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Sonntag, 19. Juli 2026

Barbies Kleiderschrank - Shift Into Knit

Ich bin keine Fashionista. Ich bin ... man könnte sagen ... eine Kleiderträgerin. Ich mag meine Kleidung bequem und in der richtigen Größe und, wenn möglich, daß sie keine Löcher oder Flecken hat (der Teil ist nicht immer einfach, wenn man Katzen hat, erst kürzlich habe ich entsetzt drei Löcher in einem meiner Kleider gefunden, nachdem meine Lady eine Schmusesitzung auf mir hatte).
Es gibt Dinge, die ich an Kleidung liebe, wie Taschen in Kleidern oder Dreiviertelärmel, aber darüber hinaus bin ich recht anspruchslos und nicht abenteuerlustig.
Das heißt nicht, daß ich gar keine Kleider anschauen mag, vor allem die, die ich niemals selber tragen könnte, des Geldes oder meiner Figur wegen, Mangel an Gelegenheit usw. Es gibt trotzdem noch Wege, Haute Couture in mein Leben zu bringen. Ich meine Barbie und ihre Freundinnen.
Ich war schon immer von Miniaturen fasziniert und Barbies vintage Outfits mit ihren winzigen Reißverschlüssen und Knöpfen und Schnallen sind unglaublich. Das ist mein "Modeleben", entweder über meine eigene kleine Sammlung oder Bilder.
(Und ja, ich weiß, daß Barbies Körper nicht natürlich ist, ich wußte das als Kind und habe nie versucht, ihr nachzueifern ... hätte ich das, wäre was schiefgelaufen).
Ich würde euch gern ab und zu einen Blick in Barbies Kleiderschrank werfen lassen.

Vielleicht fragt ihr euch, warum ich, anstatt euch in dieser neuen Hitzewelle ein leichtes und luftiges Outfit zu zeigen, in "Strick schlüpfe", nun ja, nicht ich, sondern Barbie. Keine Sorge, ihr werdet schon sehen.

Barbie hat im Moment dasselbe Problem wie ich,
daß der Ventilator ihr andauernd Haare über
das Gesicht pustet. Ich sollte sie in kochendem
Wasser "legen", um sie davon abzuhalten,
aber ich habe bei dem Wetter einfach keine Lust.

Ich wollte euch ein neues Modell vorstellen.
Dies ist eine Color Magic Barbie von 1966/67. Obwohl sie dasselbe Gesicht wie die Puppen vor ihr hat, ist der Unterschied, daß an ihrem strahlenden Haar nichts Subtiles ist.
Tatsächlich kam die Color Magic in zwei unterschiedlichen Haarfarben, genannt Golden Blond (goldblond) und Midnight Black (mitternachtschwarz).
Der Körper war der gleiche wie der eines American Girl, das heißt, sie hatte noch keine drehbare Taille, aber knickbare Beine.
Ihr Gesicht konnte eine "soft color" oder "high color" haben. Unser Modell hat ein "soft color" Gesicht, der Lippenstift und das Rouge sind heller und die Nasenlöcher nicht bemalt.

Was aber bedeutet Color Magic?
Diese Schönheiten hatten nicht nur Accessoires dabei wie ein Haarband, das zum Badeanzug paßte, Haarklammern und Bänder, sondern auch zwei Flaschen "Hair Color Changer A & B". A verwandelte Golden Blonde in Scarlet Flame und Midnight Black in Ruby Red. Es veränderte auch die Farbe des Badeanzugs und Outfits, die speziell für die Color Magic gemacht waren. B änderte die Farbe zurück. Oder nicht. Zu dumm, aber es funktionierte nicht wirklich bei Midnight Black, was Puppen, die noch schwarzes Haar haben, seltener macht. Tatsächlich konnte sich das Schwarz in Rot verwandeln, ohne daß die Lösung überhaupt angewendet wurde (ein Problem, da auch die Julia-Puppe hat, die ihr irgendwann kennenlernen werdet).
Es gibt auch eine seltene Color Magic mit platinfarbenen Haaren. Ich habe selber nie eine in echt gesehen, habe aber gelesen, daß sich ihre Haare gar nicht veränderten.

Eine Midnight Black, deren schwarzes Haar sich ein bißchen
verändert hat, eine Ex-Midnight Black, die komplett einer
Ruby Red wurde, und die Golden Blonde aus diesem Post.

Unsere Golden Blonde trägt "Shift Into Knit".
 

Ich glaube nicht, daß Barbie in diesem ärmellosen Strickminikleid zu sehr schwitzen wird (übrigens auch so ein in der Tat existierendes Problem von vintage Puppen), das als #1478 von 1969 bis 1970 produziert wurde.

Es hat ein hellrotorangefarbenes Oberteil (wer erinnert sich noch an die alten Telefone in "hellrotorange"?), das, wie ich finde, toll zum Haar paßt - und einen dunkelblauen Rockteil. Als Accessoires gehören dazu ein goldener Kettengürtel, der in einer goldenen Scheibe endet, und ein Fransenschal.
Es war zu heiß dafür, ihn um den Hals zu wickeln, ich könnte mir sogar vorstellen, daß Barbie ihn tagsüber als Haarband benutzt, weil sie ihr originales nicht mehr hat.


Die Schuhe, die ursprünglich mit dem Outfit kamen, waren entweder klobige rote Pilgrim- oder rote Schleifenschuhe. Leider habe ich im Moment weder die einen noch die anderen, also habe ich Barbie ein Paar moderne rote Pumps gegeben.
Der Schal und der Gürtel sind etwas schwieriger zu finden als das Kleid selber. Kleiner Zubehörteile - wie Schuhe! - sind einfach viel leichter verlorengegangen
.

Seid ihr alt genug, um euch an Kleider wie diese zu erinnern?



Um das klarzustellen, ich habe zwar den Puppenständer aus den Bildern entfernt, aber nichts am Outfit geändert.

Barbie ist ein eingetragenes Warenzeichen. Ich bin in keiner Weise mit Mattel verbunden.


Quellen (überwiegend englischsprachig):

1. Sibyl DeWein und Joan Ashabraner: The Collector's Encyclopedia of Barbie Dolls and Collectibles. Paducah, KY, Collector Books, 1994
2. 
Sarah Sink Eames: Barbie Doll Fashion, Vol. II, 1968 - 1974. Paducah, KY, Collector Books, 1997
3. Color Magic Barbies 1966 - 1967. Auf: My Vintage Barbies
4. Iris Schmid: Color Magic Barbie #1150 1966, 1967. Auf: Vintage und Mod Barbies in Deutschland, Europa und weltweit 2 (deutsch, sehr informativer Post!)


Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.

