Mittwoch, 29. April 2026

Meine April-Bücher

Dies ist ein Überblick der Bücher, die ich in einem Monat fertiggelesen habe (nicht unbedingt im selben Monat angefangen) und die ich Gundel vorgelesen habe (mit 😸 markiert).
Ich werde jeweils eine kurze Erklärung hinzufügen, warum ich ein Buch ausgewählt oder wie ich es gefunden habe und vielleicht auch, ob es ein Kandidat zum Wiederlesen ist, aber ich werde keine richtigen Rezensionen oder Bewertungen abgeben (Gundel weigert sich ebenfalls zu bewerten). Solltet ihr aber etwas mehr Info zu einem Buch haben wollen, an dem ihr interessiert seid, laßt es mich einfach wissen.
Er ist einen Tag zu früh gepostet, da der Donnerstag für meine Stummfilmposts reserviert ist.


"Catweazle" von Richard Carpenter, Erstveröffentlichung 1970 😸


Catweazle ist ein Zauberer, der im England des 11. Jahrhunderts lebt. Von normannischen Soldaten verfolgt entkommt er, indem er in einen See springt - und in den 1970er wieder auftaucht!
Zum Glück trifft er den Jungen Edward, genannt Karotte (in der deutschen Fernsehserie heißt er Harold!), der sein Bestes tut, damit Catweazle versteckt und sicher ist. Zusammen haben sie einige urkomische Abenteuer, während Catweazle versucht, einen Weg in seine eigene Zeit zurück zu finden.

Ich habe das Buch für einen Blogpost nochmal gelesen.

"The Alington Inheritance" = "Der Alington Fluch" von Patricia Wentworth, Erstveröffentlichung 1958
(Miss Silver 31)


Von der alten Gouvernante ihrer Mutter aufgezogen hat Jenny niemals gewußt, daß ihre verstorbenen Eltern verheiratet waren und sie damit die Erbin der Alington-Reichtümer ist. Ihr entfernter Cousin Mac und seine Mutter sind nicht bereit, das Geld so einfach aufzugeben, als sie also zufällig Macs Plan hört, sie zu heiraten, um so die Kontrolle darüber zu behalten, läuft Jenny davon.
An der Stelle endet es allerdings nicht ...


Noch mehr Ohrenklingeln für Liz, auf deren Blog ich auf Wentworth stieß, deren Miss-Silver-Reihe gerade richtig zu meiner Lektüre von vintage Krimis paßt.

"The Art of Annemieke Mein: Wildlife Artist in Textiles" von Annemieke Mein, Erstveröffentlichung 1992


Annemieke Mein ist eine australische Textilkünstlerin, die in Holland geboren wurde. Das Buch zeigt einige ihrer Arbeiten, die in unterschiedlichen Techniken und einer Vielzahl von Materialien geschaffen wurden. Sie hat Erklärungen über die Inspiration und die Kunstwerke selber hinzugefügt.

Ich habe das erste Mal dank eines Style Imitating Art Challenge-Posts auf Marshas Blog von Mein erfahren, wobei das Kunstwerk "Whirlpool Frog" von Salazar ausgewählt wurde.
Meins Kunst ist faszinierend und das Buch kann natürlich nur eine kleine Vorstellung davon vermitteln. Ich wünschte, ich könnte etwas davon persönlich sehen.

"O diese Rasselbande" von Rosemarie Ditter, Erstveröffentlichung 1953


Eine Geschichte von Schule und Freundschaft.

Für einen zukünftigen Blogpost nochmal gelesen.

"Stan: the Life of Stan Laurel" von Fred Lawrence Guiles, Erstveröffentlichung 1980


Die Biographie von Stan Laurel, über seine Anfänge in Vaudeville, seine Filmkarriere ohne und dann mit Oliver Hardy und über sein Privatleben.

Eine der Filmbiographien auf meiner Liste (darauf steht auch noch eine weitere über Laurel und Hardy).

"Meet the Newmans" von Jennifer Niven, Erstveröffentlichung 2026


Del, Dinah und ihre Söhne Guy und Shep sind seit 12 Jahren Amerikas Lieblingsfamilie - auf dem Bildschirm in schwarzweiß.
Nun ist es 1964 und die Zeiten ändern sich.
Dann hat Del einen Unfall und Dinah muß übernehmen.
Wird es die Familie verändern, die echte und die im Fernsehen?

Ein Neueintrag auf OverDrive.
Für mich war es eine schnelle und einfache Lektüre und ich konnte manche der Themen nachvollziehen, aber 
es gab eine Menge davon, die mir am Ende etwas zu hübsch und schnell abgewickelt wurden, was ich schade fand.

"Poirot and Me" von David Suchet und Geoffrey Wansell, Erstveröffentlichung 2013


David Suchet spielte Agatha Christies belgischen Detektiv Hercule Poirot in 70 Folgen im Laufe von 25 Jahren - in kürzeren, aber auch längeren Filmen. In diesem Buch spricht er darüber, wie er die Rolle angegangen ist und was Poirot für ihn bedeutet.

Ich bin kein Fan von Christies Büchern, ich bin kein Fan von allen Verfilmungen, ich bin nicht mal ein Fan von allen 70 Folgen, aber ein Riesenfan von David Suchets Poirot, also war das echt interessant.

