Donnerstag, 19. Januar 2023

Graf Catula

Laßt mich als erstes sagen, daß es mir leid tut, euch bis jetzt noch kein gutes Neues Jahr gewünscht zu haben. Ihr wißt, wie das ist, das Leben kam dazwischen. Also bin ich jetzt da, sehr spät. Frohes Neues Jahr!

Nun möchte ich euch erstaunliches Bildmaterial vom Schloß Bran zeigen, das man auch als das Dracula-Schloß kennt.
Scheint so, als hätte das Schloß einen neuen Besitzer, und ich
habe ein Exklusiv-Bild von ihm.
Ich weiß nicht, irgendwas ist seltsam an ihm, aber ich kann nicht genau sagen was. Wartet mal ... sind das Katzenohren und ein Schwanz??

Bild des Schlosses Bran von Dobre Cezar auf Wikipedia (CC BY-SA 3.0 ro)

Montag, 26. Dezember 2022

Boxing Day - Das sechsundzwanzigste Türchen


Hier in Deutschland nennen wir sie einfach den 1. und 2. Weihnachtstag, aber in manchen Ländern des Commonwealth wird der 26. Boxing Day genannt.
Ich hatte den Namen lang vor der Existenz des Internet gehört, machte mir aber nie die Mühe, ihn nachzuschlagen. Ich muß aber zugeben, daß ich nie an "Boxes", also Schachteln, dachte, obwohl das um Weihnachten herum logisch gewesen wäre. Ich hatte immer Boxen im Kopf, was heute vielleicht gar nicht mehr so falsch ist, da ich gelesen habe, daß es in diesen Ländern heutzutage ein großer verkaufsoffener Feiertag mit Preisreduzierungen ist, und wir wissen, wie Leute bei großen Sonderverkäufen drauf sind! ;-)

Ursprünglich schien es beim Boxing Day um Schachteln or Kisten gegangen zu sein, obwohl - wie ich schon früher angemerkt habe - der genaue Ursprung manchmal irgendwo in der Vergangenheit verborgen ist. Der Ausdruck wurde erstmals in viktorianischen Zeiten benutzt.

Image by user15245033 on Freepik

Vielleicht ging es um die Spendenkästen, die in Kirchen aufgestellt waren und an diesem Tag geöffnet wurden, um das Geld unter den Armen zu verteilen.
Vielleicht hatte es mit Bediensteten zu tun, die am 25. nicht frei hatten, da sie ihre Herrschaft bei der Weihnachtsfeier bedienen mußten, die aber am 26. Geschenke bekamen und den Tag frei bekamen, damit sie ihr eigenes Weihnachen mit der Familie feiern konnten.
Und es war eine Gelegenheit, Dienstboten oder Händlern zum Dank für gute Arbeit während des Jahres einen Bonus zu geben.
Heutzutage werden Spenden gewöhnlich während der Tage vor Weihnachten gesammelt und auch Boni werden vor Weihnachten ausgegeben.

Der 26. ist auch Stefanitag. Der heilige Stephanus, der als der erste christliche Märtyrer gilt, ist auch der Schutzheilige der Pferde (und mehr), so wurde der Boxing Day ein Tag mit sportlichen Veranstaltungen wie Pferderennen, Fuchsjagden (meiner Meinung nach ist daran nichts Sportliches) und Rugby.

Quelle:
Britannica


Dies ist der letzte Tag des Adventskalenders und ich werde wahrscheinlich nicht mehr vor dem Neuen Jahr hier sein.
Danke, falls ihr mir diese 26 Tage lang gefolgt seid, ich hoffe, ihr hattet etwas Spaß.
Jetzt möchte ich euch noch wünschen, daß die Tage zwischen den Jahren für euch ebenfalls friedlich sein mögen. Paßt auf euch auf und benehmt euch! ;-)

Sonntag, 25. Dezember 2022

Fröhliche Weihnachten - Das fünfundzwanzigste Türchen


Fröhliche Weihnachten!

Wie gewöhnlich am 25. mache ich eine Pause, möchte aber nicht versäumen, euch einen wunderbaren Tag zu wünschen, egal ob ihr Weihnachten feiert oder nicht, ob ihr alleine seid oder mit eurer Familie feiert, wo auch immer ihr auf der Welt seid.

Für den ersten Adventskalender auf diesem Blog hatte ich eine virtuelle Schachtel "gepackt", in die ich alles gelegt habe, was ich wirklich wichtig fand. Wenn ich mir das jetzt so anschaue, so werden diese Dinge immer wichtiger, während sie immer weniger Menschen haben. Es kommen auch noch welche dazu, die ich damals vergessen hatte.
Gesundheit, Liebe, Frieden, Freundschaft, Hoffnung, Verständnis und gute Kommunikation, ausreichend Essen und Wasser, ein sicheres Dach über dem Kopf, Gelächter, Kreativität und ein Planet, der überlebt, trotz der Dinge, die wir ihm angetan haben und noch antun.


