Dienstag, 23. Juni 2026

Nostalgie - Treff auf Reisen

Dieser Post ist von zwei Themen inspiriert.
Das erste ist meine Liebe zu Steiffs Hund Treff, das zweite ist die faszinierende (und frustrierende) Welt der Paketzustellung, daher der Titel.

Ich erzähle euch erst mal von Treff.
Dieser Bluthund hat mein Herz schon seit den Anfängen unserer Steiff-Sammelleidenschaft. Obwohl es viele Steiff-Hunde gibt, die ich liebe, war Treff immer mein Favorit.
Ich könnte euch nicht mal genau sagen warum. Sind es die langen Ohren, ist es die süße Nase? Die Farbe, die Airbrushdetails im Gesicht, die Augen? Ich schätze, es ist das Gesamtpaket.


Im Laufe vieler Jahre haben es einige in die Sammlung geschafft, alles sitzende Exemplare in verschiedenen Größen von 10 bis 50 cm (aber nicht alle neun Größen), in Mohair und Samt. Das hier sind kleinere, die großen sitzen hinten in der Vitrine, und ich gebe zu, ich hatte keine Lust, all die Tiere davor mit herauszuholen.


Treff war nicht nur bei mir ein beliebter Hund und bliebt daher von 1928 bis 1938 im Steiff-Sortiment, auch stehend, als Reittier, mit einem Musikwerk darin, auf einem Nadelkissen - und als Handpuppe, auf die ich von Anfang an mein sehnsüchtiges Auge geworfen hatte.


Ich weiß nicht, ob es euch auf dem Gruppenbild aufgefallen ist, aber ihre Augen sehen nicht alle gleich aus.
Das Design war patentiert, die Augen sind nicht einfach aufgenäht, sondern so gesetzt, daß ein Teil davon für den typischen Bluthund-Blick vom Stoff abgedeckt war.
Wie
 Steiff Gal zitiert hat, schrieb Steiffs amerikanischer Vertrieb Borgfeldt einmal "den schrägen, halb abgedeckten Augapfel, der dem Gesicht dieses Hundes einen besonders nachdenklichen, intelligenten Ausdruck gibt."
Tatsächlich sieht man jedoch Treffs, bei denen die Augen nicht so aussehen, weil der Stoff hinter das Auge gerutscht ist. Ich lasse das normalerweise so, weil ich nicht am Auge und Stoff herumfummeln möchte, um zu vermeiden, daß etwas einreißt.


Könnt ihr sehen, wie sich der Blick verändert?

Ich liebe die Tierhandpuppen von Steiff und besonders die von vor dem Krieg, und als nach Jahren endlich ein Treff zu Verkauf stand, kaufte ihn der Ex zu meinem Geburtstag.
Wahrscheinlich werden sich nur Leute, die selber sammeln, meine Aufregung beim Warten auf das Paket vorstellen können.

Und das bringt uns zu den Wundern von Postunternehmen ...
Damals bekam meine keine Mails und man hatte kein Livetracking.
Lieferbestätigungen waren noch auf Karten, die im Briefkasten landeten, um einem mitzuteilen, daß man das Paket sonstwo abholen mußte, obwohl man den ganzen Tag daheim war.
Echt verstörend war in diesem Fall allerdings, daß ich weder eine Karte noch ein Paket bekam, mir aber dann mitgeteilt wurde, daß das Pakete ausgeliefert worden war ...
Was hatten sie mit meinem Treff angestellt??

Also rief ich bei der Hotline an. Zumindest hatte ich damals nicht mit einem Chatbot zu tun, aber natürlich mußte ich mich trotzdem Zahl für Zahl zu einem Menschen durchwählen, der mir erklärte, daß ich ein Sortierzentrum in München anrufen mußte.
Ich lebe 200 km von München entfernt. Das Paket lief nicht über München. "Das ist egal, Sie müssen München anrufen". Nachdem ich dann dort endlich einen Menschen am Telefon hatte ... vielleicht habt ihr es schon erraten ... "Warum rufen Sie da bei uns an?" "Wenn ich das mal wüßte, bei der Hotline sagten sie ..." "Ja, hier sind Sie falsch, versuchen Sie es nochmal bei der Hotline." Mit Hilfe von ein bißchen Gewimmere und Gebettel, mich nicht dorthin zurückzuschicken, gaben sie mir wenigstens die direkte Nummer des richtigen Sortierzentrums in unserer Nähe.

Dort konnte ich mit einem sehr netten Mann sprechen, der seltsame Neuigkeiten für mich hatte. Ja, das Paket war heute ausgeliefert worden, ja, sie hatten eine Unterschrift von meinem Mann. Stop, stop ... wir hatten zwar wegen unserer unterschiedlichen Namen immer beide auf Paketen, aber ich war zu Hause gewesen, nicht er.
Ich fragte ihn nach dem Namen und er zögerte nicht, ihn mir zu sagen, also war meine nächste Frage, ob er schwierig zu lesen war und er meinte überhaupt nicht. Ich erklärte ihm, daß es aus zwei Gründen nicht die Unterschrift meines Manns sein konnte - er war nicht daheim und seine Unterschrift war absolut unleserlich, weil sie nicht mal aus einzelnen Buchstaben bestand. Er sagte, er würde sie mir zufaxen (ja, so lange ist das schon her), was nur bestätigte, was ich schon wußte.
WER hatte MEINEN Treff?


