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Dienstag, 23. September 2025

Katzen, Katzen, Katzen und noch mehr Katzen, Teil 2

Ich habe ja gesagt, daß ich zurück sein werde, um euch noch mehr von meinen Katzen zu zeigen! Wenn ihr Interesse habt, könnt ihr hier Teil 1 finden, in dem ich gesagt habe, "Ich habe so einige hier bei mir, manche, weil ich mich selber in sie verliebt habe, andere, weil Leute aus irgendeinem sonderbaren Grund denken, daß ich Katzen mag und mir im Laufe der Jahre eine Menge Stücke geschenkt haben. Echt seltsam, ich weiß. Warum würden sie so etwas nur denken? 😂"

Beginnen wir mit einer Katze in einer Existenzkrise. Ich kann es nachfühlen, Katze, das kann ich wirklich. Mir ist dieser Tage oft danach, so zu schreien.
Als der ansässige Künstler mit den pelzigen Ohren beschloß, meinen geliebten Hasenschäler in Kunst zu verwandeln - in anderen Worten, er hat ihn runtergeworfen und kaputtgemacht - mußte ich mich nach einem Ersatz umschauen. Der Hasenschäler (beste Klinge je) war ein Geschenk von meinem Katzenfuttershop gewesen, also mußte ich mich stattdessen mit einer schwarzen Katze begnügen. Gundel und ich lieben schwarze Katzen. Wie erwartet ist sie nicht so gut wie der Hase, aber sie funktioniert.
Oh, und das dahinter sind Katzendosen. Sie waren bei einer Katzenmedizin dabei und sind perfekt für Tee, Draht und Perlen.


"Seid ihr an einer Steiffkatze interessiert?" Wie schon früher erwähnt hat Steiff eine große Vielzahl an Hunden, aber nicht so sehr an Katzen, und die üblichsten Nachkriegskatzen hatten wir schon, also war unsere Antworten an unseren Bekannten, einen Verkäufer, ein wenig lauwarm.
"Sie hat ein rotes Band." Steiff-Katzen (und -Hunde) hatten oft ein Band mit Schleife um den Hals, das sagte uns also nicht viel. "Im Ohr." Jetzt stellten sich unsere Ohren allerdings auf wie die einer Katze. Wenn es wirklich eine rote Ohrfahne war, würde das Vorkrieg bedeuten und wäre auf jeden Fall einen Blick wert.
Es war Liebe auf den ersten Blick. Nicht nur hat die Lady die wunderschönen grünblauen Augen (wir nannten sie immer Vorkriegsaugen, weil die Katzenaugen nach dem Krieg stattdessen leuchtendgrün wurden), die wir so liebten, sie war auch keine gestreifte Tigerkatze, sondern hatte mehr ein gepunktetes Fell. Sie war absolut großartig und ist - zusammen mit Fluffy, aber das ist eine andere Geschichte - immer noch meine Lieblingskatze von Steiff. Sie ist fast 100 Jahre al, könnt ihr das glauben?

Ich habe das Foto von ihr bewußt neben diesen Kratzern auf meinem Sideboard aufgenommen. Ja, das ist ein weiteres Kunstwerk des ansässigen Künstlers. Zu seiner Verteidigung, er wurde von einem früheren Werk von Greebo inspiriert, das auf demselben Sideboard zu sehen ist.



Als ich diesen Katzenschlüsselanhänger in einem Schmuckladen sah, konnte ich einfach nicht widerstehen ... ich mußte den Ex dazu bringen, ihn mir zu kaufen 
😂 Das hört sich wirklich schlimmer an, als es war. Ich sagte nur "ooh, ich liebe sie" und er fragte mich, ob ich sie wollte. Wir waren an einem freien Tag auf Shoppingtour in Antik- und Trödelläden und waren schon darauf vorbereitet gewesen, hier und da etwas Geld liegenzulassen.
Oh ja, ich wollte sie. Ich liebe meine Silberkatze. Sie ist süß und schwer, und wenn ich meine Schlüssel in meinem Shopper nicht finden kann, weil sie sich wiedermal im unteren Eck versteckt haben, suche ich immer nach ihr zuerst.
Einmal dachte ich, ich hätte sie verloren, die Schraube des Schlüsselrings hatte sich aufgedreht. Seitdem ist das erste, was ich mache, wenn ich nach meinen Schlüsseln greife, die Schraube auf Festigkeit zu überprüfen.


