Donnerstag, 12. März 2026

Stummfilme - Das gewisse Etwas

Ich schätze, wir alle haben den Begriff "It Girl" gehört. Wußtet ihr aber, daß der Begriff 99 Jahre alt und aufgrund eines Films geprägt wurde, der lose auf einer in zwei Teilen erschienenen Novelle von Elinor Glyn beruht, einer britischen Roman- und Vorlagenautorin?
Und kennt ihr das originale "It Girl", Clara Bow?
Heute habe ich den Film "IT" von 1927 für euch, der im Deutschen "Das gewisse Etwas" heißt. Finden wir mal etwas mehr heraus, in Ordnung?
Ich werde im Post den Ausdruck "It" verwenden.


Die Handlung (Spoiler voraus!).

Waltham's, das größte Kaufhaus der Welt (so bescheiden).
Der Chef ist in Urlaub gefahren und hat Waltham's in den Händen seines Sohnes Cyrus gelassen.
Cyrus erhält Besuch von seinem Freund Monty, gerade als es Zeit ist, einen Rundgang durch den Laden zu machen. Nachdem er einen Teil von Glyns Novelle gelesen hat, beschließt Monty zu überprüfen, welche der Damen, der er sehen wird, das mysteriöse "It" hat, das Glyn so erläutert (eigene Übersetzung): "'It' ist jene seltsame Qualität, die manche Menschen besitzen und die andere des anderen Geschlechts anzieht. Die, die über 'It' verfügen, müssen absolut unbefangen sein und jenen magnetischen "Sexappeal" haben, der unwiderstehlich ist."
Monty hat bereits beschlossen, daß er es hat, Cyrus nicht und auch keines der Ladenmädchen, die er gesehen hat, bis ihm Betty Lou Spence ins Auge sticht.

"Heiße Socken - Der neue Chef!"

Und genauso angetan wie Monty es von Betty ist, ist Betty es mit Cyrus. Sie versucht seine Aufmerksamkeit zu erregen, jedoch ohne Erfolg, also benutzt sie Monty, um an Cyrus heranzukommen, obwohl er Adela, eine Dame der Gesellschaft, ausführt, und diesmal klappt es.
Als Cyrus Betty nach einem Date, für das sie ihn zum Vergnügungspark mitgenommen hat, heimbringt, versucht er sie zu küssen und fängt sich dafür eine Ohrfeige ein.

Cyrus genießt den Spaß der Arbeiterklasse.

Dann schlägt das Drama zu. Betty wohnt mit ihrer kranken Freundin Molly zusammen, die ein Baby hat (aber offensichtlich keinen Vater dazu). Neugierige Nachbarn haben Leute von der Wohlfahrt (offiziell oder selbsternannt, wer weiß) darauf aufmerksam gemacht, die darauf bestehen, Toodles ins Heim zu bringen, weil Molly nicht die Mittel hat, ihn zu versorgen.
Betty läßt sie das Baby jedoch nicht minehmen, sie behauptet es sei ihres und sagt Monty, der gekommen ist, um sie abzuholen, er solle bestätigen, daß sie einen Job hat.
Monty ist so schockiert über das Baby, daß er ein paar Drinks zuviel hat und sich aufmacht, um Cyrus davon zu erzählen, der gerade einen Brief an Betty schreibt, um sie um Verzeihung zu bitten. Um die Dinge noch schlimmer zu machen, tauchen die Damen von der Wohlfahrt ebenfalls auf, um sich von Cyrus bestätigen zu lassen, daß Betty bei Waltham's arbeitet.
Betty weiß davon natürlich nichts, als sie Cyrus also wiedersieht, ist sie verwirrt, warum er zunächst so abweisend ist, dann aber gesteht er, daß er verrückt nach ihr ist, und sie sagt ihm, daß sie ihn ebenfalls liebt.



Der folgende Vorschlag ist allerdings nicht, was sie erwartet hat. Er bietet ihr Diamanten, Kleider, alles was sie will an, aber keine Heirat, und sie stürmt aus seinem Büro.
Erst als Monty sie daheim besucht, beladen mit Körben voller Blumen und Essen, erfährt sie den Grund, und wie Betty so ist, plant sie sofort ihre Rache.
Sie wird Monty auf den Jachtausflug von Cyrus begleiten, Cyrus zu einem ordentlichen Heiratsantrag bringen und dann ablehnen. Und Monty wird die Kleider zahlen, weil er das alles verbockt hat.
Natürlich ist Cyrus nicht glücklich darüber, sie zu sehen - Adela ebenfalls nicht, Überraschung - aber der Plan funktioniert.

Ich würde eher deinen Bürojungen heiraten (der
absolut minderjährig ist, wir haben ihn schon gesehen)!

Betty stellt fest, daß die Ablehnung des Antrags sie nicht so zufriedengestellt hat, wie sie sich das erhofft hatte, ganz im Gegenteil.
Nachdem sie sich an seiner Schulter ausgeweint hat, geht Monty zu Cyrus, um alles aufzuklären, und Cyrus übergibt ihm das Steuerrad. Großer Fehler, denn Monty, vom Drama abgelenkt, bringt es fertig, ein anderes Boot zu rammen.

Mann über Bord! Nun, eigentlich zwei Damen.

Betty beginnt mit der Rettung der in Panik geratenen Adela, dann springt Cyrus ins Wasser, um zu helfen, und die Mannschaft der Jacht schickt Monty in einem Boot los (warum denkt irgendjemand, daß das eine gute Idee ist?).

"Übernimm du deine Freundin. Ich mußte ihr eine
verpassen - aber vielleicht tut ihr das gut." Ich bin
mir nicht so sicher von wegen "mußte", es mag
da noch mehr Gründe gegeben haben.


Betty schwimmt davon und verkündet, daß sie nach Hause geht, und Cyrus schwimmt ihr hinterher, als Monty nahe genug ist, damit er ihm Adela überlassen kann.
Adela sieht sie zusammen auf dem Anker der Jacht stehen und meint "Monty, ich frage mich, ob da irgendetwas zwischen ihnen ist?", worauf er lächelnd "Ich fürchte ja." antwortet.
Seht selber.