Ich machte mir Sorgen und war wütend, schließlich sprechen wir nicht nur über einen gewissen finanziellen, sondern auch einen emotionalen Wert. Das ist nichts, was man einfach so ersetzen könnte.
Er versprach mir, den Paketfahrer bei unserem Haus vorbeizuschicken, um zu sehen, ob es ihm helfen würde, sich an das Paket zu erinnern und wohin er es gebracht hatte.
Als er zurückrief, ließ er mich wissen, daß mein Paket in eine Stadt fünf Kilometer von hier geliefert worden war. An jemand anderen in einer Straße mit einem anderen Namen, der gesehen hatte - natürlich, denn die Adresse war korrekt und leserlich -, daß es nicht für ihn war, aber beschloß, das Paket zu behalten, "nur für den Fall". Was für einen Fall? Daß der tatsächliche Besitzer nicht nachforschen würde?
Natürlich sagte man mir den Namen dieser Person nicht, aber hört sich das für euch so an, als wäre es ein ehrlicher Fehler gewesen? Ich glaube nicht mal, daß er denselben Nachnamen wie mein Mann hatte.
Auf jeden Fall reiste Treff am nächsten Tag zum richtigen Haus und hat es seither nicht verlassen
.

Sonntag, 21. Juni 2026

Suchet on a broad bean

Nein, es ist kein Fehler, daß der Titel auf Englisch ist. Ich erkläre es euch.
Wenn ich an Hercule Poirot denke, habe ich zwei Bilder in meinem Kopf - David Suchet und das hier.


Die Erklärung dafür ist, daß in der ersten Folge der vierten Staffel meiner britischen Lieblingsgameshow "Taskmaster" die sogenannte Preisaufgabe am Anfang der Show war, daß die Comedians "das interessanteste Autogramm auf dem interessantesten Gemüse" mitbringen mußten, und das hier hat gewonnen - "Suchet on a broad bean. Bang. That's what this competition is all about." = "Suchet auf einer Ackerbohne. Bang. Darum geht es bei diesem Wettbewerb."
Ich habe keine Ahnung, warum ich das so witzig finde, aber so ist es nun mal. Es ist wahrscheinlich die Tatsache, daß ein so anerkannter Schauspieler bei so etwas mitmacht.

Okay, kommen wir zu David Suchet als Hercule Poirot.
Suchet war fast 25 Jahre lang Poirot, in 70 Folgen von Januar 1989 bis Juni 2013. Und wenn ich "war" statt "spielte" sage, tue ich das, weil es sich genau so anfühlte.
Er studierte ihn, machte eine Liste von "Poirot Charakternotizen" und arbeitete an der Rolle, bis er in den Augen von vielen ergebenen Fans (mich offensichtlich eingeschlossen) der ultimative Poirot wurde.

Falls ihr es nicht schon mitbekommen habt, ich bin kein Fan von Christies Stil und ich bin nicht mal ein Fan von allen Verfilmungen mit Suchet. Es gibt ein paar, die ich schmerzhaft langsam finde - mein Bruder und ich diskutieren immer über Folgen von 45 oder 90 Minuten bei Krimisendungen im allgemeinen und in Poirots Fall ziehe ich oft die kürzeren vor ... ABER ich kämpfe mich für Suchet und die fantastischen Sets auch durch die langsamsten.
Da ich Art Deco liebe, machte es mir nichts aus, daß sie in den meisten Folgen in den 30ern steckenblieben, auch wenn das dem Roman oder der Geschichte nicht gerecht wurde. Ich kann mich absolut damit unterhalten, dem Fall keinerlei Aufmerksamkeit zu schenken - da ich alle Folgen mehrmals gesehen habe, brauche ich das nicht wirklich - und mir stattdessen Gebäude, Autos, Möbel oder Dekorationen anzuschauen.

In den Geschichten, die ich gelesen habe, fand ich Poirot immer etwas nervig, aber obwohl Suchets Poirot definitiv von sich überzeugt ist, kann ich ihm viel leichter verzeihen, weil er diese Freundlichkeit hat und ich das kleine Lächeln liebe und wie er geht und spricht (auf Englisch, ich hasse die deutsche Synchronisation).

Es ist fast genau zwei Jahre her, daß ich mein letztes Porträt gemacht habe und dieses Muster habe ich sogar noch länger in der Pipeline, aber endlich kann ich David Suchet/Hercule Poirot an meiner Fanwand willkommen heißen (ihr könnt all meine aus Perlen gewebten Porträts hier finden).

Freitag, 19. Juni 2026

Weekend Traffic Jam - Woche 161

Willkommen beim Weekend Traffic Jam Reboot!
Meine Posts für den Linkup gehen freitags um 3.30 morgens live (das ist dem Zeitunterschied zu den USA geschuldet).



Manchmal muß man ganz genau hinschauen, um etwas zu sehen.
Mein Freund und ich mögen diese Stelle, die ich schon vor ein paar Tagen erwähnt habe, die Quelle eines kleinen Flusse in unserer Gegend.
Es ist herrlich, dort etwas zu verweilen, vor allem frühmorgens, wenn niemand anders da ist.


Könnt ihr etwas in der Felswand erkennen?
Schaut her. Sorry, die Bilder sind wegen des Reinzoomens nicht gut.
Wir haben keine Ahnung, ob das ein kleines Schloß oder eine Kirche sein soll oder wer es dort hingestellt hat und wie, aber ist das nicht eine goldige Überraschung?


