Dienstag, 18. Juni 2024

Kreative Energie

Wow, es ist schon wieder eine Weile her, aber tatsächlich paßt das ganz gut zum heutigen Thema.

Mein Tank mit kreativer Energie war schon eine Weile zwar nicht leer, aber verschlossen gewesen, könnte man sagen.
Ich habe immer eine Liste von Ideen im Kopf, von denen manche schon seit Monaten existieren oder noch länger, und immer neue kamen dazu.
Das ist nicht neu, ich habe das schon immer so gemacht, und ich schätze mal, daß 90 % davon nie umgesetzt wurden, entweder weil ich gleich wieder sehr schnell vergesse (da ich normalerweise nichts aufschreibe) oder weil etwas Neues meine Aufmerksamkeit erregt (oooh, was Glänzendes) oder weil ich nicht schnell genug herausbekam, wie ich etwas hinbekommen könnte (ich kann ewig herumexperimentieren, wenn ich einmal dabei bin, aber ich kann Dinge auch sehr schnell aufgeben, bevor ich sie überhaupt angefangen habe) oder weil sie in der berüchtigten WIP-Schublade gelandet sind (was tatsächlich das Codewort für Schubladen oder Schränke in der ganzen Wohnung ist).

Eine ganze Zeit lang hatte ich aber keinerlei Motivation oder Enerige, irgendetwas anzufangen. Nachts lag ich im Bett und dachte mir alle möglichen fantastischen Dinge aus, die zweifelsohne die Handarbeitswelt revolutioniert hätten ;-)
Am nächsten Tag klickte ich mich dann ziellos durch Webseiten oder schaltete beim Fernseher hin und her und dachte, daß ich jetzt echt was anfangen sollte, konnte mich aber meistens nicht dazu aufraffen.
Es ist nicht so, als hätte ich gar nichts gemacht, und wenn ich erst einmal in diesem fast meditativen Zustand war, machte ich auch weiter, aber das war weit entfernt davon, wie ich vorher gearbeitet hatte, und ich hatte keine Ahnung, was los war und ließ mich manchmal echt davon runterziehen.

Vielleicht hätte ich eher erkennen sollen, daß es eine Art Schmuck-Burnout war. Ich schätze, ich war so daran gewöhnt, Schmuck zu machen, daß ich nicht mal bemerkte, daß es mich gerade nicht nur nicht glücklich machte, sondern außerdem meinen Drang, etwas anderes zu machen, unterdrückte, weil ich das Gefühl hatte, ich müsse stattdessen neue Designs machen.
Dazu dann noch eine großzügige Portion Weltschmerz, das hat auch nicht gerade geholfen.

Also beschloß ich, eine meiner sehr aktiven Verkaufsgruppen zu verlassen, die leider schon zu lang nicht mehr erfolgreich für mich war, um etwas von dem Druck loszuwerden und etwas für mich selber zu machen, das schon fast anderthalb Jahre auf meiner Liste stand! Dafür plane ich einen extra Blogpost, weil ich erst noch ein paar Detailbilder machen möchte.
Dann war natürlich noch etwas vollkommen Neues auf meiner Liste, von dem ich euch gern erzählen würde.

Ich bin schon lang von anderen Kunsthandwerken fasziniert. Ich schaue mir gern Videos über Töpfern, Nähen, Weben und mehr an, aber zwei Dinge haben mein Interesse wirklich geweckt - Spinnen und Sticken.
Nun habe/hatte ich zwar Freundinnen, die spinnen - leider nicht in meiner Nähe - aber ich hätte nie gedacht, daß ich es selber mal ausprobieren würde, und nun kämpfe ich immer noch mit Anfänger-Handspindeln, nach Wochen, in denen ich nicht mehr als 12 cm brauchbares Garn produziert habe. Ich fange zu denken, daß das ein Zeichen sein sollte, aber hey, der Dekan genießt es so zu helfen und hat Spaß! Nicht daß es das einfacher machen würde. Noch gebe ich aber nicht auf.

