Freitag, 2. Oktober 2026

Weekend Traffic Jam - Woche 176

Willkommen beim Weekend Traffic Jam Reboot!
Meine Posts für den Linkup gehen freitags um 3.30 morgens live (das ist dem Zeitunterschied zu den USA geschuldet).


Willkommen auch zum Cat's Wire Fotostudio, wo wir - natürlich beaufsichtigt Gundel mich, was ihr lieber ist, als selber dauernd eine Kamera ins Gesicht geschoben zu bekommen - Bilder von allem Möglichen machen, das ihr euch vorstellen könnt, Familienfotos inklusive!
Diesmal hatten wir Sonny und ihren Großvater zu Gast. Er ist um die 100 Jahre alt, darum hatte er eine Menge Geschichten für uns (wie vom großen Mottenangriff, den er glücklicherweise überlebte)!



***

Als Teil des Reboots werden wir jede Woche einen anderen Blog vorstellen.
Wie wäre es, wenn ihr vorbeischaut und hallo sagt? Sagt ihnen, daß wir euch geschickt haben.

Diese Woche fällt unser Spotlight auf
 The Marmelade Gypsy.


Jeanie von The Marmelade Gypsy schreibt: "Willkommen bei The Marmelade Gypsy, wo ich mein Onlineleben führe und über alles Mögliche schreibe, Kreatives, Reisen, Kunst, Bücher, Essen, Wein und die Menschen, Orte und Tiere, die ich liebe.
Der Blog ist nach dem ursprünglichen
 Marmelade Gypsy benannt, meinem großen orangefarbenen Jungen, Gypsy Rose. ...
Wenn ihr mich nach meinen Leidenschaften fragen würdet, würde ich euch sagen, daß zuerst Freunde und Familie kommen, gefolgt von Zeit am See, guten Büchern, Kochen, Genealogie, Schreiben, Lesen (vor allem Krimis und Memoiren), Film und Theater und künstlerische Betätigung! Und ziemlich am Anfang der Liste wären Reisen, mit Lieblingsorten, zu denen Paris, England, Frankreich, Holland, Kanada und New England gehören.
Ich lebe mit den Leitlinien von Freude, Mitgefühl, Spaß, Freundschaft, Familie, Liebe, Kreativität und Glück. Ich liebe es, meine Kunst zu zeigen, meine Familiengeschichte, meine Welt, und genauso gern höre ich von eurer
.
" 


Marsha von Marsha in the Middle hat 2021 als Training mit dem Bloggen angefangen, um ihre Neuroplastizität zu erhöhen. Ach, wem machen wir was vor? Marsha hat mit dem Bloggen angefangen, weil sie Kleidung liebt, und sie redet oder in diesem Fall schreibt einfach gern!

Melynda von Scratch Made Food! & DIY Homemade Household - Der Name sagt schon alles, wir haben uns im Osten von Texas angesiedelt, wobei sich drei Generationen das Land teilen. Ich koche und backe alles selber, wenn ich nicht gerade gärtnere oder den Hühnern nachlaufe, und stricke!

Lisa von Boondock Ramblings erzählt von den Büchern, die sie schreibt und liest, ihrem Glauben, Home-Schooling, Fotografie und mehr.

Cat von
 Cat's Wire hat, was sie ein Springspinnengehirn nennt. Sie hat viele Interessen und bloggt über das, was immer gerade ihre Aufmerksamkeit erregt - Handarbeiten, Bücher, alte Filme, Sammelwertes oder "einfach nur so".

Rena von Fine Whatever Blog schreibt über Stil, Leben im mittleren Alter und die "gut, was auch immer" Momente, die dem Leben Sinn und Spaß geben. Seit 2015 feiert sie Kreativität, Selbstvertrauen und die Freude am Alltag
.


Hier ist meine Auswahl von ein paar Posts aus dem Linkup der letzten Woche (englisch und holländisch).


Deb spricht über eine Pause von sozialen Medien und sich auf Albernheit einzulassen.

Mie hat eine Ausstellung besucht, die sie an einen Handwerkermarkt in ihrer Kindheit erinnert hat.

Ich könnte echt ein paar von diesen Zuckersirup-Donuts essen, die Esme mit uns geteilt hat (von Nazley zubereitet)
.

Angie zeigt Bilder der wunderschönen Monarch-Schmetterlinge in ihrem Garten.

Nancy hat ein tolles Herbstoutfit zusammengestellt.



Macht mit beim Linkup!

Richtlinien:
Diese Linkparty ist nur für Blogposts. Alle anderen Links werden gelöscht.
Bitte verlinkt nur Blogposts, die ihr selber geschrieben habt. Bitte verlinkt direkt zur URL eures Blogposts und nicht der Homepage eures Blogs.
Bitte verlinkt nicht auf Videos, Verkaufsanzeigen oder Links auf sozialen Medien, wie zum Beispiel YouTube-Videos oder -Shorts, Instagram- oder Facebook-Reels, TikTok-Videos oder anderen Beiträge auf sozialen Medien.
Bitte besucht auch andere Blogs und laßt einen Kommentar da.


