Dies ist nur ein schnelles Update/Geschimpfe/Dampfablassen.
Vor ein paar Tagen sah mein Laptop irgendwie komisch aus. An einer Stelle fing das Gehäuse an, sich zu verbeulen, nicht viel, aber doch genug, daß es nichts Gutes verhieß.
Ich erspare mir Details, sagen wir einfach, daß der überstürzte Kauf eines neuen Laptops nicht auf meiner Bingokarte für das Wochenende stand.
Die Dinge wieder so hinzukriegen, wie ich sie haben will, stand sogar noch weniger auf meiner Bingokarte. Ich arbeite mich heran, aber es gibt immer noch Einstellungen, die hartnäckig gegen mich ankämpfen. Töne, die abgestellt werden müssen (meine Toleranz mit piepsenden Dingen ist mit fortschreitendem Alter gegen Null gegangen). Einen Kartenleser, der noch eintreffen muß.
Ich sage es ehrlich, ich tu mich schwer mit Veränderung, wenn ich erstmal an etwas gewöhnt bin, das gut für mich funktioniert hat.
Bookmarks, Dateien, wo was hinspeichert, das in den Windows-Einstellungen ändern, dies in Firefox, noch was hier und dort und überall ... und warum zum Geier läßt mich das Ding den Sperrbildschirm nicht ändern?? Ich würde lügen, wenn ich nicht zugeben würde, daß meine Motivation mit jeder Sekunde abnahm.
Und daß ich mein Videospiel nun schon wieder - das dritte Mal - anfangen muß, also das ist dann echt Salz in die Wunden gestreut!
Zum Glück habe ich keine Bilder verloren.
Tatsächlich wollte ich euch einfach wissen lassen, daß ich erstmal alles sortiert kriegen muß - vor allem meine Geduld - bis es wieder normal läuft. Hoffentlich bald.
Bis dahin ist hier ein süßes und seltenes Bild von Gundel, wie sie auf meinem Kissen schläft. Und nicht piepst.
Dienstag, 21. Juli 2026
Nicht auf meiner Bingokarte
Dienstag, 7. April 2026
Ich wohne nur hier ...
... und bin wieder mal informiert worden, daß ich nichts zu sagen habe und mir nichts gehört (obwohl ich diejenige mit den opponierbaren Daumen bin).
Gebührend zur Kenntnis genommen, Mylady 😑
Dienstag, 15. Juli 2025
Katzen vorlesen
Mein kleiner Bruder (jetzt nicht mehr so klein) ist fast neun Jahre jünger als ich. Nicht nur ich, auch andere aus der Familie, lasen ihm alle möglichen Bücher und Geschichten vor, als er noch klein war ... und dann ein bißchen größer ... er würde selber zugeben, daß er als Kind kein begeisterter Leser war, weil er es einfach mochte, wenn man ihm vorlas.
Und obwohl ich das damals nie zugegeben hätte, denke ich jetzt, daß ich ihm tatsächlich ganz gern vorlas, außer die paar Mal, wenn ich eigentlich andere Pläne hatte, wie zum Beispiel einen Film anzuschauen.
Habt ihr jemals einen Satz fünf Mal gelesen und immer noch nicht gewußt, was ihr gelesen habt, weil euer Gehirn auf Wanderung irgendwo anders hin zu gehen schien - was muß ich heute noch machen, was ziehe ich morgen an, warum fliegen Fliegen so chaotisch, woher kannte ich die Schauspielerin dem Film gestern or auch einfach warum sind die Leute um mich herum so laut ...
Etwas laut zu lesen kann uns mit unserer Aufmerksamkeitsspanne helfen und damit, das, was wir lesen, zu verarbeiten.
Es aktiviert unser Gehirn auf unterschiedliche Weise, was das Erfassung und Merken eines Textes unterstützen kann.
Ich habe immer wieder Selbstgespräche geführt, seit ich ein Kind war. Um den Heimweg vom Haus meiner Freundin weniger langweilig zu machen, las ich entweder während des Laufens ein Buch oder ich dachte mir kleine Geschichten aus, die ich mir selber flüsternd erzählte (ich hörte auf, wenn es jemand wagte, zu dicht bei mir zu laufen).