Dem zufolge, was ich gelesen habe, war die Ladenmädchen- "Aschenputtel"-Geschichte zu der Zeit sehr beliebt - auch wenn das Aschenputtel in diesem Fall ihren Schuh nicht verliert, sondern ihn auf des Prinzen Kopf wirft, um ihm zu sagen, daß sie auf dem Anker steht.
Es ist eine recht leichte romantische Komödie mit einem Tick an Sozialkommentar.
Ich habe Glyns Novelle nicht gelesen, aber es hört sich auch nicht so an, als würde ich irgendetwas von ihr lesen wollen. Von ihrer Geschichte hat der Film so in etwa das Konzept von "It" behalten und nicht viel mehr, wie es scheint. Sie bekam allerdings einen Gastauftritt, in dem sie noch mal "It" erklären darf. Sehr unnötig, wenn ihr mich fragt, der Ausschnitt aus der Geschichte hätte ausgereicht. Nicht daß sie es übrigens erfunden hätte.
"Es ist nicht unbedingt Schönheit oder gute Gespräche. Es ist einfach "It". Manche Frauen bleiben einem Mann im Gedächtnis, wenn sie nur eine Straße hinuntergehen." Kipling in "Mrs. Bathurst" 1904 (eigene Übersetzung).
Glyn weitete das auf Frauen und Männer aus.


Carl Sandburg sagte über den Film: "Das Interessante an dem Film ist die lebhafte Anregung, Clara anzusehen, über die Untertitel zu lachen, die witzig sind, und wieder Clara anzusehen."
Egal ob es Flirten war, Spaß an einem Fahrgeschäft, Ärgern, das Essen eines Apfels oder Schwimmen, Clare wirkte bei allem frisch, natürlich und spontan.


Grimassenschneiden für Toodles.

Meine Lieblingsszene ist tatsächlich die, in der sie die Wohlfahrtsleute hinauswirft (und in der übrigens ein junger Gary Cooper als Reporter auftaucht, den ich nicht mal erkannte, aber ich war auch nie ein Fan). Die Art, wie sie sie zur Tür hinauswinkt und ihnen die Leviten liest, ist brilliant.

Wieder nimmt Betty die Dinge in die Hand
(ich meine damit nicht Toodles).

Ich kann "It" in Betty sehen, aber vielleicht nicht so sehr in Cyrus. Natürlich bot die Rolle nicht viel Gelegenheit außer vielleicht in den Rummelplatzszenen.
Monty war für mich der interessantere Charakter, weil er so eine merkwürdige und alberne Mischung war. Anders als Cyrus kam er zurück, um Betty zu besuchen (auch wenn er kam, um ihr die alleinstehende Mutter zu "verzeihen", die sie gar nicht war). Dennoch machte er mehr als einmal einen - nicht sehr überzeugenden - Annäherungsversuch. Als sie wegen des Heiratsantrags weinte, umarmte er sie, als sie ihn aber wegschubste, ging er direkt zu Cyrus, um ihm die Wahrheit über das Baby zu erzählen. Tatsächlich erinnerte er mich mehr an einen schwulen besten Freund (mit einem Hauch der Verwirrung eines Bertie Wooster), aber am Ende wurde angedeutet, daß Adela und er zusammenkamen.
Adela wurde nicht sehr fair behandelt. Natürlich war sie wegen Betty unglücklich, aber das einzige, das sie tatsächlich tat, war, einmal ihr Französisch zu testen, weil Cyrus gesagt hatte, daß Monty Betty in Paris kennengelernt hatte (als wäre das ein Grund gewesen, Französisch zu können).

"Wir sind nur ein Paar 'ITS' ohne IT!"

Wegen Clara Bow auf jeden Fall sehenswert!


Quellen und weitere Literatur:

1. Fritzi Kramer: It (1927) - A Silent Film Review. Auf: Movies Silently, 27. Oktober 2017
2. Stacia Kissick Jones: The White Elephant Blogathon: Clara Bow and It (1927). Auf: She Blogged By Night, 1. April 2012


Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.

Dienstag, 10. März 2026

Zu spät

"Wir sind zu spät dran."
"Wir wußten, daß es schwierig sein würde, die Kitze mitzunehmen, Meister Gnom, aber he, es war ein netter Familienausflug, auch wenn wir es nicht geschafft haben. Der Gedanke zählt, nicht wahr?"

Marsha, sie haben versucht, es rechtzeitig für deinen "Style Imitating Art"-Post zu schaffen, aber du weißt ja, wie das ist.
"Sind wir schon da?" "Ich kann nicht mehr laufen." "Kann ich ein Eis kriegen?" "Trag mich!"
Ich wünschte, wir lebten näher zusammen, wir wären für all deine Hirschbedürfnisse dagewesen (auch wenn es europäische Rehe sind).

Alle Rehe sind natürlich vintage Steiff (ich bin nur Sammlerin und in keiner Weise mit ihnen verbunden), der Gnom wurde von meiner lieben Freundin Jennifer genäht, ich liebe ihn so sehr.

Sonntag, 8. März 2026

Ton gießen

Wußtet ihr, daß ich ein Fan von "Great Pottery Throw Down" bin? Nein? (Ich habe es nur einmal in diesem Post erwähnt, also überrascht mich das nicht.)
Wußtet ihr, daß ich die Arbeit mit der Töpferscheibe immer mal ausprobieren wollte, es aber irgendwie nie dazu kam? Nein?
Aber wußtet ihr, daß es eine Zeit gab, in der ich das Tongießen so ein bißchen ausprobierte? Auch nicht? Nun, dann laßt euch überraschen.

Die Geschichte fängt mit "Kontakt" an und "Kontakt" fängt mit der Deutsch-Amerikanischen Freundschaftswoche an.
In meiner Stadt gab es früher einen US Army-Stützpunkt. Einmal im Jahr feierten sie im Sommer die Freundschaftswoche, was im Grund ein riesiger Tag der offenen Tür war, damit die Leute den Stützpunkt kennenlernen konnten. Am letzten Tag gab es ein großes Feuerwerk.