Seid ihr für das Wochenende bereit?

Als Teil des Reboots werden wir jede Woche einen anderen Blog vorstellen.
Wie wäre es, wenn ihr vorbeischaut und hallo sagt? Sagt ihnen, daß wir euch geschickt haben.

Diese Woche fällt unser Spotlight auf
 Shoreline Journeys Travel.



Jennifer von Shoreline Journeys Travel says: "Meine Familie ist meine Stärke und unterstützt mich bei meinen Reiseangelegenheiten. Ich habe die Liebe meines Lebens & meinen besten Freund 1993 kennengelernt, wir haben gemeinsam das College abgeschlossen, unsere Erwachsenenberufe begonnen und 1997 geheiratet. In unseren Flitterwochen reisten nach Jamaica und stiegen im  Sandals Royal Jamaican (jetzt das Sandals Royal Caribbean) ab und begannen so unsere Reise zusammen. Ich helfe Paaren dabei, romantische Ausflüge zu den Sandals Resorts zu planen, für Flitterwochen, Auslandshochzeiten und die Erneuerung von Gelübden, stelle aber auch tolle Familienreisen zu Beaches Resorts zusammen."


Marsha von Marsha in the Middle hat 2021 als Training mit dem Bloggen angefangen, um ihre Neuroplastizität zu erhöhen. Ach, wem machen wir was vor? Marsha hat mit dem Bloggen angefangen, weil sie Kleidung liebt, und sie redet oder in diesem Fall schreibt einfach gern!

Melynda von Scratch Made Food! & DIY Homemade Household - Der Name sagt schon alles, wir haben uns im Osten von Texas angesiedelt, wobei sich drei Generationen das Land teilen. Ich koche und backe alles selber, wenn ich nicht gerade gärtnere oder den Hühnern nachlaufe, und stricke!

Lisa von Boondock Ramblings erzählt von den Büchern, die sie schreibt und liest, ihrem Glauben, Home-Schooling, Fotografie und mehr.

Cat von
 Cat's Wire hat, was sie ein Springspinnengehirn nennt. Sie hat viele Interessen und bloggt über das, was immer gerade ihre Aufmerksamkeit erregt - Handarbeiten, Bücher, alte Filme, Sammelwertes oder "einfach nur so".

Rena von Fine Whatever Blog schreibt über Stil, Leben im mittleren Alter und die "gut, was auch immer" Momente, die dem Leben Sinn und Spaß geben. Seit 2015 feiert sie Kreativität, Selbstvertrauen und die Freude am Alltag
.


Hier ist meine Auswahl von ein paar Posts aus dem Linkup der letzten Woche (englisch und holländisch)
.


Lydia spricht darüber, Höflichkeit zurückzubringen.

Aletha teilt ein paar Erinnerungen an Hawaii mit uns.

Nicole hat drei Eulenjunge in ihrem Kirschbaum. Ich bin neidisch!

Donna macht "popeye pancakes" (auch Dutch babies oder deutsche Pfannkuchen genannt ... und ja, das verwirrt mich, weil ich hier niemanden kenne, der sie so macht, ihr vielleicht? Ich habe Rezepte dafür als Ofenplannkuchen gefunden, die aber alle vom Original inspiriert waren.


Barbara erzählt uns von einem Tagesausflug ins Dourotal.


Pat wurde Zeugin der Geburt von zwei Maultierhirschkitzen in ihrem Garten.


Macht mit beim Linkup!

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Zur Beachtung:
Wenn ihr am Weekend Traffic Jam Reboot teilnehmt, versichert ihr damit, daß der Inhalt euch gehört und ihr uns erlaubt, denselben zu teilen, falls euer Post oder euer Blog erwähnt werden.
Wir begrüßen unbegrenzten familienfreundlichen Inhalt. Dazu können Meinungsposts, Rezept, Reiseberichte, Modeideen, Handarbeiten, Second-Hand-Einkaufen, Lifestyle, Buchrezensionen  oder -diskussionen, Fotografie, Kunst und noch vieles mehr gehören!
Danke für's Mitmachen!
 



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Donnerstag, 18. Juni 2026

Silent movies - Peter Pan, der Traumelf

Was haltet ihr heute von einem kleinen Ausflug nach Nimmerland?
Ich habe die erste Verfilmung des Theaterstücks und später Roman von J. M. Barrie über den Jungen, der nicht erwachsen werden wollte - "Peter Pan, der Traumelf" von 1924 (witzig, Peter wird nie als Elf bezeichnet, obwohl er im Disney-Film Elfenohren hat).


Ihr seid wahrscheinlich wieder mehr oder weniger vertraut mit der Handlung.

Zuerst lernen wir die Familie Darling mit Mutter, Vater, ihren drei Kindern Wendy, John und Michael und dem Hundekindermädchen Nana kennen. Die Darlings machen sich bereit auszugehen.


Als sich Mr. Darling über Nana ärgert, erzählt ihm seine Frau davon, ein Gesicht am Fenster gesehen zu haben und daß derselbe kleine Junge kürzlich im Zimmer war, Nana ihn aber angesprungen hatte und der Junge - der ein helles Licht als Begleitung hatte - ohne seinen Schatten entkam. Sie denkt, daß er vielleicht zurückkommt, aber Vater bindet Nana trotzdem im Garten an.
Als die Darlings weg sind, kommt der Junge in der Tat zurück, um nach seinem Schatten zu suchen. Es sind natürlich Peter Pan und seine Fee Tinker Bell, die den Schatten in der Schublade findet.


