Freitag, 11. September 2026

Weekend Traffic Jam - Woche 173

Willkommen beim Weekend Traffic Jam Reboot!
Meine Posts für den Linkup gehen freitags um 3.30 morgens live (das ist dem Zeitunterschied zu den USA geschuldet).


Habt ihr euch je gefragt, wo euer Hirn hinverschwunden ist, ohne es euch zu sagen?
Letztens war ich in der Küche und habe ein "Notbrot" in den Ofen geschoben (ich backe nicht und mir war das Brot vom Bäcker ausgegangen, aber gewöhnlich habe ich etwas zum Aufbacken im Kühlschrank für solche Fälle). Ich stellte den Timer ein und dann kochte ich Wasser für meinen Lieblingstee, füllte Gundels Teller auf - ihr wißt schon, die Dinge, die man so macht, wenn man wartet. Dann kehrte ich zu meinem Buch zurück, aber eine kleine Stimme sagte mir, daß ich irgendetwas vergessen hatte.
Das hatte ich in der Tag. Ich hatte den Timer gestellt, aber den Ofen nicht angemacht! Ich bin wahrhaftig die Königin der Küche ...



Als Teil des Reboots werden wir jede Woche einen anderen Blog vorstellen.
Wie wäre es, wenn ihr vorbeischaut und hallo sagt? Sagt ihnen, daß wir euch geschickt haben.

Diese Woche fällt unser Spotlight auf
 Di-alog.


Di von Di-alog schreibt: ... nun ja, ich konnte tatsächlich nichts finden, aber ich kann euch sagen, daß Di eine Modebloggerin ist, die ihre Outfits vorführt und manchmal auch die ihres Manns Roger. Vielleicht weiß ja eine der anderen Gastgeberinnen mehr
!


Marsha von Marsha in the Middle hat 2021 als Training mit dem Bloggen angefangen, um ihre Neuroplastizität zu erhöhen. Ach, wem machen wir was vor? Marsha hat mit dem Bloggen angefangen, weil sie Kleidung liebt, und sie redet oder in diesem Fall schreibt einfach gern!

Melynda von Scratch Made Food! & DIY Homemade Household - Der Name sagt schon alles, wir haben uns im Osten von Texas angesiedelt, wobei sich drei Generationen das Land teilen. Ich koche und backe alles selber, wenn ich nicht gerade gärtnere oder den Hühnern nachlaufe, und stricke!

Lisa von Boondock Ramblings erzählt von den Büchern, die sie schreibt und liest, ihrem Glauben, Home-Schooling, Fotografie und mehr.

Cat von
 Cat's Wire hat, was sie ein Springspinnengehirn nennt. Sie hat viele Interessen und bloggt über das, was immer gerade ihre Aufmerksamkeit erregt - Handarbeiten, Bücher, alte Filme, Sammelwertes oder "einfach nur so".

Rena von Fine Whatever Blog schreibt über Stil, Leben im mittleren Alter und die "gut, was auch immer" Momente, die dem Leben Sinn und Spaß geben. Seit 2015 feiert sie Kreativität, Selbstvertrauen und die Freude am Alltag
.


Hier ist meine Auswahl von ein paar Posts aus dem Linkup der letzten Woche (englisch/holländisch).


Pats Nachbarschaft hatte einen "Sommer voller Bären".

Es wird euch nicht überraschen, daß ich gerne Mireilles Perlenohrringe und die Outfits, die sie dazu getragen hat, angeschaut habe.

Lisa stellt den Film "Zu klug für die Liebe" von 1945 mit Katharine Hepburn und Spencer Tracy vor.

Deb zieht Bilanz, jetzt da der Frühling in Australien beginnt.

Nicole spricht über verrückte Kleidergrößen.



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Wir begrüßen unbegrenzten familienfreundlichen Inhalt. Dazu können Meinungsposts, Rezepte, Reiseberichte, Modeideen, Handarbeiten, Second-Hand-Einkaufen, Lifestyle, Buchrezensionen  oder -diskussionen, Fotografie, Kunst und noch vieles mehr gehören!



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Donnerstag, 10. September 2026

Stummfilme - Mighty Like a Moose

Letzte Woche habe ich über eine Affäre gesprochen, die für jemanden ein tragisches Ende fand, die heutige Affäre ist ganz anders.
Wenn ich euch sage, daß Charley Chase hier dabei ist, erinnert ihr euch vielleicht daran, daß er für Komödien bekannt war. Ich denke, nach dem Drama der letzten Woche, haben wir eine solche verdient.
Hier ist "Mighty Like a Moose" von 1926 (scheint, ich stecke gerade in diesem Jahr fest, aber das ist reiner Zufall!).