Dienstag, 21. April 2026

Barbies Kleiderschrank - Orange Blossom

Ich bin keine Fashionista. Ich bin ... man könnte sagen ... eine Kleiderträgerin. Ich mag meine Kleidung bequem und in der richtigen Größe und, wenn möglich, daß sie keine Löcher oder Flecken hat (der Teil ist nicht immer einfach, wenn man Katzen hat, erst kürzlich habe ich entsetzt drei Löcher in einem meiner Kleider gefunden, nachdem meine Lady eine Schmusesitzung auf mir hatte).
Es gibt Dinge, die ich an Kleidung liebe, wie Taschen in Kleidern oder Dreiviertelärmel, aber darüber hinaus bin ich recht anspruchslos und nicht abenteuerlustig.
Das heißt nicht, daß ich gar keine Kleider anschauen mag, vor allem die, die ich niemals selber tragen könnte, des Geldes oder meiner Figur wegen, Mangel an Gelegenheit usw. Es gibt trotzdem noch Wege, Haute Couture in mein Leben zu bringen. Ich meine Barbie und ihre Freundinnen.
Ich war schon immer von Miniaturen fasziniert (siehe meinen Post vom Sonntag) und Barbies vintage Outfits mit ihren winzigen Reißverschlüssen und Knöpfen und Schnallen sind unglaublich. Das ist mein "Modeleben", entweder über meine eigene kleine Sammlung oder Bilder.
(Und ja, ich weiß, daß Barbies Körper nicht natürlich ist, ich wußte das als Kind und habe nie versucht, ihr nachzueifern ... hätte ich das, wäre was schiefgelaufen).
Ich würde euch gern ab und zu einen Blick in Barbies Kleiderschrank werfen lassen.

Ich weiß, daß es schon über ein halbes Jahr her ist, daß Barbies Kleiderschrank aufgegangen ist. Das war buchstäblich, weil mir nicht danach war, ihn zu öffnen - den Puppenschrank meine ich, nicht den Kleiderschrank.
Ich bewundere immer, wieviele Bilder andere von ihren Puppen machen, während ich immer fürchte, alles umzuwerfen, aber hier sind wir nun, mit einem hübschen klassischen Outfit, das einfach perfekt für den Frühling ist. Es heißt "Orange Blossom", ein sehr passender Name, wie ihr sehen werdet.


Laßt mich zunächst unser heutiges Modell vorstellen.
Sie ist eine Bubblecut aus den frühen 60ern und es ist leicht zu erkennen, woher der Name kommt.

Bubblecut Barbies (1961 to 1967) gehören zu meinen Lieblingsmodellen, weil sie gleich aussehen. Es gab sie mit verschiedenen Haarfarben, der "Bubble" konnte fester und enganliegender sein oder echt groß, was nicht nur von der Haarlänge abhängt, sondern manchmal auch daran, wie sie eingezogen wurden. Es konnte Unterschiede bei Lippenstift und Nagellack oder sogar bei der Augenfarbe geben. Manche von ihnen haben eine seltene Haarfarbe - wie die "Brownette", ein helleres Braun - oder Lippenfarbe - wie die White Ginger. Es gab sogar Puppen mit einem Seitenscheitel (ob es ein "echter" ist, erkennt man sicher nur am gekreuzten Haareinzug), sie sind gefragt, weil sie nur in Europa und Kanada verkauft wurden. Manche von ihnen haben im Gegensatz zur Standard-Bubblecut sogar knickbare Beine.
Die weißen Lippen unseres Modells deuten darauf hin, daß es sich um eine "Platinum Blonde" handelt. Ich weiß, daß sich das seltsam anhört, aber Haarfarben von Barbies konnten sich durch Oxidation verändern (erinnert ihr euch, daß ich die Diskussion über rothaarige TNTs erwähnt hatte?). Und Lippenfarben ebenso. Die rosa Lippen der platinblonden Bubblecut konnten weiß werden und das Haar dunkler.

Vielleicht habt ihr bemerkt, daß die Ohrring
fehlen. Obwohl es nicht die originalen waren, die
eine Bubblecut hatte, bin ich kein Risiko
eingegangen, um die Gefahr der grünen Ohren
zu vermeiden, und habe sie entfernt.

Nun zu "Orange Blossom".
Man sieht es oft an Barbies Freundin Midge, weil es ein Brautjungfernkleid ist und wir wissen, daß Barbie wunderschöne Hochzeitskleider hatte (sogar schon bevor es Ken gab!).
Tja, in diesem Fall ist Barbie mal die Brautjungfer.


Barbie trägt ein schulterfreies gelbes Etuikleid und ein hübsches Überkleid mit ausgestelltem Rock aus weißer Spitze.
Die weißen Handschuhe gab es je nach Jahr in zwei Längen. Hier hat Barbie die kurzen gewählt.
Ihre Schuhe sind offene weiße Pantoletten mit Absatz.
Der Hut ist ein gelbes Haarband mit Tüll.
Keine Brautjungfer ohne Bouquet. Das hier hat weiße und gelbe Bänder, die zum Outfit passen.

Obwohl die Perlenkette die perfekte Ergänzung zu sein scheint, gehört sie eigentlich nicht zum Outfit. Erinnert ihr euch, daß ich im Post über das Modell "Midnight Blue" geschrieben habe "
Ich bin mir ziemlich sicher, daß ich eine Kette habe, sie aber von einer anderen Puppe getragen wird." Nun, jetzt wissen wir wohl, wer sie hat. Sie hat sich auch geweigert, sie zurückzugeben (das heißt, der Haken ging nicht auf und es war so spät, als ich diese Bilder macht, daß mir nicht nach Herumpusseln war)!

Auf einer Seite hat sich die Autorin gewundert, warum der Name für dieses Outfit "Orange Blossom" und nicht "Lemon Blossom" ist.
Ich habe auf einer Gartenseite gelesen, daß Zitronenblüten auf der Rückseite der Blütenblätter lila sind, Orangenblüten jedoch nicht, also finde ich tatsächlich, daß der Name wunderbar paßt.


Von Alexander Hardin - Eigenes Werk, CC BY 3.0,
über Wikimedia Commons
 
Es gibt übrigens ein hübsches Blumenmädchenoutfit für Skipper, das dazu paßt. Natürlich wurde es für ein Mädchen angepaßt, aber es ist aus demselben gelben Stoff und weißer Spitze.
Ich habe es selber nicht, aber ihr könnt es euch hier anschauen.

"Orange Blossom" wurde von 1961 bis 1964 unter der Nummer 987 hergestellt. Das Outfit ist nicht so schwer zu finden, obwohl der Hut fehlen kann. Ich weiß das, denn ich habe es zweimal (beide von einer Bubblecut getragen, um Midge eine Pause von der Brautjungfernpflicht zu gönnen), einmal mit den kurzen Handschuhen (1961/62) und einmal mit den langen (1963/64), aber in der Tat fehlt ein Hut und außerdem trägt eine der Damen geschlossene Pumps (die ich soviel eleganter als die offenen finde).