Es gibt zweifellos noch mehr, ihr seid willkommen, eure eigenen guten Wünsche mit in diese Schachtel zu legen.
Auch wenn wir sie nicht von einem Paketdienst liefern lassen können, können wir selber dabei helfen, etwas davon in unserem täglichen Leben in echt abzuliefern.

P.S. Der Adventskalender hat morgen noch ein Türchen.

Samstag, 24. Dezember 2022

Christingle - Das vierundzwanzigste Türchen


In den Adventskalendern, die ich früher gemacht habe, habe ich gewöhnlich an diesem Tag eine Pause gemacht (und euch eine gegeben ;-)), heute aber möchte ich euch von einer Tradition erzählen, die 1747 in Deutschland begonnen hat, wo sie gemeinhin nicht wirklich bekannt ist, während sie 1968 in Großbritannien an Popularität gewann - das Christingle. Keine Sorge, ich erkläre euch, was ich meine.

Die Meinungen darüber, woher das Wort kommt, gehen auseinander, die Geschichte aber ist ziemlich klar. 1747 gab ein Pfarrer der Herrnhuter Brüdergemeine jedem Kind beim Weihnachtsgottesdienst eine Bienenwachskerze mit einem roten Band, damit sie an Jesus als Licht der Welt dachten. Die Tradition der Christnachtkerze, zum Beispiel mit einer roten oder grünen Verzierung, lebt in der Kirche weiter, sie wird nicht mehr nur den Kindern, sondern auch den Erwachsenen gegeben. Außerhalb der Kirche ist die Tradition in dieser Art in Deutschland unbekannt, soweit ich weiß.

In Großbritannien aber hat sich die Tradition mit dem ersten Christingle-Gottesdienst in der Kirche von England, 1968 in Lincoln Cathedral, verändert, wo Christingles in neuer Form dafür verwendet wurden, Spenden für das Kinderhilfswerk The Children's Society zu sammeln. Inzwischen werden jedes Jahr überwiegend in britischen Kirchen Christingle-Gottesdienste abgehalten (in Deutschland zum Beispiel als Deutsch-Britische Gottesdienste).

Dort sind das Christingle so aus - ein Kreuz wird oben in eine Orange geschnitten, die die Welt symbolisiert, das rote Band um die Orange ist für Jesu Blut, eine Kerze, die Jesus als Licht der Welt repräsentiert, wird hineingesteckt (oft mit etwas Alufolie, damit sie besser hält und die das Wachs auffangen soll), die Zahnstocher an vier Seiten stehen für die vier Jahreszeiten oder die vier Enden der Welt, die Süßigkeiten für Gottes Schöpfungen.

Christingles
Bild von Andy / Andrew Fogg auf Flickr


Für mich ist das eine recht ungewöhnliche Tradition (vor allem die Süßigkeiten), aber es ist auch ziemlich faszinierend zu sehen, wie eine Tradition entstehen und sich im Laufe der Zeit verändern kann.
Und sie verändert sich immer noch. Manche fügen noch Gewürznelken für den Duft hinzu, was natürlich an Orangenpomander erinnert. Außerdem benutzen manche Kirchen jetzt aus Sicherheitsgründen Knicklichter oder es wurde vorgeschlagen, batteriebetriebene Kerzen zu benutzen, genau wie bei der Luciakrone.
Was ist euer erster Eindruck vom Christingle?

Zur weiteren Lektüre (deutsch):
Simone Orlik: Der Christingle-Service: Ein besonderer Brauch an Heiligabend (auf der Seite Tea and Scones)


Zur weiteren Lektüre (englisch):
Clare Spencer: Christingle: The tradition that only got going in the 1960s (BBC Magazine Monitor)
What is Christingle? (on Twinkl)
James Cooper: The history of Christingles (on the site Why Christmas)

Freitag, 23. Dezember 2022

Heiliwog - Das dreiundzwanzigste Türchen


Gehen wir und und holen uns Wasser, in Ordnung? Aber nicht irgendein Wasser. Heiliges Wasser oder, wie es in der Stadt Endingen im Schwarzwald genannt wird, "heiliwog".

Ich habe die Geschichte so gehört.
Die Mutter eines Mädchens war sehr krank. Nachts hatte das Mädchen einen Traum, und eine Stimme sagte ihr, sie solle zur Mitternacht an Heiligabend an einen der Brunnen in der Stadt gehen und ihren Krug mit dem fließenden Wasser füllen, aber nur während der zwölf Glockenschläge der Kirchturmuhr, denn dann würde sich das Wasser in heiliges Wasser verwandeln.
Das Mädchen tat, was ihr geheißen war, und als ihre Mutter von dem Wasser trank, erlangte sie ihre Gesundheit wieder.

