geschenke mit, richtig?


I gestehe, es fiel mir ein bißchen schwer, ihn gehen zu lassen. Ich bin sicher, daß dieses Gefühl sich ändern wird, wenn ich erst einmal mehr Viechers gemacht habe, aber im Moment sind sie alle meine Kinder. Seltsame Kinder vielleicht, aber das war ja zu erwarten, schließlich sind es meine ;-)

Montag, 6. April 2020

Zibbet-Fundstücke der Woche - Miniaturen

Als ich ein Kind war, war ich immer wieder einmal mit meiner Patin auf dem Bauernhof ihrer Eltern. Ich verbrachte meine Zeit damit, im Stall mit den Kätzchen zu spielen, im Garten Bücher zu lesen oder in der Küche zu helfen (ich bezweifle, daß ich eine große Hilfe war), außerdem war eine meiner Lieblingsbeschäftigung, in den Bühnenraum (ich bin Schwäbin und meine damit den Dachboden) zu gehen, um mit dem Puppenhaus zu spielen. Das Haus war ganz hinten aufgestellt, wo es etwas duster war, und ich erinnere mich, wie ich jedesmal erst an der Tür stehenblieb, während ich versuchte, den Mut dafür aufzubringen, ins Dunkle einzutauchen. Wenn ich das erstmal geschafft hat, vergaß ich allerdings alles um mich herum.
Das meiste an dem Puppenhaus war selbstgemacht. Das Babybett zum Beispiel war eine verzierte Streichholzschachtel. Ich erinnere mich nicht an das genaue Aussehen jedes einzelnen Stücks, aber ich habe dennoch ein paar sehr schöne Erinnerungen, über die Jahre hinweg zweifellos mächtig übertrieben.
Ich habe Miniaturen schon immer geliebt. Meine beste Freundin hatte dieses Puppenhaus in perfektem 70er Jahre Stil, mein Lieblingsstück darin war der kleine Weihnachtsbaum. Dann gab es da noch eines meiner Kinderbücher, Vater und Söhne machten ein Puppenhaus für die jüngeren Schwestern, mit Lampen, die richtig aufleuchteten! So etwas zu haben war einer meiner Träume. Zu guter Letzt Erich Kästners "Der kleine Mann und die kleine Miss" - meine Lieblingsstelle war, wie das winzige Pärchen ihr ganz eigenes perfektes Haus bekam. Ich konnte es genau vor meinem inneren Auge sehen!

Kommen wir nun aber zu den heutigen Fundstücken der Woche. Ich durchstöberte Zibbet nach Miniaturen, aber nicht nur welchen für Puppenhäuser. Ich habe diese Obsession aus der Kindheit überwunden, naja, so irgendwie ;-)
Ich hoffe, euch gefällt meine kleine (ja, das war Absicht) Auswahl.


Miniatur-Ornament Torfhaus aus Ton mit Moosdach von Kilkenny Cat Art


Handbemaltes Keramik-Teeservice von My Thai Miniatures


Miniatur-Wandbehang oder Kette handgewebt von The Seven Eyed Swan

Vintage Miniature-Holzträger Coca Cola mit Fläschchen bei My Coffee Boy




Miniatur "Montegue Mushroom" Clayfigur von Enchanted Craft

Mittwoch, 1. April 2020

Nostalgie - Blinder King Charles

Willkommen zu einem neuen Nostalgie-Post, in dem ich euch diesmal mehr als nur eine Geschichte erzählen werde, nämlich drei - die Geschichte des blinden King Charles, die Geschichte der Augendose und die Geschichte von Ada-Ada, alle sind miteinander verbunden.

