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Mittwoch, 6. Januar 2021

Die HeatherCat-Schuhe - Teil 4, Sommertraum

Für die, die die beiden ersten Teile verpaßt haben - die ihr hier, hier und hier finden könnt - und die, die die HeatherCats noch nicht kennen, ist hier eine kleine Erklärung.
"Heather ist eine Freundin von mir, eine Malerin aus Neuseeland. Ich habe sie auf deviantART kennengelernt und ihre Essencestudios entdeckt. Ich könnte euch nicht mal mehr sagen, in welcher Gruppe das war, aber außer ihren anderen Talenten hat Heather das Talent für leuchtende, entzückende Bilder, von denen viele Katzen darstellen, wie hätte ich also nicht in dem Moment, als ich die erste sah, fasziniert sein können?" Das ist aus dem ersten Blogpost, den ich über die HeatherCats schrieb und in dem ihr die ganze Geschichte darüber findet, wie das angefangen hat.

Ich hatte nicht erwartet, den letzten Teil der Schuhe so schnell fertigzubekommen. Dank Feiertage und Urlaub und weil ich sonst nichts zu tun hatte (wenigstens nichts, das ich tun wollte ;-)), konzentrierte ich mich auf einen Krimiserienmarathon und stichelte vor mich hin.
Oh, und ich hatte auch ein paar Folgen aus der Dokumentarreihe "Handwerkskunst" laufen, die im Detail zeigt, wie jemand etwas macht, einen Hut, ein Schachbrett mit Intarsien oder ein Kirchenfenster zum Beispiel.
Es hört sich vielleicht dämlich an, aber wenn mein Gehirn sich weigert abzuschalten, hilft es mir, so zu tun, als wäre ich einer dieser Dokumentationen und jemand würde mir zuschauen. So konzentriere mich dann sogar noch mehr auf jeden Stich, jede Perle, das Geräusch des Fadens, der durch den Jeansstoff geht, das Schnippgeräusch der Schere. Es funktioniert nicht immer, aber wenn ja, dann ist es perfekt. Es hilft mir dabei runterzukommen, die Welt draußen und ihre Probleme wenigstens für ein Weilchen auszublenden, das ist etwas, das ich im Moment wirklich brauche.

Aber zurück zum Schuh.
Für diese Seite hatte ich noch eine schlafende Katze ausgewählt. Nun habe ich drei schlafende Katzen unter blauem Himmel und nur eine Katzenraupe, aber sie waren so perfekt in der Größe und alle haben ihren ganz eigenen Charm. Vielleicht muß ich das nächste Mal mit Hightop-Sneakern arbeiten, damit ich auch Heathers vertikale Designs benutzen kann.
"Sommertraum" ist eine weiße Katze, die auf einem Zaun schläft. Die Stellung erinnert mich so sehr daran, wie mein Merlin und Greebo gern schliefen, was mich jedesmal zum Lächeln bringt. Ich kann mir auch vorstellen, daß dies mein White Dude ist, der unter einer kalifornischen Sonne schläft, bevor diese Wahnsinnigen ihn nach Deutschland verschleppten (falls ihr die Geschichte nicht kennt, es war zu seinem Besten, wirklich).



Genau wie die Raupe war dieser kleine Kerl nicht einfach an den Schuh anzupassen. Ich glaube, ich probierte das Muster dreimal, bevor ich endlich die richtige Größe und Position fand, damit sein Schwanz draufpaßte, aber keins der Beine an ein Loch verloren ging. Die Sonne hatte nicht soviel Glück, sie mußte sich ins Eck quetschen.

Falls ihr euch übrigens wundert, was aus der Ruhepause für meine Hände geworden ist, nun, ich fand heraus, daß ich von der Farbe, auf deren Nachlieferung ich warte, doch noch ein Röhrchen da war, also konnte ich mich nicht zurückhalten. Die meiste Zeit ging es überraschend gut.
Stattdessen verlegte ich etwas von dem Blau für den Himmel, aber ich hatte soviel bestellt, daß das egal war. Jemand bestellte außerdem viel zu viel Braun, keine Ahnung, für wie lang ich diesen Zaun hielt. Vielleicht hatte es mich verwirrt, daß ich die berühmte Zaunmalszene aus Tom Sawyer gesehen hatte.
Ich schätze also, daß ich mir nun ein Design in Braun, Blau und Weiß ausdenken muß. Irgendwelche Ideen? ;-)

Und hier ist nun unsere Katze. Ich wette, er träumt von der Mäusejagd und seinen Lieblingssnacks!
Es ist mir sogar gelungen, das Blut abzuwischen, das vergossen wurde. Meine Freundinnen meinten, ich solle es als Blutopfer für die Perlengöttin sehen. Sie muß wirklich glücklich sein, ich habe nämlich mehr als einmal geopfert. Dann waren da noch die vielen Nadeln, die ihr Leben für dieses Projekt geopfert haben.


