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Samstag, 5. September 2020

Ein neues Outfit für Francie

Dies ist die Geschichte von Francie, die vor Monaten als Geschenk aus den USA kam (Warnung: es wird ein langer Post). Ich habe nicht so viele Francie-Outfits, die nicht schon von anderen Puppen getragen werden, und überdies hat dieses Mädchen, wie ihr sehen könnt, ein größeres Problem mit ihren Knien.


Diese spezielle Puppe ist eine Bendable Leg Francie, aber es wird euch nicht überraschen zu hören, daß sie den Knick nicht mehr halten kann. Es sieht eher danach aus, daß sie ihre Beine zu often knicken mußte, tatsächlich hat ein Bein auch Risse auf der Rückseite, und ich war etwas besorgt, daß es mir während der Arbeit an ihr abbrechen würde.
Gewöhnlich würde man eine Puppe wie sie als Körperteilspender nutzen oder versuchen, einen Spender für sie zu bekommen, aber ich fand, ich sollte ihr stattdessen für alles, was sie offensichtlich durchmachen mußte - Kinder können so hart mit ihren Puppen umgehen, ich sollte das wissen, wenn ich mir so meine eigene Stacey anschaue - ein Outfit machen, das ihre Knie versteckt.
Als erstes wusch ich den Schmutz der Jahre ab, hauptsächlich von ihren Beinen. Es war eine Überraschung, daß der Rest ihres Körpers und der Kopf im Vergleich noch ganz gut aussahen, und ihr Gesicht war schön und die eingezogenen Wimpern immer noch perfekt voll.

Ich fing mit dem Jumpsuit genauso an wie mit dem letzten Kleid, das ich gemacht habe, mit einem Mieder, das in Herringbone-Technik gefädelt wurde. Der ursprüngliche Plan war gewesen, das Mieder ganz hämatitfarben zu machen, aber ich war mir nicht sicher, ob ich dafür genug Perlen hatte, also ist es jetzt ein Streifen in hämatit, der das Mieder von den Beinen trennt.
Also besteht das Mieder jetzt aus 11er Rocailles in einer satten blauen Mischung, kombiniert mit 15ern in einem sehr hellen schimmernden Blau.

Da ich nicht wollte, daß dies ein Abendoutfit wurde, ist es weder schulterfrei noch hat es dünne Träger. Tatsächlich dachte ich sogar kurz über einen Rollkragen nach, aber es war so heiß, als ich an diesem Teil arbeitete, daß ich mich einfach nicht dazu überwinden konnte! Ich bin da seltsam, ich stelle mir vor, wie sich ein Outfit anfühlen würde, wenn ich es tragen würde. Ganz hoch zu fädeln sorgte für das ein oder andere Problem mit den Armlöchern, auch weil - wie schon zuvor erwähnt - es nicht so einfach ist zu arbeiten, wenn man dabei immer die ganze Puppe halten muß. Es ist erstaunlich, wie Gliedmaßen dazu neigen, im Weg zu sein!

Ein echtes Problem würden jedoch die Hosenbeine werden. Ich hatte alles im Kopf ausgearbeitet ... wie ich bis zu einer bestimmten Stelle fädeln, dann das Muster zwischen den Beinen verlängern und von dort aus auf beiden Seiten abwärts fädeln würde. Ich schätzte, der Anfang würde schwierig werden, aber ich unterschätzte die Aufgabe wirklich komplett. Die Lücke zwischen den Beinen war einfach nicht breit genug, um die Perlenreihe anzufädeln, von der aus ich mich dann nach unten arbeiten würde, zumindest nicht so, daß es gut aussah. Ich versuchte es mehrere Male, aber zum Schluß mußte ich aufgeben.
Der neue Plan sah einen Minirock und Overknee-Stiefel vor. Wegen des Anstandes fädelte ich einen kleinen Streifen aus Perlen an, der sich später als komplett überflüssig erweisen sollte. Um den Rocksaum herum nähte ich zur Verzierung ein paar Rocailles in hämatit an. Diese paar Perlen werden später noch wichtig sein.