"Steeple Folly" von M. E. Atkinson, Erstveröffentlichung 1950
(Locketts 14)


Die drei Lockett-Kinder sind in Quarantäne, weil einer von ihnen Röteln hatte (obwohl es ganz am Anfang heißt, daß es Diphterie war?). Da Bill für eine wichtige Einstiegsprüfung büffeln muß, werden sie in ein Dorf geschickt, in dem ein angesehener Tutor lebt.

Was für ein Glück, daß das genau dort ist, von wo die Roberts-Kinder geschrieben haben, um die Locketts wegen ihrer Abenteuer aufzuziehen!
Zeit für ein neues Abenteuer.

Nachdem ich einen Blogpost über das erste Buch geschrieben hatte, einem Lieblingsbuch aus meiner Kindheit, habe ich mir die Bücher besorgt, die mir aus der Reihe noch fehlten. Das hier ist das letzte.

"Why the Whales Came" = "Als die Wale kamen" von Michael Morpurgo, Erstveröffentlichung 1985 😸


Wie all den anderen Kindern auf der Scilly-Insel Bryher ist es Gracie und ihrem Freund Daniel nicht erlaubt, auf die Inselseite zu gehen, auf der der geheimnisvolle und gefürchtete Vogelmann lebt.
Natürlich gehen sie trotzdem dorthin und freunden sich mit dem alten Mr. Woodcock an, der ein ruhiges Leben in seinem Cottage führt und Vögel aus Holz schnitzt. Er warnt sie, niemals die nahegelegene Insel Samson zu besuchen, weil ein Fluch darauf liegt.
Dann beginnt der Erste Weltkrieg und Gracies Vater wird auf See vermißt ...

Das Buch war ein Zufallsfund auf The Internet Archive.

"The Penguin Pool Murder" von Stuart Palmer, Erstveröffentlichung 1931
(Hildegarde Withers 1)


Hildegarde Withers hat ihre Schulklasse mit ins New York Aquarium genommen. Da weiß sie noch nicht, daß sie dort in einen Mordfall hineingezogen werden wird, aber sie kann nicht widerstehen, Inspector Piper ihre Hilfe anzubieten.

Die Verfilmungen wurden in einem Stummfilmblog erwähnt, dem ich folge, also suchte ich nach Palmers Büchern, weil ich noch nie zuvor von Miss Withers gehört hatte.

"Magpie Murders" = "Die Morde von Pye Hall" von Anthony Horowitz, Erstveröffentlichung 2016
(Susan Ryeland 1)



Als die Lektorin Susan Ryeland das Manuskript für den neuesten Atticus Pünd-Krimi des Bestsellerautors Alan Conway liest, stellt sie mit Überraschung fest, daß das letzte Kapitel fehlt.
Dann ist Conway tot und Susan beginnt zu ermitteln.

Ich fand das Buch recht einfach zu lesen, obwohl es ein komplettes Buch im Buch gibt, konnte aber das Gefühl nicht loswerden, daß der Autor so richtig stolz auf all die kleinen Ostereier, Anspielungen (die mir sonst eigentlich Spaß machen) und Hinweise war. Bei mir sorgte das jedoch nur dafür, daß ich mich andauernd fragte, ob die Folgen von "Inspector Barnaby", an die ich erinnert wurde, vor oder nach diesem Buch kamen, und daß ich keinerlei Drang verspüre, die Folgebände zu lesen.

"Darling Girls" von Sally Hepworth, Erstveröffentlichung 2024


Jessica, Norah und Alicia sind keine biologischen Schwestern, aber durch das gemeinsame Leben als Pflegekinder im Haus von Miss Fairchild fühlen sie sich als Schwestern.
Als Jahre später eine Leiche unter dem Haus gefunden wird, kehren alte Kindheitserinnerungen zurück. Wessen Knochen sind es und wer hat sie dort hingebracht?

Das war heftig. Ich habe es fertiggelesen, weil es eine Empfehlungen zusammen mit meinem DNF war und ich dieses nicht auch noch abbrechen wollte.
Ich hatte einen Thriller erwartet, aber das war es nicht wirklich, obwohl es einen Mord gab. Über Erinnerungen von Kindern, die im Pflegesystem mißhandelt wurden, zu lesen, wurde nach einer Weile wirklich 
schwer für mich.

"When in Rome" = "Im Preis ist Sterben inbegriffen" oder "Sterben inbegriffen" von Ngaio Marsh, Erstveröffentlichung 1970
(Roderick Alleyn 26)


Wegen einer Ermittlung zu einem Drogenring in Rom meldet sich Roderick Alleyn zu einer Führung von Sebastian Mailer mit einer recht illustren Touristengruppe an, um mehr über ihn zu erfahren.
Während der Führung verschwindet Mailer und später wird eine Postkartenverkäuferin, die ihn angespuckt hatte, tot in der von ihnen besuchten Basilika gefunden. Ist Mailer nicht nur ein Drogenhändler und Erpresser, sondern auch ein Mörder?

Dies ist immer noch Teil meines Vintage-Krimi-Projekts, für das ich mir immer wieder neue Bücher von Marsh und Allingham besorge. Die letzten beiden Marsh-Bücher sind schon auf dem Weg!

"Going Gangster" von M. E. Atkinson, Erstveröffentlichung von 1940
(Locketts 5)


Diesmal sind es nur Jane und Bill, die ein Abenteuer erleben, da Oliver schon in der Schule ist, während Jane Bill, der sich nach einer Krankheit erholt, eine Woche lang Gesellschaft leistet.
Sie werden von einer alten Bekannten hineingezogen, durch ein Versprechen gebunden. Sie rekrutiert ihre Hilfe dabei, ein Mädchen von der Schule, die sie haßt, zu ihren Eltern zurückzubringen, die Romani sind (wahrscheinlich, das Buch ist schließlich aus den 40ern und benutzt nicht dieses Wort).