Handsticken ist ein anderes Thema.
In der Grundschule hatten wir etwas wie ein Stickheft. Das war kein Sampler, meiner Erinnerung nach sah es wirklich wie ein Büchlein aus und jede Seite war dazu da, einen bestimmten Stich zu üben. Ich war echt schlecht darin, vielleicht nicht so ungewöhnlich für eine 6- oder 7jährige, aber andererseits führten meine Schulerfahrungen dazu, daß ich lange dachte, ich könnte gar keine Handarbeiten irgendwelcher Art.
Meine zweite Erfahrung mit Sticken kam, nachdem ich in einem Wolleladen gewesen war - ich hatte mit ungefähr 17 das Stricken für mich entdeckt, viel später als all die anderen in meiner Runde - und einem hübschen Tischtuch-Set mit kleinen Veilchen nicht widerstehen konnte. 1 1/2 Veilchen waren mein Limit, meine Schwester machte es schließlich fertig.
Das wars. Ich faßte kein Stickgarn mehr an. Dann, viele, viele Jahre später, entdeckte ich auf einer britischen Webseite Metallfäden - oooh, es glänzt - als ich eigentlich nach einem bestimmten Kalender suchte, und noch später machte eine Freundin ein Kit der RSN-Tutorin Becky Hogg, in das ich mich verliebte, einen kleinen Goldwork-Fuchs. Es dauerte lange, bis ich den Sprung wagte und das Kit selber bestellte, und dann dauerte es noch länger, bis ich endlich damit anfing. Ich kann gar nicht sagen, wie oft ich diese Schachtel aufmachte, die Metallfäden bewunderte, aber zu feige war, es zu probieren.
Vor ein paar Monaten dann schrieb Deana von vuvu_ceramics etwas in einem ihrer Instagram-Posts, das mir wirklich den Tritt versetzte, den ich brauchte. Ich kann mich nicht an die genauen Worte erinnern, aber es ging darum, Dinge einfach anzupacken und Spaß damit zu haben, egal wie sie werden. Das hatte ich schon vorher gehört, aber die Art, in der sie das sagte ... ich kann auch nicht erklären warum, aber ich kommentierte, daß ich mich mit einem Kit, das ich gekauft hatte, schwertäte, weil ich Angst hatte, es zu verderben, und dann meldete sich Lauren (Confesstress) mit ermutigenden Worten und etwas Hilfestellung ... nun, ich fing tatsächlich an, an meinem Kit zu arbeiten.
Ich lüge nicht, wenn ich sage, es war hart. Ich hatte nie zuvor von Couching (Aufnähen von Fäden mit einem zweiten Faden) und Punching von Fäden (das Einnähen und Befestigen auf der Rückseite des Stickstoffs) und Cutwork (das Schneiden von feinen verdrehten Metall"federn", die man dann wie Perlen aufnäht) und Purl und Passing (verschiedene Fäden, keine Ahnung, wie sie auf Deutsch heißen) und all dem auch nur gehört. Außerdem hatte ich nicht erwartet, daß meine Hände so wehtun würden, aber gleichzeitig den Stickrahmen zu halten und zu versuchen, die Metallfäden geformt auf dem Stoff aufzulegen, damit ich sie aufnähen konnte, war wirklich hart für sie. Ich mußte mich dazu zwingen, Pausen zu machen, obwohl ich das nicht immer wollte, weil ich so wild entschlossen war, daß das kein WIP werden würde.
Und ich habe es fertiggemacht. Ist es perfekt? Himmel, nein. Es hat Fehler und Fehler und Fehler, die ich nicht auflisten werde (man sieht sie sowieso). Aber ich habe es fertiggemacht und war darüber sogar glücklicher, als ich es erwartet hätte. Nimm das, Stickheft!!
Tatsächlich gab es einen Fehler, den ich meinte, verstecken zu müssen, statt also das Gesicht nicht zu besticken wie vorgesehen, nähte ich weiße Rocailles in zwei Größen auf, darum guckt mein Füchslein nun etwas schräg, wahrscheinlich aus Überraschung, endlich doch noch das Tageslicht erblickt zu haben.
Zuerst wollte ich Foxy in etwas Gras mit Blumen setzen, aus Perlen oder in einem ehrgeizigen Versuch, noch mehr Stickstiche zu verwenden, die ich nicht wirklich kannte (obwohl jemand, der ungenannt bleiben soll, ein Konvolut mit willkürlich ausgewählten Fadenfarben gekauft haben mag), aber nachdem ich so weit gekommen war, wollte ich den Stoff nicht versauen.
Also habe ich stattdessen - und ich hoffe wirklich, Becky vergibt mir, daß ich das Design geändert habe, wenn auch nur ein klein wenig - kleine und winzige goldene Rocailles rund um Foxy verstreut. Ich nehme an, ich kann einfach nicht ohne Perlen und außerdem liebe es, Techniken zu verbinden.