Das hier ist eine weitere Katze, mit der ich an manchen Tagen identifizieren kann, wenn ich nicht gerade in Katzenschälerschreimodus bin.
Es ist ein Druck von Wiebke Rauers, einer deutschen freiberuflichen Illustratorin.


Ich habe euch schon erzählt, daß Steiff nicht nur Plüschtiere gemacht hat, sondern auch eine Menge Holzspielzeug.
Bilder von Steifftieren tauchen aber auch auf vielen anderen Dingen auf (was ein Thema für einen anderen Post ist).
Das ist eins davon. Ich habe in meiner Sammlung drei dieser kleinen Plastikschüsseln für Kindern, eine hat ein Bild mit einem Zotty-Teddy und einer Katze, eine mit zwei Zwergen. Auf der hier ist eine Cosy Molly und ein Cosy Snobby, die auf eine schlafende Floppy Kitty aufpassen (Floppytier hatten gestickte "geschlossene" Augen).
Es ist ein Copyright-Vermerk für Steiff darauf, aber kein Hersteller, und ich habe mir nie die Mühe gemacht, mehr herauszufinden. Ich habe kleinere Plüschtiere hineingesetzt, damit man das Design noch sehen kann.
Könnt ihr euch Kleinkinder vorstellen, wie sie hieraus essen? Sie sind süß, stabil und einfach zu greifen. Die Schüsseln, nicht die Kleinkinder.


Ich besitze eine kleine Sammlung von Zippos mit Katzen darauf, die meisten Geschenke. Ich benutzte sie früher alle, aber jetzt schmücken sie meinen Katzenbuchschrank.
Einmal waren wir in einer Kneipe. Es war recht voll und als wir den Tisch verließen, stürzte sich schon die nächste Gruppe darauf. Gerade aus der Tür heraus fiel mir auf, daß ich meine Packung Zigaretten - da sieht man mal, wie lang das schon her ist! - und mein Lieblingszippo vergessen hatte. Es war nicht mal eine Minute, daß ich am Tisch zurückwar, aber die Packung und das Feuerzeug waren wg. Ich fragte am Tisch und bekam nur Kopfschütteln zur Antwort, also fragte ich die Bedienung und er meinte, ihm habe niemand etwas gegeben.
Also ging ich zum Tisch zurück und meinte, es sei nicht möglich, daß sie es nicht gesehen hätten. Alle schauten einen von der Gruppe an, eins der Mädchen guckte böse und gab ihm ein Zeichen, also faßte er langsam in seine Tasche und zog mein Zippo und die Zigaretten heraus. Ich war sauer und sagte "Also habt ihr mich eben einfach angelogen?" Er sah nicht mal aus, als ob es ihm peinlich wäre, und zuckte mit den Achseln. Einer von ihnen hätte uns leicht hinterherkommen können. Ich gebe zu, daß ich ihm noch ein Wort an den Kopf geworfen habe. Er hätte sich wenigstens entschuldigen können. Das Mädchen sagte noch etwas, an das ich mich nicht mehr erinnere, aber die anderen lachten ihn nur dafür aus, daß er erwischt wurde. Manche Leute!

Ich habe nicht versucht, sie zu polieren oder so was. Der Gebrauch erzählt seine eigene Geschichte.


Dieses süße Paar bekam ich vor Jahren als Weihnachtsgeschenk von einer Kollegin. Der rosa getönte Stein ist so hübsch. Ich denke, daß die zwei Freunde sind.


