Donnerstag, 28. Mai 2026

Stummfilme - Mary, Queen of Tots (Our Gang Comedy)

Erinnert ihr euch noch an "Die kleinen Strolche", im Original bekannt als "Our Gang" und später "The Little Rascals"?
Ich denke, es wird Zeit, daß wir uns mal einen der Filme aus dieser beliebten Reihe anschauen!
Heute habe ich "Mary, Queen of Tots" von 1925 für euch.

Gemeinfrei über Wikipedia

"Die kleine Mary aus dem großen Haus - - Vater und Mutter sind immer zu beschäftigt, um sich daran zu erinnern, daß sie sie lieben - -" (Das erinnert mich irgendwie an "Pünktchen und Anton", das aber natürlich erst 1931 herauskam.)
Mary ist einsam in dem großen Haus. Ihre Gouvernante ist sehr streng und erlaubt ihr nicht mal Puppen. Ihr einziger Freund ist der Gärtner.


Nachdem sie Mary mit einem sehr nassen Hund im Badezimmer findet, befiehlt die Gouvernante ihr, in ihrem Zimmer zu bleiben. Mary kickt mit viel Verve ein paar Dinge durch die Gegend und setzt sich dann weinend auf ihr Bett.


Aber keine Sorge. Ihr Gärtnerfreund wird von einer Dame angesprochen, die zusammen mit ihrem Mann Puppen herstellt, und er kauft vier und schleicht sich dann in Marys Zimmer, um sie ihr zu geben.
Mary liest ihren neuen Freunden vor, wird aber müde und schläft auf dem Boden ein. Die Puppen und zwei Plüschtiere, ein Hund und ein Esel, erwachen zum Leben und erkunden das Zimmer.


Als die Gouvernante hereinkommt, um nach Mary zu sehen, bevor sie ausgeht, findet sie die Puppen und wirft sie direkt in den Müll (was eine absolute Schande ist, weil die Puppen wirklich großartig aussehen, außerdem hätte sie Mary auf ihr Bett legen können ... wir mögen sie nicht).


Mary wacht auf und rennt hinaus, um nach ihren Puppen zu suchen, aber sie findet nur vier Jungen, die genau wie sie aussehen!


She umarmt sie, was sie komplett verwirrt, fragt sie, warum sie weggelaufen sind und nimmt sie mit zurück ins große Haus, wo sie ihnen alles zeigt. "- - Und das ist das Eßzimmer." Ich liebe die Antwort. "Das interessiert mich - Essen wir! - -" (Das hätte ich sein können.)
Während Mary in die Küche geht, um Essen zu holen, erforschen die Jungen - Joe, Jackie, Mickey und Little Farina - das Haus. Sie benutzen den Teewagen als Roller, Farina kämpft mit einem Chapeu Claque - einem Zylinder, der dauernd von allein auf- und wieder zuklappt -, sie wechseln sich alle dabei, auf einem Teppich hinzufallen, den Mickey hundertprozentig für einen Zauberteppich hält (es ist einfach nur ein Läufer auf einem sehr rutschigen Boden), und sie werden nervös, als ein sehr lautes Radio sie mit HEY anschreit.
Als die Gouvernante zurückkommt, ist sie schockiert, die Jungs zu sehen, die so sehr wie die Puppen aussehen, die sie weggeworfen hat. Mickey teilt ihr mit, daß sie zum Essen eingeladen worden sind, aber sie geht los, um die Polizei zu holen.
Inzwischen hat der Gärtner die Puppen im Müll gefunden und Mickey erklärt, daß sie für das Puppenmacherpaar Modell stehen. Er warnt sie außerdem, daß die Gouvernante die Polizei mitbringen wird.


Die Jungen verstecken sich schnell in der Küche, daher findet der Polizist nur die Puppen vor. Er fragt Mary, ob die Gouvernante verrückt ist. Sie sagt, sie wisse es nicht sicher, vielleicht, und er nimmt die Gouvernante mit.


In einem andern Kurzfilm heißt es "Mary - - Sie ist die Ursache für alle Kämpfe in der Nachbarschaft - Und es gibt eine Menge davon - -"
Mary Kornman war von 1922 bis 1926 Hauptdarstellerin in den "Our Gang Comedies". Obwohl dieser Kurzfilm von 1925 ist, weiß ich, daß ich irgendwo gelesen habe, dies könnte die Geschichte sein, wie Mary ursprünglich zur Gang kam, wenn ich nur wüßte wo!

"Our Gang"  wurde von Hal Roach erfunden, der auch mit Laurel und Hardy und mit Harold Lloyd arbeitete.
Roach sagte, er habe ein paar Kinder gesehen, die sich in einem Hof um den besten Stock stritten, und sich gedacht, daß sie jetzt sowas von wichtig für sie waren, obwohl sie sie in ein paar Stunden schon vergessen haben würden. Das gab ihm die Idee für eine Serie mit Kindern und Haustieren ein.
Obwohl natürlich in mancher Hinsicht veraltet, geht es bei "Our Gang" einfach um Kinder aus einem Arbeiterviertel (was zu Streitereien mit wohlhabenderen Kindern führen kann) - sie spielen, sind sie selber, voller Phantasie, Ideen und Enthusiasmus, aber auch erfinderisch dabei, Aufgaben oder Schularbeiten zu vermeiden.

Zwischen 1922 und 1944 gab es 88 Stummkurzfilme, 132 Tonkurzfilme und einen Spielfilm.
Natürlich waren über eine so lange Zeit verschiedene Kinder beteiligt.

