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Samstag, 1. August 2026

Meine Juli-Bücher

Dies ist ein Überblick der Bücher, die ich in einem Monat fertiggelesen habe (nicht unbedingt im selben Monat angefangen) und die ich Gundel vorgelesen habe (mit 😸 markiert).
Ich werde jeweils eine kurze Erklärung hinzufügen, warum ich ein Buch ausgewählt oder wie ich es gefunden habe und vielleicht auch, ob es ein Kandidat zum Wiederlesen ist, aber ich werde keine richtigen Rezensionen oder Bewertungen abgeben (Gundel weigert sich ebenfalls zu bewerten). Solltet ihr aber etwas mehr Info zu einem Buch haben wollen, an dem ihr interessiert seid, laßt es mich einfach wissen.

Wie ihr sehen könnt, war das für mich ein viel besserer Lesemonat als der letzte. Es war eine solche Vielfalt, daß ich sogar an das Limit meiner Tags stieß, ich wußte nicht mal, daß es dafür eins gibt!

"Silent Murders" von Mary Miley, Erstveröffentlichung 2014
(Roaring Twenties Mystery 2)


Leah, die junge Vaudeville-Schauspielerin, ist zu Jessie Beckett geworden und beginnt als Scriptgirl für die Pickford-Fairbanks Studios ein neues Leben in Hollywoods Stummfilmindustrie.
Als ein berühmter Regisseur erschossen wird, fängt Jessie an zu ermitteln.

Ich hatte auf Fritzi Kramers Stummfilmblog etwas über eins von Mileys Büchern gelesen und im Februar mit dem ersten angefangen.
Ich neige dazu, ein Problem mit Amateurdetektivinnen und -detektiven zu haben, die schlauer als die Polizei und alle anderen sind, aber ich mochte dieses Buch lieber als das erste, was mit den Schauplätzen und vertrauten Namen zu tun hatte, aber auch damit, daß ich erkannte, welche Teile auf welchen historischen Fakten basierten, ohne die "historische Notiz" am Ende zu lesen. Der erste Mord beruhte zum Beispiel auf dem Mord an
 William Desmond Taylor, über den ich ebenfalls schon gelesen habe.

"Carl Sandburg at the Movies: A Poet in the Silent Era 1920 - 1927" von Carl Sandburg, Erstveröffentlichung 1985


Carl Sandburg war Dichter, Biograph, Journalist und Herausgeber. Er war außerdem der Kinoexperte für die "Daily News".
Für dieses Buch wählten Dale und Doug Featherling einige der besten Filmkolumnen von Sandburg aus und fügten eine kurze Einführung für jedes Jahr und Fußnoten zu den erwähnten Personen hinzu.

Ihr werdet zweifelsohne immer mal wieder ein Zitat hieraus zu lesen bekommen. Was ich an dem Buch nicht mochte war, daß es mir Appetit auf den ein oder anderen Film machte, von dem ich dann leider entdecken mußte, daß er verschollen ist.

"Schloss Gripsholm : eine Sommergeschichte" von Kurt Tucholsky, Erstveröffentlichung 1931


Dies ist die Geschichte eines Liebespaars, das einen Sommerurlaub in Schweden verbringt, auf Gripsholms slott. Nicht alles ist jedoch Spaß und Liebe, als sie einem kleinen Mädchen aus dem nahegelegenen Kinderheim begegnen, das von einer sadistischen deutschen Leiterin geführt wird.

Ich hatte seit der Schule keine deutschen Klassiker mehr gelesen und beschloß, es jetzt mit einem im Monat zu versuchen. Keine Ahnung, wie dieses Projekt ausgehen wird.

Ich liebe das Cover mit einer Illustration von George Barbier von 1925. Es erinnert mich an die Wandmalereien von Oskar Schlemmer im Badhaus der Märklin-Villa in unserer Stadt.

"Ballet Shoes" = "Ballettschuhe" von Noel Streatfeild, Erstveröffentlichung 1936 
😸
(Shoes 1)


Das Buch erzählt die Geschichte von drei Mädchen, die von dem Paläontologen Groß-Onkel-Matthew, genannt Gom (Gum im Original), auf seinen Reisen adoptiert wurden. Als Gom wieder auf Reisen geht, bleiben Pauline, Petrova und Posy bei seiner Nichte Sylvia und deren früherem Kindermädchen, genannt Nana.
Als ihnen das Geld ausgeht und Gom nach Jahren immer noch nicht daheim ist, müssen sie Zimmer vermieten und die Mädchen werden in der
 Children's Academy of Dancing and Stage Training aufgenommen, was ihnen dann erlaubt, auf der Bühne zu arbeiten und so den Haushalt zu unterstützen.

Ich hatte Noel Streatfeild nicht gekannt - einige ihrer Bücher wurden erst vor nicht allzulanger Zeit ins Deutsche übersetzt - bevor Erin von "Still Life, With Cracker Crumbs" erwähnte, daß sie eins ihrer Bücher las.
Ihre "Shoes"-Reihe für Kinder ist beliebt und das nächste steht schon auf meiner Liste.


"J. M. Barrie & the Lost Boys: The Love Story that Gave Birth to Peter Pan" von Andrew Birkin, Erstveröffentlichung 1931


Obwohl es mit seiner Kindheit beginnt, konzentriert sich das Buch wirklich auf die Beziehung von Barrie mit den fünf Llewelyn Davies-Söhnen George, John, Peter, Michael, und Nicholas.

Ich habe zwar "Wenn Träume fliegen lernen" gesehen, das von diesem Buch inspiriert wurde (aber sehr "Hollywood" ist), mein Interesse an Barrie wurde allerdings geweckt, als ich "Peter Pan" angeschaut und gelesen habe.
Das Buch ist keine Biographie, die man einfach mal so durchliest. Es gibt eine Menge Namen, eine Menge Fotos, eine Menge Zitate aus Stücken, Romanen und Briefen und eine Menge (manchmal verwirrende) Auszüge aus Barries Notizbüchern. Ich fand es trotzdem sehr interessant und habe es sehr gern gelesen, obwohl ich mir - wie andere - nicht sicher bin, was es letztendlich über Barrie und die Jungen aussagt (es gibt zwei Lager für "pädophil/asexuell"), aber werden wir das überhaupt je sicher wissen können?

"Das gelbe Haus" von Mieko Kawakami, Erstveröffentlichung 2023


Drei junge Frauen versuchen im Japan der 90er zu überleben.
Die Geschichte wird vom Standpunkt Hanas aus erzählt, die ihre Mutter verlassen hat und bei einer neuen Mutterfigur einzieht, Kimiko, später kommen noch Ran and Momoko dazu. Um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, fühlen sie sich gezwungen, sich kriminellen Kreisen anzuschließen.

Das Buch war ein doppeltes Geschenk an ein Familienmitglied, das mich fragte, ob ich ein Exemplar haben wollte (das ich nicht behalten werde, da ich bezweifle, daß ich es nochmal lesen wollen würde, einfach wegen des Genres).

"The Lady Vanishes" = "Eine Dame verschwindet/Die Frau im Zug" von Ethel Lina White, Erstveröffentlichung als "The Wheel Spins" 1936


Zwei Engländerinnen begegnen sich in einem Zug auf dem Kontinent. Dann verschwindet Miss Froy plötzlich und niemand will Iris glauben, daß sie überhaupt existiert. War es nur ein Traum oder ist Miss Froy in Gefahr?

