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Sonntag, 26. Juli 2026

Aus meinem Kinderbuchschrank - Dunkles Glas und Fisch in der Lampe

Heute habe ich für euch das Buch "Dunkles Glas und Fisch in der Lampe".
Es kam 1963 heraus. Ingeborg Engelhardt, die Verfasserin, schrieb mit dem Ziel Romane, Geschichte für Kinder und Jugendliche zugänglich zu machen. Anstatt jedoch Bücher über berühmte Persönlichkeiten einer bestimmten Zeit, eines Landes oder einer Region zu schreiben, erzählten ihre Bücher Geschichten von gewöhnlichen Leuten. Dafür besuchte sie auch einige der Orte, an denen ihre Romane spielen, und recherchierte zum Beispiel in Archiven.


Ich muß das erste Mal gelesen haben, als ich ungefähr 11 war, denn es war eine Empfehlung meiner Lateinlehrerin, die fest daran glaubte, daß Kinder nicht nur durch reine Fakten, sondern auch Geschichten und Bilder lernen sollten (sie und ihr Mann reisten viel und in der letzten Unterrichtsstunde vor Ferien zeigte sie uns Dias).
Das paßt gut dazu, daß sie außerdem für die kleine Schulbücherei für die unteren Klassen verantwortlich war, in der meine Freundin und ich glückliche Stunden damit verbrachten auszuhelfen. Ich erinnere mich, wie angetan sie davon war, daß ich Bibliothekarin wurde.
Frau Evler, dieser Post ist für Sie.


Germania inferior (Niedergermanien, rot
gekennzeichnet) im Römischen Reich
um die Zeit des Buches, Bild von
 ArdadN (gemeinfrei) auf Wikipedia

Wir sind in Germania inferior (Niedergermanien), gegen Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr., in 
Colonia Claudia Ara Agrippinensium, um ganz präzise zu sein, der Hauptstadt der Provinz und dem militärischen Hauptquartier, aus dem sich die Stadt Köln entwickelte.

Römerturm in Köln (der einzige
erhaltene 
von 19 römischen Türmen,
die Teil der Stadtbefestigung waren),
Bild von MediatusCC BY-SA 3.0
über Wikimedia Commons

Während einer Sturmnacht suchen drei Reisende Unterkunft in einer Herberge, ein Junge und seine beiden ägyptischen Sklaven. Sie fragen nach einem Glasmacher namens Timon, den sie am nächsten Tag aufsuchen.

Der Junge ist Lysander, Sohn des bekannten Glasmachers Ennion von Aquileia, der von Kaiser Domitian hingerichtet wurde, angeblich dafür, unzerbrechliches Glas erfunden zu haben, was das wirtschaftliche Gleichgewicht gestört hätte.
Nach der Flucht aus Aquileia, um dem Zorn des Kaisers zu kommen, der auch sein Erbe beschlagnahmt hat, sind Lysander nur die Sklaven Nemo und sein Bruder Mutus geblieben, die mit seinem Vater zusammengearbeitet haben.
Nun möchte er für Ennions alten Freund Timon arbeiten, bis er nach Hause zurückkehren kann. Timon steht davor, seine Glashütte zu schließen, da er nicht mit Glasmachern aus anderen römischen Provinzen mithalten kann. Seine Tochter Fides, genannt Fugilo ("Vögelchen") überredet ihn jedoch, Lysander eine Chance zu geben, obwohl es sich für sie als gefährlich erweisen könnte, einem Gesuchten Gastfreundschaft zu gewähren.
Lysander wiederum, der anfangs bei ihnen wohnt, ist schockiert, als er in ihrer Öllampe einen eingeritzten Fisch entdeckt und so erfährt, daß Timon und Fugilo Christen sind.

römisches Parfümfläschchen
(etwa 1. bis 3. Jahrhundert),
 Bild von Hermann
 Junghans
, CC BY-SA 3.0,
über Wikimedia Commons

Mit ihrem schönen Glas erregen Lysander, Nemo und Mutus die Aufmerksamkeit eines großen Kaufmanns, der einen Handel mit ihnen macht, um es an reiche Leute außerhalb der Provinz zu verkaufen.
So verbreitet sich der Ruf der Glashütte, bis ein gotischer König und seine Tochter auftauchen und Lysander um die Nachbildung eines Glases bitten, das wichtig für ein Hochzeitsritual ist. Der erfahrene Nemo nimmt sich der Aufgabe an, aber Lysander hält das fertige Glas zurück, weil er sich in die schöne Svanadis verliebt hat und nicht möchte, daß sie nach Hause zurückkehrt.
Er findet außerdem heraus, daß Nemo tatsächlich derjenige ist, der das unzerbrechliche Glas erfunden und weiterexperimentiert hat. Nemo bietet an, das Geheimnis mit seinem Meister im Austausch für seine und Mutus' Freiheit zu teilen.
Alles ändert sich jedoch, als die Glashütte in Flammen aufgeht.