Gundel hat sich gefragt, warum ich diese Bilder
mitten in der Nacht gemacht habe, wenn dies doch
nach Frühlings- oder Sommerhochzeit schreit ...

Um das klarzustellen, ich habe zwar den Puppenständer aus den Bildern entfernt, aber nichts am Outfit geändert.

Barbie ist ein eingetragenes Warenzeichen. Ich bin in keiner Weise mit Mattel verbunden.


Quellen (englischsprachig):

1. Sibyl DeWein und Joan Ashabraner: The Collector's Encyclopedia of Barbie Dolls and Collectibles. Paducah, KY, Collector Books, 1994
2. Sarah Sink Eames: Barbie Doll Fashion, Vol. II, 1968 - 1974. Paducah, KY, Collector Books, 1997

3. Vintage Barbie Orange Blossom. Auf: Fashion Doll Guide
4. Vintage Barbie Bubblecut Dolls. Auf: Fashion Doll Guide
5. Bubble Cut Barbies 1961 to 1967. Auf: My Vintage Barbies


Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.

Samstag, 20. September 2025

Barbies Kleiderschrank - Patio Party

Ich bin keine Fashionista. Ich bin ... man könnte sagen ... eine Kleiderträgerin. Ich mag meine Kleidung bequem und in der richtigen Größe und, wenn möglich, daß sie keine Löcher oder Flecken hat (der Teil ist nicht immer einfach, wenn man Katzen hat).
Es gibt Dinge, die ich an Kleidung liebe, wie Taschen in Kleidern oder Dreiviertelärmel, aber darüber hinaus bin ich recht anspruchslos und nicht abenteuerlustig.
Das heißt nicht, daß ich gar keine Kleider anschauen mag, vor allem die, die ich niemals selber tragen könnte, des Geldes oder meiner Figur wegen, Mangel an Gelegenheit usw. Es gibt trotzdem noch Wege, Haute Couture in mein Leben zu bringen. Ich meine Barbie und ihre Freundinnen.
Ich war schon immer von Miniaturen fasziniert und Barbies vintage Outfits mit ihren winzigen Reißverschlüssen und Knöpfen und Schnallen sind unglaublich. Das ist mein "Modeleben", entweder über meine eigene kleine Sammlung oder Bilder.
(Und ja, ich weiß, daß Barbies Körper nicht natürlich ist, ich wußte das als Kind und habe nie versucht, ihr nachzueifern ... hätte ich das, wäre was schiefgelaufen).
Ich würde euch gern ab und zu einen Blick in Barbies Kleiderschrank werfen lassen.

Heute machen wir eine kleine Reise in die Mod-Ära. Tatsächlich kommen diesmal sowohl unser Model als auch ihr Outfit aus denselbem Zeitraum, nämlich 1967 - 1968.


Seid ihr bereit für eine Party? Diese hübsche (nicht so junge) Dame ist es.
Sie ist eine TNT Barbie mit tizianrotem Haar. TNT steht für Twist'n'Turn, das 
bedeutete, daß sie nicht nur den Kopf hin und her drehen konnte, sondern auch ihre Taille (wie ihre britische Freundin Stacey, über die ich kürzlich geschrieben habe.). Sie hatte außerdem knickbare Beine.
Ihr glattes Haar mit dem unregelmäßigen Schnitt und dem Pony kam in vier Farben - "Chocolate Bon-Bon" (dunkelbrünett), "Sun Kissed" (hellblond), Go Go Co Co (braun/brünett) und "Summer Sand" (aschblond). Das Tizianrot ist keine offizielle Farbe und taucht nicht so oft auf. Es wird immer noch diskutiert, ob es ein paar echte Rothaarige gibt oder ob das immer das Ergebnis von Oxidation ist.

Barbie zeigt uns ein fabelhaftes Mod-Outfit namens "Patio Party".
Mod-Designer wußten echt, wie man Farben kombiniert.



Barbie trägt einen Nylon-Jumpsuit in einem Multicolor-Paisley-Blumen-Print mit sehr weiten Palazzohosenbeinen.
Das Überkleid mit den asymmetrisch verteilten Farben ist aus einem mitternachtsblauen und einem kontrastierenden leuchtendgrünen Satin.
Ich habe dies für sie zum Tragen ausgesucht, weil ich finde, daß es großartig zu ihrem roten Haar paßt.
Die Pumps greifen das Blau aus dem Jumpsuit und dem Überkleid auf.
Dieses sogenannte Hostess-Ensemble ist in der Tradition von älteren mit dem Unterschied der weiten Hosenbeine und natürlich der Farben.


Das einzige Accessoire ist ein Paar verrückter Ohrringe. Obwohl das Outfit selber - als #1693 produziert - eins der 1600er Modelle ist, das man leichter finden kann, gilt das für die Ohrringe nicht. Sie können durch Reproduktionen ersetzt werden.
Ich bekam dieses Outfit allerdings von der ursprünglichen Eigentümerin, komplett mit Ohrringen. Wenn man bedenkt, wie klein und einfach zu verlieren sie sind, ist es unglaublich für mich, daß sie sie noch hatte!



Wenn ihr euch aber fragt, warum Barbie sie nicht trägt, laßt mich schnell den Fluch des grünen Ohrs ansprechen. Das mag sich ja wie der Titel für einen meiner frühen Stummhorrorfilme anhören (oder auch ein Buch der drei ???), aber es ist nur stummer Horror.
Das Vinyl der Puppen kann mit dem Metall der Ohrringe reagieren und das Grün kann sich echt ausbreiten. Besser kein Risiko eingehen, da es durchaus möglich ist, daß man es nicht wieder los wird!
Aber selbst ohne die Ohrringe ist das so ein cooles Outfit, um es auf einer Terrassenparty zu tragen.


Um das klarzustellen, ich habe zwar den Puppenständer aus dem Bild entfernt, aber nichts am Outfit geändert.

Barbie ist ein eingetragenes Warenzeichen. Ich bin in keiner Weise mit Mattel verbunden.

Quellen (englischsprachig):

1. Sibyl DeWein und Joan Ashabraner: The Collector's Encyclopedia of Barbie Dolls and Collectibles. Paducah, KY, Collector Books, 1994
2. Sarah Sink Eames: Barbie Doll Fashion, Vol. II, 1968 - 1974. Paducah, KY, Collector Books, 1997
3. Vintage Barbie Patio Party. Auf: Fashion Doll Guide
4. Vintage Twist'n'Turn Barbie Doll. Auf: Fashion Doll Guide



Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.

