Ich habe selber nicht dran gedacht, Bilder vom Schnee zu machen, als wir welchen hatten, weil ich ehrlich gesagt keine Lust hatte, abends raus zu gehen (außer als ich schaufeln mußte und das machte mir wirklich keine Laune auf Bilder).
Als ich dann rausging, sah der meiste Schnee nicht mehr so schön aus. Ich hätte versuchen sollen, von meinem Fenster aus ein Bild zu machen, durch die Häuser hindurch in Richtung Wald, aber vom ersten Stock aus ist die Aussicht nicht sehr gut.
Meine Schwester machte diese Bilder von ihrem Balkon aus (danke!). Ist es nicht seltsam, wie man sie fühlen und riechen kann?
Hier ist also mein bescheidenes (im Vergleich zu so vielen anderen im Moment) Angebot von Schneeimpressionen, Tage nachdem wir tatsächlich Schnee hatten. Vielleicht wird es die Wettergötter ja davon überzeugen, daß wir nicht noch mehr davon brauchen.
Sonntag, 8. Februar 2026
Schnee
Freitag, 6. Februar 2026
Weekend Traffic Jam Reboot - Woche 142
Willkommen beim Weekend Traffic Jam Reboot!
Meine Posts für den Linkup gehen freitags um 3.30 morgens live (das ist dem Zeitunterschied zu den USA geschuldet).
Ich weiß, daß ich für jemanden, der nicht mal kocht oder so, in den Reboot-Posts viel über Essen spreche. Heute geht es um die Dinge, die manchmal zwischen Essen und mir stehen - ich spreche von meinem Gehirn.
Neulich wollte ich mir selber Toast machen. Ich bin gut darin, praktisch ein Profi. Ich kann beim Scheiben einlegen mit den Besten mithalten. Aber mein Toaster war kaputt. Wie konnte das sein, von einem Tag auf den anderen? Er ist noch nicht mal besonders alt. Der Toast blieb einfach nicht unten und das Licht ging auch nicht an. Vielleicht war es ja die Steckdose, versuchen wir doch mal die daneben. Nein. Steckengebliebene Krümel? Nein. Wie ihr seht, griff ich da schon nach Strohhalmen.
Der Hunger ließ jedoch ein Aufgeben nicht zu und zum Schluß war die Lösung dann recht, ähem, einfach ... es hilft einfach total, wenn man nicht den Stecker des Eierkochers benutzt (der nicht mal gleich aussieht)! 🤪 (<- das ist das tatsächliche Gesicht, das ich zu diesem Zeitpunkt gemacht habe, nur mit Brille).
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| Bild über pxhere |
Seid ihr bereit fürs Wochenende? Was sind eure Pläne?
Als Teil des Reboots werden wir jede Woche einen anderen Blog vorstellen.
Wie wäre es, wenn ihr vorbeischaut und hallo sagt? Sagt ihnen, daß wir euch geschickt haben.
Diese Woche fällt unser Spotlight auf Wisdoms & Wrinkles.
Laura-Kim von Wisdom & Wrinkles schreibt "Ich bin Laura, eine 46 Jahre alte Helikopter-Mutter in der Genesungsphase, die lernt, allein zu fliegen, nachdem sich mein Nest allmählich leert.
Nach 18 Jahren, in denen ich über das Chaos der Erziehung von vier Kindern gebloggt habe, navigiere ich nun die unerwarteten Abenteuer des Lebens im mittleren Alter mit Hitzewallungen, Lesebrille und einer völlig neuen Perspektive.
Heutzutage arbeite ich mit meinem Mann von zu Hause aus (ja, wir reden noch!) und versorge einen Haushalt, der irgendwie ruhiger und lauter zugleich ist, mit nur zwei Kindern, die noch unter unserem Dach leben. Ich dokumentiere dieses große Abenteuer der Neuerfindung - vom Überleben der Menopause mit intaktem Sinn für Humor bis hin zur Neudefinition meiner Rolle als Mutter von jungen Erwachsenen, während ich entdecke, wer ich über das Chaos von Schuldkindern hinaus bin.
Begleitet mich, wenn ich das Gelächter, die Tränen und die unerwartete Weisheit teile, die damit einhergeht, sich auf dieses nächste Kapitel einzulassen. Denn während sich meine Falten vervielfachen, tun das auch die Gründe zu lächeln."
