Donnerstag, 6. August 2026

Stummfilme - Der blaue Vogel

Ich hatte schon früher von dem blauen Vogel des Glücks gehört, gesehen, wie er Schmuck und Kunst inspiriert, habe sogar ein Lied gefunden, aber ich konnte mich nicht daran erinnern, jemals eine Ursprungsgeschichte gehört zu haben, außerdem schien mir, daß er in Deutschland nicht so bekannt war. Woher kam der blaue Vogel des Glücks? Es scheint, daß das Symbol in vielen Kulturen zu finden ist.
Auf jeden Fall habe ich heute für euch
 "Der blaue Vogel" von 1918. Schnallt euch an, das wird eine wilde Fahrt.


Fangen wir wie üblich mit der Handlung an (Spoileeer!).

Es war einmal eine ärmliche Familie - Daddy Tyl, Mummy Tyl, ihr Sohn Tyltyl und ihre Tochter Mytyl.
Auf der anderen Straßenseite war das Haus der reichen Kinder und in der Nähe die Hütte der armen Nachbarin Berlingot und ihrer kleinen Tochter.
Berlingot hat ihrer Tochter vom Vogel des Glücks erzählt und das kranke Mädchen denkt, daß sie vielleicht auch glücklich wäre, wenn sie Mytyls Vogel hätte. Mytyl lehnt es jedoch ab, ihr ihren Vogel zu geben - was ich ehrlich gesagt für ein Kind nicht so ungewöhnlich halte.

Eeeenttäuscht!

In der Nacht schauen die zwei Kinder bei der Feier zu, die im Haus der reichen Kinder stattfindet, und denken sich, wie schön es wäre, aus Spaß statt aus Hunger zu essen, als Berlingot hereinkommt und fragt, ob sie "den Vogel, der blau ist", haben. Aber ist es Berlingot? Nein, es ist tatsächlich die Fee Bérylune, die ihnen sagt, daß sie sich auf die Suche nach dem blauen Vogel des Glücks machen müssen. Sie gibt Tyltyl eine Samtkappe. Den Diamanten darauf zu drehen wird den Kinder das Innere von Dingen zeigen.

Ich bin eine Fee und ich erschrecke gern mitten in der Nacht
Kinder, damit sie mit mir auf eine magische Mission gehen.

Tyltyl dreht den Diamanten und die Dinge zeigen ihre wahre Seele - Brot, Milch, Wasser, Feuer, Licht, Zucker, die Familienkatze und der Hund, sie alle werden die Kinder begleiten.

Abflug!

Es ist eine gefährliche Mission und als die Katze fragt, meint Bérylune, daß der Tod auf alle wartet, die mit den Kindern gehen. Toll. Das nenne ich mal Motivation. Ich bin nicht überrascht, daß die Katze nicht glücklich ist.

Tja, ja, ihr werdet alle sterben. Findet euch damit ab.

Als erstes halten sie bei Bérylunes Palast an - den sie von dem verstorbenen Herrn Blaubart geerbt hat (wenn sie eine Verwandte von ihm ist, könnte das den sicheren Tod am Ende der Reise erklären).
Die Katze nutzt die Gelegenheit und versucht die anderen "Dinge" zu überzeugen, daß es in ihrem eigenen Interesse liegt, das Auffinden des Vogels zu verhindern, auch wenn das das Leben der Kinder gefährdet. Der Hund droht, die Katze erst zu erwürgen und dann zu verpfeifen.
Ich habe es echt satt, daß Katzen so oft zum Bösewicht gemacht werden, distanziert, verräterisch, selbstsüchtig oder was auch immer genannt werden. Ich sag's nur. In meinen Augen half es dem Film nicht, denn ich habe auch sein Makeup gehaßt, das ihn echt gemein aussehen ließ.
Okay, zurück zur Handlung.

Die Gruppe besucht verschiedene Paläste, um nach dem blauen Vogel zu suchen ...
- den Palast der Nacht (sehr cool, da gibt es Geister)
- den Friedhof der glücklichen Toten (wo sie nicht nur ihre toten Großeltern treffen, sondern auch ihre toten Geschwister, sieben an der Zahl!)
- den Palast des Glücks (mit den Luxuriösen, wie zum Beispiel Schläft-Mehr-Als-Notwendig, aber auch den Freuden, von den beinahe alle seltsamerweise durch junge Damen in ätherischen aber recht knappen Outfits (siehe unten) repräsentiert werden, mit Ausnahme der Freude der mütterlichen Liebe)
- im Königreich der Zukunft, wo wir die Kinder finden, die darauf warten, geboren zu werden (ein künftiges Tyl-Kind inklusive, ich wünschte, sie hätten uns seinen Namen gesagt) und wir sehen, wie ihre Mütter auf sie warten,
 

aber den richtigen Vogel finden sie nirgendwo.

Das Oberste Glück zeigt den Kindern das Glück der Reinen
Luft, das Glück des Frühlings, die Freuden der Reinen
Gedanken, die Freude von Wald Wiese und Tal, das Glück
die Sterne aufgehen zu sehen und das Glück zu lieben.