Beginnen wir mit der Handlung (Spoileralarm!).

Mr. Moose hat vorstehende Zähne und Mrs. Moose hat eine große Nase.


Die Nachbarskinder - kein Respekt. Ich mußte dieses Bild einfügen, weil es mich an die Szene aus "Fröhliche Weihnachten" erinnerte, in der die Kinder ihrer Lehrerin einen Streich spielten, indem sie falsche vorstehende Zähne trugen (aus Wachs, wie man in dem Buch lesen kann, das den Film inspirierte ... ich schweife ab, sorry).


Mr. und Mrs. Moose haben beide seit Monaten gespart, um ihre Ehepartner mit einem Facelift zu überraschen - et voilà.


Mr. Mooses Zahnarzt läßt ein Vorher-Nachher-Bild machen und gibt seinem Patienten außerdem falsche Zähne, damit seine Familie ihn noch erkennen kann. Außerdem lädt er ihn auf eine Party ein, aber Mr. Moose lehnt ab, da er verheiratet sei.
Dann begegnet er Mrs. Moose im Flur, sie erkennen sich jedoch gegenseitig nicht und beginnen einen Flirt, also lädt er sie zur Party ein. Beide fühlen sich nicht gut dabei, ihre Ehepartner zu hintergehen, aber andererseits können sie nicht widerstehen, nachdem sie die Auswirkungen ihrer jeweiligen Operationen gesehen haben
.


Sie kommen getrennt zu Hause an und bemerken sich anfangs auch nicht, indem sie eine Art "Tanz" um einander herum aufführen - einer kommt in den Raum, wenn die andere gerade herausgeht.
Auf der Party versucht Mr. Moose einen Tanz mit seinem Date zu erhaschen, aber stattdessen wird sie ihm quasi entrissen, während er zu einem Tanz mit einer Dame gebeten wird, die nur die Polka kann (leider habe ich es nicht geschafft, einen Screenshot zu bekommen, der wirklich zeigt, wie witzig dieser Tanz ist).
Was niemand weiß ist, daß die Polizei schon darauf wartet, eine Razzia auf der Party durchzuführen, da sie den Doktor des Alkoholbesitzes verdächtigen (Prohibitionszeiten!), sie "verhaften zur Übung alle".
Mr. Moose hat die Polizisten entdeckt und warnt Mrs. Moose. Sie drehen sich beide herum, mit dem Ergebnis, daß die Polizei ein Bild von ihnen macht. Ihr erinnert euch, sie wissen nicht, daß sie ein Ehepaar sind.


Daheim ist Mr. Moose überrascht, als sein Date kurz nach ihm sein Haus betritt. Er hört, wie sie dem Mädchen von der Operation erzählt, und ist schockiert, daß seine Frau ihn hintergangen hat. Also sagt er Mrs. Moose als ihr Date, daß er nicht ohne sie leben kann, kommt dann mit den falschen Zähnen zurück, und schließlich täuscht er einen Kampf zwischen "dem Date" und "dem Ehemann" vor (mit Hilfe eines pendelnden Stiefels).


Unglücklicherweise für ihn hat Mrs. Moose die Zeitung gefunden, in der auch das Vorher-Nachher-Bild ihres Mannes ist. Als sie ihn dafür schlägt, daß er versucht hat, sie mit dem falschen Kampf zu täuschen, verliert er die falschen Zähne.
Wo sind sie? Oh, gefunden!


Verwechslungen sind schon lang eine Grundlage für Komödien. Als also ein Blogger schrieb, daß er nicht versteht, wie sie sich gegenseitig nicht erkennen konnten, brachte mich das zum Lachen.
Mein Lieblingsbeispiel - Clark Kent/Superman. Aus irgendeinem seltsamen Grund wissen Leute immer noch, wer ich bin, selbst ohne meine Brille.
Wenigstens erfahren wir, daß Mrs. Moose sich auch neue Kleider gekauft hat, die ihr Mann noch nicht kennt.

Ich war außerdem vom unmittelbaren Erfolg der OPs entzückt. Keine Verbände, keine Spuren, keine Schmerzen, die zwei hüpfen aus den Behandlungsstühlen und alle sind glücklich.
Wünschten wir uns nicht, daß es wirklich so einfach wäre?
Falls ihr euch übrigens fragt, Nasen-OPs gibt es schon ganz schön lange - zum ersten Mal um 600 v. Chr. in Indien. Im Westen wurden sie im späten 19. Jahrhundert wirklich populär und wurden später nicht nur rein für die Ästhetik durchgeführt, sondern auch um Männern zu helfen, die im Krieg verwundet wurden.