Römisches Glas in der Form des
Gladiatorenhelms eines
Secutors, Bild von BS Thurner
Hof, CC BY-SA 3.0, über
Wikimedia Commons
 

Es ist immer noch faszinierend für mich, daß die Römer früher hier waren, nicht nur in Köln, sondern auch in meiner eigenen Stadt (die zu Germania superior ("Obergermanien") gehörte). Als unsere älteste Kirche vor Jahrzehnten renoviert wurde, fanden die Archäologen heraus, daß an dieser Stelle eine "villa rustica" gewesen war, ein Landgut für die Versorgung der Soldaten.

Außerdem fand ich auch schon damals Glas aufregend (und liebte natürlich die Vorstellung von unzerbrechlichem Glas).
Das Rheinland war eine der großen Regionen der Glasherstellung in der römischen Welt und es gab dekoriertes Glas, das eine Besonderheit der Region war.
Die sogenannten "Schlangenfadengläser" waren mit Glasfäden - klar oder farbig - verziert, die sich um das Glas schlängelten und aufgedrückt wurden. Ich konnte kein Bild finden, daß ich hätte teilen dürfen, aber ihr könnt hier eins finden, das wunderschöne Beispiele zeigt, die in europäischen Museen vorhanden sind oder im Banner einer Seite auf der Webseite des Römisch-Germanischen Museums in Köln, das die weltweit größte Sammlung an römischen Glas besitzt.

Wir erfahren aber nicht nur die Geschichte von Lysander, dem Glasmacher.
Wir hören auch von ihm als Flüchtling in ein fremdes Land, das so ganz anders als das seine ist (Schnee!), als Sohn, der sich fragt, was der wahre Grund hinter dem Tod seine Vaters ist und der sich um seine Mutter und Schwestern sorgt, die er zurücklassen mußte (zu Recht, wie wir am Schluß herausfinden), als jungem Mann, der der sich in eine Prinzessin verliebt, von einem Stamm, der für ihn aus Barbaren besteht, als Meister, der von seinem Sklaven betrogen wird (von seinem Standpunkt aus) und als Mann, der mit einem Glauben konfrontiert wird, der nicht der seine ist.

Foto von Mina Meh auf Unsplash

Ich habe das Buch als Kind verschlungen und später danach auf Flohmärkten gesucht.
Als das Internet da war, sah ich meine Chance gekommen, aber ich erinnerte mich nicht an die Verfasserin und war mir des Titels nicht sicher.
Schließlich postete ich auf dem Schwarzen Brett einer Antiquariatsverkaufsseite (es existiert leider nicht mehr, so schade, denn es war sehr interessant zu sehen, wonach andere suchten, und auch so informativ) und jemand nannte mir den Titel.
Nachdem ich es gekauft hat, stellte ich glücklicherweise fest, daß ich es immer noch so gern mochte wie mit 11.

Habt ihr solche Bücher aus eurer Vergangenheit?

Dienstag, 30. Juni 2026

Meine Juni-Bücher

Dies ist ein Überblick der Bücher, die ich in einem Monat fertiggelesen habe (nicht unbedingt im selben Monat angefangen) und die ich Gundel vorgelesen habe (mit 😸 markiert).
Ich werde jeweils eine kurze Erklärung hinzufügen, warum ich ein Buch ausgewählt oder wie ich es gefunden habe und vielleicht auch, ob es ein Kandidat zum Wiederlesen ist, aber ich werde keine richtigen Rezensionen oder Bewertungen abgeben (Gundel weigert sich ebenfalls zu bewerten). Solltet ihr aber etwas mehr Info zu einem Buch haben wollen, an dem ihr interessiert seid, laßt es mich einfach wissen.