Dann fing ich mit den Stiefeln an. Am Ende hatte ich sie drei Mal gemacht und jedes Mal wieder teilweise oder ganz aufgeschnitten, weil sie zwar ganz okay waren, ganz okay aber einfach nicht gut genug. Ich war aber so froh, daß die Beine diese Tortur überlebten, weil ich die Stiefel in meinem vergeblichen Versuch, sie perfekt an die Beine anzupassen, immer wieder aus- und anzog. Beim dritten Versuch fädelte ich auch den Fußteil an, und da spielte meine Schere dann endgültig verrückt. Es ist seltsam, wie frustrierend aber auch erleichternd es sein kann, etwas aufzuschneiden, mit dem man nicht völlig zufrieden ist!
Wenn Francie also nun keine Stiefel bekam, mußte es doch ein langer Rock oder Hosen werden. Der Gedanke, schon wieder einen engen Rock zu machen, - immerhin war der obere Teil schon eng und ich war nicht bereit dazu, auch das aufzuschneiden - reizte mich aber nicht, und bei der Hose hatte ich ja schon versagt. Was nun?
Da hatte ich dann die Idee zu den Perlenröhren als Hosenbeine, die ich am Rockteil befestigen würde. Ich wünschte nur, ich hätte die Verzierung nicht angebracht, aber wie wäre es, wenn ich das in ein pfiffiges Detail verwandelte, vielleicht einen Hauch von Spitze?
Auch die erste Röhre schnitte ich zweimal wieder auf, weil ich ausprobieren mußte, ob mir Schlaghosen besser gefielen, aber am Ende stellte ich fest, daß ich die Weite der Röhren oben brauchte, damit ich sie an den Saum nähen konnte und auch damit sie um Francies Schenkel paßten. Außerdem wollte ich nicht nochmal das Risiko mit ihren Knien eingehen, indem ich versuchte, die Röhren eng drumherum zu fädeln, also waren sie bis ganz unten weit (was diesem Projekt den Arbeitstitel "Francie Dietrich" einbrachte ;-)).


Als nächstes nähte ich die zwei Röhren am Saum zwischen den Beinen zusammen, fädelte noch zwei Reihen Herringbone, damit sie richtig saßen, und die gleiche Verzierung wie am Rock. Dann zog ich die Röhren sehr vorsichtig über Francies Beine und nähte die Verzierungen mit ein paar zusätzlichen Rocailles für die "Spitze" zusammen (das ist eine weitere Idee, die ich mir vielleicht für künftige Projekte merken muß).


Natürlich beschäftigt mein Kopf sich schon mit Ideen, wie ich das Hosendesign verbessern kann, wie zum Beispiel den "Rock"teil so kurz wie möglich zu machen - obwohl er auch nicht zu kurz sein darf, weil es bei der kleinen Lücke zwischen den Beinen nicht einfach ist, die Röhren hochzuziehen UND vielleicht muß ich nächstes Mal etwas Puder verwenden, weil die Perlen gern am Vinyl haften - oder weiter oder doch einen Röhrenjeanslook auszuprobieren, aber auf meiner Liste stehen erstmal andere Dinge.

Die nächste große Herausforderung waren die Schuhe, das sind sie immer, in diesem Fall nicht so sehr, weil es unmöglich ist, Schuhe für Francie zu bekommen, sondern weil es richtiger anfühlt zu versuchen, sie gefädelt passend zum Outfit zu machen.
Zum Glück hat sie flache Füße, was nach einer Art Slipper verlangte, und zu meiner Überraschung klappte es gleich beim ersten Versuch - mit Leiterstich und Herringbone und Ziegelsteinstich.
Die größte Überraschung aber war, daß man die Schuhe tatsächlich aus- und wieder anziehen kann. Sie sitzen gut an den Füßen und fallen auch nicht dauernd herunter. Ich werde mir dieses Design auf jeden Fall merken, vielleicht kann ich es zu einem Stiefeldesign entwickeln und sogar ein wenig für Barbiefüße anpassen, die für hohe Absätze gemacht sind.


Inzwischen war ich sehr entspannt, weil die schwierigsten Dinge hinter mir lagen.
Alles, was Francie brauchte, war ein Armband, denn komplett ohne Schmuck konnte sie nicht bleiben, eine Tasche und eine Mütze.
Das Armband war schnell und leicht, einfach ein kleiner Peyotestreifen aus den 15ern.


Auch die Tasche ist in Peyote gearbeitet. Sie ist nur an den Seiten zusammengenäht, also kann Francie sie aufmachen und etwas hineintun, Taschentücher, ein paar Münzen, wahrscheinlich ein Handy. Sie hat keine Klappe, weil mir die blauen Perlen ausgingen. Von echten vintage Francie-Taschen inspiriert hat sie aber einen kleinen Riemen, der durch eine Schlaufe führt, damit sie sie zumachen kann.