Nachdem ich einen Blogpost über das erste Buch geschrieben hatte, einem Lieblingsbuch aus meiner Kindheit, habe ich mir die Bücher besorgt, die mir aus der Reihe noch fehlten.

"The Three Investigators in The Secret of the Crooked Cat" = "Die drei ??? und die schwarze Katze" von William Arden (die Bücher wurden unter Nennung von Alfred Hitchcock als Autor veröffentlicht), Erstveröffentlichung 1970 😸
(Die drei ??? 13 (amerikanisch), 7 (deutsch))


Warum sollte jemand einen Jahrmarktspreis stehlen wollen? Hat die schwarze Katze ein Geheimnis und ist darum wertvoller?
Justus, Peter und Bob merken bald, daß ein Jahrmarkt ganz schön gefährlich sein kann.


Ich habe diese Reihe vor langer Zeit gelesen und mache sie jetzt nochmal Stück für Stück durch, nachdem ich einen Blogpost darüber geschrieben habe. Dieses Buch ist das dreizehnte in der Originalreihe und das siebte in der deutschen Reihe.


"Mistresses : True Stories of Seduction, Power and Ambition" von Leigh Eduardo, Erstveröffentlichung 2005


Eduardo erzählt die Geschichte von acht berühmten Geliebten vom 17. bis zum 20. Jahrhundert, von Barbara Villiers bis La Belle Otero.

Ich bin zufällig auf dieses Buch gestoßen, weil es in einem Kapitel um Marion Davies geht. Es hat in mir das Interesse erweckt, über die eine oder andere Person zu lesen mehr im Detail zu lesen (nicht unbedingt die Frauen, um die es im Buch geht), aber Teile davon wirkten auf mich eher reißerisch - sollte das die Leser schockieren? Ich habe mich außerdem gefragt, warum gerade diese acht, es schien mir eine seltsame Mischung.

"Vanishing Culture: A Report on Our Fragile Cultural Record" von Luca Messara et al., Erstveröffentlichung 2026 😸


Habt ihr je über die Erhaltung von Materialien in Bibliotheken und Archiven nachgedacht und über die Möglichkeit, einfach auf Informationen zuzugreifen? Wir halten es oft für selbstverständlich, daß physikalische und digitale Medien auf irgendeine Art archiviert werden, aber ist das wirklich so?

The Internet Archive hatte sein Buch auf Instagram (CC BY 4.0) angekündigt und als Bibliothekarin fand ich das Thema wirklich interessant.
Ich bin mir nicht sicher, wie interessiert Gundel daran war, aber es ihr vorzulesen, während sie mit mir schmuste oder neben mir lag, half mir dabei, mich auf die Kapitel über Medien zu konzentrieren, über die ich nichts oder nicht viel wußte.



DNF:

"The Maid" = "The Maid - Ein Zimmermädchen ermittelt" von Nita Prose, Erstveröffentlichung 2022
(Molly Gray 1)



Molly ist Zimmermädchen in einem hochklassigen Hotel.
Eines Tages findet sie einen der Stammgäste tot auf seinem Bett.

Ich bin einer Empfehlung gefolgt und wollte es wirklich fertiglesen, um mit einer neuen Freundin darüber zu sprechen, habe aber bei ungefähr einem Drittel abgebrochen, weil mir leider weder der Stil noch die Art, wie die Hauptfigur dargestellt wurde, gefielen.

"Yesteryear" von Caro Claire Burke, Erstveröffentlichung 2026


Eines Morgens wacht Natalie, eine erfolgreiche "Tradwife"-Influencerin an einem Ort auf, der ihr Zuhause ist, aber auch nicht, mit einem Ehemann und Kindern, die vertraut aber nicht wie ihre zu sein scheinen, in einer Umgebung ohne Technologie und Annehmlichkeiten.

Ich hatte kein zweites DNF für diesen Monat erwartet. Vielleicht sehe ich da irgendetwas nicht, aber es war einfach nicht was ich dachte, daß es sein würde, und für mich hat es aus mehreren Gründen nicht gepaßt, darum habe ich irgendwann aufgegeben, obwohl ich ziemlich weit gekommen war.

Sonntag, 26. April 2026

Aus meinem Kinderbuchschrank - Catweazle

Wartet ... aus meinem Kinderbuchschrank?
Ja, meine Freunde. Heute spreche ich über das
Buch "Catweazle" von Richard Carpenter, das auf den Drehbüchern der ersten Staffel der gleichnamigen britischen Kultfernsehserie beruht. Okay, ich kann nicht vermeiden, daß es eine Mischung aus beidem wird.

Für diese perlengestickte Brosche habe
ich tatsächlich einen vintage Button
verwendet. Ich erinnere mich, wie eine
Online-Freundin meinte, daß sie nicht wüßte,
ob sie den Mann besonders mochte, die
Brosche aber schon.
Natürlich kannte sie Catweazle nicht.


Aber halt mal, es wäre vielleicht ganz gut, wenn ich euch Catweazle erstmal vorstellen würde.