Marsha von Marsha in the Middle hat 2021 als Training mit dem Bloggen angefangen, um ihre Neuroplastizität zu erhöhen. Ach, wem machen wir was vor? Marsha hat mit dem Bloggen angefangen, weil sie Kleidung liebt, und sie redet oder in diesem Fall schreibt einfach gern!
Melynda von Scratch Made Food! & DIY Homemade Household - Der Name sagt schon alles, wir haben uns im Osten von Texas angesiedelt, wobei sich drei Generationen das Land teilen. Ich koche und backe alles selber, wenn ich nicht gerade gärtnere oder den Hühnern nachlaufe, und stricke!
Lisa von Boondock Ramblings erzählt von den Büchern, die sie schreibt und liest, ihrem Glauben, Home-Schooling, Fotografie und mehr.
Cat von Cat's Wire hat, was sie ein Springspinnengehirn nennt. Sie hat viele Interessen und bloggt über das, was immer gerade ihre Aufmerksamkeit erregt - Handarbeiten, Bücher, alte Filme, Sammelwertes oder "einfach nur so".
Rena von Fine Whatever Blog schreibt über Stil, Leben im mittleren Alter und die "gut, was auch immer" Momente, die dem Leben Sinn und Spaß geben. Seit 2015 feiert sie Kreativität, Selbstvertrauen und die Freude am Alltag.
Hier ist meine Auswahl von ein paar Posts aus dem Linkup der letzten Woche (englischsprachig).
Habt ihr übriggebliebenes Packpapier? Ann zeigt uns, wie wir es dazu benutzen können, etwas Hübsches zu machen!
Mireille nimmt uns mit auf einen Besuch zum Biltmore Estate, Asheville, North Carolina.
Ich finde, diese Ohrringe, die Moois gemacht hat, strahlen tolle 60er Vibes aus!
Amy spricht darüber, Spaß zu haben. Wann hattet ihr das letzte Mal Spaß?
Nicole sieht Dinge im Schnee - was seht ihr?
Macht mit beim Linkup!
Richtlinien:
Diese Linkparty ist nur für Blogposts. Alle anderen Links werden gelöscht.
Bitte verlinkt nur Blogposts, die ihr selber geschrieben habt. Bitte verlinkt direkt zur URL eures Blogposts und nicht der Homepage eures Blogs.
Bitte verlinkt nicht auf Videos, Verkaufsanzeigen oder Links auf sozialen Medien, wie zum Beispiel YouTube-Videos oder -Shorts, Instagram- oder Facebook-Reels, TikTok-Videos oder anderen Beiträge auf sozialen Medien.
Bitte besucht auch andere Blogs und laßt einen Kommentar da.
Zur Beachtung:
Wenn ihr am Weekend Traffic Jam Reboot teilnehmt, versichert ihr damit, daß der Inhalt euch gehört und ihr uns erlaubt, denselben zu teilen, falls euer Post oder euer Blog erwähnt werden.
Wir begrüßen unbegrenzten familienfreundlichen Inhalt. Dazu können Meinungsposts, Rezept, Reiseberichte, Modeideen, Handarbeiten, Second-Hand-Einkaufen, Lifestyle, Buchrezensionen oder -diskussionen, Fotografie, Kunst und noch vieles mehr gehören!
Danke für's Mitmachen!!
You are invited to the Inlinkz link party!
Click here to enterDonnerstag, 5. Februar 2026
Stummfilme - Illusion
Vor zwei Wochen hatten wir "das Profil", heute bringe ich "die Augen" zurück - Conrad Veidt.
Der Film ist von 1929 und heißt "Illusion".
Fangen wir mit der Handlung und ein paar Spoilern an.
Bühnenmagier und Hypnotiseur Erik der Große ist seine hübsche und viel jüngere Assistentin Julie verliebt, sie aber scheint das nicht wirklich zu erwidern, obwohl er mit ihr verlobt zu sein meint.
Eines Nachts steigt ein Einbrecher in Eriks Suite ein, um Essen zu stehlen. Jeder, Julie und Buffo, Eriks anderer Assistent, kommen gelaufen, aber Erik versichert ihnen, daß alles in Ordnung ist, und bietet Mark auf den Vorschlag von Julie hin sogar eine Stelle als Assistent an.