Zur Beachtung:
Wenn ihr am Weekend Traffic Jam Reboot teilnehmt, versichert ihr damit, daß der Inhalt euch gehört und ihr uns erlaubt, denselben zu teilen, falls euer Post oder euer Blog erwähnt werden.
Wir begrüßen unbegrenzten familienfreundlichen Inhalt. Dazu können Meinungsposts, Rezepte, Reiseberichte, Modeideen, Handarbeiten, Second-Hand-Einkaufen, Lifestyle, Buchrezensionen  oder -diskussionen, Fotografie, Kunst und noch vieles mehr gehören!


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Donnerstag, 1. Oktober 2026

Stummfilme - La légende du fantôme

Da wir auf Halloween zugehen, schien es mir der richtige Moment zu sein mit ein paar Horror-/Fantasyfilmen anzufangen.
Heute habe ich einen sehr frühen Kurzfilm für euch. Es ist "La légende du fantôme" von 1908 (hier mit dem englischen Titel).


Hier die Handlung (Spoiler?).

Eine junge Dame sitzt an ihrem Spinnrad, als sie etwas vom Friedhof draußen hört. Durch das Fenster sieht sie etwas fliegen und hört einen Fluch.
Als nächstes sehen wir, wie sie hinausgeht und im Friedhof nach etwas sucht.


Plötzlich ist sie von einer Gruppe Skeletten umgeben und ein Geist steigt aus einem Grab und schickt sie auf eine Mission, "zu gehen und den Teufel zu finden, ihn herauszufordern und zu bezwingen, damit er ihr die unauslöschliche Flamme gibt, die sie zum Meeresboden mitnehmen wird, um nach der schwarzen Perle zu suchen und sie mit zurückzubringen.

Nicht überrascht sein, ein Teil des Film ist
koloriert, in überraschend kräftigen Farben.

Die Skelette und die Dame verwandeln sich in Kriegerinnen.
Sie besteigen ein Vehikel, das sie in die "unteren Regionen" bringt.


Satan wird jedoch gewarnt, versammelt seine Armee und fährt in seinem eigenen Vehikel in die Schlacht (während seine Armee, ähm, viel herumhüpft und tanzt und springt) ...


... bevor sie schließlich das Vehikel der Dame anhalten und sie in das Satanmobil hinüberziehen (jemand nannte es so in einem Kommentar und für mich paßt das).

Wählt euer Fahrzeug! Beide sind ziemlich cool,
moderne Autos sind im Vergleich zu ihnen langweilig.

Dann haben sie zusammen eine "fête" in den unteren Regionen. Habt Geduld mit mir, Leute, ich weiß ja auch nicht, was hier geschieht.
Es wird noch mehr getanzt, bevor ein paar Dämonen in einen See springen. Die Höhlenwand öffnet sich, um das Satanmobil einzulassen. Sie steigen aus und Satan gibt der Dame die Flamme des Lebens.
Warum? Ich habe absolut keine Ahnung, für mich sieht er nicht sehr "bezwungen" aus. Es könnte aber eine Falle sein.


Ein Frosch bringt die Dame zum Meeresboden. Ihre Reise wird durch verschiedene gemalte Szenen repräsentiert, die sich nacheinander öffnen, vertikal oder horizontal, ein sehr schöner Effekt.


Sie kommen an und die Königin des Meeres
(oder was auch immer) beschwört eine riesige Muschel mit einer Meerjungfrau (oder was auch immer) darin herauf, reicht unserer Dame die schwarze Perle und bringt sie in ihrem Kahn, der von einem Pferd (keinem Seepferdchen) 
gezogen wird, wieder hinauf.


Leider ist Satan auf Rache aus (wahrscheinlich weil ihm aufgefallen ist, daß er gar nicht bezwungen war?) und bewirft sie mit Feuer. Das Vehikel ist weg, all die Kriegerinnen sind tot - außer unserer Heldin - und blau. Und die unauslöschliche Flamme ist ausgegangen (ob es wohl eine Garantie dafür gibt?)!

Ich muß einfach nochmal ein Bild des Vehikels zeigen ...

Sie kehrt zum Friedhof zurück, reicht dem Geist die schwarze Perle, er trinkt daraus (seltsam, ich meine, es ist ja keine Kokosnuß) - und verwandelt sich in eine Art Prinz!

Vielleicht hätte sie einfach den Frosch küssen können/sollen?

Unsere Dame jedoch stirbt (Erschöpfung, die Nachwirkungen von Satans Angriff oder Schock über dieses unerwartete Ergebnis, wer weiß) ... und wir sind im Himmel und sie haben zwei Kinder (nochmal, fragt nicht mich, was hier abgeht)!


Ende.
Nein, ernsthaft, das ist es.

Ich bin nicht die einzige, die verwirrt war, aber wißt ihr was - es hat trotzdem Spaß gemacht, das anzuschauen. Es war sehr, sehr seltsam und ich hätte meinen können, daß ich einen Drink zuviel hatte, wenn es tatsächlich nur Wasser mit etwas Fruchtsirup war, aber es hat Spaß gemacht.
Ein Drink hätte es vielleicht noch spaßiger gemacht.

