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Samstag, 31. Oktober 2026

Meine Oktober-Bücher

Dies ist ein Überblick der Bücher, die ich in einem Monat fertiggelesen habe (nicht unbedingt im selben Monat angefangen) und die ich Gundel vorgelesen habe (mit 😸 markiert).
Ich werde jeweils eine kurze Erklärung hinzufügen, warum ich ein Buch ausgewählt oder wie ich es gefunden habe und vielleicht auch, ob es ein Kandidat zum Wiederlesen ist, aber ich werde keine richtigen Rezensionen oder Bewertungen abgeben (Gundel weigert sich ebenfalls zu bewerten). Solltet ihr aber etwas mehr Info zu einem Buch haben wollen, an dem ihr interessiert seid, laßt es mich einfach wissen.

"Village School" = "Dorfschule" von Miss Read (Dora Jessie Saint), Erstveröffentlichung 1955
(Fairacre 1) 


Miss Read erzählt uns vom Jahr einer Schullehrerin in der kleinen englischen Dorfschule von Fairacre in den 50ern.

Ich sah die Bücher auf verschiedenen Blogs erwähnt und sie hörten sich so an, als könnten sie mir gefallen. Natürlich ist das Buch auf manche Art überholt, was ich aber erwartet hatte. Ich werde nach mehr Büchern aus der Reihe Ausschau halten.

"Four Days' Wonder" von A. A. Milne, Erstveröffentlichung 1933 


Als die 18jährige Jenny versehentlich in ihr altes Zuhause geht und dort die Leiche ihrer Tante findet, die sie seit Jahren nicht gesehen hat, und dann auch noch die derzeitigen Mieter heimkommen, muß sie flüchten und sich einen genialen Plan ausdenken, damit sie nicht verhaftet wird.

So versehentlich, wie Jenny ihre tote Tante findet, habe ich dieses Buch gefunden, und ich bin so froh darüber.
Es ist eine Krimikomödie und ich mochte sie so sehr, daß ich mir ein eigenes Exemplar bestellt habe, als ich noch nicht mal damit durch war.

"The Reluctant Vampire" von Eric Morecambe, Erstveröffentlichung 1982
(The Reluctant Vampire 1) 


Der König und die Königin von Gotcha sind Vampire und haben zwei Söhne, Vernon und Valentine.
Valentine findet jedoch heraus, daß er gar kein Vampir ist, was alles verändert.

Die zwei Kinderbücher des britischen Komikers Eric Morecambe wurden kürzlich als sechsteilige Fernsehserie verfilmt. Ich kann die Serie nicht anschauen, also habe ich stattdessen das erste Buch gelesen.

"Undine" von Friedrich de la Motte Fouqué, Erstveröffentlichung 1811 😸


Der Ritter Huldbrand, von der schönen Bertalda auf eine Mission gesandt, einen Spukwald zu durchqueren, kommt zur Hütte eines armen Fischers und seiner Frau, wo er ihr Pflegekind Undine kennenlernt und sich in sie verliebt.
Nachdem sie von einem durchreisenden Pater verheiratet worden sind, erzählt Undine, daß sie ein Wassergeist ist und seine Liebe ihr eine Seele geschenkt hat. Die Eifersucht von Bertalda und die Wut von Undines Onkel Kühleborn, ebenfalls ein Wassergeist, gefährden jedoch ihren Bund.

Ich hatte seit der Schule keine deutschen Klassiker mehr gelesen und beschloß, es jetzt mit mindestens einem im Monat zu versuchen.
Die Novelle, welche ich noch nie vorher gelesen hatte, basiert auf alten Legenden.


"Ghost Stories of an Antiquary" von M. R. James, Erstveröffentlichung 1904 


Eine Sammlung von acht viktorianischen Geistergeschichten, "die meisten davon geduldigen Freunden vorgelesen, gewöhnlich zur Weihnachtszeit" (siehe hier meinen Post über diese Tradition).

M. R. James war für seine Geistergeschichten bekannt, dies ist nur eine Sammlung davon. Die Geschichten wurden zum Teil ins Deutsche übersetzt und erschienen dann in verschiedenen Anthologien.

"Good Morning, Miss Dove" = "Guten Morgen, Miss Fink", Erstveröffentlichung 1954 


Miss Dove (Miss Fink in der deutschen Übersetzung) ist seit 35 Jahren Geographielehrerin an der Cedar Grove-Schule. Ein unerwarteter Krankenhausaufenthalt bringt sie dazu, über ihr Leben und ihre Schüler nachzudenken.

Für einen zukünftigen Blogpost nochmal gelesen.

"To Sir With Love" = "Mit Liebe" von E. Braithwaite, Erstveröffentlichung 1959 


Nachdem er die Armee am Ende des Krieges verlassen hat, erwartet Ricky Braithwaite, der in British-Guayana (heute Guyana) geboren wurde, leicht eine Anstellung als Ingenieur zu finden. Er ist schockiert, als er feststellt, daß seine Hautfarbe sogar Vorstellungsgespräche verhindert, aber nach 18 Monaten Arbeitslosigkeit bringt ihn jemand auf die Idee, es als Lehrer in East London zu versuchen, wo Lehrer am meisten gebraucht werden.

Braithwaite gab den Lehrerberuf auf und wurde erst Sozialarbeiter und dann Diplomat, nachdem er dieses Buch veröffentlicht hatte.
Ich habe es für einen zukünftigen Blogpost gelesen.

"Der Fuhrmann des Todes" von Selma Lagerlöf, Erstveröffentlichung 1912 


Eine Legende besagt, daß der letzte Mann, der im alten Jahr stirbt, als Fuhrmann des Todes ein Jahr lang die Seelen der Sterbenden abholen muß.
Diesmal ist das David Holm, dessen Familie die junge Sozialhelferin der Heilsarmee Edith (Edit im Original) vor seiner Trunksucht, Gewalttätigkeit und Schwindsucht zu retten versucht hat.

Ich habe das Buch (das in diesem Fall in Band 5 von Lagerlöfs gesammelten Werken enthalten ist) für einen Blogpost gelesen.

"The Sitwells and the Arts of the 1920s and 1930s" : mit Essays von Sarah Bradford u. a., Erstveröffentlichung 1996 


Katalog einer Ausstellung in der National Portrait Gallery, London, 14. Oktober 1994 bis 22. Januar 1995.
Die Sitwell-Geschwister Osbert, Edith und Sachverelle waren Dichter und Romanautoren, die dafür bekannt waren, "im Zeitraum von etwa 1916 bis 1930 in London eine erkennbare literarische und künstlerische Clique um sich zu scharen", bewundert von manchen, von anderen als überbewertet angesehen. Interessant - definitiv. Kompliziert - oh ja.