Wir haben "Die kleinen Strolche" im Fernsehen gesehen, als ich ein Kind war, aber ich erinnere mich an nichts mehr (außer dem Hund). Ich habe ein paar der Filme angeschaut und diesen ausgesucht, weil er einfach nett ist, vor allem die Szene, in der die Puppen lebendig werden und Marys Zimmer erkunden.
Ich wäre nicht überrascht, wenn sie immer mal wieder auf dem Blog auftauchen würden ...


Quellen und weitere Info (englischsprachig):

1. The Our Gang Story: A History of "The Little Rascals". Auf dem YouTube-Kanal von Legend Films
2. Our Gang/The Little Rascals (Partially Lost 1920s Silent Short and Foreign Prints). Auf: Lost Media Archive


Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.

Dienstag, 26. Mai 2026

Hitze

Ich funktioniere nicht in der Hitze und habe mich schon mehr als einmal auf dem Blog darüber beschwert und herumgejammert. Ich fange auch immer schon früh an. Wenn die Temperaturen in meiner Wohnung die 20 °C überschreiten, fange ich an auseinanderzufallen, ich kann's nicht richten.
Zum Glück wohne ich nicht in einer wirklich heißen Gegend!

Ein Sonnenuntergangshimmel von 2011.
So fühlt sich Hitze für mich an.

Da sich mein Gehirn im Moment irgendwo in einer Pfütze auf dem Boden befindet, konnte ich keinen der Blogposts fertigstellen, die ich angefangen hatte.
Also mache ich es mir heute stattdessen leicht und zeige euch ein paar "heiße" Stücke, die ich im Laufe der Jahre gemacht habe
.


Nun entschuldigt mich, während ich mal nachschauen gehe, ob ich mein Gehirn irgendwo finden und aufwischen kann. Denkt ihr, es wird wieder fest, wenn ich es in den Gefrierschrank packe?

Samstag, 23. Mai 2026

Einfach nur so Samstag - Nachtkrabb

Kennt ihr den "Nachtkrabb"? Nein? Dann seid ihr wohl aus einer anderen Gegend als ich.
Obwohl mir der Nachtkrabb schon immer vertraut war, gibt es eigentlich nur eine Geschichte, an die ich mit aus meiner eigenen Familie erinnere. Mein kleiner Bruder war da wahrscheinlich so um die fünf Jahre alt (wir sprechen von den späten 70ern). Er saß am Küchentisch, bereit, ein Ei zu essen, als einer meiner anderen Brüder hereinkam und ihm sagte, daß ein Nachtkrabb aus dem Ei herausfliegen würde, wenn er es aufklopfte. Brüderchen flippte aus und stellte tatsächlich für kurze Zeit das Eieressen ein (kam aber recht schnell darüber hinweg).
Woran ich mich nicht erinnere ist, ob man ihm vorher vom Nachtkrabb erzählt hatte und es das war, was ihn so schockte, oder ob es einfach die Vorstellung war, daß irgendetwas aus diesem Ei geflogen (!) kommen könnte.

Ihr müßt wissen, der Nachtkrabb ist eine geheimnisvolle und dunkle Kreatur, eine Spukgestalt im Volktum von Süddeutschland und Österreich.
Andere Namen für ihn (ich habe nur einmal gesehen, daß jemand "sie" sagt) sind Nachtkrapp oder Nachtrabe. Für diesen Post bleibe ich bei der Schreibweise mit "bb".

Ich liebe Raben und sie waren die Inspiration für
diese perlengestickte Halskette, nicht der Nachtkrabb,
aber ich habe schon eine Weile über eine Nachtkrabb-
Version nachgedacht ... wenn ich nur eine gute Idee hätte!

Wie es oft in Überlieferungen geschieht, können die Sagen von Region zu Region mehr oder weniger unterschiedlich sein.
Ich erinnere mich nicht mal daran, ob wir nur den Namen kannten oder ob man uns tatsächlich eine Geschichte erzählte. Falls ja, wäre es wahrscheinlich die gewesen, die hier vorherrscht - von der riesigen schwarzen vogelartigen Kreatur, die durch die Nacht fliegt, um nach Kindern Ausschau zu halten, die nicht ins Bett gegangen sind - und sie hätte von der väterlichen Seite kommen müssen, da meine Mutter keine Schwäbin war.
Kurz gesagt ist es eine dieser Geschichten, die man sich ausgedacht hat, um Kinder dazu zu bringen, gewisse Dinge zu tun oder
nicht zu tun, in diesem Fall, noch draußen zu sein, wenn es schon dunkel ist. In manchen Gegenden werden Kinder, die nich gehorchen, in einem großen Sack gefangen und davongetragen. Was mit ihnen geschieht, wird nicht gesagt, aber sie kommen nicht mehr nach Hause, was den Ausgang zwar offen läßt, aber nichts Gutes verheißt. Andere Regionen sind etwas genauer, dort nimmt der Nachtkrabb die Kinder mit in sein Nest, wo er sie verschlingt.

Andere Länder haben übrigens ihre eigenen Versionen von Nachtraben.
Der Rabe und andere Rabenvögel sind immer ein Teil von Volkssagen gewesen, auf gute oder schlechte Weise.
Denkt nur an Hugin und Munin, die Raben des Gottes Odin, von ihm ausgesandt, ihm Neuigkeiten aus der Welt zu bringen.
In manchen Kulturen wurden Raben als Orakel benutzt, um den Ausgang von Schlachten hervorzusagen oder beim Treffen wichtiger Entscheidungen zu helfen.
Einige Stämme von amerikanischen Ureinwohnern sehen den Raben sowohl als Schöpfer als auch als Schwindler.
Das positive Bild änderte sich im Christentum. Rabenvögel ernährten sich von Aas, von Tieren, aber auch Menschen nach Schlachten oder Hinrichtungen, was ihrem Ruf nicht half. Sie wurden für Botschafter von Tod, Unheil und Seuche gehalten und auch als Vertraute von Hexen.