Habt ihr jemals von The Kindness Rocks Project gehört?
Dabei geht es darum, Steine zu bemalen und dann in der Öffentlichkeit zu verstecken, damit sie jemand anderer finden kann. Kinder tun es, aber auch Erwachsene.
Es gibt Facebook-Gruppen, in denen man seine Fundstücke oder auch die Steine, die man selber bemalt hat, zeigen kann. Die Steine können Nachrichten haben, kleine Bilder oder beides.
Eine Künstlerfreundin (ich sage den Namen nicht, weil sie, soweit ich weiß, eine Auszeit vom Web nimmt) bemalte Steine für ein örtliches Projekt. Sie zeigte Bilder, und als ich sagte, wie sehr ich den hier liebte, bot sie ihn mir sehr großzügig zum Geschenk an.
Er landete auf unserem Zollamt. Zu der Zeit wurden noch Stichproben gemacht und man mußte auf das Zollamt gehen, um ein Paket zu öffnen, da sie das nicht durften, und dann bestimmten sie den Wert, um zu sehen, ob Gebühren anfielen.
Als ich den Stein auf den Tisch liegte, nahm ihn die Beamtin, drehte ihn hin und her und fragte mich, was das war. "Ähm, ein Stein mit einem Katzenbild drauf?" "Ja, aber was ist es?" "Es ist ein Stein. Es steckt nicht mehr dahinter. Da gibt es so ein Projekt, für das Leute Steine bemalen und verstecken. Eine Künstlerfreundin nimmt in ihrer Stadt daran teil und hat mir den hier geschickt, weil er mir gut gefiel." "Oh." Wir sahen einander an, vielleicht versuchte sie meine Gedanken zu lesen, um den Grund zu erfahren, warum irgendjemand so etwas würde tun wollen. "Ein Stein." "Das hat ihre Freundin sehr schön gemacht." "Ja." "Okay, ich schätze mal ... das ist es dann. Noch einen schönen Tag." Und raus waren wir, mein Stein und ich.

Ich liebe es, wenn ein Ding eine extra Geschichte zusätzlich zur ursprünglichen Geschichte hat 😁 


Das ist es für heute, aber ich bin mir ziemlich sicher, daß einen Teil 3 geben wird. Bis dann!

Samstag, 9. November 2024

Nostalgie - Nipper

Vor einigen Jahren, als ich noch die "Fundstücke der Woche"-Posts machte, hatte ich ein paar, "Ich bin eine Sammlerin" genannt, in denen ich Vintagestücke zeigte.
Im Laufe der Zeit sind meine Sammlungen zum größten Teil nicht mehr gewachsen, aus unterschiedlichen Gründen, aber sie sind noch da und immer noch geliebt. Ich habe auch Vintagestücke, manche geerbt, manche geschenkt, manche von Flohmärkten, manche interessanter als andere.
Ich dachte also, es könnte Spaß machen, immer mal wieder welche davon zu zeigen und ihre Geschichte zu erzählen.

Nipper lebt seit vielen Jahren auf meinem Vertiko, seit wir ihn von einem Flohmarkt mit nach Hause gebracht haben.


Er war kein Schnäppchen, aber Liebe auf den ersten Blick, und trotzdem gingen wir weg, kamen zurück, umkreisten ihn und gaben es schließlich auf, seiner Anziehungskraft zu widerstehen.
Ich muß gestehen, ich erinnere mich nicht, wo wir seinen kleinen Bruder herhatten, der ein Ohr in einem Unfall verloren, zweifelsohne von einer Katze ausgelöst.


Es gab in unserem Haus schon einen Nipper vor ihm, einen, in den sich der Ex schon in unserer frühen Steiffsammelphase verliebt hatte, nur hieß er nicht Nipper, sondern Electrola Fox.
Er lebt nicht mehr hier, aber ich habe noch ein Bild von ihm.


Kein Wunder, daß er ihn liebte, er ist echt süß, oder?