So sehen die Schuhe getragen aus. Ich bin gefragt worden, ob ich sie draußen tragen werde, und ich mache immer Witze darüber, daß ich ja nicht mal weiß, wann ich dank Corona wieder die Chance dazu bekommen werde. Sagen wir mal, daß ich sie nicht regelmäßig tragen werde, um Schmutz und Schäden zu vermeiden, aber ich werde sie ganz bestimmt irgendwann mal ausführen.

Sorry, daß ich keine besseren Bilder machen konnte, aber es ist schwierig genug, meine großen Füße auf ein Bild zu bekommen - ich trage die Größe 43 ;-)



Was kommt nun als nächstes dran?

Freitag, 25. Dezember 2020

Die HeatherCat-Schuhe, Teil 3 - Der CATerpillar oder die Katzenraupe

Für die, die die beiden ersten Teile verpaßt haben - die ihr hier und hier finden könnt - und die, die die HeatherCats noch nicht kennen, ist hier eine kleine Erklärung.
"Heather ist eine Freundin von mir, eine Malerin aus Neuseeland. Ich habe sie auf deviantART kennengelernt und ihre Essencestudios entdeckt. Ich könnte euch nicht mal mehr sagen, in welcher Gruppe das war, aber außer ihren anderen Talenten hat Heather das Talent für leuchtende, entzückende Bilder, von denen viele Katzen darstellen, wie hätte ich also nicht in dem Moment, als ich die erste sah, fasziniert sein können?" Das ist aus dem ersten Blogpost, den ich über die HeatherCats schrieb und in dem ihr die ganze Geschichte darüber findet, wie das angefangen hat.

Wie ihr wißt, wenn ihr diesem Blog folgt, hatte ich eine Pause gemacht, nachdem der erste Schuh fertig war. Ich muß das oft nach einem großen Projekt tun, um wieder Motivation zu sammeln und meinen Händen ein bißchen Ruhe zu gönnen, also widmete ich mich meinem Kugelprojekt. Ich habe noch die Feenmaus aus Draht dazwischengeschoben, was nett war, da dieses Jahr doch sehr perlenlastig war, und einen Perlenstick-Schneemann-Anhänger als Geschenk.
Am 11. aber kündigte ich offiziell den Beginn mit der ersten Seite am zweiten Schuh an, und fertig wurde sie dann letzte Nacht um 2. Zwei Wochen, das ist nicht so schlecht. Jetzt brauchen meine Hände aber definitiv eine Auszeit, mein linkes Handgelenk schmerzt, und ich habe beschlossen, daß ich wirklich nach einem Fingerhut für die rechte Hand schauen muß. Der letzte Abschnitt des Schuhs hat sowohl meine Geduld als auch meine Finger so richtig gefordert!

Als Motiv hatte ich eine meiner absoluten Lieblingskatzen von Heather ausgewählt. Das original Gouachebild hängt an meiner Wand und schaut auf mich herunter. Es ist der CATerpillar oder die Katzenraupe. Ich habe Heather nie gefragt, woher sie diese Idee hatte, ich stelle mir einfach vor, daß Neuseeland Raupen mit leuchtenden Farben und kleinen Katzenköpfen hat ;-)

Eine der Schwierigkeiten war es, ihn auf dem Schuh unterzubringen, ohne daß er durch die Löcher beschnitten wurde. Tatsächlich bin ich ziemlich stolz darauf, wie ich den Kopf und die Fühler so genau zwischen diese Löcher eingepaßt habe.
Ich werde das Bild für sich selber sprechen lassen und hoffe, ihr werdet auch für Seite Nummer 4 wieder dabei sein. Das Muster ist ausgewählt, aber noch nicht auf den Schuh übertragen, außerdem wird eine wichtige Perlenfarbe noch nachgeliefert, meine Hände bekommen also ihr Päuschen ... natürlich nur, wenn mir nichts anderes einfällt, das ich machen könnte ...