Catweazle ist ein Zauberer im England des 11. Jahrhunderts. Eins seiner großen Ziele ist es, fliegen zu können. Eines Tages scheuchen ihn normannische Soldaten aus seiner Höhle und um zu entfliehen, muß er in einen Teich springen.

Catweazle läuft vor den
normannischen Soldaten
weg, aber nicht ohne seine
Vertraute, die Kröte Kühlwalda

Als er wieder auftaucht, sieht die Landschaft ganz anders aus. Er versteckt sich in einer Scheune und erfährt schnell, daß er im 20. Jahrhundert gelandet ist, als ihn Harold, der Sohn des Eigentümers von Hexwood Farm, findet (im Original heißt er Edward und wird seines roten Haars wegen Carrot genannt).

Harold mit Sam, dem Farmhelfer

Verständlicherweise ist für Catweazle alles neu und unheimlich.
Er glaubt, diese Zeit sei voller Zauberer. Einerseits würde er wahnsinnig gern ihren Zauber erlernen - wie Harolds "Elektriktrick" der "kleinen Sonne in einer Flasche" (einfach eine Lampe, die angeknipst wird) oder der "Zauberknochen" des Pfarrers (ein weißes Telefon, natürlich die alte Sorte mit Wählscheibe) - aber andererseits hat er Probleme damit, sich an so viele neue Dinge zu gewöhnen, und er reagiert nicht immer sehr höflich darauf, wenn sie nicht nach seinem Willen verlaufen (hier ist ein Video mit allen englischen Beleidigungen, die Catweazle anderen angedeihen läßt, von "nettle face" to "spider spittle").
Zum Glück hat Harold, der die Normannengeschichte übrigens nicht glaubt, Catweazle einigermaßen im Griff, außer wenn er sich mal wieder in die Nesseln setzt, aber auch der Zauberer kann Harold mit ein paar Dingen helfen, wie zum Beispiele beim überzogenen Bankkonto der Farm oder einer nervenden Haushälterin und ihrem Sohn.

Catweazle schlägt sein Lager in einem alten Wasserturm im Wald auf, der der Army gehört, und nennt ihn Burg Saburac nach dem Geist, von dem er behauptet, daß er ihn dorthin geführt hätte.
Wenn er nicht unterwegs ist, um Leute zu verwirren oder sich vor ihnen zu verstecken, verbringt er seine Zeit dort und sucht verzweifelt nach einem Zauber, um ihn seine eigene Zeit zurückzukehren. Viele seiner Zauber laufen schief, aber er ist zum Beispiel recht gut darin, Leute zu hypnotisieren, damit sie ihn vergessen.


Ich führe jetzt nicht die einzelnen Folgen der Fernsehserie auf, obwohl es verführerisch ist - wie Catweazle einen alten Fluch bricht, wie er seinen Zauberdolch Adamcos zurückbekommt oder warum er Besen stielt (und Sam damit fast in die Bredouille bringt) und so weiter.
Da das Buch aber auf den Drehbüchern der Serie beruht und sich wirklich ziemlich genau daran hält, möchte ich einen kurzen Blick auf die Entstehung der Serie werfen.
In einer kurzen Dokumentation erzählt Richard Carpenter die Geschichte von seinem Schwager, der eine Truthahnfarm hatte - das ist ein Unterschied zwischen Buch und Serie, in der Serie bekommt man keinen Truthahn zu sehen -, die sie besuchten, und auf dem Weg zurück verirrten sie sich und kamen an ein Tor, auf dem "Catweazle" stand. Weitere Inspiration kam von diesem Gemälde von Hieronymus Bosch, von der Figur links unten im Eck, um genau zu sein.


Carpenter, der tatsächlich Schauspieler gewesen war, war so fasziniert, daß er daraus eine eigene Figur machte. Sein Freund, der wundervolle Geoffrey Bayldon, hatte zuvor die Rolle als "Doctor Who" abgelehnt. Er war sich nicht sicher, ob es die richtige Entscheidung getroffen hatte, bis er die Rolle als Catweazle angeboten bekam, die er als Doctor Who nicht hätte annehmen können.
Bayldon brachte seine eigenen Ideen in die Figur ein, witzige Geräusche, Mimik, Bewegungen, er wurde wirklich zu Catweazle und machte ihn magisch.
Die Chemie mit den anderen war großartig, vor allem mit Harold, der die meiste Zeit damit verbrachte, den Zauberer vor seinem Vater, Mr. Bennet, und allen anderen zu verstecken, mit mehr oder weniger Erfolg.

Robin Davies mußte sich für die Rolle von
Carrot/Harold die Haare rot färben lassen

Spoileralarm - Catweazle schafft es irgendwann nach Haus, mit seiner Vertrauten Kühlwalda (deren Name im Original Touchwood ist, was natürlich von der uralten Gewohnheit inspiriert ist, auf Holz zu klopfen, damit man Glück hat).



In einer Zeit vor dem Internet, ja sogar bevor man etwas vom Fernsehen aufnehmen konnte, muß das Buch eine großartige Möglichkeit gewesen sein, in diese magische, schelmische, verrückte Welt von Catweazle einzutauchen, die von den Geschichten und Illustrationen heraufbeschworen wurde, wenn man keine Wiederholungen anschauen konnte.
Ich sage ab und zu noch "Elektricktrick" und ich bin nicht die einzige.
Auf der Seite des offiziellen britischen Fanclubs gibt es eine ganze Liste von Wörtern und Ausdrücken. Carpenter recherchierte "Okkultes & Mythologie", um der Serie durch die Nutzung von lateinischen Wörtern und uralten Namen noch mehr Charme zu verleihen.