Es gibt Dinge daheim, die ich kommentieren muß, während ich sie tue. Manchmal lese ich eine Mail während des Entwerfens laut vor, um zu sehen, ob sie Sinn ergibt und ob ich alles abgedeckt habe.
Beim Lernen las ich etwas laut, wenn ich ein Problem damit hatte, es zu begreifen.
Irgendwann fing ich damit an, hin und wieder laut aus Büchern zu lesen, einen Abschnitt oder sogar ein Kapitel, nie aber ein ganzes Buch.
Außerdem las ich immer, wenn eines meiner Tiere krank war und ich es zum Trost im Arm hielt, etwas laut vor. Das fing mit Wurstel, meinem Kaninchen, an. Ich erinnere mich wie heute, das einzige Buch in Reichweite waren damals die Rübezahl-Geschichten.
Vor ungefähr anderthalb Jahren dann fing ich an, meinen Katzen nur so zum Spaß vorzulesen. Auch das hatte ich vorher schon manchmal gemacht, kleine Stückchen hier und da - denn ja, ich spreche mit meinen Katzen, und nein, ich habe nicht damit angefangen, seit ich allein lebe - aber jetzt tat ich es regelmäßig.
Unser erstes Buch war "At Christmas we feast : festive food through the
ages" von der britischen Lebensmittelhistorikerin (keine Ahnung, ob es da ein gutes deutsches Wort gibt) Annie Gray. Zuerst war das nur so "könntest du dich jetzt bitte beruhigen, komm her, ich les dir was vor", aber mir fiel auf, daß ich es tatsächlich genoß, das zu tun, und glaubt es oder nicht, ich merkte, daß die Katzen das Zuhören genossen. Okay, natürlich schliefen sie irgendwann ein und ich las einfach weiter, bis das Kapitel fertig war, aber ja, es hatte etwas Entspannendes.
Ihr findet das lächerlich? Ein Bekannter, dem ich davon erzählt, als wir über Bücher sprachen, lachte und fragte mich, wovon ich ablesen würde, daß die Katzen es mochten.
Natürlich würde ich jetzt gern sagen, daß sie meine exquisite Literaturauswahl und meine Talente als Vorleserin lieben, aber damit würde ich mir selber wirklich schmeicheln. Unser Lesestoff kann nur als eklektisch bezeichnet werden und meine Vorlesetalente würden mich keinesfalls für Hörbücher qualifizieren.
Abhängig davon, wie mein Tag war, von der Temperatur, meinem Grad von Müdigkeit oder Rastlosigkeit und ein paar anderen Faktoren kann ich entweder eine ziemlich gute Vorleserin sein oder eine schreckliche, der sich alle paar Wörter die Zunge verdreht.
Vielleicht fragt ihr euch, warum ich nicht einfach an einem Vorleseprogramm für Kinder in der Stadtbibliothek teilnehme oder eine Gruppe für "Shared Reading" finde, wenn ich gerne vorlese.
Es gibt mehrere Gründe.
Gundel und der Dekan sind extrem verständnisvoll an meinen Zungendrehtagen. Sie beschweren sich nicht, wenn ich ein Wort auslasse, ein falsches sage oder wenn ich eine Sekunde lang mit der Aussprache kämpfe. Ihr müßt wissen, daß ich ihnen gewöhnlich englische Bücher vorlese. Aus irgendeinem Grund ist es für mich immer entspannender gewesen, laut Englisch und stumm Deutsch zu lesen, sogar bevor ich den Katzen vorlas.
Es ist wie eine Gutenacht-Geschichte, das heißt, ich mache es, bevor wir uns zur Nachtruhe begeben. Wir lesen nicht untertags. Nun ja, ich schon, aber leise. Inzwischen fühlt es sich wie eine gute Art an runterzukommen, sich zu beruhigen und manchmal sogar besser zu schlafen (bis ein Gör mich um 3 Uhr morgens für "Frühstück" weckt) oder schneller. Gewöhnlich machen wir ein Kapitel, manchmal mehr, selten weniger, aber es gibt keine Regeln. Kürzlich lag Gundel schnurrend in meinem Arm, während ich sie streichelte und vorlas. Ich glaube einfach, daß sie meine Entspannung spüren und ihnen das gefällt.