Zeitgenössische Kunst, Darstellung zweier
Raben wie Hugin und Munin, von Kim Diaz
Holm (dem jungen Herrn Holm)
CC BY 4.0
 

Mit diesem negativen Bild im Kopf, könnte die Vorstellung einer riesigen kinderraubenden Abart ein Kind sehr leicht ängstigen.
Aber warum habe ich den Nachtkrabb als vogelähnliche Kreature beschrieben und nicht als rabenähnliche?
Es gibt nicht nur verschiedene Sagen darüber, was er tut, sondern auch verschiedene Theorien über seinen Ursprung.

Eine davon ist, daß es gar nichts mit Raben zu tun hat, sondern mit dem Waldrapp, einem Vogel, der weit verbreitet war, zum Beispiel in Teilen von Zentraleuropa wie Süddeutschland oder Österreich. Die Jagd auf den Ibis zum Essen, wegen der schönen Federn oder zum Ausstopfen, sowie die Zerstörung seines Lebensraums brachte ihn an den Rand der kompletten Ausrottung.
Dank Auswilderungen gibt es eine Population in Marokko und kleinere anderswo, aber die Art ist immer noch stark gefährdet.
Die Wilhelma in Stuttgart, die nicht weit von uns ist, hatte schon immer eine große Voliere mit ihnen, vor der man oft Leute kommentieren hörte, wie häßlich sie sind. Ich finde sie fabelhaft.
Auf jeden Fall könnte ihr Aussehen gruselige Geschichten inspiriert haben.

Bild von Len Worthington, CC BY-SA 2.0
über Wikimedia Commons

Wer weiß also schon, was die Wahrheit ist.
Heutzutage versuchen Leute (hoffentlich!) das Erzählen von Gruselgeschichten zur Kindererziehung zu vermeiden, auch wenn es zu ihrem Besten sein soll, aber der Nachtkrabb ist trotzdem nicht ganz in Vergessenheit geraten.
Er hat zum Beispiel immer noch einen Platz in manchen Faschingsfeierlichkeiten, wo manche der Masken an Raben, andere an den Waldrapp erinnern, aber auch in Geschichten, Liedern oder Vergnügungsparks!
Ich weiß nicht, ob ihr den Text dieses Liedes verstehen werdet, da es in einem Dialekt von der Schwäbischen Alb gesungen ist, aber ich mag das Video.



Um ehrlich zu sein, fand ich damals die Idee eines winzigen Nachtkrabbs, der aus einem Ei fliegt, eher niedlich als gruselig, aber ich könnte euch nicht sagen, welches Bild ich genau im Kopf habe (aus diesem Grund habe ich es noch nicht geschafft, eine eigene Version zu machen).
Aber ihr kennt mich. Ich kann euch keine Geschichte mit Tieren erzählen, ohne irgendwie eine Katze ins Spiel zu bringen.
Dies ist ein Original von meiner Freundin Heather - die von den HeatherCats -, das ich einfach haben mußte. Ich konnte meinen Ponder sehen, wie er so seine Flügel ausbreitet und in die Nacht fliegt. Ich liebe dieses kleine Bild so sehr.
Andererseits denke ich auch, daß es eine gute Inspiration für ein Nachtkrabb-Stück wäre ... ich gebe die Idee noch nicht auf.


Gibt es irgendwelche regionalen Gruselgeschichten, wo ihr lebt?

Donnerstag, 21. Mai 2026

Stummfilme - Der Sportstudent

Vor zwei Wochen hatten wir einen College-Footballhelden, letzte Woche Harold Lloyd, wie wäre es heute mit Harold Lloyd im College?
Hier ist "Der Sportstudent" von 1925.

Gemeinfrei über Wikipedia

Heute haben wir eine ordentliche Handlung. Wie Lloyd in seiner Autobiographie sagt, sind Filme wie die mit "Lonesome Luke" Gagkomödien, Filme wie "Der Sportstudent" sind Charakterkomödien, die langsamer anfangen und sich entwickeln.

Harold Lamb ist ein junger Mann, der sich darauf freut, aufs College zu gehen. Er kopiert eine Begrüßung - ein Tänzchen mit Handschlag -, das Outfit und den Spitznamen "Speedy" aus seinem liebsten Collegefilm, er hat Geld gespart, er hat große Erwartungen, wie sein Filmidol ein "Collegeheld" zu werden.


Im Zug lernt er Peggy kennen, er interessiert sich für ihr Kreuzworträtsel und sie vertragen sich prächtig.


Als er in der Stadt ankommt, fällt Harold direkt dem Collegeschuft (keine Namen, es ist praktisch ein Typus) in die Hände, für den er dank seines Wunsches, beliebt zu sein, in Verbindung mit seiner unglaublichen Naivität das perfekte Opfer ist.


Der Schuft zeigt ihm das "Auto, das ihm zugeteilt ist", in Wirklichkeit der Wagen des Dekans, und lockt ihn auf die Bühne, auf der der Dekan die Eröffnungsrede halten soll, indem er ihn dazu bringt, ein Kätzchen von einem hohen Platz zu retten (wenn das nicht schon ausreichen würde, den Schuft zu hassen, wartet nur, es kommt noch mehr), dann sagt er ihm, er müsse eine Rede halten, während derer Harold von der gesamten Versammlung ausgelacht wird.

Harold hält das gerettete Kätzchen, steckt es aber unter seinen Pulli,
als er beide Hände frei haben muß. Die Katzenmama will dringend ihr Baby zurück.
Ihr versteht, daß ich gesetzlich verpflichtet war (von Gundel), diese Bilder mit
einzubinden (und es war schwer, es bei zweien zu belassen, das Kätzchen ist entzückend).

