Pläne ändern sich manchmal.
Diese Kugel hatte nicht auf meiner Liste gestanden, aber sie drängte sich mir praktisch auf, in Gestalt eines hübschen Kammzugs, in Grün- und Rottönen gefärbt, den ich in einem Überraschungspaket für ein anderes Projekt bekommen hatte (während ich das hier schreibe, weiß ich noch nicht, ob es funktioniert haben wird).
Für mich schrien diese Farben nach Weihnachten, und wißt ihr, ich habe da ja noch ein paar von diesen Styroporkugeln, und offensichtlich war die einzige Option, die Wolle irgendwie um die Kugel herumzubekommen. Das hieß Nadelfilzen, was sonst?
Es stimmt, ich habe für diesen Adventskalender schon mal gefilzt, aber nur Formen, die ich dann komplett mit Perlen bedeckte, nichts, wo ich etwas mit Filz umhüllte.
Ein einfaches Projekt war nett, vor allem weil ich das letzte und größte immer noch vor mir hatte.
Außerdem kann es extrem entspannend, fast meditativ sein, Wolle zu pieksen, sogar noch mehr, wenn man keine komplizierte Form hat.
Gundel auf dem Kissen neben mir, sanft schnurchelnd, der Dekan auf meiner Schulter, bei jedem Pieks leicht von ihr angehoben, leises Hintergrundgeräusch, perfekt.
Dennoch brauchte es etwas mehr als nur das, also nähte ich eine Mischung von Rocailles in den Größen 8, 11 und 15 auf - Rot mit Silbereinzug, klar mit Goldeinzug und klar mit AB-Finish. Wenn sich die Kugel langsam im Licht dreht, ist da dieses zarte Funkeln, wirklich hübsch.
Ich finde, es war wirklich ein schöner Zufall, gerade diesen Kammzug zu bekommen.
Donnerstag, 21. Dezember 2023
Nadelfilzkugel mit Perlen - Das einundzwanzigste Türchen
Dienstag, 12. Dezember 2023
Die Weihnachtsgurke - Das zwölfte Türchen
Die Weihnachtsgurke - ehrlich??
Ja, ich habe endlich aufgegeben und mir eine Essiggurke als Christbaumanhänger gemacht.
Für die, die die Geschichte in meinem Blog noch nicht gelesen haben und nicht verstehen, was daran so aufregend sein soll, schaut euch diese Geschichte aus meinem allerersten Adventskalender an.
Tatsächlich kenne ich noch immer keine Deutschen persönlich, die diese Tradition begehen.
Als ich aber in alberner Stimmung war und gerade alte Sherlock-Holmes-Filme mit Basil Rathbone im Fernsehen ansah (was absolut nichts damit zu tun hat, außer daß ich die Zeit, die ich brauche, um etwas zu machen, anhand der Länge von Filmen oder anderen Fernsehsendungen messe), fing ich an, auf ungesponnener Wolle herumzupieksen, und irgendwie wurde es eine Gurkenform, die dann irgendwie mit grünen und dunkelseegrünen Rocailles mit Silbereinzug bestickt wurde. So passieren Dinge halt manchmal!
Eine Nadelfilzform zweiperlenweise zu besticken dauert viel länger, als es sich anhört, aber nun bin ich die stolze Eigentümerin meiner persönlichen Unikat-Weihnachtsgurke ;-)
Samstag, 2. Dezember 2023
Pudelmütze - Das zweite Türchen
Ich muß zugeben, daß ich nie wußte, warum die Pudelmütze so heißt. Ich hätte geschätzt, daß es vom typischen Haarschnitt mancher Pudel herrührt, aber manche sagen, daß der Name auf das 18. Jahrhundert zurückgeht, also die Mützen aus Fell, zum Beispiel Lammwolle, gemacht wurden und damit an das lockige Fell eines Pudels erinnerten. Vielleicht ist es eine Mischung aus beidem.
Man nennt sie auch Bommelmützen. "Bommel" leitet sich vom französischen Wort "Pompom" an, das wir ja auch übernommen haben.
Nun, da ihr diese wichtige Information gelernt habe, möchtet ihr vielleicht noch wissen, wie der Bommel überhaupt auf die Mütze kam.
Tatsächlich gibt es sie schon sehr lange, aber wirklich beliebt wurden sie dank europäischen Soldaten, die sie auf ihren Mützen trugen. Sie zeigten nicht nur die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Regiment, sondern schützten auch die Köpfe der Seeleute in den engen Räumen auf Schiffen!