Zu guter Letzt wollte ich Francie eine Mütze verpassen. Sie hat sehr volles Haar, aber auf einer Seite scheinen die Kopflöcher etwas seltsam gefüllt zu sein, sodaß sich die Haarsträhnen immer wieder teilen und so die Löcher durchschauen, selbst nchdem ich sie shampooniert und gründlich gebürstet habe (abgesehen davon brannte Gundel auch beinahe noch mit ihrem Kopf durch, der auf einem Regal lag, während die Haare trockneten, das wäre sehr peinlich gewesen).
Ich dachte mir, daß eine Mütze das Problem lösen, aber auch gut zum Outfit passen würde. Auch sie ist in Peyotetechnik gemacht und greift die Farben des Outfits auf. Könnt ihr glauben, daß ich jetzt noch genau fünf Rocailles von der Blaumischung übrig habe?



Nachdem ich die Mütze aufgesetzt hatte, bekam ich ein seltsam vertrautes Gefühl, und da fiel es mir ein. Auch wenn der Stil nicht derselbe ist, erinnern mich die Tasche, Mütze und Hose an ein vintage Outfit namens "Bells" (#1275 aus der 1200er Modellserie, 1967).

Hier ist sie also ... Francie in ihrem brandneuen Outfit!


Francie, Barbie und Stacey sind eingetragene Warenzeichen von Mattel, Inc. Ich bin in keiner Weise mit Mattel verbunden.

Samstag, 13. Juni 2020

Abendkleid-Dawn - Teil 3, Die Accessoires


Danke, wenn ihr zurück seid, nachdem ihr Teil 1 - die Puppe und ihre Geschichte - und Teil 2 - das Kleid - für dieses Perlenprojekt gelesen habt, wenn ihr sie nicht gelesen habt, laßt mich erklären, daß es hier um eine Dawn-Puppe geht, für die ich ein Kleid aus Glasperlen gefädelt habe.
In diesem Post werde ich die passenden Accessoires beschreiben, die ich für sie gemacht habe.

Ich habe als Schmuckmacherin angefangen, also mußte ich natürlich Schmuck für sie machen. Angesichts der Größe hatte ich nicht zu viele Möglichkeiten (auch weil die Löcher meiner 2 mm Steinperlen meine Nadeln nicht mögen), obwohl ich zugeben muß, daß ich mir noch ein paar Armspangen für sie überlegt hatte. Man darf träumen, aber das wäre wohl etwas zuviel gewesen.
Stattdessen begnügte ich mich mit einem goldenen Choker in Peyotetechnik und einem Zwei-Perlen-Herringbone-Spiralarmreif in derselben Farbe. Ja, den schwarzen Faden habe ich absichtlich benutzt, um dem Schmuck etwas mehr Kontrast auf ihrer Haut zu geben und ihn etwas mehr auffallen zu lassen.



Als nächstes brauchte sie etwas, das sie sich umhängen konnte, wenn sie in einer Pause nach draußen geht ... falls sie in die Oper, ins Theater oder zu einem Ball geht. Ich bin selber mit Stolen aufgewachsen und natürlich sind Umlegetücher auch jetzt noch ein großer Hit.
Für den offenen Look, den Strick- oder Häkelstolen haben, wählte ich die Netztechnik, um meine kleine Perlenstola zu machen. Die Perlen waren nicht völlig regelmäßig, deshalb ist die Stola jetzt ein bißchen wellig, je nachdem wie ich sie hinziehe, aber auch das erinnert mich an früher, also ist das für mich okay. Ich hoffe auch für Dawn.
Dieses Teil ist aus schwarzen, teilweise blau bedampften 15er Rocailles. Nicht mal Dawn schafft es, all ihre Kleidung in derselben Farbe zu kaufen, aber zumindest passen die größeren Rocailles im Netz zum Kleid.
Am schwierigste ist es, ihr die Stola umzulegen, ohne daß sie zuviel versteckt oder abrutscht.


Nicht jeder schleppt so wie ich die ganze Zeit einen großen Shopper mit sich herum. Dawn bevorzugt ein winziges Beutelchen, das wahrscheinlich gerade mal so für ihren rosa Lippenstift, einen Kamm und etwas Geld ausreicht. Wer weiß schon jemals, was in der Handtasche, im Beutel oder in der Abendtasche einer Frau ist, nicht wahr?
Der Beutel ist in Peyote gearbeitet und hat ein kleines goldenes Band, damit sie ihn halten oder vom Handgelenk baumeln lassen kann.