Also sagen sie Lebwohl zu den "Dingen", deren Seelen nun wieder unsichtbar für sie sein werden, während der Hund die Katze verprügelt, ist ja klar, und kehren nach Hause zurück, nur um festzustellen, daß ihr Vogel viel blauer als vorher aussieht. Der blaue Vogel war die ganze Zeit in ihrem eigenen Heim!
Oh, und falls ihr euch fragt, Bérylune ist ja so ein Scherzkeks! Niemand ist gestorben, es sei denn, ihr zählt, daß die meisten von ihnen in den unbelebten Zustand zurückkehren.
Natürlich geben sie der Witwe Berlingot den Vogel für ihre Tochter und es macht sie "so glücklich, so glücklich"! Die Witwe kommt mit ihrer Tochter zurück, die ebenfalls so glücklich ist ... bis der Vogel auf einen hohen Baum abhaut.
Tyltyl tröstet sie, indem er ihr sagt, daß es ausgereicht hat, den Vogel zu finden und ihn im Herzen zu behalten, bevor er die vierte Wand durchbricht und dem Publikum sagt, daß sie nach dem Vogel "zuerst in eurem eigenem Heim suchen sollen, WO ER AM EHESTEN ZU FINDEN IST!".
Ähm, ich reagiere echt nicht gut darauf, wenn mich Leute anschreien, aber okay.


Vielleicht habt ihr gemerkt, daß der Film nicht komplett mein Ding war.
Ich bereue nicht, ihn angeschaut zu haben. Es sind wunderschöne Bilder in dem Film, die es das wert machten. Manche davon waren atmosphärisch, traumartig, und erinnerten mich an den viktorianischen Feenhype (wahrsheinlich rein wegen der Anzahl an tanzenden und hüpfenden Frauen). Wie ihr sehen könnt, ist auch die Färbung wirklich schön und trägt zum romantischen Gefühl bei.
Ich mochte auch die Tricks, die an
 Méliès erinnerten, das tanzende Feuer, das Wasser, das aus dem Wasserhahn rann, oder die Milch vom Tisch, bevor sie zu Menschen wurden.
Und ihr wißt wahrscheinlich inzwischen, daß ich das Bizarre interessant finde.

Wovon ich allerdings kein großer Fan bin ist, wenn man mir ohne jegliche Feinheit Moral an den Kopf wirft.
Nicht daß an der Botschaft an sich etwas falsch wäre. Reine Luft, Frühling und durch den Wald tanzen hört sich völlig in Ordnung an, aber im Grunde sagt man uns, daß wir mit dem zufrieden sein sollen, was wir haben, egal wie wenig es ist. Und die Tyls und Berlingot haben echt wenig, während die reichen Kinder auf der anderen Straßenseite das Gesicht vollstopfen, und das fand ich einfach nicht gut. Und natürlich die Katze. Das hat mich echt geärgert.
Aber natürlich ist alles sehr symbolisch und eine Allegorie. Was an mich irgendwie verschwendet ist. Tut mir leid.

Der Film basiert auf einem Theaterstück von
 Maurice Maeterlinck, einem belgischen Stückeschreiber und Poeten, der 1911 den Literaturnobelpreis gewann.
Ich habe das Stück nicht gelesen und keine der anderen Verfilmungen gesehen (es scheint, die Version von 1940 mit Shirley Temple war recht beliebt?) und habe das auch nicht vor. Tatsächlich hatte ich "Der blaue Vogel" das erste Mal in Noel Streatfeilds "Ballet Shoes" erwähnt gesehen, das ich vor einer Weile gelesen habe, so fand ich auch den Film.

Würde ich empfehlen, ihn anzuschauen? Sagen wir mal, er ist eine Erfahrung, aber wenn ich es täte, dann nur für die Bilder und Atmosphäre und nicht die Geschichte. Oh, und ich fand die Musik zu der Version, die ich angeschaut habe, toll.


Ausgewählte Quellen und weitere Lektüre (englischsprachig):

1. Richard Hildreth: The Blue Bird. Essay auf: San Francisco Silent Film Festival 2004
2. Lea Stans: Obscure Films: "The Blue Bird" (1918). Auf: Silent-ology, 9. September 2017
3. Fritzi Kramer: The Blue Bird (1918) - A Silent Film Review. Auf: Movies Silently, 21. Februar 2016


Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.


Eine letzte ernsthafte Frage - kann mir jemand das Design dieses Huts erklären? Gibt es einen Grund dafür, daß er so aussieht? Ist das wohl eine Anspielung auf eine übergroße phrygische Mütze, was denkt ihr?

Montag, 3. August 2026

A Good Book & a Cup of Tea - August 2026 Linkparty

Willkommen zu A Good Book & A Cup of Tea (eine monatliche buchbezogene Link Party)!
Dieser Link Up ist für Posts zu Büchern und Lesen oder alles, was damit zu tun hat (sogar Filme, die auf Büchern basieren!)
.


Jede Linkparty wird einen Monat lang offen sein.
Meine Mithosts für diesen Event sind Lisa von Boondock Ramblings und Erin von Still Life, With Cracker Crumbs.
Ihr könnt bei jeder von uns verlinken.


Hier sind meine Lieblingsposts aus der Juli-Party (englisch/holländisch).


Joanne erzählt uns von den Büchern, die sie im Juni gelesen hat.

Olivia hat mit einer persönlichen Klassiker-Challenge angefangen, hier ist die Liste von Büchern, die sie zu lesen plant.

Lisa spricht über "Miss Buncle's Book" von D. E. Stevenson.

Nicole hat beschlossen, eine Pause von Freida McFadden zu machen.