Und hier ist nun Foxy.
Wenn ihr es bis hierher geschafft habt, vielen Dank für eure Geduld!




Die beiden Bilder sind unter meinen Tageslichtlampen gemacht, aber schaut, wie hübsch Foxy in warmem Licht ist!

Mittwoch, 1. Mai 2024

Nostalgie - Das geheimnisvolle Zebra

Vor einigen Jahren, als ich noch die "Fundstücke der Woche"-Posts machte, hatte ich ein paar, "Ich bin eine Sammlerin" genannt, in denen ich Vintagestücke zeigte.
Über die Zeit sind meine Sammlungen zum größten Teil nicht mehr gewachsen, aus unterschiedlichen Gründen, aber sie sind noch da und immer noch geliebt. Ich habe auch Vintagestücke, manche geerbt, manche geschenkt, manche von Flohmärkten, manche interessanter als andere.
Ich dachte also, es könnte Spaß machen, immer mal wieder welche davon zu zeigen und ihre Geschichte zu erzählen.

Heute habe ich einen geheimnisvollen, kleinen Freund aus meiner Steiffsammlung mitgebracht.
Steiff war schon immer für Werbeartikel bekannt, von einer Blattlaus für eine Chemiefirma bis hin zu einem kleinen Teddy für Hustensaft, aber auch Cartoonfiguren wie Micky Maus.


Wie ihr sehen könnt, ist dieser kleine Kerl ein Zebra. Das ist natürlich nicht ungewöhnlich, aber anders als sein Zebrakumpel, mit dem er sich die Artikelnummer teilt, hat sein Fell aus Baumwollsamt nicht nur schwarze oder braune Streifen (ja, selbst die "gewöhnlichen Steiffzebras haben nicht alle die gleiche Farbe) ...



... sondern ein Teil seiner Streifen sind grün. Häh?



Das Grün ist nicht über die Originalstreifen gemalt und es ist auch nicht auf die einzelnen Teile des Zebras beschränkt, an manchen Stellen sieht man, daß es über die Nähte verläuft.


Wurde die Farbe aufgesprüht? Warum grün? Und warum nicht alle Streifen?
Dann ist da natürlich auch noch das Wort "arco" auf beiden Hüften.



Ich habe es mehr als einmal versucht, konnte aber nichts herausfinden. Also wandte ich mich schließlich an die Expertin Steiffgal und hoffte, sie würde mir weiterhelfen können. Sie ließ mich wissen, daß es in einem Sortimentsführer, den ich nicht habe, ein Bild des arco-Zebras gibt, aber dort hieß es nur, daß es von 1954 ist und ein Werbeartikel für "Arco" war.
Das hatte ich mir ja schon ausgerechnet, aber was ist oder war "arco"? Ist es eine Marke, ist es ein Firmenname? Was hatte es mit der Farbe Grün zu tun?
Interessant ist auch, daß das Zebra im Buch als grün und weiß beschrieben wird und auf dem Bild auch so aussieht, kein Braun zu sehen, während meines nur ein paar grüne Stellen hat und das Grün leuchtender zu sein scheint.
Hing das von der Person ab, die die Streifen aufbrachte oder hatte es mit dem Produktionsprozeß zu tun?

Leider habe ich keine Möglichkeit, das nach 70 Jahren herauszufinden, mein kleines Zebra wird also ein Geheimnis bleiben.
Und warum habe ich das Gefühl, daß es mich auslacht? ;-)


Dienstag, 9. April 2024

Charade - eine kleine Hommage

Es ist wirklich unglaublich, daß ich nie ein Zitat aus diesem Film benutzt habe, als ich noch das Zitat der Woche gemacht habe, weil er einer meiner absoluten Lieblinge ist.
Cary Grant? Audrey Hepburn? Spannung, Geheimnis, Liebe und Witz? Ich bin dabei, vielen Dank.
Ich spreche natürlich von Charade von 1963, und wenn ihr den Film nie gesehen habt, das aber noch möchtet, solltet ihr jetzt aufhören zu lesen oder zu schauen. Spoileralarm!