Es war eine Mischung aus kleinem Jahrmarkt mit großem Bierzelt, wo man Essen im amerikanischen Stil bekam (Tacos und Burritos eingeschlossen
 😉) oder einen mechanischen Bullen reiten konnte, Führungen durch die Gebäude am Stützpunkt, aber auch Vorführungen.
Eine davon war eine Schminkdemonstration auf einer Bühne. Meine beiden Freundinnen beschlossen, daß ich diejenige war, die hinaufgehen sollte. Ich erinnere mich, daß ich da gerade einen regelrechten Vesuv auf der Nase hatte und mir darum nicht danach war, aber sie bestanden darauf (wir waren alle Teenager, ihr könnt euch die Szene wahrscheinlich vorstellen).
Während die arme Make-up-Lady ihr Bestes tat, meine Nase zu bedecken und wegen meines Alters mit braunem Maskara und Rosentönen arbeitete (warum weiß ich das noch und außerdem, daß ich, obwohl es Sommer war, eine warme Jacke trug, die ich wegen ihrer Kapuze "den Mönch" nannte, und einen laaaaangen handgestrickten Schal?), wurden meine Freundinnen von jemandem von Kontakt angesprochen. Am Ende meinte eine meiner Freundinnen, daß sie gern mal zu einem Treffen gehen wollte und ich ging mit und wurden Mitglieder (um unser Englisch zu verbesser, aber laßt es mich mal so sagen, wir verbesserten definitiv unser Wissen über Flüche auf Englisch).

Wir machten alles Mögliche, vom Minigolf spielen bis zu Ausflügen in der Gegend, Weihnachtsmarkt, Barbecues, Filme, Kuchenverkäufe, ein denkwürdiges Halloween, von dem ich gerne Bilder hätte, und mehr.
Und wir machten einen Tongießkurs im Rec Center mit, den ich am meisten mochte.
Was ist Tongießen? (Sehr) kurz gesagt hat man einen Tonschlicker, der in eine poröse Gipsform gegossen wird. Nachdem sich eine Tonschicht gebildet hat, weil die Form das Wasser absorbiert, wird der Rest des Schlickers wieder ausgegossen, und wenn der Ton fest genug ist, wird die Form entfernt.
Ich habe es geliebt. Sie hatten so viele Formen. Bei den Amerikanern sehr beliebt waren die riesigen Bierkrüge, aber natürlich begannen wir klein. Tatsächlich schafften wir es nie bis zu den wirklichen großen Stücken, was ich immer bedauert habe, obwohl ich
keinen Bierkrug wollte.

Wir fingen mit kleinen Figuren an, von denen ich die meisten verschenkte und von denen manche irgendwann wieder zu mir zurückkamen, wie diese kleinen Damen, die bei meiner Mutter im Regal standen.
Die blonde muß mal gefallen sein, weil ihr Haar etwas Glasur verloren hat und ihr der halbe Arm fehlt. Es macht wirklich keinen Sinn, sie zu behalten, aber jetzt erinnert sie mich erstmal noch an die Zeit, während derer sie bei meiner Mutter im Regal stand.



Der Welpe und die Schnecke waren meine allerersten Stücke, wenn ich mich recht erinnere, weil sie klein und die einfachsten waren. Sie gingen zu meiner Oma.
Ein Clubmitglied machte damals eine Ausbildung als Porzellanmalerin, was man leicht erkannte, weil ihre Stücke soviel besser aussahen als die von uns anderen. Die Schnecke war mein erstes Stück und ich hatte Probleme mit dem Aufmalen der Augen, als ich sie also mehr als einmal heruntergekratzt hatte, bat ich sie um Hilfe und sie gab ihr diese Schieläuglein.


Dann sind da noch die Buddhas.
Tatsächlich machte ich drei. Einer davon ging an eine Freundin der Familie. Ich erinnere mich noch, wie sie lachte und meinte "Wenigstens ein Mann, der mich anlächelt." Ich weiß, daß er wenigstens ein paar Jahre in ihrem Bücherregal verbrachte.

Diese zwei sind meine eigenen.
Der stehende war eigentlich für jemand anderen gedacht, aber wie ihr sehen könnt, hat er ein Problem.
 

Die Werkstatt hatte große Regale, um all die Stücke während der unterschiedlichen Stadien aufzubewahren, denn natürlich konnten die Leute nicht jeden Tag da sein, um zu bemalen, glasieren oder auch nur ihre Arbeiten abzuholen.
Eines Nachts brach jemand in der Werkstatt ein. Sie traten die Tür so gewaltsam ein, daß sie in eins der Regale krachte.  Ich glaube nicht, daß sie jemals herausfanden, wer es war oder warum sie es taten. Es gab nichts dort, was etwas wert war, es sei denn, sie hätten von einem Schwarzmarkt für Ton und gebrauchte Formen gewußt. Wahrscheinlich war es reiner Vandalismus.
Einige der Stücke wie mehrere riesige Krüge waren komplett kaputt, manchmal überlebte ein Teil davon, zum Beispiel ein Krugdeckel. Wir hatten ziemlich Glück, weil wir nichts Großes hatten, das uns schon eine Menge Arbeit gekostet hätte, aber mein Buddha war eins der Opfer. Die Werkstattleiterin meinte, ich solle ihn kleben, wahrscheinlich weil ich ihr leid tat. Die Hand war jedoch nicht zu finden.


Ich wünschte, ich könnte euch auch den Krugdeckel zeigen. Er sah wie ein Zauberer aus und ich hatte ihn schon zuvor bewundert, aber die Form war begehrt und es bestand keine Chance, daß ich nur den Zauberer gießen konnte. Die Frau wollte einen neuen Krug machen und fragte mich, ob ich gern den Deckel hätte. Es war nur der Stab abgebrochen, also nahm ich das natürlich an.
Da ging dann aber unser Clubleiter nach Amerika zurück und der Club veränderte sich sehr mit dem neuen.
Leider haben wir es nie in die Werkstatt zurückgeschafft, also lebte der Zauberer ungebrannt in einer meiner Vitrinen. Um ehrlich zu sein, ich weiß gar nicht, wo er jetzt ist, vielleicht ging er beim Umzug kaputt, vielleicht ist er an einem sicheren Ort versteckt. Falls ich finde, füge ich ein Bild hinzu.

Dann gibt es noch die Tasse. Ich habe sie nicht benutzt, um daraus zu trinken, weil ich meiner Glasur nicht vertraute, aber ich hatte Stifte darin.


Es ist das eine Stücke, auf dem man meine "Signatur" am besten erkennt. Wir bekamen Zahlen zugeteilt, um zu unterscheiden, wer was gemacht hatte, und ich ergänzte noch meine übliche Katze und meinen Namen.