Wer aber war Nipper und wie wurde er so berühmt, daß es haufenweise Sammlerstücke von ihm da draußen gibt - und eine oder die andere riesige Statue?!

Foto von Nipper

Nipper war der Hund von Mark Barraud, einem Bühnenmaler, geboren in Bristol 1884 (Nipper, nicht Mark). Obwohl er oft als Foxterrier bezeichnet wird (siehe Steiff), scheint er in Wirklichkeit ein Terriermischling gewesen zu sein und seinen Namen bekam er dank seiner Gewohnheit, in die Beine von Leuten zu zwicken - "nip". Ich habe trotzdem keinen Zweifel, daß er dennoch ein sehr guter Junge war.
Er war gut genug, daß Barrauds Bruder Francis, ein Maler, Nipper aufnahm, als Mark 1887 starb, aber später bat Marks Witwe darum, ihn zurücknehmen zu dürfen, damit er ihr Gesellschaft leistete, und nahm ihn mit nach Kingston upon Thames, wo der leidenschaftliche Rattenfänger im September 1895 starb und begraben wurde.

Irgendwann malte Francis ein Bild von ihm (das Gebäude in 126 Piccadilly hat heute sogar eine blaue Tafel) und meldete es mit dem Namen "Dog looking at and listening to a Phonograph"
an - Hund, der einen Phonograph anschaut und ihm zuhört.
Einige Quellen behaupten, daß Barraud das Gemälde dann Edison Bell für Werbung anbot, während andere sagen, daß die Phonographen-Firma in jeglicher verbliebener Kommunikation nie genau benannt wurde. Was auch immer die Wahrheit ist, das Angebot wurde abgelehnt. Jemand schlug vor, für einen malerischeren Effekt statt des schwarzen Phonographen-Horns ein goldenes Messinghorn einzufügen, also ging Barraud zu The Gramophone Company, um solch ein Horn auszuleihen. Er zeigte eine Fotografie des Gemäldes und wurde gefragt, ob er den Phonographen auch durch ein Grammophon ersetzen könne, dem stimmte er zu, wenn die Firma das Gemälde kaufen würde.

Foto des Originalgemäldes mit Phonograph
(Public Domain über Wikimedia Commons)


Nach einigem Hin und Her schickte die Firma Francis ein Gerät und Geschichte wurde geschrieben.

Aber hörte sich Nipper tatsächlich Aufnahmen seines (toten) Herrchens - His Master's Voice - an, wie man oft lesen kann?
Tatsächlich sind sich die Quellen da auch nicht einig. Anscheinend hat Barrauds Nichte gesagt, daß Mark tatsächlich nie eine Aufnahme seiner Stimme gemacht hat, Nipper aber stattdessen oft in dieser Haltung an der Tür saß, als würde er auf sein Herrchen warten.
Es gab auch Gerüchte, daß die glänzende Oberfläche, auf der Nipper sitzt, Marks Sarg ist, aber all die Quellen, die ich überflogen oder gelesen haben, sind sich in dem Fall einig, daß das echt nur eine Legende ist.
Wie steht es mit "His Master's Voice"? War der Schöpfer dieses Slogans tatsächlich Francis Barraud oder war es eigentlich der Gewinner eines Slogan-Wettbewerbs?
Es gab sogar mehrere Leute, die behaupteten, der eigentliche Maler dieses Bildes zu sein.

Die geänderte und endgültige Version von Barrauds Bild
(Public Domain über Wikimedia Commons)


Barraud malte noch weitere Nippers für verschiedene Firmenbüros.

Da wir gerade bei verschiedenen Firmen sind, in Verbindung mit Nippers Logo hört man gern mehr als einen Namen, das ist Entwicklungen und Copyrighttransfers in der Musikindustrie geschuldet - RCA in den USA, Victor in Japan und EMI in Europa, bis sie das Markenzeichen an die unabhängigen HMV-Geschäfte verkauften (HMV für His Master's Voice).