Dieser Brauch lebt heute noch, die Menschen sammeln sich an Heiligabend nach der Kirche an den Brunnen, um während der zwölf Glockenschläge ihr "heiliwog" zu holen.
Der erste Schluck wird direkt getrunken, gute Weihnachtswünsche werden ausgetauscht, das restliche Wasser wird nach Hause getragen.
Zu Hause wird dieser Segen im Dialekt gesprochen "Heiliwog, Gottes Gob, Glick ins Hüs, Unglick nüss!", das bedeutet "Heiliwog, Gottes Gabe, Glück ins Haus, Unglück hinaus!"

Ich konnte nichts darüber finden, wie alt dieser Brauch genau ist, aber es heißt, er sei uralt, und das kann man sich auch vorstellen. Ist es nicht schön, wie diese Bräuche weiterleben?

Quellen:
SWR-Dokumentation "Weihnachten auf dem Land - Erinnerungen aus dem Südwesten"
Schwarzwald aktuell - "G'schichtle 111: Endingen: An Heiligabend wird's Wasser heilig
"

Donnerstag, 22. Dezember 2022

Wir warten aufs Christkind - Das zweiundzwanzigste Türchen

 

Heute will ich euch von einer Figur erzählen, die in Deutschland recht bekannt ist, das Christkind.
Als ich ein Kind war, war es Tradition, daß die jüngeren Kinder in meiner Familie an Heiligabend meine Großmutter besuchten, nachdem der Baum geschmückt war. Der Grund war natürlich, daß wir bei den Vorbereitungen für den Abend aus dem Weg sein mußten, vom Putzen bis zum Kochen.
Meine Oma mußte sich mit unserer Ungeduld herumschlagen, die minütlich wuchs, und mit der Aufregung, wenn endlich der Telefonanruf kam, daß wir jetzt heimkommen konnten. Ein beliebtes Fernsehprogramm namens "Wir warten aufs Christkind" half dabei, uns zu unterhalten, aber ich erinnere mich auch an Brettspiele, die meine Aufmerksamkeit aber nicht wirklich halten konnten.

Wer ist das Christkind?
Martin Luther und andere Reformer lehnten die Vorstellung der Heiligenverehrung ab, daher führte Luther im 16. Jahrhundert als Gabenbringer das Christkind statt des Heiligen Nikolaus ein. Interessanterweise lebt die Tradition in den mehr katholischen Regionen Süddeutschlands weiter, während das Christkind im Norden, der eher evangelisch ist, gar nicht unbedingt bekannt ist. Dort ist der Gabenbringer der Weihnachtsmann.

Ich bezweifle, daß ich das einzige Kind war, das sich fragte, wie das Jesuskind all die Geschenke tragen konnte, mit der Zeit wurde die Verbindung des Christkinds und Jesus aber ohnehin immer unklarer. Ich erinnere mich nicht daran, ob mir jemand erzählt hat, daß es das Jesuskind war oder ob das meine eigene Idee war. Für andere ist das Christkind tatsächlich eine engelsgleiche Figur, die gewöhnlich mit Heiligenschein, Flügeln und goldenen Locken dargestellt wird.
Tatsächlich erinnert sich meine Schwester noch daran, wie wir in das Wohnzimmer gelassen wurden und das Fenster noch offen war, weil "das Christkind gerade weggeflogen war",  und wie sie als erstes zum Fenster ging, in der Hoffnung, noch einen Blick darauf zu erhaschen! Sie war überzeugt, es sei ein Engel.
Andererseits erinnert sich mein jüngerer Bruder daran, daß das Fenster laut geschlossen geschlossen wurde, um zu bestätigen, daß das Christkind gerade weg war, bevor wir ins Zimmer gelassen wurden. Auch er glaubte an einen Engel.

Ich schätze, das hat mir keiner erzählt, als ich nämlich vor vielen Jahren den Nürnberger Christkindlesmarkt besucht, war ich komplett davon überrascht, daß das Christkind eine junge Dame war!
Hatte ich überhaupt mit der Familie gefeiert? ;-)



Christkind in der Erstausgabe des "Struwwelpeter" (1845)

Mittwoch, 21. Dezember 2022

Antiker und vintage Christbaumschmuck - Das einundzwanzigste Türchen


Es gibt unendliche Möglichkeiten, Dinge an einen Weihnachtsbaum zu hängen oder zu stecken.
Meine ältesten Ornamente sind zwei winzige Kugeln, die ich meiner Oma als Kind geschenkt habe, vor mehr als 50 Jahren. Sie hatte einen kleinen künstlichen Baum mit farbigen Lichtern auf ihrem Fernseher (die gute alte Zeit der riesigen Fernsehapparate ;-)). Eine der Kugeln hat vor langer Zeit ihren Aufhänger verloren, aber wegen der Katzen kommen sie ohnehin nicht an meinen Baum.
Ich habe auch noch ein paar Snoopy-Weihnachtskugeln aus dem Set, das wir für das erste Weihnachten in unserer eigenen Wohnung kauften. Das ist mehr als 30 Jahre her, also sind auch sie vintage.