Das war also meine "Karriere" als Töpferin.
Daß sie so kurz war, ist die einzige Entschuldigung dafür, daß ich so lausig darin war. Egal wie sehr ich es versucht habe oder wie wenig oder viele Glasurschichten ich auftrug, es gab einfach Stellen, wo ich jämmerlich dabei scheiterte, sie gleichmäßig hinzubekommen. 
Meine müde kleine Lady hat keinen richtigen Hals, weil sich Glasur unter ihrem Kinn ansammelte, meine Schnecke hat das gleiche Problem auf ihrem Haus.
Ich sehe mich noch im Haus unserer zukünftigen Porzellanmalerin sitzen, wie ich versuche, den Buddhas ein gleichmäßiges Blau zu geben. Ich war hoffnungslos verliebt in das Königsblau und hoffnungslos schlecht darin, es zu benutzen.
Ich bin mir sicher, daß ich es hätte lernen können, aber es sollte eben nicht sein, obwohl man sieht, daß ich vom einen zum anderen Buddha schon ein kleines bißchen besser geworden war.
Was die Farbe betrifft, waren die besten Stücke die Tasse - ich wollte tatsächlich, daß der Himmel so wurde, obwohl das sicherlich besser gegangen wäre -, der dritte Buddha (nicht blau) 
und (wenn ich mich recht erinnere) ein Welpe und ein kleines Mädchen für meine andere Oma, die aber nicht zu mir zurückgekommen sind, also müßt ihr mir das einfach glauben! 😉

Freitag, 6. März 2026

Weekend Traffic Jam Reboot - Woche 146

Willkommen beim Weekend Traffic Jam Reboot!
Meine Posts für den Linkup gehen freitags um 3.30 morgens live (das ist dem Zeitunterschied zu den USA geschuldet).



Kürzlich habe ich einen kleinen Marathon mit Alfred Hitchcock-Filmen gemacht (nicht an einem Tag) - Die 39 Stufen, Rebecca, Eine Dame verschwindet, Fremde im Zug, Berüchtigt ... Er war nicht geplant, ich bin einfach von einem zum nächsten gesprungen und habe es wirklich genossen.


Seid ihr für das Wochenende bereit? Vielleicht mit einem eigenen kleinen Marathon?

Als Teil des Reboots werden wir jede Woche einen anderen Blog vorstellen.
Wie wäre es, wenn ihr vorbeischaut und hallo sagt? Sagt ihnen, daß wir euch geschickt haben.



Diese Woche fällt unser Spotlight auf Musings & Glimpses on Faith, Flavor & Home.


Paula von Musings & Glimpses on Faith, Flavor & Home schreibt: "Hallo alle! Willkommen, willkommen, willkommen bei meinem brandneuen Onlineauftritt: Musing & Glimpses on Faith, Flavor & Home! ... Wir sprechen über alles, was im mittleren Lebensalter so auftaucht, zusätzliche Ermutigung, die Freude an Hausmannskost in kleinen Portionen, die Kunst des Wohnens in Wohnungen und kleinen Räumen, clevere Lösungen für den Alltag, Tips zur Einrichtung kleiner Räume, lustige Ideen für die Unterhaltung in kleinen Räumen, Humor und so viel mehr. Und vergessen wir meine Liebe zur Nostalgi nicht (noch jemand Gen X hier?)! Es gibt so viele Geschichten zu erzählen und Erinnerungen zu teilen. ... Hier sind wir also! Ein neuer Ort, um diese zusätzlichen Gedanken, Leidenschaften und Abstecher zu erkunden. ... Ich freue mich so, daß ihr da seid!"


Marsha von Marsha in the Middle hat 2021 als Training mit dem Bloggen angefangen, um ihre Neuroplastizität zu erhöhen. Ach, wem machen wir was vor? Marsha hat mit dem Bloggen angefangen, weil sie Kleidung liebt, und sie redet oder in diesem Fall schreibt einfach gern!

Melynda von Scratch Made Food! & DIY Homemade Household - Der Name sagt schon alles, wir haben uns im Osten von Texas angesiedelt, wobei sich drei Generationen das Land teilen. Ich koche und backe alles selber, wenn ich nicht gerade gärtnere oder den Hühnern nachlaufe, und stricke!

Lisa von Boondock Ramblings erzählt von den Büchern, die sie schreibt und liest, ihrem Glauben, Home-Schooling, Fotografie und mehr.

Cat von
 Cat's Wire hat, was sie ein Springspinnengehirn nennt. Sie hat viele Interessen und bloggt über das, was immer gerade ihre Aufmerksamkeit erregt - Handarbeiten, Bücher, alte Filme, Sammelwertes oder "einfach nur so".

Rena von Fine Whatever Blog schreibt über Stil, Leben im mittleren Alter und die "gut, was auch immer" Momente, die dem Leben Sinn und Spaß geben. Seit 2015 feiert sie Kreativität, Selbstvertrauen und die Freude am Alltag.


Hier ist meine Auswahl von ein paar Posts aus dem Linkup der letzten Woche (englischsprachig).


Falls ihr wissen möchtet, wie Schnabeltiere ihre Jungen (auf Englisch "puggles" genannt) füttern und noch anderes, schaut euch die "kleinen Dinge" an, von denen Lydia erzählt.


Jill zeigt drei Arten, ein asymmetrisches Kleid für den Frühling zu stylen.

Wollt ihr wissen, was ein "Feagle" ist? Shelbee sagt es euch
🙃

Selber noch Anfängerin im Sticken, habe ich Moois' Bilder von einer Ausstellung über palästinensische Stickerei besonders genossen.


Macht mit beim Linkup!

Richtlinien:
Diese Linkparty ist nur für Blogposts. Alle anderen Links werden gelöscht.
Bitte verlinkt nur Blogposts, die ihr selber geschrieben habt. Bitte verlinkt direkt zur URL eures Blogposts und nicht der Homepage eures Blogs.
Bitte verlinkt nicht auf Videos, Verkaufsanzeigen oder Links auf sozialen Medien, wie zum Beispiel YouTube-Videos oder -Shorts, Instagram- oder Facebook-Reels, TikTok-Videos oder anderen Beiträge auf sozialen Medien.
Bitte besucht auch andere Blogs und laßt einen Kommentar da.