Ich habe den Hitchcock-Film erst kürzlich das erste Mal gesehen (fragt nicht, warum ich so lang dazu gebraucht habe), und nachdem eine Freundin erwähnte, daß er auf einem Buch basierte, mußte ich es natürlich lesen.
Mir gefällt allerdings der Film diesmal tatsächlich besser.


"Dracula" von Bram Stoker, Erstveröffentlichung 1897


Ich bezweifle, daß ich irgendjemand sagen muß, worum es in dem Buch geht - den Vampir Dracula, der von seinem Heim in Transylvanien nach London reist, um das Böse der Untoten zu verbreiten.

Das Buch war schon ewig auf meiner Liste gewesen. Die Geschichte wird hauptsächlich durch Briefe und Tagebucheinträge (von mehreren Hauptfiguren) erzählt, von denen manche recht langatmig und wahrscheinlich nicht jedermanns Sache sind (selbst ich mußte manchmal ein bißchen kämpfen). Ich bin jedoch nicht überrascht, daß der Roman die Fantasie der Menschen anregte.


"Dunkles Glas und Fisch in der Lampe" von Ingeborg Engelhardt, Erstveröffentlichung 1963


Ein junger Glasmacher muß vom griechischen Aquileia in die römische Kolonie Niedergermanien flüchten.

Für einen Blogpost nochmal gelesen.


"Death - das Kabinett des Dr. Leng" von Douglas Preston und Lincoln Child, Erstveröffentlichung 2023
(Pendergast 21)


Agent Pendergasts Mündel Constance Greene kehrt ins Jahr 1880 zurück, um ihre Schwester davor zu bewahren, durch den Serienmörder Dr. Enoch Leng getötet zu werden.

Falls ihr gemeint habt, die Pendergast-Bücher könnten nicht verrückter werden - doch, sie können.

"Billard um halb zehn" von Heinrich Böll, Erstveröffentlichung 1959


Das Buch spielt am 6. September 1958 und erzählt die Geschichte der Architektenfamilie Fähmel zwischen 1907 und diesem Tag - in Geschichten, Rückblicken, Erinnerungen.

Ich hatte seit der Schule keine deutschen Klassiker mehr gelesen und beschloß, es jetzt mit einem im Monat zu versuchen (womöglich sogar mehr wie in diesem Monat, aber ohne Druck). Keine Ahnung, wie dieses Projekt ausgehen wird.
Ich war kein Fan des Stils. Ganze Seiten von dahingeschmissenen Gedanken oder Bildern in Satzstücken, durch Strichpunkte getrennt, zu lesen, war recht erschöpfend.


"Death of a Busybody" von George Bellairs, Erstveröffentlichung 1942
(Inspector Littlejohn 3)


Nachdem eine ältere Dame, die etwas zu sehr damit beschäftigt ist, die Sünder und Sünderinnen ihres Dorfs zur Reue zu drängen, tot in der Senkgrube der Pfarrei gefunden wird, wird Inspektor Littlejohn von Scotland Yard mit der Ermittlung beauftragt.

Ich hatte noch nie zuvor von George Bellairs gehört, sah ihn aber als unterschätzten Schriftsteller erwähnt.
Das Buch war eine nette kleine Abwechslung und eine schnelle Lektüre. Ich werde mir den Namen mal merken.

"Stone Blind" = "Stone Blind - Der Blick der Medusa" von Natalie Haynes, Erstveröffentlichung 2023


Dies ist eine Nacherzählung des griechischen Medusa-Mythos mit dem Anspruch, Medusa ihre Stimme wiederzugeben.

Falls euch eine Menge Sichtweisen nichts ausmachen und ihr antike Mythen mögt, könnte das ein Buch für euch sein. Ich erwartete zwar mehr Medusa und weniger von all den anderen Göttern/Göttinnen (halb oder ganz) und Sterblichen, die ihren Weg kreuzten, und ich mochte es nicht so gern wie "Pandora's Jar", habe es aber dennoch gern gelesen.


"The Doyle Diary : the last great Conan Doyle mystery; with a Holmesian investigation into the strange and curious case of Charles Altamont Doyle by Michael Baker" von Charles Altamont Doyle, Erstveröffentlichung 1978


Charles Altamont Doyle, der Vater von Arthur Conan Doyle, war Künstler - wie drei seiner älteren Brüder, nur nicht so erfolgreich - und Beamter.
Doyle litt an Depressionen und Alkoholismus. Dieses Skizzenbuch wurde zwischen März und Juli 1889 geschaffen, während seines Aufenthalts auf Sunnyside, Montrose Royal Lunatic Asylum.


Ich stieß im Fernsehen auf die kurzlebige Serie "Houdini und Doyle" und erfuhr so von Doyles Vater, was mich neugierig machte.
Das Buch hat eine Einführung in Doyles Leben und eine Transkription der Texte und Notizen, zum Glück, da ich nicht alles so leicht lesen konnte. Ich mochte die Illustrationen sehr und kann nur empfehlen, daß ihr selber mal reinschaut.

"Kitten Caboodle : a collection of feline fiction" herausgegeben von Barbara Silverberg, Erstveröffentlichung 1969 😸


Silverberg hat hier Katzengeschichten und -gedichte aus allen möglichen Genres gesammelt - Humor, Geistergeschichten, Legenden und Märchen, sogar Science Fiction.

Ich bin zufällig auf das Buch gestoßen, weil es mit Katzenzeichnungen von 
Théophile-Alexandre Steinlen illustriert ist, dessen Poster für "Le Chat Noir" ich vor ein paar Wochen bei meinen Lieblingskatzen mit aufgeführt habe.

"The Cornish Coast Murder" = "Mord in Cornwall" von John Bude, Erstveröffentlichung 1935


Wenn ein Mann getötet wird, den niemand mag, hat man eine Menge Verdächtige. In Verbindung mit verwirrenden Spuren sorgt das für eine schwierige Ermittlung. Was für ein Glück, daß der örtliche Pfarrer gern Krimis liest.

Ich entdecke gerne Krimiautor*innen, die neu für mich sind. Dieses Whodunit hatte einen guten Anfang, aber dann wurde es soooo langsam vor einem Ende, das mich mehr ärgerte als überraschte.
Es war aber das erste Buch dieses Verfassers, also denke ich, ich werde ihm irgendwann nochmal eine Chance geben.

"The Inimitable Jeeves" = "Der unvergleichliche Jeeves" von Pelham Grenville Wodehouse, Erstveröffentlichung 1923
(Wooster und Jeeves 1)


Bertie Wooster ist ein englischer Gentleman, einer der reichen Müßiggänger, und Jeeves ist sein Kammerdiener, dessen Intelligenz Bertie und seine Freunde aus der einen oder anderen Patsche hilft, in diesem Fall hauptsächlich Berties Freund Bingo Little, der sich ständig neu verliebt.

Ich habe vor Urzeiten ein paar Wodehouse-Bücher gelesen, erinnere mich aber nicht, ob dieses darunter war.


"Hildur - Das Grab im Eis" von Satu Rämö, Erstveröffentlichung 2023
(Hildur 2)


Hildur Rúnarsdóttir ist Kriminalbeamtin in den Westfjorden Islands. Immer noch vom Verschwinden ihrer beiden Schwestern 25 Jahre zuvor verfolgt ist sie auf Fälle vermißter Kinder spezialisiert.
Diesmal wird ein Kommunalpolitiker beim Langlauf erschossen. Hildur findet heraus, daß der Mord mit dem Absturz eines Privatflugzeugs vor einiger Zeit in Verbindung steht.

Ich habe letzten Monat das erste Buch in der Reihe gelesen, das hier hat mir besser gefallen.