Meine kleine Pudelmütze wurde zuerst mit der Nadel gefilzt, dann habe ich sie mit Perlen auf der Mütze selber und dem Pompom bestickt. Die Farbwahl ist natürlich nicht zufällig, obwohl das keine Nikolausmütze ist, seine hat ja eine herunterhängende Spitze mit Pompom.
Nennen wir es doch eine vom Nikolaus inspiririerte Winterpudelmütze :-)
Donnerstag, 7. Juli 2022
Ich habe ein Gesicht gemacht ...
... und es hat eine große Nase.
Bevor ihr meine arme Dame verurteilt, möchte ich euch sagen, daß ich anscheinend irgendwas an großen Nasen finde. Wenn ich ein Gesicht gemalt habe, war die Nase immer etwas größer, als ich mit Fimogesichtern herumspielten, war die Nase immer groß, und offensichtlich zeige ich auch bei Nadelfilzgesichtern dieselbe Tendenz.
Außerdem dürft ihr nicht vergessen, daß das hier mein allererster Versuch ist, einen menschlichen Kopf zu filzen.
Nachdem ich mich von meinen Filzutensilien (und meinem Perlenwebrahmen) zurückgehalten hatte, seit der Dekan als verrücktes Kätzchen eingezogen ist, hatte ich endlich wieder das Bedürfnis, auf etwas einzustechen und ein paar der Gefühle herauszulassen, die sich über die letzten Monate aufgebaut haben. Es ist schwierig, glücklich und positiv zu bleiben, wenn man sich so anschaut, was alles auf der Welt los ist und von dem das meiste ja jeden auf die eine oder andere Weise beeinflußt.
Ich bin keine gewalttätige Person, aber auf Wolle herumzupieksen kann beim Entspannen helfen, auch wenn ich Leute kenne, die sagen, das Geräusch macht sich eher verrückt als ruhig. Meinen Katzen scheint es nichts auszumachen und der Dekan hat nur anfangs ein paar Mal probiert, meine Wolle zu klauen, was wirklich keine Überraschung war.
Zurück zum Kopf.
Tatsächlich fing er gar nicht wie ein Kopf an, sondern wie ein großer Cabochon mit einem Gesicht, auf der Rückseite platt. Dann machte ich überall Wolle dazu, um eine Art Windkreatur zu erschaffen, mit vollen Backen, blasenden Lippen und all dem. Das "Windhaar" war jedoch so wild, daß ich versuchte, es wenigstens ein bißchen zu zähmen, und auf einmal hatte ich gescheiteltes Haar mit einem kleinen Dutt obendrauf. Das sah mit dem platten Rücken sehr seltsam aus, also kam noch mehr Haar dazu.
Nur zwei schlafende Katzen, die sanft neben mir schnarchten, das Geräusch einer Nadel, die in Wolle sticht, und David Suchet als Poirot als einziges Hintergrundgeräusch mitten in der Nacht, das alles war erstaunlich beruhigend.
Also kamen immer mehr Farben dazu - etwas, in dem ich noch nicht besonders gut bin, außerdem wurde die Nase dadurch sogar noch größer - und schließlich etwas, auf dem der Kopf ruht (ich dachte dabei an eine Federboa, aber ich könnt euch auch etwas anderes aussuchen), denn es war offensichtlich, daß er niemals einen Körper bekommen würde.
Für mich sieht die Dame wie eine alternde Diva aus, zweifellos eine Charakterdarstellerin, die ihre alten Filme in ihrem privaten Heimkino anschaut - wartet mal, das hatten wir doch schon in "Boulevard der Dämmerung" oder der Columbo-Episode "Tödliches Comeback",
nur hatten diese Ladys nicht gar so großmütterliche Frisuren ... aber hey, vielleicht war sie ja auch ein früher Star der Bühne, nicht der Leinwand, und vielleicht hätte sie auch eine gute Akteurin in einer Folge von "Alfred Hitchcock präsentiert" abgegeben?
Auf jeden Fall werde ich es euch bestimmt wissen lassen, falls ich irgendwann bessere Gesichter machen kann ;-)
Sonntag, 4. April 2021
Gavin, der Pud..., ähm, der Eisbär
Wundert ihr euch über den Titel? Nun, um ehrlich zu sein, sollte Gavin, als ich hiermit anfing, ein Pudel werden. Ich hatte ja nicht erwartet, daß es gleich klappen würde, aber ich erwartete auch nicht, daß sich die Dinge ganz so dramatisch ändern würden ;-)
Keine Ahnung warum, aber meine Nadelfilztiere neigen dazu, eher mollig zu sein. In diesem Fall gab es jedoch keine Chance, dieses wachsende Stück Filz einen molligen Pudel zu nennen. Stattdessen wurde es zu einem größeren Hund (dem ich zunächst Wuschelfell gab), dann dachte ich, daß mich da tatsächlich ein Eisbär anschaute, auch wenn es noch nicht wirklich ein Eisbär war und zu dem Zeitpunkt noch keine Augen hatte.