Zur Beachtung:
Wenn ihr am Weekend Traffic Jam Reboot teilnehmt, versichert ihr damit, daß der Inhalt euch gehört und ihr uns erlaubt, denselben zu teilen, falls euer Post oder euer Blog erwähnt werden.
Wir begrüßen unbegrenzten familienfreundlichen Inhalt. Dazu können Meinungsposts, Rezept, Reiseberichte, Modeideen, Handarbeiten, Second-Hand-Einkaufen, Lifestyle, Buchrezensionen  oder -diskussionen, Fotografie, Kunst und noch vieles mehr gehören!

Danke für's Mitmachen!!


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Donnerstag, 5. März 2026

Stummfilme - Buster Keatons Trauung mit Hindernissen

Wie wäre es mit noch etwas mehr Buster Keaton? Der heutige Film gehört zu seinen Zweiaktern - Buster Keatons Trauung mit Hindernissen von 1920 (Alternativtitel: Trauung mit Hindernissen oder Buster Keatons verhinderte Trauung).


Hier ist die Handlung (Spoileralarm):

Zwei Knechte leben zusammen in einem Haus auf einer Farm. Beide sind in die Farmerstochter verliebt, aber ihr Vater (von Keatons Vater Joe gespielt) will davon nichts hören und schickt sie ins Haus zurück.


Nachdem sie eine Sahnetorte für ihn gebacken und zum Abkühlen auf dem Fensterbrett abgestellt hat, zeigt ihre Mutter ihr einen Artikel über eine Tänzerin, also zeigt sie, daß auch sie tanzen kann.
Buster ist schockiert, seine Angebetete in den Armen seines Mitbewohners zu sehen.

Ein Herz bricht.

Inzwischen hat der Hund die Sahnetorte verspeist, und als Buster ihn mit der Sahne um die Schnauze herum sieht, denkt er, der Hund sei tollwütig.

Das ist mal ein guter Kuchen!

Eine wilde Jagd folgt, während derer Buster seine Kleider verliert, er und der Hund aber Freunde werden.

Freunde im Heu. So ein guter Junge.

Er geht zur Farm zurück, wo das Mädchen immer noch tanzt, aber in Ohnmacht fällt, als sie ihn in Unterwäsche sieht.
Jetzt wird Buster von ihrem Vater gejagt. Schnell gibt er vor, die Vogelscheuche zu sein, deren Kleider er angezogen hat.
Als der Vater und der Mitbewohner das herausfinden, jagen sie ihn beide.
Dann trifft er auf das Mädchen und als sie knien sieht, weil er seinen Schuh zubindet, denkt sie, er mache ihr einen Antrag und nimmt ihn an.

Oh Buster, das kommt so plötzlich.

Sie entkommen Dad und dem anderen Knecht zuerst auf dem Pferd, dann auf dem Motorrad, und unterwegs gabeln sie zufällig einen Pfarrer auf, der sie noch während der Jagd miteinander verheiratet.

... Mann und Frau!

Das war absolut zum Schießen.
Der Film beginnt mit den beiden Knechten in ihrem winzigen Haus mit nur einem Zimmer, das allerdings eine Menge zu bieten hat. Der Phonograph ist auch ein Herd, die Wanne ist auch eine Couch, das Bücherregal ein Eisschrank.

Laß Gas in die "Jukebox", um den Speck zu braten!

Anderes wie Salz und Zucker hängt an Schnüren von der Decke und kann leicht heruntergelassen und wieder hochgezogen werden. Allein schon der Teil wäre es wert, den Film anzuschauen, es ist wie eine wundervolle Choreographie.

Ein Spielchen "Fang die Flasche".

Die Jagd ist aber noch witziger.
Ich mußte wirklich richtig laut lachen, was ich nicht erwartet hatte. Allerdings wußte ich ja auch nicht, daß ich einen neuen Schwarm kennenlernen würde. Douglas, es tut mir leid, auf die Seite mit dir, es ist jemand Neues in der Stadt und sein Name ist Luke.
Ich war von diesem Hund so beeindruckt, daß ich mehrere Male buchstäblich vor Freude quietschte. Er war großartig!

Die Leiter hoch, die Leiter runter. Ich bin verliebt!

Also schlug ich Luke nach und fand heraus, daß der English Bull Terrier (die Rasse wurde später als American Staffordshire Terrier anerkannt der Hund von Roscoe "Fatty" Arbuckle und seiner Frau Minta Durfee war, von der es heißt, sie habe ihn als sechs Wochen alten Welpen als Bonus für einen besonders schwierigen Stunt bekommen. Arbuckle brachte Luke Tricks bei und angeblich verdiente er 150 $ in der Woche.
"Buster Keatons Trauung mit Hindernissen", für den Arbuckle ihn an seinen Protégé Keaton auslieh, war Lukes letzter Film. Durfee bekam ihn, als sie und Arbuckle sich scheiden ließen, aber ihr Exmann bekam Besuchsrechte ... nun, und ich stelle mir gern vor, daß Luke bis zu seinem Tod 1926 ein glückliches Leben hatte, vielleicht hin und wieder auf dem Jagd nach einem Eichhörnchen. Er war 13 Jahre alt.

Ihr denkt vielleicht, daß ihr den Film bei all den Screenshots, die ich gezeigt habe, jetzt schon kennt, aber in diesem schnellen Film gibt es so viele Gags, daß ihr noch gar nichts gesehen habt. Nicht auf überwältigende oder hektische Art. Alles ist so gut geplant, ja, es ist einfach eine Freude zuzuschauen.
Und vergeßt nicht, Luke ist dabei.
Ihr wißt, daß ich nicht darauf besteht, daß irgendjemand Stummfilme anschaut, nur weil ich das tue, aber in diesem Fall - schaut ihn an. Investiert diese 18 Minuten.

Ja, er wird springen. Mit Leichtigkeit.


Quellen (englischsprachig):

1. Lea Stans: A Salute to Luke the Dog. Auf: Silent-ology, 20. Juli 2017
2. Luke the Dog auf dem englischen Wikipedia



Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.

Montag, 2. März 2026

Enttäuscht!

Bitte lest den Titel in der Stimme von Kevin Kline in "Ein Fisch namens Wanda". Ich kann das Wort nicht mehr benutzen, ohne an ihn zu denken, und ich liebe, daß es für das englische Original ein Video dieses Moments auf YouTube gibt.