Das war eine etwas zähe Lektüre. Die Essays genoß ich wirklich und auch die Bilder, aber die Erläuterungen zu den Bildern waren eine Menge. Die Sitwells kannten so viele Leute! Dies war ein Buch, das ich in kleinen Stücken lesen mußte, sonst hätten mich die vielen Namen völlig überwältigt.

"Love's Shadow" von Ada Leverson, Erstveröffentlichung 1908
(Little Ottleys 1)



Diese Gesellschaftskomödie nimmt uns in das edwardianische London mit, wir lernen Edith Ottley, ihren Ehemann Bruce und ihre Freunde und Bekannten kennen.

Ada Leverson war mit den Sitwells befreundet, so habe ich sie gefunden 
(es scheint, daß nur das dritte Buch in der Trilogie ins Deutsche übersetzt wurde). Außerdem war sie Oscar Wilde eine hingebungsvolle Freundin, er nannte sie die geistreichste Frau der Welt.
Dies war das perfekte Buch, um die Schwere des Sitwell-Katalogs auszugleichen. Es war leicht und fluffig, von unserer modernen Sicht aus jedoch auch ziemlich traurig im Hinblick auf die Lage der Frauen. Bruce zum Beispiel war so nervig, daß ich hoffte, ich würde irgendwann wenigstens einen Grund erfahren, warum Edith jemals meinte, er sei der Richtige zum Heiraten. Das geschah nicht, also konnte ich mir nur vorstellen, daß sie keine große Wahl hatte, und das stimmte mich traurig für sie.
Dennoch las ich das Buch wegen des sehr amüsanten Dialogs sehr gerne und ich habe vor, auch die beiden anderen Bücher zu lesen (wenn ich erstmal den Drang überwunden habe, Bruce eine zu kleben).

"Die Kinder, die Hexen zaubern konnten" (später als "Die Hexenfamilie") von Eleanor Estes, Erstveröffentlichung 1960
(Amy und Clarissa 1)



Amy und Clarissa, fast sieben Jahre alt, sind beste Freundinnen - und sie kennen Hexen!

Ich habe das Buch zum ich weiß nicht wievielten Mal gelesen, diesmal für einen Blogpost.

"The Last Leaf" = "Das letzte Blatt" von O. Henry, Erstveröffentlichung 1905


Lungenentzündung breitet sich in der Künstlerkolonie von Greenwich Village und hat auch die junge Johnsy erwischt. Ihre Freundin Sue ist sehr besorgt, weil sie den Lebenswillen verloren hat und denkt, daß sie sterben wird, sobald das letzte Efeublatt vor dem Fenster abfällt, aber es hält durch und Johnsy ebenfalls.
Erst anschließend erfährt sie, daß ihr alter Nachbar, der immer ein Meisterstück malen wollte, ein "letztes" realistisch aussehendes Blatt auf das Fenster gemalt hat. Der Kälte ausgesetzt bekommt er eine Lungenentzündung und stirbt.

Das ist nur eine Kurzgeschichte, aber ich habe sie aufgeführt, weil ich sie für einen kommenden Blogpost gelesen habe.

"As I Knew Him: My Day, Rod Serling" von Anne Serling, Erstveröffentlichung 2013


Anne Serling schreibt über ihren Vater, den Drehbuchautor Rod Serling, der 1975 im Alter von 50 starb.

Als ich nach Besprechungen für Estes' Buch "Die Kinder, die Hexen zaubern konnten" suchte, erwähnte jemand die "Twilight Zone"-Folge "It's a Good Life" (auch über ein Kind, das jemanden verbannt, eine sehr gruselige Geschichte, egal ob man sie anschaut oder liest), und ich suchte spontan nach Büchern über "Twilight Zone" (für das die meisten Serling wohl kennen) und fand dies darunter.
Hätte Serling nicht so viele von ihrem Vater geschriebene Briefe oder Interviewzitate benutzt, bin ich mir nicht sicher, ob ich es gelesen hätte, denn ist es mehr eine Liebeserklärung an ihren Vater und ein Ausdruck ihrer Trauer. Daran ist nichts falsch, aber ich denke, ich würde für das vollständige Bild auch gern irgendwan eine "echte" Biographie über ihn lesen.


"The Unselected Journals of Emma M. Lion, Volume 1" von Beth Brower, Erstveröffentlichung 2019


Nachdem sie drei Jahre lang als Gesellschafterin für Kusine Matilde gearbeitet hat, kehrt die junge Emma M. Lion nach Lapis Lazuli zurück, das Haus in London, das sie geerbt hat und das von Kusin Archibald geführt wird, bis sie volljährig ist. Es verläuft jedoch nicht alles wie geplant.

Ich sah die Reihe überall erwähnt, als also der erste Band auf OverDrive auftauchte, habe ich es auch mal versucht. Keine Ahnung, wann die anderen Bände folgen werden.



DNF:

"At the Bottom of the Garden: A Dark History of Fairies, Hobgoblins, Nymphs, and Other Troublesome Things" von Diane Purkiss, Erstveröffentlichung 2003


Feen in der Geschichte waren nicht so nett, wie sie heute oft beschrieben werden. Purkiss zufolge wurden sie aus der Furcht geboren, vor der Dunkelheit, vor dem Tod, Geburt, Verlust usw.
Die Geschichte als solches wäre interessant gewesen, aber der Stil war einfach nichts für mich, also gab ich irgendwann auf.


Falls ihr Buchbesprechungen schreibt oder Blogposts über andere Dinge, die mit Büchern zu tun haben - sogar Filme, die auf Büchern basieren - schaut bitte bei "A Good Book and a Cup of Tea" vorbei, einer monatlichen Buch-Linkparty, deren Host ich zusammen mit Lisa from Boondock Ramblings und Erin von Still Life, With Cracker Crumbs bin. Hier könnt ihr mehr herausfinden.

Samstag, 1. August 2026

Meine Juli-Bücher

Dies ist ein Überblick der Bücher, die ich in einem Monat fertiggelesen habe (nicht unbedingt im selben Monat angefangen) und die ich Gundel vorgelesen habe (mit 😸 markiert).
Ich werde jeweils eine kurze Erklärung hinzufügen, warum ich ein Buch ausgewählt oder wie ich es gefunden habe und vielleicht auch, ob es ein Kandidat zum Wiederlesen ist, aber ich werde keine richtigen Rezensionen oder Bewertungen abgeben (Gundel weigert sich ebenfalls zu bewerten). Solltet ihr aber etwas mehr Info zu einem Buch haben wollen, an dem ihr interessiert seid, laßt es mich einfach wissen.