Mittwoch, 28. Oktober 2020

Die HeatherCat-Schuhe, Teil 2 - Biskit's Bum (ft. Hannah Needle)

Für diejenigen, die den ersten Teil verpaßt haben - den ihr hier finden könnt - und die, die HeatherCats noch nicht kennen, ist hier eine kleine Erklärung.
"Heather ist eine Freundin von mir, eine Malerin aus Neuseeland. Ich habe sie auf deviantART kennengelernt und ihre Essencestudios entdeckt. Ich könnte euch nicht mal mehr sagen, in welcher Gruppe das war, aber außer ihren anderen Talenten hat Heather das Talent für leuchtende, entzückende Bilder, von denen viele Katzen darstellen, wie hätte ich also nicht in dem Moment, als ich die erste sah, fasziniert sein können?" Das ist aus dem ersten Blogpost, den ich über die HeatherCats schrieb und in dem ihr die ganze Geschichte darüber findet, wie das angefangen hat
Für die zweite Seite des ersten Schuhs habe ich einen weiteren meiner Favoriten unter ihren Bildern gewählt, Biskit's Bum.
Hier ist das Originalbild.


Was das hier noch besonderer macht ist, daß Biskit Heathers eigener Kater war, er wurde über 20 Jahre alt ❤️ ...




Wenn ihr dies mit der Lazy Cat vergleicht, seht ihr, daß es weniger Detail gibt, darum dachte ich, ich würde schneller damit fertig, aber vielleicht war ja das und die Tatsache, daß ich sogar noch mehr Nadeln zerbrach als beim letzten Mal, eben gerade nicht so gut für die Motivation. Ich bin einfach kein Meister bei sich wiederholenden Mustern.

Ich habe jedoch nicht aufgegeben, ein Schuh ist jetzt also fertig, yay!
Es war schon zu dunkel, ich mußte das Bild mit Blitz machen, was natürlich die Farben etwas verändert. Wenn ich morgen ein besseres Bild hinbekomme, werde ich es dem Post hinzufügen.



Zu guter Letzt möchte ich euch noch Hannah Needle, meine Mitarbeiterin des Monats, vorstellen. Sie war beim härtesten Teil des Schuhs an meiner Seite, im wahren Sinne des Wortes, nämlich in Richtung der Ferse. Vier Perlen bevor der Schuh fertig war, mußte sie aufgeben. Ihr Opfer wird nicht vergessen werden.

Samstag, 17. Oktober 2020

Die HeatherCat-Schuhe - Teil 1, zzzzzz ... oder Lazy Cat

Nach meinem letzten Schuhabenteuer hatte ich geschworen, nicht mehr so schnell an so etwas Großem zu arbeiten. Wie dumm von mir. Ich dachte an die HeatherCats und wußte, daß es in meiner "nahen" Zukunft nicht nur ein weiteres Paar Turnschuhe geben würde. Ich wollte noch einen Schritt weiter gehen. Bei den letzten Schuhen mußte ich mich nicht mit einem Muster herumschlagen. Mit senkrechten Nähten im Stoff und Stäbchenperlen zum Verarbeiten gab es nicht viel Platz für ein Muster. Aber die HeatherCats ....

Für die, die die HeatherCats noch nicht kennen, hier eine kleine Erklärung.
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Heather ist eine Freundin von mir, eine Malerin aus Neuseeland. Ich habe sie auf deviantART kennengelernt und ihre Essencestudios entdeckt. Ich könnte euch nicht mal mehr sagen, in welcher Gruppe das war, aber außer ihren anderen Talenten hat Heather das Talent für leuchtende, entzückende Bilder, von denen viele Katzen darstellen, wie hätte ich also nicht in dem Moment, als ich die erste sah, fasziniert sein können?" Das ist aus dem ersten Blogpost, den ich über die HeatherCats schrieb und in dem ihr die ganze Geschichte darüber findet, wie das angefangen hat. Tatsächlich war die Katze im ersten Armband, das ich nach ihren Bildern machte, auch die, die ich für mein erstes Schuhmuster aussuchte.

Dieses Projekt braucht wirklich viel Geduld, mit der ich nicht unbedingt gesegnet bin. Ich habe dies in Stichen mit zwei Perlen gemacht, und hier sind eine Menge Perlen drin.
Also habe ich beschlossen, statt eines großen Blogposts irgendwann im Frühling einen für jede Seite der beiden Schuhe zu schreiben, da es sowieso vier verschiedene Muster geben wird.
Hier ist der erste.