Kürzlich habe ich geträumt, daß ich gereist bin. Ich kann euch das Land nicht sagen und auch nicht den ersten Teil des Traums, weil da nur noch eine vage Erinnerung an den Besuch bei einer älteren Dame übrig ist.
Auf jeden Fall ging ich zu einem Strand, den ich nicht erkannte, und halb im Sand vergraben war ein kleiner offener Pappkarton, dessen Inhalt sich über den Sand verteilte. Da waren Trommelsteine, goldene Ketten (nicht echt), Anhänger, eine ziemlich wilde Mischung. Es sah aus, ob sich jemand seiner alten Vorräte zur Schmuckherstellung entledigt hätte.
Natürlich mußte ich den Karton sofort durchschauen und ich nahm Klumpen von Goldketten auseinander, suchte ein paar Steine aus und hatte einfach Spaß daran, mir alles anzuschauen.
Ihr fragt euch vielleicht, warum ich nicht einfach den ganzen Karton mitnahm, aber ich erinnere mich daran, wie ich dachte, ich müßte etwas für die nächste Person übriglassen, und tatsächlich tauchte zum Schluß auch eine weitere Person auf.

Bild über pxhere

Als ich aufwachte, war ich eine Sekunde lang ein wenig enttäuscht und wußte nicht mal warum. Dann kam es mir wieder.

Es war nicht das erste Mal, daß ich einen solchen Traum hatte. Ich weiß von anderen Sammlerinnen und Sammlern, daß sie schon ähnliche hatten.
Leute, die sammeln, sind schräg.
Im Laufe der Jahre sind eine Menge meiner Träume über alle möglichen Dinge oder Ereignisse sehr lebhaft gewesen und ich kann mich immer noch an eine ganze Reihe davon erinneren, auch weil es wiederkehrende Themen oder Orte gibt.
Keine Angst, ich werde euch die jetzt nicht alle erzählen 
😉

Einer davon ist der Kaufhaustraum.
Ich bin offensichtlich in der Zeit zurückgereist und bin in einem großen Kaufhaus in der Spielzeugabteilung. Ich erinnere mich nur schwarz-weiß daran.
Obwohl ich schon Träume in schwarz-weiß hatte, denke ich, daß mich meine Erinnerung in diesem Fall trügt, und dafür gebe ich zwei Episoden aus Fernsehserien die Schuld - "Ausverkauf des Todes" aus "Mit Schirm, Charme und Melone" und "Goldfingerhut" von "Twilight Zone", welche beide zu meinen Favoriten gehören.
(Das war noch, bevor ich "Are You Being Served?" kannte, sonst wären sie vielleicht bunt.)



Was ich aber definitiv noch weiß ist, daß ich völlig überwältigt von der Ansammlung perfekter Steifftiere (Vorkrieg) oder Barbiepuppen aus den 60ern bin - zu Preisen aus der jeweiligen Zeit.
Seltsamerweise ist es immer nur das eine oder das andere. Ich schätze, mein Gehirn denkt, ich wäre nicht imstande, mit beidem gleichzeitig fertigzuwerden, aber tatsächlich werde ich das nicht mal mit einem.
Aus irgendeinem Grund stehe ich da und weiß, daß ich kein Transportmittel habe und nicht alle haben kann, aber wie soll ich da wählen?
Es gab bisher nie ein Ende, was vielleicht auch besser ist. Möglicherweise würde es damit enden, daß man mich aus der Abteilung schleifen muß, weil ich den Verstand verliere
 😂


Andere Träume bringen mich in eine Straße ums Eck, wo ich als Kind gewohnt habe, zu verschiedenen Antiquitätenläden. Ich habe keine Ahnung, warum sie immer in dieser Straße sind, weil zu meiner Zeit dort überhaupt nie irgendein Laden war.
Nicht der an der Ecke, der eine Menge Bücher hat, aber auch ein paar Glasvitrinen, in denen kleine Steifftiere zwischen Schmuck oder Schnickschnack sitzen. Die meisten davon sind nichts Besonderes, aber es ist immer eins dabei, das mir ins Auge sticht.
Nicht der an der anderen Ecke, der eine Mischung aus Schmuck- und Antiquitätenladen zu sein scheint.
Und nicht der in einem Untergeschoß, zu dem ein paar Treppen hinunterführen (zweifelsohne von zwei echten Läden in verschiedenen Straßen inspiriert, die Schreibwaren, Bürobedarf und solche Dinge führten und die es seit Jahren nicht mehr gibt), aber mit einem Fenster auf Höhe der Straße, wo ich einmal eine Reihe von Steiff-Wollminiaturen sitzen sah, zum Originalpreise, die schönsten Vorkriegsminiaturen je. Das war eine harte Naummer, denn ich war so nah dran, und ich brauchte echt eine Weile, bis mir klar wurde, daß es nur ein Traum gewesen war. Ich erwartete fast, sie in meiner Vitrine sitzen zu sehen
.

Diese Schätzchen sind nicht mehr bei mir, was
angesichts von Gundels Vorgeschichte wahrscheinlich
besser so ist (ich beziehe mich dabei natürlich
auf das Weihnachtsmassaker von 2018)

Ich habe schon eine Weile keinen dieser Träume mehr gehabt. Ich war auch seit Jahren nicht auf Flohmärkten oder Börsen.
Das heißt icht, daß ich den Rausch der Jagd, die einen guten Teil der Sammelerfahrung ausmacht, vergessen habe oder niemals vermisse. Nun gut, ich war keine sehr gute Jägerin (ich hing zuviel vor Bücherkisten herum) und vielleicht trug das zu der Enttäuschung bei, wenn ich aus einem solchen Traum aufwachte, wenn ich dachte, ich hatte etwas echt Gutes gefunden? 
😉

Seid ihr jemals in einem Traum auf die "Jagd" gegangen?

Samstag, 28. Februar 2026

Meine Februar-Bücher

Dies ist ein Überblick der Bücher, die ich in einem Monat fertiggelesen habe (nicht unbedingt im selben Monat angefangen) und die ich den Katzen vorgelesen habe (mit 😸 markiert).
Ich werde jeweils eine kurze Erklärung hinzufügen, warum ich ein Buch ausgewählt oder wie ich es gefunden habe und vielleicht auch, ob es ein Kandidat zum Wiederlesen ist, aber ich werde keine richtigen Rezensionen oder Bewertungen abgeben (die Katzen weigern sich ebenfalls zu bewerten 😉). Solltet ihr aber etwas mehr Info zu einem Buch haben wollen, an dem ihr interessiert seid, laßt es mich einfach wissen.
Das war nicht mein bester Lesemonat. Wenige Höhepunkte.