Der Schuft und seine Freunde und Freundinnen jubeln Harold zu, der denkt, auf dem besten Weg zur Popularität zu sein, und die Gruppe zum Eis einlädt, aber der Schuft lädt auf dem Weg zur Eisdiele immer mehr Leute ein.
Schaut, wer ihnen ebenfalls folgt!

Nochmal, gesetzlich verpflichtet.

Nachdem er so einen guten Teil seiner Ersparnisse ausgegeben hat, muß Harold sich in Bezug auf sein Wohnquartier einschränken.
Dort trifft er Peggy wieder, die zufällig die Tochter der Hauswirtin ist. Harolds Hemd ist zerrissen, als das Kätzchen unter seinem Pulli an ihm hochkletterte, und Peggy näht für ihn den Knopf an. Man sieht ihn, wie er heimlich noch mehr Knöpfe abschneidet.


Um sich noch mehr reinzuhängen, bemüht sich Harold um die Aufnahme ins Footballteam, aber der Coach ist nicht beeindruckt. Als aber ihre einzige Trainingspuppe beschädigt wird, benutzen sie Harold als lebendes Ziel, und sogar der Coach ist am Ende des Tages von seinem ungebrochenen Willen beeindruckt. Um ihn zu "belohnen", machen sie ihn zum Wasserträger und lassen ihn im Glauben, daß er einer der Ersatzleute ist.

Harold denkt, daß sein Bein abgebrochen ist, es ist
aber das Bein der Trainingspuppe.

Erinnert ihr euch an Pete von "Die kleinen Strolche"?
Das hier ist sein Dad, Pal the Wonder Dog, im
Alter von sechs Monaten. Er hatte tatsächlich
einen Dreiviertelring um sein Auge, während
Petes Ring nur Makeup war.
(Gundel war sich nicht sicher, ob ihr das echt
wissen mußtet. Immer diese Hunde.)


Harold ist Gastgeber beim Herbsttanz.
Er besorgt sich einen neuen Anzug für den Anlaß, aber sein Schneider hat Schwindelanfälle und schafft es daher nicht rechtzeitig, also wird der Anzug nur mit Heftstichen zusammengehalten und fällt schließlich auseinander.
Von der Telefonzelle aus, in der er sich versteckt hat, sieht Harold, wie sich der Schuft Peggy aufdrängt und erteilt ihm eine Lektion.


Der Schuft übt Vergeltung, indem er ihm erzählt, daß er niemals beliebt und alles nur ein großer Witz war.
Harold ist am Boden zerstört, aber Peggy tröstet ihn und sagt, er solle nicht mehr versuchen zu sein, was er nicht ist, und sie damit überzeugen, was er ist.
Harold sieht seine Chance im großen Footballspiel, denn er denkt immer noch, daß er im Team ist, weil Peggy, die die Wahrheit kennt, es nicht über sich bringt, sie ihm zu erzählen. Als dem Coach wegen Verletzungen die Ersatzleute ausgehen, muß er Harold einwechseln, um zu verhindern, daß sie das Spiel automatisch verlieren.
Natürlich schafft Harold in letzter Minute einen Touchdown - und das auch noch mit nur einem Schuh an!


Süßer für ihn als von allen gefeiert zu werden ist allerdings diese Notiz, die ihm Peggy zusteckt, während er in die Umkleidekabine getragen wird ...


Laßt mich erstmal gleich etwas aus dem Weg räumen.
Ich hasse Mobbing aller Art und ich habe echt mit Harold mitgefühlt. Natürlich soll man das auch, aber man soll auch noch lachen können. Daher ist die Szene von ihm als lebende Trainingspuppe recht kurz gehalten und eine Szene in der Eisdiele wurde Lloyds Autobiographie zufolge tatsächlich komplett herausgeschnitten, weil das Testpublikum zuviel Mitleid mit Harold hatte, als daß sie noch witzig war.

Wenn ihr meinen Post über "Brown of Harvard" gelesen habt, fragt ihr euch vielleicht, warum ich überhaupt noch einen Collegefilm angeschaut habe (übrigens heißt es, daß "Der Sportstudent" eine regelrechte Mode von Collegefilmen anstieß).
Der Unterschied ist, daß ich Stückchen aus "Der Sportstudent" schon aus den alten Zeiten kannte als ich noch ein unschuldiges, frischgesichtiges Kind war. Aber im Ernst, ich kannte Teile von den alten Zusammenstellungen her. Dies war Lloyds finanziell erfolgreichster Stummfilm und ich wußte, daß er witzig sein würde.
Tom Brown nervt mich, aber ich stehe hinter Harold, auch wenn sie beide am Ende in einem großen Footballspiel stehen, einem Sport, über den ich sogar noch weniger weiß als über andere.
Außerdem macht Harolds Footballspiel Spaß, weil er immer noch Harold ist. Er ist nicht athletisch, er hat Probleme, und es ist ein Wunder, daß er es schafft. Toms Spiel hat das nicht, weil er Sportler ist und wir wissen, daß er einfach nur die Schale des alten Possenreißers ablegen, ernsthaft werden und es tun muß. Ihr wißt, was ich meine.
Was ich allerdings lustig fand - Lea Stans von "Silent-ology" wies ebenfalls darauf hin - war, daß es absolut keine Erwähnung von tatsächlichem Studium gab. Sogar Tom hielt mal einen Bücherstapel in der Hand, wenn auch nicht lang 
😂
Aber einer der Zwischentitel hieß ja auch: "Tate University - ein großes Footballstadion mit einem College dran." Ich frage mich, ob die Deutschen dem Film deshalb den Titel "Der Sportstudent" gaben, obwohl das Original "The Freshman" einfach nur bedeutet, daß es sich um einen Studenten im ersten Jahr handelt.