Entschuldigt die schlechten Bilder, aber es ist äußerst schwierig, eines zu machen, wenn man die Kamera über den Kopf hält und blind auf etwas zielt, das hinter einem ist.
Wenn ich auf dem Bett liege, werfe ich gern meine Haare über das Kissen zurück, um sie aus dem Weg zu haben. Gundel machte es sich für unsere Lesestunde bequem - auf meinen Haaren. Bis der Dekan beschloß, daß er diesen Platz wollte, sie jagte und es dann etwas dauerte, bevor wir mit dem Lesen weitermachen konnten.
Sie urteilen nicht über meine Literaturauswahl. Wir haben von Essensgewohnheiten während Queen Victorias Zeiten gelesen, wir haben "Die drei ???"-Bücher gelesen, wir haben Kinderbücher gelesen, Vintagekrimis, im Moment wechseln wir zwischen einem Buch über "Craft psychology" und einer Biographie über eine Krimiautorin ab, vielleicht nehmen wir noch einen Band der drei ??? dazu.
Ich kann Zeit, Dauer und Buch auswählen. Sicher, es gibt nicht viel verbales Feedback oder eine Diskussion 😋, aber das ist in Ordnung für mich. Ist es auch langsamer? Natürlich ist es das, aber wir suchen die Bücher dementsprechend aus.
Tieren vorzulesen ist übrigens nicht ungewöhnlich. Tierheime haben die Vorzüge davon entdeckt, Tieren vorzulesen, um ihnen dabei zu helfen, mit dem Streß in der Tierheimumgebung fertigzuwerden.
Es gibt eine Menge Programme für Kinder, die hauptsächlich Hunden, aber auch Katzen vorlesen. Diese Programme helfen außerdem Kindern dabei, ihre Lesefähigkeit und Konzentration zu verbessern - nochmal, Haustiere sind sehr nachsichtig, wenn es um Fehler geht.
Warum sollte das aber nur für Kinder nützlich sein? Ist es nicht eher so, daß es Erwachsenen peinlich ist, so etwas zu tun? Und sogar darüber zu sprechen?
Leute lesen sich auch gegenseitig laut vor und es ist ihnen etwas peinlich. Bei so etwas würde ich auf jeden Fall die Vorleserin sein wollen, da ich kein Fan von Hörbüchern bin und nicht weiß, ob ich es mögen werde, wenn mir jemand anders vorliest, selbst wenn ich denjenigen gut kenne.
Lest ihr lieber stumm oder auch mal laut?
Ausgewählte Quellen (englischsprachig):
1. Do Pets Like Being Read To? The Surprising Benefits of Reading to Your Furry Friends. Auf: Doggie Dude Ranch and the O'Cat Corral
2. Sarah Manavis: Read me a story: why reading out loud is a joy for adults as well as kids. In: The Guardian (archive of The Observer), 5. Mai 2024
3. Regina Mennig: Shared Reading - Literature for All. Auf der Webseite der Robert-Bosch-Stiftung, Juli 2018
Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.
Freitag, 23. Mai 2025
Frohen Gotcha Day, Gundel!
Es ist schwer zu glauben, daß es acht Jahre her ist, seit sich eine wunderschöne kleine Pantherdame in mein Leben gedrängt hat.
Oh je, ihr solltet ihr Gesicht sehen. Tatsächlich hat Gundel nämlich nichts dergleichen getan. Sie schlenderte harmlos in den Hof bei meiner Schwester und wurde freundlich von ihrer späteren Catnapperin willkommen geheißen, auch wenn sie es da noch nicht wußte.
Ich glaube nicht, daß ich Gundels Geschichte hier je erzählt habe, also wird es wohl Zeit.
Wie gesagt, eines Tages kam Gundel einfach auf den Hof. Sie war so schrecklich dünn, ihr Pelz sah wirklich matt aus und sie wirkte im ganzen einfach krank.
Nachdem meine Schwester ihr etwas zu essen gegeben hatte, das sie hinunterschlang, ging sie wieder.