"Death on the Oxford Road" von E. C. R. Lorac, Erstveröffentlichung 1933
(Robert Macdonald 4)


Mitten in der Nacht kommen Chefinspektor Robert Macdonald und sein Freund, der Journalist Peter Vernon, zufällig zu einem Autounfall auf der Oxford Road. Nur daß es kein Unfall war ...

Jemand empfahl E. C. R. Lorac (eines der Pseudonyme von Edith Caroline Rivett) und ihre Bücher aus dem Golden Age of Crime in einem Kommentar zum Blogpost einer Freundin, in dem sie Allingham und Marsh erwähnt hatte. Mehr vintage Krimis für mich, was nett ist, da mir bald die Marsh-Bücher ausgehen.

"Grimsdyke" von Walter Unsworth, Erstveröffentlichung 1974 😸


England, frühes 19. Jahrhundert.
Nach dem Tod seines Vaters erhält der 15jährige Kit Standish eine Einladung nach Grimsdyke von seinem Onkel Gideon, von dem er nur weiß, daß er mit seinem Vater zerstritten war.
Es dauert nicht lange, bis Kit klar wird, daß sein Onkel ihn umbringen will, aber warum? Er flieht von Grimsdyke, um es herauszufinden, glücklicherweise lernt er neue Freunde kennen, die ihm helfen.

Als ich auf The Internet Archive nach einem anderen Buch suchte, konnte ich es trotz einer langen Ergebnisliste nicht finden, fand aber, daß stattdessen dieser Titel und der Umschlag interessant aussahen.
Ich wurde nicht enttäuscht. Unsworth schrieb Bücher über das Bergsteigen, aber auch historische Romane für junge Leute vor dem Hintergrund der Industriellen Revolution, mit dem Ziel, "der Zeit den Glanz zu nehmen". Das hat er hiermit definitiv getan und es gab die ein oder andere Szene, ohne ich die ich ausgekommen wäre (mit Tieren zum Beispiel), aber es war trotzdem eine wirklich gute Lektüre.
Ich liebe Zufallsfunde wie diesen.
(Eigentlich sollte das Buch nur eine halbe Katze haben, weil ich es nur dem Dekan vorgelesen habe, die Lady war nicht an der Industriellen Revolution interessiert, schätze ich mal).

"Die Lockett-Kinder" = "August Adventure" von M. E. Atkinson (Mary E. Atkinson in den deutschen Übersetzungen), Erstveröffentlichung 1936


Drei Geschwister, deren Eltern in Indien leben, haben eine Einladung für die Ferien von einer ihnen noch unbekannten Tante.
Als sie aber zum Haus der Tante kommen, ist diese nicht da und die Locketts machen sich mit zwei neuen Freunden auf die Suche nach ihr.

Das Buch ist einer meiner Kindheitsfavoriten, ich habe es für einen zukünftigen Blogpost zum x-ten Mal gelesen.

"Remarkably Bright Creatures" = "Das Glück hat acht Arme" von Shelby Van Pelt, Erstveröffentlichung 2022


Die verwitwete Tova putzt im örtlichen Aquarium. Eines Nachts macht sie die Bekanntschaft des Pazifischen Riesenkraken Marcellus und eine Freundschaft wächst, die dabei hilft, Familie zu vereinen.

Ich bekam die Empfehlung von Kyms Blog "Just A Second", und obwohl ich keine Ahnung hatte, was mich mit dem Buch genau erwartet, habe ich es absolut geliebt.

"Cats' A. B. C." von Beverley Nichols, Erstveröffentlichung 😸


Ein Katzenliebhaber erzählt Fakten und Anekdoten über Katzen, nach Buchstaben sortiert - A für "amusements" (Unterhaltung), F für "fur" (Pelz), Y für "yawn" (Gähnen) und so weiter.

Ich hatte vorher noch nie etwas von Nichols gelesen, ja, kannte ihn nicht mal. Es war einfach einer von meinen Zufallsfunden.
Keine Ahnung, wie seine anderen Bücher sind, aber während ich viele seiner Katzengeschichten mochte, packte er meiner Meinung nach zu viele Urteile über andere dazu, und außerdem mißfielen mir die Sticheleien gegen Frauen. Es war jedoch ein kurzes Buch und hatte nette Illustrationen.
Es gibt auch noch ein Buch, das
 "Cats' X. Y. Z." heißt, aber ich glaube nicht, daß ich das lesen werde. Wir werden stattdessen noch eine Abenteuergeschichte ausprobieren 🙂

"The Book Club for Troublesome Women" von Marie Bostwick, Erstveröffentlichung 2025


Die Vorstadt in den frühen 60ern. Vier Frauen gründen einen Buchclub und lesen "Der Weiblichkeitswahn" der feministischen Autorin und Aktivistin Betty Friedan, was zuerst ihren Blick auf ihr Leben und später ihr Leben auf unerwartete Weise verändert.

Ich habe das Buch als Neueintrag auf OverDrive gefunden.

"The Lost Apothecary" = "Die versteckte Apotheke" von Sarah Penner, Erstveröffentlichung 2021


Nachdem sie herausgefunden hat, daß ihr Mann sie betrogen hat, macht Caroline die Reise nach London anläßlich des Hochzeitstags allein.
Hier schließt sie sich einer Mudlarking-Tour (Schlammgräber) an und findet im Themseschlamm eine leere Phiole. Der eingravierte Bär führt sie auf die Suche nach einer vergessenen Apotheke und Serienmorden im späten 18. Jahrhundert.

Ich habe das Buch auf einem Blog erwähnt gefunden, meine ich, und die Kurzbeschreibung hörte sich interessant an. Wir haben zwei Zeitebenen für die Apothekerin Nella und ihre junge Freundin Eliza und für Caroline (und ihren Mann).
Das Buch war schnell zu lesen. Tatsächlich ungefähr so schnell wie Caroline das mehr als zwei Jahrhunderte alte Geheimnis von Nella und Eliza aufdeckt und dann weiter nach Cambridge zieht, um dort innerhalb von neun Monaten eine Abschlußarbeit über Nella zu schreiben.
Eliza behält sie als ihr persönliches Geheimnis für sich, obwohl die Wahrheit "meine Abschlußarbeit sehr wahrscheinlich auf die Titelseite von wissenschaftlichen Zeitschriften bringen konnte, aber ich wollte den Ruhm nicht" ... das soll ja wohl ein Scherz sein?
Als Bibliothekarin an einer Universität war der "Forschungs"teil für mich nicht nachvollziehbar (wenn's dann mal so einfach wäre) und das ist noch nett ausgedrückt. Das war aber nicht das einzige Problem des Buchs.
Im Moment denke ich nicht, daß ich noch eins der anderen Bücher der Autorin ausprobieren möchte.