Es gibt zwei Staffeln von "Catweazle" und zwei Bücher, das zweite heißt
 "Catweazle sucht die magischen Zeichen".
Carpenter hat auch aus anderen Serien, für die er geschrieben hat, Bücher gemacht (eine davon ist mein anderer Favorit von ihm, "Robin von Sherwood", eine Serie, die der Robin-Hood-Legende eine zusätzliche magische Seite gibt). In der zweiten Staffel kommt Catweazle wieder zurück, aber ach, nicht auf die Hexenwald-Farm, und nachdem der Regisseur gestorben war, wurde eine dritte Staffel nie verwirklicht.
Ich kaufte die englischen Bücher vor langer Zeit und lese sie immer noch gern ... obwohl es natürlich noch besser ist, Catweazle anzuschauen!


Der Fanclub (der auch deutsche Mitglieder hatte) war früher sehr aktiv - zum Beispiel ließen sie eine wunderschöne Büste von Catweazle anfertigen, hatten Treffen mit den Schauspielern auf der Farm, wo die Serie gefilmt wurde, und es gab ein Forum (das traurigerweise wie so viele eingeschlafen ist).
Ich frage mich, wieviele Leute den Zauberdolch wohl an ihre Kinder und vielleicht sogar deren Kinder weitergegeben haben, aber können Kinder von heute eine solche Geschichte noch schätzen? Was denkt ihr?

Die deutsche Übersetzung zu den Büchern kam heraus, nachdem die Serie hier ins Fernsehen kam. Ich habe die Bücher nicht und kann daher nicht sagen - gehe aber davon aus - ob die Namen und Ausdrücke in den Büchern von 1973 und 1974 dieselben wie in der Serie waren.
2010 wurde eine Sonderausgabe mit beiden Bänden veröffentlicht. Sie hatte ein Vorwort zur Erklärung für Kinder, daß dies die Welt ihrer Eltern war - keine Computer oder Handys und nicht mal ein Fernsehgerät in jedem Haushalt. In dieser Ausgabe wurden die deutschen Varianten teilweise beibehalten - der Dolch heißt zum Beispiel im deutschen Buch Adamos, obwohl er in der Serie wie im Original Adamcos heißt - und teilweise die englischen eingeführt oder angepaßt. Aus Harold wurde Karotte, aus dem Zauberspruch "Salmai, Dalmai, Adomai" wurde wieder das Original "Salmay, Dalmay, Adonay", aus dem "Zauberknochen" ein "magischer Knochen" und aus dem "Elektriktrick" wurde "Ele-Trick" (pff). Es ist äußerst verwirrend.
2021 gab es dann einen Film mit Otto. Ich habe ihn nicht angeschaut und werde mir meine Erinnerung an Catweazle auch nicht damit verderben, daß ich das tue, aber es zeigt, daß er nicht vergessen ist.


Quellen und mehr Informationen (ich habe mehr Seiten besucht, aber diese beiden englischsprachigen Links haben eine Menge Information zu bieten):

1. Official Catweazle Fan Club
2. Catweazle Extra - Brothers in Magic: a documentation. Auf YouTube


Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.

Freitag, 24. April 2026

Weekend Traffic Jam - Woche 153

Willkommen beim Weekend Traffic Jam Reboot!
Meine Posts für den Linkup gehen freitags um 3.30 morgens live (das ist dem Zeitunterschied zu den USA geschuldet).



Nach einem Besuch bei mir hat meine Schwester auf dem Heimweg ein paar Bilder gemacht, die ich mit euch teilen möchte (mit ihrer Erlaubnis).
Da ist der sogenannte "Alte Friedhof" mit der Oberhofenkirche (ich habe schon mal Bilder davon gezeigt) und einem kleinen Park rundherum.
Dann gibt es da noch meine alte Schule und gegenüber davon die Stadthalle und ihren Park (die ich hier schon mal erwähnt habe).
Wir hatten wirklich Glück, in so einer hübschen Gegend aufzuwachsen!
 Vielleicht schicke ich sie das nächste Mal für mehr Bilder Richtung Wald 😉


Seid ihr für das Wochenende bereit?

Als Teil des Reboots werden wir jede Woche einen anderen Blog vorstellen.
Wie wäre es, wenn ihr vorbeischaut und hallo sagt? Sagt ihnen, daß wir euch geschickt haben.

Diese Woche fällt unser Spotlight auf
 Jaipur Garden.


Arun von Jaipur Garden schreibt: "Dein Geist ist ein Garten, deine Gedanken sind die Samen. Du kannst Blumen säen oder Unkraut." (William Wordsworth zugeschrieben)



Marsha von Marsha in the Middle hat 2021 als Training mit dem Bloggen angefangen, um ihre Neuroplastizität zu erhöhen. Ach, wem machen wir was vor? Marsha hat mit dem Bloggen angefangen, weil sie Kleidung liebt, und sie redet oder in diesem Fall schreibt einfach gern!

Melynda von Scratch Made Food! & DIY Homemade Household - Der Name sagt schon alles, wir haben uns im Osten von Texas angesiedelt, wobei sich drei Generationen das Land teilen. Ich koche und backe alles selber, wenn ich nicht gerade gärtnere oder den Hühnern nachlaufe, und stricke!