Nachdem ich das aber geändert habe, ist Gavin nun bereit dazu, hallo zu sagen.
Mittwoch, 8. April 2020
Das Oster-Hasguruh
Lernt das Oster-Hasguruh kennen.
Es gibt unterschiedliche Meinungen zu ihm, aber ich kann nicht anders als zu denken, daß dieser kleine Kerl eine Hasenmama und einen Känguruhpapa hat.
Natürlich könnte ich behauptn, daß ich das von Anfang an wußte, aber tatsächlich muß ich zugeben, daß der Plan war, ein paar reizenden Leuten einen kleinen Osterhasen zu schenken. Es war mein erster, und vielleicht hätte ich dem schelmischen Kichern von Muse Mabel in meinem Kopf mehr Aufmerksamkeit schenken sollen.
Ich stupfte und stupfte und mein Häschen wurde größer, vor allem sein Kopf, während die Ohren bei meinem Versuch, diesen großen Kopf richtig auf den Körper zu setzen, zu schrumpfen schienen. Warum auch immer fing sein Bauch ebenfalls an zu wachsen, also mußte ich die Füße länger machen ... vielleicht etwas mehr Wolle um den Hals herum ... wenigstens ist der Schwanz noch der eines Hasen, aber jetzt ist er zu klein, mehr Wolle .... okay, schließlich gab ich auf, ihn ändern zu wollen, weil ich ihn tatsächlich so mag wie er ist, und ich hoffe, das finden auch die Leute, zu denen er gehüpft ist. Ich meine, er bringt immerhin Geschenke mit, richtig?
I gestehe, es fiel mir ein bißchen schwer, ihn gehen zu lassen. Ich bin sicher, daß dieses Gefühl sich ändern wird, wenn ich erst einmal mehr Viechers gemacht habe, aber im Moment sind sie alle meine Kinder. Seltsame Kinder vielleicht, aber das war ja zu erwarten, schließlich sind es meine ;-)
Samstag, 28. März 2020
Art Elements Design Challenge and Blog Hop - Zwerge
Ich bin nicht hier, um heute über ein Virus zu sprechen, sondern darüber, wie ich versuche, mich wenigstens manchmal etwas davon abzulenken. Die Art Elements-Challenge für März schien mir eine sehr gute Gelegenheit zu sein und ich konnte dem Thema, das Jenny dafür ausgewählt hatte, nicht widerstehen - Zwerge.
Tatsächlich heißt das Thema auf Englisch Gnomes, also Gnomen, obwohl es ja auch ein englisches Wort für Zwerge gibt. Worum also ging es?
Ich mußte doch mal nachschauen, wie genau das im Deutschen unterschieden wird. Das war dann nicht so einfach, denn offensichtlich sind auch wir uns da ganz und gar nicht einig. Gnomen, Zwerge, Kobolde, Wichtel ... dieser Post wäre sehr lang geworden.
Da die meisten Bilder in Jennys Post das zeigten, was auch zu unserem Gartenzwerg geworden ist (der auf Englisch ja "garden gnome" heißt), entschied ich mich dafür.
Obwohl ich Deutsche bin, habe ich doch nie das Klischee des Gartenzwergbesitzers erfüllt. Das bedeutet aber nicht, daß ich keine in anderer Leute Gärten gesehen hätte. Irgendwie erinnere ich mich am besten an die, die in dem sehr kleinen Garten hinter dem Haus einer Freundin waren. Es gab nur ein recht kleines Rasenstück mit mindestens einem liegenden Reh und einem Zwerg. Klassisch. Wir mußten sie jedesmal zur Seite räumen, wenn wir Krocket spielen wollten.
Natürlich kenne ich all die Klischees, deutsche Gärten, die voll von Zwergen sind, aber ich kann mich nicht erinnern, daß ich jemals einen solchen gesehen hätten. Wenn ich mir das so überlege, müssen die Zwerge, die ich kannte, sehr einsam gewesen sein.