"Finchen" von Lisa-Marie Blum, Erstveröffentlichung 1960


Finchen ist eine lebendige Puppe, die Gabriele gehört hat und nun bei deren Enkelin Ina lebt. Sie hat eine Menge Geschichten zu erzählen und da gibt es auch noch etwas, was sie tun muß ...

Das Buch habe ich für einen zukünftigen Post nochmal gelesen.

"Martin Crusoe" von Thomas Charles Bridges, Erstveröffentlichung als Buch 1920 (davor als Reihe zwischen März und Oktober 1919 in "The Children's Newspaper") 😸


Der Abenteuerroman über eine verlorene Zivilisation beginnt mit dem 17jährigen Martin, der mehrere drahtlose Nachrichten von einer Insel mit der Bitte um Hilfe erhält. 
Nach dem Tod seines Vaters fliegt er mit seinem Flugzeug dorthin - in ein großes Abenteuer (Fliegen ist nicht seine einzige Fähigkeit 😜).

Das ist einer meiner Zufallsfunde auf The Internet Archive. Kinder müssen das geliebt habe. Wir haben die Abkömmlinge von Atlantis-Überlebenden, wir haben "Monster", wir haben Verrat, Revolution und Kämpfe, wir haben Gold und einen Vulkan, Erdbeben und noch mehr.
Ich denke, Ray Harryhausen hätte einen Heidenspaß damit haben können.

"The Blue Castle" = "Das Schloß in den Wolken" von Lucy Maud Montgomery, Erstveröffentlichung 1926


Valancy ist 29 und unverheiratet, was sie ihre strenge Familie nie vergessen läßt. Als ihr ein Arzt sagt, daß sie nicht mehr lang zu leben hat, befreit sie sich von allem, was sie zurückgehalten hat, fest entschlossen, den kurzen Rest ihres Lebens zu genießen - und vielleicht Liebe zu finden.


Das war eine gemeinsame Lektüre mit Lisa von Boondock Ramblings.

"The Impersonator" von Mary Miley, Erstveröffentlichung 2013
(Roaring Twenties Mystery 1)



Leah, eine junge Variété-Schauspielerin, wird von Oliver Beckett angeheuert, um sich als seine Nichte auszugeben. Jessie, die genau wie Leah aussah, wird seit sieben Jahren vermißt, und Oliver möchte sich ihr Erbe sichern, bevor sie für tot erklärt wird.
Es steckt jedoch mehr dahinter, als Leah erwartet hat.

Ich habe auf Fritzi Kramers Stummfilmblog von einem von Mileys Büchern gelesen und habe mit dem ersten in der Reihe angefangen. Tatsächlich hätte ich lieber mehr über das Variété gelesen als über den Kriminalfall, aber es war gut genug, um auch das zweite lesen zu wollen, das in der Stummfilmindustrie spielt.
(Und nein, ich habe "Der Erbe von Latchetts", das Miley als Inspiration angegeben hat, nicht gelesen, also haben mich die Ähnlichkeiten (noch?) nicht geärgert.)

"Death by Petticoat: American History Myths Debunked" von Mary Miley Theobald, Erstveröffentlichung 2012


Das Büchlein führt 63 Mythen der amerikanischen Geschichte auf, die "in Museen und historischen Stätten in ganz Amerika wiederholt werden".

Die meisten davon hatte ich nie gehört, aber natürlich bin ich auch keine Amerikanerin.
Es war eine sehr schnelle Lektüre, was nicht verwunderlich ist, da jeder Mythos nur bis zu einer Seite erhält, manchmal sogar nur ein paar Sätze, wobei das den Mythos selber mit einschließt. Es gibt keinerlei Quellen, nur eine Liste von Leute in der Danksagung. Ich würde es nicht empfehlen.

"Lebensbilder aus Göppingens Vergangenheit : Gräber im Oberhofenfriedhof" von Peter Herwig, Erstveröffentlichung als Buch 2001


Meine Stadt hat zwei Friedhöfe, die wir den "Alten Friedhof" und den "Neuen Friedhof" nennen (obwohl der neue über 120 Jahre alt ist und offiziell Hauptfriedhof heißt).
Dieses Büchlein war ursprünglich eine Reihe in unserer Zeitung - "Gräber erzählen" - und wurde als Buch veröffentlicht, um die Verkaufserlöse dem Verein zur Erhaltung der Oberhofenkirche (die das zweitälteste Gebäude der Stadt ist) zukommen zu lassen.

Ich bin an der Geschichte meiner Stadt interessiert und diese Lebensgeschichten sind ein sehr interessanter Teil davon.


DNF:

"Cold Feet" von Brenda Novak, Erstveröffentlichung 2004


War Madisons Vater der "Sandpoint Strangler"? Als es ein weiteres Opfer gibt, hat der ehemalige Detective Caleb, der inzwischen True Crime-Bücher schreibt, den Verdacht, daß Madison mehr weiß als sie sagt.
Was er nicht erwartet hatte war, sich in sie zu verlieben.

Ein Zufallsfund auf OverDrive. Ich habe nicht mal die Hälfte geschafft, dann verlor ich Interesse wegen der Liebesgeschichte, sprang zum Ende und war froh, daß ich es getan und mir Zeit gespart hatte.

"The Case of the Christie Conspiracy" von Kelly Oliver, Erstveröffentlichung 2025


Wer hat Neville Lively getötet und warum? War es Agatha Christie, die er aus dem Detection Club ausgeschlossen haben wollte? Und warum ist Christie verschwunden?

Ich gestehe, daß mich das Cover angezogen hat. Ich dachte, das könnte Spaß machen, aber dann bemerkte ich nach einer Weile, wie ich immer nur ein paar Seiten las und mich dann etwas anderem zuwandte, bis ich das Buch buchstäblich bei etwa der Hälfte mitten in einem Satz beendete, weil mir die Hauptfigur so schrecklich auf die Nerven ging.