Ein sehr seltsamer Monat mit mehreren abgebrochenen Büchern. Was ich interessant fand war, daß ich einen Moment lang sogar zögerte, das dritte auf die Liste zu setzen, fast so als würde ich versuchen, mein "Versagen" zu verstecken. Lesen sollte sich nicht schuldig anfühlen, egal ob man etwas mochte oder nicht. Dann hatte ich halt das Pech, Bücher auszusuchen, die ich nicht fertiglesen wollte. Was nun? Wird meine Bibliothek mich in Schande hinauswerfen? Nun, hat sie nicht, das einzige, was passierte, war, daß ich wünschte, ich hätte die Zeit stattdessen auf andere Bücher verwendet.
Als ich Ende dess Monats ein viertes hinzufügen mußte, gab ich dafür zuerst der Hitze die Schuld, aber wenn es die Hitze war, warum war ich absolut zufrieden mit den beiden anderen Büchern, die ich zu der Zeit las (wenn auch langsam)?

"Peter Ustinov: The Gift of Laughter" = " Peter Ustinov : Die Gabe des Lachens. Seine Lebensgeschichte" von John Miller, Erstveröffentlichungen 2002


Peter Ustinov - Theater- und Filmschauspieler, Autor von Theaterstücken und Romanen, Regisseur, Produzent, Philanthrop, Universitätskanzler, Interviewer, Unterhalter - war ein erstaunlicher Mann.
Dies ist seine Biographie.

Als ich Ustinov kürzlich erwähnte, fiel mir auf, daß ich nie eine komplette Biographie von ihm gelesen hatte (ich las das Buch seiner Mutter vor Urzeiten). Er war immer äußerst populär in Deutschland, also wurde es Zeit, das nachzuholen, und es hat mir auch gut gefallen.

"Das Dorf in den roten Wäldern" von Louise Penny, Erstveröffentlichung 2005
(Der erste Fall für Gamache)


Als eine der Einwohnerinnen des kleinen Dorfs Three Pines tot aufgefunden wird, werden Armand Gamache und sein Team mit dem Fall betraut. War es ein Jagdunfall oder Mord?

Ich hatte nur die zweite Verfilmung von "Three Pines" mit Alfred Molina gekannt - in der dieses Buch nicht vorkommt - und dachte, ich probiere mal die Bücher aus. Ich glaube, ich mochte die Vorstellung von Three Pines und Gamache mehr als den Fall selber und der Schluß war etwas schwach und offensichtlich, aber es war eine schnelle Lektüre und die Reihe bleibt erstmal auf meiner Liste.

"The Three Investigators in The Mystery of the Coughing Dragon" = "Die drei ??? und der unheimliche Drache" von Nick West (die Bücher wurden unter Nennung von Alfred Hitchcock als Autor veröffentlicht), Erstveröffentlichung 1970 😸
(Die drei ??? 14 (amerikanisch), 9 (deutsch))


Als die drei ??? gebeten werden, den vermißten Hund von Alfred Hitchcocks Freund Mr. Allen zu finden, erwarten sie nicht, mit einem Drachen in einer Höhle konfrontiert zu werden!

Ich habe diese Reihe vor langer Zeit gelesen und mache sie jetzt nochmal Stück für Stück durch, nachdem ich einen Blogpost darüber geschrieben habe. Dieses Buch ist das vierzehnte in der Originalreihe und das neunte in der deutschen Reihe.

"The Correspondent" = "Die Briefeschreiberin" von Virginia Evans, Erstveröffentlichung 2025


Sybil ist 73 und eine begeisterte Briefeschreiberin.
Sie schreibt an Familie, Freunde, Autoren, Nachbarn - und in diesen Briefen erzählt sie uns von ihrem Leben jetzt und damals und davon, was sie am meisten bedauert.

Ich hatte das Buch in Blogs erwähnt gesehen, aber keine Besprechungen gelesen. Als es bei den Neueinträgen auf OverDrive auftauchte, merkte ich es vor, und es war es wert, monatelang darauf zu warten.
Ich habe schon früher bemerkt, daß mir die Briefform gefällt (das begann mit "Daddy Langbein"). Dies ist ein Buch, das ich mir tatsächlich kaufen werde.