"Love Insurance" von Earl Derr Biggers, Erstveröffentlichung 1914


Lord Harrowby wendet sich mit einer Bitte an Lloyd's of London. Er wird sich bald mit einer amerikanischen Erbin vermählen, Cynthia Meyrick, und möchte eine Versicherung abschließen für den Fall, daß sie ihre Meinung ändert.
Lloyd's schickt den Assistenten Dick Minot mit ihm nach Florida, um sicherzustellen, daß die Hochzeit stattfindet. Auf der Zugfahrt dorthin begegnet Dick jedoch zufällig Cynthia und verliebt sich in sie. Nun ist er hin und her gerissen zwischen dem Vertrauen seiner Arbeitgeber und seiner Liebe zu ihr ... und das ist nicht die einzige Verwicklung.

Ich wollte wieder mal einen Stummfilm mit Reginald Denny anschauen, und als ich sah, daß das Buch, auf dem er basierte, von Earl Derr Biggers war, der die Charlie-Chan-Bücher geschrieben hatte, war ich neugierig.


"Mephisto" von Klaus Mann, Erstveröffentlichung 1936


Der Roman erzählt den Aufstieg von Hendrik Höfgen vom provinziellen Theaterschauspieler bis zum Intendanten des Staatstheaters in Berlin, indem er sich auf opportunistische Weise mit dem neuen Nazi-Regime arrangiert.
Höfgen basiert auf Gustaf Gründgens, dem früheren Freund und Schwager von Mann.

Ich hatte seit der Schule keine deutschen Klassiker mehr gelesen und beschloß, es jetzt mit einem im Monat zu versuchen (womöglich sogar mehr wie in diesem Monat, aber ohne Druck). Keine Ahnung, wie dieses Projekt ausgehen wird.
Das Buch fing ziemlich langsam an, aber als dann die Nazis an die Macht kommen, wurde es recht eindringlich. Unnötig zu sagen, daß es im Buch nicht viele sympathische oder bewunderswerte Charaktere gibt. Es ist erstaunlich, daß dies sogar vor dem Krieg geschrieben wurde.


"The Case of the Jumbo Sandwich" von Christopher Bush, Erstveröffentlichung 1965
(Ludovic Travers 60)



Eine Freundin bittet Privatdetektiv Ludovic Travers um Rat, nachdem sie um eine erhebliche Geldsumme betrogen wurde.
Zu diesesm Zeitpunkt hat Travers noch keine Ahnung, wie kompliziert dieser Betrugsfall werden wird ...

Ich habe damit angefangen, Bush zu lesen, nachdem Liz von Adventures in Reading, Running, and Working from Home eines seiner Bücher für eine 1952er Challenge besprochen hatte.



Übrigens, falls ihr Buchbesprechungen schreibt oder Blogposts über andere Dinge, die mit Büchern zu tun haben - sogar Filme, die auf Büchern basieren - schaut bitte bei "A Good Book and a Cup of Tea" vorbei, einer monatlichen Buch-Linkparty, deren Host ich zusammen mit Lisa from Boondock Ramblings und Erin von Still Life, With Cracker Crumbs  bin. Hier könnt ihr mehr herausfinden.

Sonntag, 5. Juli 2026

Aus meinem Kinderbuchschrank (und meinem DVD-Regal) - The Eerie, Indiana Reihe

"Mein Name ist Marshall Teller. Es ist nicht allzulang her, daß ich in New Jersey gewohnt habe, gleich auf der anderen Seite des Flusses gegenüber von New York City. Es war überfüllt, verschmutzt und voller Verbrechen. Ich liebte es. Aber meine Eltern wollten ein besseres Leben für meine Schwester und mich. Also zogen wir an einen Ort, der so gesund, so blitzblank, so gewöhnlich ist, daß man ihn nur im Fernsehen finden würde: Eerie, Indiana."


Das ist aus dem Vorwort des ersten Buches in einer Reihe, die auf der Fernsehserie für Kinder "Eerie, Indiana" aus den 90ern basiert. Das heißt, ich kann nicht über die Buchreihe sprechen, ohne die Serie zu erwähnen.
Da es aber 19 Folgen und 17 Bücher gibt, habe ich für diesen Post jeweils nur die/das erste ausgesucht.

Das Buch heißt "Return to Foreverware", also "Rückkehr zu Foreverware" (die Bücher wurden nicht übersetzt), eine Anspielung auf die erste Folge der Fernsehserie, die im Original den Titel "Forever Ware" trägt, im Deutschen aber zuerst "Menschliche Konserven" hieß und in der Wiederholung "Für immer frisch". Es ist von Mike Ford, der neun der Bücher geschrieben hat
.


Fangen wir mit der Fernsehserie an. Wie kann man "Eerie, Indiana" beschreiben ...
"Statistisch gesehen ist es der normalste Ort im gesamten Land. Statistiken lügen."
Tatsächlich ist die Stadt genau das, was ihr Name verheißt, "eerie", unheimlich. "The King" wohnt auf Marshall's Zeitungsrunde, Menschen bewegen sie ungewöhnlich synchronisiert, eine Zwangsjacke hängt auf einer Wäscheleine, und das ist nur die Einleitung.
Marshalls Mutter arbeitet als Partyplanerin, aber als beschäftigt Frau ist sie nicht so hinterher, was ihre eigenen Einkäufe angeht. Was für ein Glück, daß ihre Nachbarin Betty Wilson und ihre Zwillinge Ernie und Bert mit einer Lösung vor der Tür stehen. Mrs. Wilsons verstorbener Mann hat eine Produktlinie von vakuumversiegelten Behältern entworfen, die Tu.... ähm, Forever Ware heißt.

Als kleines Geschenk läßt sie ein Wurstbrot in einem Behälter da, so frisch wie zu der Zeit, als es gemacht wurde. 1974!
Es wird noch verdächtiger, als einer der Zwillinge Marshall eine Notiz "Jahrbuch 1964" zusteckt, als die Familie geht. Marshall und sein Freund Simon schauen die Jahrbücher durch und finden ein Bild von Ernie und Bert, auf dem sie genauso aussehen wie jetzt, also beschließen sie, ein bißchen herumzuschnüffeln.
Sie erwarten jedoch nicht, das hier zu sehen ...


... Mrs. Wilson, die die Zwillinge zum Schlafen zudeckt, nur sind das keine Betten, sondern riesige Forever Ware-Behältnisse!
Ich werde euch das Ende nicht verderben (verderben, ihr versteht, was ich meine?).

Im Buch haben wir Marshall und Simon, die sich einen Wochenendjob suchen. Sie antworten auf die Anzeige von Mr. und Mrs. Stewart, die in den 70ern steckengeblieben zu sein scheinen, nicht nur was ihre Kleider betrifft, sondern auch ihre Möbel. Sie werden gebeten, den Dachboden zu entrümpeln.
Seltsam ist, daß Mrs. Stewart eine besondere Zuneigung zu Simon zu haben scheint. Die Jungen erfahren, daß die Stewarts einen Sohn hatten, der vor Jahren gestorben ist, und Marshall kann sich des Gefühls nicht erwehren, daß sie ihn gerne durch Simon ersetzen würden. Ist er aber der erste? Warum finden sie Bilder von einer Geburtstagsfeier, die immer gleich aussieht, aber jedesmal mit einem anderen Jungen? Was ist mit Rodney passiert? Und was ist im Keller?
Dann verschwindet Simon plötzlich und die Stewarts bestreiten, ihn gesehen zu haben, obwohl sein Fahrrad in ihrer Garage steht.
Wird Marshall ihn rettenkönnen und kann ihm jemand dabei helfen (Spoiler: Ernie und Bert werden das tun)?