Das sind die Richtlinien:

1. Blogger können unbegrenzt Posts, die mit Büchern und Lesen zu tun haben, verlinken. Es können ältere oder neuere Posts sein. Dieses können Posts darüber sein, was ihr lest, Buchbesprechungen, Bücher, die neu in eurem Regal gelandet sind, Lesegewohnheiten, was ihr gelesen habt, Ausflüge in den Buchladen und so weiter. Ihr wißt schon.
2. Verlinkt zu einem spezifischen Blogpost (den Link zum Post selber, nicht der Website). Verlinkt gern auch ältere Posts, von denen ihr meint, daß sie auch noch etwas Liebe und Aufmerksamkeit vertragen könnten.
3. Bitte schaut bei mindestens zwei anderen Bloggern auf dieser Liste vorbei und gebt Kommentare bei ihren Posts ab. Habt Spaß! Interagiert! Holt euch ein paar Bücherempfehlungen.
4. Leser*innen können auf den blauen Button unten klicken, um Blogposts zu besuchen.
5. Mit eurer Verlinkung gebt ihr mir die Erlaubnis, eure(n) Post(s) zu teilen und darauf zurück zu verlinken.



You are invited to the Inlinkz link party!

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Samstag, 1. August 2026

Meine Juli-Bücher

Dies ist ein Überblick der Bücher, die ich in einem Monat fertiggelesen habe (nicht unbedingt im selben Monat angefangen) und die ich Gundel vorgelesen habe (mit 😸 markiert).
Ich werde jeweils eine kurze Erklärung hinzufügen, warum ich ein Buch ausgewählt oder wie ich es gefunden habe und vielleicht auch, ob es ein Kandidat zum Wiederlesen ist, aber ich werde keine richtigen Rezensionen oder Bewertungen abgeben (Gundel weigert sich ebenfalls zu bewerten). Solltet ihr aber etwas mehr Info zu einem Buch haben wollen, an dem ihr interessiert seid, laßt es mich einfach wissen.

Wie ihr sehen könnt, war das für mich ein viel besserer Lesemonat als der letzte. Es war eine solche Vielfalt, daß ich sogar an das Limit meiner Tags stieß, ich wußte nicht mal, daß es dafür eins gibt!

"Silent Murders" von Mary Miley, Erstveröffentlichung 2014
(Roaring Twenties Mystery 2)


Leah, die junge Vaudeville-Schauspielerin, ist zu Jessie Beckett geworden und beginnt als Scriptgirl für die Pickford-Fairbanks Studios ein neues Leben in Hollywoods Stummfilmindustrie.
Als ein berühmter Regisseur erschossen wird, fängt Jessie an zu ermitteln.

Ich hatte auf Fritzi Kramers Stummfilmblog etwas über eins von Mileys Büchern gelesen und im Februar mit dem ersten angefangen.
Ich neige dazu, ein Problem mit Amateurdetektivinnen und -detektiven zu haben, die schlauer als die Polizei und alle anderen sind, aber ich mochte dieses Buch lieber als das erste, was mit den Schauplätzen und vertrauten Namen zu tun hatte, aber auch damit, daß ich erkannte, welche Teile auf welchen historischen Fakten basierten, ohne die "historische Notiz" am Ende zu lesen. Der erste Mord beruhte zum Beispiel auf dem Mord an
 William Desmond Taylor, über den ich ebenfalls schon gelesen habe.

"Carl Sandburg at the Movies: A Poet in the Silent Era 1920 - 1927" von Carl Sandburg, Erstveröffentlichung 1985


Carl Sandburg war Dichter, Biograph, Journalist und Herausgeber. Er war außerdem der Kinoexperte für die "Daily News".
Für dieses Buch wählten Dale und Doug Featherling einige der besten Filmkolumnen von Sandburg aus und fügten eine kurze Einführung für jedes Jahr und Fußnoten zu den erwähnten Personen hinzu.

Ihr werdet zweifelsohne immer mal wieder ein Zitat hieraus zu lesen bekommen. Was ich an dem Buch nicht mochte war, daß es mir Appetit auf den ein oder anderen Film machte, von dem ich dann leider entdecken mußte, daß er verschollen ist.

"Schloss Gripsholm : eine Sommergeschichte" von Kurt Tucholsky, Erstveröffentlichung 1931


Dies ist die Geschichte eines Liebespaars, das einen Sommerurlaub in Schweden verbringt, auf Gripsholms slott. Nicht alles ist jedoch Spaß und Liebe, als sie einem kleinen Mädchen aus dem nahegelegenen Kinderheim begegnen, das von einer sadistischen deutschen Leiterin geführt wird.

Ich hatte seit der Schule keine deutschen Klassiker mehr gelesen und beschloß, es jetzt mit einem im Monat zu versuchen. Keine Ahnung, wie dieses Projekt ausgehen wird.

Ich liebe das Cover mit einer Illustration von George Barbier von 1925. Es erinnert mich an die Wandmalereien von Oskar Schlemmer im Badhaus der Märklin-Villa in unserer Stadt.

"Ballet Shoes" = "Ballettschuhe" von Noel Streatfeild, Erstveröffentlichung 1936 
😸
(Shoes 1)


Das Buch erzählt die Geschichte von drei Mädchen, die von dem Paläontologen Groß-Onkel-Matthew, genannt Gom (Gum im Original), auf seinen Reisen adoptiert wurden. Als Gom wieder auf Reisen geht, bleiben Pauline, Petrova und Posy bei seiner Nichte Sylvia und deren früherem Kindermädchen, genannt Nana.
Als ihnen das Geld ausgeht und Gom nach Jahren immer noch nicht daheim ist, müssen sie Zimmer vermieten und die Mädchen werden in der
 Children's Academy of Dancing and Stage Training aufgenommen, was ihnen dann erlaubt, auf der Bühne zu arbeiten und so den Haushalt zu unterstützen.

Ich hatte Noel Streatfeild nicht gekannt - einige ihrer Bücher wurden erst vor nicht allzulanger Zeit ins Deutsche übersetzt - bevor Erin von "Still Life, With Cracker Crumbs" erwähnte, daß sie eins ihrer Bücher las.
Ihre "Shoes"-Reihe für Kinder ist beliebt und das nächste steht schon auf meiner Liste.