Ich hatte sie vom Fenster meiner anderen Schwester aus gesehen und da ich schwarze Katzen liebe, rief ich hinunter, daß ich sie nehmen würde.
Gundel war aber verschwunden und wir fühlten uns schlecht deshalb, weil sie wirklich Hilfe zu brauchen schien. Zum Glück tauchte sie ein paar Tage später wieder auf und meine Schwester schnappte sie sich direkt - es gab überhaupt keinen Widerstand - und nahm sie mit in ihre Wohnung.
Es war wahrscheinlich das erste Mal seit einer Weile, daß sie sich einfach hinlegen und entspannen konnte, aber natürlich wußte sie nicht, daß es am nächsten Tag zur Tierärztin ging.
Sie hatte keinen Chip, sie wog nur 2,9 kg, sie hatte dank Herpes ein trübes Auge, und die Dinge, die sie im Katzenklo anstellte, hätten ein kleines Land ausmerzen können (nicht die erste Katze, die das in meinem Haus versuchte).
Ich versuchte natürlich herauszufinden, ob sie irgendwo hingehörte, während sie in Quarantäne in der Bibliothek blieb - wir mußten auf ihre Testresultate warten und das Kloproblem mußte erst gelöst sein, bevor sie mit Greebo und Ponder zusammenkommen konnte.
Am ersten Tag blieb sie auf dem Fensterbrett, schaute vor sich hin, schlief und aß. Ich kann mir nicht vorstellen, wie ihr Leben auf der Straße gewesen sein mag, weil sie einfach nur völlig erschöpft aussah und froh darüber, sich nicht bewegen zu müssen. Sie schien nicht mal die Kraft zu haben, dem fremden Menschen zu zeigen, ob sie noch irgendwelchen Kampfgeist in sich hatte.
Ob sie weggelaufen war, verlorenging oder ob sie jemand rausgeworfen hatte, fand ich nie heraus, aber ich wußte, daß ich ihr helfen wollte, ihre Erfahrungen von der Straße zu vergessen.
Ich weiß nicht, ob ich damit Erfolg hatte, denn bis heute wacht sie manchmal laut jammernd auf und sieht sich verwirrt und ängstlich um - zumindest wirkt es so auf mich - und dann schläft sie wieder ein, wenn ich sie streichle und schmuse und ihr etwas zuflüstere. Es ist herzzerreißend mit anzusehen, geschieht zum Glück aber nicht off.
Nachdem wir grünes Licht von der Tierärztin bekamen, öffnete ich die Tür zu ihrem Gefängnis (mit zwei sehr bequemen Sesseln mit schönen Decken, was zu dem Zeitpunkt echt das einzige war, was sie außer Futter noch gewollt hatte) und hoffte auf das Beste mit den Jungs.
Greebo war an ihr nicht sehr interessiert. Er war mehr so "Ja, Neuzugang, nicht der erste, schon okay für mich, glaubst du, sie wird das noch essen wollen?". Er war so ein süßes Baby.
Ponder andererseits war interessiert. Er war sich nicht sicher, was dieses kleine Ding war und er war verwirrt, daß das kleine Ding nicht an ihm interessiert war.
Die Dame begab sich direkt ins Schlafzimmer und versteckte sich ungefähr zwei Tage lang unter dem Bett, nur eine kleine Pfote oder die Schwanzspitze lugte hervor. Für Futter kam sie allerdings heraus, sie brauchte es noch so dringend, daß sie die Hälfte einer riesigen Antibiotikumpille, die ich neben sie gelegt hatte, aß, während ich noch überlegte, wie ich sie in sie reinbekommen würde.
Dann verbrachte sie ein paar Tage auf dem Bett.
Könnt ihr sehen, wie anders ihr Pelz hier schon aussieht? Sie war aber noch sehr dünn, mehr als man hier erkennen kann.
Irgendwann fing sie an, die Wohnung zu erkunden und sie ließ sich keinen Blödsinn von den Buben gefallen.