Der Kampf, den Mr. Moose mit sich selber führte, war natürlich auch nicht realistisch, vor allem am Ende, als er sekundenschnell die Identitäten wechselte und immer von derselben Seite kam.
All das war clever geschnitten, nur Superman hätte so schnell sein können.

Ist das alles aber irgendwie wichtig? Natürlich nicht!
Der gesamte Film nutzte die wundervolle Choreographie, um das Publikum zum Lachen zu bringen, und bei mir hat das sowas von gut geklappt.
Ich hatte auch Spaß mit den witzigen Zwischentiteln. Mein Favorit war der, als Mr. Moose ins Haus kommt und von seinem Hund attackiert wird, der ihn mit den neuen Zähnen nicht erkennt, sodaß er die falschen einsetzen muß
.


Das ist natürlich eine Anspielung auf EMI's Nipper, der "His Master's Voice", der Stimme seines Herrn zuhört (schaut euch meinen Post über Nipper an, falls ihr nicht wißt, wovon ich spreche).

Schlußfolgerung - ist der Film realistisch? Nein. Ist er witzig? Sowas von!
Für mich sogar so witzig, daß ich laut lachen mußte.
Bis jetzt mochte ich jeden Charley Chase-Film, den ich gesehen habe, und ich freue mich darauf, mehr davon zu erforschen
.


Weitere Lektüre:

Fritzi Kramer: Mighty Like a Moose (1926) - A Silent Film Review. Auf: Movies Silently, 27. April 2014



Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.

Mittwoch, 9. September 2026

Erzählt uns von ... Poesie

Es ist wieder Zeit für die Global Writing Challenge an jedem zweiten Donnerstag im Monat.
Meine Posts werden etwas früher live gehen (um einen Zusammenstoß mit den Stummfilmen zu vermeiden), wenn also die Posts der anderen noch nicht live sein sollten, schaut bitte später nochmal vorbei.
Aktuell sind dabei: Deb’s WorldSuzy TurnerWithin a World of My OwnOnce Upon a Time Happily Ever After, Marsha in the Middle, Coffee and Cocktails at the Casa und ich. Es macht Spaß zu erfahren, wie unterschiedlich alle das Thema interpretieren.
Ihr könnt mitspielen und bei unserem Link Up mitmachen!
Wenn das für euch zu kurzfristig ist, vielleicht nächstes Mal?
 Hier sind die Vorgaben für die kommenden Monate:
Oktober - Geburtstag
November - Aberglaube

Dezember - Warum bloggst du?

Foto von Trust "Tru" Katsande auf Unsplash

Die Vorgabe für heute war "Poesie", ausgewählt von Marsha.
Oh, Marsha. Wenn man mich fragen würde, würde ich sagen, daß ich absolut keine poetische Ader habe. Ich habe selber nie ein Gedicht geschrieben, nicht mal schlechte als Teenager - es sei denn, ihr laßt die Gruppenarbeit in unserem Literaturkurs gelten - und das erste, was ich mit Gedichten assoziiere ist es, sie im Deutschunterricht aufzusagen, Limericks in der Englischstunde und natürlich die diversen Poesiealben in meinem Leben, die von anderen und mein eigenes
.

Meine erste echte Begegnung mit Gedichten - von Kinderreimen mal abgesehen - war wahrscheinlich, als ich in den 70ern dieses Büchlein in der Tombola beim Gemeindefest gewann.
Pflichtbewußt las ich die Gedichte, alle 28 Beispiele von "großen deutschen Balladen" (acht davon von Goethe, war ja klar), denn das tut man, wenn man etwas gewinnt (ich habe auch die bunten Plastikeierbecher und -löffel benutzt, die ich beim selben Fest gewonnen habe), aber das einzige, das wirklich hängenblieb, war die Elfenballade "Erlkönig", vielleicht wegen des gruseligen Schlusses.