Als erstes laßt mich euch zu einem großen Flohmarkt in Tübingen vor ungefähr 30 Jahren mitnehmen. Wir - mein Ex und ich - waren damals noch sehr neue Steiffsammler. Wir machten ein paar epische Fehler, aber welcher Anfänger tut das nicht, und vergeßt nicht, wir hatten nicht nur kein Internet in diesen Zeiten, sondern es gab nicht viele Steiffbücher oder -preisführer da draußen.
Als wir also an einem Stand diesen kleinen blinden Hund fanden, waren wir ganz und gar nicht sicher, ob der verlangte Preis von 30 DM in Ordnung war. Wir wußten, daß es sich um einen sitzenden "Charly", einen King Charles Spaniel handelte, berühmt für seine Verbindung mit König Karl II. von England. "Charly" war zwischen 1928 und 1936 von Steiff produziert worden.
Man konnte sehen, daß dieser ein nicht ganz einfaches Leben hatte. Sein Pelz war hier und da etwas spärlich, aber am schlimmsten war, daß seine Augen fehlten! Wir hatten keine Augen für ihn daheim, und auch wenn er fast 60 Jahre alt war, war er das Geld wohl wert (wir waren ein junges Paar und konnte nicht einfach so mit dem Geld umherwerfen). Er hatte noch seinen alten Knopf mit Überresten der roten Fahne, die von 1926 bis 1934 verwendet wurde, darunter. Wir setzten ihn auf den Tisch zurück, um darüber nachzudenken, machten ein paar Schritte und gingen dann direkt zurück, weil wir wußten, daß wir ihn nicht dortlassen konnten. Er war so süß, und wir würden uns schon etwas ausdenken. Ich schätze, so kommen Plüschtiere und Puppen an Augen aus Knöpfen, das sollte aber nicht Charlys Schicksal werden.
Dies ist er offenkundig mit Augen, was mich zur nächsten Geschichte bringt.



Ich erinnere mich überhaupt nicht, wann und wie wir an die "Augendose" gerieten, die ich schon früher erwähnt habe. Ich erinnere mich nur daran, wie aufgeregt wir darüber waren. Darin waren hauptsächlich vintage Glasaugen für Plüschtiere, braun, blau, grün, blau/grün, rosa und natürlich die kleinen braunen, die ich in dem anderen Post gezeigt habe.
Als ersten mußten wir die richtige Größe für Charly finden, um ihm sein Augenlicht zurückzugeben. Das war soviel besser! Wie konnten wir überhaupt in Erwägung gezogen haben, ihn nicht mit nach Hause zu nehmen?

Diese Augen halfen über die Jahre noch ein paar anderen Tieren aus, einer großen einäugigen Fluffy-Katze, einem großen Lama, das sich, bevor es zu uns kam, mit ein paar billigen Plastikaugen hatte begnügen müssen, und mehr.
Schließlich wurde die Dose weggestellt und wartete darauf, daß neue Patienten eintreffen würden, aber es gab keine. Sie wurde jedoch nie ganz vergessen, stand ganz offen da, aber das einzige Mal, daß sie gebraucht wurde, war, als ich einen eigenen Teddy machte. Er ist schwarz und hat blaue Augen. Ich glaube, er war der letzte, der Augen aus der Dose bekam.
Immer wieder einmal öffnete ich sie, bewunderte die Augen und machte den Deckel dann wieder drauf.
Erst als ich mit dem Nadelfilzen anfing, dachte ich, es wäre an der Zeit, wenigstens ein paar von ihnen sinnvoll zu benutzen.



Hier sind nun ein paar schnelle Bilder. Sie zeigen nicht die gesamte Sammlung an Augen, und ihr könnt sehen, daß ich sie auch noch nicht abgestaubt habe.
Die grünen Augen zum Beispiel beschlossen, aus ihrer Tüte auszubrechen und durch die ganze Dose zu hüpfen, also haben sie kein Bild bekommen. Geschieht ihnen recht. Eines davon hat sich in die kleine Sammlung von bläulich/grünen Augen (Nr. 2) geschmuggelt, von denen ich nur sehr wenige habe. Man kann den Unterschied leicht erkennen. Wir nennen sie immer Vorkriegsaugen, weil sie eine wunderschöne Farbe haben, die gewöhnlich für die alten Katzen verwendet wurde. Es ist schwierig, die zarte Schönheit einzufangen, aber man sieht, daß es nicht grün ist und auch nicht hellblau wie die Augen in Nr. 5 (die von Anfang an im schlechtesten Zustand waren, die Farbe hinten geht sehr schnell ab, also sind die meisten von ihnen inzwischen fast klar).