Es gibt Nipper-Statuen an verschiedenen Stellen, die mit diesen Firmen verbunden sind, einer davon sieht meinem sehr ähnlich, eine Fiberglas-Statue, 5 1/2 Meter hoch, bei The Old Vinyl Factory, einem Areal, das früher EMI gehört hat.
Und natürlich ist Nipper auf Grammophonnadeldosen, Nadelschärfern, Schlüsselringen, Stoff, Streichholzschachteln, Ansteckern und noch viel mehr, es gibt ganze Bücher über Tausende von Produkten.
Oh, und er ist auf Magneten - zum Beispiel an meinem Kühlschrank ;-)


Heute hat RCAs Nipper sogar einen kleinen Welpenbruder, Chipper.

Wenn ihr ein bißchen mehr herumgraben möchtet, empfehle ich euch die letzte Publikation (auf Englisch) in meiner Literaturliste.

Quellen (überwiegend englischsprachig):
London Remembers - Nipper (buried)
London Remembers - Francis Barraud & Nipper
Wikipedia - Englisch und Deutsch
Erik Østergaard - The History of Nipper and His Master's Voice
My London article from July 14, 2024
RCA - Nipper and Chipper (deutsch)
The story of 'Nipper' and the 'His Master's Voice' picture painted by Francis Barraud - compiled by Leonard Petts (1973, als Petts Archivar bei EMI war)

Freitag, 28. Juli 2023

Nostalgie - Alles Gute zum Geburtstag, Beatrix Potter!

Vor einigen Jahren, als ich noch die "Fundstücke der Woche"-Posts machte, hatte ich ein paar, "Ich bin eine Sammlerin" genannt, in denen ich Vintagestücke zeigte.
Im Laufe der Zeit sind meine Sammlungen zum größten Teil nicht mehr gewachsen, aus unterschiedlichen Gründen, aber sie sind noch da und immer noch geliebt. Ich habe auch Vintagestücke, manche geerbt, manche geschenkt, manche von Flohmärkten, manche interessanter als andere.
Ich dachte also, es könnte Spaß machen, immer mal wieder welche davon zu zeigen und ihre Geschichte zu erzählen.

1988, London.
Zwei junge Frauen und eine Fünfjährige in einem einwöchigen Urlaub - wir hatten eine wundervolle Zeit (wenn man das schreckliche Hotelzimmer nicht einrechnet, aber in dem Alter waren wir viel toleranter und die Teilerstattung half auch) und ich verliebte mich in London, obwohl ich gewöhnlich kein Fan von Großstädten bin.

Was aber hat Beatrix Potters Geburtstag - sie ist am 28. Juli 1866 geboren - mit unserem London-Urlaub 122 Jahre später zu tun?
Nun, neben Ausflügen in Parks, Museen und Galerien suchten wir natürlich auch die Läden heim und ich konnte nicht widerstehen, ein Häschen für meine Hasensammlung heimzubringen.

"Benjamin Bunny sat on a bank" wurde von Potters "Die Geschichte von Benjamin Häschen" (leider konnte ich den gesamten Text nicht auf Deutsch finden) inspiriert.


Dieser kleine Kerl ist die erste Version von zweien, die von Beswick hergestellt wurden, es gab ihn von 1983 bis 1985 und er unterscheidet sich von der zweiten Version durch seine Kopfhaltung (er schaut hoch) und weil das Braun seiner Jacke dunkler ist.
Er wurde von David Lyttleton modelliert.
(Danke an Beatrix Potter Figurines - A Definitive Guide!)
Ich denke immer noch, daß er sehr süß ist, und ich finde es wirklich lustig, wie lebhaft ich mich noch an das Innere des Ladens erinnere, wo ich ihn und ein kleines Adreßbuch kaufte.


Jedes Mal, wenn ich ihn anschaue, versetzt es mich zurück zu diesem London-Urlaub.

Jetzt habe ich noch etwas sehr Seltenes für euch, ein Bild von mir auf dieser Reise (ich hasse es, wenn ich geknipst werde!).