Vor allem aber kann man sich mit Harold identifizieren. Er ist der gewöhnliche Typ, der beliebt sein möchte, der gemocht werden möchte, der zeigen möchte, was er kann. Wahrscheinlich ging uns das allen mal auf die eine oder andere Art so, oder (ich meine, ist Bloggen und die Hoffnung auf Reaktionen nicht ein ganz gutes Beispiel 
😉)?
Wir können seine Reaktion nachvollziehen, als ihm der Schuft die Wahrheit sagt, der Schock, der Versuch, es wegzulassen, als ob es nichts wäre, dann der Zusammenbruch. Und es ist so süß zu sehen, wie Peggy ihn tröstet und wieder aufbaut. Die Chemie zwischen Harold und Peggy (Jobyna Ralston) ist großartig.


Ja, und dann ist es einfach nur nett zu sehen, wie der Durchschnittstyp Erfolg hat, auch wenn es nicht sehr realistisch ist und wir das wissen. Es ist etwas, auf das wir in unserem eigenen Leben vielleicht manchmal hoffen.
"Aber warte mal einen Moment", höre ich euch sagen. "Was war es noch, was du über Sporthelden gesagt hast?"
Der Unterschied ist für mich, daß ihr Harold am Ende nicht dabei seht, wie er sich in einer Menge oder einer Parade feiern läßt. Ihr findet ihn allein in der Dusche - die er versehentlich anstellt, ohne es auch nur zu bemerken - mit dem, was für ihn wichtig ist. Peggys Notiz.
 

Ich liebe diesen Film und finde ihn äußerst witzig und nett.


Quellen und weitere Lektüre:

1. Stephen Winer: The Freshman: Speedy Saves the Day! A Harold Lamb Adventure! Auf: The Criterion Collection. Essays, 25. März 2014
2. Lea Stans: Thoughts On: "The Freshman". Auf: Silent-ology, 23. Mai 2016
3. Harold Lloyd (in Zusammenarbeit mit Wesley W. Stout): An American Comedy, New York, NY, Dover Publ., Wiederveröffentlichung der Ausgabe von 1928


Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.

Dienstag, 19. Mai 2026

Katzen, Katzen, Katzen und noch mehr Katzen - Teil 4

Vor über einem halben Jahr habe ich geschrieben, daß ich noch nicht fertig damit sei, euch Katzen und noch mehr Katzen zu zeigen, die es bei mir gibt.
Wenn ihr Interesse habt, könnt ihr Teil 1 bis 3 hier, hier und hier finden. Darin schrieb ich "Ich habe so einige hier bei mir, manche, weil ich mich selber in sie verliebt habe, andere, weil Leute aus irgendeinem sonderbaren Grund denken, daß ich Katzen mag und mir im Laufe der Jahre eine Menge Stücke geschenkt haben. Echt seltsam, ich weiß. Warum sollten sie so etwas nur denken? 😂"

Fangen wir mit einer winzigen an. Eine Onlinefreundin hatte mir ein Überraschungspaket geschickt und unter anderem war darin eine süße kleine Glaskatze.
Der allererste Miniaturkorb, den ich 2010 aus Draht gehäkelt habe, enthielt eine kleine schwarze Fimokatze und dazu farbigen Draht, den ich lose hineingestopft hatte, um Wolle zu imitieren. Ich dachte, ich hätte noch ein Bild davon, aber das ist wahrscheinlich auch an einem "sicheren Platz" ... auf jeden Fall war es meine erste Fimokatze, ein bißchen gruselig aussehend, weil ich damals noch richtig schlecht darin war, und auch meine Körbchen sind danach sehr viel besser geworden. Also ist dieser einzelne Ohrring quasi eine Hommage an meine (äußerst bescheidenen) Anfänge.
Ich habe seither nach ähnlichen Glaskatzen gesucht, aber nie eine gefunden, mit der es so gut gehen würde wie mit dieser (es ist keine Perle und ich benutze keinen Klebstoff, also muß sie ganz speziell gebaut sein, damit ich sie sicher befestigen kann).


Diese Süße mit den Funkelaugen war ein Geschenk, ich muß jedoch zugeben, daß ich mir nicht sicher bin von wem. Sie ist ziemlich schwer, also denke ich, sie wäre besser als Taschenanhänger geeignet.



Bikkys Druck war schon mal auf meinem Blog, aber ich liebe ihn so sehr, daß ich ihn nochmal zeigen möchte. Bikkys Modell für ihre digitalen Bilder ist ihre eigene Katze Broccoli, die dem Shop auch den Namen gab - "Broccoli Cat Art".
Eine Katze auf einem Buch, die einen Teddy hält, könnte es noch perfekter für mich sein?


Als Kind hatte ich eins dieser Tiere, die in sich zusammenfielen, wenn man die mit dem Daumen auf die versteckte Feder drückte, ich kann mich allerdings nicht erinnern was für eins. Ich mußte nachschauen, wie sie genannt werden - ein Name dafür ist Drücktiere.
Ein Schweizer Spielzeughersteller hat sie erfunden (manche Quellen schreiben 1926, andere 1932) und nannte seine Firma Wakouwa, nach den ersten Buchstaben seines Namens 
Walter Kourt Walls. Ursprünglich waren sie aus Holz, aber bald begannen auch andere Firmen mit der Herstellung und es wurde auch Plastik benutzt.
Hier ist meine (namenlose) Katze.