Er fängt an zu weinen, als er ihn nicht wieder festkleben kann, und Wendy wacht auf. Sie stellen sich vor und Wendy näht Peters Schatten an, nachdem sie erfährt, daß er keine Mutter hat, die es tun könnte.


Peter erzählt Wendy, daß er an dem Tag seiner Geburt davongelaufen ist und bei den Feen gelebt hat. Er läßt Tinker Bell aus der Schublade. Als Wendy jedoch zu ihm sagt, daß er ihr einen "Fingerhut" geben kann, was für einen Kuß steht, wird Tinker Bell eifersüchtig und zieht sie an den Haaren.


Nun sagt Peter, daß er ins Nimmerland und zu den "Verlorenen Jungs" - Jungen, die als Babys aus ihren Kinderwagen gefallen sind - zurückkehren muß, weil sie sich vor den Piraten auf der Insel fürchten werden. Wendy ist traurig, also lädt Peter sie ein, mitzukommen und ihre Mutter zu sein.
Er bringt Wendy, John und Michael bei, wie man dank glücklicher Gedanken und Feenstaub fliegt, und obwohl Nana sich losreißt, um ihre Eltern zu warnen, folgen die Kinder Peter und Tinker Bell.


Auf der Insel Nimmerland sehen die Verlorenen Jungs, wie sich Wendy nähert. Die eifersüchtige Tink sagt ihnen, daß Peter möchte, daß sie "den Wendy-Vogel" erschießen, und Tootles schießt sie ab, aber der Pfeil trifft den "Kuß" (eine Eichel), die Peter ihr gegeben hat.
Peter verbannt Tink für eine Woche.


So wird Wendy zur "Mutter" der Jungen mit Peter als "Vater", aber obwohl sie sich in ihn verliebt hat, sind die Gefühle Peters für sie die "eines ergebenen Sohnes". Er läßt sie wissen, daß Tiger Lily, die Prinzessin des Stammes, der auf der Insel lebt (dazu kommen wir später), ebenfalls etwas für ihn sein möchte, aber nicht seine Mutter.
Wendy erzählt den Verlorenen Jungs von der Liebe einer Mutter und daß das Fenster immer für ihre Rückkehr geöffnet bleiben wird, aber Peter meint, daß er versucht habe zurückzugehen und daß das Fenster verschlossen war und ein anderer kleiner Junge in seinem Bett schlief.
Nun hat Wendy Angst, daß ihnen das passieren könnte, und sie möchte heimkehren und alle Verlorenen Jungs mitnehmen, damit ihre Eltern sie adoptieren. Peter weigert sich, mit ihnen zu gehen, weil er nicht erwachsen werden möchte, verspricht aber, Tink mit ihnen zu schicken, um ihnen den Weg zu zeigen.


Inzwischen haben die Piraten den Stamm überfallen, der Peters unterirdisches Haus bewacht.
Käpt'n Hook, dessen Hand Peter abgehauen hat, die dann von einem Krokodil gefressen wurde, läßt die Trommel schlagen, damit sie denken, der Stamm habe gewonnen, und Wendy, ihre Brüder und die Verlorenen Jungs werden gefangengenommen und zum Piratenschiff getragen.
Um Peter loszuwerden, vergiftet er dann dessen Medizin.
Bevor Peter sie jedoch nehmen kann, trinkt Tinker Bell sie und liegt im Sterben. Nur wenn Kinder an Feen glauben, kann sie überleben, also fleht Peter das Publikum an, in die Hände zu klatschen (und ich wette, es wurde laut im Kino!).


Auf dem Piratenschiff will Hook die Jungen über die Planke schicken, vor allem nachdem keiner von ihnen bereit ist, ein Schiffsjunge zu werden. Aber natürlich ist Peter rechtzeitig da, um sie zu retten und stattdessen Hook über die Planke zu schicken ... wo das Krokodil bereits gewartet hat.

Hook war ein toller Bösewicht, überraschenderweise
war es ein anderer Schauspieler als Mr. Darling,
gewöhnlich wurden sie vom selben gespielt.

Das Krokodil spuckt Hooks Haken aus ...

Bevor die anderen zu Hause eintreffen, befiehlt Peter Tink, das Fenster zu schließen, weil er hofft, daß Wendy dann mit ihm auf die Insel zurückkehrt, aber als er die traurigen Darlings sieht, kann er es dann doch nicht tun.
Während Mr. Darling nach Platz sucht, um all ihre neuen Kinder unterzubringen, sagt Mrs. Darling zu Peter, daß er ebenfalls bei ihnen bleiben solle, aber er lehnt ab und bittet Wendy erneut, mit ihm zu kommen. Mrs. Darling erlaubt das nicht, verspricht aber, Wendy jedes Jahr für eine Woche zum Frühjahrsputz zu schicken.
Also kehrt Peter allein ins Nimmerland zurück.