Montag, 25. August 2025

Barbies Kleiderschrank - Midnight Blue

Ich bin keine Fashionista. Ich bin ... man könnte sagen ... eine Kleiderträgerin. Ich mag meine Kleidung bequem und in der richtigen Größe und, wenn möglich, daß sie keine Löcher oder Flecken hat (der Teil ist nicht immer einfach, wenn man Katzen hat).
Es gibt Dinge, die ich an Kleidung liebe, wie Taschen in Kleidern oder Dreiviertelärmel, aber darüber hinaus bin ich recht anspruchslos und nicht abenteuerlustig.
Das heißt nicht, daß ich gar keine Kleider anschauen mag, vor allem die, die ich niemals selber tragen könnte, des Geldes oder meiner Figur wegen, Mangel an Gelegenheit usw. Es gibt trotzdem noch Wege, Haute Couture in mein Leben zu bringen. Ich meine Barbie und ihre Freundinnen.
Ich war schon immer von Miniaturen fasziniert und Barbies vintage Outfits mit ihren winzigen Reißverschlüssen und Knöpfen und Schnallen sind unglaublich. Das ist mein "Modeleben", entweder über meine eigene kleine Sammlung oder Bilder.
(Und ja, ich weiß, daß Barbies Körper nicht natürlich ist, ich wußte das als Kind und habe nie versucht, ihr nachzueifern ... hätte ich das, wäre was schiefgelaufen).
Ich würde euch gern ab und zu einen Blick in Barbies Kleiderschrank werfen lassen.

1965 war ein ausgezeichnetes Jahr. Ich sollte das wissen, denn ich bin 1965 geboren, definitiv ein Zeichen von Qualität.


1965 war auch das Jahr, in dem die erste American Girl Barbie auftauchte, unser Modell von heute ist allerdings von 1966. Ich wünschte mir ernsthaft, ich wäre so gut gealtert wie sie.

Heute präsentiert sie ein Ensemble namens
 "Midnight Blue".


Das elegante Kleid hat eine trägerlose Korsage aus silbernem Lamé und einen vollen mitternachtsblauen Satinrock.
Es wird unter einem weiten Satincape in derselben Farbe getragen, das genau wie der große Kunstpelzkragen in weißem Satin gefüttert ist.


Gewöhnlich wird das Ensemble durch lange weiße Handschuhe, offene blaue Schuhe mit Absatz, ein silbernes Abendtäschchen und eine weiße Perlenkette vervollständigt.
Leider war diese Präsentation so spontan, daß wir das Täschchen und die Halskette nicht finden konnten. Okay, ihr habt mich erwischt. Ich habe nur das goldene Täschchen und das hätte nicht gepaßt. Ich bin mir ziemlich sicher, daß ich eine Kette habe, sie aber von einer anderen Puppe getragen wird.
Und wenn ich schon am Gestehen bin, einer der Handschuhe ist ein Ersatz (der zu groß ist, was ich gerade erst wieder bemerkt habt, ich muß ihr wirklich einen ordentlichen besorgen), und der Satin hat auf der Rückseite einen kleinen Wasserschaden.
Tatsache ist, daß "Midnight Blue" ein schwer zu findendes Outfit ist und die Preise dementsprechend hoch sind. Ich hatte Glück, das hier zu finden und im Display sieht es doch wunderschön aus, findet ihr nicht? Um das klarzustellen, ich habe zwar den Puppenständer aus dem Bild entfernt, aber nichts am Outfit geändert.

 
"Midnight Blue" ist eins der schwer erhältlichen 1600er Modelle und wurde nur 1965 als #1617 hergestellt (hab ich's nicht gesagt?).
Es war nicht ungewöhnlich, daß es in anderen Ländern, zum Beispiel Japan oder Europa, Farbvariationen gab, aber das heißt nicht, daß die dann einfacher zu bekommen sind. In diesem Fall gibt es ein anderes Blau (manche sagen, die Farbe entsteht durch Ausbleichen im Sonnenlicht, andere sagen, es ist eine Variation), aber auch ein "Midnight Pink" und "Midnight Red" (so von Sammlern genannt, nicht weil der Name Sinn ergeben würde, sondern er das Design leicht identifiziert).
Ich hätte gern beide, aber das rote noch mehr als das rosafarbene.


Ich fand immer, daß dies das perfekte Outfit für die Oper wäre - vielleicht "Die Zauberflöte", schließlich sieht sie selber wie eine "Königin der Nacht" aus!

Barbie ist ein eingetragenes Warenzeichen. Ich bin in keiner Weise mit Mattel verbunden.


Quellen (englischsprachig):

1. Sibyl DeWein und Joan Ashabraner: The Collector's Encyclopedia of Barbie Dolls and Collectibles. Paducah, KY, Collector Books, 1994
2. Sarah Sink Eames: Barbie Doll Fashion, Vol. I, 1959 - 1967. Paducah, KY, Collector Books, 1994
3. Vintage Barbie Midnight Blue. Auf: Fashion Doll Guide
4. Vintage American Girl Barbie Dolls 1965 - 1966. Auf: Fashion Doll Guide

Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.

Donnerstag, 20. Juli 2023

Nostalgie - Midge oder Der Anfang

Vor einigen Jahren, als ich noch die "Fundstücke der Woche" machte, hatte ich ein paar davon "Ich bin eine Sammlerin" genannt und darin Vintagestücke gezeigt. Im Laufe der Zeit sind meine Sammlungen größtenteils nicht mehr gewachsen, aus verschiedenen Gründen, aber sie sind noch da und immer noch geliebt. Ich habe auch einzelne Vintagestücke, die zu keiner bestimmten Sammlung gehören, manche geerbt, manche geschenkt, manche von Flohmärkten, manche interessanter als andere. Ich dachte also, es könnte Spaß machen, immer mal wieder welche davon zu zeigen und ihre Geschichte zu erzählen.

Sammelt ihr und könnt ihr genau sagen, wann und wie eure Sammlung/en angefangen haben? Ich schätze mal, daß ihr es könnt.
Auch wenn das Erwerben und Besitzen eines neuen Stücks aufregend ist, noch mehr wenn es etwas ist, nachdem man lang gesucht hat, ist da außerdem noch der Nervenkitzeln der Jagd. Man kann ein wilder Jäger wie mein Ex sein oder man kann entspannter an die Sache herangehen, so wie ich es getan habe, schlicht weil ich nicht so schnell laufen kann ode auch nicht groß genug bin, um alles um mich herum mit einem Blick aufzunehmen.
Ich mag auf Flohmärkten nicht soviel wie er gefunden haben, aber das machte jeden gute Fund um so besonderer.

Meine Barbiesammlung fing mit einem solchen guten Fund an und es war reines Glück.
Als Kind hatte ich eine TNT Stacey mit platinfarbenen Haaren, ihre Geschichte habe ich schon vor langer Zeit erzählt. Wie meine Schwestern zu Weihnachten Mattelpuppen bekamen und ich als Fünfjährige solange jammerte, bis ich auch eine bekam. Wie ich Bibliothek mit ihr spielte und sie so sehr liebte, daß sie schon sehr lang in recht trauriger Verfassung ist.
Es ist auch Jahre her, daß ich die Geschichte des Billy Boy Barbie-Buchs erzählt habe, das meine Schwester bekam, und wie meine Faszination mit Barbies auf völlig neue Art wieder angefacht wurde. Was kann ich sagen, ich kann winzigen Reißverschlüssen und Knöpfen einfach nicht widerstehen. Und ich habe erwähnt, daß ich eine Midge-Puppe fand.