Nr. 1 zeigt eine Auswahl von Brauntönen inklusive eines Auges mit Weiß um das Braun herum. Es gibt noch mehr, aber ein paar haben sich bei den grünen eingeschlichen.
Nr. 3 und 5 sind zwei unterschiedliche Arten von rosa Augen, die zum Beispiel für Albinohasen benutzt werden. Während die Nr. 3 flache bemalte Augen sind, haben die von Nr. 5 rosa Glas auf der Rückseite. Ich bin mir da nicht sicher, aber ich habe immer gedacht, daß sie neuer sind.

Vielleicht komme ich dazu, sie etwas zu säubern, besser auszubreiten und gute Bilder zu machen, aber ich denke, ihr habt jetzt erstmal eine Vorstellung von der Augendose.

Zeit für die dritte Geschichte, was heißt, daß ich einen Moment zu Charly zurückkommen muß.
Charly mag ja sein Original Steiff Namensschild nicht mehr haben, aber dafür brachte ein anderes Schild an einer Schnur um seinen Hals mit. Wir haben uns nie die Mühe gemacht herauszufinden, worum es bei dem Schild ging, ließen es aber dran, weil es irgendwie zu Charlys Geschichte dazuzugehören schien. Vielleicht war er ja ein Geschenk von einem Laden oder so gewesen.
Dies sind die beiden Seiten des Schildes.



Auf der einen Seite steht "50 JAHRE WERTARBEIT" mit der Marke ADA-ADA in der Mitte, auf der anderen "MIT ADA-ADA GUT ZU FUSS".
Als ich es nachschaute, erfuhr ich, daß ADA-ADA eine große Schuhfabrik war. Sie wurde 1900 von zwei jüdischen Brüdern gegründet (ein dritter Bruder war Miteigentümer). Sie begannen damit, Kinder- und später auch Damenschuhe herzustellen. 1937 wurden sie enteignet und die Eigentümer schafften es rechtzeitig, in die USA zu emigrieren. Nach dem Krieg erhielten sie eine Entschädigung, die Marke ging jedoch nicht an sie zurück. Sie war einer der größten ihrer Art im Deutschland der 50er, hörte aber 1966 auf zu existieren.
Der Name ist ja ziemlich lustig. Wer erinnert sich nicht, als Kind "ada-ada" gehen zu wollen (oder vielleicht auch manchmal gezwungen zu werden, ich war mehr dafür, mit Stil gefahren zu werden), wobei die Vorstellungen darüber, wie man das schreibt, durchaus unterschiedlich sind. Auf einem Geschichtsblog wurde die Meinung vertreten, daß die Eigentümer sich davon zu dem Markennamen inspirieren ließen, wer weiß?

Wenn ihr so spitze in Mathe wie ich seid (könnt ihr meinen Mathelehrer lachen hören?), wißt ihr jetzt, daß es unmöglich ist, daß Charly von Anfang an dieses Schild hatte, da er ja bis 1936 produziert wurde, ADA-ADA aber erst 1950 50 Jahre alt wurde.
Warum sollte eine Schuhfirma oder selbst ein einzelner Schuhladen alte Steifftiere für die Werbung benutzen? (Steiff-Studiotiere waren übrigens in Schuhläden keine Seltenheit, aber das ist eine andere Geschichte.) Ich würde schätzen, daß ein Kind Charly erbte und ihm dieses Schild umband, vielleicht nachdem sein Namensschild abgefallen war.
Ich habe darüber nachgedacht, es ihm abzunehmen, aber ich denke immer noch, es ist Teil seiner Geschichte, auch wenn wir niemals wissen werden, welche dies ist.

Solange es ihm nichts ausmacht ...