Greebo war sie ziemlich egal und Ponder freute sich, mit ihr zu spielen. Sie klapsten einander auf den Hintern und dann rannte der Klapser los, bis er oder sie erwischt war und selber geklapst wurde. Es war so lustig mit anzuschauen. Sie schliefen aber nie beinander. Es mußte immer eine kleine Lücke dazwischen sein, was es noch erstaunlicher macht, wie nahe der Dekan jetzt manchmal bei Gundel schlafen darf.
Das ist eins meiner Lieblingsbilder. Ich erinnere mich, wie ich dies und ein paar andere Winkel auf Facebook zeigte und im Scherz fragte, wie um Himmels Willen ich die zwei auseinanderhalten sollte!
Glaubt es oder nicht, ein paar Leute informierten mich - nicht als Scherz - daß Gundel kleiner als Ponder war. Ernsthaft jetzt? Ich war so froh, daß sie mich darauf hingewiesen haben!
Nicht daß sie ein Kätzchen gewesen wäre. Meine Tierärztin schätzte ihr Alter auf ungefähr 3 oder 4, was heißt, daß sie jetzt 11 oder 12 wäre. Ich glaube, sie muß immer noch 3 oder 4 sein. Allerhöchstens 6. (Erinnert ihr euch, wie ich gesagt habe, daß ich nicht gut in Mathe bin?)
Und Ponder war einfach ein wirklich großer Bub. Nicht dick - das war er wirklich nicht - nur groß und wundervoll.
Seither ist Gundel die Lady im Haus. Meffi war meine Queen und Esme war meine Prinzessin, und Gundel sieht weder wie eine Herzogin noch eine Marquise aus, also muß es bei der Lady bleiben.
Sie ist übrigens nach Gundel Gaukeley, der Disney-Hexe, benannt. Der ursprüngliche Plan war gewesen, sie zu einer Nanny Ogg zu machen (Scheibenwelt), aber ihr glänzender schwarzer Look und wie sich der Name Gundel für mich anhört machten ihn zu einem viel besseren Namen.
Meine kleine Hexenlady war anfangs eine ganz schöne Kämpferin.
Verständlicherweise war sie sich nicht sicher, wie weit sie mir trauen konnte, und oft schnappte sie nach mir, wenn ich sie streichelte, nie ernsthaft, aber blitzschnell, und ich erschrak jedes Mal wieder. Das wurde aber schnell immer weniger und jetzt macht sie das kaum noch, außer wenn ich schrecklich nervig werde (das heißt, wenn ich sie drei Sekunden zu lang streichle, das ist also fair).
Nur wenn ich versuche, ihr direkt eine Pille ins Mäulchen zu geben, verwandelt sie sich in einen krallenbewehrten Oktopus, und zwar einen tödlichen. Zum Glück kann ich die Pillen, die sie bekommt (Allergie) und Liquid-Snacks - die ich Squishys nenne - sind zu verführerisch, als daß sie sie ablehnen könnte. Ich wünschte, ich könnte auch Augentropfen in ihr Futter packen! Sie läßt mich ihr Auge zwar saubermachen, aber nichts reintun. Ja gut, ich mag das selber auch nicht.
In letzter Zeit hat sie ein paar schlechte, aber nicht tragisch schlechte, Gewohnheiten entwickelt, zweifelsohne vom kleinen Gör beeinflußt. Eine davon ist das Rausreißen der Blende/n unter den Küchenschränken (das hat sie auf jeden Fall von ihm gelernt).
Ich habe sie für mutwillige Beschädigung auf ein Gesucht-Poster gesetzt und sie hat sich bitterlich auf Ponders Blog darüber beklagt, den sie übernommen hat.
Ihr wißt aber, wie Katzenleute oft drauf sind. Insgeheim sind wir stolz darauf, was für Gören unsere Katzenherrscher sein können, und nachdem Gundel monatelang von Problemen mit beiden Knien außer Gefecht gesetzt war, war es gut zu sehen, daß sie wieder Lust auf Blödsinn hat.
Gundel, meine Süße, auf (mindestens) acht weitere Jahre!
Samstag, 30. November 2024
Vorbereitung für Weihnachten - Teil 1
Urlaubszeit, juhuu! Ich habe eine lange Liste von Dingen, die ich tun sollte, und eine Liste von Dingen, auf die ich mich tatsächlich freue. Ich weiß schon, daß die lange Liste am Ende meines Urlaubs nicht viel kürzer sein wird, die andere, nun, wir werden es sehen.