Wie ihr sehen könnt, war das für mich ein viel besserer Lesemonat als der letzte. Es war eine solche Vielfalt, daß ich sogar an das Limit meiner Tags stieß, ich wußte nicht mal, daß es dafür eins gibt!

"Silent Murders" von Mary Miley, Erstveröffentlichung 2014
(Roaring Twenties Mystery 2)


Leah, die junge Vaudeville-Schauspielerin, ist zu Jessie Beckett geworden und beginnt als Scriptgirl für die Pickford-Fairbanks Studios ein neues Leben in Hollywoods Stummfilmindustrie.
Als ein berühmter Regisseur erschossen wird, fängt Jessie an zu ermitteln.

Ich hatte auf Fritzi Kramers Stummfilmblog etwas über eins von Mileys Büchern gelesen und im Februar mit dem ersten angefangen.
Ich neige dazu, ein Problem mit Amateurdetektivinnen und -detektiven zu haben, die schlauer als die Polizei und alle anderen sind, aber ich mochte dieses Buch lieber als das erste, was mit den Schauplätzen und vertrauten Namen zu tun hatte, aber auch damit, daß ich erkannte, welche Teile auf welchen historischen Fakten basierten, ohne die "historische Notiz" am Ende zu lesen. Der erste Mord beruhte zum Beispiel auf dem Mord an
 William Desmond Taylor, über den ich ebenfalls schon gelesen habe.

"Carl Sandburg at the Movies: A Poet in the Silent Era 1920 - 1927" von Carl Sandburg, Erstveröffentlichung 1985


Carl Sandburg war Dichter, Biograph, Journalist und Herausgeber. Er war außerdem der Kinoexperte für die "Daily News".
Für dieses Buch wählten Dale und Doug Featherling einige der besten Filmkolumnen von Sandburg aus und fügten eine kurze Einführung für jedes Jahr und Fußnoten zu den erwähnten Personen hinzu.

Ihr werdet zweifelsohne immer mal wieder ein Zitat hieraus zu lesen bekommen. Was ich an dem Buch nicht mochte war, daß es mir Appetit auf den ein oder anderen Film machte, von dem ich dann leider entdecken mußte, daß er verschollen ist.

"Schloss Gripsholm : eine Sommergeschichte" von Kurt Tucholsky, Erstveröffentlichung 1931


Dies ist die Geschichte eines Liebespaars, das einen Sommerurlaub in Schweden verbringt, auf Gripsholms slott. Nicht alles ist jedoch Spaß und Liebe, als sie einem kleinen Mädchen aus dem nahegelegenen Kinderheim begegnen, das von einer sadistischen deutschen Leiterin geführt wird.

Ich hatte seit der Schule keine deutschen Klassiker mehr gelesen und beschloß, es jetzt mit einem im Monat zu versuchen. Keine Ahnung, wie dieses Projekt ausgehen wird.

Ich liebe das Cover mit einer Illustration von George Barbier von 1925. Es erinnert mich an die Wandmalereien von Oskar Schlemmer im Badhaus der Märklin-Villa in unserer Stadt.

"Ballet Shoes" = "Ballettschuhe" von Noel Streatfeild, Erstveröffentlichung 1936 
😸
(Shoes 1)


Das Buch erzählt die Geschichte von drei Mädchen, die von dem Paläontologen Groß-Onkel-Matthew, genannt Gom (Gum im Original), auf seinen Reisen adoptiert wurden. Als Gom wieder auf Reisen geht, bleiben Pauline, Petrova und Posy bei seiner Nichte Sylvia und deren früherem Kindermädchen, genannt Nana.
Als ihnen das Geld ausgeht und Gom nach Jahren immer noch nicht daheim ist, müssen sie Zimmer vermieten und die Mädchen werden in der
 Children's Academy of Dancing and Stage Training aufgenommen, was ihnen dann erlaubt, auf der Bühne zu arbeiten und so den Haushalt zu unterstützen.

Ich hatte Noel Streatfeild nicht gekannt - einige ihrer Bücher wurden erst vor nicht allzulanger Zeit ins Deutsche übersetzt - bevor Erin von "Still Life, With Cracker Crumbs" erwähnte, daß sie eins ihrer Bücher las.
Ihre "Shoes"-Reihe für Kinder ist beliebt und das nächste steht schon auf meiner Liste.


"J. M. Barrie & the Lost Boys: The Love Story that Gave Birth to Peter Pan" von Andrew Birkin, Erstveröffentlichung 1931


Obwohl es mit seiner Kindheit beginnt, konzentriert sich das Buch wirklich auf die Beziehung von Barrie mit den fünf Llewelyn Davies-Söhnen George, John, Peter, Michael, und Nicholas.

Ich habe zwar "Wenn Träume fliegen lernen" gesehen, das von diesem Buch inspiriert wurde (aber sehr "Hollywood" ist), mein Interesse an Barrie wurde allerdings geweckt, als ich "Peter Pan" angeschaut und gelesen habe.
Das Buch ist keine Biographie, die man einfach mal so durchliest. Es gibt eine Menge Namen, eine Menge Fotos, eine Menge Zitate aus Stücken, Romanen und Briefen und eine Menge (manchmal verwirrende) Auszüge aus Barries Notizbüchern. Ich fand es trotzdem sehr interessant und habe es sehr gern gelesen, obwohl ich mir - wie andere - nicht sicher bin, was es letztendlich über Barrie und die Jungen aussagt (es gibt zwei Lager für "pädophil/asexuell"), aber werden wir das überhaupt je sicher wissen können?

"Das gelbe Haus" von Mieko Kawakami, Erstveröffentlichung 2023


Drei junge Frauen versuchen im Japan der 90er zu überleben.
Die Geschichte wird vom Standpunkt Hanas aus erzählt, die ihre Mutter verlassen hat und bei einer neuen Mutterfigur einzieht, Kimiko, später kommen noch Ran and Momoko dazu. Um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, fühlen sie sich gezwungen, sich kriminellen Kreisen anzuschließen.

Das Buch war ein doppeltes Geschenk an ein Familienmitglied, das mich fragte, ob ich ein Exemplar haben wollte (das ich nicht behalten werde, da ich bezweifle, daß ich es nochmal lesen wollen würde, einfach wegen des Genres).