Die letzten zwei sind aus dem MUTTS-Universum und Neuzugänge.
Mir ist gerade aufgefallen, daß ich hier noch nie wirklich über Cartoons gesprochen habe. Ich liebe Cartoons und Comicstrips und sage gern, daß die Zeichner, denen ich folge und die ihre Arbeit so großzügig öffentlich teilen (ich wünschte, ich könnte sie alle unterstützen), dabei helfen, in diesen Zeiten nicht durchzudrehen.
Es gibt die zeitlosen, die bizaaren, die geistreichen, die schlauen, die satirischen, die albernen, die gruseligen und so weiter (obwohl Cartoons und Comics natürlich mehr als eins davon sein können) - und wenn ich MUTTS in nur einem Wort beschreiben sollte, wäre das "warmherzig".
Patrick McDonnell hat MUTTS 1994 begonnen, er erzählt darin die alltäglichen Abenteuer von Earl dem Hund (der auf seinem eigenen Hund basiert), Mooch dem Kater und den Tieren und Menschen um sie herum.
Auf der Website heißt es "Mitgefühl für alle Lebewesen steht im Mittelpunkt von MUTTS. Während ihrer Abenteuer freunden sich Mooch and Earl mit einer entzückenden Reihe von Lebewesen an, darunter Haustiere aus der Nachbarschaft und ihre Beschützer, Wildtiere, adoptierbare Tierheimtiere und Tierretter, Tiere auf Gnadenhöfen und mehr."
Die Geschichten bringen mich zum Lächeln, Lachen und manchmal zum Weinen, wie zum Beispiel die Geschichte von Guard Dog oder die Appelle von Shtinky Puddin', dem Kätzchen, "das sich leidenschaftlich um den Schutz von bedrohten Tieren sorgt".
Dieser Magnet von Shtinky, wie er in den Nachthimmel schaut, ist jetzt an meinem Kühlschrank.

"Hoffnungsvoller Blick in die Sterne"

Dann war da dieser Comicstrip.
Als ich im Shop nachschaute, konnte ich ihn nicht als Druck finden. Also kontaktiere ich das Team auf den sozialen Medien. Sie sagten, sie würden eine Anfrage an das Designteam machen, um ihn passend für einen Druck zu machen, kurz danach wurde bestätigt, daß er verfügbar gemacht werden würde, und das war er dann auch ein paar Wochen später.
Er ist erst vor ein paar Tagen angekommen - viel schneller jedoch, als ich erwartet hatte - deshalb habe ich noch keinen Rahmen dafür ausgesucht, aber ich mußte ihn euch einfach zeigen.

Aus persönlichen Gründen, die ich nicht ausführen möchte, geht mir dieser Strip in mehr als einer Weise sehr nahe, darum war ich sehr froh, daß sie das gemacht haben.
"An manchen Tagen hältst du deine Katze. An manchen Tagen hält deine Katze dich."
 💕


Ihr könnt MUTTS auf der eigenen Website finden, auf Instagram oder Facebook, ihr könnt auch einen täglichen Comicstrip abonnieren (ich habe nicht viele Mailabos, aber das hier mußte sein).
Ich sollte noch anmerken, daß ich in keiner Weise mit ihnen verbunden bin, ich bin einfach nur ein Riesenfan, und wenn ihr Tiere liebt und die Comics noch nicht kennt, solltet ihr vielleicht auch mal reinschauen.
Außerdem habe ich wie gewöhnlich vorher gefragt, ob es okay ist, wenn ich das teile.


Eine kleine Warnung zum Schluß, es wird auf jeden Fall einen Teil 5 geben.

Sonntag, 17. Mai 2026

Nostalgie - Frankenwolf und Freundschaft

Ich möchte euch ein bißchen von meinem Frankenwolf-Mädchen erzählen.
Frankenwolf verdankt ihre Existenz meiner Freundin Jenn und einem gemeinsamen Freund von uns. Besagter Freund - ebenfalls Sammler - hatte sie irgendwann darum gebeten, eine Steiff-Handpuppe und eine Steiff-Figur zu nehmen und in eine neue Kreation zu verwandeln.
Das inspirierte Jenn, dasselbe mit Frankenwolf zu machen.


Das mag sich nun recht gruselig für euch anhören, zwei Steifftiere zu köpfen und zusammenzunähen, aber das ist natürlich nur ein Teil der Geschichte.
Schauen wir uns Frankenwolfs Spender an.

Steiff hat eine lange Geschichte der Herstellung von Deutschen Schäferhunden, es gibt sie seit über 100 Jahren. Ihre Vorfahren jedoch hatten 
immer noch ein schlechtes Image, was wahrscheinlich der Grund dafür war, daß es bis 1956 dauerte, bevor sie in Steiffs Produktion auftauchten.
Der erste Wolf von Steiff war eine Handpuppe namens Loopy nach dem lateinischen "lupus" für Wolf. Das überrascht mich nicht, da es nicht nur nette, kuschelige Handpuppen gab, sondern es auch nützlich sein konnte, einen "Bösewicht" zu haben (wie unseren Teufel aus der Kindheit - kein Steiff - der mit seinem roten Kopf mein Liebling war). Loopy wurde von 1956 bis 1978 hergestellt. Er hat einen offenen Mund mit vier Fangzähnen und eine lange rote Filzzunge. Es war aber nicht ungewöhnlich, daß eine Zunge und/oder Zähne irgendwann während des Spielens verloren gingen.

Ich habe die Handpuppe rechts immer Oma Wolf genannt,
sie scheint ein sehr glücklicher Wolf zu sein.

Der Wolf blieb ein seltenes Tier in Steiffs Verkaufslinie. Es gibt zwei Größen eines stehenden Loopys - der kleinere hat einen geschlossenen, der größere einen offenen Mund - die nur ein Jahr lang 1964 gemacht wurden (einer meiner persönlichen Favoriten). Später tauchten Wölfe manchmal als Begleiter auf, zum Beispiel mit einer Rotkäppchen-Puppe oder einem Eisbär.
Die Handpuppe, die für Frankenwolf benutzt wurde, war in sehr schlechter Verfassung. Tatsächlich ist überraschend, daß sie noch alle Fangzähne hatte. Bevor auch der Kopf weggeworfen wurde, war das hier definitiv die bessere Wahl.