"High Wages" von Dorothy Whipple, Erstveröffentlichung 1930


Die Geschichte spielt in den 1910ern und erzählt von Jane, die als Verkäuferin in einem Textilgeschäft anfängt und schließlich nach dem 1. Weltkrieg ihren eigenen Laden eröffnet.

Ich bin auf den Titel durch Zufall auf einem Blog gestoßen, dem ich gewöhnlich nicht folge, und war an der Geschichte von Verkäuferin zu Geschäftseigentümerin interessiert.
Nachdem ich das Sachbuch "The Bookshop, The Draper, The Candlestick Maker" von Annie Gray gelesen hatte, gefiel mir dieses Buch nicht nur wegen der Geschichte selber, sondern auch wegen der Beschreibungen der Geschäfte.


"Peter Pan: The Story of Peter and Wendy" = "Peter Pan" von J. M. Barrie, Erstveröffentlichung als Roman 1911 unter dem Titel "Peter und Wendy"


Peter Pan, der Anführer der Verlorenen Jungs, ist ein schelmischer Junge, der auf der Insel Nimmerland lebt. Er möchte für immer ein kleiner Junge bleiben und Abenteuer erleben.
Eines Nachts nimmt er die Kinder Wendy, John und Michael Darling mit zur Insel, damit Wendy, die Älteste und das einzige Mädchen, ihre Mutter werden kann.

Aus dem digitalisierten Buch,
das ich gelesen habe

Ich hatte "Peter Pan" als Theaterstück gesehen und wollte vor dem Anschauen der ersten Verfilmung auch das Buch lesen.

"Peter Pan in Kensington Gardens" von J. M. Barrie, Erstveröffentlichung 1906 (das meiste davon war bereits Teil des Romans "Kleiner weißer Vogel" von 1902 gewesen)


Man könnte dies Peter Pans Ursprungsgeschichte nennen - wie er aus dem Fenster des Kinderzimmers flog, als er hörte, wie Pläne über sein Leben als Erwachsener gemacht wurde, und in die Kensington Gardens ging, um dort bei den Vögeln zu leben.

Ich hatte hierüber noch überhaupt nichts gehört, bevor ich damit anfing, für eine Stummfilmbesprechung etwas über Peter Pan nachzulesen.
Die Illustrationen von Arthur Rackham sind wunderschön.

"Agnes Aubert's Mystical Cat Shelter" = "Agnes Auberts zauberhafte Katzenzuflucht" von Heather Fawcett, Erstveröffentlichung 2026


Agnes Katzenhilfe (ich finde die deutsche Übersetzung "Zuflucht" hier seltsam) braucht eine neue Bleibe, nachdem ein Duel zwischen Magiern mehrere Gebäude zerstört hat. Ist es Zufall, daß sie in ein Gebäude zieht, in dem einer dieser Magier aus dem Keller heraus sein illegales Geschäft betreibt?

Katzen! Das schien mir ausreichend, um dieses Buch zu lesen. Ich denke, nach dem hier werde aber von Fawcetts Büchern zukünftig die Finger lassen. Es erinnerte mich viel zu sehr an einen Film, den ich gesehen habe (das Buch, auf dem er beruht, kenne ich noch nicht) und liebe, für dieses Buch konnte ich nicht dieselbe Begeisterung aufbringen.

"Miss Buncle's Book" von D. E. Stevenson, Erstveröffentlichung 1934


Miss Buncle braucht Geld, also schreibt sie ein Buch, und da sie keine Fantasie hat, schreibt sie über ihr eigenes Dorf.
Das Buch wird ein Bestseller und Miss Buncles Nachbarn sind nicht amüsiert, etwas über sich selbst durch die Augen von jemand anderem gesehen zu erfahren.

Nachdem ich letzten Monat "Celia's House" gelesen habe und es mir sehr gefiel, habe ich mit diesem Buch weitergemacht und hatte eine Menge Spaß damit.


"Hildur - Die Spur im Fjord" von Satu Rämö, Erstveröffentlichung 2022
(Hildur 1)


Hildur Rúnarsdóttir ist Kriminalbeamtin in den Westfjorden Islands. Immer noch vom Verschwinden ihrer beiden Schwestern 25 Jahre zuvor verfolgt ist sie auf Fälle vermißter Kinder spezialisiert.
Diesmal wird jedoch ein Pädophiler mit durchgeschnittener Kehle gefunden und er bleibt nicht der letzte Tote. Zusammen mit ihrem finnischen Kollegen Jakob versucht sie die Punkte zu verbinden.