Erik plant seine Verlobung mit Julie an ihrem 18. Geburtstag bekanntzugeben, aber bevor die Feier beginnt, erzählt ihm der eifersüchtige Buffo von der heimlichen Liebe zwischen Julie und Mark.
Also verkündet Erik stattdessen die Verlobung von Julie und Mark, sehr zur Überraschung der Gäste und zum Ärger von Buffo.
Während ihres nächstes Bühnenauftritts wird Buffo in einem Trick mit einer Truhe und Schwertern, den Mark ausführt, getötet.
Beim Mordprozeß (mit Sam de Grasse, den wir aus vier Filmen kennen, über die ich schon geschrieben habe, als Ankläger), fleht Julie Erik um Hilfe an für Mark an.
Erik bittet den Richter, den Trick vorführen zu dürfen. Er zeigt, wie er das Publikum getäuscht durch das Zeigen eines blutigen Schwerts hat, damit es denkt, Mark hätte den tödlichen Stich ausgeführt, aber wie tatsächlich er Buffo mit einem in seinem Ärmel versteckten Dolch getötet hat.
Er erklärt, gehofft zu haben, daß Julie zu ihm zurückkäme, wenn er den unloyalen Buffo losgeworden wäre und Mark durch seine Beschuldigung aus dem Weg geräumt hätte.
Dann tötet er sich vor den Augen eines schockierten Publikums mit dem Dolch.
Veidt war zu der Zeit 26, Philbin 26. Tatsächlich kam dieser Film nur ein Jahr heraus, nachdem sie in "Der Mann, der lacht" (einer meiner Posts, der leider überhaupt keine Kommentare bekommen hat, obwohl ich den Film wirklich faszinierend fand) ein sehr glaubwürdiges Paar gewesen waren.
Also hatte ich hier nicht das "Igitt"-Gefühl, das ich schon bei anderen Filmen hatte, nicht nur weil ich ein Fan von Veidt bin, selbst wenn sie schwer mit Makeup und silbernen Schläfen gearbeitet haben, um die Vorstellung eines großen Altersunterschieds zu vermitteln.
Der Film wurde auf dem Set von "Das Phantom der Oper" gedreht und hatte zwei Versionen. Die eine war teilweise vertont - wir sind am Ende der Stummfilmära und Veidt ging nach diesem Film nach Deutschland zurück - und gilt als verschollen (in der ungarischen Version wurde Veidt von Bela Lugosi synchronisiert).
Die Stummfilmversion enthielt Szenen, die als verschollen gelten.
Ich habe den Abzug mit dänischen Zwischentiteln gesehen, der ungefähr eine Stunde lang läuft, also ist die Entwicklung teilweise vielleicht etwas überstürzt.
Ich habe gelesen, daß es eine Szene gab, in der Erik einen Zusammenbruch hat. Das muß gut gepaßt haben, denn es ist schwer zu glauben, daß er den ganzen Film über so ruhig geblieben sein soll, außer am Ende natürlich.
Obwohl es recht vorhersehbar war, daß Julie und Mark zusammenkommen würde, habe ich ihnen nicht die Daumen gedrückt, obwohl es wahrscheinlich so gedacht war, daß das Publikum das tut.
Oh schau, der alte Mann nutzt das junge Mädchen aus, das nur geblieben ist, weil er soviel für sie getan hat.
Ich denke, das hätte ich eher nachvollziehen können, wenn Erik von einem älteren Schauspieler gespielt worden wäre.
So hat er mir nur leid getan, naja, bis er Buffo umgebracht hat. Er hätte ihn feuern sollen, weil er den ganzen Film über genervt hat, aber Mord war schon etwas übertrieben.
Ich mochte auch Mark von seiner ersten weinerlichen Szene an nicht, als Erik ihn in seiner Suite überraschte.
Was mich auch gewundert hat war, daß niemand die Möglichkeit in Betracht gezogen hat, daß Buffos Tod ein Unfall gewesen sein könnte. Schließlich hätte Buffo die Truhe während der Schwerteraktion verlassen können/sollen. Ein klares Versagen von Marks Anwalt.
Das Highlight war für mich also wirklich Conrad Veidt. Meiner Meinung nach hätten sie mehr aus dem Film machen können, wenn sie sich nicht nur so sehr auf seinen düsteren, hypnotischen Blick konzentriert hätten. Wie ich aber gesagt habe, hätten die fehlenden Szenen da vielleicht einen Unterschied gemacht.