Heather nannte ihr Gouachebild "zzzzzz...", was sehr passend ist. Ich weiß nicht, ob der andere Name von mir kam, aber in meinem Kopf war es immer "Lazy Cat".
Lazy Cat schläft unter einem blauen Himmel auf einer Mauer in einem Garten. Es ist sehr friedlich und man kann fast Vögel singen und Bienen summen hören, auch wenn sie nicht sehen kann.
Dies ist das Originalbild.


Es ist nicht immer leicht, Heathers charakteristischen Stil in Perlen umzusetzen, aber sie hat mir großzügig erlaubt, Änderungen vorzunehmen, wo es nötig ist. Das ist eine Sache in den gewebten HeatherCat-Stücken und eine andere bei einem gestickten Stück, wie ich herausfinden sollte. Sie verwendet gerne spitze Winkel und Spiralen wie in den Pflanzen, und oft gibt es Details mit feinen Umrandungen in anderen Farben. Da mußte ich dann meine Phantasie spielen lassen.

Die zweite Herausforderung war es, die Details auf den Schuh zu bekommen, der ganz offensichtlich nicht rechteckig ist. Also mußte ich zum Beispiel auf den Baum verzichten und die Blumen konnten nicht ganz so hoch werden. Außerdem mußte ich mit ein paar Nähten fertigwerden, auch wenn es keine senkrechten gab.
Zu guter Letzt war da das Stück neben der Hacke, die dicker als der Rest vom Schuh ist, genau wie der Teil, wo die Zunge und das Denim Richtung Spitze aufeinandertreffen.
Allein das kleine weiße Stück links von der großen Pflanze fertigzubekommen dauerte ewig, weil ich wieder einmal blind arbeiten und die richtige Stelle finden mußte, wo ich durch die Schichten pieksen mußte - mit Hilfe der Zange natürlich - und über den Teil rechts, wo ich mich schließlich für ein paar verstreute Perlen entschied, möchte ich gar nicht sprechen.
Ich werde euch keine Bilder von den Innenseite zeigen, solltet ihr aber jemals meine DNA benötigen, könnt ihr versuchen, sie euch von den Blutflecken zu holen ;-) Außerdem habe ich mein Bestes getan, um die die Nadelindustrie zu unterstützen. Mein Rekord waren fünf nagelneue Nadeln in einer Stunde.



Ich kann ehrlich nicht glauben, daß ich es überhaupt so weit geschafft habe. Ich habe die zweite Seite schon angefangen, als ich auf eine Perlenbestellung wartete, also wird es hoffentlich nicht zu lang dauern, bis ihr mehr zu sehen bekommt.

Samstag, 30. Mai 2015

The Great Flapper oder Wie Christie ein neues Kleid bekam - Teil 3, Schmuck und Schuhe

Willkommen zurück zu Christies Geschichte!
Diesmal werde ich euch von ihrem Schmuck und ihren Schuhen erzählen.

Tatsächlich war der Schmuck in diesem Projekt am einfachsten zu machen.
Ich wußte, daß ich ihr lange Halsketten geben wollte, also mußte ich nur in meinem Vorrat schauen, ob ich Perlen in den richtigen Farben hatte, die ich zusammen mit den Rocailles verwenden konnte. Zufälligerweise hatte ich grüne und gelbe Kristalle. Tatsächlich versuchte ich es zuerst mit Ketten ganz aus Kristallen, aber sie gefielen mir nicht wirklich, und nachdem ich auch von meiner persönlichen Ratgeberin dazu ein Nein bekam, entschied ich mich für eine Kombination aus Kristallen und Rocailles. Das war viel besser, auch weil die Ketten so besser sitzen.

In meinem Vorrat waren auch noch kleinere Kristalle in grün, also machte ich daraus ein kleines Luftmaschenarmband, und schaut euch nur den großen Stein an, den sie am Finger trägt!
Neuere Puppen haben oft ein Loch in ihrer Hand, wo der Ring fehlt, das mußte ich also abdecken.

Ich hatte das Gefühl, daß baumelnde Ohrringe nicht gut zu den Fransen an der Kopfbedeckung passen würden, obwohl ich sie liebe, also entschied ich mich stattdessen für kleine goldene Ohrstecker, Kugelstifte, die ich in die Ohrlöcher steckte.