Segundo de Chomón ist ein neuer Name für mich, scheint aber einer zu sein, an den man sich erinnern sollte.
Laut der englischen Wikipedia (als erste Quelle) war er "ein spanisch-französischer Pionier als Filmregisseur, Kameramann und Drehbuchautor" und "wird als der bedeutendste spanische Stummfilmregisseur in einem internationalen Kontext betrachtet". Wie Méliès war er für seine Kameratricks und optische Illusionen bekannt, und davon haben wir eine Menge in diesem Film, die wirklich sehr cool anzusehen waren.
Wie bei Méliès (denkt daran, daß das auf den sehr wenigen Filmen beruht, die ich bisher kenne) hatte ich das Gefühl, daß die Geschichte nicht das Wichtigste war, sondern auszuprobieren, was man mit aufwendigen und schönen Sets und opulenten Kostümen, natürlich coolen Fahrzeugen und etwas Filmmagie machen konnte.
Irgendwie frage ich mich dabei immer, wie das am Set wohl war. "Wir brauchen mehr Leute! Wo sind die Echsen- und Fischleute? Wir brauchen Tänzer! Wir brauchen von allem mehr! Spritzendes Wasser, Funken und die Mädchen müssen mit etwas herumwedeln! Wir brauchen mehr, mehr, mehr von allem!"


"Und wir brauchen eine Extraszene für den Frosch."
Absolut. Ich bin ein Fan des sehr sprungfreudigen Frosches (und habe mich gefreut, ihn als Star in einem anderen Kurzfilm zu sehen).


Das war wieder mal eine wilde Fahrt, meine Lieben, aber auch sehr interessante 15 Minuten.
Ist das nicht, wie wir unsere Märchen lieben?
Mehr von allem!

Mittwoch, 30. September 2026

A Good Book & a Cup of Tea - Oktober 2026 Linkparty

Willkommen zu A Good Book & A Cup of Tea (eine monatliche buchbezogene Link Party)!
Dieser Link Up ist für Posts zu Büchern und Lesen oder alles, was damit zu tun hat (sogar Filme, die auf Büchern basieren!)
.

Das sind die Richtlinien:
1. Blogger können unbegrenzt Posts, die mit Büchern und Lesen zu tun haben, verlinken. Es können ältere oder neuere Posts sein. Dieses können Posts darüber sein, was ihr lest, Buchbesprechungen, Bücher, die neu in eurem Regal gelandet sind, Lesegewohnheiten, was ihr gelesen habt, Ausflüge in den Buchladen und so weiter. Ihr wißt schon.
2. Verlinkt zu einem spezifischen Blogpost (den Link zum Post selber, nicht der Website). Verlinkt gern auch ältere Posts, von denen ihr meint, daß sie auch noch etwas Liebe und Aufmerksamkeit vertragen könnten.
3. Bitte schaut bei mindestens zwei anderen Bloggern auf dieser Liste vorbei und gebt Kommentare bei ihren Posts ab. Habt Spaß! Interagiert! Holt euch ein paar Bücherempfehlungen.
4. Leser*innen können auf den blauen Button unten klicken, um Blogposts zu besuchen.
5. Mit eurer Verlinkung gebt ihr mir die Erlaubnis, eure(n) Post(s) zu teilen und darauf zurück zu verlinken.


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Dienstag, 29. September 2026

Meine September-Bücher

Dies ist ein Überblick der Bücher, die ich in einem Monat fertiggelesen habe (nicht unbedingt im selben Monat angefangen) und die ich Gundel vorgelesen habe (mit 😸 markiert).
Ich werde jeweils eine kurze Erklärung hinzufügen, warum ich ein Buch ausgewählt oder wie ich es gefunden habe und vielleicht auch, ob es ein Kandidat zum Wiederlesen ist, aber ich werde keine richtigen Rezensionen oder Bewertungen abgeben (Gundel weigert sich ebenfalls zu bewerten). Solltet ihr aber etwas mehr Info zu einem Buch haben wollen, an dem ihr interessiert seid, laßt es mich einfach wissen.

"The Palm House" von Gwendoline Riley, Erstveröffentlichung 2026 


Die Geschichte der Freundschaft von Laura and Putnam. Und ein paar anderen Leuten.

Ein Neuzugang auf OverDrive.
Vielleicht hätte es geholfen, wenn mich irgendeiner der Charaktere interessiert hätte oder ich sie womöglich sogar gemocht hätte. Oder war es vielleicht der Stil? "Blabla", sagte er. "Blubb", sagte er. "Ja", sagte ich. "Blah", sagte er. "Nein", sagte ich. Meine Englischlehrerin hätte den Tafelschwamm nach mir geworfen, wenn ich so geschrieben hätte. Ich habe nur nicht aufgegeben, weil ich meinen Monat nicht mit einem DNF anfangen wollte.