Omri Katz als Marshall (den ihr wahrscheinlich aus
Hocus Pocus kennt) und Justin Shenkarow als Simon

"Eerie, Indiana" wurde zuerst auf NBC ausgestrahlt. Joe Dante - bekannt durch "Gremlins" führte bei mehreren Folgen Regie und war kreativer Berater.
Von Anfang an hatten die Autoren Karl Schaefer und José Rivera die Absicht, die Serie zu mehr als einer reinen Kinderserie zu machen. Ich war kein Kind, als ich sie das erste Mal sah, obowhl ich mich nicht mehr erinnern kann, wo und wann das war, und die Mischung aus Humor, Grusel, Horror, Science Fiction und Anspielungen zog mich sehr schnell an.
In Kritiken hieß es, daß die Serie an "Twin Peaks", "Edward mit den Scherenhänden", "Twilight Zone" erinnerte, eine scheinbar "normale" Stadt, in der mehr unter der Oberfläche geschieht, als man erwarten würde.


Es war auf jeden Fall nicht alles nur Spiel und Spaß. Die zweite Folge, in der ein Junge feststellt, daß seine Zahnspange ihm die Kraft gibt, die Gedanken von Hunden zu lesen, die die Menschen unterwerfen wollen, finde ich echt gruselig, aber ich bin ja auch von "Susi und Strolch" (als Erwachsene) oder "Bambi" traumatisiert worden.

Auf jeden Fall war die Serie, wie auch in einer Menge Videos und Artikeln erwähnt wird, ihrer Zeit voraus. Sie wurde nach 18 Folgen eingestellt, die zwischen 1991 und 1992 ausgestrahlt wurden, und endete mit einer Folge, in der Marshall durch ein Drehbuch herausfinden, daß seine Wirklichkeit tatsächlich eine Fernsehserie ist. Erst bei der Wiederholung 1993 wurde auch die letzte Folge gezeigt.
1997 wurde die Serie aufgekauft und erneut gezeigt und wurde damit wieder so beliebt, daß sie nicht nur ein Spin-Off inspirierte, das in Kanada produziert wurde (genauso kurzlebig, aber nicht so gut), sondern auch die Buchreihe. Tatscählich erlangte sie eine Art von Kultstatus, was man auch an den vielen Kommentaren von Leuten sehen kann,die sie als Kinder gesehen hatten und immer noch ihr kurzes Leben bedauern.


Mike Ford schreibt auf seiner Homepage: "Eines Tages rief mich meine Herausgeberin an und meinte, "Wir machen diese Bücher zu dieser Fernsehserie, aber keiner der Schriftsteller, die wir kennen, hat je davon gehört." Als sie mir sagte, worum es ging, hörte man mich vermutlich bis ins Weltall. Ich liebte die Serie. Und so bekam ich den Job."
Ich erinnere mich, wie ich die Bücher aus den USA bekam (zu einer Zeit, als Porto noch erschwinglich war) und
 zum Zollamt mußte. Die Beamtin bat mich, ihr die Rechnung zu zeigen, und zu ihrer Überraschung war der ganze Stapel Bücher so billig gewesen, daß ich nicht mal an das Limit kam, an dem ich Steuer hätte zahlen müssen.

"Eerie, Indiana" war die Inspiration für ähnliche Serien (die Verbindung mit "Stranger Things" wird oft erwähnt und Alex Hirsch sagte, daß sein "Gravity Falls" (noch eine Serie, deren Fan ich bin) "unverhohlen von Eerie, Indiana abgekupfert" hat.
Vielleicht erkennt ihr übrigens den einen oder anderen Darsteller, zum Beispiel "Gomez Addams" John Astin als Eigentümer des Ladens "World O' Stuff", einen seelensammelnden René Auberjonois oder den jungen Tobey Maguire als Geist.


Wieviele Leute tatsächlich die Bücher kannten oder noch kennen, läßt sich schwer sagen, ich kann nicht mal sagen, wie ich davon erfuhr. Es ist allerdings nicht überraschend, daß sie vergriffen sind.
 

Weitere Lektüre:

1. Gwen Ihnat: 
Eerie, Indiana was a few dimensions ahead of its time. Auf: AV Club, 30. Oktober 2017
2. Justin Young: 
Eerie, Indiana Paved the Way for Supernatural's Success. Auf: CBR, 28. Februar 2026


Übrigens, falls ihr Buchbesprechungen schreibt oder Blogposts über andere Dinge, die mit Büchern zu tun haben - sogar Filme, die auf Büchern basieren - schaut bitte bei "A Good Book and a Cup of Tea" vorbei, einer monatlichen Buch-Linkparty, deren Host ich zusammen mit Erin von Still Life, With Cracker Crumbs und Lisa from Boondock Ramblings bin. Hier könnt ihr mehr herausfinden.



Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.

Dienstag, 31. März 2026

Meine März-Bücher

Dies ist ein Überblick der Bücher, die ich in einem Monat fertiggelesen habe (nicht unbedingt im selben Monat angefangen) und die ich Gundel vorgelesen habe (mit 😸 markiert).
Ich werde jeweils eine kurze Erklärung hinzufügen, warum ich ein Buch ausgewählt oder wie ich es gefunden habe und vielleicht auch, ob es ein Kandidat zum Wiederlesen ist, aber ich werde keine richtigen Rezensionen oder Bewertungen abgeben (Gundel weigert sich ebenfalls zu bewerten). Solltet ihr aber etwas mehr Info zu einem Buch haben wollen, an dem ihr interessiert seid, laßt es mich einfach wissen.
This month I had a very hard time concentrating on books, luckily my hands were up for more crafting to help keeping me out of my own head

"Wisecracker: The Life and Times of William Haines, Hollywood's First Openly Gay Star" von William J. Mann, Erstveröffentlichung 1998


Dies ist eine Biographie von William Haines, der zunächst ein Filmstar war, dann aber viel länger als erfolgreicher Innenarchitekt - oder Dekorateur, wie er sich lieber nennen ließ - tätig war, nachdem er das Filmgeschäft verlassen mußte, wofür ein Grund seine Weigerung war, das Spiel mitzuspielen. Er war kompromißlos schwul und lebte bis zu seinem Tod offen mit seinem Partner Jimmie Shields zusammen.

Ich hatte schon lange, bevor ich überhaupt angefangen hatte, Stummfilme anzuschauen, eine Dokumentation über William Haines gesehen und fand seine Geschichte wirklich interessant.
Sie ist jedoch nicht interessant genug für 400 Seiten, schlicht weil die meisten seiner Freunde und Freundinnen nicht mehr für dieses Buch interviewt werden konnten, eine Menge Information also damit verloren ist, und natürlich konnte man Informationen, die von den Filmstudios verbreitet wurden, n
ie wirklich vertrauen.
Da steht also wesentlich öfter "könnte", "möglicherweise", "es heißt", als ich von einer Biographie erwarten würde.
Was mich aber noch mehr gestört hat war, daß der Verfasser wiederholt eine Menge Hollywood-Stars aufgezählt hat, die schwul oder lesbisch waren und zwar in einer Art und Weise, die mich mehr an eine Boulevardzeitung erinnerte. Ich hätte lieber mehr Details über Haines' Karierre als Designer gelesen und weniger über das Liebesleben von anderen, wenn man bedenkt, daß dies eine Haines-Biographie sein soll.

Dennoch eine interessante Lektüre.