Gedichte in der Schule aufsagen und interpretieren zu müssen, machte sie nicht interessanter für mich. Ich muß gestehen, daß ich oft erst am Tag vorher damit anfing, sie auswendig zu lernen, was gewöhnlich auch gut klappte. Es passierte nur zwei Mal, daß ich mich schmerzhaft durch Gedichte stotterte, Goethes "Der Zauberlehrling" und Mörikes "Der Feuerreiter" (die tatsächlich beide in diesem Buch sind). Ist es nicht seltsam, wie ich mich immer noch daran erinnern kann, wie peinlich es war, aber nicht an die Noten, die ich bekam? Wahrscheinlich ist der Grund dafür, daß ich weiß, beides verdient zu haben, die Peinlichkeit aber schwerer wog.
In einem Jahr fragte ich meine Deutschlehrerin, was ich bekommen würde, wenn ich Schillers "Die Bürgschaft" aufsagen würde. Es war offensichtlich als Scherz in einer Unterhaltung gemeint, aber sie forderte die gesamte Klasse heraus, das für eine extra 1 zu tun (als kleinem Teil der mündlichen Note), und zu ihrer Überraschung tat es ungefähr ein Drittel der Klasse. Die Ballade hat 150 Zeilen und ich kann nur noch die ersten sieben.
Fragt mich ja nicht, wieviel ich noch von "Der Zauberlehrling" weiß!

Ich mag eine Menge klassische Musik, aber als ich noch Geige spielte (im 17. Jahrhundert) oder in Chören sang (bis ins späte 19. Jahrhundert, bevor mich eine Schilddrüsen-OP den größten Teil meines Stimmumfangs kostete), suchte ich aktiv danach und nun stolpere ich nur noch durch Zufall darüber.
Dasselbe ist es mit den Gedichten. Ich hasse nicht alle Gedichte, die unvermutet vor mir auftauchen, zum Beispiel auf den sozialen Medien oder als Teil eines Romans.
Heutzutage sind die einzigen Gedichte, die ich absichtlich lese, von
 Bill Bilston. Sie materialisierten sich dank einer Freundin, die sie auf Facebook teilte, und blieben hängen. Schaut euch seine Homepage (englisch) mit dem Newsletter an und ihr versteht wahrscheinlich warum.
Ich besitze sogar eins (bis jetzt) seiner Bücher. Welches das ist, wird euch ebenfalls nicht überraschen.


Was ist aber mit Songtexten?
Ich habe einen (englischen) Artikel von René Ostberg auf "Britannica" gefunden, der so endet "Die Debatte darüber, ob Lieder Gedichte sind (oder ob Gedichte Lieder sind), endet vielleicht niemals. Aber niemand kann leugnen, daß Poesie und Musik Kunstformen von universeller Kraft und Schönheit sind."
Wenn Lieder keine Gedichte sind, was heißt das dann für ein Gedicht, das zu einem Lied wurde? Wie zum Beispiel Franz Schuberts Vertonung von "Erlkönig"? Ist es noch ein Gedicht, weil es ein "Poet" geschrieben hat - und wie definieren wir Poet? Kann ein Musiker nicht auch ein Poet sein? Ihr dürft gern darüber diskutieren, aber denkt dabei daran, daß im Deutschen heutzutage eher das Wort "Lyriker" verwendet wird - lyrische Texte wurden zum Spiel einer Lyra gesungen. Und auf Englisch heißen Liedtexte "song lyrics".




Vielleicht habt ihr schon mal von der Musikreihe "Pop & Poesie" des Radiosenders SWR1 gehört, die es schon lang gibt. Man hört ein Lied und die deutsche Übersetzung. Ich habe das immer gehaßt, weil der Text über das Lied gesprochen wurde und ich doch das Lied hören wollte. Das Format wurde jedoch so populär, daß die Idee sich 2008 zu "Pop & Poesie in Concert" entwickelte. Schauspieler*innen tragen das Original und die deutschen Übersetzungen vor - im Sommer als Open Air - und dann spielt die Band den Song. Ein wichtiger Teil des Konzerts ist die Interaktion zwischen Moderator, Aufführenden und Publikum.
Ich hasse Menschenmengen, also war ich nie dort, aber ich kann mir vorstellen, daß man in diesem Format Liedtexte anders erfahren und fühlen kann - wie Poesie eben.
Es gibt auf jeden Fall Songtexte, die ich als solche ansehe, und glaubt mir, davon kenne ich viel mehr auswendig. Also habe ich vielleicht ja doch eine kleine poetische Ader.



Schauen wir jetzt mal, was uns die anderen (auf Englisch) zu erzählen haben.

Amy verwendet Poesie zum Spaß mit Freunden und Familien. Ihre Großmutter hat einen Gedichtband veröffentlicht und ihre Mutter schrieb jedes Jahr ein Weihnachtsgedicht für ihre Karten.

Suzy schreibt über darüber, wie sie aus Versehen zur veröffentlichten Poetin wurde, obwohl sie sich selber nie als "Poesie-Person" gesehen hatte!