"Aufruhr in Oxford" von Dorothy L. Sayers, Erstveröffentlichung 1935 


Harriet Vane kehrt für das Gaudy, ein Treffen für Alumnae, in ihre Alma Mater, das Shrewsbury College für Frauen in Oxford zurück.
Als im College anonyme Briefe und häßliche Graffitis in Verbindung mit Vandalismus auftauchen, bitten die Dozentinnen Harriet um Hilfe, weil sie einen Skandal vermeiden möchte. Sie kann das Rätsel nicht allein lösen und holt Lord Peter Wimsey dazu.

Ich kann euch gar nicht sagen, wie oft ich dieses Buch gelesen habe. Es ist auf jeden Fall ein ungewöhnlicher Krimi und dank der vielen klassischen Zitate und der Länge ist es wahrscheinlich nicht für jeden etwas, aber ich liebe es und es ist ein echtes Wohlfühlbuch für mich
.

"Effi Briest" von Theodor Fontane, Erstveröffentlichung 1895 (die Schreibweise "Effie" auf dem Umschlag ist ein Druckfehler!) 


Als junger Mann machte Baron Geert von Innstetten Luise Briest den Hof, konnte sie aber wegen seines Status zu dieser Zeit nicht heiraten.
Nun spricht er vor, um um Effis Hand anzuhalten, Luises Tochter (falls ihr euch das fragt, sie ist 17, er ist 38), was von Luise befürwortet wird.
Effi wird von seinem verbesserten sozialen Status angezogen, aber dank des Unterschieds im Alter und ihrer beider Wesensart ist die Ehr nicht das, was sie sich erhofft haben, besonders als Effi den charmanten Major Crampas kennenlernt.

Dies ist Teil meiner persönlichen Herausforderung, wenigstens einen deutschen Klassiker im Monat zu lesen.
Mir hat dieser Roman, der ein Beispiel des literarischen Realismus ist, wirklich gut gefallen.

"The Fairy Ring or Elsie and Frances Fool the World" von Mary Losure, Erstveröffentlichung 2012 


1917. Die Kusinen Elsie und Frances können Feen und Kobolde sehen, und um ihre Familie davon abzubringen, sich über sie lustig zu machen, machen sie Fotos mit Papierpuppen, die Elsie gemalt und ausgeschnitten hat. Sie hatten nicht erwartet, die Aufmerksamkeit von Feengläubigen zu erregen, wie zum Beispiel Arthur Conan Doyle.

Die Geschichte der Cottingley Fairies als Erzählung für Kinder war schnell zu lesen. Ich kann nur immer wieder staunen, wie bereitwillig manche Menschen dies als wahr akzeptierten. Frances behauptete allerdings bis zu ihrem Tod, daß die Fotos ja ein Schwindel gewesen sein mochten, daß sie aber tatsächlich Feen gesehen hatte.

"Deadly Nightshade" von Elizabeth Daly, Erstveröffentlichung 1940
(Henry Gamadge 2)


Detective Mitchell bittet Henry Gamadge - Berater für alte Bücher, Briefe usw. -, ihm bei einem Fall von Vergiftung durch Belladonna zu helfen. Ein Kind stirbt, eines wird vermißt. War es ein Unfall oder steckt etwas noch Unheimlicheres dahinter?

Das war eine Empfehlung auf The Internet Archive. Ich muß gestehen, daß ich immer noch ein wenig verwirrt bin, aber trotzdem noch daran interessiert, mehr Gamadge-Bücher auszuprobieren.


"Under Water with Ogden Nash" von Ogden Nash, Erstveröffentlichung 1997


Eine Sammlung von Ogden Nashs Gedichten über Tiere im und auf dem Wasser.

Ich habe etwas anderes gesucht und wurde vom Umschlagbild angezogen. Die Gedichte sind überwiegend sehr kurz, daher dauerte das Durchblättern nur Minuten, aber ich hatte Spaß daran und an den wunderschönen Illustrationen.

"After Tea and Other Stories" von Dorothy Whipple, Erstveröffentlichung 1941 😸


Die Kurzgeschichten beschäftigen sich mit menschlichen Beziehungen - zwischen Eltern und Kindern, Freunden, Paaren, Geschwistern, Nachbarn - und wie sie sich in bestimmten Situationen verändern.

Ich mochte Whipples "High Wages" wirklich gern und dasselbe gilt für diese Geschichten.
Ich habe außerdem festgesstellt, daß Gundel nicht viel Geduld dafür aufbringt, vorgelesen zu bekommen, wenn es zu heiß ist (der Sommer hat uns beide ziemlich unleidig werden lassen), darum haben wir hierfür länger als üblich gebraucht, aber jetzt da die Temperaturen etwas heruntergegangen sind, sind wir wieder in der Spur
 😄

"A Tiger's Wedding: My Childhood in Exile" von Isla Blair, Erstveröffentlichung 2011


Die Eltern der Schauspielerin Isla Blair waren Teil des British Raj in Indien, ihr Vater war Manager einer Teeplantage. Wie zu diesen Zeiten üblich, wurden Kinder irgendwann "nach Hause" geschickt, um dort die Schule zu besuchen.
Blair erzählt von ihren Kindheitserfahrungen, Jahre ohne Eltern außer zu seltenen Besuchen und wie sie und ihre Schwester die Beziehung wieder aufbauen mußten, nachdem ihre Eltern endlich heimkehrten, nachdem Plantagen von lokalen Managern übernommen wurden.