Gail von
 Is This Mutton hat das vierte Buch aus der Reihe empfohlen, also dachte ich, ich probiere es mal.
Ich hätte zwar gern weniger Wiederholgungen und Detailbeschreibungen von Workouts gehabt, das nächste Buch ist aber dennoch auf meiner Liste.


"Cinder House" von Freya Marske, Erstveröffentlichung 2025


Das ist eine Nacherzählung von Aschenputtel, aber mit einer interessanten Wendung.

Das Buch war ein Zufallsfund auf OverDrive.


"Return to Foreverware" von Mike Ford, Erstveröffentlichung 1997
(Eerie, Indiana 1)


Die Freunde Marshall und Simon übernehmen einen Wochenendjob bei den Stewarts, um deren Dachboden auszumisten. Etwas ist jedoch seltsam an dem Paar, das in den 70ern steckengeblieben zu sein scheint.

Das Buch ist das erste in der Reihe, die auf der Kinderfernsehserie "Eerie, Indiana" basiert.
Ich habe es für einen Blogpost nochmal gelesen.

"Der Steppenwolf" von Hermann Hesse, Erstveröffentlichung 1927 😸


Harry Haller sieht sich selber als zwei Seelen, den Menschen und den Steppenwolf. Zwischen beiden hin- und hergerissen, versucht er den Sinn in der Welt und seinem Leben zu sehen.

Ich hatte seit der Schule keine deutschen "Klassiker" mehr gelesen und beschloß, es jetzt mit einem im Monat zu versuchen. Keine Ahnung, wie dieses Projekt ausgehen wird.
Das war wahrscheinlich nicht das beste Buch für den Anfang. Hätte ich es nicht laut gelesen, wäre es ziemlich sicher ein DNF geworden, auf die Liste zum Wiederlesen kommt es jedenfalls nicht.

"Classic Movie Comedians" von Neil Sinyard, Erstveröffentlichung 1992


Dieser Band stellt uns einige der großen Komödianten der Leinwand vor. Es gibt ein Kapitel über Charlie Chaplin, Buster Keaton, Harold Lloyd und Harry Langdon, Stan Laurel und Oliver Hardy, W. C. Fields und die Marx Brothers.

Sinyard ist ein britischer Filmkritiker und offensichtlich ein großer Fan von Chaplin, da dieser nicht nur ein Kapitel bekam, das mehr als zehn Seiten länger als all die anderen war, sondern auch konstant in den anderen Kapiteln erwähnt wird. Als Kurzeinführung war es in Ordnung und eine schnelle Lektüre mit einer Menge Bildern. 


"Coming Up for Air" = "Auftauchen, um Luft zu holen" von George Orwell, Erstveröffentlichung 1939


George Bowling ist sich sicher, daß es bald wieder Krieg geben wird. Er beginnt sich an sein Leben als Kind und junger Mann in Lower Binfield vor dem 1. Weltkrieg zu erinnern, und da er bei einem Rennen etwas Geld gewonnen hat, beschließt er, für ein paar Tage dorthin zurückzukehren, um die Idylle wiederzufinden. Er findet jedoch schnell heraus, daß man nicht mehr zurückkehren kann.

Dies war eines der Lieblingsbücher meines Ex. Ich bin vor kurzem durch Zufall darauf gestoßen und dachte, ich lese es endlich mal.



DNF:

"Theo of Golden" = "Theo in Golden" von Allen Levi, Erstveröffentlichung 2025


Ein alter Mann taucht in der Stadt Golden auf und freundet sich dort mit den Einwohnern an, indem er die Bleistiftporträts kauft, die an den Wänden des Coffee Shops hängen, sie den Menschen auf den Bildern schenkt und sich ihre Geschichten anhört.

Ich sah das Buch immer wieder auf Blogs und fand die Idee mit den Porträts ganz interessant. Dann kämpfte ich mich durch das halbe Buch, nur weil ich dachte, ich müßte irgendetwas verpaßt haben. Ich wünschte, ich hätte eher auf mein Bauchgefühl gehört. Auf keinen Fall etwas für mich.