Als erstes stand die Dekoration für Weihnachten auf der Liste. Ich bin absolut keine großartige Dekorateurin und es ist sogar noch weniger geworden, seit der Dekan eingezogen ist, weil manches in seiner Nähe einfach zu riskant ist. Zum Beispiel werde ich meine Herrnhuter Sterne nicht aufhängen, Kabel sind eine viel zu große Versuchung für ihn.
Darum tat ich mich letztes Jahr wirklich schwer damit, mich zu motivieren, und letztendlich blieb der Hausflur komplett leer, aber mein kleines Bäumchen mit seiner sparsamen Dekoration machte mich - und den Dekan - sehr glücklich.
Ich weiß nicht, ob ihr Posts aus meinem letzten Adventskalender gesehen habt, aber es war traurig, daß ich keinen der Anhänger, den ich gemacht habe, an meinen Baum hängen konnte. Es steckte einfach zuviel Zeit darin, als daß der Dekan seinen Spaß damit hätte haben können. Sie werden dieses Jahr die Chance bekommen, im Hausflur zu glänzen, ich hoffe nur, mir wird der Platz nicht ausgehen, aber ich kann ja immer noch welche der nicht handgemachten Stücke weglassen.
Eine Freundin schlug vor, eine Girlande zu machen und meine gefädelten Ornamente daran an der Decke aufzuhängen, aber für meinen Geschmack ist meine Decke zu hoch. Leitern und ich sind keine Freunde.
Heute habe ich angefangen, indem ich mein Bäumchen aufgestellt habe. Dieses Jahr habe ich eine besondere Überraschung für den Dekan
besorgt, obwohl ich natürlich wußte, daß ich mich die nächsten paar Wochen sehr oft werden bücken müssen, um Anhänger aufzuheben und zurück an den Baum zu hängen.
Letztes Jahr war er absolut begeistert von dem Wichtelmädchen, also habe ich ihm dieses Jahr eine ganze Packung voll gekauft.
Natürlich ist Gundel mehr als willkommen mitzumachen, aber bis jetzt hat sie dem Baum nur einen kurzen Besuch abgestattet. Normalerweise fängt sie aber nachts an, mit Spielzeug zu spielen, also wer weiß, was noch passieren wird.
Mein Geschenk war ein voller Erfolg.
Der Dekan mußte draußen warten, während ich den Baum mit den Opfern, ähm, Wichteln, meinen Ananasscheiben und noch ein paar anderen Unzerbrechlichen schmückte. Ich wollte eine Paulchen-Panther-Szene vermeiden, in der ich auf der einen Seite Baumschmuck aufhänge, während er sie auf der anderen Seite herunterzieht, und wir uns so um den Baum herumarbeiten.
Als ich die Tür öffnete, blieb der Dekan fünf Sekunden lang ganz cool und dann legte er wie erwartet direkt los. Ungefähr fünfzehn Sekunden später fiel der erste Wichtel, Sekunden später die erste Ananasscheibe und direkt danach der zweite Wichtel. Dann warf er sich zwischen Baum und Lichtbogen und fing an, mit allen vieren loszuschieben.
Ihr dürft nicht denken, daß er andauernd im Baum steckt. Er startet einen Angriff, dreht eine Runde durch und kommt dann zurück, um in seinem Weihnachtsbett neben dem Baum oder seinem Donut hinter dem Baum zu schlafen - bis zum nächsten Angriff. Ich habe keine Ahnung, was ihn anschaltet.
Sein zweiter Angriff war schnell und effektiv - vier Ananasscheiben und vier Wichtel.
Bisher hatte ich kein Glück damit, etwas anderes außer verschwommene Bilder von ihm in Aktion zu bekommen, aber hier sind ein paar allgemeine Eindrücke.
Und hier ist eine seltene Gundel-Sichtung.
Viel Glück dabei, irgendetwas außer einem dunklen Schatten zu sehen!
Freitag, 3. November 2023
Der Kardinal
Der erste Schnee hat begonnen, das Land zu bestäuben ... und den kleinen Kardinal, der auf einem Ast sitzt ...