Das war ein Zufallsfund auf The Internet Archive.
Es ist schwer, sich vorzustellen, wie es sein muß, als kleines Kind so weit entfernt von den Eltern zu sein, und die Schulerinnerungen waren recht traurig. Die Teile über Indien schienen etwas klischeehaft, aber ich kann nicht sagen, ob das am Inhalt lag oder der Art, wie diese Erinnerungen beschrieben waren.
Der letzte Teil darüber, wie Blair ihre Karriere startete und dann ihre eigene Familie hatte, fühlte sich etwas am Schluß angeklebt an, weil er ziemlich kurz war.

"I See You've Called In Dead" von John Kenney, Erstveröffentlichung 2025 


Der Nachrufschreiber Bud Stanley, geschieden und in mittlerem Alter, macht einen großen Fehler. Nach einem fehlgeschlagenen Blind Date betrinkt er sich und veröffentlicht seinen eigenen Nachruf.
Von seinem Job suspendiert trifft er zufällig auf eine Frau, die Trauerfeiern und Beerdigungen von Fremden besucht und ihn dazu ermutigt, das auch zu tun, um etwas über das Leben zu lernen.

Ein Neueintrag auf OverDrive.
Anfangs war ich mir nicht sicher, ob ich es überhaupt lesen wollte, weil ich nicht wußte, was mich erwarten würde - es zeigte sich, daß es Lachen und Tränen waren. Ich habe das Buch an einem Tag durchgelesen, weil ich nicht aufhören konnte.

"An Island Rooing" von Joan Grigsby, Erstveröffentlichung 1933 


Das Buch erzählt von einer Expedition nach Shetland, die die Verfasserin 1931 unternommen hat. Es ist in vier Teile aufgeteilt - The Isle, The Croft, The Fishing, Landfall (Die Insel, Der Hof, Das Fischen, Die Landung).

Liz von "Adventures in reading, running and working from home" hat das Buch auf ihrem Blog besprochen (ihr könnt den englischen Post hier finden) und ich war auf der Suche nach etwas außerhalb meiner Komfortzone, sprich den üblichen Genres, also las ich es. Ich werde nicht behaupten, daß ich alles verstanden habe (ich weiß nichts über Schiffahrt), was mir aber am besten gefiel, waren die Abschnitte über das Stricken und die Körbe, die für die Heringe benutzt wurden.
Das Exemplar, das ich online gelesen habe, hatte außerdem etwas für mein Bibliothekarinnenherz.

Ich werde meiner Abteilung den Teil über das nasse Wetter
vorschlagen 😉 "In nassem Wetter müssen die Entleiher die Bücher
während des Transports zur und von der Bibliothek schützen."

"The Three Investigators in The Mystery of the Nervous Lion" = "Die drei ??? und der rasende Löwe" von Nick West (die Bücher wurden unter Nennung von Alfred Hitchcock als Autor veröffentlicht), Erstveröffentlichung 1971 😸
(Die drei ??? 16 (amerikanisch), 12 (deutsch))


Die drei Fragezeichen werden in das Dschungelland, eine Wildtierfarm gerufen. George, der zahme Löwe, soll in einem Film mitspielen, ist in letzter Zeit aber sehr nervös. Werden die Jungs herausfinden warum?

Kein Favorit aus der Serie. Erstens mögen wir die Vorstellung solcher Farmen nicht und zweitens wurde ein schwarzer Panther (!) erschossen. Uns gefiel auch das Original-Umschlagbild nicht.
Ich habe diese Reihe vor langer Zeit gelesen und mache sie jetzt nochmal Stück für Stück durch, nachdem ich einen Blogpost darüber geschrieben habe.

"The Match Between the Winds" von Shirley Climo, Erstveröffentlichung 1991 


Das Buch ist die Nacherzählung einer Volkssage von Borneo. Der Westwind und der Ostwind, die Kusins sind, machen einen Wettbewerb. Wem wird es gelingen Kodock, den Baumfrosch, von seinem Blatt zu blasen?

Eine weitere Minutenlektüre. Ich bin ein großer Fan der Cartoonistin, Animatorin, Kinderbuchautorin und Illustratorin Liz Climo. Ich hatte nicht gewußt, daß ihre Mutter Kinderbuchautorin ist, bis Liz es auf ihrem Instagram erwähnte. Ich habe sie nachgeschlagen und die Umschlagillustration von Roni Shepherd hat mich direkt angezogen.

"The Astral Library" von Kate Quinn, Erstveröffentlichung 2026 


Alix ist an einem Tiefpunkt in ihrem Leben, als sie eingeladen wird, Nutzerin der Astral-Bibliothek zu werden und ein Buch auszuwählen, um darin zu leben.