Der Körper kam von einer Micki-Figur, die ein anderes Problem hatte.
Zunächst ein (sehr kurzes) Wort über Mecki. Er ist ein Igel, der ursprünglich aus einem deutschen Puppenfilm stammte und das Maskottchen einer Fernsehzeitschrift wurde, wo er seinen eigenen Comic bekam. Meckis Frau heißt Micki, die Kinder Macki und Mucki. Der Charakter war immer recht beliebt gewesen (um ehrlich zu sein, ich selber war nie ein Fan), also sicherte sich Steiff die Lizenzrechte und stellte ab 1951 seine eigenen Versionen der gesamten Familie her.
Die frühen Versionen hatten ein kleines Problem. Die Köpfe waren aus Gummi gemacht, das dazu neigte auszutrocknen und sich zu zersetzen. Spätere Versionen waren aus einem anderen Material gemacht.

Bilder von NoName_13 über Pixabay

Nun, und Micki hatte dasselbe Problem, aber ihr Körper war noch ganz in Ordnung (auch wenn sie ihre Schürze verloren hatte und ihre Schuhe etwas abgenutzt sind).
Jenn nähte außerdem einen Schwanz und andere Arme an.

Frankenwolf ist aber mehr für mich als nur eine einzigartige Ergänzung meiner Sammlung.

Vor ein paar Jahren habe ich ein wenig davon erzählt, wie ich Jenn kennengelernt habe. Der Ex und ich waren das erste Mal in den USA und hatten die Möglichkeit, FAO Schwarz in San Francisco (der vor über 20 Jahren geschlossen wurde) zu besuchen. Steiff hat im Laufe der Jahre einige wundervolle und gefragte FAO Schwarz-Specials gemacht, von denen ihr welche hier in diesem Video sehen könnt. Wir waren wie Kinder im Süßigkeitenladen ... nein, halt, Spielzeugladen 😉

FAO Schwarz Manhattan, Bild von Rob Young
aus dem Vereinigten Königreich,
CC BY 2.0, via Wikimedia

Als wir uns (und unsere Brieftaschen auch so ein kleines bißchen) erschöpft hatten, fragten wir, ob es so etwas wie einen amerikanischen Steiff-Club gäbe oder irgendeinen Weg, mit anderen Sammlern in Kontakt zu treten. Darüber hatten sie keine Informationen, aber sie gaben uns Jenns Nummer (ich muß daran erinnern, daß Datenschutz damals noch kein so großes Ding war und in diesem Fall bin ich darüber sehr froh). Jenn hatte für sie früher Studio-Steifftiere - erstaunliche Plüschtiere in Lebensgröße - repariert.
Dann saßen wir in unserem Hotelzimmer und der Ex beschloß, daß ich Jenn anrufen mußte. Ich war so nervös. Wie erklärt man einer Fremden am besten, daß man ihre Nummer vom Spielzeugladen hat, weil man eine deutsche Steiff-Sammlerin ist? Ich hätte mir keine Sorgen machen müssen. Nach fünf Minuten bot sie an, uns überall herumzuführen. Ich sagte ihr, daß wir leider am nächsten Tag zurückflogen, das hätte das dann beenden können - tat es aber nicht.
Wir tauschten Adressen aus und fingen an, uns gegenseitig Briefe zu schreiben, dann wechselten wir von Briefen zu Telefongesprächen, was euch vielleicht zeigt, wie wichtig das für uns geworden war. Das war vor Handys und SMS, Mails oder Chats.

Im Jahr darauf reisten wir wieder in die USA und diesmal würden wir Jenn in San Francisco treffen und ich dann mit ihr nach Hause fahren, wohin der Ex dann nach dem Ende seiner Konferenz nachkommen würde. Da verliebte ich mich dann übrigens auch in White Dude, den Kater, den die vorherigen Bewohner in Jenns Haus zurückgelassen hatten und der mit uns nach Deutschland zurückging, weil ihre eigenen Katzen ihn nicht dort haben wollten, kleine Punks (ich liebte sie trotzdem).


Das war vor fast 35 Jahren.
Wir besuchten Jenn, sie besuchte uns, später dann nur mich. Wir haben eine Menge Geschichten und Erinnerungen, gute und nicht so gute, denn so ist das Leben eben.
Ich wünschte, wir hätten keine 9300 Luftmeilen zwischen uns liegen und könnten einfach miteinander abhängen, Tee trinken (oder Leitungswasser, auf dem sie besteht 
😉), Kuchen essen, quatschen, lachen und Dinge tun, die Spaß machen. Die Entfernung macht spontane Dates ein kleeein wenig schwierig. Der Zeitunterschied und Arbeitspläne können es auch schwer machen, miteinander zu reden, aber wenn wir reden, decken wir eine ganze Menge an Themen ab.

Als ich sagte, daß Frankenwolf für mich mehr bedeutet als nur ein Spielzeug, habe ich das damit gemeint. Freundschaft. Sie tut das ... und mein kleiner Gnom, den ihr schon kennt, tut das ... und die Überraschungen, die Jenn mir von Flohmärkten mitgebracht hat, die Teddys, die zu nähen sie mir beigebracht hat, und das eine Mal, als sie mir als Zeichen ihrer Freundschaft einen Zweitschlüssel zu ihrem Haus gab, wobei mir die Tränen kamen.
Kann bitte endlich jemand den Transporter erfinden, den ich so dringend brauche?
Aber auch wenn wir uns seit einigen Jahren nicht gesehen haben, denken wir an einander, und ich hoffe wirklich, daß ich ihre Ohren jetzt zum Klingeln gebracht habe. Wie wir immer am Ende eines Gesprächs zueinander sagen .... love ya, my Jenn.