Bis jetzt war es recht einfach, aber nun kam ich zur letzten, endgültigen Herausforderung - den Schuhen. Ich habe keine Puppenschuhe, die Dawn passen würden. Ihre Füße sind zu klein für Barbie- oder selbst Francieschuhe.
Absätze wären schwierig gewesen. Dann erinnerte ich ich an eine Szene aus dem Buch "Barbara und die Schlacht von Waterloo" von Georgette Heyer über eine Dame im frühen 19. Jahrhundert, die offene Sandalen mit golden Riemen und Farbe auf ihren Fußnägeln trug, ooooh, der Skandal!
Sandalen, das war doch eine Idee.

Es klang jedoch viel einfacher als es tatsächlich war. Die Sohle war leicht genug zu machen, ich benutzte die gleichen schwarzen Perlen wie in der Stola und zwar im Ziegelsteinstich. Jetzt nur noch einen Riemen und wir haben es, richtig? Falsch. Die Sandale rutschte ihr immer wieder vom Fuß.
Wenn man Barbiepuppen hat, ist man daran gewöhnt, daß manche Schuhe immer wieder von Füßen fallen. Manche von den teuren zieht man ihnen vielleicht nicht einmal an, um Risse in den Schuhen zu vermeiden, man stellt sie einfach neben die Puppe (ja, Barbieschuhe können teuer sein, weil Kinder sie die ganze Zeit verloren haben, ich weiß, wovon ich spreche, ich war eins von diesen Kindern). Vielleicht sind die Füße etwas zu breit - an den alten harten Körpern - oder etwas zu schlank oder zu rutschig - ältere Schuhe an weichen Vinylfüßen - oder oder oder ...
Natürlich wird Dawn in einer Vitrine stehen und nicht viel herum-laufen (hoffe ich, weil der Gedanke etwas gruselig ist, außerdem ist ihr Kleid nicht wirklich zum Laufen geeignet! ;-)), aber ich wollte trotzdem, daß diese Sandalen richtig saßen.

Noch ein Versuch. Zwei goldene Riemen, einer vorne, einer hinten. Kein Witz, ich schaffte es, in den ersten vier Sohlen vier einzelne Perlen zu zerbrechen, als ich versuchte, die Riemen sicher zu befestigen. Ich weiß, daß in einer 15er Perle nicht viel Platz ist, aber das wurde lächerlich. Klappte es denn aber? Nein, die Sandale rutschte immer noch herunter.
Dawn, du bist nicht Aschenputtel und es ist kein Prinz in der Nähe, würdest du bitte deinen Schuh nicht verlieren??
Also versuchte ich die Sohle stattdessen mit 11er Perlen zu machen und zwar mit einen Riemen vorne und zwei hinten. Die Sohle sah aber nicht so schön aus, obwohl der Versuch eines Absatzes ganz witzig war, aber nicht so hielt wie ich das wollte, und letztendlich ... ratet mal. Die Sandale rutschte herunter. Aaaaaaaaaaaaargh.
Neue Idee, neuer Plan. Wiederholen. Wiederholen. Wiederholen. Probieren wir es doch mal mit Perlen und Draht. Nö.
Perlen und Draht brachten mich aber zu einem der ersten Pläne zurück, mit einer kleinen Anpassung.
Beim zehnten Mal klappte es.
Bitte schön, ein kleiner Riemen vorne, ein überkreuzter Riemen der um den Knöchel lief und hinten auch noch an der Sohle befestigt war - so funktionierte es endlich.


Ich habe keinen rosa Nagellack, aber ich überlege, mir einen zu besorgen, der zu ihrem Lippenstift paßt.

Hier ist Dawn also nun in ihrem kompletten Abendoutfit, zum Ausgehen und Spaßhaben bereit ... bei der Eröffnung einer Ausstellung von, äh, riesigen Katzenskulpturen? ;-)
Das letzte Bild soll euch zeigen, wie klein sie tatsächlich ist, verglichen zur Treppenstufe.