Montag, 30. März 2020

Zibbet-Fundstücke der Woche - Niedlich

Aus persönlichen Gründen hat es in den letzten Monaten keine Fundstücke der Woche-Posts gegeben.
Mir schien, es wäre eine gute Zeit, jetzt wieder anzufangen, um euch etwas anderes zum Anschauen zu geben statt der Nachrichten. Vielleicht können die Dinge, die ich euch zeigen werde, den einen oder anderen Moment in diesen Tagen ein bißchen erhellen.
Heute ist mein Thema "niedlich".
Der Duden definiert niedlich als "durch seine hübsche Kleinheit, Zierlichkeit, durch zierliche, anmutige Bewegungen o. Ä. Gefallen erregend, Entzücken hervorrufend; lieb, goldig, reizend". Ihr habt ja vielleicht auch schon mal den Begriff "kawaii" gehört, der das japanische Wort für niedlich ist und nun ein ganzes ästhetisches Konzept der Niedlichkeit in der Populärkultur beschreibt.
Fangen wir an!

Nadelfilz-Barett - Niedliche Pfoten von Inflated Ego Studio

Mary Lou Emaille-Faultier-Ring-Set in braun und orange von Mary Lou

Niedliche Katzenseife von Luscious Lather

Tiny Toy - Babywurm im Blatt von droolwool

Plüschspielzeug niedliches Alienmonster von by Zoo Toys

Elefant und Maus-Klebebilderset von Inkwood Impressions

Samstag, 28. März 2020

Art Elements Design Challenge and Blog Hop - Zwerge

Es ist eine Weile her, seit ich das letzte Mal bei den Art Elements-Challenges mitgemacht habe, und eine Menge ist seither passiert - und passiert noch.
Ich bin nicht hier, um heute über ein Virus zu sprechen, sondern darüber, wie ich versuche, mich wenigstens manchmal etwas davon abzulenken. Die Art Elements-Challenge für März schien mir eine sehr gute Gelegenheit zu sein und ich konnte dem Thema, das Jenny dafür ausgewählt hatte, nicht widerstehen - Zwerge.
Tatsächlich heißt das Thema auf Englisch Gnomes, also Gnomen, obwohl es ja auch ein englisches Wort für Zwerge gibt. Worum also ging es?
Ich mußte doch mal nachschauen, wie genau das im Deutschen unterschieden wird. Das war dann nicht so einfach, denn offensichtlich sind auch wir uns da ganz und gar nicht einig. Gnomen, Zwerge, Kobolde, Wichtel ... dieser Post wäre sehr lang geworden.
Da die meisten Bilder in Jennys Post das zeigten, was auch zu unserem Gartenzwerg geworden ist (der auf Englisch ja "garden gnome" heißt), entschied ich mich dafür.


Obwohl ich Deutsche bin, habe ich doch nie das Klischee des Gartenzwergbesitzers erfüllt. Das bedeutet aber nicht, daß ich keine in anderer Leute Gärten gesehen hätte. Irgendwie erinnere ich mich am besten an die, die in dem sehr kleinen Garten hinter dem Haus einer Freundin waren. Es gab nur ein recht kleines Rasenstück mit mindestens einem liegenden Reh und einem Zwerg. Klassisch. Wir mußten sie jedesmal zur Seite räumen, wenn wir Krocket spielen wollten.
Natürlich kenne ich all die Klischees, deutsche Gärten, die voll von Zwergen sind, aber ich kann mich nicht erinnern, daß ich jemals einen solchen gesehen hätten. Wenn ich mir das so überlege, müssen die Zwerge, die ich kannte, sehr einsam gewesen sein.
Andererseits genossen sie die Einsamkeit ja vielleicht, so wie der schlafende Zwerg, den ich schon mal auf meinem Blog gezeigt habe.



Mein Projekt war von mehreren Dingen inspiriert.
Dazu gehörten Bilder aus meiner Kindheit wie das mit dem Schneckenreiter in Jennys Post.
Dann waren da noch die unglaublichen Polymer Clay-Schnecken meiner Freundin Star, von denen manche winzige Kobolde (ha!) trugen. Eine davon ist Maeve, die Schneckenrennreiterin, und sie ist nicht einmal die kleinste Koboldreiterin (ja, das bedeutet, daß ihr euch alle von Stars Schnecken anschauen sollt ... aber wartet, erst nachdem ihr diesen Post gelesen habt!).