"J. M. Barrie & the Lost Boys: The Love Story that Gave Birth to Peter Pan" von Andrew Birkin, Erstveröffentlichung 1931


Obwohl es mit seiner Kindheit beginnt, konzentriert sich das Buch wirklich auf die Beziehung von Barrie mit den fünf Llewelyn Davies-Söhnen George, John, Peter, Michael, und Nicholas.

Ich habe zwar "Wenn Träume fliegen lernen" gesehen, das von diesem Buch inspiriert wurde (aber sehr "Hollywood" ist), mein Interesse an Barrie wurde allerdings geweckt, als ich "Peter Pan" angeschaut und gelesen habe.
Das Buch ist keine Biographie, die man einfach mal so durchliest. Es gibt eine Menge Namen, eine Menge Fotos, eine Menge Zitate aus Stücken, Romanen und Briefen und eine Menge (manchmal verwirrende) Auszüge aus Barries Notizbüchern. Ich fand es trotzdem sehr interessant und habe es sehr gern gelesen, obwohl ich mir - wie andere - nicht sicher bin, was es letztendlich über Barrie und die Jungen aussagt (es gibt zwei Lager für "pädophil/asexuell"), aber werden wir das überhaupt je sicher wissen können?

"Das gelbe Haus" von Mieko Kawakami, Erstveröffentlichung 2023


Drei junge Frauen versuchen im Japan der 90er zu überleben.
Die Geschichte wird vom Standpunkt Hanas aus erzählt, die ihre Mutter verlassen hat und bei einer neuen Mutterfigur einzieht, Kimiko, später kommen noch Ran and Momoko dazu. Um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, fühlen sie sich gezwungen, sich kriminellen Kreisen anzuschließen.

Das Buch war ein doppeltes Geschenk an ein Familienmitglied, das mich fragte, ob ich ein Exemplar haben wollte (das ich nicht behalten werde, da ich bezweifle, daß ich es nochmal lesen wollen würde, einfach wegen des Genres).

"The Lady Vanishes" = "Eine Dame verschwindet/Die Frau im Zug" von Ethel Lina White, Erstveröffentlichung als "The Wheel Spins" 1936


Zwei Engländerinnen begegnen sich in einem Zug auf dem Kontinent. Dann verschwindet Miss Froy plötzlich und niemand will Iris glauben, daß sie überhaupt existiert. War es nur ein Traum oder ist Miss Froy in Gefahr?

Ich habe den Hitchcock-Film erst kürzlich das erste Mal gesehen (fragt nicht, warum ich so lang dazu gebraucht habe), und nachdem eine Freundin erwähnte, daß er auf einem Buch basierte, mußte ich es natürlich lesen.
Mir gefällt allerdings der Film diesmal tatsächlich besser.


"Dracula" von Bram Stoker, Erstveröffentlichung 1897


Ich bezweifle, daß ich irgendjemand sagen muß, worum es in dem Buch geht - den Vampir Dracula, der von seinem Heim in Transylvanien nach London reist, um das Böse der Untoten zu verbreiten.

Das Buch war schon ewig auf meiner Liste gewesen. Die Geschichte wird hauptsächlich durch Briefe und Tagebucheinträge (von mehreren Hauptfiguren) erzählt, von denen manche recht langatmig und wahrscheinlich nicht jedermanns Sache sind (selbst ich mußte manchmal ein bißchen kämpfen). Ich bin jedoch nicht überrascht, daß der Roman die Fantasie der Menschen anregte.


"Dunkles Glas und Fisch in der Lampe" von Ingeborg Engelhardt, Erstveröffentlichung 1963


Ein junger Glasmacher muß vom griechischen Aquileia in die römische Kolonie Niedergermanien flüchten.

Für einen Blogpost nochmal gelesen.


"Death - das Kabinett des Dr. Leng" von Douglas Preston und Lincoln Child, Erstveröffentlichung 2023
(Pendergast 21)


Agent Pendergasts Mündel Constance Greene kehrt ins Jahr 1880 zurück, um ihre Schwester davor zu bewahren, durch den Serienmörder Dr. Enoch Leng getötet zu werden.

Falls ihr gemeint habt, die Pendergast-Bücher könnten nicht verrückter werden - doch, sie können.

"Billard um halb zehn" von Heinrich Böll, Erstveröffentlichung 1959


Das Buch spielt am 6. September 1958 und erzählt die Geschichte der Architektenfamilie Fähmel zwischen 1907 und diesem Tag - in Geschichten, Rückblicken, Erinnerungen.

Ich hatte seit der Schule keine deutschen Klassiker mehr gelesen und beschloß, es jetzt mit einem im Monat zu versuchen (womöglich sogar mehr wie in diesem Monat, aber ohne Druck). Keine Ahnung, wie dieses Projekt ausgehen wird.
Ich war kein Fan des Stils. Ganze Seiten von dahingeschmissenen Gedanken oder Bildern in Satzstücken, durch Strichpunkte getrennt, zu lesen, war recht erschöpfend.


"Death of a Busybody" von George Bellairs, Erstveröffentlichung 1942
(Inspector Littlejohn 3)


Nachdem eine ältere Dame, die etwas zu sehr damit beschäftigt ist, die Sünder und Sünderinnen ihres Dorfs zur Reue zu drängen, tot in der Senkgrube der Pfarrei gefunden wird, wird Inspektor Littlejohn von Scotland Yard mit der Ermittlung beauftragt.