Mittwoch, 8. April 2020

Das Oster-Hasguruh

Zur Seite, Osterhase. Einen Schritt zurück, Osterbeagle (sorry, ich liebe dich noch immer). Es ist jemand Neues in der Stadt.
Lernt das Oster-Hasguruh kennen.

Es gibt unterschiedliche Meinungen zu ihm, aber ich kann nicht anders als zu denken, daß dieser kleine Kerl eine Hasenmama und einen Känguruhpapa hat.
Natürlich könnte ich behauptn, daß ich das von Anfang an wußte, aber tatsächlich muß ich zugeben, daß der Plan war, ein paar reizenden Leuten einen kleinen Osterhasen zu schenken. Es war mein erster, und vielleicht hätte ich dem schelmischen Kichern von Muse Mabel in meinem Kopf mehr Aufmerksamkeit schenken sollen.


Ich stupfte und stupfte und mein Häschen wurde größer, vor allem sein Kopf, während die Ohren bei meinem Versuch, diesen großen Kopf richtig auf den Körper zu setzen, zu schrumpfen schienen. Warum auch immer fing sein Bauch ebenfalls an zu wachsen, also mußte ich die Füße länger machen ... vielleicht etwas mehr Wolle um den Hals herum ... wenigstens ist der Schwanz noch der eines Hasen, aber jetzt ist er zu klein, mehr Wolle .... okay, schließlich gab ich auf, ihn ändern zu wollen, weil ich ihn tatsächlich so mag wie er ist, und ich hoffe, das finden auch die Leute, zu denen er gehüpft ist. Ich meine, er bringt immerhin Geschenke mit, richtig?


I gestehe, es fiel mir ein bißchen schwer, ihn gehen zu lassen. Ich bin sicher, daß dieses Gefühl sich ändern wird, wenn ich erst einmal mehr Viechers gemacht habe, aber im Moment sind sie alle meine Kinder. Seltsame Kinder vielleicht, aber das war ja zu erwarten, schließlich sind es meine ;-)

Montag, 9. September 2019

Nostalgie - 50er Jahre Figuren

Vor einigen Jahren, als ich noch die "Fundstücke der Woche"-Posts machte, hatte ich ein paar, "Ich bin eine Sammlerin" genannt, in denen ich Vintagestücke zeigte. Im Laufe der Zeit sind meine Sammlungen zum größten Teil nicht mehr gewachsen, aus unterschiedlichen Gründen, aber sie sind noch da und immer noch geliebt. Ich habe auch Vintagestücke, manche geerbt, manche geschenkt, manche von Flohmärkten, manche interessanter als andere. Ich dachte also, es könnte Spaß machen, immer mal wieder welche davon zu zeigen und ihre Geschichte zu erzählen.

Diesmal wollte ich euch zwei sehr alte Freunde von mir vorstellen.
Messingpferd und -babyelefant gehörten meiner Großmutter. Ich erinnere mich daran, wie ich als Kind mit ihnen spielte. In meiner Vorstellung war der kleine Elefant eine Waise, die vom Pferd adoptiert worden war. Ich ließ sie überall in der Wohnung meiner Oma herumlaufen - die allerdings nicht sehr groß war - und wenn sie eine Pause machten, trank das Baby Milch bei dem Pferd. Fragt mich nicht warum, ich war ja auch das Kind, das die kleinen Spielkarten bei meinen anderen Großeltern wie Puppen benutzte, die Unterhaltungen führten und ausgingen (mir gefielen die Bilderkarten so gut). Ich hatte eine Menge Vorstellungskraft und konnte manchmal stundenlang so spielen.