"The Lady Vanishes" = "Eine Dame verschwindet/Die Frau im Zug" von Ethel Lina White, Erstveröffentlichung als "The Wheel Spins" 1936


Zwei Engländerinnen begegnen sich in einem Zug auf dem Kontinent. Dann verschwindet Miss Froy plötzlich und niemand will Iris glauben, daß sie überhaupt existiert. War es nur ein Traum oder ist Miss Froy in Gefahr?

Ich habe den Hitchcock-Film erst kürzlich das erste Mal gesehen (fragt nicht, warum ich so lang dazu gebraucht habe), und nachdem eine Freundin erwähnte, daß er auf einem Buch basierte, mußte ich es natürlich lesen.
Mir gefällt allerdings der Film diesmal tatsächlich besser.


"Dracula" von Bram Stoker, Erstveröffentlichung 1897


Ich bezweifle, daß ich irgendjemand sagen muß, worum es in dem Buch geht - den Vampir Dracula, der von seinem Heim in Transylvanien nach London reist, um das Böse der Untoten zu verbreiten.

Das Buch war schon ewig auf meiner Liste gewesen. Die Geschichte wird hauptsächlich durch Briefe und Tagebucheinträge (von mehreren Hauptfiguren) erzählt, von denen manche recht langatmig und wahrscheinlich nicht jedermanns Sache sind (selbst ich mußte manchmal ein bißchen kämpfen). Ich bin jedoch nicht überrascht, daß der Roman die Fantasie der Menschen anregte.


"Dunkles Glas und Fisch in der Lampe" von Ingeborg Engelhardt, Erstveröffentlichung 1963


Ein junger Glasmacher muß vom griechischen Aquileia in die römische Kolonie Niedergermanien flüchten.

Für einen Blogpost nochmal gelesen.


"Death - das Kabinett des Dr. Leng" von Douglas Preston und Lincoln Child, Erstveröffentlichung 2023
(Pendergast 21)


Agent Pendergasts Mündel Constance Greene kehrt ins Jahr 1880 zurück, um ihre Schwester davor zu bewahren, durch den Serienmörder Dr. Enoch Leng getötet zu werden.

Falls ihr gemeint habt, die Pendergast-Bücher könnten nicht verrückter werden - doch, sie können.

"Billard um halb zehn" von Heinrich Böll, Erstveröffentlichung 1959


Das Buch spielt am 6. September 1958 und erzählt die Geschichte der Architektenfamilie Fähmel zwischen 1907 und diesem Tag - in Geschichten, Rückblicken, Erinnerungen.

Ich hatte seit der Schule keine deutschen Klassiker mehr gelesen und beschloß, es jetzt mit einem im Monat zu versuchen (womöglich sogar mehr wie in diesem Monat, aber ohne Druck). Keine Ahnung, wie dieses Projekt ausgehen wird.
Ich war kein Fan des Stils. Ganze Seiten von dahingeschmissenen Gedanken oder Bildern in Satzstücken, durch Strichpunkte getrennt, zu lesen, war recht erschöpfend.


"Death of a Busybody" von George Bellairs, Erstveröffentlichung 1942
(Inspector Littlejohn 3)


Nachdem eine ältere Dame, die etwas zu sehr damit beschäftigt ist, die Sünder und Sünderinnen ihres Dorfs zur Reue zu drängen, tot in der Senkgrube der Pfarrei gefunden wird, wird Inspektor Littlejohn von Scotland Yard mit der Ermittlung beauftragt.

Ich hatte noch nie zuvor von George Bellairs gehört, sah ihn aber als unterschätzten Schriftsteller erwähnt.
Das Buch war eine nette kleine Abwechslung und eine schnelle Lektüre. Ich werde mir den Namen mal merken.

"Stone Blind" = "Stone Blind - Der Blick der Medusa" von Natalie Haynes, Erstveröffentlichung 2023


Dies ist eine Nacherzählung des griechischen Medusa-Mythos mit dem Anspruch, Medusa ihre Stimme wiederzugeben.

Falls euch eine Menge Sichtweisen nichts ausmachen und ihr antike Mythen mögt, könnte das ein Buch für euch sein. Ich erwartete zwar mehr Medusa und weniger von all den anderen Göttern/Göttinnen (halb oder ganz) und Sterblichen, die ihren Weg kreuzten, und ich mochte es nicht so gern wie "Pandora's Jar", habe es aber dennoch gern gelesen.


"The Doyle Diary : the last great Conan Doyle mystery; with a Holmesian investigation into the strange and curious case of Charles Altamont Doyle by Michael Baker" von Charles Altamont Doyle, Erstveröffentlichung 1978


Charles Altamont Doyle, der Vater von Arthur Conan Doyle, war Künstler - wie drei seiner älteren Brüder, nur nicht so erfolgreich - und Beamter.
Doyle litt an Depressionen und Alkoholismus. Dieses Skizzenbuch wurde zwischen März und Juli 1889 geschaffen, während seines Aufenthalts auf Sunnyside, Montrose Royal Lunatic Asylum.


Ich stieß im Fernsehen auf die kurzlebige Serie "Houdini und Doyle" und erfuhr so von Doyles Vater, was mich neugierig machte.
Das Buch hat eine Einführung in Doyles Leben und eine Transkription der Texte und Notizen, zum Glück, da ich nicht alles so leicht lesen konnte. Ich mochte die Illustrationen sehr und kann nur empfehlen, daß ihr selber mal reinschaut.

"Kitten Caboodle : a collection of feline fiction" herausgegeben von Barbara Silverberg, Erstveröffentlichung 1969 😸


Silverberg hat hier Katzengeschichten und -gedichte aus allen möglichen Genres gesammelt - Humor, Geistergeschichten, Legenden und Märchen, sogar Science Fiction.

Ich bin zufällig auf das Buch gestoßen, weil es mit Katzenzeichnungen von 
Théophile-Alexandre Steinlen illustriert ist, dessen Poster für "Le Chat Noir" ich vor ein paar Wochen bei meinen Lieblingskatzen mit aufgeführt habe.

"The Cornish Coast Murder" = "Mord in Cornwall" von John Bude, Erstveröffentlichung 1935


Wenn ein Mann getötet wird, den niemand mag, hat man eine Menge Verdächtige. In Verbindung mit verwirrenden Spuren sorgt das für eine schwierige Ermittlung. Was für ein Glück, daß der örtliche Pfarrer gern Krimis liest.