Diese Kugeln mögen zwar emotionalen Wert haben, aber es sind doch einfach Kugeln.
Was haben Leute früher an ihre Bäume gehängt? Schauen wir uns ein paar Dinge an, und nein, die Weihnachtsgurke wird nicht dabei sein.

In alten Zeiten wurden Weihnachtsbäume oft mit Eßbarem geschmückt, wie Äpfeln, Zuckerzeug, vergoldeten Walnüssen, aber im Laufe der Zeit kam noch anderer Christbaumschmuck dazu.

Habt ihr schon mal von Dresdner Pappe gehört?
Seit den 70ern des 19. Jahrhunderts wurden diese geprägten Kartonornamente in einer Vielzahl von Formen, von Sternen oder Autos bis hin zu exotischen Tieren von Heimarbeitern in der Region von Dresden hergestellt.
Die Pappe wurde angefeuchtet, dann geprägt, mit Metallfolie überzogen und manchmal noch mit Gelatine bemalt. Es gab einseitige Stücke, aber auch welche, die aus zwei geprägten Seiten zusammengesetzt wurden, einige von ihnen so geformt, daß sie sogar dreidimensional waren.
Auch wenn man heute noch Dresdner Pappe bekommen kann, sind antike Ornamente sehr begehrt und nicht leicht zu finden.

Rad-Dampfschiff aus Dresdner Pappe um 1880 (Stiftung Stadtmuseum Berlin, CC-BY SA 3.0)

Ein anderes Material, das für verschiedene Ornamente benutzt wurde, war Watte. Die kleinen Wattepilze sind heute noch beliebt und man kann sie auch auf verschiedene Art selber machen (hier ist eine englische Anleitung), aber natürlich gab es auch Schneemänner, Weihnachtsmännder, Früchte, Tiere und noch viel mehr, aus gepreßter or gesponnener Watte, mehr oder weniger aufwendig.

Ich habe in einem früheren Post auch leonische Drähte erwähnt. Leonische Drähte sind dünne Kupferdrähte, vergoldet oder versilbert und in Spiralform verdreht. Sie wurden auf verschiedene Art verwendet, zum Beispiel in dekorativen Bändern, aber auch in Christbaumschmuck. Der Name "leonisch" kommt möglicherweise von der Stadt Lyon.
Das Kunsthandwerk, leonische Drähte in Weihnachtsschmuck zu verwenden, ist zwar nicht mehr so populär, aber noch nicht komplett ausgestorben. Hier findet ihr ein Video über eine Dame aus Bayern, die zu Hause Goldsterne macht.

Berühmt ist natürlich der Christbaumschmuck aus Gablonz. In der Mitte des 19. Jahrhunderts begannen Glasmacher in Jablonec damit, hohle Glasperlen herzustellen. Die Industrie entwickelte immer neue Ideen und Techniken wie das Versilbern von Glasstücken auf der Innenseite, was die Farben außen noch mehr leuchten läßt. Kleine hohle Glasperlen in unterschiedlichen Formen wurden mit Draht aufgezogen und mit anderem Glasschmuck zu den erstaunlichsten Kreationen kombiniert.
Auf Flickr habe ich dieses Bild mit Stücken aus einer österreichischen Weihnachtsausstellung gefunden. Schaut euch nur diesen Hummer an!

Bild von Taurabus auf Flickr (CC BY 2.0)

Ich könnte immer weitermachen, aber man verliert sich so leicht in Bildern und Texten, aber doch muß man irgendwann mal zum Ende kommen.
Ich möchte dies mit einem Video über eine Dame beenden, die seit mehr als 40 Jahre Christbaumschmuck sammelt und ihn im Weihnachtsmuseum Harrachstal in Österreich zeigt. Viel Spaß mit dem kleinen Blick in ihre Sammlung.







Mehr Informationen:
Dresden auf Das Ornament
Gold spinnen - Leonische Ware aus Roth (BR: Zwischen Spessart und Karwendel)
Christbaumschmuck sammeln - Weihnachtsbaumbehang auf Sammeln-Sammler.de