Ich hatte noch nie zuvor von George Bellairs gehört, sah ihn aber als unterschätzten Schriftsteller erwähnt.
Das Buch war eine nette kleine Abwechslung und eine schnelle Lektüre. Ich werde mir den Namen mal merken.

"Stone Blind" = "Stone Blind - Der Blick der Medusa" von Natalie Haynes, Erstveröffentlichung 2023


Dies ist eine Nacherzählung des griechischen Medusa-Mythos mit dem Anspruch, Medusa ihre Stimme wiederzugeben.

Falls euch eine Menge Sichtweisen nichts ausmachen und ihr antike Mythen mögt, könnte das ein Buch für euch sein. Ich erwartete zwar mehr Medusa und weniger von all den anderen Göttern/Göttinnen (halb oder ganz) und Sterblichen, die ihren Weg kreuzten, und ich mochte es nicht so gern wie "Pandora's Jar", habe es aber dennoch gern gelesen.


"The Doyle Diary : the last great Conan Doyle mystery; with a Holmesian investigation into the strange and curious case of Charles Altamont Doyle by Michael Baker" von Charles Altamont Doyle, Erstveröffentlichung 1978


Charles Altamont Doyle, der Vater von Arthur Conan Doyle, war Künstler - wie drei seiner älteren Brüder, nur nicht so erfolgreich - und Beamter.
Doyle litt an Depressionen und Alkoholismus. Dieses Skizzenbuch wurde zwischen März und Juli 1889 geschaffen, während seines Aufenthalts auf Sunnyside, Montrose Royal Lunatic Asylum.


Ich stieß im Fernsehen auf die kurzlebige Serie "Houdini und Doyle" und erfuhr so von Doyles Vater, was mich neugierig machte.
Das Buch hat eine Einführung in Doyles Leben und eine Transkription der Texte und Notizen, zum Glück, da ich nicht alles so leicht lesen konnte. Ich mochte die Illustrationen sehr und kann nur empfehlen, daß ihr selber mal reinschaut.

"Kitten Caboodle : a collection of feline fiction" herausgegeben von Barbara Silverberg, Erstveröffentlichung 1969 😸


Silverberg hat hier Katzengeschichten und -gedichte aus allen möglichen Genres gesammelt - Humor, Geistergeschichten, Legenden und Märchen, sogar Science Fiction.

Ich bin zufällig auf das Buch gestoßen, weil es mit Katzenzeichnungen von 
Théophile-Alexandre Steinlen illustriert ist, dessen Poster für "Le Chat Noir" ich vor ein paar Wochen bei meinen Lieblingskatzen mit aufgeführt habe.

"The Cornish Coast Murder" = "Mord in Cornwall" von John Bude, Erstveröffentlichung 1935


Wenn ein Mann getötet wird, den niemand mag, hat man eine Menge Verdächtige. In Verbindung mit verwirrenden Spuren sorgt das für eine schwierige Ermittlung. Was für ein Glück, daß der örtliche Pfarrer gern Krimis liest.

Ich entdecke gerne Krimiautor*innen, die neu für mich sind. Dieses Whodunit hatte einen guten Anfang, aber dann wurde es soooo langsam vor einem Ende, das mich mehr ärgerte als überraschte.
Es war aber das erste Buch dieses Verfassers, also denke ich, ich werde ihm irgendwann nochmal eine Chance geben.

"The Inimitable Jeeves" = "Der unvergleichliche Jeeves" von Pelham Grenville Wodehouse, Erstveröffentlichung 1923
(Wooster und Jeeves 1)


Bertie Wooster ist ein englischer Gentleman, einer der reichen Müßiggänger, und Jeeves ist sein Kammerdiener, dessen Intelligenz Bertie und seine Freunde aus der einen oder anderen Patsche hilft, in diesem Fall hauptsächlich Berties Freund Bingo Little, der sich ständig neu verliebt.

Ich habe vor Urzeiten ein paar Wodehouse-Bücher gelesen, erinnere mich aber nicht, ob dieses darunter war.


"Hildur - Das Grab im Eis" von Satu Rämö, Erstveröffentlichung 2023
(Hildur 2)


Hildur Rúnarsdóttir ist Kriminalbeamtin in den Westfjorden Islands. Immer noch vom Verschwinden ihrer beiden Schwestern 25 Jahre zuvor verfolgt ist sie auf Fälle vermißter Kinder spezialisiert.
Diesmal wird ein Kommunalpolitiker beim Langlauf erschossen. Hildur findet heraus, daß der Mord mit dem Absturz eines Privatflugzeugs vor einiger Zeit in Verbindung steht.

Ich habe letzten Monat das erste Buch in der Reihe gelesen, das hier hat mir besser gefallen.


"Love Insurance" von Earl Derr Biggers, Erstveröffentlichung 1914


Lord Harrowby wendet sich mit einer Bitte an Lloyd's of London. Er wird sich bald mit einer amerikanischen Erbin vermählen, Cynthia Meyrick, und möchte eine Versicherung abschließen für den Fall, daß sie ihre Meinung ändert.
Lloyd's schickt den Assistenten Dick Minot mit ihm nach Florida, um sicherzustellen, daß die Hochzeit stattfindet. Auf der Zugfahrt dorthin begegnet Dick jedoch zufällig Cynthia und verliebt sich in sie. Nun ist er hin und her gerissen zwischen dem Vertrauen seiner Arbeitgeber und seiner Liebe zu ihr ... und das ist nicht die einzige Verwicklung.

Ich wollte wieder mal einen Stummfilm mit Reginald Denny anschauen, und als ich sah, daß das Buch, auf dem er basierte, von Earl Derr Biggers war, der die Charlie-Chan-Bücher geschrieben hatte, war ich neugierig.