Ich entdecke gerne Krimiautor*innen, die neu für mich sind. Dieses Whodunit hatte einen guten Anfang, aber dann wurde es soooo langsam vor einem Ende, das mich mehr ärgerte als überraschte.
Es war aber das erste Buch dieses Verfassers, also denke ich, ich werde ihm irgendwann nochmal eine Chance geben.

"The Inimitable Jeeves" = "Der unvergleichliche Jeeves" von Pelham Grenville Wodehouse, Erstveröffentlichung 1923
(Wooster und Jeeves 1)


Bertie Wooster ist ein englischer Gentleman, einer der reichen Müßiggänger, und Jeeves ist sein Kammerdiener, dessen Intelligenz Bertie und seine Freunde aus der einen oder anderen Patsche hilft, in diesem Fall hauptsächlich Berties Freund Bingo Little, der sich ständig neu verliebt.

Ich habe vor Urzeiten ein paar Wodehouse-Bücher gelesen, erinnere mich aber nicht, ob dieses darunter war.


"Hildur - Das Grab im Eis" von Satu Rämö, Erstveröffentlichung 2023
(Hildur 2)


Hildur Rúnarsdóttir ist Kriminalbeamtin in den Westfjorden Islands. Immer noch vom Verschwinden ihrer beiden Schwestern 25 Jahre zuvor verfolgt ist sie auf Fälle vermißter Kinder spezialisiert.
Diesmal wird ein Kommunalpolitiker beim Langlauf erschossen. Hildur findet heraus, daß der Mord mit dem Absturz eines Privatflugzeugs vor einiger Zeit in Verbindung steht.

Ich habe letzten Monat das erste Buch in der Reihe gelesen, das hier hat mir besser gefallen.


"Love Insurance" von Earl Derr Biggers, Erstveröffentlichung 1914


Lord Harrowby wendet sich mit einer Bitte an Lloyd's of London. Er wird sich bald mit einer amerikanischen Erbin vermählen, Cynthia Meyrick, und möchte eine Versicherung abschließen für den Fall, daß sie ihre Meinung ändert.
Lloyd's schickt den Assistenten Dick Minot mit ihm nach Florida, um sicherzustellen, daß die Hochzeit stattfindet. Auf der Zugfahrt dorthin begegnet Dick jedoch zufällig Cynthia und verliebt sich in sie. Nun ist er hin und her gerissen zwischen dem Vertrauen seiner Arbeitgeber und seiner Liebe zu ihr ... und das ist nicht die einzige Verwicklung.

Ich wollte wieder mal einen Stummfilm mit Reginald Denny anschauen, und als ich sah, daß das Buch, auf dem er basierte, von Earl Derr Biggers war, der die Charlie-Chan-Bücher geschrieben hatte, war ich neugierig.


"Mephisto" von Klaus Mann, Erstveröffentlichung 1936


Der Roman erzählt den Aufstieg von Hendrik Höfgen vom provinziellen Theaterschauspieler bis zum Intendanten des Staatstheaters in Berlin, indem er sich auf opportunistische Weise mit dem neuen Nazi-Regime arrangiert.
Höfgen basiert auf Gustaf Gründgens, dem früheren Freund und Schwager von Mann.

Ich hatte seit der Schule keine deutschen Klassiker mehr gelesen und beschloß, es jetzt mit einem im Monat zu versuchen (womöglich sogar mehr wie in diesem Monat, aber ohne Druck). Keine Ahnung, wie dieses Projekt ausgehen wird.
Das Buch fing ziemlich langsam an, aber als dann die Nazis an die Macht kommen, wurde es recht eindringlich. Unnötig zu sagen, daß es im Buch nicht viele sympathische oder bewunderswerte Charaktere gibt. Es ist erstaunlich, daß dies sogar vor dem Krieg geschrieben wurde.


"The Case of the Jumbo Sandwich" von Christopher Bush, Erstveröffentlichung 1965
(Ludovic Travers 60)



Eine Freundin bittet Privatdetektiv Ludovic Travers um Rat, nachdem sie um eine erhebliche Geldsumme betrogen wurde.
Zu diesesm Zeitpunkt hat Travers noch keine Ahnung, wie kompliziert dieser Betrugsfall werden wird ...

Ich habe damit angefangen, Bush zu lesen, nachdem Liz von Adventures in Reading, Running, and Working from Home eines seiner Bücher für eine 1952er Challenge besprochen hatte.



Übrigens, falls ihr Buchbesprechungen schreibt oder Blogposts über andere Dinge, die mit Büchern zu tun haben - sogar Filme, die auf Büchern basieren - schaut bitte bei "A Good Book and a Cup of Tea" vorbei, einer monatlichen Buch-Linkparty, deren Host ich zusammen mit Lisa from Boondock Ramblings und Erin von Still Life, With Cracker Crumbs  bin. Hier könnt ihr mehr herausfinden.

Sonntag, 5. Juli 2026

Aus meinem Kinderbuchschrank (und meinem DVD-Regal) - The Eerie, Indiana Reihe

"Mein Name ist Marshall Teller. Es ist nicht allzulang her, daß ich in New Jersey gewohnt habe, gleich auf der anderen Seite des Flusses gegenüber von New York City. Es war überfüllt, verschmutzt und voller Verbrechen. Ich liebte es. Aber meine Eltern wollten ein besseres Leben für meine Schwester und mich. Also zogen wir an einen Ort, der so gesund, so blitzblank, so gewöhnlich ist, daß man ihn nur im Fernsehen finden würde: Eerie, Indiana."


Das ist aus dem Vorwort des ersten Buches in einer Reihe, die auf der Fernsehserie für Kinder "Eerie, Indiana" aus den 90ern basiert. Das heißt, ich kann nicht über die Buchreihe sprechen, ohne die Serie zu erwähnen.
Da es aber 19 Folgen und 17 Bücher gibt, habe ich für diesen Post jeweils nur die/das erste ausgesucht.

Das Buch heißt "Return to Foreverware", also "Rückkehr zu Foreverware" (die Bücher wurden nicht übersetzt), eine Anspielung auf die erste Folge der Fernsehserie, die im Original den Titel "Forever Ware" trägt, im Deutschen aber zuerst "Menschliche Konserven" hieß und in der Wiederholung "Für immer frisch". Es ist von Mike Ford, der neun der Bücher geschrieben hat
.