Ich werde diesen Moment nie vergessen, tatsächlich könnte ich auch fast genau die Stelle auf dem Uni-Flohmarkt zeigen (wo übrigens auch die Steiffsammlung anfing, vielleicht Thema für ein anderes Mal). Nur dank des Billy Boy-Buchs wußte ich, daß die Puppe in dem Karton (nicht ihre eigene Schachtel, sondern eine große) eine "BL" (bendable leg = knickbare Beine Midge, seltener als ihre Vorgängerin mit den geraden Beinen (SL = straight leg), war. War sie in perfektem Zustand? Nein. War ich trotzdem aufgeregt. Ohja, das war ich. Quietschte ich beinahe, als der Verkäufer mir auf meine Frage antwortete, daß sie 4 DM kostetet? Da könnt ihr drauf wetten!
So klar mir das auch im Gedächtnis ist, fehlt mir doch jegliche Erinnerung an das, was sie trug, aber ich denke, es war wahrscheinlich ein Badeanzug, wenn auch nicht unbedingt ihrer. Ich nehme an, ich war so auf ihr Gesicht und ihre Haare fixiert und darauf, daß ich sie identifizieren konnte, daß das Outfit egal war. Das änderte sich natürlich sehr während meiner Sammlerkarriere, als ich immer mehr aus meinen Büchern lernte.

Midge, Barbies beste Freundin, kam ein paar Jahre nach Barbie heraus, 1962, um genau zu sein. Damals konnte man nur die Arme und Beine an den Schultern und Hüften bewegen.
1965 und 1966 bekam Midge nicht nur knickbare Beine, ihre Frisur änderte sich auch von einer festen Außen- hin zu einer lockeren Innenrolle. Es gab sie in drei Haarfarben, blond, tizian und das Brünett meiner Puppe.

Meine Midge hat ihr Haarband verloren, das ihr volles Pony zusammengehalten hätte, sie hat außerdem eine dunkleres Gesicht (und die derzeitige Hitzewelle hat ihr wieder mal klebrige Arme beschert, die gesäubert und gepudert werden müssen), aber für ihr Alter - das dasselbe wie meines sein könnte, falls sie die erste Ausgabe ist - sieht sie immer noch sehr gut aus, auf jeden Fall besser als ich. Kein graues Haar an ihr! ;-)
Ich zögerte nicht, sie in Dinner At Eight zum stecken, obwohl es etwas älter als sie ist (1964). Vielleicht hat sie den hübschen kakifarbenen Hausanzug mit dem luftig aussehenden Übermantel in Burnt Orange mit goldmetallic Fäden ja von ihrer besten Freundin Barbie ausgeliehen, wer weiß? Ich finde einfach, daß das Orange so gut zu ihren Haaren paßt - und den Haaren einer brünetten SL Midge in meinem Besitz, die das gleiche Outfit trägt.


Als ich Midge heimbrachte, war mir nicht einmal klar, daß genau da der erste Stein zu meiner Sammlung von vintage Barbies gelegt worden war.
Mein nächster Glücksfund nicht lang danach machte es mir unmöglich aufzuhören ...

Samstag, 24. April 2021

Sind es die 80er? Teil 2

Willkommen zurück bei Barbies Modeschau!
Gestern habe ich euch ein wenig über sie und ihre Kleider erzählt, heute geht es allein um ihre Accessoires.

Wie üblich habe ich zuerst mit den Schuhen angefangen. Ich wußte nicht, was da auf mich zukommt ...
Funtime Barbie hat ziemlich lange, aber sehr schmale Füße. Lange Füße kann ich nachvollziehen, meine sind es auch, aber ich wurde beinahe eifersüchtig, weil sie so schmal sind. Das hielt nicht sehr lang an. Es scheint, daß sie genauso viele Probleme wie ich hat, Schuhe zu finden, die ihr passen.

Ihr könnt das hier nicht so gut sehen, aber Barbie war für spaßige Zeiten auf sehr hohen Stöckelschuhen gemacht, scheint es. Ich hätte wahrscheinlich ein Vergleichsbild mit einer der anderen machen sollen, vielleicht mache ich das irgendwann noch. Bis jetzt hatte ich nur mit einem Paar "Hochhacken-Füße" gearbeitet, das erste Mals, als ich ein Puppenoutfit für meine Flapper Barbie aus Perlen gefädelt habe, und für die bekam ich ein Paar Mattel-Schuhe von meiner Schwester, die gut dazupaßten. Erst danach fing ich damit an, auch die Schuhe aus Perlen zu machen, einfach weil ich für meine Supersize Flapper Christie keine finden konnte, nun ja, tatsächlich waren die aus Draht mit Perlen gestrickt und gehäkelt, und sie hat im Vergleich zu Funtime Barbie recht flache Füße.
Ich probierte ein Paar mit Stöckeln, aber mein Plan haute um ein paar Millimeter nicht hin - ich werde euch wissen lassen, falls es jemals klappt - und mir gefiel die Vorstellung von Slippern oder Turnschuhen ohnehin besser.
Kein Witz, es brauchte sechs Versuche. Ich war kurz davor, es mit Grimms Aschenputtel zu halten und ihre Zehen abzuschneiden  (Rucke di guck, Blut ist im Schuck ... wißt ihr, was ich meine? Übrigens, in meinem Märchenbuch heißt das schon Rucke di guh, Blut ist im Schuh - wieder was dazugelernt)!
Schließlich aber schaffte ich es. Ich lasse mich doch nicht von einem Paar winziger Schuhe schlagen. Ha! Ihr fragt euch vielleicht, wo das Problem lag, weil sie an die erinnern, die Francie Dietrich trägt, sie waren aber viiiel einfacher an Francies flache Füße anzupassen.
Wäre ich nicht so kaputt gewesen, hätte ich wahrscheinlich versucht, Schnürsenkel für die Schuhe zu machen, aber ich hatte Angst, daß ich alles wieder verderben würde, nachdem ich den Feind doch nun endlich geschlagen hatte!
Oh, und ein P.S., ignoriert die "Pin Pricks", vintage Barbie haben die gern mal in ihren Beinen.