Samstag, 6. Juni 2015

Flower power Hippie Zeit - Teil 2, Die Accessoires

Willkommen zurück in den 60ern! Heute spreche ich über Francies Accessoires. Und ihre Haare. Die nicht wirklich ein Accessoire sind.
So, wo waren wir. Richtig. Francie war jetzt also angezogen. Habt ihr bemerkt, daß es diesmal keine Schuhprobleme gab? Es wäre nicht schwierig gewesen, für dieses Mädchen Schuhe zu finden, vielleicht hätte ich sogar etwas Passendes in meinem kleinen Schuhkästchen, aber sie beschloß, stattdessen barfuß zu gehen und das Gras unter ihren Füßen zu spüren.

Worauf sie nicht verzichten konnte war eine Tasche, und die Tasche konnte nicht auf Fransen verzichten. Ich bin die wahnsinnige Franserin, muahahaaa! Über die Tasche habe ich schon zuvor geschrieben. Das Nette an einem Hippie-Outfit ist, daß man nicht zur Farbenkoordination gezwungen ist. So konnte ich meine Perlensuppe und eine Farbe, die zu nichts sonst paßte, benutzen, um diese Tasche im Ziegelsteinstich zu machen. Ich stelle mir gern vor, daß Francie sie in einem Secondhandladen gefunden hat.

Als ich ein Kind war, hatten Kugelschreiber noch diesen kleinen Metallring in der Mitte, wo man sie aufschrauben konnte, um eine neue Mine hineinzustecken. Manchmal waren diese Ringe sehr dünn, manchmal breit. Es war egal, wir nahmen sie alle als Puppenarmreife.
Ich mußte hier stattdessen zwei große Biegeringe verwenden.



Jetzt war es Zeit, sich um Francies Borstenkopf zu kümmern. Die originale vintage Malibu Francie hatte langes, blondes Haar und dabei wollte ich auch bleiben.
Das blonde Haar, das ich habe, nennt sich "Sonnenschein", ein großartiger Name, weil es wirklich glänzt.
Nach Wochen des Aufschiebens brachte ich endlich den Mut auf loszulegen. Rerooten ist immer noch nichts, das mir einfach so zufliegt.
Es war nicht einfach, die Haarreste herauszuziehen und leider hatte Francie schon ein paar kleine Kopfhautrisse, aber ich tat mein Bestes, diese zu verdecken. Ich hatte überall blonde Haare und Ponder ebenso. Er lehnte übrigens mein Angebot ab, ihm eine kleine Perücke zu machen, überwachte das Rerooten allerdings mit einem Adlerauge wie immer.
Hier ist das Resultat.



Nach dem Bürsten, dem Setzen der Haare in heißem Wasser, dem Spitzenschneiden und nochmaligem Bürten sah Francie so aus. Fast fertig!



Ich hatte die ganze Zeit gedacht, daß ich als letztes Accessoire ein Stirnband machen würde, aber dann überlegte ich mir, ob einer dieser Schlapphüte wohl cool aussehen würde. Meine persönliche Ratgeberin, also meine Schwester, hatte jedoch eine andere Idee, im die ich mich gleich verliebte. Sie sagte, Francie brauche eine Gänseblümchenkette. Ich hatte so etwas noch nie gemacht, schaute es aber nach, und als ich feststellte, daß ich Perlen in meinem Vorrat hatten, mit denen es funktionieren würde, gab es kein Halten mehr.
Ist sie nicht perfekt für sie?


Ich hatte nicht geplant, eine Halskette zu machen, aber dann wurde mir gesagt, es müsse noch ein Peacezeichen her. Tatsächlich war mein erster Plan für die Tasche ein Muster mit Peacezeichen gewesen, aber in der Größe klappte das nicht und ich hatte sie nicht größer machen wollen. Also mußte es schließlich doch noch eine Kette sein. Dies ist so klein, wie es irgend ging. Noch kleiner und es hätte nur nach einem Perlendurcheinander ausgesehen. Ja, ich habe das mehr als einmal versucht.
Erst hatte ich den Anhänger mit einer Kugelkette im Kupferton kombiniert, aber die war zu groß, also wurde es schließlich eine einfache Luftmaschenkette.

Heute nahm ich Francie zu ihrem ersten richtigen Fototermin mit nach draußen in den Garten. Auf meinem deviantART ist eine Collage mit mehr Bildern, falls ihr Lust zum Schauen habt.
Ihr wißt, daß ihr jetzt "Let the sunshine in" singen möchtet oder wie wäre es mit "Aquarius"? ;-)



Ihr habt den ersten Teil verpaßt? Bitte schön!
Teil 1, Die Kleidung

Samstag, 30. Mai 2015

The Great Flapper oder Wie Christie ein neues Kleid bekam - Teil 3, Schmuck und Schuhe

Willkommen zurück zu Christies Geschichte!
Diesmal werde ich euch von ihrem Schmuck und ihren Schuhen erzählen.