Leider sind sie nicht markiert. Ich weiß, daß sie nicht Walter Bosse sind, weil der Stil realistischer ist. Es überrascht mich nur, daß ich sie bisher noch nirgendwo anders finden konnte oder zumindest etwas im selben Stil, denn ich bin überzeugt, daß diese Figuren in den 50ern genauso populär waren wie die wunderbar verspielten Bosse-Stücke. Hier ist eine Katze, die in meiner Küche hart arbeiten, Geschirrtücher und Topflappen halten muß, ich glaube, sie ist immer noch überrascht über diesen Job ;-)


Bei einem Flohmarkt vor ungefähr zehn Jahren fand ich diese Katze. Ich schätze, sie ist jünger als meine alten Freunde, da ihre Oberfläche rauher aussieht, aber ich habe mich in ihre elegante Haltung verliebt und der Preis war sehr vernünftig.
Wie ihr sehen könnt, ist sie auch viel größer als Pferd und Elefant, also habe ich sie nicht zusammen aufgestellt. Sie hat gewöhnlich den Job, meine beiden wunderbaren Erinnerungsketten von Merlin und Meffi zu halten, von meiner Freundin Dawn gemalt, während Pferd und Elefant einen Teil meiner persönlichen Bibliothek bewachen, sicher hinter Glas.


Einige Zeit bevor meine Großmutter starb, gab sie mir den kleinen Elefant. Etwas später sah ich dann das Pferd im Bücherregal meines jüngeren Bruders stehen. Ich konnte es nicht ertragen, sie getrennt zu sehen und bettelte ihn praktisch an, es mir zu geben. Glücklicherweise hatte er nicht nur keinerlei sentimentale Bindung dazu, anders als ich, sondern er war auch in einem Alter, in dem er an einer solchen Figur überhaupt nicht interessiert war. Keine Sorge, er hat es noch nicht bereut, sie mir gegeben zu haben ;-)
Wann immer ich diese beiden nun zusammen sehe, trägt mich das in der Zeit zurück, in die Wohnung meiner Oma. Ich sehe ihren Fernsehsessel, ihren Plattenspieler, das Tischtuch mit den Fransen (noch etwas, womit ich gerne spielte), und der Wohnzimmerschrank, wo sie darauf warteten, daß ich sie herunterholte und mit ihnen spielte.

Donnerstag, 15. April 2010

Nennt mich Dr. Frankenstein!

Aber bitte sprecht es Fronkenstien aus. Ja, ich bin ein Fan von "Frankenstein Junior". Ich könnte vielleicht sogar meine Haare so wild hinbekommen wie die von Gene Wilder im Film, ich bezweifle aber, daß ich den wilden Blick hinkriegen würde.
Wie auch immer.

Ich werde euch jetzt Lizzy vorstellen. Lizzy's Name kam aus dem Nirgendwo, genauso wie sie. Würdet ihr glauben, daß sie als Vogelkäfig anfing, der die falsche Größe hatte? Ich wurde gefragt, ob ich einen Vogelkäfig mit einem Vogel darin machen könnte (was tatsächlich meine Fimo"karriere" wiederaufleben ließ, die in den Babyschuhen steckengeblieben war, aber das ist eine andere Geschichte). Mein erster Versuch war zu schmal, also legte ich ihn beiseite. Wie bei vielen meiner unfertigen Projekte jedoch (ohje, das hört sich an, als hätte ich Tausende davon herumliegen, obwohl es nur ungefähr *murmel murmel* sind) schaute ich es wieder und wieder an. Ich werfe selten ein verhunztes Stück weg, weil ich mag, wie Versagen auch eine Inspiration für etwas anderes sein kann.

Je mehr ich diesen "Nicht-Käfig" ansah, um so mehr sah er für mich wie ein Rock aus. Ein Georgette-Heyer-Buch zuviel vielleicht? (Notiz: Lies deine Heyers noch einmal.) Und schließlich nahm ich mir ein Herz und fügte ein kleines Mieder und Puffärmel an. Nicht so schlecht, aber was jetzt? Auf einen Kleiderbügel aus Draht hängen? Einen Anhänger daraus machen? Ich dachte daran, einen Körper hineinzubasteln, aber ich hatte keine Idee, wie ich das machen sollte. Fimo, ja. Aber wie? Wie?