Debbie 
blickt auf Posts von 2016 zurück, als sie mit Hilfe von Online-Magnet-Tiles Gedichte gemacht hat - es war Teil einer Phase, die sie durchmachte! Wer hätte gedacht, daß sich das zehn Jahre später als nützlich erweisen würde?

Sally erzählt von einigen ihrer liebsten amerikanischen Poeten und Gedichten.

Marsha schreibt über ihre beiden Lieblingsgedichte. Sie fragt sich, ob ihr überrascht sein werdet!

Die Vorgabe dieses Monats bereitete Leslie Probleme.


Ihr seid dran! Gedichte - ja oder nein?


P.S. Ich habe ganz vergessen, daß ich auch noch ein paar von Heinz Erhardts Gedichten kann. Wer erinnert sich noch an ihn?



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Montag, 7. September 2026

Die kultige Telefonzelle

Ich bin alt. So alt, daß ich eine Menge Erinnerungen daran habe, für einen Anruf in einer gelben Telefonzelle zu stehen, entweder weil ich nicht wollte, daß jemand daheim zuhörte - Gespräche mit meinem Freund - oder weil ich unterwegs war. Ja, so alt, daß ich mein halbes Leben ohne Handy verbracht habe.
Nicht alle dieser Erinnerungen waren gut ... wie das eine Mal, als ich den Ex anrief, um ihm zu sagen, daß ich durch meine erste Fahrprüfung gefallen war. Andere waren schräg ... wie das Mal, als ich mehr als eine Leitung dranhatte und eine Person nicht verstand, daß ich sie gar nicht angerufen hatte.

Ich erinnere mich an die Zeiten, als es keine Telefonkarten gab und man nur mit Münzen bezahlen konnte, sogar die, als ein Ortsgespräch echt günstig war, selbst wenn man länger als ein paar Minuten sprach.
Zu der Zeit konnte man noch die Münzen in einem Schacht hinter einem kleinen Fenster hinunterrollen sehen. Ein internationales Gespräch zu führen, ließ dein Geld schneller verschwinden als Eis in heißem Wasser
.

Das bringt Erinnerungen hoch, obwohl
meine ersten von schwarzen Telefonen sind.


Das falsche Telefonmodell, aber die
richtige Telefonzelle (rechts).
Bild von Juergen Rosskamp,
 CC BY-SA 2.0 DE 
über Wikimedia Commons

Das ist aber nicht die kultige Telefonzelle, über die ich in Wirklichkeit sprechen möchte.
Es ist natürlich die britische Telefonzelle in Rot - die K-Serie von K1 bis K8 (K steht für Kiosk).

K2 und K6 (das üblichste Modell)-Telefonzellen
in Smithfield Market
Bild von Mike Quinn, CC BY-SA 2.0,
über Wikimedia Commons

Wie ihr aber merkt, ist dies kein Post zum "Einfach nur so Samstag", ein Zeichen dafür, daß ich nicht im Detail über ihre Geschichte sprechen werde.
Stattdessen werde ich euch mein neuestes Lego-Projekt zeigen.
Ich hatte das Set seit Oktober 2025 herumstehen und es gibt einen Grund, warum ich es bis jetzt völlig vergessen hatte.
Jetzt war es allerdings höchste Zeit, die Schachtel vom Boden hochzunehmen und die Telefonzelle auf mein Regal zu bekommen.
Zumindest sagte ich mir das einige Wochen lang. Bis wir im Haus einen teilweisen Stromausfall hatten. Um mich davon abzulenken, darauf zu warten, daß es entweder repariert wurde oder ein Techniker zu uns kommen mußte, um sich das anzuschauen, schnappte ich mir endlich die Schachtel und fing an.
Zwei Tage später wurde festgestellt, daß das Problem nicht gelöst war, und der Strom wurde für eine größere Reparatur abgestellt (tatsächlich war der ganze Block betroffen). Von allem abgeschnitten (außer dem Kontakt über mein 18 Jahre altes Handy, das ausnahmsweise mal aufgeladen war) schaffte ich es weiterzumachen. Immerhin ein Lichtblick.

Diese Telefonzelle basiert auf dem K2-Kiosk.
Telefonkioske gab es schon vor der K1, die aus Beton mit einer Teaktür gemacht war.
Erst mit der K2, die von Sir Giles Gilbert Scott (wie auch die günstigere K3 und später der K2-Nachfolger K6) entworfen und 1925 unter fünf Modellen vom GPO (Post Office) ausgewählt wurde, bekamen Telefonzellen ihre rote Farbe.
Die erste K2 wurde vor 100 Jahren - im März 1926 - in der Charing Cross Road aufgestellt, die anderen hauptsächlich in London, da es sich um ein kostspieliges Design handelte.
Heute existieren noch ungefähr 200 davon, die als "Grade II" gelistet sind (Gebäude usw. von besonderem Interesse in nationalem Kontext, denkmalgeschützt).
Falls ihr an mehr Details interessiert seid, schaut euch den unten zitierten (englischen) Artikel an.