"Lilien auf dem Felde" = "Lilies of the Field" von William E. Barrett, Erstveröffentlichung 1962



Homer Smith, der gerade aus der US-Army ausgetreten ist, macht sich auf, den Westen zu erkunden. Er schläft in seinem Kombi und nimmt nur hier und dort kurze Jobs an, wenn er Geld braucht.
Eines Tages kommt er zu einem heruntergekommen Hof, auf dem fünf Nonnen leben, die von einem ostdeutschen Orden kommen. Obwohl er nur den Plan hatte, als Aushilfe ein bißchen Geld zu machen, wird er in den Plan der Mutter Oberin hineingezogen, eine Kapelle zu bauen.

Für einen Blogpost nochmal gelesen.

"The Book Woman of Troublesome Creek" von Kim Michele Richardson, Erstveröffentlichung 2019


Das östliche Kentucky in den 1930ern.
Cussy Mary Carter, auch Bluet genannt, ist eine Bücherfrau, als "Packpferd-Bibliothekarin" angestellt, die im Rahmen des Works Progress Administration-Programms Bücher in abgelegenen Gegenden der Appalachen ausliefert.
Sie ist außerdem eine "Blue", das heißt, sie hat aufgrund einer seltenen genetischen Störung einen blauen Hautton, was in anderen Haß und Furcht auslöst.

Ich hatte schon vorher sowohl über die "Fugate Blues" als auch das Programm der Packpferd-Bibliothekarinnen gelesen gehabt, als ich dieses Buch also auf einem Blog erwähnt sah, beschloß ich, es zu lesen (und freue mich zu sagen, daß dem Maultier nichts passiert).


"The Three Investigators in The Mystery of the Laughing Shadow" = "Die drei ??? und der lachende Schatten" von William Arden 
(die Bücher wurden unter Nennung von Alfred Hitchcock als Autor veröffentlicht), Erstveröffentlichung 1969 😸
(Die drei ??? 12 (amerikanisch), 6 (deutsch))


Dieser neue Fall beginnt damit, daß Bob und Peter einen Hilferuf hören, einen seltsamen Schatten mit einem verrückten Lachen sehen und ein goldenes Amulett mit einer einer merkwürdigen Nachricht finden.
Werden die Jungen das Geheimnis des legendären Chumash-Schatzes lösen?

Ich habe diese Reihe vor langer Zeit gelesen und mache sie jetzt nochmal Stück für Stück durch, nachdem ich einen Blogpost darüber geschrieben habe. Dieses Buch ist das zwölfte in der Originalreihe und das sechste in der deutschen Reihe.

"The Thirty-Nine Steps" = "Die neununddreißig Stufen" von John Buchan, Erstveröffentlichung 1915


Richard Hannay ist gerade aus Rhodesien nach London gekommen und ihm ist langweilig, bis ihm ein Amerikaner von einer Mordverschwörung erzählt, bevor er selber getötet wird. Hannay muß der Polizei und der Macht hinter der Verschwörung entkommen. Wird es ihm gelingen, den Anschlag zu verhindern?

Als ich kürzlich meinen Hitchcock-Marathon erwähnte, lenkte eine Freundin meine Aufmerksamkeit auf die Bücher, die die Grundlage für einige der Filme waren.
In diesem Fall muß ich sagen, daß ich den Film wesentlich lieber mochte.

"The Home" von Penelope Mortimer, Erstveröffentlichung 1971


Von ihrem Ehemann Graham verlassen, der nach langer Ehe zu einer 22jährigen gezogen ist, versucht Eleanor aus ihrem neuen Haus ein Heim für sich selber und ihre Kinder zu schaffen, obwohl ihr ältester Sohn und ihre drei Töchter erwachsen sind und nach einem eigenen Leben suchen und ihr 15jähriger Sohn hauptsächlich in der Schule ist.
Sie stellt jedoch fest, daß sie von der Trennung zutiefst getroffen ist und sich schwertut, ein neues Leben zu beginnen.

Liz von Adventures in Reading, Running, and Working from Home hat mich in die Reihe "British Library Women Writers" eingeführt (nachdem ich das Buch gelesen hatte, habe ich gemerkt, daß sie dieses Buch hier rezensiert hat.) Ich habe geschaut, welche der Romane ich recht einfach finden konnte, das hier war einer davon.

"A Cast of Killers" von Sidney Kirkpatrick, Erstveröffentlichung 1986


1922 wurde der Filmregisseur William Desmond Taylor erschossen in seinem Bungalow aufgefunden. Der Mord verursachte Skandale und beendete Karrieren, er wurde nie aufgeklärt.
In den 60ern versuchte der Filmregisseur King Vidor den Fall aufzuklären, um daraus einen Film zu machen, was er schlußendlich nicht tat. Kirkpatrick benutzte Vidor gesammelte Dokumente und Notizen, um die Geschichte zu erzählen.

Es gibt einen Newsletter "Taylorology" zu diesem Fall und die Ausgabe 65 führt alle Fehler oder Auslassungen der Ausgabe von 1986 auf und ermuntert Leute, stattdessen die korrigierte Ausgabe zum 20. Jubiläum zu lesen.
Da ich durch Zufall auf dieses Buch gestoßen bin, wußte ich erst nach dem Lesen davon, aber ich bin gewöhnlich sowieso skeptisch gegenüber Veröffentlichungen, die einen Cold Case nach Jahrzehnten aufklären. Obwohl dies also offiziell ein Sachbuch ist, habe ich es nicht als solches gelesen (ich lese irgendwann vielleicht mindestens ein anderes Buch zum Fall), es hat mir aber trotzdem (oder gerade deswegen?) gefallen.

"The Rainfall Market" von You Yeong-Kwang, Erstveröffentlichung 2024


Serin hat ihren Vater früh verloren, sie und ihre Mutter sind arm und Serin ist überzeugt, daß ihr Leben zutiefst nutzlos ist.
Dann erhält sie ein goldenes Ticket für den mysteriösen Rainfall Market, wo sie ihr Leben für ein anderes austauschen kann, unterstützt vom Kater Issha.

Das war ein weiterer Neuzugang auf OverDrive.
Ich bin mir sicher, daß ich nicht die einzige bin, die hiervon Studio Ghibli-Vibes bekommt, auch wenn es sich um ein koreanisches Buch handelt. Ich sah beim Lesen praktisch die Dokkaebi im Ghibli-Stil vor meinem inneren Auge.
Eine nette, leichte und schnelle Lektüre.

"The Devil's Mill" von Walt Unsworth, Erstveröffentlichung 1968 😸


England, Mitte des 18. Jahrhunderts.
Nach einem Kutschenunfall schafft es ein 14jähriger Junge zu einer Farm im Peak District. Er hat sein Gedächtnis verloren und das Farmerpaar nennt ihn nach seinem verstorbenen Sohn Jeremy. Da sie aber versäumt haben, die Adoption offiziell zu machen, wird Jeremy zum Leibeigenen und als Lehrling in eine Baumwollspinnerei geschickt.
Während eines Aufstands brennt die Spinnerei nieder und der Besitzer beschuldigt Jeremy, der dank der Hilfe neuer Freunde entkommt. Seine Abenteuer sind damit aber noch nicht vorbei.

Als ich auf The Internet Archive nach einem anderen Buch suchte, fand ich eins von Unsworths drei Jugendbüchern über die Industrielle Revolution, "Grimsdyke". Es gefiel mir, ich suchte nach den anderen und fand noch dieses (allerdings nicht das dritte
, "Whistling Clough").
Wie schon "Grimsdyke" hat es mich nicht enttäuscht.