Nun zu Barbies Haaren.
Ich habe euch erzählt, daß Funtime Barbie ursprünglich Rattenschwänze hatte. Sie hatte an manchen Stellen eine Menge Haar, und ich glaube, ich wusch, kämmte und schnitt ihr Haar einen ganzen Tag lang,  außerdem zog ich ein paar ganz aus, um die Haare dazu zu kriegen, daß sie anlagen. Sagen wir es mal so, am Ende sah ihr Haar nett aus und nicht einmal schief, aber flach lag es nicht. Das Problem war nicht neu, tatsächlich hatte ich Draht benutzt, um ihr einen Pferdeschwanz zu machen, als sie noch das Drahtkleid trug.
Wie wäre es also mit einem Hut? In meinem Überraschungsperlenmix war dieses schöne dunkle Rot gewesen, das gut zu Rosa passen würde.
Ich hatte in den 80ern zwei Hüte mit Kräuselkrempe. Sie kosteten 2 DM das Stück und ich liebte sie. Dann beschloß ein Freund, daß er einen davon haben mußte, er sah so witzig damit aus, daß ich nicht nein sagen konnte, und ich hatte ja sowieso nur einen Kopf ;-)
Der Unterschied zwischen meinem Hut - aus Hanf gemacht, glaube ich - und Barbies war, daß meiner kein Hutband und außerdem eine gerundete Krone statt einer flachen hatte, außerdem war er aus einem helleren Rot.
Übrigens, das Haar sieht hinten nur deshalb schief aus, weil eine Strähne in einer der gekräuselten Stellen steckt.


Wenn ihr mich schon eine Weile kennt, wißt ihr, daß ich eigentlich nicht angebe, aber ich bin wirklich, wirklich stolz auf Barbies Sonnenbrille. Sie ist nicht perfekt, aber ich bin froh, daß ich die Idee hatte und es hinbekommen habe. Ganz allein hätte ich es nicht geschafft, als ich nach einer Idee dafür, was ich für die Gläser benutzen konnte, suchte, hatte meine Schwester sofort die richtige - Filmnegative!
Ich suchte mir eines vom Ende des Films aus, auf dem fast nichts war, schnitt zwei Stücke aus, klebte sie auf das Drahtgestell - dessen Bügel übrigens wirklich um die Ohren liegen, um die Brille an Ort und Stelle zu halten - und schnitt alles außenherum ab.
Das ist definitiv etwas, mit dem ich noch weiter herumexperimen-tieren muß!

Barbie könnte ihre Brille auch absetzen und in ihre Tasche stecken. Ich bin mir fast sicher, daß die Tasche "gewoben" ist, auch wenn ich es nicht ganz festnageln kann, warum sie so für mich aussieht, wahrscheinlich ist es eine Erinnerung irgendwo hinten in meinem Gehirn.
Schaut, sie hat sogar ihre Lieblingsanhänger drangemacht.


Ihr wißt, daß meine Puppen nicht ohne wenigstens ein kleines Schmuckstück können, oft ein Armband, einen Choker oder eine Halskette. Eine Halskette hätte in diesem Fall wegen der Träger nicht gut ausgesehen, also trägt Barbie nur ein süßes kleines Armband. Alles andere wäre zuviel gewesen.


Mir ist gerade aufgefallen, daß ich gar nichts über die Perlentechnik gesagt habe, die ich benutzt habe. Diesmal sind nur die Schuhe eine Mischung aus Herringbone und Peyote, alles andere ist in Peyote gearbeitet.

Nun, wir kommen zum Ende.
Danke, wenn ihr durchgehalten habt, ich hoffe, euch hat gefallen, was ihr gesehen habt, und daß ihr auf das nächste Puppenprojekt freut. Ich schon!


Barbie ist ein eingetragenes Warenzeichen von Mattel, Inc. Ich bin in keiner Weise mit Mattel verbunden.

Freitag, 23. April 2021

Sind es die 80er? Teil 1


Der heutige Post gab mir die Chance, wieder mal eines meiner Barbie-Bücher herauszuholen. Ich habe sie schon lang nicht mehr durchgeblättert und ich fürchte, ich habe eine Menge vergessen, obowhl ich früher meist alle Accessoires, die zu einem Outfit gehörten, aufzählen konnte, die Namen und manchmal sogar die Nummern wußte.
Heute erzähle ich euch erstmal von der heutigen Barbie-Puppe *Seiten umblätternd* Sie ist Funtime Barbie #7192 von 1975/76, die es nur auf dem europäischen Markt gab, hergestellt in Korea, wie die Markierungen auf ihrem Hintern zeigen würden, wenn ich denn ein Bild gemacht hätte. Ihre blonden Haaren waren zu Rattenschwänzen gebunden, sie hat eine bewegliche Taille und Knickbeine.


Aus dem Buch "The Collectors Encyclopedia of Barbie Dolls and Collectibles" von Sibyl DeWein und Joan Ashabraner

Hier mußte sie sich vor Jahren einem kleinen Drahthäkelexperiment unterziehen, einem orangefarbenen Minikleid mit Samt darunter. War es hübsch? Nicht wirklich, obwohl sie sich nie beschwert hat. Es war einer meiner sehr frühen Versuche, bereit dafür, zerschnitten zu werden, als ich also eine ganze Ladung übriger rosaner Delica-Perlen hatte, war sie die erste in der Schlange für ein neues Outfit. Sie hat es dafür verdient, daß sie so lang so geduldig war ... und dafür, daß sie eine Art Muster auf ihren Beinen erlitt, das vom Draht herrührt.

Um dies Stellen zu verstecken, beschloß ich, Barbie einen engen, fast knielangen Bleistiftrock zu verpassen (ich war wild entschlossen, all die Perlenreste aufzubrauchen!), hinten mit einem Gehschlitz. Als ich so darüber nachdachte, wußte ich auch, was mich inspiriert hatte. In den 80ern hatte ich - und ich war nicht die einzige - Stretchdenim-Röcke wie diesen gehabt, kürzere, aber auch einen schwarzen, der bis zu den Knöcheln ging. Ich liebte diesen Rock, selbst wenn ich kaum darin laufen konnte *lol*
Ich trug auch dasselbe Rosa, nur als Blazer, obwohl es nie meine Lieblingsfarbe war, aber der Blazer hatte die besten Taschen, die beste Länge - in den 80ern konnten Blazer riesig sein und ich spreche nicht nur über die Schulterpolster - und er war im Angebot UND meine Größe!
Ganz offensichtlich dehnt sich Barbies Rock nicht, armes Mädchen, sie kann darin nicht mal richtig sitzen. Probleme einer Modepuppe ...


Was für ein Top sollte ich nun für sie machen?
Ich wollte einen frischen Look. Zuerst dachte ich an etwas Kurzes und Figurnahes, aber dann kam meine Inspiration von den luftigen und losen Strick- oder Häkelpullis, den jemand, den ich kenne, damals gerne trug. Zugegeben, diese ärmellosen Sommerpullis hatten gewöhnlich ein Lochmuster, aber ich war mir nicht so sicher, daß ich das hinbekommen hätte, stattdessen wählte ich also ein sommerliches Rosa und Weiß.
Es ist komisch, wie das, was ihr in Perlen seht, sich vor meinem inneren Auge wie das "echte" Stück darstellt. Ich kann fast spürgen, wie eine Sommerbrise durch diesen Pulli geht.
Um ihm ein kleines Extra zu geben, machte ich eine Art Schlüssellochausschnitt, indem ich die Träger an ihrem Hals überkreuzte.