Lisa von Boondock Ramblings erzählt von den Büchern, die sie schreibt und liest, ihrem Glauben, Home-Schooling, Fotografie und mehr.

Cat von
 Cat's Wire hat, was sie ein Springspinnengehirn nennt. Sie hat viele Interessen und bloggt über das, was immer gerade ihre Aufmerksamkeit erregt - Handarbeiten, Bücher, alte Filme, Sammelwertes oder "einfach nur so".

Rena von Fine Whatever Blog schreibt über Stil, Leben im mittleren Alter und die "gut, was auch immer" Momente, die dem Leben Sinn und Spaß geben. Seit 2015 feiert sie Kreativität, Selbstvertrauen und die Freude am Alltag
.


Hier ist meine Auswahl von ein paar Posts aus dem Linkup der letzten Woche (englisch/holländisch).


Ich muß zugeben, daß ich ein wenig eifersüchtig bin, daß Soma die wunderschönen Redwoods besuchen kann.

Nicole zeigt ihren typischen holländischen Lunch und eine Alternative.

Es ist noch Zeit, Lisas Spring of Bette zu folgen, der mit einem Post über Bette Davis selber beginnt.

Esmes Chocolate Greek Yogurt Overnight Oats hören sich echt gut an.


Macht mit beim Linkup!

Richtlinien:

Diese Linkparty ist nur für Blogposts. Alle anderen Links werden gelöscht.
Bitte verlinkt nur Blogposts, die ihr selber geschrieben habt. Bitte verlinkt direkt zur URL eures Blogposts und nicht der Homepage eures Blogs.
Bitte verlinkt nicht auf Videos, Verkaufsanzeigen oder Links auf sozialen Medien, wie zum Beispiel YouTube-Videos oder -Shorts, Instagram- oder Facebook-Reels, TikTok-Videos oder anderen Beiträge auf sozialen Medien.
Bitte besucht auch andere Blogs und laßt einen Kommentar da.

Zur Beachtung:
Wenn ihr am Weekend Traffic Jam Reboot teilnehmt, versichert ihr damit, daß der Inhalt euch gehört und ihr uns erlaubt, denselben zu teilen, falls euer Post oder euer Blog erwähnt werden.
Wir begrüßen unbegrenzten familienfreundlichen Inhalt. Dazu können Meinungsposts, Rezept, Reiseberichte, Modeideen, Handarbeiten, Second-Hand-Einkaufen, Lifestyle, Buchrezensionen  oder -diskussionen, Fotografie, Kunst und noch vieles mehr gehören!
Danke für's Mitmachen!

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Donnerstag, 23. April 2026

Stummfilme - The Matrimaniac

Könnt ihr glauben, daß es mehr als ein halbes Jahr her ist, daß ich einen Douglas Fairbanks-Film angeschaut habe? Ich weiß, ich habe gesagt, daß Luke der Hund mein Herz von Doug weggestohlen hat, aber das heißt nicht, daß ich ihn völlig vergesse!
Doug hatte eine Menge andere Filme gemacht, bevor er ins Swashbuckler-Geschäft wechselte und heute habe ich einen davon für euch - The Matrimaniac von 1916!

Witzig, der Titel hier ist "The
Matrimoniac", aber im Film
selber heißt es eindeutig
"Matrimaniac"!

Erstmal die Handlung (Spoileralarm!)

Jimmie Conroy und Marna Lewis möchten heiraten, aber ihr Vater ist dagegen und möchte, daß sie stattdessen Wally heiratet, also beschließen Jimmie und Marna durchzubrennen. Leider wird Wally Zeuge ihrer Abfahrt und verpetzt sie bei Lewis, der ihn zum Zug schickt, um die Hochzeit zu verhindert, bis er Verfügungen in die Finger bekommt.
Wally schafft es in den Zug und konfrontiert das Paar.


Da sie vorhaben, die Hochzeit trotzdem durchzuziehen, will er ein Telegramm an Lewis schicken, aber Jimmie spricht mit dem Schaffner und heckt einen eigenen Plan aus. An der nächsten Station steigt er aus, um nach einem Reverend zu suchen, der ihn und Marna verheiratet. Leider ist Reverend Tubbs in der Wanne. Obwohl er nur einen Bademantel und Schlappen übergeworfen hat, zerrt ihn Jimmie mit sich, aber der Zug verläßt gerade den Bahnhof, als sie ankommen, und Wally verhindert, daß sie einsteigen.

In Bademantel und Schlappen zu rennen ist schwierig!

Von da an tut Jimmie alles, was ihnen dabei hilft, dem Zug zu folgen, und verteilt großzügig Geld und Schuldscheine für Kleidung für den Reverend, eine Draisine und ein Maultier, und schließlich fahren sie sogar unter einem anderen Zug mit.

Tubbs ist Reverend mit Leib und Seele, obwohl
möglicherweise das Versprechen einer
Spende an die Kirche ein bißchen geholfen hat ...

Inzwischen haben es Wally und Marna zum Hotel, wo das Paar absteigen wollte, geschafft. Jimmie und Tubbs werden verhaftet, als sie aus dem Zug steigt, aber Jimmie entkommt.
 
Schaut euch bloß mal Wally an, das
selbstgefällige kleine Wiesel.