Fangen wir mit der Fernsehserie an. Wie kann man "Eerie, Indiana" beschreiben ...
"Statistisch gesehen ist es der normalste Ort im gesamten Land. Statistiken lügen."
Tatsächlich ist die Stadt genau das, was ihr Name verheißt, "eerie", unheimlich. "The King" wohnt auf Marshall's Zeitungsrunde, Menschen bewegen sie ungewöhnlich synchronisiert, eine Zwangsjacke hängt auf einer Wäscheleine, und das ist nur die Einleitung.
Marshalls Mutter arbeitet als Partyplanerin, aber als beschäftigt Frau ist sie nicht so hinterher, was ihre eigenen Einkäufe angeht. Was für ein Glück, daß ihre Nachbarin Betty Wilson und ihre Zwillinge Ernie und Bert mit einer Lösung vor der Tür stehen. Mrs. Wilsons verstorbener Mann hat eine Produktlinie von vakuumversiegelten Behältern entworfen, die Tu.... ähm, Forever Ware heißt.

Als kleines Geschenk läßt sie ein Wurstbrot in einem Behälter da, so frisch wie zu der Zeit, als es gemacht wurde. 1974!
Es wird noch verdächtiger, als einer der Zwillinge Marshall eine Notiz "Jahrbuch 1964" zusteckt, als die Familie geht. Marshall und sein Freund Simon schauen die Jahrbücher durch und finden ein Bild von Ernie und Bert, auf dem sie genauso aussehen wie jetzt, also beschließen sie, ein bißchen herumzuschnüffeln.
Sie erwarten jedoch nicht, das hier zu sehen ...


... Mrs. Wilson, die die Zwillinge zum Schlafen zudeckt, nur sind das keine Betten, sondern riesige Forever Ware-Behältnisse!
Ich werde euch das Ende nicht verderben (verderben, ihr versteht, was ich meine?).

Im Buch haben wir Marshall und Simon, die sich einen Wochenendjob suchen. Sie antworten auf die Anzeige von Mr. und Mrs. Stewart, die in den 70ern steckengeblieben zu sein scheinen, nicht nur was ihre Kleider betrifft, sondern auch ihre Möbel. Sie werden gebeten, den Dachboden zu entrümpeln.
Seltsam ist, daß Mrs. Stewart eine besondere Zuneigung zu Simon zu haben scheint. Die Jungen erfahren, daß die Stewarts einen Sohn hatten, der vor Jahren gestorben ist, und Marshall kann sich des Gefühls nicht erwehren, daß sie ihn gerne durch Simon ersetzen würden. Ist er aber der erste? Warum finden sie Bilder von einer Geburtstagsfeier, die immer gleich aussieht, aber jedesmal mit einem anderen Jungen? Was ist mit Rodney passiert? Und was ist im Keller?
Dann verschwindet Simon plötzlich und die Stewarts bestreiten, ihn gesehen zu haben, obwohl sein Fahrrad in ihrer Garage steht.
Wird Marshall ihn rettenkönnen und kann ihm jemand dabei helfen (Spoiler: Ernie und Bert werden das tun)?

Omri Katz als Marshall (den ihr wahrscheinlich aus
Hocus Pocus kennt) und Justin Shenkarow als Simon

"Eerie, Indiana" wurde zuerst auf NBC ausgestrahlt. Joe Dante - bekannt durch "Gremlins" führte bei mehreren Folgen Regie und war kreativer Berater.
Von Anfang an hatten die Autoren Karl Schaefer und José Rivera die Absicht, die Serie zu mehr als einer reinen Kinderserie zu machen. Ich war kein Kind, als ich sie das erste Mal sah, obowhl ich mich nicht mehr erinnern kann, wo und wann das war, und die Mischung aus Humor, Grusel, Horror, Science Fiction und Anspielungen zog mich sehr schnell an.
In Kritiken hieß es, daß die Serie an "Twin Peaks", "Edward mit den Scherenhänden", "Twilight Zone" erinnerte, eine scheinbar "normale" Stadt, in der mehr unter der Oberfläche geschieht, als man erwarten würde.


Es war auf jeden Fall nicht alles nur Spiel und Spaß. Die zweite Folge, in der ein Junge feststellt, daß seine Zahnspange ihm die Kraft gibt, die Gedanken von Hunden zu lesen, die die Menschen unterwerfen wollen, finde ich echt gruselig, aber ich bin ja auch von "Susi und Strolch" (als Erwachsene) oder "Bambi" traumatisiert worden.

Auf jeden Fall war die Serie, wie auch in einer Menge Videos und Artikeln erwähnt wird, ihrer Zeit voraus. Sie wurde nach 18 Folgen eingestellt, die zwischen 1991 und 1992 ausgestrahlt wurden, und endete mit einer Folge, in der Marshall durch ein Drehbuch herausfinden, daß seine Wirklichkeit tatsächlich eine Fernsehserie ist. Erst bei der Wiederholung 1993 wurde auch die letzte Folge gezeigt.
1997 wurde die Serie aufgekauft und erneut gezeigt und wurde damit wieder so beliebt, daß sie nicht nur ein Spin-Off inspirierte, das in Kanada produziert wurde (genauso kurzlebig, aber nicht so gut), sondern auch die Buchreihe. Tatscählich erlangte sie eine Art von Kultstatus, was man auch an den vielen Kommentaren von Leuten sehen kann,die sie als Kinder gesehen hatten und immer noch ihr kurzes Leben bedauern.


Mike Ford schreibt auf seiner Homepage: "Eines Tages rief mich meine Herausgeberin an und meinte, "Wir machen diese Bücher zu dieser Fernsehserie, aber keiner der Schriftsteller, die wir kennen, hat je davon gehört." Als sie mir sagte, worum es ging, hörte man mich vermutlich bis ins Weltall. Ich liebte die Serie. Und so bekam ich den Job."
Ich erinnere mich, wie ich die Bücher aus den USA bekam (zu einer Zeit, als Porto noch erschwinglich war) und
 zum Zollamt mußte. Die Beamtin bat mich, ihr die Rechnung zu zeigen, und zu ihrer Überraschung war der ganze Stapel Bücher so billig gewesen, daß ich nicht mal an das Limit kam, an dem ich Steuer hätte zahlen müssen.

"Eerie, Indiana" war die Inspiration für ähnliche Serien (die Verbindung mit "Stranger Things" wird oft erwähnt und Alex Hirsch sagte, daß sein "Gravity Falls" (noch eine Serie, deren Fan ich bin) "unverhohlen von Eerie, Indiana abgekupfert" hat.
Vielleicht erkennt ihr übrigens den einen oder anderen Darsteller, zum Beispiel "Gomez Addams" John Astin als Eigentümer des Ladens "World O' Stuff", einen seelensammelnden René Auberjonois oder den jungen Tobey Maguire als Geist.