Soweit so gut.
Als nächstes waren die Accessoires dran und wie gewöhnlich freute ich mich besonders darauf, sie zu machen. Ich weiß vorher nie, was ich genau machen werde, und diesmal hatte ich wirklich Spaß damit, etwas Neues auszuprobieren!
Ich will diesen Post nicht zu lang machen, aber ich hoffe, ihr seid morgen wieder für Teil 2 dabei, mit einem genaueren Blick auf die Accessoires :-)

Barbie ist ein eingetragenes Warenzeichen von Mattel, Inc. Ich bin in keiner Weise mit Mattel verbunden.

Samstag, 5. September 2020

Ein neues Outfit für Francie

Dies ist die Geschichte von Francie, die vor Monaten als Geschenk aus den USA kam (Warnung: es wird ein langer Post). Ich habe nicht so viele Francie-Outfits, die nicht schon von anderen Puppen getragen werden, und überdies hat dieses Mädchen, wie ihr sehen könnt, ein größeres Problem mit ihren Knien.


Diese spezielle Puppe ist eine Bendable Leg Francie, aber es wird euch nicht überraschen zu hören, daß sie den Knick nicht mehr halten kann. Es sieht eher danach aus, daß sie ihre Beine zu often knicken mußte, tatsächlich hat ein Bein auch Risse auf der Rückseite, und ich war etwas besorgt, daß es mir während der Arbeit an ihr abbrechen würde.
Gewöhnlich würde man eine Puppe wie sie als Körperteilspender nutzen oder versuchen, einen Spender für sie zu bekommen, aber ich fand, ich sollte ihr stattdessen für alles, was sie offensichtlich durchmachen mußte - Kinder können so hart mit ihren Puppen umgehen, ich sollte das wissen, wenn ich mir so meine eigene Stacey anschaue - ein Outfit machen, das ihre Knie versteckt.
Als erstes wusch ich den Schmutz der Jahre ab, hauptsächlich von ihren Beinen. Es war eine Überraschung, daß der Rest ihres Körpers und der Kopf im Vergleich noch ganz gut aussahen, und ihr Gesicht war schön und die eingezogenen Wimpern immer noch perfekt voll.

Ich fing mit dem Jumpsuit genauso an wie mit dem letzten Kleid, das ich gemacht habe, mit einem Mieder, das in Herringbone-Technik gefädelt wurde. Der ursprüngliche Plan war gewesen, das Mieder ganz hämatitfarben zu machen, aber ich war mir nicht sicher, ob ich dafür genug Perlen hatte, also ist es jetzt ein Streifen in hämatit, der das Mieder von den Beinen trennt.
Also besteht das Mieder jetzt aus 11er Rocailles in einer satten blauen Mischung, kombiniert mit 15ern in einem sehr hellen schimmernden Blau.

Da ich nicht wollte, daß dies ein Abendoutfit wurde, ist es weder schulterfrei noch hat es dünne Träger. Tatsächlich dachte ich sogar kurz über einen Rollkragen nach, aber es war so heiß, als ich an diesem Teil arbeitete, daß ich mich einfach nicht dazu überwinden konnte! Ich bin da seltsam, ich stelle mir vor, wie sich ein Outfit anfühlen würde, wenn ich es tragen würde. Ganz hoch zu fädeln sorgte für das ein oder andere Problem mit den Armlöchern, auch weil - wie schon zuvor erwähnt - es nicht so einfach ist zu arbeiten, wenn man dabei immer die ganze Puppe halten muß. Es ist erstaunlich, wie Gliedmaßen dazu neigen, im Weg zu sein!

Ein echtes Problem würden jedoch die Hosenbeine werden. Ich hatte alles im Kopf ausgearbeitet ... wie ich bis zu einer bestimmten Stelle fädeln, dann das Muster zwischen den Beinen verlängern und von dort aus auf beiden Seiten abwärts fädeln würde. Ich schätzte, der Anfang würde schwierig werden, aber ich unterschätzte die Aufgabe wirklich komplett. Die Lücke zwischen den Beinen war einfach nicht breit genug, um die Perlenreihe anzufädeln, von der aus ich mich dann nach unten arbeiten würde, zumindest nicht so, daß es gut aussah. Ich versuchte es mehrere Male, aber zum Schluß mußte ich aufgeben.
Der neue Plan sah einen Minirock und Overknee-Stiefel vor. Wegen des Anstandes fädelte ich einen kleinen Streifen aus Perlen an, der sich später als komplett überflüssig erweisen sollte. Um den Rocksaum herum nähte ich zur Verzierung ein paar Rocailles in hämatit an. Diese paar Perlen werden später noch wichtig sein.

Dann fing ich mit den Stiefeln an. Am Ende hatte ich sie drei Mal gemacht und jedes Mal wieder teilweise oder ganz aufgeschnitten, weil sie zwar ganz okay waren, ganz okay aber einfach nicht gut genug. Ich war aber so froh, daß die Beine diese Tortur überlebten, weil ich die Stiefel in meinem vergeblichen Versuch, sie perfekt an die Beine anzupassen, immer wieder aus- und anzog. Beim dritten Versuch fädelte ich auch den Fußteil an, und da spielte meine Schere dann endgültig verrückt. Es ist seltsam, wie frustrierend aber auch erleichternd es sein kann, etwas aufzuschneiden, mit dem man nicht völlig zufrieden ist!
Wenn Francie also nun keine Stiefel bekam, mußte es doch ein langer Rock oder Hosen werden. Der Gedanke, schon wieder einen engen Rock zu machen, - immerhin war der obere Teil schon eng und ich war nicht bereit dazu, auch das aufzuschneiden - reizte mich aber nicht, und bei der Hose hatte ich ja schon versagt. Was nun?
Da hatte ich dann die Idee zu den Perlenröhren als Hosenbeine, die ich am Rockteil befestigen würde. Ich wünschte nur, ich hätte die Verzierung nicht angebracht, aber wie wäre es, wenn ich das in ein pfiffiges Detail verwandelte, vielleicht einen Hauch von Spitze?
Auch die erste Röhre schnitte ich zweimal wieder auf, weil ich ausprobieren mußte, ob mir Schlaghosen besser gefielen, aber am Ende stellte ich fest, daß ich die Weite der Röhren oben brauchte, damit ich sie an den Saum nähen konnte und auch damit sie um Francies Schenkel paßten. Außerdem wollte ich nicht nochmal das Risiko mit ihren Knien eingehen, indem ich versuchte, die Röhren eng drumherum zu fädeln, also waren sie bis ganz unten weit (was diesem Projekt den Arbeitstitel "Francie Dietrich" einbrachte ;-)).