"Mephisto" von Klaus Mann, Erstveröffentlichung 1936


Der Roman erzählt den Aufstieg von Hendrik Höfgen vom provinziellen Theaterschauspieler bis zum Intendanten des Staatstheaters in Berlin, indem er sich auf opportunistische Weise mit dem neuen Nazi-Regime arrangiert.
Höfgen basiert auf Gustaf Gründgens, dem früheren Freund und Schwager von Mann.

Ich hatte seit der Schule keine deutschen Klassiker mehr gelesen und beschloß, es jetzt mit einem im Monat zu versuchen (womöglich sogar mehr wie in diesem Monat, aber ohne Druck). Keine Ahnung, wie dieses Projekt ausgehen wird.
Das Buch fing ziemlich langsam an, aber als dann die Nazis an die Macht kommen, wurde es recht eindringlich. Unnötig zu sagen, daß es im Buch nicht viele sympathische oder bewunderswerte Charaktere gibt. Es ist erstaunlich, daß dies sogar vor dem Krieg geschrieben wurde.


"The Case of the Jumbo Sandwich" von Christopher Bush, Erstveröffentlichung 1965
(Ludovic Travers 60)



Eine Freundin bittet Privatdetektiv Ludovic Travers um Rat, nachdem sie um eine erhebliche Geldsumme betrogen wurde.
Zu diesesm Zeitpunkt hat Travers noch keine Ahnung, wie kompliziert dieser Betrugsfall werden wird ...

Ich habe damit angefangen, Bush zu lesen, nachdem Liz von Adventures in Reading, Running, and Working from Home eines seiner Bücher für eine 1952er Challenge besprochen hatte.



Übrigens, falls ihr Buchbesprechungen schreibt oder Blogposts über andere Dinge, die mit Büchern zu tun haben - sogar Filme, die auf Büchern basieren - schaut bitte bei "A Good Book and a Cup of Tea" vorbei, einer monatlichen Buch-Linkparty, deren Host ich zusammen mit Lisa from Boondock Ramblings und Erin von Still Life, With Cracker Crumbs  bin. Hier könnt ihr mehr herausfinden.

Freitag, 31. Juli 2026

Weekend Traffic Jam - Woche 167

Willkommen beim Weekend Traffic Jam Reboot!
Meine Posts für den Linkup gehen freitags um 3.30 morgens live (das ist dem Zeitunterschied zu den USA geschuldet).



Seid ihr für das Wochenende bereit - und für ein bißchen selbstgemachtes Erdbeer-Bananen-Eis?


Als Teil des Reboots werden wir jede Woche einen anderen Blog vorstellen.
Wie wäre es, wenn ihr vorbeischaut und hallo sagt? Sagt ihnen, daß wir euch geschickt haben.

Diese Woche fällt unser Spotlight auf
 Homemade on a Weeknight.


Estelle von Homemade on a Weeknight schreibt: "Ich bin vieles - Ehefrau, Mutter, Nichte, Freundin, Geschäftsinhaberin, Ehrenamtliche und Hobbyköchin. Ich habe den größten Teil meines Erwachsenenlebens im pazifischen Nordwesten gelebt und plane, für immer zu bleiben. Gerade gehen wir ein neues Kapitel in unserem Leben an, während wir an der Verwirklichung unseres Lebenstraums arbeiten, nämlich Selbstversorger im großartigen Staat Montana zu werden. ...
Der Hauptgrund dafür, daß wir denken, an einem Abend unter der Woche kein selbstgemachtes oder "echtes" Essen zubereiten zu können, ist, daß wir nicht die richtigen Werkzeuge in unserem Arsenal haben.
Wir brauchen gute Rezepte, denen man leicht folgen kann und die gewöhnliche Alltagszutaten verwenden. Wir brauchen ein paar grundlegende Kochtechniken. Und wir brauchen einen Plan. Das ist wirklich alles, was man benötigt, um damit anzufangen, an jedem Tag der Woche selbst zu kochen. An fast jedem Tag der Woche ein selbstgemachtes Mahl zuzubereiten ist ein sicherer Weg, jeden Tag ein Erfolgserlebnis zu haben - man bekommt den Erfolg auf dem Teller zu sehen!
Fangen wir also mit dem Kochen an!
"


Marsha von Marsha in the Middle hat 2021 als Training mit dem Bloggen angefangen, um ihre Neuroplastizität zu erhöhen. Ach, wem machen wir was vor? Marsha hat mit dem Bloggen angefangen, weil sie Kleidung liebt, und sie redet oder in diesem Fall schreibt einfach gern!

Melynda von Scratch Made Food! & DIY Homemade Household - Der Name sagt schon alles, wir haben uns im Osten von Texas angesiedelt, wobei sich drei Generationen das Land teilen. Ich koche und backe alles selber, wenn ich nicht gerade gärtnere oder den Hühnern nachlaufe, und stricke!

Lisa von Boondock Ramblings erzählt von den Büchern, die sie schreibt und liest, ihrem Glauben, Home-Schooling, Fotografie und mehr.

Cat von
 Cat's Wire hat, was sie ein Springspinnengehirn nennt. Sie hat viele Interessen und bloggt über das, was immer gerade ihre Aufmerksamkeit erregt - Handarbeiten, Bücher, alte Filme, Sammelwertes oder "einfach nur so".

Rena von Fine Whatever Blog schreibt über Stil, Leben im mittleren Alter und die "gut, was auch immer" Momente, die dem Leben Sinn und Spaß geben. Seit 2015 feiert sie Kreativität, Selbstvertrauen und die Freude am Alltag
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Hier ist meine Auswahl von ein paar Posts aus dem Linkup der letzten Woche (englischsprachig)
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Lisa stellt ihren Lieblingsfilm vor - "Du sollst mein Glücksstern sein".