Kurz gesagt, Audrey Hepburn - Reggie - findet heraus, daß ihr Ehemann, von dem sie sich scheiden lassen will, weil es bei ihm immer nur Geheimnistuerei und Lügen gibt, nicht nur tot ist, sondern daß er ihr außer einer leeren Wohnung und ein paar Sachen in einer kleinen Tasche nichts hinterlassen hat.
Außerdem ist er auch noch ein Dieb gewesen, der von seinen Komplizen gestohlen hat, und die sind nun hinter ihr her, weil sie überzeugt sind, daß sie das gestohlene Geld hat oder zumindest weiß, wo es ist. Schmeißen wir noch einen falschen Agenten dazu, Cary Grant als den verdächtigen Helfer, dessen sie sich nie sicher sein kann, obwohl sie sich in ihn verliebt hat, packen wir sie alle in das Paris der 60er, und ihr könnt euch auf eine wilde Fahrt gefaßt machen - "den besten Hitchcock-Film, den Hitchcock nie gemacht hat".

Für einen "Film-Showcase" in einer meiner Facebook-Verkaufsgruppen sollten wir Stücke designen, die von Filmen inspiriert wurden, und Charade war der zweite, der mir einfiel (der erste war Der Weiße Hai und vielleicht mache ich noch einen Post darüber, was ich darauf basierend gemacht habe).

Ich konnte nur "Briefmarken" und "Eiffelturm" denken, und ohne genau zu planen, wie ich diese zwei Dinge unter einen Hut bringenn wollte, besorgte ich mir ein par Eiffelturm-Charms und holte die alte Briefmarkensammlung der Familie aus der Schublade.
Wißt ihr, Reggies Mann hat von dem Geld nämlich drei sehr seltene und wertvolle Briefmarken gekauft, die für alle sichtbar auf einem Umschlag kleben, aber es dauert den ganzen Film, bevor ihnen das klar wird.
Da hat Reggie die Marken aber schon dem kleinen Sohn ihrer Freundin gegeben, der sammelt (so wie meine Geschwister und ich es als Kinder waren), und er hat sie bei einem Briefmarkenhändler eingetauscht. Es ist eine meiner Lieblingsszenen im Film, wie sie zu dem Laden gehen und der Händler ihnen jede Marke liebevoll beschreibt, bevor er sie zurückgibt, weil er bereits auf sie gewartet hat, denn er wußte, das mußte ein Fehler sein.
Als Reggie sagt, daß es ihr leid tut, sagt er: "Ein paar Minuten haben sie mir gehört. Das genügt mir."
Mein Sammlerherz fühlt diese Worte so richtig, jedes Mal aufs Neue.

Ich hatte gedacht, es würde einfacher sein, Briefmarken aus der Sammlung auszusuchen, die in Farbe und Design gut zusammenpassen und das richtige Gefühl erzeugen würden, aber nicht nur wollte ich so manche Serie nicht auseinanderreißen, sondern ich dachte auch, daß riesige, bunte Marken mit Astronauten oder exotischen Tieren wohl nicht so ganz zum Design passen würden ;-)
Schließlich wählte ich drei Marken, und nach einem verhunzten ersten Versuch, der dazu führte, daß ich beim zweiten Mal ein paar Dinge anders macht, machte es echt Spaß, an diesem Anhänger zu arbeiten. Dies ist eins der Stücke, das nicht einfach nur ein gewöhnliches Design für mich ist, sondern etwas sehr Persönliches. Wenn ihr einen Film oft gesehen habt, habt ihr dann auch eine Erinnerung an die Umstände, unter denen ihr ihn gesehen habt oder an die Emotionen?

Falls der Anhänger bei mir bleibt, was er wahrscheinlich wird, da ich bezweifle, daß er in anderen die gleichen Gefühle hervorruft, wird es trotzdem noch nützlich sein, mich daran zu erinnern, was ich daraus gelernt habe - die Briefmarken zu versiegeln, zu befestigen und mehr.

Hier ist übrigens ein Artikel auf Englisch über die wundervolle Szene mit dem Briefmarkenhändler. Ich bin nicht die einzige, die sie liebt.
Und hier ist ein deutscher Artikel, der etwas über die Marken im Film erklärt, was tatsächlich recht interessant ist.