"The Case of the Heavenly Twin" von Christopher Bush, Erstveröffentlichung 1962


Privatdetektiv Ludovic Travers wird in einem Fall von Betrug hinzugezogen, in dem mehrere gefälschte Reiseschecks benutzt wurden.
Dann stirbt ein alter Freund von ihm und Travers wird engagiert, um einen seiner Enkelsöhne zu finden. Während der Suche stößt er auf weitere gefälschte Schecks. Stehen die Fälle in Verbindung?

Ich hatte noch nie von Christopher Bush gehört - soweit ich mich erinnere -, als Liz von Adventures in Reading, Running, and Working from Home eine Rezension eines seiner Bücher für eine 1952er Challenge auf ihrem Blog hatte. Nun stehen ein paar von seinen Büchern auf meiner Liste.

"The List of Suspicious Things" = "Unser Buch der seltsamen Dinge" von Jenny Godfrey, Erstveröffentlichung 2024


Es sind die 70er in Yorkshire und die Menschen haben Angst vor dem Yorkshire Ripper.
Die 12jährige Miv beschließt, daß sie und ihre beste Freundin ihn mit Hilfe der "seltsamen Dinge" finden müssen, die sie in ihrem Notizbuch vermerkt, während sie immer mehr über ihre Nachbarschaft und das Leben lernen.

Ein Neueintrag auf OverDrive.
Das Buch an sich hat mir gefallen, vielleicht weil mich die Freundschaft an eigene Freundschaften erinnert hat - und nein, ich habe nie nach einem Serienmörder gesucht - aber ich denke, ich hätte es noch lieber gemocht, wenn nicht gar so viele Trigger hineingepackt gewesen wären. Manchmal kommt es mir so vor, als könnten sich Autor*innen nicht stoppen und packen eins aufs andere, mir ist das in Büchern aufgefallen, aber auch in Filmen und Fernsehserien. Es gibt so etwas wie "zuviel".

Sonntag, 15. März 2026

Aus meinem Kinderbuchschrank - Finchen

Letzten Juni habe ich davon erzählt, daß ich ein lebendiges Kasperle haben wollte, als ich fünf Jahre alt war.
Es scheint, ich habe irgendwie Gefallen an lebendigen Puppen, es sei denn, sie heißen Chucky (ich habe den Film nie gesehen).
Lisa-Marie Blum hatte Malerei und Graphik in Berlin studiert, wo sie mit ihrem Ehemann lebte, der ebenfalls Künstler und Graphiker war. Als sie im Krieg alles verloren, zogen sie zurück in Blums Geburtsort und später dann nach Hamburg, wo sie Kinder- und Jugendbuchautorin und -illustratoren wurde, aber auch Lyrik und Prosa veröffentlichte.
Dieses Buch, erstmals 1960 veröffentlicht, erzählt die Geschichte einer liebenswerten lebendigen Puppe, Finchen.



Finchen ist über 70 Jahre alt. Seit fünf Jahren ist sie Inas Puppe, aber davor hat sie ihrer Großmutter Gabriele gehört.
Obwohl sie sich über ihren altmodischen Namen Wilhelmine-Josefine beschwert, sagt ihr Ina, daß an ihr gar nichts altmodisch ist. Sie hat neue Arme, neue Beine, ein neues Kleid, sogar neue Haare, die aussehen wie eine Pusteblume.
Nun ihr Holzkopf mit den leuchtendblauen Augen ist noch alt und kennt so viele Geschichten.

Eine davon handelt davon, wie Gabriele und sie zum Hafen gingen. Als sie sich vornüberlehnte, um die Kombüse eines Fischkutters zu sehen, fiel Finchen auf das Deck, und der Schiffsjunge meinte, Gabriele solle herunterkommen und sie selber zurückholen. Dann zeigte ihr der Fischer alles, als sie dann eilig aufbrechen mußte - wir erfahren später, daß ihr Onkel zu Besuch gekommen ist - hat Gabriele Finchen vergessen und der Schiffsjunge hat sie erst gefunden, als der Kutter schon auf See war.
So hat Finchen den Klabautermann, das gute Schiffsgespenst, kennengelernt. Er gab ihr eine rosa Muschel, die einer anderen Puppe gehörte, "Blauer Mohn", und sagte ihr, daß die sie brauchte, um wieder lebendig zu werden.


Der Fischer schickte Finchen in einem Paket nach Hause, wo - Klabautermänner wissen solche Dinge - Blauer Mohn das Geschenk war, das Gabrieles Onkel ihr aus Südamerika mitgebracht hatte, und tatsächlich fehlte eine Muschel in ihrer Kette.
Finchen wurde jedoch krank, bevor sie die Gelegenheit hatte, ihr die Muschel zu geben, und als es ihr wieder gut ging, war Blauer Mohn weg. Sie war zu jemandem geschickt worden, der sie zeichnen und ein Buch über sie schreiben wollte, um sie dann an ein Museum weiterzugeben.

Also beginnt die Suche nach Blauer Mohn im örtlichen Museum, wo Ina Stefan kennenlernt, der sie einlädt, mit seiner Eisenbahn zu spielen. Bei ihm in der Wohnung treffen sie Nora, die Nichte der Hauswirtin.
Finchen lädt die beiden Kinder nach Hause ein und verspricht, ihnen ebenfalls die Geschichte zu erzählen.
Als sie nach Hause kommen, ist Inas Vater, ein Anthropologe, von seiner Reise nach Südamerika zurückgekehrt und wie es das Schicksal so will, hat er ein Bild des Mädchens Schneeblüte und ihrer Puppe mitgebracht. Es ist Blauer Mohn!
Wenn sie aber in Amerika ist, wie können sie ihr dann die Muschel zurückgeben?

Am nächsten Tag gehen die Kinder zum Fluß und schwimmen in einer kleinen Bucht. Finchen ruht sich unter einem kleinen Zelt aus, das Stefan für sie gemacht hat, als neben ihr plötzlich eine Möwe mit dem Klabautermann auf dem Rücken landet! Er ärgert sich, als er hört, daß Finchen immer noch die Muschel hat, aber zum Glück hat sie sie heimlich mitgebracht.


Der Klabautermann sagt, er wird sie seinem Freund geben, der ebenfalls Anthropologe ist und dorthin reisen wird. Und weil Schiffsgespenster so etwas wissen - hatte ich das schon mal erwähnt? - kann er ihr genau sagen, was geschehen wird, und Finchen kann die Geschichte ihren Freunden weitererzählen.
Wie sein Freund mit einem Kanu auf dem Fluß reisen wird, wie alle in den Dörfern entlang des Flusses schon wissen, daß er Schneeblüte die Muschel bringt. Wie er zum Dorf kommt und eine alte Frau die Muschel an der Kette befestigt und dann ...
"Blauer Mohn fühlt die Muschel, atmet, bewegt den schönen Kopf und hebt ihre Hand dem Fremden entgegen".

Ich liebte diese Stelle als Kind. Es geht nichts über ein glückliches Ende, richtig?
Tatsächlich war das Buch nicht meins. Es gehörte meiner Schwester und ich kaufte mein eigenes Exemplar viele Jahre später auf dem Flohmarkt. Als ich sie fragte, ob sie sich daran erinnerte, wann sie ihres bekommen hatte, schaute sie nach, denn zu der Zeit schrieben wir oft unseren Namen, die Adresse, das Alter, manchmal sogar die Klasse, in der wir waren, in Bücher. Nicht in diesem Fall, da stand nur ihr Name.
Nach einer kurzen Pause fragte sie mich nach den Illustrationen in meinem Exemplar und ich meinte, die wären schwarz-weiß. Ihre nicht.