Er ruft Marna an, die in ihrem Zimmer festsitzt, weil Wally im Flur vor der Tür sitzt, und sagt ihr, sie solle ins Gefängnis kommen, damit Tubbs sie verheiraten kann.
Also muß Marna nun mit einem eigenen Plan aufwarten. Sie tauscht mit dem Zimmermädchen, das ihr essen bringt, die Kleider und schafft es bis zum Gefängnis, wo ihr der Reverend sagt, daß Jimmie entdeckt wurde und verfolgt wird.
Marna kehrt in ihr Hotelzimmer zurück - eine wundervolle Szene, in der sie "entdeckt", daß Wally mit dem verkleideten Zimmermädchen spricht, und die verratene Frau spielt - und Jimmie landet auf den Telefondrähten. Er kommt zu einem Techniker, der eine Verbindung zwischen Reverend Tubbs im Gefängnis, Marna in ihrem Zimmer und Jimmie auf dem Mast bei ihm herstellt.

"Haltet den Mund, könnt ihr nicht sehen,
daß ich gerade heirate?"

Lewis, Wally und die Polizei warten unten und fangen an, Jimmie die Verfügung vorzulesen. Als er von der Hochzeit per Telefon hört, rennt Lewis zum Gefängnis, aber zu spät.
Am Ende sehen wir Jimmie in seinem Büro, wie er die Leute auszahlt, denen er Schuldscheine gegeben hatte. Der letzte ist der gute alte Tubbs, der nicht nur ein Bündel Geld erhält, sondern auch einen Kuß des dankbaren Jimmie!


Nachdem alle weg sind, öffnet Jimmie einen Safe, aus dem Marna kommt, direkt in seine Arme.


Ich wußte von einer Dokumentation, daß Douglas Fairbanks nicht als Mantel-und-Degen-Held, sondern als Stuntkomiker in romantischen Komödien angefangen hat, und ich hatte da auch die ein oder andere kurze Szene gesehen. Also wußte ich zwar nicht, was genau ich zu erwarten hatte, aber daß es nicht wie seine großen abendfüllenden Filme sein würde.
Dieser Film war eine lustige kleine Einführung in diese Zeiten. Außerhalb der Verfolgungsjagd gab es nicht viel Handlung, aber Jimmie und der Reverend gaben ein feines Paar ab (ich hätte auf die Szene mit dem Maultier verzichten können, aber das ist hauptsächlich, weil mich Leute auf kleineren Eseln oder Maultieren immer nervös machen).
Wie Fritzi Kramer feststellt, gab es "keine großen Showstopper-Stunts", aber Doug bekam doch etwas Klettern, Baumeln und Springen unter - an Mauern, über Menschen, von Drähten und Regenrinnen.
Mir hat's jedenfalls Spaß gemacht.



Weitere Lektüre (englisch):

Fritzi Kramer: The Matrimaniac (1916) - A Silent Film Review. Auf: Movies Silently, 12. April 2026


Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.

Dienstag, 21. April 2026

Barbies Kleiderschrank - Orange Blossom

Ich bin keine Fashionista. Ich bin ... man könnte sagen ... eine Kleiderträgerin. Ich mag meine Kleidung bequem und in der richtigen Größe und, wenn möglich, daß sie keine Löcher oder Flecken hat (der Teil ist nicht immer einfach, wenn man Katzen hat, erst kürzlich habe ich entsetzt drei Löcher in einem meiner Kleider gefunden, nachdem meine Lady eine Schmusesitzung auf mir hatte).
Es gibt Dinge, die ich an Kleidung liebe, wie Taschen in Kleidern oder Dreiviertelärmel, aber darüber hinaus bin ich recht anspruchslos und nicht abenteuerlustig.
Das heißt nicht, daß ich gar keine Kleider anschauen mag, vor allem die, die ich niemals selber tragen könnte, des Geldes oder meiner Figur wegen, Mangel an Gelegenheit usw. Es gibt trotzdem noch Wege, Haute Couture in mein Leben zu bringen. Ich meine Barbie und ihre Freundinnen.
Ich war schon immer von Miniaturen fasziniert (siehe meinen Post vom Sonntag) und Barbies vintage Outfits mit ihren winzigen Reißverschlüssen und Knöpfen und Schnallen sind unglaublich. Das ist mein "Modeleben", entweder über meine eigene kleine Sammlung oder Bilder.
(Und ja, ich weiß, daß Barbies Körper nicht natürlich ist, ich wußte das als Kind und habe nie versucht, ihr nachzueifern ... hätte ich das, wäre was schiefgelaufen).
Ich würde euch gern ab und zu einen Blick in Barbies Kleiderschrank werfen lassen.

Ich weiß, daß es schon über ein halbes Jahr her ist, daß Barbies Kleiderschrank aufgegangen ist. Das war buchstäblich, weil mir nicht danach war, ihn zu öffnen - den Puppenschrank meine ich, nicht den Kleiderschrank.
Ich bewundere immer, wieviele Bilder andere von ihren Puppen machen, während ich immer fürchte, alles umzuwerfen, aber hier sind wir nun, mit einem hübschen klassischen Outfit, das einfach perfekt für den Frühling ist. Es heißt "Orange Blossom", ein sehr passender Name, wie ihr sehen werdet.


Laßt mich zunächst unser heutiges Modell vorstellen.
Sie ist eine Bubblecut aus den frühen 60ern und es ist leicht zu erkennen, woher der Name kommt.