Sonntag, 24. März 2024

Wie jetzt - angeschlagen?

Vor ein paar Wochen hat Rachel von The Glass Cavern zwei Bilder auf Facebook gepostet, von einem Ammonit mit eingelegten Bello-Opalen (im Labor hergestellt). Ich habe sie mehr als einmal bewundert - und nicht nur die Ammonite, Rachel macht wunderschöne Lampworkperlen und soviel mehr - aber ich versuche, aus meinen Vorräten zu arbeiten und meine Rocaillebestellungen sind schlimm genug, also habe ich immer widerstanden.

Dieser Ammonit war jedoch etwas anders. Beim Polieren geschah ein kleines Mißgeschick und der Rand wurde etwas angeschlagen. Weil sie wollte, daß er in der Schublade landete, postete Rachel ihn und fragte, ob jemand daran interessiert war, um ihn für Drahtwickeln oder eine Fassung zu verwenden.
Ich gebe gern zu, daß ich mich auf diese Chance stürzte wie ein Falke auf eine Maus, obwohl ich anfangs gar keine Idee dafür hatte und Minuten später nur eine sehr vage. Als der Ammonit dann hier ankam, hatte diese Idee bereits beschlossen, mein Gehirn wieder zu verlassen, weil ich sie nicht aufgeschrieben hatte.


Also mußte ich mir etwas Neues einfallen lassen und beschloß, etwas für mich wirklich ganz Neues auszuprobieren. Ammoniten sind natürlich oben flach, aber nicht unten, und von einem anderen Anhänger wußte ich, daß es etwas schwierig sein konnte, eine gute Fassung dafür zu fädeln.

Wie wäre es, unten Stickunterlage anzubringen und das Fossil so auszugleichen? Wie wäre es, dieses Stück etwas größer zu machen und dann darauf Perlen zu nähen? Oh, oder wie wäre es, Stickunterlage in Schichten anzubringen, um sowohl die Unterseite auszugleichen als auch den Ammoniten zu "vervollständigen", damit ich eine Fassung rundherum fädeln konnte und damit eine noch bessere Möglichkeit hatte, den angeschlagenen Rand zu verstecken?
Ich mußte echt improvisieren, war aber angenehm überrascht, als es genau so funktionierte, wie ich mir das erhofft hatte.

Nachdem ich die Fassung in bronzefarbenen und goldenen Rocailles gefädelt hatte, mußte ich diesen extra Raum auch irgendwie füllen. Ich entschied mich für einen organischen Look mit einer Mischung aus golden Rocailles in den Größen 11 und 15, wobei ich eine Schicht Perlen einzeln aufnähte, durch alle Schichten der Stickunterlage hindurch, und dann darauf einzelne extra Perlen hinzufügte.
Rundherum verläuft ein zweireihiger Rand aus goldenen Rocailles und nur um den Ammonit selber eine Verzierung mit Granatperlen. Für letztere wählte ich unterschiedliche Größen, damit manche tiefer und manche höher sitzen, um das organische Gefühl der goldenen Ergänzung aufzugreifen.

Mit der Öse hatte ich wirklich zu kämpfen.
Wegen der Spirale ist der Anhänger nicht symmetrisch, auch wenn man das vielleicht nicht auf den ersten Blick bemerkt, und ich war mir nicht sicher, ob ich eine sehr einfache Öse In Peyote oder Herringbone wollte oder etwas ein wenig Auffallenderes wie eine Dreiecksöse in Peyote.
Um ehrlich zu sein, hätte ich überhaupt keine Öse oder eigentlich eine versteckte bevorzugt (vielleicht habt ihr schon das schon in meinen früheren Perlenanhängern bemerkt, egal ob gewebt, gefädelt oder gestickt), und nachdem ich den besten Weg ausgetüftelt hatte, machte ich das dann auch.


P.S. Wie üblich fiel es mir schwer, nichts Baumelndes hinzuzufügen, aber ich denke, das hätte hierzu wirklich nicht gepaßt.