Wieviele Leute tatsächlich die Bücher kannten oder noch kennen, läßt sich schwer sagen, ich kann nicht mal sagen, wie ich davon erfuhr. Es ist allerdings nicht überraschend, daß sie vergriffen sind.
 

Weitere Lektüre:

1. Gwen Ihnat: 
Eerie, Indiana was a few dimensions ahead of its time. Auf: AV Club, 30. Oktober 2017
2. Justin Young: 
Eerie, Indiana Paved the Way for Supernatural's Success. Auf: CBR, 28. Februar 2026


Übrigens, falls ihr Buchbesprechungen schreibt oder Blogposts über andere Dinge, die mit Büchern zu tun haben - sogar Filme, die auf Büchern basieren - schaut bitte bei "A Good Book and a Cup of Tea" vorbei, einer monatlichen Buch-Linkparty, deren Host ich zusammen mit Erin von Still Life, With Cracker Crumbs und Lisa from Boondock Ramblings bin. Hier könnt ihr mehr herausfinden.



Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.

Dienstag, 31. März 2026

Meine März-Bücher

Dies ist ein Überblick der Bücher, die ich in einem Monat fertiggelesen habe (nicht unbedingt im selben Monat angefangen) und die ich Gundel vorgelesen habe (mit 😸 markiert).
Ich werde jeweils eine kurze Erklärung hinzufügen, warum ich ein Buch ausgewählt oder wie ich es gefunden habe und vielleicht auch, ob es ein Kandidat zum Wiederlesen ist, aber ich werde keine richtigen Rezensionen oder Bewertungen abgeben (Gundel weigert sich ebenfalls zu bewerten). Solltet ihr aber etwas mehr Info zu einem Buch haben wollen, an dem ihr interessiert seid, laßt es mich einfach wissen.
This month I had a very hard time concentrating on books, luckily my hands were up for more crafting to help keeping me out of my own head

"Wisecracker: The Life and Times of William Haines, Hollywood's First Openly Gay Star" von William J. Mann, Erstveröffentlichung 1998


Dies ist eine Biographie von William Haines, der zunächst ein Filmstar war, dann aber viel länger als erfolgreicher Innenarchitekt - oder Dekorateur, wie er sich lieber nennen ließ - tätig war, nachdem er das Filmgeschäft verlassen mußte, wofür ein Grund seine Weigerung war, das Spiel mitzuspielen. Er war kompromißlos schwul und lebte bis zu seinem Tod offen mit seinem Partner Jimmie Shields zusammen.

Ich hatte schon lange, bevor ich überhaupt angefangen hatte, Stummfilme anzuschauen, eine Dokumentation über William Haines gesehen und fand seine Geschichte wirklich interessant.
Sie ist jedoch nicht interessant genug für 400 Seiten, schlicht weil die meisten seiner Freunde und Freundinnen nicht mehr für dieses Buch interviewt werden konnten, eine Menge Information also damit verloren ist, und natürlich konnte man Informationen, die von den Filmstudios verbreitet wurden, n
ie wirklich vertrauen.
Da steht also wesentlich öfter "könnte", "möglicherweise", "es heißt", als ich von einer Biographie erwarten würde.
Was mich aber noch mehr gestört hat war, daß der Verfasser wiederholt eine Menge Hollywood-Stars aufgezählt hat, die schwul oder lesbisch waren und zwar in einer Art und Weise, die mich mehr an eine Boulevardzeitung erinnerte. Ich hätte lieber mehr Details über Haines' Karierre als Designer gelesen und weniger über das Liebesleben von anderen, wenn man bedenkt, daß dies eine Haines-Biographie sein soll.

Dennoch eine interessante Lektüre.

"Lilien auf dem Felde" = "Lilies of the Field" von William E. Barrett, Erstveröffentlichung 1962



Homer Smith, der gerade aus der US-Army ausgetreten ist, macht sich auf, den Westen zu erkunden. Er schläft in seinem Kombi und nimmt nur hier und dort kurze Jobs an, wenn er Geld braucht.
Eines Tages kommt er zu einem heruntergekommen Hof, auf dem fünf Nonnen leben, die von einem ostdeutschen Orden kommen. Obwohl er nur den Plan hatte, als Aushilfe ein bißchen Geld zu machen, wird er in den Plan der Mutter Oberin hineingezogen, eine Kapelle zu bauen.

Für einen Blogpost nochmal gelesen.

"The Book Woman of Troublesome Creek" von Kim Michele Richardson, Erstveröffentlichung 2019


Das östliche Kentucky in den 1930ern.
Cussy Mary Carter, auch Bluet genannt, ist eine Bücherfrau, als "Packpferd-Bibliothekarin" angestellt, die im Rahmen des Works Progress Administration-Programms Bücher in abgelegenen Gegenden der Appalachen ausliefert.
Sie ist außerdem eine "Blue", das heißt, sie hat aufgrund einer seltenen genetischen Störung einen blauen Hautton, was in anderen Haß und Furcht auslöst.

Ich hatte schon vorher sowohl über die "Fugate Blues" als auch das Programm der Packpferd-Bibliothekarinnen gelesen gehabt, als ich dieses Buch also auf einem Blog erwähnt sah, beschloß ich, es zu lesen (und freue mich zu sagen, daß dem Maultier nichts passiert).


"The Three Investigators in The Mystery of the Laughing Shadow" = "Die drei ??? und der lachende Schatten" von William Arden 
(die Bücher wurden unter Nennung von Alfred Hitchcock als Autor veröffentlicht), Erstveröffentlichung 1969 😸
(Die drei ??? 12 (amerikanisch), 6 (deutsch))


Dieser neue Fall beginnt damit, daß Bob und Peter einen Hilferuf hören, einen seltsamen Schatten mit einem verrückten Lachen sehen und ein goldenes Amulett mit einer einer merkwürdigen Nachricht finden.
Werden die Jungen das Geheimnis des legendären Chumash-Schatzes lösen?

Ich habe diese Reihe vor langer Zeit gelesen und mache sie jetzt nochmal Stück für Stück durch, nachdem ich einen Blogpost darüber geschrieben habe. Dieses Buch ist das zwölfte in der Originalreihe und das sechste in der deutschen Reihe.

"The Thirty-Nine Steps" = "Die neununddreißig Stufen" von John Buchan, Erstveröffentlichung 1915


Richard Hannay ist gerade aus Rhodesien nach London gekommen und ihm ist langweilig, bis ihm ein Amerikaner von einer Mordverschwörung erzählt, bevor er selber getötet wird. Hannay muß der Polizei und der Macht hinter der Verschwörung entkommen. Wird es ihm gelingen, den Anschlag zu verhindern?