Ich brauchte fast 100 Jahre, um den Kiosk zu bauen, zumindest fühlte es sich so an - alles meine eigene Schuld, da ich mehr als einmal die Abrißbirne einsetzen mußte, um ein paar sehr dumme Fehler zu korrigieren. Aber hey, ich habe diese unerklärlichen Ausbrüche von Geduld und Entschlossenheit, ignoriert bitte einfach die Bißspuren in der Bank und die Tränen auf der Telefonzelle 😜



Ich liebe den Zaun, er erinnert mich an welche vor Häusern
in meiner alten Nachbarschaft, die ich schon als Kind liebte.

Detailansichten


K2 Innenansicht zum Vergleich
Bild von Murgatroyd49,
CC BY-SA 4.0, über Wikimedia Commons

Die Telefonzelle hat einen Lichtstein. Man drückt einen Knopf oben auf
dem Kiosk und er leuchtet auf. Es war schwierig, den Knopf zu drücken
und gleichzeitig im Dunkeln ein Bild des gesamten Kiosks zu machen,
aber ihr bekommt wenigstens eine Vorstellung davon.

Sie wird echt gut neben meinem Londoner Bus aussehen, denkt ihr nicht?


Quelle und weitere Lektüre (sehr interessanter englischer Artikel):

Nigel Linge, Neil Johannessen, Andrew Hurley, Andy Simmons & Andy Sutton: 
Sir Giles Gilbert Scott’s K2 Telephone Kiosk — A Design Classic. In: Industrial Archeology Review, 46(2024), 2, S. 87 - 98. DOI 10.1080/03090728.2024.2410137 (Open Access)

Freitag, 4. September 2026

Weekend Traffic Jam - Woche 172

Willkommen beim Weekend Traffic Jam Reboot!
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Vor ungefähr einer Woche hatten wir etwas Donner und Sonne, dann Regen, wieder Sonne, und der Himmel überraschte uns mit wundervollen Wolken und einem goldenen Licht.
Später schien auch noch ein wunderschöner Vollmond durch die schnell ziehenden Wolken, aber ich dachte nicht daran, ein Bild zu machen.
Mein Schwester aber nahm am späten Abend diese Bilder auf. Was seht ihr in den Wolken?




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 Try It - Like It - Create It.


Janet von Try It - Like It - Create It schreibt: "Man muß etwas ausprobieren, bevor man weiß, ob man es mag. 
Try it – Like it – Create it beschäftigt sich mit Basteln, neuen Produkten, Reisen und Rezepten. Try it – Like it – Create it zeigt es und bewertet alles davon!
Janet Van Lone Trieschman ist eine Mutter, die gern kreativ ist. Sie hat eine Karriere als Collegeprofessorin für Graphikdesign verlassen, um ihre Familie aufzuziehen. Auf der Suche nach einem kreativen Ventil schuf Janet eine Webseite; Try it – Like it – Create it."


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.


Hier ist meine Auswahl von ein paar Posts aus dem Linkup der letzten Woche (englischsprachig).



Soma zeigt uns ihre von Schottland inspirierte Arbeit.

Deb spricht über Albernheit.

Lynne hat einen Tisch mit Secondhand-Stücken gedeckt.

Amalia erzählt uns vom Captain der Wache, der Litschis ißt.

Esme hat eine Schinken-Zucchini-Pilz-Quiche (von Rochelle zubereitet) für uns (als Vegetarierin würde ich natürlich den Schinken weglassen).


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Donnerstag, 3. September 2026

Stummfilme - Es war

Dies ist nicht das erste Mal, daß ich einen Film vorstelle, der auf einem Buch des deutschen Dramatikers Hermann Sudermann (siehe hier), aber es ist das erste Mal, daß ich einen für euch mit Greta Garbo und John Gilbert in den Hauptrollen habe. Interessiert?
Macht euch bereit für "Es war" von 1926.


Hier die Handlung (mit Spoilern!)

Ulrich von Eltz, seine Schwester Hertha und Leo von Harden sind seit ihrer Kindheit befreundet.
Ulrich und Leo dienen zusammen als Soldaten in einem Husarenregiment.
 