Sie hatte sich nicht daran erinnert, daß sie die meisten mit Bunt- oder Filzstiften ausgemalt hatte und außerdem, zweifellos des künstlerischen Flairs wegen, auf manchen Bildern noch Muster hinzugefügt hatte, zum Beispiel auf dem Bettzeug oder Kleidern.
Was uns etwas verwirrte war, daß auf ein paar der Bildern Notizen waren, die für uns wie Schulnoten aussahen. Wir haben aber keine Ahnung, was das N. nach der 1 bedeuten könnte.
Das sind die kleinen Überraschungen, die ich an alten Büchern so liebe. Man weiß nie, was man finden wird!

Was mir auch gefiel, war die Verlagsnotiz am Ende.
Sie erklärt, wieviele Leute beteiligt sind, bis ein Kind ein Buch in der Hand hat - Papiermacher, Zeichner, Graphiker, Buchdrucker und Buchhändler, aber auch die Männer (denkt dran, es ist 1960!) von der Post und der Eisenbahn - aber daß nicht alle Namen aufgeführt werden können außer der Autorin und dem Verlag.
Dann werden die Kinder eingeladen, der Autorin unter der Verlagsadresse zu schreiben und ihr zu sagen, was ihnen gefallen hat, aber auch wo sie etwas anders gemacht hätten. Ist es nicht nett, daß sie sie ermutigen, ihre ehrliche Meinung zu sagen?
Sie versprechen auch mehr oder weniger, daß die Autoren zurückschreiben und ein echtes Autogramm mitschicken wird.


Man fragt sich, wiewiele Briefe Lisa-Marie Blum wohl bekommen hat, oder?
Habt ihr schon jemals an eine Autorin oder einen Autor geschrieben?

Samstag, 28. Februar 2026

Meine Februar-Bücher

Dies ist ein Überblick der Bücher, die ich in einem Monat fertiggelesen habe (nicht unbedingt im selben Monat angefangen) und die ich den Katzen vorgelesen habe (mit 😸 markiert).
Ich werde jeweils eine kurze Erklärung hinzufügen, warum ich ein Buch ausgewählt oder wie ich es gefunden habe und vielleicht auch, ob es ein Kandidat zum Wiederlesen ist, aber ich werde keine richtigen Rezensionen oder Bewertungen abgeben (die Katzen weigern sich ebenfalls zu bewerten 😉). Solltet ihr aber etwas mehr Info zu einem Buch haben wollen, an dem ihr interessiert seid, laßt es mich einfach wissen.
Das war nicht mein bester Lesemonat. Wenige Höhepunkte.

"Death on the Oxford Road" von E. C. R. Lorac, Erstveröffentlichung 1933
(Robert Macdonald 4)


Mitten in der Nacht kommen Chefinspektor Robert Macdonald und sein Freund, der Journalist Peter Vernon, zufällig zu einem Autounfall auf der Oxford Road. Nur daß es kein Unfall war ...

Jemand empfahl E. C. R. Lorac (eines der Pseudonyme von Edith Caroline Rivett) und ihre Bücher aus dem Golden Age of Crime in einem Kommentar zum Blogpost einer Freundin, in dem sie Allingham und Marsh erwähnt hatte. Mehr vintage Krimis für mich, was nett ist, da mir bald die Marsh-Bücher ausgehen.

"Grimsdyke" von Walter Unsworth, Erstveröffentlichung 1974 😸


England, frühes 19. Jahrhundert.
Nach dem Tod seines Vaters erhält der 15jährige Kit Standish eine Einladung nach Grimsdyke von seinem Onkel Gideon, von dem er nur weiß, daß er mit seinem Vater zerstritten war.
Es dauert nicht lange, bis Kit klar wird, daß sein Onkel ihn umbringen will, aber warum? Er flieht von Grimsdyke, um es herauszufinden, glücklicherweise lernt er neue Freunde kennen, die ihm helfen.

Als ich auf The Internet Archive nach einem anderen Buch suchte, konnte ich es trotz einer langen Ergebnisliste nicht finden, fand aber, daß stattdessen dieser Titel und der Umschlag interessant aussahen.
Ich wurde nicht enttäuscht. Unsworth schrieb Bücher über das Bergsteigen, aber auch historische Romane für junge Leute vor dem Hintergrund der Industriellen Revolution, mit dem Ziel, "der Zeit den Glanz zu nehmen". Das hat er hiermit definitiv getan und es gab die ein oder andere Szene, ohne ich die ich ausgekommen wäre (mit Tieren zum Beispiel), aber es war trotzdem eine wirklich gute Lektüre.
Ich liebe Zufallsfunde wie diesen.
(Eigentlich sollte das Buch nur eine halbe Katze haben, weil ich es nur dem Dekan vorgelesen habe, die Lady war nicht an der Industriellen Revolution interessiert, schätze ich mal).

"Die Lockett-Kinder" = "August Adventure" von M. E. Atkinson (Mary E. Atkinson in den deutschen Übersetzungen), Erstveröffentlichung 1936
(Locketts 1)


Drei Geschwister, deren Eltern in Indien leben, haben eine Einladung für die Ferien von einer ihnen noch unbekannten Tante.
Als sie aber zum Haus der Tante kommen, ist diese nicht da und die Locketts machen sich mit zwei neuen Freunden auf die Suche nach ihr.

Das Buch ist einer meiner Kindheitsfavoriten, ich habe es für einen zukünftigen Blogpost zum x-ten Mal gelesen.

"Remarkably Bright Creatures" = "Das Glück hat acht Arme" von Shelby Van Pelt, Erstveröffentlichung 2022


Die verwitwete Tova putzt im örtlichen Aquarium. Eines Nachts macht sie die Bekanntschaft des Pazifischen Riesenkraken Marcellus und eine Freundschaft wächst, die dabei hilft, Familie zu vereinen.

Ich bekam die Empfehlung von Kyms Blog "Just A Second", und obwohl ich keine Ahnung hatte, was mich mit dem Buch genau erwartet, habe ich es absolut geliebt.

"Cats' A. B. C." von Beverley Nichols, Erstveröffentlichung 😸


Ein Katzenliebhaber erzählt Fakten und Anekdoten über Katzen, nach Buchstaben sortiert - A für "amusements" (Unterhaltung), F für "fur" (Pelz), Y für "yawn" (Gähnen) und so weiter.

Ich hatte vorher noch nie etwas von Nichols gelesen, ja, kannte ihn nicht mal. Es war einfach einer von meinen Zufallsfunden.
Keine Ahnung, wie seine anderen Bücher sind, aber während ich viele seiner Katzengeschichten mochte, packte er meiner Meinung nach zu viele Urteile über andere dazu, und außerdem mißfielen mir die Sticheleien gegen Frauen. Es war jedoch ein kurzes Buch und hatte nette Illustrationen.
Es gibt auch noch ein Buch, das
 "Cats' X. Y. Z." heißt, aber ich glaube nicht, daß ich das lesen werde. Wir werden stattdessen noch eine Abenteuergeschichte ausprobieren 🙂

"The Book Club for Troublesome Women" von Marie Bostwick, Erstveröffentlichung 2025


Die Vorstadt in den frühen 60ern. Vier Frauen gründen einen Buchclub und lesen "Der Weiblichkeitswahn" der feministischen Autorin und Aktivistin Betty Friedan, was zuerst ihren Blick auf ihr Leben und später ihr Leben auf unerwartete Weise verändert.

Ich habe das Buch als Neueintrag auf OverDrive gefunden.