Marsha spricht über dünner werdendes Haar und was man dagegen tun kann.

Sandi zeigt uns, wie sie sich mit Kunststunden beschäftigt, wenn sie wegen der Hitze nicht im Garten arbeitet.

Shelbee war nie ein Fan von Jumpsuits, aber jetzt hat sie den perfekten gefunden.

Pat erzählt uns mehr über die Skulptur Big Blue Bear in Denver.


Macht mit beim Linkup!

Richtlinien:

Diese Linkparty ist nur für Blogposts. Alle anderen Links werden gelöscht.
Bitte verlinkt nur Blogposts, die ihr selber geschrieben habt. Bitte verlinkt direkt zur URL eures Blogposts und nicht der Homepage eures Blogs.
Bitte verlinkt nicht auf Videos, Verkaufsanzeigen oder Links auf sozialen Medien, wie zum Beispiel YouTube-Videos oder -Shorts, Instagram- oder Facebook-Reels, TikTok-Videos oder anderen Beiträge auf sozialen Medien.
Bitte besucht auch andere Blogs und laßt einen Kommentar da.

Zur Beachtung:
Wenn ihr am Weekend Traffic Jam Reboot teilnehmt, versichert ihr damit, daß der Inhalt euch gehört und ihr uns erlaubt, denselben zu teilen, falls euer Post oder euer Blog erwähnt werden.
Wir begrüßen unbegrenzten familienfreundlichen Inhalt. Dazu können Meinungsposts, Rezepte, Reiseberichte, Modeideen, Handarbeiten, Second-Hand-Einkaufen, Lifestyle, Buchrezensionen  oder -diskussionen, Fotografie, Kunst und noch vieles mehr gehören!


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Donnerstag, 30. Juli 2026

Stummfilme - The Reckless Age

Habt ihr jemals von "Floyd's of London" gehört? Ich bin mir ziemlich sicher daß nicht, denn es ist eine Anspielung auf "Lloyd's of London", den berühmten Versicherungsmarkt.
Ja, heute sind wir in der Welt der Versicherungen und ihr könnt euch vorstellen, daß es eine ungewöhnliche sein wird, mit der wir es in "The Reckless Age" von 1924 zu tun haben.


Zunächst die Handlung (Spoiler!).

Lord Allan Harrowby aus London trifft sich mit den beiden Topmanagern von Floyd's of London.
Er hat eine ungewöhnliche Bitte. Er wird bald die Erbin Cecilia Meyrick heiraten und möchte eine Versicherung über 100000 $ abschließen für den Fall, daß sie ihre Meinung ändert.
Die Manager stimmen zu, aber zuerst muß er eine Vereinbarung unterschreiben, daß es keine Kompensation geben wird, falls die Hochzeit aufgrund Aktionen seinerseits ausfällt. Außerdem werden sie ihren Risikomanager Richard Minot mit nach Florida schicken, um sicherzustellen, daß die Hochzeit stattfindet.


Sie setzen all ihr Vertrauen auf Dick, der sie bis jetzt noch nie enttäuscht hat, und geben ihm ein Zeichen ihrer Wertschätzung, eine Uhr.
Die Uhr ist auf der Rückseite graviert - und nein, ich habe absolut keine Ahnung, ob sie zu geizig waren, die echte Uhr für den Film gravieren zu lassen oder ob dieses Bild im einzig existierenden Abzug fehlte und durch dieses Meisterstück ersetzt wurde (das zweimal vorkommt).


Im Zug begegnet Dick zufällig Cecilia. Unglückseligerweise ist es für ihn Liebe auf den ersten Blick, was diese ganze Mission für ihn nun sehr unangenehm macht.
Obwohl Cecilia sich auch zu Dick hingezogen fühlt, will sie unbedingt rechtzeitig zu dem Lunch in San Marco kommen, bei dem ihre Verlobung verkündet werden wird.



Als der Zug durch eine Schweinefamilie aufgehalten wird, beschließt Dick, ein "Taxy" zu nehmen, um Cecilia rechtzeitig zu dem Lunch zu bringen. Die Zug-Auto-Jagd führt zu einem echt coolen Stunt, der mich hochfahren ließ.

Von diesem Moment an hat es Dick schwer, diese Hochzeit zustandezubringen.
Cecilia ist sich ganz und gar nicht mehr sicher, sie und Dick flirten ständig.
Der naive Lord Harrowby freundet sich mit dem Schwindler Martin Wall an.
Eine wertvolle Diamantenkette wird direkt von Cecilias Hals weg gestohlen.
 
Cecilia wird hinübergeschubst, um bei
Lord Harrowby in Ohnmacht zu fallen.

Ein Mann taucht auf und behauptet, der echte Lord Harrowby zu sein. Dick läßt ihn auf Walls Yacht bringen, um ihn aus dem Weg zu haben.
Die Schauspielerin Gabrielle Rose, mit der der Lord früher mal eine Affäre hatte, trifft ein. Sie droht, ihn wegen des Brechens seines Eheversprechens zu verklagen. Zum Glück findet Dick einen Beweis dafür, daß sie zu der Zeit schon verheiratet war und immer noch nicht geschieden ist.

Seid ihr schon verwirrt? Denn ihr müßt wissen, wir sind noch nicht mal halb durch mit dem Film.

