"Ich brauche keine besondere Vorbereitung, weil ich nicht nervös bin, ich habe nicht, was die Deutschen lumpenfever nennen."
Das steht schon in einer englischen Biographie über Peter Ustinov und es war der Tropfen, der das Wasserfaß zum Überlaufen brachte.
Sprechen wir ein bißchen über Wörter aus Fremdsprachen in Büchern.
Ihr könnt euch vorstellen, daß mir in englischen Büchern die falsche Schreibweise oder Grammatik von deutschen Wörtern oder Phrasen schneller auffällt, aber das ist beileibe nicht nur ein Problem der deutschen Sprache.
Ich habe gesehen, wie Deutsche "interessante" Dinge mit der englischen Sprache anstellen, Englisch oder Deutsch sprechende Leute mit der französischen Sprache und so weiter, und das sind nur die Sprachen, von denen ich etwas weiß.
Das wird keine dieser Diskussionen über "das/daß" (obwohl man mich manche solche Dinge wahnsinnig machen können, egal wer es macht oder in welcher Sprache).
Es geht auch nicht um Blogs oder Post in den sozialen Medien. Ich verbreche sicherlich meinen Anteil an Fehlern oder Tippfehlern (und korrigiere sogar echt alte Posts, wenn ich darauf stoße).
Ich spreche von Büchern von großen Verlagen.
Ihr könnt euch denken, was lumpenfever bedeutet. In dieser Form natürlich nichts. Ustinov hat nicht über Lumpen gesprochen, sondern über Lampenfieber.
Zu den Sprachen, die Ustinov sprach, war Deutsch, und obwohl es nicht immer perfekt war, was absolut zum Charme beitrug, wäre ich nicht überrascht, wenn sein Biograph vom deutschen "Lampe" verwirrt war, weil es wie das englische "lump" ausgesprochen wird und natürlich klingen "Fieber" und "fever" sehr ähnlich.
Was ich nicht verstehe - und vielleicht ist das nur die Vorstellung eines wahnsinnigen Bibliothekarinnenhirns - ist, warum solche Informationen vor dem Druck nicht geprüft werden.
Ich denke, Ustinovs Biographie war der letzte Tropfen für mich, weil das nicht der einzige deutsche Fehler darin war, es war nur der, der am interessantesten aussah.
Natürlich ist das nicht nur bei Büchern so, sondern auch Artikeln, Fernsehserien, Filmen, Nachrichten.
Ich werde mich immer darüber ärgern (kleinlich, ich weiß), wenn der Name Geoffrey in deutschen Synchronisationen mit o wie in George ausgesprochen statt als Jeffrey, aber das ist nur das erste, was mir einfällt, weil ich es kürzlich wieder in einem Film gehört habe.
Es kann genauso schlimm sein, nicht-deutschen Schauspielern zuzuhören, die Deutsche spielen, wie bei Schauspielern aus dem Vereinigten Königreich, die Amerikaner usw. spielen, oder umgekehrt, oder Deutschen, die einen regionalen Dialekt verstümmeln, der nicht der ihre ist (was sicherlich ebenfalls in anderen Sprachen vorkommt).
Ich finde außerdem, es ist eine Frage des Respekts, vor allem Namen aussprechen zu lernen, die uns fremd sind, und von Leuten, die das professionell machen, würde ich das sogar noch mehr erwarten.
Gibt es etwas in der Art, das euch ärgert?