Warum das manche als Horrorfilm bezeichnen, weiß ich übrigens nicht.
Auf jeden Fall habe ich den Film dank ihm trotzdem genossen, während mich die anderen drei nicht so sehr überzeugten. Ich habe mich sogar gefragt, wie Julies und Marks Geschichte wohl weitergegangen wäre, denn sie schienen mir beide nicht gerade besonders lebenstüchtig zu sein.
Würde ich ihn noch einmal anschauen? Ich denke ja, aber es gibt ja noch mehr Veidt-Filme!
Quellen (englischsprachig):
1. Fritzi Kramer: The Last Performance (1929) - A Silent Film Review. Auf: Movies Silently, 20. August 2014
2. "Monique classique": The Last Performance (1929). Auf: Conrad Veidt Forever
Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.
Montag, 2. Februar 2026
Aus meinem Kinderbuchschrank - Krabat
Meine Schwester bekam "Krabat" zu Weihnachten, als ich 6 war. Ich könnte euch nicht mehr sagen, wann ich es das erste Mal gelesen habe und leider kann ich mich auch nicht an meine erste Reaktion darauf erinnern. Es kann mich nicht abgeschreckt haben, weil ich es seither sehr oft wiedergelesen habe.
Warum es mich abgeschreckt haben sollt, wollt ihr wissen, falls ihr "Krabat" nicht kennt?
Sprechen wir darüber.
"Krabat" wurde von Otfried Preußler geschrieben, die Erstveröffentlichung war 1971.
Es erhielt mehrere Preise und ist inzwischen in 39 Sprachen übersetzt worden.
Anmerkung: Ihr habt vielleicht von dem Film von 2008 gehört, ihn vielleicht sogar gesehen, aber ich werde nicht darüber sprechen, weil ich ihn nicht mochte.
Ich werde aber ein paar Quellen für weitere Lektüre am Ende des Posts angeben, wenn ihr an mehr Details zum Buch interessiert seid, aber auch an der Biographie des Autoren, die in diesem Zusammenhang interessant ist. Da ich über mehrere Dinge sprechen möchte, die in Verbindung mit dem Buch stehen, würde der Post zu lang werden, wenn ich das direkt vertiefe.
Das Buch spielt während des Großen Nordischen Kriegs im frühen 18. Jahrhundert.
Krabat und zwei weitere wendische Betteljungen gehen von Dorf zu Dorf, um als die drei Könige für etwas Essen zu singen, als Krabat in drei Träumen zur Mühle in Schwarzkollm gerufen wird.
Er folgt dem Ruf zu der Mühle beim Schwarzen Wasser im Koselbruch, wo ihm der geheimnisvolle einäugige Meister anbietet, ihn zu seinem Lehrling zu machen und ihn das Mahlen von Korn zu lehren, aber auch "den Rest". Krabat nimmt an, ohne zu wissen, daß die Mühle auch eine "Schwarze Schule" und "der Rest" die Zauberei ist. Es bedeutet harte Arbeit, ja, aber es gibt auch ausreichend zu essen, was für einen Waisenjungen in diesen harten Zeit verführerisch genug ist.
Krabat und seine elf Mühlenbrüder, aber einmal in der Woche werden sie zu Raben und der Meister lehrt sie schwarze Magie.
Obwohl das Zaubern ihr Leben aber auf manche Art leichter macht, bringt es auch die Gefahr mit sich, der eine zu sein, der an Silvester sterben muß, weil er eine Bedrohung für den Meister darstellt. Der Meister selber hat sich nur dem Gevatter zu verantworten, der die Mühle in jeder Neumondnacht besucht und Säcke mit grausigem Inhalt zum Mahlen mitbringt.
Nachdem er also zwei seiner Freunde verloren hat, muß Krabat in seinem dritten Jahr in der Mühle entscheiden, was er vom Leben erwartet, vor allem nachdem er sich in ein Mädchen aus dem nahegelegenen Dorf verliebt hat. Sie ist diejenige, die ihm dabei helfen kann, der Mühle zu entkommen und der Herrschaft des Meisters ein Ende zu setzen, auch wenn das bedeutet, daß die Gesellen ihre Zauberkräfte verlieren werden. Falls sie aber scheitert, wird das den Tod für Krabat und sie bedeuten.