Freitag, 15. Mai 2026

Weekend Traffic Jam - Woche 156

Willkommen beim Weekend Traffic Jam Reboot!
Meine Posts für den Linkup gehen freitags um 3.30 morgens live (das ist dem Zeitunterschied zu den USA geschuldet).



Dawn ist bereit, die Frühlingssonne auszunutzen und auf ihre erste Reise des Jahres zu gehen.
Wie sieht es bei euch aus, habt ihr schon Reisen geplant oder reist ihr das ganze Jahr über?


Aber zunächst mal, seid ihr für das Wochenende bereit?

Als Teil des Reboots werden wir jede Woche einen anderen Blog vorstellen.
Wie wäre es, wenn ihr vorbeischaut und hallo sagt? Sagt ihnen, daß wir euch geschickt haben.

Diese Woche fällt unser Spotlight auf
 InkTorrents Graphics.


Soma von InkTorrents Graphics schreibt: "
Als Kind war ich von der Welt von Tinte und Papier fasziniert, was sich zu einer lebenslangen Leidenschaft für Kunst entwickelte. Da ich schon immer Geschichten geliebt habe, ist es für mich wichtig, eine Hintergrundgeschichte für die Kunst zu haben, die ich schaffe.
Egal ob ich Geige, Gitarre oder Klavier spiele, ich nutze Melodie und Dynamik, um Geschichten zu erzählen.
Ich liebe Wissenschaft zutiefst. Natur durch die Brille der Wissenschaft zu sehen bereitet mir tiefe Freude. 
Wenn es draußen dunkel ist und ich nicht gerade mitten in einem Abenteuer mit Tinte und Papier stecke, ist es am wahrscheinlichsten, daß ich mit meinen Teleskopen spiele und das Sternenlicht einfange.
In der Natur fühle ich mich zu Hause, wenn ich auf Wanderwegen nach kleinen versteckten Überraschungen und geologischen Hinweisen suche.
All diese unterschiedlichen Interessen und Stellen beflügeln und inspirieren meine Kunst.
Ich bin am glücklichsten, wenn ich reise und die Welt ganz nah erlebe. Meine Kamera und ich sind unzertrennlich. Ich benutze sie für mein Tagebuch und für Kreativität, um die Fülle an Farbe und Bewegung um mich herum einzufangen.

Ich male schon, seit ich ein Kind war. Ich habe Aquarelle schon immer geliebt, lasse aber auch das Motiv für das Bild bestimmen, welches Medium ich verwende. Ich verwende Ölfarben, Ölpastell, Tinte und Marker.
Mein Mann und ich leben mit unseren wunderbaren Katzen zusammen. Sie liefern jede Menge Inspiration für meine Kunst und Geschichten!"



Marsha von Marsha in the Middle hat 2021 als Training mit dem Bloggen angefangen, um ihre Neuroplastizität zu erhöhen. Ach, wem machen wir was vor? Marsha hat mit dem Bloggen angefangen, weil sie Kleidung liebt, und sie redet oder in diesem Fall schreibt einfach gern!

Melynda von Scratch Made Food! & DIY Homemade Household - Der Name sagt schon alles, wir haben uns im Osten von Texas angesiedelt, wobei sich drei Generationen das Land teilen. Ich koche und backe alles selber, wenn ich nicht gerade gärtnere oder den Hühnern nachlaufe, und stricke!

Lisa von Boondock Ramblings erzählt von den Büchern, die sie schreibt und liest, ihrem Glauben, Home-Schooling, Fotografie und mehr.

Cat von
 Cat's Wire hat, was sie ein Springspinnengehirn nennt. Sie hat viele Interessen und bloggt über das, was immer gerade ihre Aufmerksamkeit erregt - Handarbeiten, Bücher, alte Filme, Sammelwertes oder "einfach nur so".

Rena von Fine Whatever Blog schreibt über Stil, Leben im mittleren Alter und die "gut, was auch immer" Momente, die dem Leben Sinn und Spaß geben. Seit 2015 feiert sie Kreativität, Selbstvertrauen und die Freude am Alltag
.


Hier ist meine Auswahl von ein paar Posts aus dem Linkup der letzten Woche (englischsprachig).




Jill teilt zehn Frühlingstops mit uns.

Linda erzählt uns von einem Zufluchtsort für viele.

Nancys Höhepunkt der Woche war ein Konzert, zu dem sie anfangs nicht mal gehen wollte.

Lisas Buch/Filmempfehlungen hat mich die Ohren spitzen lassen!


Macht mit beim Linkup!

Richtlinien:

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Bitte verlinkt nur Blogposts, die ihr selber geschrieben habt. Bitte verlinkt direkt zur URL eures Blogposts und nicht der Homepage eures Blogs.
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Bitte besucht auch andere Blogs und laßt einen Kommentar da.

Zur Beachtung:
Wenn ihr am Weekend Traffic Jam Reboot teilnehmt, versichert ihr damit, daß der Inhalt euch gehört und ihr uns erlaubt, denselben zu teilen, falls euer Post oder euer Blog erwähnt werden.
Wir begrüßen unbegrenzten familienfreundlichen Inhalt. Dazu können Meinungsposts, Rezept, Reiseberichte, Modeideen, Handarbeiten, Second-Hand-Einkaufen, Lifestyle, Buchrezensionen  oder -diskussionen, Fotografie, Kunst und noch vieles mehr gehören!
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