Montag, 11. März 2024

Flattern in den Frühling

Seit meine Freundin Michelle ihren Spoonflower-Shop eröffnet hat, habe ich darüber nachgedacht, eines ihrer Stoffdesign in einem meiner Schmuckdesigns zu verwenden.
Falls ihr Spoonflower nicht kennt, die Plattform bietet "Premiumstoffe, -tapeten und -heimdekor, die auf Bestellung mit einzigartigen Designs von unabhängigen Künstlern auf der ganzen Welt bedruckt werden".
Dies war meine erste persönliche Erfahrung mit Spoonflower, obowhl ich schon vor Jahren das erste Mal davon gehört habe.
Ich wußte nur, daß ich mein liebstes unter Michelles Designs verwenden wollte, "Whimsical Watercolor Wildflowers on Turquoise", aber offensichtlich nur einen sehr kleinen Teil davon, da es sich nicht um ein Miniaturmuster handelt. Da ich nicht wußte, was mich erwartete, bestellte ich erstmal nur ein Muster, um zu sehen, was ich damit wohl tun könnte, und wählte eine feste Baumwolle, die einen guten Untergrund abgeben würde, um darauf zu sticken. An diesem Punkt war es nur ein vager Plan, ich hatte noch überhaupt keine Details ausgearbeitet.

Bis das Muster bei mir ankam, hatte ich etwas mehr darüber nachgedacht. Für einen Drahtwickeloktopus (den ich hier nicht gezeigt habe, es ist eine Komponente für das Korbflechtprojekt einer Freundin) hatte ich mir ein paar große flache Kupferringe bestellt (woher kommt es, daß ich nie nur ein Stück bestellen kann?) ... ah, ihr erinnert euch an meinen letzten Post mit dem Vorhangring? Ja, diesmal würde ich eine andere Art von "Rahmen" machen.
Die Ringe sind groß genug, um einen hübschen Stoffausschnitt auszuwählen und etwas Eigenes hinzuzufügen - ich hatte noch nicht festgelegt was - und sie sind leichter, falls jemand keinen schwereren Anhänger mag.

Schritt 1 - die "Leinwand" vorbereiten.
Ich bedeckte den Kupferring nicht komplett mit der Perlenfassung, um ein Passepartout anzudeuten.


Schritt 2 - kleine Tautropfen auf die Pflanzen sticken. Das war einfach.

Schritt 3 ... Schritt 3 ... Schritt 3 ... etwas, das auf dem leeren Platz über der Pflanze sitzt. Eine Libelle. Eine Fee. Ein Schmetterling!
Dies war aus mehr als einem Grund die richtige Wahl (aber das wird eine andere Geschichte).
Eine Sekunde lang erwägte ich, ihn direkt auf den Stoff zu sticken, aber dann wurde mir klar, daß ich ihn 3D wollte (was ebenfalls mit dieser anderen Geschichte zu tun hat).

Also bestickte ich ein Paar Flügel mit Perlen, in Farben mit Silbereinzug, die zum Hintergrund paßten und für etwas Glitzer sorgten und nähte sie an einen kleinen aus Perlen gefädelten Körper.
Zuletzt gab ich meinem Schmetterling zwei kleine geflügelte Freunde.

Eine einfache Öse und mein Anhänger war fertig :-)


Donnerstag, 15. Februar 2024

Mondnetz

"Eure Januar/Februar-Challenge ist es, etwas zu machen, das euer Sternzeichen abbildet." Danke, JAC Meisterin der Challenges. Ich habe zwar mal eine Krabbe gemacht, aber nicht von Sternzeichen inspiriert, und eine schnelle Suche auf meinem Blog informierte mich, daß ich in der Tat niemals
von meinem Zeichen inspiriert wurde.

Anfangs hatte ich überhaupt keine Idee, aber dann fand ich ein Stück blauen Stoff, der hier herumliegt, seit ich begann, Schmuck zu verkaufen. Eine Freundin von mir, die nähte, war zu Besuch und wir gingen in die "Nähwelt" in der Stadt, einem Laden für Stoff, Nähmaschinen, Kurzwaren, suchten einen dunkelblauen Stoff mit großen goldenen Sternen darauf aus, und sie machte mir eine Ladung Schmuckbeutelchen daraus. Einen Teil des Stoffes nahm ich als Hintergrund für Fotos und als "Stola" für Jo, meinen Puppenkopf, irgendwann packte ich ihn dann weg.
Als ich ihn jetzt fand, dachte ich bei der blauen Seite ohne Sterne sofort an den Nachthimmel, was mich dazu inspirierte, nach einem meiner Vorhangringe aus Metall zu suchen.
Ich dachte, ich hätte euch meinen ersten Perlenstickanhänger gezeigt, in dem ich solch einen Ring verwendet habe, aber anscheinend habe ich ihn nur auf der Galerieseite, hier ist er also. Es war eine Neuinterpretation einer meiner liebsten HeatherCats, Silhouette Cat.