Natürlich würde mein Zwerg etwas größer als diese Kobolde sein, aber ich beabsichtigte trotzdem, ihn auf einer Schnecke reiten zu lassen. Ich fing also mit der Schnecke an, entschlossen, ein Paar meiner geliebten vintage Glasaugen zu benutzen, die ich bisher nur einmal verwendet hatte.
Eine kleine Erinnerung oder für die, die es nicht wissen, mein Ex und ich haben Steifftiere gesammelt. Eines unserer Fundstücke war eine Dose voller vintage Glasaugen für alle möglichen Arten von Plüschtieren plus ein paar andere Sachen. Ein paar davon benutzten wir oder tatsächlich mein Ex, da er besser darin war, sie zu befestigen, vor allem in größeren Köpfen, weil man die Schnur wirklich festziehen muß, damit die Augen richtig sitzen, und sie dann verknoten muß.
Da gab es aber auch noch diese kleinen Augen, für die wir nie eine Verwendung fanden. Die Dose - und ihr habt das vielleicht schon erwartet, es WAR eine Keksdose! - stand viele Jahre herum, da ich nicht viel zu meinem Teil der Sammlung hinzufügte und sie darum völlig vergaß. Als ich aber mit dem Nadelfilzen anfing, erregte sie direkt wieder meine Aufmerksamkeit.
Schaut nur, wieviele es sind! Ich mag sogar das Wachspapiertütchen, in dem sie kamen.


Die Glas"stäbe" erinnerten mich an Schneckenaugen, also dachte ich mir, ich könnte einfach um die Stäbe herumfilzen und am oberen Teil ein bißchen Klebstoff nehmen, damit das Glas nicht herausrutschen würde. Obwohl ich meinen Fingerschutz trug, piekste ich mir ganz schön oft in die Finger, aber es funktionierte so, wie ich mir das vorgestellt hatte, yay! Von den Augen ging es dann weiter zum Körper, was auch gut lief, aber fragt mich gar nicht nach dem Häuschen. Es dauerte ewig, weil ich nicht einfach eine Kugel obendrauf setzen wollte, ich wollte es sichtbar schnirkelig machen, wenigstens ein bißchen. Schließlich nahm ich noch eine Kontrastfarbe dazu - von unseren Gartenschnecken inspiriert, auch wenn da die Farben andersherum sind - um es etwas deutlicher herauszuheben.


Als nächstes kam der Zwerg dran. Ich hatte bisher noch keine Figur gemacht, aber ich wußte, daß ich etwas brauchen würde, um die Gliedmaßen zu verstärken, und die Pfeifenreiniger, die ich hatte, waren viel zu groß. Zuletzt nahm ich etwas von meinem Edelstahldraht. Ich hatte schon bessere Ideen in meinem Leben, aber obwohl das noch länger als das Schneckenhaus dauerte, gab ich doch nicht auf.
Herr Zwerg bekam eine braune Hose, taupefarbene Stiefel mit schwarzen Riemen, die zu seiner hohen taupefarbenen Mütze paßte, die um den Rand herum eine kleine rote Zickzackverzierung hatte, und eine waldgrüne Tunika, die dank seines Gürtels, den ich aus etwas Satingeschenkband und einem Kupferjumpring gefertigt hatte, hochmodisch ist.
Seine Nase und Hände sind riesig. Ich bin sicher, er kann sich seinen Weg durch den gesamten Wald erschnüffeln, und hätte er eine Axt, könnte er diese Zweige nur so weghacken!  Seine Augen sind Rocailles (psst, ich glaube, er ist vielleicht ein klein bißchen neidisch auf Schneggles Augen).