Bevor ich den Film angeschaut habe, kannte ich nur etwas über das Theaterstück aus "Wenn Träume fliegen lernen" und dann hatte ich das Stück (unter der Regie von Sally Cookson) auf National Theatre at Home gesehen (hier ist ein Trailer), was echt faszinierend war, obwohl es sehr lang war, und von dem ich zum ersten Mal von der dunklen Seite von Peter Pan erfuhr.
Dann beschloß ich, auch den Disney-Film anzuschauen, von dem ich nur Ausschnitte kannte, und die Romanumsetzung des ursprünglichen Theaterstücks zu lesen.
Ich weiß, daß es natürlich eine Menge Verfilmungen gibt, alte, moderne, Musicals, Fortsetzungen, Peter als Erwachsenen, sogar Horror, aber irgendwo muß man ein Ende setzen und ich finde, ich habe eine ganz gute Mischung abgedeckt.
Und tatsächlich ist bis jetzt dieser Film mein Favorit.

Sprechen wir erstmal über das offensichtliche Problem.
Der erwähnte Stamm sind amerikanische Ureinwohner, aber "Wir Rothäute - du der große weiße Vater" kommt in unseren Zeiten nicht mehr gut und ebensowenig die Klischees, auch wenn eine Kritik von 1905 es so ausdrückte "Mr. Barrie präsentiert nicht den Piraten oder Indianer des Erwachsenenromans, sondern die von Kinderaugen gesehenen Schöpfungen". Zeitgenössische Produktionen müssen ihre eigenen Wege finden, um damit umzugehen. Ihr könnt einen interessanten Artikel (auf Englisch) im
 Smithsonian Magazine finden.

Ich habe auch die dunkle Seite von "Peter Pan" erwähnt, die im Roman tatsächlich noch mehr zum Ausdruck kommt.
Wußtet ihr, daß Peter "die Jungen aussortiert, wenn sie erwachsen zu werden scheinen, was gegen die Regeln verstößt", wie immer man das interpretieren möchte? Tatsächlich gibt es einige Tode im Roman - obwohl im die Film die Schwerter wie bei Kinderspielen sichtbar zwischen Körper und Arm stechen - und Peter ist auch kein einfacher Held. Dazu, daß er Verantwortung aus dem Weg geht und immer für das nächste Abenteuer bereit ist, kommt auch, daß er oft selbstsüchtig ist und Dinge schnell vergißt. Kein Wunder, daß er eine Mutter brauchte!
Im Roman vergißt er sogar immer wieder, Wendy zum Frühjahrsputz abzuholen, und ist daher eines Tages sehr überrascht, als er sie erwachsen vorfindet, mit einer eigenen Tochter, und irgendwann dann diese Tochter mit einer eigenen Tochter ...

Und so wird es weitergehen, solange Kinder fröhlich
und unschuldig und herzlos sind.

Ich denke aber nicht, daß mir das im Film so sehr aufgefallen wäre, wenn ich nicht vorher den Roman gelesen hätte, auch wenn er sehr nah am Originalstück zu sein scheint.
Übrigens wurde Peter traditionell lange Zeit von jungen Frauen gespielt, der Grund dafür war, daß Kinder so spät nicht auf der Bühne erlaubt waren und erwachsene Männer wegen ihres Aussehens, aber auch ihres Gewichts nicht passend waren. Es wird viel "geflogen"! (Im Stück, das ich sah, war es ein erwachsener Mann und ich muß zugeben, daß mich das nicht völlig zufriedenstellte.)
Die Zwischentitel sind überwiegend Zitate, nur in ein paar Fällen amerikanisiert, zum Beispiel als die Treue zum König zur Treue zu den Stars and Stripes abgeändert wird.

"Peter Pan" ist ein weiterer Film, der als verschollen galt, bis 1971 ein Abzug auftauchte. Wie schade wäre es gewesen, wenn er verschwunden wäre!
Ein Blogautor bemängelte Betty Bronsons Spiel als übertrieben, aber ich fand, daß es in diesem Kontext wirklich gut funktionierte, da ich mir Peter schon als einen kleinen Angeber vorstellte, und sich über Drähte 
in einem Film aus dieser Zeit zu beklagen, schien mir einfach lächerlich.
Eine Menge bekannter Schauspielerinnen sollen damals hinter dieser Rolle hergewesen sein, aber Barrie selbst wählte Bronson.

Ich fand auch, daß die Spezialeffekte für die Zeit toll waren - großer Fan von Tinker Bells Zimmerchen hier -, aber wir dürften auch Nana nicht vergessen. Wer hätte gedacht, daß sich ein Mann in einem Hundekostüm so bewegen könnte? Aber George Ali war ja auch darauf spezialisiert, Tiere auf der Bühne und der Leinwand zu spielen. Möglicherweise war er auch das Krokodil.


Und weil ich bereits mehr Bilder als gewöhnlich geteilt habe, ist hier auch noch die Königin der Meerjungfrauen.


Könnt ihr erkennen, wie sehr mir der Film gefallen hat? Das Video, das ich gesehen hatte, hat überdies auch noch eine Begleitmusik, die wunderbar dazu paßte.
Eine wirklich magische Erfahrung mit einer sehr interessanten Hintergrundgeschichte, absolut eine Empfehlung von mir.

Zu guter Letzt möchte ich noch ein Bild der Peter-Pan-Statue in Kensington Gardens zeigen.
Das erste Mal, daß ich sie sah, waren wir mit einer Fünfjährigen dort und es war toll mit anzusehen, wie sehr sie sie liebte (ich übrigens auch). Dieses Bild ist aus dem Jahr, in dem ich mit einem unwesentlich größeren Ex dort war 
😉
Barrie gab die Statue in Auftrag und ließ sie heimlich nachts aufstellen. Könnt ihr euch die Überraschung der Leute vorstellen, die sie am nächsten Tag fanden?