Ein Neuzugang auf OverDrive. Ich mochte die Idee, in einem Buch zu leben, echt gern. Das Buch wurde allerdings zu einem Kommentar über den Zweck von Bibliotheken und ihre Zukunft in einer geldorientierten Welt.
Obwohl ich bei vielen der Punkte, die erwähnt werden, zustimme - ich bin eine Bibliothekarin der altmodischen Sorte -, hat die Kombination davon mit Fantasy einfach nicht für mich funktioniert und ich mußte kämpfen, um das Buch fertigzulesen. Ich fand außerdem, daß sich viel wiederholt hat und daß das Buch zu langatmig für diese Handlung war (wenn ich vor jemandem weglaufe, gebe ich mich keinen Modebeschreibungen hin usw.). Zu viel Verschiedenes in ein Buch gequetscht.

"Miss Elizas englische Küche" = "Miss Elizas English Kitchen" von Annabel Abbs, Erstveröffentlichung 2021 


Eliza Acton ist als Autorin eines von Großbritanniens ersten Kochbüchern (1845 veröffentlicht) bekannt.
Das Buch erzählt die Geschichte, wie und warum sie damit begann, und die die ihrer Assistentin Ann.

Dies war ein Zufallsfund in meiner Bibliothek. Obwohl ich selber selten koche, höre und lese ich gern darüber. Es hätte mir gefallen, wenn es mehr ums Essen als um Poesie gegangen wäre, aber es war eine schnelle Lektüre.

"The Two Mrs. Abbotts" von D. E. Stevenson, Erstveröffentlichung 1943


Wir sind im Jahr 1942 und die Dinge haben sich geändert. Barbara und Arthur Abbott haben nun zwei Kinder, Jerry Abbotts Ehemann und Arthurs Neffe Sam ist im Krieg.
Wir lernen Leute kennen, die neu in den Kreisen von Wandlebury sind.

Ich fand dieses Buch, das das letzte in der "Miss Buncle"-Trilogie ist, sogar noch ruhiger als das zweite. Es hat mir gefallen und war vor allem genau richtig für den Tag, an dem ich es gelesen habe.
Dennoch fühlte es sich mehr wie einzelne Geschichten an, die irgendwie verbunden sind und nicht so sehr wie eine fließende Handlung, wenn ihr versteht, was ich meine - und natürlich hätte ich mir viel mehr Barbara und Arthur gewünscht, als wir bekommen haben!

"Cotillion" = "Damenwahl" von Georgette Heyer, Erstveröffentlichung 1952


Matthew Penicuik hat die verwaiste Kitty, Tochter eines Schulfreundes, bei sich aufgezogen. Nun will er sein Testament machen und erklärt seinen Großneffen, daß der von ihnen, der Kitty heiratet, sein Geld bekommen wird. Er hat damit gerechnet, daß Kitty und Jack heiraten, aber Jack weigert sich, so in Zugzwang gebracht zu werden.
Also überredet Kitty Freddy, eine Verlobung mit ihr vorzutäuschen und sie mit nach London zu nehmen, um Jack eifersüchtig zu machen.
Die Dinge verlaufen jedoch nicht wie erwartet.

Ich liebe es, Georgette Heyer immer wieder mal zu lesen, und "Damenwahl" ist einer meiner absoluten Favoriten von ihren Büchern.

"The Snark Was a Boojum" von Gerald Verner und Chris Verner, Erstveröffentlichung 2015 (Gerald Verner schrieb das Buch 1957, sein Sohn Chris stellte es 2015 fertig)


Jemand begeht Morde, die auf Lewis Carrolls Nonsensballade  "The Hunting of the Snark" (deren deutsche Übersetzungen unterschiedliche Titel hatten - "Die Jagd nach dem Schnark/Schnatz/Schlarg", sie ist im Deutschen auch nicht so bekannt wie das Original im englischen Sprachraum).
Der Amateurdetektiv Simon Gale ermittelt mit Hilfe des Rechtsanwalts Je
ff Trueman.

Ich glaube, das war eine Empfehlung auf The Internet Archive und der Titel zog mich an, da ich "The Hunting of the Snark" gelesen habe.
Interessanterweise stellte ich fest, daß ich - obwohl ich dieses Whodunit gern mochte - wirklich Ermittler bevorzuge, die ruhiger, eleganter sind, gern auch mit etwas Humor. Simon Gale sprach nicht, er rief, dröhnte, knurrte, brüllte, er war ungeduldig, grimmig, schlug mit der Faust auf den Tisch und war insgesamt etwas zuviel für mich.

"Die Abenteuer des starken Wanja" von Otfried Preußler, Erstveröffentlichung 1968


Wanja, Sohn eines Bauern, erfährt, daß es sein Schicksal ist, Zar zu werden, also macht er sich auf ins Abenteuer.

Ich habe das Buch für einen Blogpost nochmal gelesen, daher die sehr kurze Beschreibung.

"Someone Saw a Spider: Spider Facts and Folktales" von Shirley Climo, Erstveröffentlichung 1985 😸


Das Buch ist eine Sammlung von interessanten Fakten über Spinnen und von Volksmärchen aus Afrika, Japan, Portugal, Schottland und anderen Ländern.

Liz Climo (siehe oben) hat dieses Buch, das ihre Mutter geschrieben hat, kürzlich auf Instagram erwähnt.
Ich finde Spinnen absolut faszinierend.