Natürlich waren die Chancen dafür, daß ich Herrn Zwergs Glieder so hindrehe, damit er selbständig auf der Schnecke sitzt, gleich null. Vielleicht seht ihr, daß ich ihn schon in einer angedeuteten Sitzhaltung entworfen habe. Ich hätte ihn schon richtig hinsitzen lassen können und dann befestigen (was für ein schrecklicher Gedanke), aber er war einfach zu groß geworden. Die beiden fielen immer wieder um, und während sie sich dabei kaputtlachten, beschloß ich, daß sie letztendlich doch lieber zusammen gehen würden. Oder kriechen.
Nun ja, ich bin mir sicher, daß es Schneggle nichts ausmachte, Herrn Zwerg nicht tragen zu müssen. Immerhin hat er zwei Füße, die (beinahe) perfekt funktionieren, nicht wahr?



Dies ist nicht nur eine Design Challenge, sondern auch ein Blog Hop, also schaut euch auch bitte die Posts der anderen an! Danke!

Gäste

Cat (das bin ich ;-)) - Hope - Linda - Sarajo - Tammy  

AE-Teammitglieder


Cathy - Claire - Jennifer - Jenny - Lesley - Marsha - Niky

P.S. Hallo ihr. Hier spricht Herr Zwerg. Ich wollte euch erzählen, was die Dame nicht sagt. Schneggle und ich sind gefangen. Wald, ja genau. Zusammen gehen? In einer Vase?? Ja, das habt ihr richtig gelesen. Sie. Hat. Uns. In. Eine. Vase. Gesteckt.
Natürlich hat sie gesagt, es wäre nur vorübergehend, solange wir noch im Lichtzelt herumhängen. Ohne ein Versteck ist es dort zu gefährlich für uns. Wegen Gundel. Der riesigen Pantherdame, die versucht hat, unschuldige Filzwesen wie uns zu kidnappen. Letztens hätte sie die Voodoopuppe gestohlen, sagt sie. Und den schwarzen Katzenkopf. Beide konnten gerettet werden. 
Es ist nicht lustig, in einer Vase zu stecken. Schließlich sind wir keine Djinns!
Wenn ihr ihr also bitte sagen könntet, daß sie uns freilassen soll, falls sie das noch nicht getan hat, wenn ihr diesen Post lest, wüßten wir das zu schätzen. Sehr sogar. Danke!

Samstag, 21. März 2020

Einfach nur so Samstag - Seife

Für mich ist es Tag 11 hier in Selbstisolation (für die, die es nicht wissen, ich bin immunsupprimiert).
Gundel hat es satt, daß ich sie ständig knutschen möchte. Ihr Blickt scheint zu sagen "TU etwas, etwas, das nichts mit mir zu tun hat! Hör auf, mir nachzulaufen!" Katzen halt.

Diese Zeiten fühlen sich definitiv seltsam für uns alle an, seltsam und beängstigend, und mit ihnen kommen seltsame Gedanken (und seltsame Träume, was der Grund dafür ist, daß ich hier um 6 Uhr morgens sitze, um einen Post über Seife zu schreiben).
Als ich zum Beispiel gestern abend einen meiner Seifenspender nachfüllte und schaute, wieviel Seife ich noch habe, mußte ich an handgemachte Seifen denken. Ich erinnere mich noch an die guten Zeiten, als das Porto aus den USA nach Deutschland noch nicht einen Arm und ein Bein kostete und ich eine meiner ersten handgemachten Seifen von einem Shop auf Etsy bestellte, an dessen genauen Namen ich mich momentan nicht erinnern kann - obwohl ich mir fast sicher bin, daß darin das Wort "Seife" steckte ....

Jedenfalls fragte ich mich, ob ich wohl irgendwo noch ein übriges Seifenstück liegen hatte, und was glaubt ihr, das habe ich!
Jetzt kann nichts mehr schiefgehen, oder?


Wenn ihr euch fragt, warum ich so etwas habe, nun, ich erinnere mich nur, daß sie von einem Flohmarktstand in Esslingen vor viiiiielen Jahren war, wo wir auch einen alten Holzträger für Cokeflaschen erstanden. Sammler, hm? Von dem, was ich herausfinden konnte, denke ich, daß diese Seife wahrscheinlich aus dem 2. Weltkrieg oder von kurz danach ist, aber ich konnte nicht soviel finden, wie ich es gern gehabt hätte. Schließlich landete ich in einem Forum über das Naßrasieren, also weiß ich jetzt, daß es völlig sicher sein sollte, vintage Seife aus den 1900ern zu benutzen, und wenn ihr vintage Aftershave findet, nur zu, Hauptsache, es riecht noch gut!
Wie gesagt, jetzt kann nichts mehr schiefgehen.