Bubblecut Barbies (1961 to 1967) gehören zu meinen Lieblingsmodellen, weil sie gleich aussehen. Es gab sie mit verschiedenen Haarfarben, der "Bubble" konnte fester und enganliegender sein oder echt groß, was nicht nur von der Haarlänge abhängt, sondern manchmal auch daran, wie sie eingezogen wurden. Es konnte Unterschiede bei Lippenstift und Nagellack oder sogar bei der Augenfarbe geben. Manche von ihnen haben eine seltene Haarfarbe - wie die "Brownette", ein helleres Braun - oder Lippenfarbe - wie die White Ginger. Es gab sogar Puppen mit einem Seitenscheitel (ob es ein "echter" ist, erkennt man sicher nur am gekreuzten Haareinzug), sie sind gefragt, weil sie nur in Europa und Kanada verkauft wurden. Manche von ihnen haben im Gegensatz zur Standard-Bubblecut sogar knickbare Beine.
Die weißen Lippen unseres Modells deuten darauf hin, daß es sich um eine "Platinum Blonde" handelt. Ich weiß, daß sich das seltsam anhört, aber Haarfarben von Barbies konnten sich durch Oxidation verändern (erinnert ihr euch, daß ich die Diskussion über rothaarige TNTs erwähnt hatte?). Und Lippenfarben ebenso. Die rosa Lippen der platinblonden Bubblecut konnten weiß werden und das Haar dunkler.

Vielleicht habt ihr bemerkt, daß die Ohrring
fehlen. Obwohl es nicht die originalen waren, die
eine Bubblecut hatte, bin ich kein Risiko
eingegangen, um die Gefahr der grünen Ohren
zu vermeiden, und habe sie entfernt.

Nun zu "Orange Blossom".
Man sieht es oft an Barbies Freundin Midge, weil es ein Brautjungfernkleid ist und wir wissen, daß Barbie wunderschöne Hochzeitskleider hatte (sogar schon bevor es Ken gab!).
Tja, in diesem Fall ist Barbie mal die Brautjungfer.


Barbie trägt ein schulterfreies gelbes Etuikleid und ein hübsches Überkleid mit ausgestelltem Rock aus weißer Spitze.
Die weißen Handschuhe gab es je nach Jahr in zwei Längen. Hier hat Barbie die kurzen gewählt.
Ihre Schuhe sind offene weiße Pantoletten mit Absatz.
Der Hut ist ein gelbes Haarband mit Tüll.
Keine Brautjungfer ohne Bouquet. Das hier hat weiße und gelbe Bänder, die zum Outfit passen.

Obwohl die Perlenkette die perfekte Ergänzung zu sein scheint, gehört sie eigentlich nicht zum Outfit. Erinnert ihr euch, daß ich im Post über das Modell "Midnight Blue" geschrieben habe "
Ich bin mir ziemlich sicher, daß ich eine Kette habe, sie aber von einer anderen Puppe getragen wird." Nun, jetzt wissen wir wohl, wer sie hat. Sie hat sich auch geweigert, sie zurückzugeben (das heißt, der Haken ging nicht auf und es war so spät, als ich diese Bilder macht, daß mir nicht nach Herumpusseln war)!

Auf einer Seite hat sich die Autorin gewundert, warum der Name für dieses Outfit "Orange Blossom" und nicht "Lemon Blossom" ist.
Ich habe auf einer Gartenseite gelesen, daß Zitronenblüten auf der Rückseite der Blütenblätter lila sind, Orangenblüten jedoch nicht, also finde ich tatsächlich, daß der Name wunderbar paßt.


Von Alexander Hardin - Eigenes Werk, CC BY 3.0,
über Wikimedia Commons
 
Es gibt übrigens ein hübsches Blumenmädchenoutfit für Skipper, das dazu paßt. Natürlich wurde es für ein Mädchen angepaßt, aber es ist aus demselben gelben Stoff und weißer Spitze.
Ich habe es selber nicht, aber ihr könnt es euch hier anschauen.

"Orange Blossom" wurde von 1961 bis 1964 unter der Nummer 987 hergestellt. Das Outfit ist nicht so schwer zu finden, obwohl der Hut fehlen kann. Ich weiß das, denn ich habe es zweimal (beide von einer Bubblecut getragen, um Midge eine Pause von der Brautjungfernpflicht zu gönnen), einmal mit den kurzen Handschuhen (1961/62) und einmal mit den langen (1963/64), aber in der Tat fehlt ein Hut und außerdem trägt eine der Damen geschlossene Pumps (die ich soviel eleganter als die offenen finde).

Gundel hat sich gefragt, warum ich diese Bilder
mitten in der Nacht gemacht habe, wenn dies doch
nach Frühlings- oder Sommerhochzeit schreit ...

Um das klarzustellen, ich habe zwar den Puppenständer aus den Bildern entfernt, aber nichts am Outfit geändert.

Barbie ist ein eingetragenes Warenzeichen. Ich bin in keiner Weise mit Mattel verbunden.


Quellen (englischsprachig):

1. Sibyl DeWein und Joan Ashabraner: The Collector's Encyclopedia of Barbie Dolls and Collectibles. Paducah, KY, Collector Books, 1994
2. Sarah Sink Eames: Barbie Doll Fashion, Vol. II, 1968 - 1974. Paducah, KY, Collector Books, 1997

3. Vintage Barbie Orange Blossom. Auf: Fashion Doll Guide
4. Vintage Barbie Bubblecut Dolls. Auf: Fashion Doll Guide
5. Bubble Cut Barbies 1961 to 1967. Auf: My Vintage Barbies


Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.