Andererseits genossen sie die Einsamkeit ja vielleicht, so wie der schlafende Zwerg, den ich schon mal auf meinem Blog gezeigt habe.
Mein Projekt war von mehreren Dingen inspiriert.
Dazu gehörten Bilder aus meiner Kindheit wie das mit dem Schneckenreiter in Jennys Post.
Dann waren da noch die unglaublichen Polymer Clay-Schnecken meiner Freundin Star, von denen manche winzige Kobolde (ha!) trugen. Eine davon ist Maeve, die Schneckenrennreiterin, und sie ist nicht einmal die kleinste Koboldreiterin (ja, das bedeutet, daß ihr euch alle von Stars Schnecken anschauen sollt ... aber wartet, erst nachdem ihr diesen Post gelesen habt!).
Natürlich würde mein Zwerg etwas größer als diese Kobolde sein, aber ich beabsichtigte trotzdem, ihn auf einer Schnecke reiten zu lassen. Ich fing also mit der Schnecke an, entschlossen, ein Paar meiner geliebten vintage Glasaugen zu benutzen, die ich bisher nur einmal verwendet hatte.
Eine kleine Erinnerung oder für die, die es nicht wissen, mein Ex und ich haben Steifftiere gesammelt. Eines unserer Fundstücke war eine Dose voller vintage Glasaugen für alle möglichen Arten von Plüschtieren plus ein paar andere Sachen. Ein paar davon benutzten wir oder tatsächlich mein Ex, da er besser darin war, sie zu befestigen, vor allem in größeren Köpfen, weil man die Schnur wirklich festziehen muß, damit die Augen richtig sitzen, und sie dann verknoten muß.
Da gab es aber auch noch diese kleinen Augen, für die wir nie eine Verwendung fanden. Die Dose - und ihr habt das vielleicht schon erwartet, es WAR eine Keksdose! - stand viele Jahre herum, da ich nicht viel zu meinem Teil der Sammlung hinzufügte und sie darum völlig vergaß. Als ich aber mit dem Nadelfilzen anfing, erregte sie direkt wieder meine Aufmerksamkeit.
Schaut nur, wieviele es sind! Ich mag sogar das Wachspapiertütchen, in dem sie kamen.
Die Glas"stäbe" erinnerten mich an Schneckenaugen, also dachte ich mir, ich könnte einfach um die Stäbe herumfilzen und am oberen Teil ein bißchen Klebstoff nehmen, damit das Glas nicht herausrutschen würde. Obwohl ich meinen Fingerschutz trug, piekste ich mir ganz schön oft in die Finger, aber es funktionierte so, wie ich mir das vorgestellt hatte, yay! Von den Augen ging es dann weiter zum Körper, was auch gut lief, aber fragt mich gar nicht nach dem Häuschen. Es dauerte ewig, weil ich nicht einfach eine Kugel obendrauf setzen wollte, ich wollte es sichtbar schnirkelig machen, wenigstens ein bißchen. Schließlich nahm ich noch eine Kontrastfarbe dazu - von unseren Gartenschnecken inspiriert, auch wenn da die Farben andersherum sind - um es etwas deutlicher herauszuheben.
Als nächstes kam der Zwerg dran. Ich hatte bisher noch keine Figur gemacht, aber ich wußte, daß ich etwas brauchen würde, um die Gliedmaßen zu verstärken, und die Pfeifenreiniger, die ich hatte, waren viel zu groß. Zuletzt nahm ich etwas von meinem Edelstahldraht. Ich hatte schon bessere Ideen in meinem Leben, aber obwohl das noch länger als das Schneckenhaus dauerte, gab ich doch nicht auf.
Herr Zwerg bekam eine braune Hose, taupefarbene Stiefel mit schwarzen Riemen, die zu seiner hohen taupefarbenen Mütze paßte, die um den Rand herum eine kleine rote Zickzackverzierung hatte, und eine waldgrüne Tunika, die dank seines Gürtels, den ich aus etwas Satingeschenkband und einem Kupferjumpring gefertigt hatte, hochmodisch ist.
Seine Nase und Hände sind riesig. Ich bin sicher, er kann sich seinen Weg durch den gesamten Wald erschnüffeln, und hätte er eine Axt, könnte er diese Zweige nur so weghacken! Seine Augen sind Rocailles (psst, ich glaube, er ist vielleicht ein klein bißchen neidisch auf Schneggles Augen).