Ich klebte den Vorhangring auf, fädelte die Fassung und stickte die Szene auf, was sich viel einfacher anhört, als es war, da der Ring ganz schön massiv ist. Ich versichere euch, ich habe daraus nichts für das Challengestück gelernt.
Es wäre schlauer gewesen, die Szene aufzusticken, ohne daß der Ring im Weg ist, ihn dann aufzukleben und die Fassung zu machen, aber die Szene müßte perfekt in der Größe sein, damit das auch klappt. Vielleicht werde ich beim nächsten Mal daran denken, es so zu probieren.

Mein Plan war gewesen, die Sternenkonstellation für Krebs aufzusticken, mit einer Sternenperle für den größten Stern, einer größeren Rocailles für den kleineren, und Kristallen für die übrigen.
Als ich das aber fertig hatte, haßte ich es rundum. Es sah wie eine schräge Uhr aus, auf die kleine Fläche gequetscht. Ich schnitt alles wieder auf und dachte, ich könnte den Ring einfach für eine andere Nachtszene benutzen und ein völlig neues Challengestück anfangen.

Die Wahl eines größeren Katzenaugencabochons für den Vollmond ist eine Verneigung an das schönste Perigäum, das ich je erlebte, als der Mond auf unserer Fahrt zur Arbeit so groß war, daß es sich anfühlte, als könnten wir einfach hineinfahren. Es war wirklich magisch.
Was als nächstes?
Ich entschied mich für ein Spinnennetz, noch so etwas, was mich schon immer fasziniert hat. Mit Spinne natürlich.
Dann kam es mir. Wie wäre eine winzige Krebskonstellation neben dem Mond, zu dem wir Krebskinder uns so oft hingezogen fühlen ...

Voilà, mein Challengeanhänger.
Manchmal geht meine Muse schon seltsame Wege.

Mittwoch, 24. Januar 2024

Noch eine Geschichte von Perlensuppe

"Mich erschreckt Perlensuppe nicht." Das habe ich in dem Post über das Winterkometen-Ornament in meinem Adventskalender geschrieben. Perlensuppe macht mir keine Angst."
Nicht mal, wenn sie zehn Jahre alt ist, tatsächlich wahrscheinlich sogar noch älter, weil ich sie in meinen frühen Perlenwebtagen gemischt habe, für ein Projekt, das niemals geschah.
Immer mal wieder pickte ich mir Perlen heraus, für den Winterkometen und ein Paar Ohrringe mit weißen Elefanten zum Beispiel.

Es war an der Zeit, das Döschen leerzubekommen, und das tat ich.
Ich hatte schon den Plan gefaßt, gefaltete Peyote-Ohrringe aus einer Perlensuppe und in einer kleineren Größe als die letzten auszuprobieren, und es gelang mir, die ganze Suppe aufzubrauchen, mit Hilfe von noch mehr der klaren Perlen mit Silbereinzug.
Ich machte vier Komponenten aus dem gefalteten Peyote in zwei verschiedenen Größen. Aus einem Paar wurde ein Paar Ohrringe, indem ich sie von gefädelten Herzchen hängte.



Dann fing ich an, mit dem zweiten Paar zu spielen. Ich dachte mir, ich könnte etwas Neues damit machen (neu für mich, nur weil ich es bisher noch nicht gesehen habe, heißt ja nicht, daß es nicht existiert). Nachdem ich ein paar Endperlen weggeknipst hatte, konnte ich die zwei Komponenten mit Perlen vrebinden und sie so in eine Raute verwandeln.
Was nun?
Nun, im selben Döschen war ein kleines Spike-Ding, das ich ein paar Monate zuvor improvisiert und vor kurzem mit ein paar Kristallrondellen zu einem Anhänger gemacht hatte.
Den befestigte ich an der Raute und es gefällt mir tatsächlich. Für mich hat sie jetzt einen Art archaischen Fantasylook. Was seht ihr darin?