Als sie auf Heimaturlaub sind und aus dem Zug steigen, um Hertha (die verzweifelt in Leo verliebt ist) und Leos Mutter zu treffen, verliebt sich Leo in eine Frau, die ebenfalls den Zug verlassen hat.


Er trifft sie auf dem ersten Ball der Saison wieder und sie beginnen eine leidenschaftliche Affäre.
Leider "vergißt" Felicitas, Leo zu sagen, daß sie verheiratet ist, und ihr Ehemann überrascht die beiden und fordert Leo zum Duell, um aber einen Skandal zu vermeiden, wird als offizieller Grund dafür ein Streit beim Kartenspiel genannt.
Leo erschießt Graf von Rhaden und erhält vom Militärgericht den Rat, sich für fünf Jahre für den Dienst in Afrika zu verpflichten.
Er bittet Ulrich, sich um Felicitas zu kümmern, während er fort ist. Ulrich besucht Felicitas und verliebt sich sofort in sie, von der Affäre mit Leo weiß er nichts. Als er ihr seinen Rat anbietet, ist sie nicht interessiert, als sie aber hört, daß er reich ist und "sein Geldbeutel Leo gehört", hat er ihre Aufmerksamkeit.


Leo darf nach drei Jahren wieder zurückkehren. Natürlich eilt er nach Hause, ist aber schockiert, als er am Bahnhof von Ulrich und seiner Frau willkommen geheißen wird - Felicitas.
Er ist entschlossen, beiden von nun an aus dem Wege zu gehen, kann aber nicht wegbleiben, als ihm Felicitas sagt, wie sehr Ulrich unter der Abwesenheit seines Freunds leidet.


Felicitas versucht immer wieder, Leo zu verführen, und obwohl der Pastor eine flammende Predigt an sie richtet, können sie schließlich nicht widerstehen und beschließen, in dieser Nacht zusammen fortzugehen.


Felicitas hat gepackt und wartet auf Leo, aber Ulrich kommt früher als erwartet von einer Reise zurück. Er macht seiner Frau ein teures Diamantenarmband zum Geschenk, und als Leo eintrifft, um sie mitzunehmen, läßt sie ihn wissen, daß sie nicht tapfer genug ist zu gehen, und fragt, warum sie nicht einfach bleiben und so weitermachen können?


Leo ist von der Vorstellung angewidert und versucht sie zu erwürgen, als Ulrich hereinstürmt (in dem anderen Film nach Sudermann haben wir übrigens ebenfalls eine Würgeszene). Felicitas behauptet, daß Leo sie zwingen wollte, mit ihm fortzugehen, und sie nach ihrer Ablehnung gewürgt hat. In tiefem Zorn fordert Ulrich Leo zu einem Duell am Morgen.
Am nächsten Morgen - die Männer sind bereits auf dem Weg zur Freundschaftsinsel, wo sie als Kinder Blutsbrüder geworden sind - verschafft sich Hertha Zugang zu Felicitas' Zimmer und beschwört sie, das Duell zu verhindern.


Ulrich warnt Leo, daß er schießen wird, um ihn zu töten, aber Leo hebt nur die Pistole, ohne auf Ulrich zu zielen, und plötzlich wird seinem Freund klar, daß Leo Felicitas sogar schon vor ihm geliebt hat. Sie wissen jetzt, daß ihre Freundschaft wichtiger ist als sich wegen einer Frau zu zerstreiten.


In der Zwischenzeit hat Felicitas Herthas Flehen nachgegeben. Auf ihrem Weg zur Insel tritt sie jedoch auf dünnes Eis und ertrinkt, ohne daß jemand ihre Hilferufe hört.



Wow.
Um ehrlich zu sein, ich hatte schon Augenrollen erwartet, da diese Art Handlung gewöhnlich für mich zu dramatisch ist, und von den Bildern her denkt ihr vielleicht das gleiche.
Das ist nicht überraschend, denn Sudermanns Roman, auf dem der Film basiert, von 1894 ist, und nachdem ich einige Erfahrung mit alten "Engelhörnchen"- oder Abenteuerromanen habe, die sich mit Militär-, Studenten- oder Western-Bromances befassen, war ich vorbereitet. Es gibt eine Menge Umarmungen.
 

Meine beste Freundin und ich hatten nie den
Mut, "Blutsschwestern" zu werden, vielleicht
hätte uns eine Skulptur wie diese dabei geholfen ... 😉


Es ist recht seltsam, aber ein Teil von mir verspürt den Drang, mich über den Film lustig zu machen, wegen seines Dramas, seinem übertriebenen Spiel in manchen Szenen (ich fand wirklich, daß Garbo es in der Szene mit Hertha zu weit trieb), der heldenhaften Bromance und auch wegen einiger der komischen Szenen, zum Beispiel mit dem zechenden Pastor.