Als ich kürzlich meinen Hitchcock-Marathon erwähnte, lenkte eine Freundin meine Aufmerksamkeit auf die Bücher, die die Grundlage für einige der Filme waren.
In diesem Fall muß ich sagen, daß ich den Film wesentlich lieber mochte.

"The Home" von Penelope Mortimer, Erstveröffentlichung 1971


Von ihrem Ehemann Graham verlassen, der nach langer Ehe zu einer 22jährigen gezogen ist, versucht Eleanor aus ihrem neuen Haus ein Heim für sich selber und ihre Kinder zu schaffen, obwohl ihr ältester Sohn und ihre drei Töchter erwachsen sind und nach einem eigenen Leben suchen und ihr 15jähriger Sohn hauptsächlich in der Schule ist.
Sie stellt jedoch fest, daß sie von der Trennung zutiefst getroffen ist und sich schwertut, ein neues Leben zu beginnen.

Liz von Adventures in Reading, Running, and Working from Home hat mich in die Reihe "British Library Women Writers" eingeführt (nachdem ich das Buch gelesen hatte, habe ich gemerkt, daß sie dieses Buch hier rezensiert hat.) Ich habe geschaut, welche der Romane ich recht einfach finden konnte, das hier war einer davon.

"A Cast of Killers" von Sidney Kirkpatrick, Erstveröffentlichung 1986


1922 wurde der Filmregisseur William Desmond Taylor erschossen in seinem Bungalow aufgefunden. Der Mord verursachte Skandale und beendete Karrieren, er wurde nie aufgeklärt.
In den 60ern versuchte der Filmregisseur King Vidor den Fall aufzuklären, um daraus einen Film zu machen, was er schlußendlich nicht tat. Kirkpatrick benutzte Vidor gesammelte Dokumente und Notizen, um die Geschichte zu erzählen.

Es gibt einen Newsletter "Taylorology" zu diesem Fall und die Ausgabe 65 führt alle Fehler oder Auslassungen der Ausgabe von 1986 auf und ermuntert Leute, stattdessen die korrigierte Ausgabe zum 20. Jubiläum zu lesen.
Da ich durch Zufall auf dieses Buch gestoßen bin, wußte ich erst nach dem Lesen davon, aber ich bin gewöhnlich sowieso skeptisch gegenüber Veröffentlichungen, die einen Cold Case nach Jahrzehnten aufklären. Obwohl dies also offiziell ein Sachbuch ist, habe ich es nicht als solches gelesen (ich lese irgendwann vielleicht mindestens ein anderes Buch zum Fall), es hat mir aber trotzdem (oder gerade deswegen?) gefallen.

"The Rainfall Market" von You Yeong-Kwang, Erstveröffentlichung 2024


Serin hat ihren Vater früh verloren, sie und ihre Mutter sind arm und Serin ist überzeugt, daß ihr Leben zutiefst nutzlos ist.
Dann erhält sie ein goldenes Ticket für den mysteriösen Rainfall Market, wo sie ihr Leben für ein anderes austauschen kann, unterstützt vom Kater Issha.

Das war ein weiterer Neuzugang auf OverDrive.
Ich bin mir sicher, daß ich nicht die einzige bin, die hiervon Studio Ghibli-Vibes bekommt, auch wenn es sich um ein koreanisches Buch handelt. Ich sah beim Lesen praktisch die Dokkaebi im Ghibli-Stil vor meinem inneren Auge.
Eine nette, leichte und schnelle Lektüre.

"The Devil's Mill" von Walt Unsworth, Erstveröffentlichung 1968 😸


England, Mitte des 18. Jahrhunderts.
Nach einem Kutschenunfall schafft es ein 14jähriger Junge zu einer Farm im Peak District. Er hat sein Gedächtnis verloren und das Farmerpaar nennt ihn nach seinem verstorbenen Sohn Jeremy. Da sie aber versäumt haben, die Adoption offiziell zu machen, wird Jeremy zum Leibeigenen und als Lehrling in eine Baumwollspinnerei geschickt.
Während eines Aufstands brennt die Spinnerei nieder und der Besitzer beschuldigt Jeremy, der dank der Hilfe neuer Freunde entkommt. Seine Abenteuer sind damit aber noch nicht vorbei.

Als ich auf The Internet Archive nach einem anderen Buch suchte, fand ich eins von Unsworths drei Jugendbüchern über die Industrielle Revolution, "Grimsdyke". Es gefiel mir, ich suchte nach den anderen und fand noch dieses (allerdings nicht das dritte
, "Whistling Clough").
Wie schon "Grimsdyke" hat es mich nicht enttäuscht.

"The Case of the Heavenly Twin" von Christopher Bush, Erstveröffentlichung 1962


Privatdetektiv Ludovic Travers wird in einem Fall von Betrug hinzugezogen, in dem mehrere gefälschte Reiseschecks benutzt wurden.
Dann stirbt ein alter Freund von ihm und Travers wird engagiert, um einen seiner Enkelsöhne zu finden. Während der Suche stößt er auf weitere gefälschte Schecks. Stehen die Fälle in Verbindung?

Ich hatte noch nie von Christopher Bush gehört - soweit ich mich erinnere -, als Liz von Adventures in Reading, Running, and Working from Home eine Rezension eines seiner Bücher für eine 1952er Challenge auf ihrem Blog hatte. Nun stehen ein paar von seinen Büchern auf meiner Liste.

"The List of Suspicious Things" = "Unser Buch der seltsamen Dinge" von Jenny Godfrey, Erstveröffentlichung 2024


Es sind die 70er in Yorkshire und die Menschen haben Angst vor dem Yorkshire Ripper.
Die 12jährige Miv beschließt, daß sie und ihre beste Freundin ihn mit Hilfe der "seltsamen Dinge" finden müssen, die sie in ihrem Notizbuch vermerkt, während sie immer mehr über ihre Nachbarschaft und das Leben lernen.

Ein Neueintrag auf OverDrive.
Das Buch an sich hat mir gefallen, vielleicht weil mich die Freundschaft an eigene Freundschaften erinnert hat - und nein, ich habe nie nach einem Serienmörder gesucht - aber ich denke, ich hätte es noch lieber gemocht, wenn nicht gar so viele Trigger hineingepackt gewesen wären. Manchmal kommt es mir so vor, als könnten sich Autor*innen nicht stoppen und packen eins aufs andere, mir ist das in Büchern aufgefallen, aber auch in Filmen und Fernsehserien. Es gibt so etwas wie "zuviel".