Christies Umgestaltung war fast fertig, wie aufregend! Wie wenig ich doch ahnte, daß sie noch so lang würde warten müssen.
Ich habe ja schon große Füße, aber ich habe nicht solche Probleme, Schuhe zu finden, wie diese Dame.
Es gibt nicht so viele Supersize-Outfits und die Schuhe sind sogar noch schwieriger einzeln zu finden. As ich das eine Paar, das zu verkaufen war, nicht bekam, mußte ich mir etwas anderes ausdenken.

Mein erster Gedanke war Polymer Clay. Vielleicht konnte ich ja die Sohlen aus Fimo machen und die Oberteile aus Perlen. Ich hatte etwas altes Fimo und beschloß einen Probelauf. Ich setzte Christies Füße auf etwas Papier und zeichnete die Umrisse, schnitt die Schablonen aus, drückte sie auf das Fimo und begann rundherum zu schneiden.
Ich glaube an Recycling und habe Papierreste für meine Notizen, meine To-Do-Listen und solche Dinge herumliegen. Ich habe einen Tip für euch. Benutzt kein Papier mit dem Ausdruck eines Lohnsteuerformulars. Die Tinte bleibt auf dem Fimo kleben. Natürlich tut sie das. Doh. Dies war aber nur ein Probelauf, also machte das nichts aus.
Ich drückte die Sohlen zum Formen leicht an Christies Füße. Das sah für einen ersten Versuch nicht so schlecht aus. Ich steckte sie in meinen Toasterofen und wartete, als ich auf einmal ein seltsames Geräusch hörte. Ich kann nicht mal beschreiben, in was sich die Sohlen verwandelt hatten. Es war eine verbrannte und klebrige Masse, die Blasen schlug. Ich habe keine Ahnung, ob es der Ofen war, der eine Weile nicht benutzt worden war - obwohl ich den ganzen Staub entfernt hatte - oder das alte Fimo oder beides. Zeit und Temperatur hatten gestimmt. Nun ja.

Ich mußte neues Fimo besorgen und den anderen Ofen benutzen.
Ich war optimistisch gewesen, nachdem ich die neuen Sohlen gemacht hatte, aber es klappte dann doch nicht so, wie ich es mir gewünscht hätte. Ich hatte meine Sohlen, ich hatte die Absätze, nun mußte ich nur eine Idee für die Oberteile haben.
Die arme Christie lehnte wochenlang an der Wand. Mein nächstes Puppenprojekt, zu der Zeit noch ohne Kopf, leistete ihr Gesellschaft, während ein Kleidungsstück nach dem anderen dazukam. Sie waren ein seltsames Paar und ein bißchen traurig anzuschauen.

Schließlich wußte ich, daß es jetzt oder nie hieß. Ich setzte mich mit meinem Fimo, den Sohlen und Christie hin und versuchte, einen Schuh an ihrem Fuß zu formen, den ich anschließend auch wieder herunterbekäme. Vergeßt nicht, daß ich wieder eine ganze Puppe an dem Fuß hängen hatte. Da Christies Taille ein wenig locker ist, bewegte sie sich und wackelte während des Prozesses ständig herum. Die Dame hat überhaupt keine Geduld!
Ich probierte und probierte, aber wenn eine Sache klappte, ging die andere schief. Der Gedanke daran, daß ich dasselbe dann auch noch für den anderen Fuß würde machen müssen, trieb mich dazu, drastische Maßnahmen zu ergreifen. Ich zerbrach die Sohlen in zwei Stücke und warf sie weg.
Aber was jetzt?
Ich kann nicht glauben, daß ich so lang brauchte, um zu erkennen, daß ich die Schuhe aus Draht und Rocailles stricken könnte. T-Strap-Schuhe mit einem gehäkelten Drahtabsatz. Seht ihr, manchmal brauche ich nur Zeit, um endlich auf eine Idee zu kommen!


Und hier ist sie nun, in unserem von den 20ern inspirierten Hausflur, wo sie sich eingerichtet hat (sie hätte auf keinen Fall in meinen Puppenschrank gepaßt). Jedesmal, wenn ich aus meiner Wohnung komme, bringt sie mich zum Lächeln, wie sie da so steht und mir zulächelt.


Ihr habt die ersten beiden Posts verpaßt? Ihr findet sie hier!
Teil 1, Das Kleid
Teil 2, Die Kopfbedeckung

Werdet ihr bei meinem nächsten Puppenprojekt wieder dabei sein? Es ist ganz anders als die ersten beiden, hat aber genauso viel Spaß gemacht (und Schuhprobleme gab es dabei gar nicht!).