Natürlich waren die Chancen dafür, daß ich Herrn Zwergs Glieder so hindrehe, damit er selbständig auf der Schnecke sitzt, gleich null. Vielleicht seht ihr, daß ich ihn schon in einer angedeuteten Sitzhaltung entworfen habe. Ich hätte ihn schon richtig hinsitzen lassen können und dann befestigen (was für ein schrecklicher Gedanke), aber er war einfach zu groß geworden. Die beiden fielen immer wieder um, und während sie sich dabei kaputtlachten, beschloß ich, daß sie letztendlich doch lieber zusammen gehen würden. Oder kriechen.
Nun ja, ich bin mir sicher, daß es Schneggle nichts ausmachte, Herrn Zwerg nicht tragen zu müssen. Immerhin hat er zwei Füße, die (beinahe) perfekt funktionieren, nicht wahr?
Dies ist nicht nur eine Design Challenge, sondern auch ein Blog Hop, also schaut euch auch bitte die Posts der anderen an! Danke!
Gäste
Cat (das bin ich ;-)) - Hope - Linda - Sarajo - Tammy
AE-Teammitglieder
Cathy - Claire - Jennifer - Jenny - Lesley - Marsha - Niky
P.S. Hallo ihr. Hier spricht Herr Zwerg. Ich wollte euch erzählen, was die Dame nicht sagt. Schneggle und ich sind gefangen. Wald, ja genau. Zusammen gehen? In einer Vase?? Ja, das habt ihr richtig gelesen. Sie. Hat. Uns. In. Eine. Vase. Gesteckt.
Natürlich hat sie gesagt, es wäre nur vorübergehend, solange wir noch im Lichtzelt herumhängen. Ohne ein Versteck ist es dort zu gefährlich für uns. Wegen Gundel. Der riesigen Pantherdame, die versucht hat, unschuldige Filzwesen wie uns zu kidnappen. Letztens hätte sie die Voodoopuppe gestohlen, sagt sie. Und den schwarzen Katzenkopf. Beide konnten gerettet werden.
Es ist nicht lustig, in einer Vase zu stecken. Schließlich sind wir keine Djinns!
Wenn ihr ihr also bitte sagen könntet, daß sie uns freilassen soll, falls sie das noch nicht getan hat, wenn ihr diesen Post lest, wüßten wir das zu schätzen. Sehr sogar. Danke!
Freitag, 17. Januar 2020
Pack die Vorräte an - Nadelfilzschmuck
Im Kopf habe ich schon ein paar verschiedene Projekte - alle kein Schmuck, ein paar mit Perlen, ein paar mit Filz, aber ich tue mich schwer damit, überhaupt damit anzufangen, wie z.B. ein Muster zu machen.
Nadelfilzen war ein guter Weg, meinen Kopf leerzumachen und dem kreativen Kind in mir zu erlauben, ohne jegliches Ziel oder Plan zu spielen. Ich weiß schon, daß das Kind sich gern ausbreitet, es machte eine große und eine winzige Voodoopuppe, einen schwarzen Katzen- und einen Löwenkopf, und es hatte soviel Spaß dabei!
Ich habe auch erwähnt, daß ich noch keine Idee dafür hatte, was ich mit all der bunten Wolle anfangen sollte. Häschen? Schließlich waren und sind bunte Hasen gut genug für Steiff, warum also nicht für mich? Bunte "Bilder"? Doch noch der gefilzte Ball für Gundel?
Oder - keuch - bunter Schmuck?
Ihr mögt euch fragen, warum ich nicht gleich auf diesen ja nicht so ungewöhnlichen Gedanken gekommen bin. Ich weiß es nicht. Natürlich dachte ich mir, daß ich aus den beiden Köpfen wahrscheinlich irgendwann Broschen machen würde, aber einfachen Schmuck? Als ich aber nach einer Idee für die Art Elements Januar-Challenge suchte, deren Thema Beeren sind, fielen mir nur Himbeeren und Brombeeren ein. Ich fing an, Farben zu mischen, aber statt auf eine Beere hinzuarbeiten, entdeckte ich "Cabochons" und "Perlen".
Von Anfang an hatte ich gewußte, daß zum Filz irgendwie Perlen dazu mußten, denn schließlich sieht alles besser aus mit Perlen, nicht wahr? Als ich die Waldorf-Feen einer Freundin und die Perlen, die sie auf den Rock einer der Feen gestickt hat, bestärkte mich das nur.
Vielleicht hatte ich ja auch noch ein paar größere Stein- oder Süßwasserperlen, die zu den Filzkomponenten passen würde ... keine Süßwasserperlen, die Löcher sind zu klein für die Stifte ... Kristalle vielleicht ... oooh, dieser Mookait zum Lila .... und ein paar Rocailles auf dem Filz ... tatsächlich ist das die Zeitrafferversion, da ich zwischendurch auch noch zwei Tage plattlag.