Tatsächlich haben wir hier noch keinen Schnee, was mich sehr glücklich macht.
Wir haben hier in Europa auch keine Kardinäle und doch wissen wir, daß der Kardinal so sehr ein Teil des weihnachtlichen Bilderwerks ist wie unser europäisches Rotkehlchen.
2015 habe ich einen Post über Weihnachtsvögel geschrieben, der ein wenig von den Legenden rund um das Rotkehlchen und den Kardinal erzählt, falls ihr interessiert seid.
Seither waren beide auf der berüchtigten Liste in meinem Kopf, ich hatte es allerdings nie geschafft, tatsächlich einen davon zu machen.
Erst als ich ein Stück Stickstoff fand, auf dem schon für ein anderes Design der Umriß eines Vogels aufgezeichnet war, fiel mir der Kardinal wieder ein und er paßte geraaaade mal so.
Ich konnte nicht widerstehen, statt einem "echten" Rot das mit Silbereinzug zu verwenden, weil es so weihnachtlich ist.
Hier ist er also nun auf seinem kleinen Ast und knabbert an seinen Beeren :-)
Als nächstes ein Rotkehlchen? Schauen wir mal.
Während der Dekan versuchte, ihn mir aus der Hand zu stehlen (was offensichtlich für den unglaublich lebensechten Look spricht ;-)), war sich Gundel seinetwegen nicht so sicher, schätze ich, und sie weigerte sich hartnäckig, mich ein gutes Bild von ihm auf ihrem Pelz machen zu lassen!
Samstag, 16. Mai 2020
Einfach nur so Samstag - Drei Millionen Bälle
Was ich jedoch nicht weiß ist, wo sind sind. Ich habe nie einen weggeworfen, aber ich besorge immer neue, weil sie ein essentieller Teil des Katzenlebens hier sind.
Dies war Esme mitten in einer Nacht 2012.
Dies war Gundel 2017. Erinnert euch das an was?
I habe mich sogar schon mal in einem von Ponders Blogposts über das typische Plonkgeräusch eines Balls, der auf den Boden fallengelassen wird, beschwert.
Meffi und die Jungs spielten auch gern damit, aber Meffi hatte zuviel Würde zum Apportieren, und Ponder war so schnell, daß ich nie ein besseres Bild hinbekommen habe. Greebo spielte Ball, aber apportieren tat er nur seinen ganz besonderen extra großen Haushaltsgummi.
Esme bevorzugte die gelben Bälle, Gundel macht da keinen Unterschied. Ich denke manchmal, daß sie den gelben Ball nicht ganz so gut sehen kann, aber oft kann ich das selber nicht auf den Holzböden oder dem Boden im Flur.
Esme ließ ihren Ball immer auf meinem Schreibtisch fallen, wenn sie spielen wollte, oder sie brachte ihn ins Bett. Wie oft hatte ich mich nachts gewundert, wenn Esme so geduldig neben mir saß, und sagte ihr, sie müsse mir ihren Ball bringen, und dann fand ich einen davon am nächsten Tag in meine Decken gesteckt. Ich fühlte mich jedes Mal schlecht, bis ich endlich lernte, nach diesen Bällen zu suchen, wenn wenn die Schweigende Schwarze Katze neben mir saß.
Ponder brachte sie ins Bett, ließ sie aber direkt auf mich drauf fallen, weil er wußte, was für eine Idiotin ich war, und null Vertrauen hatte, daß ich es je kapieren würde.
Gundel bringt sie manchmal ins Bett, aber meistens zu meinem Computersessel, wenn ich dort sitze. Sie dribbelt sie auch gern durch die Wohnung, wenn ich im Bett bin.
Ich bin klasse mit Noppenbällen. Ich versuche, sie ausschließlich den Flur rauf und runter zu werfen, weil die Chancen dann besser stehen, daß ich sie wiederfinden kann. Der Sinn der Noppen ist es allerdings, daß man nicht weiß, wohin sie springen werden, was einer Katze mehr Spaß macht. Im Laufe der Zeit habe ich mir ein paar großartige Trickshots beigebracht.