Quellen und weitere Lektüre (englischsprachig):

1. Lea Stans: Thoughts On: "Peter Pan" (1924). Auf: Silent-ology, 6. Dezember 2018
2. Rick Aragon: Peter Pan (1924): A Review. On: Rick's Cafe Texan, 8. Februar 2012
3. Evelyn Harper: 
The Making of a Legend: How Peter Pan (1924) Enchanted the Silent Screen. On: Dark Skies, 27. Oktober 2025


Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.

Montag, 15. Juni 2026

Buchärgernisse #2

"Ich brauche keine besondere Vorbereitung, weil ich nicht nervös bin, ich habe nicht, was die Deutschen lumpenfever nennen."
Das steht schon in einer englischen Biographie über Peter Ustinov und es war der Tropfen, der das Wasserfaß zum Überlaufen brachte.
Sprechen wir ein bißchen über Wörter aus Fremdsprachen in Büchern.
Ihr könnt euch vorstellen, daß mir in englischen Büchern die falsche Schreibweise oder Grammatik von deutschen Wörtern oder Phrasen schneller auffällt, aber das ist beileibe nicht nur ein Problem der deutschen Sprache.
Ich habe gesehen, wie Deutsche "interessante" Dinge mit der englischen Sprache anstellen, Englisch oder Deutsch sprechende Leute mit der französischen Sprache und so weiter, und das sind nur die Sprachen, von denen ich etwas weiß.

Das wird keine dieser Diskussionen über "das/daß" (obwohl man mich manche solche Dinge wahnsinnig machen können, egal wer es macht oder in welcher Sprache).
Es geht auch nicht um Blogs oder Post in den sozialen Medien. Ich verbreche sicherlich meinen Anteil an Fehlern oder Tippfehlern (und korrigiere sogar echt alte Posts, wenn ich darauf stoße).
Ich spreche von Büchern von großen Verlagen.

Ihr könnt euch denken, was 
lumpenfever bedeutet. In dieser Form natürlich nichts. Ustinov hat nicht über Lumpen gesprochen, sondern über Lampenfieber.


Zu den Sprachen, die Ustinov sprach, war Deutsch, und obwohl es nicht immer perfekt war, was absolut zum Charme beitrug, wäre ich nicht überrascht, wenn sein Biograph vom deutschen "Lampe" verwirrt war, weil es wie das englische "lump" ausgesprochen wird und natürlich klingen "Fieber" und "fever" sehr ähnlich.
Was ich nicht verstehe - und vielleicht ist das nur die Vorstellung eines wahnsinnigen Bibliothekarinnenhirns - ist, warum solche Informationen vor dem Druck nicht geprüft werden.
Ich denke, Ustinovs Biographie war der letzte Tropfen für mich, weil das nicht der einzige deutsche Fehler darin war, es war nur der, der am interessantesten aussah.

Natürlich ist das nicht nur bei Büchern so, sondern auch Artikeln, Fernsehserien, Filmen, Nachrichten.
Ich werde mich immer darüber ärgern (kleinlich, ich weiß), wenn der Name Geoffrey in deutschen Synchronisationen mit o wie in George ausgesprochen statt als Jeffrey, aber das ist nur das erste, was mir einfällt, weil ich es kürzlich wieder in einem Film gehört habe.
Es kann genauso schlimm sein, nicht-deutschen Schauspielern zuzuhören, die Deutsche spielen, wie bei Schauspielern aus dem Vereinigten Königreich, die Amerikaner usw. spielen, oder umgekehrt, oder Deutschen, die einen regionalen Dialekt verstümmeln, der nicht der ihre ist (was sicherlich ebenfalls in anderen Sprachen vorkommt).
Ich finde außerdem, es ist eine Frage des Respekts, vor allem Namen aussprechen zu lernen, die uns fremd sind, und von Leuten, die das professionell machen, würde ich das sogar noch mehr erwarten.

Gibt es etwas in der Art, das euch ärgert?


Übrigens, falls ihr Buchbesprechungen schreibt oder Blogposts über andere Dinge, die mit Büchern zu tun haben - sogar Filme, die auf Büchern basieren - schaut bitte bei "A Good Book and a Cup of Tea" vorbei, einer monatlichen Buch-Linkparty, deren Host ich zusammen mit Erin von Still Life, With Cracker Crumbs und Lisa from Boondock Ramblings bin. Hier könnt ihr mehr herausfinden.

Freitag, 12. Juni 2026

Weekend Traffic Jam - Woche 160

Willkommen beim Weekend Traffic Jam Reboot!
Meine Posts für den Linkup gehen freitags um 3.30 morgens live (das ist dem Zeitunterschied zu den USA geschuldet).



Das ist ein Bild, das mir Freunde von ihrem Urlaub auf einem Campingplatz in den Niederlanden geschickt haben.
Was bringt mich an Hühnern zum Lächeln? Ich weiß es nicht, wollte dieses Lächeln aber mit euch teilen.



Seid ihr für das Wochenende bereit?

Als Teil des Reboots werden wir jede Woche einen anderen Blog vorstellen.
Wie wäre es, wenn ihr vorbeischaut und hallo sagt? Sagt ihnen, daß wir euch geschickt haben.