Das ist, was ich bisher habe, zwei Paar Ohrringe und einen Anhänger, ganz anders als das, was ich normalerweise mache, und das gefällt mir, weil es irgendwie befreiend war. Es ist, als ginge man nur zum Spaß auf einen Ausflug, wie das eine Mal, als wir vor 40 Jahren auf einer Schulfahrt nach Berlin waren und eine Freundin und ich in eine S-Bahn stiegen und dann willkürlich immer wieder umstiegen, um zu sehen, wo uns das hinführen würde, oder das andere Mal, als sie und ich in London waren und das gleiche mit den roten Bussen machten.
Vielleicht sitze ich ja immer noch in so einem Bus, und wer weiß, wo ich enden werde? ;-)
Freitag, 3. Januar 2020
Pack die .... ähm, neuen Vorräte an?
Ich weiß, daß ich in den letzten Wochen sogar noch weniger hier war als sonst, aber wir hatten hier zu Hause eine kleine Krise, und ich verbrachte, was ich mir als entspannenden Urlaub mit ein paar Feiertagen dazwischen erhofft hatte, stattdessen immer wieder bei der Tierärztin und damit, mit unterschiedlichem Futter hinter Ponder herzurennen. Nun sieht es aus, als wäre er endlich wieder in Ordnung *ich klopfe mal auf Holz, weil wir abwarten müssen, wie er sich jetzt so ganz ohne Arznei macht*, und ich habe ein wenig Zeit für mich selber, bevor ich nächste Woche wieder zur Arbeit muß.
Tatsächlich hätte ich euch ohnehin nicht viel zu zeigen gehabt, außer ein paar umperlter Fläschchen. Ich schätze, meine Muse mochte die Tierarztbesuche auch nicht so recht, denn sie verabschiedete sich wie der Blitz. Sie ist seither noch nicht dazu bereit gewesen, mit Draht zu spielen.
Also war es eine gute Sache, daß mein Wunsch nach einem Nadelfilz-Starterset zu Weihnachten erfüllt wurde.
Ich will das schon seit Jahrzehnten ausprobieren, glaube ich, aber bei all den anderen Dingen dachte ich, ich bräuchte nicht wirklich was Neues, mal ganz davon abgesehen, daß ich nicht erwartete, besonders gut darin zu sein.
Nun aber fand ich, daß es eigentlich egal ist, ob ich gut darin bin oder nicht, und es ist ja auch nicht so als würden die Werkzeuge soviel Platz einnehmen. Es ist ein großer brauner Karton mit einer kleinen Plastikschachtel darin, in der all die Werkzeuge sind, und 40 Tütchen mit bunter Wolle - ich habe sie nicht gezählt, aber so steht es in der Beschreibung - und einer Schaummatte.
Ich brauchte nicht lange, es auszuprobieren, und natürlich fing ich damit an, eine (flache) Katze zu machen, für die Grundform benutzte ich eine Ausstechform. Die Katze brauchte ganz schön lang. Ich habe noch nicht das richtige Gefühl für den Filz und wann der perfekte Moment zum Aufhören ist. Ich piekste und piekste und piekste ....
Als ich das zweite Tier machte, eine fette kleine Ratte, die etwas frecher wurde als ich geplant hatte, fing ich an, dauernd mich selber zu pieksen. Ich denke, das hat damit ich zu tun, daß ich schneller werde oder, sagen wir mal, es wenigstens versuche, aber zumindest habe ich weder viel Blut verloren noch Ratty in eine Vampirratte verwandelt ;-)
Dies ist das letzte, was ich bisher gemacht habe. Fragt nicht, ich habe mir einfach eine Farbe gegriffen und danach entschieden, was draus werden soll, aber sieht der Gnom nicht ganz gemütlich aus, wie er so vor sich hindöst?
Es sind eine Menge Farben da, die ich normalerweise wohl eher nicht benutzen würde, also muß ich mir etwas ausdenken, was ich daraus machen kann. Darum ist die Katze auch orange, ich fand, es wäre eine gute Farbe für einen ersten Versuch, der wahrscheinlich völlig schiefgehen würde.
Alles was ich am Ende nicht zu verwenden weiß, wird zu einem Ball für Gundel verfilzt, ihr sind die Farben egal!



