Ein anderer Teil von mir ist nicht glücklich über die für diese Zeit typische Frauenfeindlichkeit.
Felicitas ist die Böse im Film und sie ist zweifellos die große Manipulatorin, aber es scheint, daß ihr die komplette Schuld zugeschoben wird, weil sie eine Frau war, und ich fand das nicht ganz fair.
An einer Stelle sagt der Pastor zu Leo: "Mein Junge, wenn uns der Teufel nicht durch den Geist erreichen kann ... erschafft er eine Frau, die schön genug ist, uns durch das Fleisch zu erreichen." (daher auch der englische Titel "Flesh and the Devil").
Was Leo natürlich sofortige Absolution davon gibt, der Versuchung nachzugeben, selbst nachdem Felicitas ein zweites Mal verheiratet ist. Mit seinem besten Freund. Dem er nicht von dem wahren Grund für das erste Duell erzählt hat. Seinem besten Freund, seinem Blutsbruder. Ich frage mich, warum er es ihm nicht erzählt hat? Hat er sich geschämt? Nicht genug jedoch, um den Fehler nicht zu wiederholen? Denn Eva, sorry, Felicitas war "schön genug" (was ich an sich schon für eine Beleidigung für Frauen halte).

Es gab ein paar Szenen, die uns zeigen, wie böse Felicitas war (so sehr, daß sie am Schluß sterben mußte).
Wir bekommen das erste Duell nicht komplett zu sehen, wir wissen erst, daß Graf von Rhaden gestorben ist, als seine Witwe mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen schwarze Hüte aufprobiert.
Als der Pastor seine anklagende Predigt hält, schaut sie ihn nur an und frischt langsam ihren Lippenstift auf. In der Kirche!
Beim Abendmahl dreht der Pastor den Kelch mit dem Wein für jede Person etwas weiter, aber sie dreht ihn bewußt zurück, um ihre Lippen auf dieselbe Stelle zu pressen wie Leo.


Vielleicht erwartet ihr jetzt, daß ich sage, ich mochte den Film nicht, aber damit würdet ihr falschliegen. Mir ist all das aufgefallen, und ja, hier und da wurde etwas mit den Augen gerollt, aber im ganzen habe ich den Film wirklich genossen und der Hauptgrund dafür ist Garbo.
Es ist nicht schwer zu erkennen, wie dieser Film ihr Durchbruch wurde.
Sie spielt die Femme Fatale wundervoll und ihre Szenen mit Gilbert - die recht sinnlich ist - profitierten von ihrer aufblühenden Beziehung, die bei Dreh des Films begann (was für das Publikum natürlich äußerst interessant war).
Garbo arbeitete weiterhin mit dem Regisseur Clarence Brown und dem Kameramann
 William H. Daniels, wenn ihr den Film anschaut, werdet ihr verstehen warum. Das Licht, die Stimmung, es war die perfekte Bühne für sie - und für die ganze Geschichte.

Countdown des ersten Duells

Ich habe den Film mit der Musik von Carl Davis gesehen (ihr kennt seine Arbeit vielleicht von "Stolz und Vorurteil" mit Jennifer Ehle und Colin Firth), der eine Menge wunderschöner Stummfilmmusik geschrieben hat. Sie hat das Gesamtgefühl echt verstärkt.

Zeit für meine Abschlußworte - der Film bekommt von mir absolut eine Empfehlung.

P.S. Oh hey, ich habe fast vergessen, das alternative Ende zu erwähnen, das nicht benutzt wurde. Man sieht Ulrich und Leo bei Leos Mutter sitzen, als Hertha herauskommt, um ihnen mitzuteilen, daß sie nun, da sie 18 ist, nach München ziehen wird. Sie steigt in die Kutsche, aber Leo läuft hinterher. Er bringt sie dazu auszusteigen und da stehen sie nun, sich tief in die Augen schauend.
Ich bin froh, daß sie das nicht verwendet haben!

P.P.S. Übrigens hat sich bestimmt kein Deutscher um die deutschen Ausdrücke gekümmert ...



Weitere Lektüre (englischsprachig):

1. "JEC": Flesh and the Devil (1926). Auf: A Cinema History, Juni 2018
2. Brandie Ashe: Feminist Fridays: Flesh and the Devil (1926). Auf: True Classics, 10. September 2010


Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.