Diese Woche fällt unser Spotlight auf
 Handmade by Amalia.


Amalia von Handmade by Amalia schreibt: "Willkommen auf meinem Blog! Dies ist der Ort, an dem ich über meine Basteleien schreibe, vor allem Häkeln, Nadelarbeiten und recyceltes Papier, und ein bißchen über mein Leben, soweit es davon berührt ist - Familie, Arbeit, Reisen ... ich möchte mein Leben mit Kreativität und Freundlichkeit leben und mein Blog fordert mich, das zu tun. Ich freue mich, daß ihr vorbeischaut!"


Marsha von Marsha in the Middle hat 2021 als Training mit dem Bloggen angefangen, um ihre Neuroplastizität zu erhöhen. Ach, wem machen wir was vor? Marsha hat mit dem Bloggen angefangen, weil sie Kleidung liebt, und sie redet oder in diesem Fall schreibt einfach gern!

Melynda von Scratch Made Food! & DIY Homemade Household - Der Name sagt schon alles, wir haben uns im Osten von Texas angesiedelt, wobei sich drei Generationen das Land teilen. Ich koche und backe alles selber, wenn ich nicht gerade gärtnere oder den Hühnern nachlaufe, und stricke!

Lisa von Boondock Ramblings erzählt von den Büchern, die sie schreibt und liest, ihrem Glauben, Home-Schooling, Fotografie und mehr.

Cat von
 Cat's Wire hat, was sie ein Springspinnengehirn nennt. Sie hat viele Interessen und bloggt über das, was immer gerade ihre Aufmerksamkeit erregt - Handarbeiten, Bücher, alte Filme, Sammelwertes oder "einfach nur so".

Rena von Fine Whatever Blog schreibt über Stil, Leben im mittleren Alter und die "gut, was auch immer" Momente, die dem Leben Sinn und Spaß geben. Seit 2015 feiert sie Kreativität, Selbstvertrauen und die Freude am Alltag
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Hier ist meine Auswahl von ein paar Posts aus dem Linkup der letzten Woche (englischsprachig).


Paula zeigt uns, wenn man Brombeer-Passionsfrucht-Eistee macht.

Linda zeigt uns Bilder der Zaunkönige, die mietfrei in ihrem Garten wohnen.

Amy spricht über ihre Freitagsfavoriten.

Sally hat für die letzte Style Imitating Art-Challenge Schwarz mit leuchtenden Farben kombiniert.

Lisa teilt eine Linkparty zu Büchern - A Good Book & a Cup of Tea.


Let's link up!

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Donnerstag, 11. Juni 2026

Stummfilme - Huckleberry Finn

1884 erschien der Roman "Die Abenteuer des Huckleberry Finn", die Fortsetzung zu "Die Abenteuer des Tom Sawyer" von Mark Twain, im Vereinigten Königreich und kurze Zeit später in den USA.
Seither gabe es zahlreiche Verfilmungen. Die, die mich am meisten beeindruckte, einfach weil es die erste war, die ich je sah, gehörte zu den berühmten Weihnachtsvierteilern, einer deutsch-französisch-rumänischen Koproduktion von 1968, die ich als Wiederholung sah (ich war mehr am dem Huck-Schauspieler interessiert als an der Geschichte).
Wir hatten auch beide Bücher, die sich jetzt in meiner persönlichen Bibliothek befinden.

Heute habe ich für euch jedoch die früheste Verfilmung, "Huckleberry Finn" von 1920.


Ich bezweifle, daß ich diesmal groß über Spoiler nachdenken muß. Hier ist die Handlung.

Tom Sawyer und sein Freund Huckleberry haben einen Schatz gefunden und Geld daraus erhalten.
Die Witwe Douglas und ihre Schwester Miss Watson nehmen Huck unter ihre Fittiche. Huck ist nicht glücklich darüber, sich benehmen zu müssen, bleibt aber, damit er weiterhin Teil von Toms Bande bleiben kann.


"Pap", sein Vater, ist hinter dem Geld her und verschleppt Huck zu einer abgelegenen Hütte. Nachdem Pap im Delirium Tremens versucht, ihn umzubringen, täuscht Huck seinen Mord vor und flieht.
Als er sieht, daß die Leute aus der Stadt ein Brot mit Quecksilber darin in den Fluß werfen, weiß er, daß sie ihn für tot halten, und er macht Jackson's Island zu seinem "Königreich".
Eines Morgens findet er dort den schlafenden Jim vor, einen von Miss Watsons Sklaven. Jim ist weggelaufen, weil Miss Watson ihn an einen schlechten Mann verkaufen wollte. Er kann kaum glauben, daß Huck am Leben ist und bittet ihn, bei ihm bleiben zu dürfen.


Huck geht als Mädchen verkleidet in die Stadt, um das Neueste zu erfahren, und erfährt, daß die Stadtbewohner Jim im Verdacht hat, ihn ermordet zu haben und dann weggelaufen zu sein, und daß sie ihn auf Jackson's Island suchen wollen.


Also nehmen sie das Floß, das Jim gebaut hat, und fahren den Fluß hinunter, wo ihnen zwei Diebe begegnen, die aus einer Stadt geflüchtet sind.
Einer davon behauptet, von Geburt ein Herzog und ein Schauspieler zu sein (der andere bezeichnet sich im Buch als König), und in der nächsten Stadt legen sie das Publikum mit überteuerten Eintrittskarten für einen Bühnenauftritt herein.