Das Kleid lag ganz schön lang auf meinem Schreibtisch, bis ich schließlich beschloß, einen Kopf zu machen. Ich fand heraus, daß ich kein großer Köpfemacher bin. Eine kleine Schweinenase, buschige Augenbrauen (ich unterschätze immer noch, wie groß ein Fitzel Fimo werden kann, wenn man ihn plattdrückt, aber ich arbeite daran), und mächtig viel Haar, aber immerhin in einem Knoten hochgesteckt. Da es erst mein dritter Versuch war, einen Kopf zu machen, fand ich aber noch, daß es ok war (fragt mich nicht nach den zwei Köpfen, die hier noch herumliegen, ich fürchte, die kann ich nicht gut verwenden ;-)
Noch mehr Zeit verging. Dann, bei einer weiteren Inspektion des Kleides, sah ich die langen Drahtenden, die immer noch aus den Ärmeln herausstanden.

Das war der Moment, in dem sich meine "Fronkenstien"-Gene zu bewegen begannen. Fimo um den Draht herum, ein Hals, ah, ihr hättet mein wahnsinniges Gelächter hören sollen. Leider gab es keine Blitze und Donner. Das wäre nett und passend gewesen.
Ich ahnte nicht, als wie schwierig sich der Prozeß erweisen würde. Für einen geübten Fimokünstler wäre es kein Problem gewesen, da bin ich mir sicher, aber für mich - oh Mann, ich kann nicht zählen, wie oft der Draht zurückschnellte, gerade wenn ich dachte, daß das Fimo jetzt gut aussah. Ich versuchte sogar, einen Pompadour zu machen, um ihre Hände beieinanderzuhalten, aber es gefiel mir nicht, wie das aussah. Den Hals für den Kopf zu machen war einfacher, aber er wurde etwas fett.
Hinein in den Ofen ging sie (es mußte der Ofen sein, kein Blitz, ihr erinnert euch?) und aus dem Ofen kam sie so.



Die Drahtfarbe schien durch das Fimo und das arme Mädchen hatte die "Ungleiche-Ellbogen-Krankheit". Ich dachte, etwas Spitze für längere Ärmel und etwas Schmuck für den Ausschnitt wären eine gute Idee, hm, und etwas, um den Rock damit zu füllen. Mehr Spitze vielleicht?
Als ich Lizzy - ich sagte euch, der Name kam aus dem Nirgendwo - meinen Onlinefreunden zeigte, bekam noch ein paar mehr Vorschläge ... und man sagte mir, an wen sie meine Freunde erinnerte. Wahrhaftig sehr lustig. Lizzy wird viel Zeit in Therapie verbringen müsen! Und ich fing vor lauter Lachen fast zu heulen an.

Heute war großer Accessoiretag. Erst machte ich eine gehäkelte Drahtstola für Lizzy. Obwohl ich den kleinsten Haken verwendete, der bei diesem Draht möglich ist, wurde sie - hm, nennen wir sie luxuriös. Sie war nicht leicht zu biegen, aber ich denke, sie ist in Ordnung, auch wenn sie das Mieder und die Ärmel verdeckt.


Dann bekam Lizzy eine einfache, kleine Kette mit einer winzigen Saatperle, die an ihr nicht so winzig aussieht, da sie selber ja nur 5 cm groß ist.


Und zuletzt füllte ich den Rock. Wenn ihr die zwei Bilder weiter oben genau anschaut, könnt ihr den roten Draht sehen, der durchscheint. Im Tageslicht sieht man ihn besser. Nun, da sie nicht mehr so leicht ist, steht sie auch besser.


Da habt ihr es. Dies ist Lizzy. Ich weiß nicht, ob sie Geschwister bekommen wird, aber ich verspreche, euch über das Thema auf dem laufenden zu halten.

Hochachtungsvoll,
Dr. Fronkenstien ;-)