In der Zwischenzeit hat Allan Wall in der Police eingetragen, weil er ihm das Geld leiht, daß er glaubt zu brauchen, um Gabrielle Rose loszuwerden. Natürlich erkennt Wall seine Chance, eine Menge Geld zu machen, wenn er den anderen Lord ins Spiel zurückholt.
Cecilias Vater verlangt eine Identifizierung, wenn die Hochzeit stattfinden soll.
Allans Reaktion darauf ist es wegzulaufen. Es sieht nicht gut für ihn aus.
Gut jedoch für Dick und Cecilia. Nur will sie das nicht sehen, weil sie immer noch nicht weiß, warum Dick alles getan hat, um diese Hochzeit durchzudrücken, obwohl er sagt, daß er sie liebt. Es ist recht verständlich, daß sie wütend ist.


Und wißt ihr was, der Lord ist zurück! Er ist in Gesellschaft des Duke und der Duchess von Lismore, die Freunde von ihm und auch den Meyricks sind.
Der andere Lord wird vorgestellt und Lismore erkennt ihn als den früheren Butler. Noch ein Hindernis ist aus dem Weg geschafft.


Martin Wall arbeitet jedoch noch immer an seinem Plan. Er bietet dem Herausgeber der örtlichen Zeitung 1000 $ an, damit er die Versicherungsstory in die nächste Ausgabe bringt.
Der Herausgeber denkt, daß er noch mehr rausholen kann, druckt die Geschichte und geht mit dem Angebot zu Cecilias Vater, die Ausgabe zu zerstören, wenn er die Zeitung für 20000 $ kauft.
Natürlich ist Wall nicht glücklich, als er das herausfindet, sie fangen an zu kämpfen, Dick kommt dazu und macht mit (Denny war früher Boxer und fing auch in Boxfilmen an), dann noch die Angestellten, und am Ende liegt das gesamte Büro in Trümmern. Als Allan und Cecilia auftauchen, erfährt Cecilia von der Versicherung und Dicks Rolle dabei. Natürlich ist die Hochzeit jetzt endgültig abgesagt und auch Dick hat nicht besonders gute Karten.


Wall versucht, Anspruch auf das Geld zu erheben, aber da es Allans Schuld war, daß er ihm davon erzählt hat, ist die Police hinfällig. Dazu ersccheint dann noch ein Polizist, weil in Walls Zimmer die Halskette und weitere Juwelen gefunden wurden, ja, er hat sogar die Yacht gestohlen!

Dick und Cecilia treffen sich wieder, als der Zug, in dem sie sitzen, ein Problem hat und sie beim selben "Taxy" landen. Der Fahrer merkt, daß etwas zwischen ihnen nicht stimmt und fährt absichtlich so wild, daß sie aneinander stoßen - bis sie nicht mehr widerstehen können.


Ich weiß, daß es sich wie ein sehr verwirrender Film anhört, aber das ist er echt nicht.
Dick kümmert sich um ein Problem nach dem anderen und Floyds Vertrauen in ihn ist absolut gerechtfertigt, weil er das gut macht.
Denny war in den 20ern ein beliebter Schauspieler (und arbeitete noch bis zu seinem Tod im Film, daneben war er außerdem Ingenieur und Erfinder), was nicht überraschend ist, denn er war gut in Romantik, Komödie, aber auch Action.
Dank ihm und Ruth Dwyer ist dieses eine süße kleine Romantikkomödie.
Wie ihr vielleicht wißt, haben Dollarprinzessin absolut existiert - reiche Erbinnen, die in Adelsfamilien in Geldnöten einheirateten. In diesem Fall ist der Lord sogar in Cecilia verliebt - das waren bei diesen Ehen nicht immer der Fall - obwohl ich mir bei ihren Gefühlen nicht ganz sicher bin, denn sie verliebt sich schrecklich schnell in Dick.
Nicht mal die Versicherung ist
so ungewöhnlich. Es gibt in der Tat eine Versicherungsgesellschaft, die eine Police zur "Meinungsänderung" anbietet, nur nicht so kurz vor dem Hochzeitstermin.
Der einzige peinliche Moment war, daß der Taxifahrer ein Fall von Blackface war.

Als ich sah, daß dies eine Verfilmung des Buchs "Love Insurance" von Earl Derr Biggers war, hatte ich gerade ein anderes Buch fertig und dachte mir, warum nicht?
Obwohl ich nur vor Jahren ein oder zwei der Bücher gelesen und ein oder zwei der Filme gesehen hatte, war mir Biggers als der Schöpfer von Charlie Chan vertraut. Mir war nicht bewußt gewesen, daß er auch Journalist und Stückeschreiber war und außerdem andere erfolgreiche Romane vor Charlie Chan geschrieben hatte.

Ihr dachtet, im Film sei viel passiert?
Obwohl die Handlung grundsätzlich die gleich war, gab es im Buch sogar noch mehr Leute und Wendungen! Aus irgendeinem Grund machte der Film aus Lloyd's Floyd's und aus Cynthia Cecilia.
Die Geschichte erschien 1914 als Serie in mehreren Zeitungen und wurde später im Jahr dann als Buch veröffentlicht. Es war recht amüsant zu lesen, so sehr, daß ich auch andere von Biggers' vor-Chan-Büchern auf meine Liste setzte, aber ich denke, es wäre sinnvoller gewesen, das Buch nicht am Stück zu lesen, um das Wirbelwindgefühl etwas im Zaum zu halten. Naja, diese schlaflosen Nächte halt.


Quelle:

Marc Wanamaker/Kimberly Pucci/Janice Simpson: The Reckless Age (L'età frenetica). Auf: Le Giornate del Cinema Muto 36, Pordenone, 30 September | 7 October 2017


Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.