Weiter den Fluß hinunter begegnet ihnen ein Mann, der die beiden Diebe fragt, ob sie die Brüder eines Mr. Wilks sind, der gestorben ist. Als sie hören, daß er einiges an Besitz hinterlssen hat, sehen sie eine Gelegenheit, Mr. Wilks' drei Töchter um alles zu betrügen.
Huck verliebt sich allerdings in eine der Töchter, Mary-Jane, und nach einer Weile verrät er ihr, daß die "Brüder" Gauner sind.


Dann tauchen zwei Männer auf und können durch ihre Kenntnis über die Tätowierung auf der Brust des Toten beweisen, daß sie die echten Brüder sind.
Huck und Jim gelingt es nicht, ohne die zwei Gauner abzuhauen, und als sie die nächste Stadt erreichen, verkauft einer von ihnen Jim an einen Mann names Phelps. Huck beschließt, Jim zu retten. Als er bei der Plantage ankommt, wird er von Mrs. Phelps begrüßt, die zufällig Tom Sawyers Tante ist und ihn für Tom hält.
Auf dem Weg nach Pikesville, um "seinen" Koffer zu holen, trifft Huck auf Tom.


Er erzählt ihnen von seinen Abenteuern und Jim, und natürlich denkt sich Tom sofort einen Plan aus. Er wird vorgeben, sein Bruder Sid zu sein, und werden Jim bei der Flucht helfen (wozu eine Verkleidung in Frauenkleidern gehört).
Als sie Jim herausschmuggeln und zum Floß gehen, werden sie von den Stadtbewohnern verfolgt und Tom bekommt einen Schuß ins Bein ab (die Szenen fehlen im Video). Obwohl Tom die Flucht durchziehen möchte, besteht Jim darauf, daß Huck einen Arzt holt, der Tom dann zum Haus der Phelps zurücktragen läßt.


Am nächsten Tag erscheint Toms Tante Polly und erzählt ihnen, daß Miss Watson vor einem Monat gestorben ist und Jim seine Freiheit gegeben hat, wie Tom weiß. Als er gefragt wird, warum er einen freien Mann befreien wollte, antwortet Tom, daß er es wegen des Abenteuers getan hat und er mit Huck ein weiteres erleben wird.
Huck jedoch wünscht sich, daß Tante Sally ihn adoptiert, damit er ein wohlerzogener junger Mann werden und zu Mary-Jane zurückkehren kann.

Und das erzählt er auch Mark Twain am Ende - daß es über ihn nichts mehr zu schreiben gibt außer vielleicht irgendwann eine Liebesgeschichte ...


Ich will gar nicht auf die Kontroverse rund um das Buch selber eingehen. Der Film hatte ein paar rassistische Momente, aber das hat mehr mit der Vorlage selber zu tun. Das N-Wort wird nur einmal von Jim selber benutzt. Ich weiß nicht, ob das Absicht waar.

William Desmond Taylor (heute bekannter für den ungelösten Mord an ihm im Jahr 1922 und dem darauf folgenden Skandal) hat drei Film nach den Büchern von Twain gemacht, "Tom Sawyer" 1917, "Huck and Tom" 1918 und "Huckleberry Finn" 1920.

Der Film wurde als verschollen angesehen, bis in den 60ern ein Abzug davon in einem dänischen Archiv gefunden und 2006 restauriert wurde. Wie oben erwähnt fehlen Szenen, die in Zwischentiteln erläutert werden.
E. W. Kemble, der Illustrator der Originalausgabe, meinte, daß Taylor seine Illustrationen nahm und zum Leben erweckte.

Tatsächlich ist der Film recht buchgetreu, obwohl Teile ausgelassen wurden, zum Beispiel wie Jim Paps Leiche findet oder die tödliche Familienfehde, deren Zeuge Huck wird.
Daß diese fehlen, macht ihn zu einer recht freundlichen Verfilmung, obwohl der Teil, in dem Huck von seinem Vater festgehalten und bedroht wird, ziemlich gewalttätig ist.
Ich denke, es wäre interessant, mehr davon zu sehen, wie mit der Erzählung um Jim herum umgegangen wurde, die leider fehlt, zum Beispiel der Flucht (Schande über Tom dafür, einen so komplizierten Plan nur um des Abenteuers willen auszuhecken anstatt Jim zu sagen, daß er ein freier Mann ist). Ich hätte das der Geschichte vom Herzog und König vorgezogen, die sehr langsam war.
Außerdem wurde die Beziehung zwischen Huck und Jim nicht sehr erforscht, Hucks Entscheidung, Jim nach dem Verkauf zu retten, ausgeschlossen.

Lewis Sargent gab einen überzeugenden Huck ab, und es ist erwähnenswert, daß in einer Zeit, in der Blackface in Filmen gängig war, die Rolle von Jim nicht von einem weißen Mann, sondern von George Reed gespielt wurde.

Alles in allem wird es der Film nicht auf meine Favoritenliste zum nochmal Anschauen schaffen, weil ich mit der Geschichte an sich ein Problem habe.


Quellen (englischsprachig):

1. David Kiehn: Huckleberry Finn. Auf: San Francisco Silent Film Festival. Essay. 2011
2. Lorraine Lo: Huckleberry Finn (1920). Auf: TCM. Articles. 10. Oktober 2011


Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.