"Die Erscheinung" von Anselma Heine, Erstveröffentlichung 1912


Auf einem Schiff zurück nach Deutschland, nachdem er einige Zeit auf der Insel Nauru verbracht hat, lernt Dr. Arnold Riedhammer die Holländerin Johne Stevens kennen. Sie fühlen sich so voneinander angezogen, daß sie zusammenbleiben wollen, sobald Johne ihre unglückliche Ehe hinter sich gelassen hat, aber eines Tages ist Johne plötzlich weg.

Ich habe diese Novelle gelesen, weil eine Episode in einem Stummfilm, den ich gesehen habe, darauf basiert.

"Mrs. Palfrey at the Claremont" = "Mrs Palfrey im Claremont" von Elizabeth Taylor, Erstveröffentlichung 1971



Die verwitwete Laure Palfrey zieht als eine von mehreren älteren Dauerbewohnern ins Claremont Hotel in London. Die einzige Familie, die sie in der Stadt hat, ist ihr Enkel, der sie niemals besucht.
Dann lernt sie den jungen Ludovic, einen angehenden Schriftsteller, kennen, als sie vor seinem Gebäude stürzt. Sie kommen ins Gespräch und irgendwann bittet sie ihn darum, sich als ihren Enkel auszugeben, um die anderen Hotelbewohner davon abzuhalten, sie über ihre Familie auszufragen.

Deb von Readerbuzz hat letztens ein Buch von Elizabeth Taylor (nicht die Schauspielerin) geteilt. Es hörte sich interessant an und ich habe das hier willkürlich nach seinem Titel ausgewählt.
Es war zweifellos eine gute Lektüre und ich werde auf jeden Fall nach mehr von Taylors Büchern Ausschau halten, aber ich fand das Buch auch zutiefst deprimierend, vielleicht weil der Humor zu sanft war und ich mir mich selber in dieser Situation vorstellte, alt und einsam zu sein.
Ich wußte übrigens nicht von dem Film von 2005, bevor ich das Buch gelesen habe.



Falls ihr Buchbesprechungen schreibt oder Blogposts über andere Dinge, die mit Büchern zu tun haben - sogar Filme, die auf Büchern basieren - schaut bitte bei "A Good Book and a Cup of Tea" vorbei, einer monatlichen Buch-Linkparty, deren Host ich zusammen mit Lisa from Boondock Ramblings und Erin von Still Life, With Cracker Crumbs  bin. Hier könnt ihr mehr herausfinden.

Samstag, 26. September 2026

Einfach nur so Samstag - Litfaßsäulen

Litfaßsäulen. Wir alle kennen sie, aber vielleicht gibt es in eurer Gegend gar keine mehr oder ihr habt nie groß darüber nachgedacht.
Tatsächlich komme ich jedesmal auf dem Heimweg vom Bus an einer vorbei, aber ich bin so daran gewöhnt, daß ich sie gar nicht mehr wahrgenommen hatte.
Was mir die Säulen aktiv ins Gedächtnis zurückholte, war diese Dose. Darin war mal Lebkuchen, eine Kollegin schenkte sie mir vor Jahren zu Weihnachten. Wegen des Steiff"plakats" stellte ich sie zu meinen Steifftieren. Die Mischung der "Werbeplakate" ist ein wenig seltsam, aber die Dose ist hübsch.
Das Bild in der Mitte rechts ist eine der Litfaßsäulen, die es in der Stadt noch gibt.


Ich habe keine Ahnung, was die höchste Anzahl an Litfaßsäulen in der Stadt war, aber es gibt nicht mehr alle davon.
Dies ist ein schlechtes Bild (ein Ausschnitt einer alten Postkarte um 1940), die nicht mehr an dieser Stelle steht. Tasächlich gibt es die Häuser dahinter so auch nicht mehr. Man kann gerade mal so sehen, daß die Säule ein hübsches Kuppeldach mit einem Muster drumherum hatte.
Die wenigen, die ich noch in der Stadt kenne, sind sehr einfach mit flachen Betondeckeln und keine von denen in meiner Nachbarschaft sind zur Zeit beklebt.



Die meiste Werbung ist heute auf Plakatwänden, altmodischen, aber natürlich auch mehr und mehr auf digitalen. Obwohl die alte Säule im Vergleich zu den alten Zeiten selten geworden ist, ist sie aber nicht komplett weg.

Woher kamen Litfaßsäulen und warum der seltsame Name?
Sie wurden 1854 von einem Berliner Drucker erfunden, Ernst Litfaß. Sein Vorschlag war es, sie für Werbung zu benutzen, um Wildplakatierung von Wänden bis zu Bäumen zu vermeiden (und natürlich wollte er Geld damit verdienen). Die Stadt Berlin gewährte Litfaß ein Monopol bis 1865, vorausgesetzt, daß auch neue Nachrichten an den neuen Säulen angebracht wurden (kostenlos), und die ersten wurden 1855 aufgestellt.