"The Lost Apothecary" = "Die versteckte Apotheke" von Sarah Penner, Erstveröffentlichung 2021


Nachdem sie herausgefunden hat, daß ihr Mann sie betrogen hat, macht Caroline die Reise nach London anläßlich des Hochzeitstags allein.
Hier schließt sie sich einer Mudlarking-Tour (Schlammgräber) an und findet im Themseschlamm eine leere Phiole. Der eingravierte Bär führt sie auf die Suche nach einer vergessenen Apotheke und Serienmorden im späten 18. Jahrhundert.

Ich habe das Buch auf einem Blog erwähnt gefunden, meine ich, und die Kurzbeschreibung hörte sich interessant an. Wir haben zwei Zeitebenen für die Apothekerin Nella und ihre junge Freundin Eliza und für Caroline (und ihren Mann).
Das Buch war schnell zu lesen. Tatsächlich ungefähr so schnell wie Caroline das mehr als zwei Jahrhunderte alte Geheimnis von Nella und Eliza aufdeckt und dann weiter nach Cambridge zieht, um dort innerhalb von neun Monaten eine Abschlußarbeit über Nella zu schreiben.
Eliza behält sie als ihr persönliches Geheimnis für sich, obwohl die Wahrheit "meine Abschlußarbeit sehr wahrscheinlich auf die Titelseite von wissenschaftlichen Zeitschriften bringen konnte, aber ich wollte den Ruhm nicht" ... das soll ja wohl ein Scherz sein?
Als Bibliothekarin an einer Universität war der "Forschungs"teil für mich nicht nachvollziehbar (wenn's dann mal so einfach wäre) und das ist noch nett ausgedrückt. Das war aber nicht das einzige Problem des Buchs.
Im Moment denke ich nicht, daß ich noch eins der anderen Bücher der Autorin ausprobieren möchte.


"Finchen" von Lisa-Marie Blum, Erstveröffentlichung 1960


Finchen ist eine lebendige Puppe, die Gabriele gehört hat und nun bei deren Enkelin Ina lebt. Sie hat eine Menge Geschichten zu erzählen und da gibt es auch noch etwas, was sie tun muß ...

Das Buch habe ich für einen zukünftigen Post nochmal gelesen.

"Martin Crusoe" von Thomas Charles Bridges, Erstveröffentlichung als Buch 1920 (davor als Reihe zwischen März und Oktober 1919 in "The Children's Newspaper") 😸


Der Abenteuerroman über eine verlorene Zivilisation beginnt mit dem 17jährigen Martin, der mehrere drahtlose Nachrichten von einer Insel mit der Bitte um Hilfe erhält. 
Nach dem Tod seines Vaters fliegt er mit seinem Flugzeug dorthin - in ein großes Abenteuer (Fliegen ist nicht seine einzige Fähigkeit 😜).

Das ist einer meiner Zufallsfunde auf The Internet Archive. Kinder müssen das geliebt habe. Wir haben die Abkömmlinge von Atlantis-Überlebenden, wir haben "Monster", wir haben Verrat, Revolution und Kämpfe, wir haben Gold und einen Vulkan, Erdbeben und noch mehr.
Ich denke, Ray Harryhausen hätte einen Heidenspaß damit haben können.

"The Blue Castle" = "Das Schloß in den Wolken" von Lucy Maud Montgomery, Erstveröffentlichung 1926


Valancy ist 29 und unverheiratet, was sie ihre strenge Familie nie vergessen läßt. Als ihr ein Arzt sagt, daß sie nicht mehr lang zu leben hat, befreit sie sich von allem, was sie zurückgehalten hat, fest entschlossen, den kurzen Rest ihres Lebens zu genießen - und vielleicht Liebe zu finden.


Das war eine gemeinsame Lektüre mit Lisa von Boondock Ramblings.

"The Impersonator" von Mary Miley, Erstveröffentlichung 2013
(Roaring Twenties Mystery 1)



Leah, eine junge Variété-Schauspielerin, wird von Oliver Beckett angeheuert, um sich als seine Nichte auszugeben. Jessie, die genau wie Leah aussah, wird seit sieben Jahren vermißt, und Oliver möchte sich ihr Erbe sichern, bevor sie für tot erklärt wird.
Es steckt jedoch mehr dahinter, als Leah erwartet hat.

Ich habe auf Fritzi Kramers Stummfilmblog von einem von Mileys Büchern gelesen und habe mit dem ersten in der Reihe angefangen. Tatsächlich hätte ich lieber mehr über das Variété gelesen als über den Kriminalfall, aber es war gut genug, um auch das zweite lesen zu wollen, das in der Stummfilmindustrie spielt.
(Und nein, ich habe "Der Erbe von Latchetts", das Miley als Inspiration angegeben hat, nicht gelesen, also haben mich die Ähnlichkeiten (noch?) nicht geärgert.)

"Death by Petticoat: American History Myths Debunked" von Mary Miley Theobald, Erstveröffentlichung 2012


Das Büchlein führt 63 Mythen der amerikanischen Geschichte auf, die "in Museen und historischen Stätten in ganz Amerika wiederholt werden".

Die meisten davon hatte ich nie gehört, aber natürlich bin ich auch keine Amerikanerin.
Es war eine sehr schnelle Lektüre, was nicht verwunderlich ist, da jeder Mythos nur bis zu einer Seite erhält, manchmal sogar nur ein paar Sätze, wobei das den Mythos selber mit einschließt. Es gibt keinerlei Quellen, nur eine Liste von Leute in der Danksagung. Ich würde es nicht empfehlen.

"Lebensbilder aus Göppingens Vergangenheit : Gräber im Oberhofenfriedhof" von Peter Herwig, Erstveröffentlichung als Buch 2001


Meine Stadt hat zwei Friedhöfe, die wir den "Alten Friedhof" und den "Neuen Friedhof" nennen (obwohl der neue über 120 Jahre alt ist und offiziell Hauptfriedhof heißt).
Dieses Büchlein war ursprünglich eine Reihe in unserer Zeitung - "Gräber erzählen" - und wurde als Buch veröffentlicht, um die Verkaufserlöse dem Verein zur Erhaltung der Oberhofenkirche (die das zweitälteste Gebäude der Stadt ist) zukommen zu lassen.

Ich bin an der Geschichte meiner Stadt interessiert und diese Lebensgeschichten sind ein sehr interessanter Teil davon.


DNF:

"Cold Feet" von Brenda Novak, Erstveröffentlichung 2004


War Madisons Vater der "Sandpoint Strangler"? Als es ein weiteres Opfer gibt, hat der ehemalige Detective Caleb, der inzwischen True Crime-Bücher schreibt, den Verdacht, daß Madison mehr weiß als sie sagt.
Was er nicht erwartet hatte war, sich in sie zu verlieben.

Ein Zufallsfund auf OverDrive. Ich habe nicht mal die Hälfte geschafft, dann verlor ich Interesse wegen der Liebesgeschichte, sprang zum Ende und war froh, daß ich es getan und mir Zeit gespart hatte.

"The Case of the Christie Conspiracy" von Kelly Oliver, Erstveröffentlichung 2025


Wer hat Neville Lively getötet und warum? War es Agatha Christie, die er aus dem Detection Club ausgeschlossen haben wollte? Und warum ist Christie verschwunden?

Ich gestehe, daß mich das Cover angezogen hat. Ich dachte, das könnte Spaß machen, aber dann bemerkte ich nach einer Weile, wie ich immer nur ein paar Seiten las und mich dann etwas anderem zuwandte, bis ich das Buch buchstäblich bei etwa der Hälfte mitten in einem Satz beendete, weil mir die Hauptfigur so schrecklich auf die Nerven ging.