Nun versteht ihr vielleicht, warum ich mich gefragt habe, wann ich das das erste Mal gelesen habe und warum es mich nicht abgeschreckt hat.
"Krabat" ist kein lustiges Buch über Zauberer und Magie. Teile davon sind sehr düster und unheimlich, es geht um Macht, wie sie mißbraucht wird oder wie man davon manipuliert wird, damit man in der Hoffnung, nicht derjenige zu sein, der ihr Opfer sein wird, schweigt oder andere verrät. Es geht darum, schlau zu sein, und um Freundschaft, Vertrauen, Hoffnung und Liebe.
Obwohl es für junge Leser*innen geschrieben ist, ist es für Erwachsene nicht langweilig, sie werden eine Menge mehr als nur eine Abenteuergeschichte darin finden.
Ursprünglich ist Krabat der Held einer sorbischen Volkssage, in der er als Zauberer dargestellt wurde, der seine Kräfte hauptsächlich zum Guten nutzte.
Sorben sind eine westslawische Ethnie, die in der Lausitz im Osten Deutschlands lebt und als nationale Minderheit anerkannt sind.
Es gibt aber auch einen wirklichen Krabat - den "Kroat" Johann Schadowitz, der für den Kurfürsten von Sachsen Johann Georg II. gekämpft hat und mit einem Gut in Särchen belohnt wurde, wo er eine Menge für die arme und daher ungebildete sorbische Bevölkerung getan hat, was ihm den Ruf als Zauberer einbrachte.
Preußler war nicht der einzige, der von der Sage um Krabat inspiriert wurde.
1954 nutzte Měrćin Nowak-Njechorński sie für seinen sorbischen Roman "Mišter Krabat" (eine der Inspirationen für Preußler, aber kurz nach dem 30jährigen Krieg spielend) und mischte sie mit Legenden über eine weitere sorbische Figur, Martin Pumphut (der als Pumphutt in zwei Kapiteln von Preußlers Buch auftaucht), der seine Zauberkräfte dafür benutzte, anderen Müllerburschen zu helfen. Das Buch wurde von Jurij Brězan ins Deutsche übersetzte, der selber zwischen 1968 und 1993 drei Romane über Krabat schrieb.
Seid ihr schon verwirrt?
Wie wäre es, wenn wir uns dann jetzt ein paar Filme anschauen?
Brězans erstes Buch "Die schwarze Mühle" ist seine Version der Krabat-Sage und inspirierte einen Film mit demselben Titel, der 1975 von der DEFA in der DDR gemacht wurde, deren Märchenfilme ja auch jetzt noch hier im Fernsehen gezeigt werden.
Die Version ist in mancher Hinsicht anders als die von Preußler, wobei am wichtigsten wohl ist, daß der Meister Menschen, die ihm nicht zu Willen sind, in Tiere verwandelt, und daß es nicht die Liebe eines Mädchens ist, die letztendlich die Herrschaft des Meistes zerstört, sondern die einer Mutter.
Es gibt aber auch einen Animationsfilm, der auf Preußlers Buch basiert.
1977 produzierte der tschechische Filmregisseur und Animator Karel Zeman "Čarodějův učeň" (das heißt "Der Zauberlehrling", aber der deutsche Titel ist "Krabat"), von dem jemand aus meiner Familie sagt, daß er ihn immer noch super gruselig findet. Er hat wirklich eine tolle Atmosphäre.
Ich kann die Filme nur empfehlen, aber Preußlers Buch ist es wirklich wert, gelesen zu werden, falls ihr das tatsächlich noch nicht getan hättet. Auch zwei Mal oder drei Mal.
Weitere Lektüre:
1. Caroline Roeder: Mediales Mühlengeklapper - die Otfried-Preußler-Debatte 2023 f. Auf: Pädagogische Hochschule Ludwigsburg
2. Webseite "Auf den Spuren des Krabat"
3. Die Sagenfigur Krabat. On: Schwarzkollm.de
4. Krabat auf dem deutschen Wikipedia
5. Krabat: Die wahre Geschichte hinter dem DDR-Kultfilm. Bei MDR Dok auf YouTube
6. Hannah *: 51 Jahre Krabat - warum man manchmal erst erwachsen werden muss, um ein Jugendbuch wirklich zu verstehen. Auf: Buchfreaks, 24. Januar 2022