Tatsächlich war der Schmuck in diesem Projekt am einfachsten zu machen.
Ich wußte, daß ich ihr lange Halsketten geben wollte, also mußte ich nur in meinem Vorrat schauen, ob ich Perlen in den richtigen Farben hatte, die ich zusammen mit den Rocailles verwenden konnte. Zufälligerweise hatte ich grüne und gelbe Kristalle. Tatsächlich versuchte ich es zuerst mit Ketten ganz aus Kristallen, aber sie gefielen mir nicht wirklich, und nachdem ich auch von meiner persönlichen Ratgeberin dazu ein Nein bekam, entschied ich mich für eine Kombination aus Kristallen und Rocailles. Das war viel besser, auch weil die Ketten so besser sitzen.

In meinem Vorrat waren auch noch kleinere Kristalle in grün, also machte ich daraus ein kleines Luftmaschenarmband, und schaut euch nur den großen Stein an, den sie am Finger trägt!
Neuere Puppen haben oft ein Loch in ihrer Hand, wo der Ring fehlt, das mußte ich also abdecken.

Ich hatte das Gefühl, daß baumelnde Ohrringe nicht gut zu den Fransen an der Kopfbedeckung passen würden, obwohl ich sie liebe, also entschied ich mich stattdessen für kleine goldene Ohrstecker, Kugelstifte, die ich in die Ohrlöcher steckte.


Christies Umgestaltung war fast fertig, wie aufregend! Wie wenig ich doch ahnte, daß sie noch so lang würde warten müssen.
Ich habe ja schon große Füße, aber ich habe nicht solche Probleme, Schuhe zu finden, wie diese Dame.
Es gibt nicht so viele Supersize-Outfits und die Schuhe sind sogar noch schwieriger einzeln zu finden. As ich das eine Paar, das zu verkaufen war, nicht bekam, mußte ich mir etwas anderes ausdenken.

Mein erster Gedanke war Polymer Clay. Vielleicht konnte ich ja die Sohlen aus Fimo machen und die Oberteile aus Perlen. Ich hatte etwas altes Fimo und beschloß einen Probelauf. Ich setzte Christies Füße auf etwas Papier und zeichnete die Umrisse, schnitt die Schablonen aus, drückte sie auf das Fimo und begann rundherum zu schneiden.
Ich glaube an Recycling und habe Papierreste für meine Notizen, meine To-Do-Listen und solche Dinge herumliegen. Ich habe einen Tip für euch. Benutzt kein Papier mit dem Ausdruck eines Lohnsteuerformulars. Die Tinte bleibt auf dem Fimo kleben. Natürlich tut sie das. Doh. Dies war aber nur ein Probelauf, also machte das nichts aus.
Ich drückte die Sohlen zum Formen leicht an Christies Füße. Das sah für einen ersten Versuch nicht so schlecht aus. Ich steckte sie in meinen Toasterofen und wartete, als ich auf einmal ein seltsames Geräusch hörte. Ich kann nicht mal beschreiben, in was sich die Sohlen verwandelt hatten. Es war eine verbrannte und klebrige Masse, die Blasen schlug. Ich habe keine Ahnung, ob es der Ofen war, der eine Weile nicht benutzt worden war - obwohl ich den ganzen Staub entfernt hatte - oder das alte Fimo oder beides. Zeit und Temperatur hatten gestimmt. Nun ja.

Ich mußte neues Fimo besorgen und den anderen Ofen benutzen.
Ich war optimistisch gewesen, nachdem ich die neuen Sohlen gemacht hatte, aber es klappte dann doch nicht so, wie ich es mir gewünscht hätte. Ich hatte meine Sohlen, ich hatte die Absätze, nun mußte ich nur eine Idee für die Oberteile haben.
Die arme Christie lehnte wochenlang an der Wand. Mein nächstes Puppenprojekt, zu der Zeit noch ohne Kopf, leistete ihr Gesellschaft, während ein Kleidungsstück nach dem anderen dazukam. Sie waren ein seltsames Paar und ein bißchen traurig anzuschauen.