Okay. Alles gelogen. Ich bin mie im Bälle werfen. Meine Trickshots sind Zufälle. Die Bälle landen in Jackentaschen an meiner Garderobe, sie stecken zwischen Jacken oder sogar in Falten fest, sie treffen Wasser- und Futterteller. Ich werfe sie so, daß sie zu mir zurückkommen und vor meinen Füßen landen. Vor einer Weile fand der Mann, der an der Heizung arbeitete, ein paar hinter der Waschmaschine. Sie sind unter dem Bett, unter Sideboards, hinter Türen, unter dem Kleiderschrank und was weiß ich wo noch.
Fast neun Jahre an Bällen, Bällen, Bällen, und obwohl ich heute sogar die große Runde gemacht habe und wie eine Idiotin (Ponder hätte das geliebt) auf dem Boden herumgekrochen bin, während Gundel im Flur auf mich gewartet und sich gefragt hat, wann ich endlich zur Spielstunde auftauche, waren das die einzigen, die ich gefunden habe. Erst vor zwei Tagen hatte ich noch vier von den blauen, wie ... wo .... warum?? Und wo versteckt sich der Ball, der heute ins Bad gesprungen ist? Weder Gundel noch ich konnten ihn finden!
Ich habe sie jetzt erstmal versteckt und nur einen für Gundel draußengelassen, damit wir morgen richtig Spaß haben können!
Falls ihr übrigens den Unterschied zwischen den Bällen der gleichen Farbe bemerkt habt - matt und glänzend - das ist, weil der Hersteller die Gummimischung ändern mußte. Zum Glück hat das keine meiner Katzen je gemacht, aber es gab Katzen, die an diesen Bällen kauten und schafften, kleine Stücke davon abzubeißen und sie sogar zu verschlucken. Um das zu vermeiden, ist der Gummi nun nicht mehr so weich, aber das heißt auch, die Bälle springen nicht mehr so hoch. Hmmm ... nun frage ich mich, ob ich vielleicht mal die oberen Gefilde nach diesen alten Exemplaren absuchen sollte ...
Mittwoch, 19. Dezember 2018
Wie Gundel versuchte, Weihnachten zu stehlen - Das neunzehnte Türchen
Ich saß an meinem Schreibtisch und verschwendete meine Zeit, indem ich mir willkürlich meinen Weg durch das Internet klickte, als ich dieses Geräusch hinter mir hörte. Zuerst sah ich nicht einmal hin. Auf meinem Tisch steht immer noch ein offenes Paket und Gundel überprüft es gern immer mal wieder. Die kleine Dame beißt gern in dickes Papier und Plastik, aber sie knabbert nicht daran so wie Greebo das mit Pappe tat. Manchmal trägt sie es auch fort.
Dann hörte ich, wie etwas raschelte und ein Geräusch, als ob etwas eine kleine Distanz herunterfällt, mehr als ob es wieder an seinen Platz zurückrutscht. Und nochmal. Als ich mich schließlich umdrehte, um zu schauen, was da eigentlich vor sich ging, saß Gundel neben der Geschenktüte, die ich von meinen Kollegen bekommen hatte. Ich hatte schon vorher einmal gesehen, daß sie hineinschaute, aber was war es denn, das sie so interessant fand?
Leider könnt ihr es auf diesem Bild nicht sehen, und als sie es schaffte, das mysteriöse Teil herauszuheben, ließ sie es so schnell wieder fallen, daß ich gar kein Bild davon bekam.
Es war das Plastiktütchen mit den Weihnachtsplätzchen! Ponder, der alte Meisterdieb, scheint sie gut unterrichtet zu haben. Erst die Kugeln vom Baum (wir stehen bei Gundel: 4 Ponder: 2 Baum:0, und ich rechne das kleine LED-Teelicht, das ich vor den Baum gestellt hatte und das sie ständig von der Treppe kickt, gar nicht mit), der ständige Versuch, die Kugelkette herunterzuziehen, jetzt die Plätzchen, was wird als nächstes dran sein?
Nicht daß sich Gundel im mindesten schuldig fühlen würde ....






