Als nächstes nähte ich die zwei Röhren am Saum zwischen den Beinen zusammen, fädelte noch zwei Reihen Herringbone, damit sie richtig saßen, und die gleiche Verzierung wie am Rock. Dann zog ich die Röhren sehr vorsichtig über Francies Beine und nähte die Verzierungen mit ein paar zusätzlichen Rocailles für die "Spitze" zusammen (das ist eine weitere Idee, die ich mir vielleicht für künftige Projekte merken muß).


Natürlich beschäftigt mein Kopf sich schon mit Ideen, wie ich das Hosendesign verbessern kann, wie zum Beispiel den "Rock"teil so kurz wie möglich zu machen - obwohl er auch nicht zu kurz sein darf, weil es bei der kleinen Lücke zwischen den Beinen nicht einfach ist, die Röhren hochzuziehen UND vielleicht muß ich nächstes Mal etwas Puder verwenden, weil die Perlen gern am Vinyl haften - oder weiter oder doch einen Röhrenjeanslook auszuprobieren, aber auf meiner Liste stehen erstmal andere Dinge.

Die nächste große Herausforderung waren die Schuhe, das sind sie immer, in diesem Fall nicht so sehr, weil es unmöglich ist, Schuhe für Francie zu bekommen, sondern weil es richtiger anfühlt zu versuchen, sie gefädelt passend zum Outfit zu machen.
Zum Glück hat sie flache Füße, was nach einer Art Slipper verlangte, und zu meiner Überraschung klappte es gleich beim ersten Versuch - mit Leiterstich und Herringbone und Ziegelsteinstich.
Die größte Überraschung aber war, daß man die Schuhe tatsächlich aus- und wieder anziehen kann. Sie sitzen gut an den Füßen und fallen auch nicht dauernd herunter. Ich werde mir dieses Design auf jeden Fall merken, vielleicht kann ich es zu einem Stiefeldesign entwickeln und sogar ein wenig für Barbiefüße anpassen, die für hohe Absätze gemacht sind.


Inzwischen war ich sehr entspannt, weil die schwierigsten Dinge hinter mir lagen.
Alles, was Francie brauchte, war ein Armband, denn komplett ohne Schmuck konnte sie nicht bleiben, eine Tasche und eine Mütze.
Das Armband war schnell und leicht, einfach ein kleiner Peyotestreifen aus den 15ern.


Auch die Tasche ist in Peyote gearbeitet. Sie ist nur an den Seiten zusammengenäht, also kann Francie sie aufmachen und etwas hineintun, Taschentücher, ein paar Münzen, wahrscheinlich ein Handy. Sie hat keine Klappe, weil mir die blauen Perlen ausgingen. Von echten vintage Francie-Taschen inspiriert hat sie aber einen kleinen Riemen, der durch eine Schlaufe führt, damit sie sie zumachen kann.


Zu guter Letzt wollte ich Francie eine Mütze verpassen. Sie hat sehr volles Haar, aber auf einer Seite scheinen die Kopflöcher etwas seltsam gefüllt zu sein, sodaß sich die Haarsträhnen immer wieder teilen und so die Löcher durchschauen, selbst nchdem ich sie shampooniert und gründlich gebürstet habe (abgesehen davon brannte Gundel auch beinahe noch mit ihrem Kopf durch, der auf einem Regal lag, während die Haare trockneten, das wäre sehr peinlich gewesen).
Ich dachte mir, daß eine Mütze das Problem lösen, aber auch gut zum Outfit passen würde. Auch sie ist in Peyotetechnik gemacht und greift die Farben des Outfits auf. Könnt ihr glauben, daß ich jetzt noch genau fünf Rocailles von der Blaumischung übrig habe?



Nachdem ich die Mütze aufgesetzt hatte, bekam ich ein seltsam vertrautes Gefühl, und da fiel es mir ein. Auch wenn der Stil nicht derselbe ist, erinnern mich die Tasche, Mütze und Hose an ein vintage Outfit namens "Bells" (#1275 aus der 1200er Modellserie, 1967).

Hier ist sie also ... Francie in ihrem brandneuen Outfit!


Francie, Barbie und Stacey sind eingetragene Warenzeichen von Mattel, Inc. Ich bin in keiner Weise mit Mattel verbunden.

Donnerstag, 10. Oktober 2019

Oldies but Goodies - Downton Abbey

Ich gehe nicht mehr oft ins Kino. Ein Grund ist, daß ich meine Film gern in kleinen Gruppen oder sogar allein anschaue, in der Bequemlichkeit meines Heims, wo ich meine Füße hochlegen kann wie ich will, wo ich mich nicht mit großen Leuten, die sich immer vor mich setzen, herumschlagen muß, wo niemand sein Handylicht auf die Leinwand richtet, weil er es für lustig hält. Okay, ich übertreibe, aber auch wenn das nicht immer passiert, kommt es doch vor.
Natürlich ist es anders, einen Film im Kino zu sehen, da ist die große Leinwand, und abhängig vom Publikum und seinen Reaktionen kann die perfekte Stimmung entstehen.
Vor etwas mehr als einer Woche ging ich spontan direkt nach der Arbeit ins Kino. Es gab da nur ein kleines Problem. Es war die frühe Nachmittagsvorstellung und ich war allein, erfuhr jedoch, daß sie ein Zwei-Personen-Minimum haben. Warum wartete ich nicht, vielleicht würde ja noch jemand auftauchen. Irgendwie wollten die Elternteil-Kinder-Gruppen, die auftauchten, Downton Abbey nicht sehen. Was für eine Überraschung. Ich ging schließlich zu dem Angestellten hinter der Theke, nicht um mich zu beschweren, aber um doch zu fragen, was denn bei einer Filmvorführung der Unterschied zwischen einer und zwei Personen sei, und er deutete auf seinen Chef, der zufällig dasaß. Ich mache es kurz, am Ende hatte ich soviel Glück, ganz allein in diesem großen Saal zu sitzen (und ich versichere euch, es war eine höfliche Unterhaltung, ich bin selbst kein Fan von penetranten Leuten), und es war eine ganz besondere Erfahrung.

Die heutige Jewelry Artisans Community Oldies but Goodies Challenge verlangte von uns Stücke, die von der Ära von Downton Abbey inspiriert wurden.
Bitte denkt daran, daß unsere Regeln ganz schön dehnbar sind. Zum Beispiel habe ich keinen Flapper auf Downton Abbey Charleston tanzen gesehen, aber beide gehören doch in die Zeit. Keiner stellte ein Diamantendiadem vor, das von denen inspiriert wurde, die Maggie Smith trug (ich frage mich warum ;-)). Nichtsdestotrotz kann ich mir nicht vorstellen, daß euch nicht gefällt, was ihr seht.


1 Cat's Wire
2 CymberRain
3 The Crafty Chimp
4 Ganison Atelier
5 Jewelry Art by Dawn
6 RioRita
7 Bijou Bead Boutique