Schließlich wußte ich, daß es jetzt oder nie hieß. Ich setzte mich mit meinem Fimo, den Sohlen und Christie hin und versuchte, einen Schuh an ihrem Fuß zu formen, den ich anschließend auch wieder herunterbekäme. Vergeßt nicht, daß ich wieder eine ganze Puppe an dem Fuß hängen hatte. Da Christies Taille ein wenig locker ist, bewegte sie sich und wackelte während des Prozesses ständig herum. Die Dame hat überhaupt keine Geduld!
Ich probierte und probierte, aber wenn eine Sache klappte, ging die andere schief. Der Gedanke daran, daß ich dasselbe dann auch noch für den anderen Fuß würde machen müssen, trieb mich dazu, drastische Maßnahmen zu ergreifen. Ich zerbrach die Sohlen in zwei Stücke und warf sie weg.
Aber was jetzt?
Ich kann nicht glauben, daß ich so lang brauchte, um zu erkennen, daß ich die Schuhe aus Draht und Rocailles stricken könnte. T-Strap-Schuhe mit einem gehäkelten Drahtabsatz. Seht ihr, manchmal brauche ich nur Zeit, um endlich auf eine Idee zu kommen!


Und hier ist sie nun, in unserem von den 20ern inspirierten Hausflur, wo sie sich eingerichtet hat (sie hätte auf keinen Fall in meinen Puppenschrank gepaßt). Jedesmal, wenn ich aus meiner Wohnung komme, bringt sie mich zum Lächeln, wie sie da so steht und mir zulächelt.


Ihr habt die ersten beiden Posts verpaßt? Ihr findet sie hier!
Teil 1, Das Kleid
Teil 2, Die Kopfbedeckung

Werdet ihr bei meinem nächsten Puppenprojekt wieder dabei sein? Es ist ganz anders als die ersten beiden, hat aber genauso viel Spaß gemacht (und Schuhprobleme gab es dabei gar nicht!).

Donnerstag, 28. Mai 2015

The Great Flapper oder Wie Christie ein neues Kleid bekam - Teil 2, Die Kopfbedeckung

Vintage Puppen haben eine Halskugel, die das Drehen des Kopfes zur Seite erlaubt. Es gibt kleinere und größere und kegelförmige und was weiß ich nicht alles.
Später bekamen Puppen Halskugeln oder -scheiben, die außerdem das Neigen des Kopfes erlauben, ihn nach oben oder unten schauen lassen, das ist die Art, die Christie hat.
Da draußen im Netz kann man viel mehr Informationen über das Thema finden, außerdem über das Thema der gefürchteten Kopfrisse und was die beste Art ist, eine Puppe zu köpfen. Ein kleiner Hinweis, es ist NICHT die Guillotine.

Nochmal, ich bin keine Puppenkünstlerin in dem Sinn, daß ich die Geduld für Reparaturen aller Art habe, Gliedmaßen oder Köpfe ersetze, Gesichter neu male oder mehr. Ich gebe mein Bestes, manche Prozeduren zu vermeiden, wenn irgend möglich, und eine davon ist es, einer Puppe den Kopf abzunehmen, wenn es nicht absolut notwendig ist.
Als Kind sah ich das nicht so eng. Wir hatten Kleider, die man einer Puppe unmöglich anziehen konnte, wenn man nicht vorher ihren Kopf abnahm. Ja, meine Stacey hat einen Kopfriß, aber sie hat auch ein gelbes Gesicht und es fehlen ein Finger und einer halber Fuß. Man merkt, daß sie ein geliebtes und vielbenutztes Spielzeug war. Ich schweife ab, entschuldigt.

Habt ihr je eine Barbiepuppe gesehen, die aussah, als hätte sie keinen Hals? Sie hatte wahrscheinlich einen diese neueren Halskugeln, vielleicht sogar die mit den Widerhaken. Meine Schwester und ich haben solche mehr als einmal gesehen. Wenn ein Kind an einem Kopf auf einer solchen Kugel zieht, kann der Hals brechen und der Kugel- oder Scheibenteil geht ab. Wenn man den Kopf wieder aufsetzt, sitzt er direkt auf dem Hals statt der Kugel. Wir nennen sie nach einem Zitat aus "Die Katze auf dem heißen Blechdach" "halslose Ungeheuer".