Lithographie von F. G. Nordmann, ca. 1855
Gemeinfrei über Wikimedia Commons
 

Die Säulen wurden so populär, daß sich die Idee in andere Städte Deutschlands und andere Länder verbreitet, wie zum Beispiel mit der "Morris-Säule" in Frankreich.
Manche wurden nicht nur zur Werbung benutzt, sondern konnten/können auch öffentliche Toiletten, Telefonzellen, Fahrkartenautomaten und sogar Blumenläden beherbergen!

Eine kleine Auswahl an Litfaßsäulen" (über Wikimedia Commons)
1. Blumenladen in der Straße "Lange Reihe" in Hamburg (1975)
Bild von Norbirt, CC BY-SA 3.0 
2. Morris-Säule in Paris 1910. Bild von Eugène Atget, gemeinfrei
3. Litfaßsäule aus Beton in Trostberg. Bild von LepoRello, CC BY-SA 3.0
4. Litfaßsäule in Wien mit einem Plakat zur Würdigung der historischen
Bedeutung über 170 Jahre hinweg. Bild by Blausonorisch, CC BY-SA 4.0

2019 waren die Berliner über die Nachricht schockiert, daß ein großer Teil der existierenden 2548 Säulen abgebaut werden sollten. Einer der angegebenen Gründe war das Alter und der Zustand und Bedenken wegen möglichen Asbests im Beton.
Wie ich oben schrieb, man ist so daran gewöhnt, daß man nicht wirklich darauf achtet, aber die Vorstellung, daß sie abgebaut werden sollte, fühlte sich für viele an wie die Zerstörung von Geschichte. Es gab Protest und Kunstinstallationen. Nachdem jedoch die historische Bedeutung überprüft wurde, wurden nur
 24 davon ausgewählt und unter Denkmalschutz gestellt.
Vielleicht hätte es keinen solchen Aufschrei gegeben, wenn die neuen Standardsäulen nicht ganz so langweilig aussehen würden? Ich bezweifle, daß sie den Charme dieses Jugendstilmodells von 1901 haben, das in Karlsruhe steht.

Kein maschinenlesbarer Urheber
angegeben. Ikar.us? (auf Copyright-
Ansprüchen basierend),
CC BY 2.0 DE über Wikimedia Commons

Kommen wir nun jedoch zu einer berühmten Säule. Falls ihr ein Fan von klassischen Filmen seid, kennt ihr diese vielleicht, aber wißt ihr auch, daß sie nicht echt war?
Ich meine natürlich die Säule in "Der dritte Mann". Für die, die den Film nicht kennen - der amerikanische Schriftsteller Holly Martins kommt in das Wien der Nachkriegszeit, um seinen Freund Harry Lime zu treffen, der ihm einen Job versprochen hat. Er erfährt, daß Harry bei einem Unfall ums Leben gekommen ist, aber eines Nachts sieht er ihn zufällig auf der Straße und folgt ihm zu einem Platz - doch Harry ist verschwunden.


Die Säule ist ein Zugang zum Abwassersystem Wiens, wo am Ende die letzte Jagd nach Harry stattfindet.
Wien hat immer noch vier solche Säulen, die im Film hat jedoch nie existiert. Die Szene wurde auf dem Platz Am Hof gedreht, doch die einzige Säule, die man dort findet, ist eine Mariensäule aus dem 17. Jahrhundert.

Bild von Gugerell, CC0
über Wikimedia Commons

Martins fragte ich jetzt: "Haben Sie in den Zeitungskiosk hineingeschaut, oder war er verschlossen?"
"Oh, es war eigentlich kein richtiger Zeitungskiosk", lautete seine Antwort. "Es war eine von jenen massiven Eisensäulen, die man überall in der Stadt findet und die mit Plakaten beklebt sind."
...
Wir blieben an dem Kiosk stehen. "Sehen Sie: hier verschwand er hinter dem Kiosk und war weg - wie in den Erdboden versunken."
"Genau dorthin ist er auch versunken", entgegnete ich.
"Wie meinen Sie das?"
Einem unbefangenen Passanten wäre es nie aufgefallen, daß die Eisensäule eine Tür besaß. Außerdem war es finster gewesen, als der Mann verschwand.
...
"Wir sind hier an einem der Einstiege zum Hauptkanal unter der Stadt."
(aus dem Roman "Der dritte Mann" von Graham Greene)

In der Einstellung war die Mariensäule versteckt und der Kiosk war nur eine Attrappe.
Mir ist klar, daß das zum Ende des Posts ein bißchen antiklimaktisch sein mag, tut mir leid. Ich hoffe dennoch, daß euch dieser kleine Einblick in die Geschichte der Litfaßsäule gefallen hat.


Quellen und weitere Lektüre:

1. Andrea Westhoff: Vor 165 Jahren - Die Geburtsstunde der Litfaßsäulen. Auf: Deutschlandfunk, 5. Dezember 2019
2. Andreas Becker: Streit um Litfaßsäulen-Austausch in Berlin: Säulenheilige verschwinden. Auf: Deutschlandfunk, 25. Juli 2019
3. Kate Connolly: Last stand for Berlin's ageing concrete advertising pillars. Auf: The Guardian, March 31, 2019 (auf Englisch)
4. "Litfaßsäule" auf Wikipedia