Freitag, 17. Januar 2020

Pack die Vorräte an - Nadelfilzschmuck

In meinem letzten Vorratsfresser-Post habe ich euch erzählt, daß meine Drahtmuse verschwunden war, was ein Grund war, daß ich Nadelfilzen als eine neue Ausdrucksform annahm. Tatsächlich war es nicht nur der Draht, sondern Schmiuck im allgemeinen. Irgendwie fühlte ich mich, als stecke ich fest, und mir fiel nichts Neues an.
Im Kopf habe ich schon ein paar verschiedene Projekte - alle kein Schmuck, ein paar mit Perlen, ein paar mit Filz, aber ich tue mich schwer damit, überhaupt damit anzufangen, wie z.B. ein Muster zu machen.
Nadelfilzen war ein guter Weg, meinen Kopf leerzumachen und dem kreativen Kind in mir zu erlauben, ohne jegliches Ziel oder Plan zu spielen. Ich weiß schon, daß das Kind sich gern ausbreitet, es machte eine große und eine winzige Voodoopuppe, einen schwarzen Katzen- und einen Löwenkopf, und es hatte soviel Spaß dabei!




Ich habe auch erwähnt, daß ich noch keine Idee dafür hatte, was ich mit all der bunten Wolle anfangen sollte. Häschen? Schließlich waren und sind bunte Hasen gut genug für Steiff, warum also nicht für mich? Bunte "Bilder"? Doch noch der gefilzte Ball für Gundel?
Oder - keuch - bunter Schmuck? 
Ihr mögt euch fragen, warum ich nicht gleich auf diesen ja nicht so ungewöhnlichen Gedanken gekommen bin. Ich weiß es nicht. Natürlich dachte ich mir, daß ich aus den beiden Köpfen wahrscheinlich irgendwann Broschen machen würde, aber einfachen Schmuck? Als ich aber nach einer Idee für die Art Elements Januar-Challenge suchte, deren Thema Beeren sind, fielen mir nur Himbeeren und Brombeeren ein. Ich fing an, Farben zu mischen, aber statt auf eine Beere hinzuarbeiten, entdeckte ich "Cabochons" und "Perlen".
Von Anfang an hatte ich gewußte, daß zum Filz irgendwie Perlen dazu mußten, denn schließlich sieht alles besser aus mit Perlen, nicht wahr? Als ich die Waldorf-Feen einer Freundin und die Perlen, die sie auf den Rock einer der Feen gestickt hat, bestärkte mich das nur.

Vielleicht hatte ich ja auch noch ein paar größere Stein- oder Süßwasserperlen, die zu den Filzkomponenten passen würde ... keine Süßwasserperlen, die Löcher sind zu klein für die Stifte ... Kristalle vielleicht ... oooh, dieser Mookait zum Lila .... und ein paar Rocailles auf dem Filz ... tatsächlich ist das die Zeitrafferversion, da ich zwischendurch auch noch zwei Tage plattlag.
Das ist, was ich bisher habe, zwei Paar Ohrringe und einen Anhänger, ganz anders als das, was ich normalerweise mache, und das gefällt mir, weil es irgendwie befreiend war. Es ist, als ginge man nur zum Spaß auf einen Ausflug, wie das eine Mal, als wir vor 40 Jahren auf einer Schulfahrt nach Berlin waren und eine Freundin und ich in eine S-Bahn stiegen und dann willkürlich immer wieder umstiegen, um zu sehen, wo uns das hinführen würde, oder das andere Mal, als sie und ich in London waren und das gleiche mit den roten Bussen machten.
Vielleicht sitze ich ja immer noch in so einem Bus, und wer weiß, wo ich enden werde? ;-)