Nach all der Arbeit mit dem Kleid *Blick hinüber zu Ponder, der versucht, um seinen Futterteller herumzuputzen* wollte ich nicht riskieren, daß Christie zum halslosen Ungeheuer würde.
Ein Haarschnitt kam ebenfalls nicht in Frage. Ich hatte ja keinen Ersatzkopf, falls irgendetwas schiefging.
Und ehrlich, die Kupfersträhnen sahen für mich auch nicht besonders nach den 20ern aus.
Also konnte ich nur etwas auf ihren Kopf setzen, das den Touch der 20er hatte, aber all ihre Haare versteckte.
Ich beschloß, eine Kopfbedeckung aus Draht zu stricken, weil gestrickter Draht flexibel genug zum Formen ist, wenn es nötig wird. Ich benutzte goldenen Draht und die hellgrünen Rocailles, um die Farben des Kleides aufzunehmen.
Die letzten Reihen waren ein bißchen schwierig, weil ich zuerst das Kopfteil aufsetzen mußte, bevor ich sie stricken konnte, denn ich mußte ja abnehmen. Nicht so leicht, wenn die ganze Puppe mit dranhängt, das kann ich euch sagen.


Die gestrickte Draht"blume" mit dem Kristall in der Mitte war einfacher zu machen, aber ein bißchen kniffelig festzumachen. Ich benutzte dafür die dunklen seegrünen Perlen als Kontrast.
Ich hatte noch ein paar Reste von den Pfauenfedern. Witzig war, daß sie sich selber arrangierten, als ich die Blume festzog. Ich wünschte, alle Komponenten wären so kooperative!

Zu guter Letzt  nähte ich Fransen unten an, die zu den Fransen am Kleid paßten, und voilà!


Im letzten Post wird es um den Schmuck und große Füße gehen. Nicht Bigfoot, nein, nur große Füße! Wartet es einfach ab.

Habt ihr den ersten Teil verpaßt? Hier ist er:
Teil 1, Das Kleid
 

Barbie ist ein eingetragenes Warenzeichen von Mattel, Inc. Ich bin in keiner Weise mit Mattel verbunden.

Donnerstag, 9. April 2015

Barbie und winzige Glasperlen, die Geschichte einer neuen Besessenheit - Teil 3, Die Accessoires

Wie letztes Mal versprochen geht es im heutigen Post nur um Accessoires.

Was fällt einem ein, wenn man an Flapper denkt? Stirnbänder, Federn, lange Halsketten, Ohrringe, Kristalle, Perlen, Schuhe, Armbänder ....

Diese Schuhe waren eine Spende meiner Schwester. Ich hatte kein extra Paar von vintage schwarzen Heels, und viele der modernen Schuhe passen nicht gut an die größeren und aus härterem Vinyl gefertigten Füße der alten Puppen. Goldene statt silberne Sprenkel wären perfekt gewesen, aber sie paßten nicht nur, sondern Barbie konnte darin auch ganz allein stehen, wenn man es richtig machte. Natürlich benutze ich trotzdem einen Puppenständer.
Um die Schuhe mehr den 20ern anzupassen, nähte ich Stege aus den Perlen daran, die ich auch im Kleid verwendet hatte.


Ich mußte nicht weit gehen, um die Halsketten hinzubekommen. In meinem Vorrat habe ich winzige Steine und Perlen. Für diese vier Stränge in zwei verschiedenen Längen wählte ich schwarzen Onyx und goldene Süßwasserperlen, um die Farben des Kleides aufzugreifen.


Für das Stirnband nähte ich ein einfaches Band im Ziegelsteinstich und dekorierte es.


Und erneut zog meine Schwester einen Hasen aus ihrem Zauberhut ... oder eigentlich eher Pfauenfedern von einem alten Faschingskostüm. Natürlich wäre eine ganze Feder viel zu groß gewesen, also schnitt ich etwas von einer ab und nähte die Teile an das Stirnband.


Ich hatte das Gefühl, daß mehr zuviel gewesen wäre, also verzichtete ich auf noch mehr Schmuck. Stattdessen malte ich nur die Fingernägel nach und richtete meine Aufmerksamkeit auf den Kopf.
Das wird dann die Geschichte für den nächsten Post. Ich hoffe euch dort wieder zu sehen!

Falls ihr die früheren Posts verpaßt habt, könnt ihr sie hier finden:
Teil 1, Die Einleitung

Teil 2, Das Kleid


Barbie ist ein eingetragenes Warenzeichen von Mattel, Inc. Ich bin in keiner Weise mit Mattel verbunden.