"Something Wicked This Way Comes" = "Das Böse kommt auf leisen Sohlen" von Ray Bradbury, Erstveröffentlichung 1962


Zwei dreizehnjährige Freunde, Jim und William, bekommen es mit den Alpträumen eines fahrenden Jahrmarkts und seinem Leiter Mr. Dark zu tun, der seltsame Kräfte hat.

Ich habe etwas mehr als ein Drittel des Buches geschafft, aber obwohl die Idee interessant war, gefiel mir der Stil überhaupt nicht. Es schien, als habe der Verfasser mehr Spaß daran, mit Sprache zu spielen als die Geschichte zu erzählen, und in diesem Fall funktionierte das für mich einfach nicht.


"The Female Detective" von Andrew Forrester, Erstveröffentlichung 1864


Das Buch erzählt von mehreren Fällen von Mrs Gladden, der ersten professionellen Detektivin in der britischen Erzählliteratur.

Ich dachte, das wäre genau das Richtige für mich, aber nach einem Drittel gab ich auf, weil ich den Stil furchtbar trocken und langweilig fand. Ich konnte nicht umhin zu denken, daß eine Frau das anders geschrieben (und interessanter gemacht) hätte.

"The Librarianist" von Patrick deWitt, Erstveröffentlichung 2023


Dies ist "die Geschichte von Bob Comet, einem Mann, der sein Leben durch und für Literatur gelebt hat, sich dessen nicht bewußt, daß seine eigene Erfahrung eine bewegende und rührende Erzählung in sich ist."

Ich gestehe, daß mich der Titel und das Cover angezogen haben, aber es wurde zu wenig über Bücher geredet und gab zuviel langweiligen Rückblick. Ich mochte den ersten Teil wirklich, in dem Bob spontan als Freiwilliger in einem Seniorencenter anfängt, aber je länger der Rückblick dauert, um so mehr bewegte mich die Erzählung auf die falsche Weise. Ich habe es durch das halbe Buch geschafft und war nicht mal daran interessiert, wie es endet.


Übrigens, falls ihr Buchbesprechungen schreibt oder Blogposts über andere Dinge, die mit Büchern zu tun haben - sogar Filme, die auf Büchern basieren - schaut bitte bei "A Good Book and a Cup of Tea" vorbei, einer monatlichen Buch-Linkparty, deren Host ich zusammen mit Erin von Still Life, With Cracker Crumbs und Lisa from Boondock Ramblings bin. Hier könnt ihr mehr herausfinden.

Dienstag, 31. März 2026

Meine März-Bücher

Dies ist ein Überblick der Bücher, die ich in einem Monat fertiggelesen habe (nicht unbedingt im selben Monat angefangen) und die ich Gundel vorgelesen habe (mit 😸 markiert).
Ich werde jeweils eine kurze Erklärung hinzufügen, warum ich ein Buch ausgewählt oder wie ich es gefunden habe und vielleicht auch, ob es ein Kandidat zum Wiederlesen ist, aber ich werde keine richtigen Rezensionen oder Bewertungen abgeben (Gundel weigert sich ebenfalls zu bewerten). Solltet ihr aber etwas mehr Info zu einem Buch haben wollen, an dem ihr interessiert seid, laßt es mich einfach wissen.
This month I had a very hard time concentrating on books, luckily my hands were up for more crafting to help keeping me out of my own head

"Wisecracker: The Life and Times of William Haines, Hollywood's First Openly Gay Star" von William J. Mann, Erstveröffentlichung 1998


Dies ist eine Biographie von William Haines, der zunächst ein Filmstar war, dann aber viel länger als erfolgreicher Innenarchitekt - oder Dekorateur, wie er sich lieber nennen ließ - tätig war, nachdem er das Filmgeschäft verlassen mußte, wofür ein Grund seine Weigerung war, das Spiel mitzuspielen. Er war kompromißlos schwul und lebte bis zu seinem Tod offen mit seinem Partner Jimmie Shields zusammen.

Ich hatte schon lange, bevor ich überhaupt angefangen hatte, Stummfilme anzuschauen, eine Dokumentation über William Haines gesehen und fand seine Geschichte wirklich interessant.
Sie ist jedoch nicht interessant genug für 400 Seiten, schlicht weil die meisten seiner Freunde und Freundinnen nicht mehr für dieses Buch interviewt werden konnten, eine Menge Information also damit verloren ist, und natürlich konnte man Informationen, die von den Filmstudios verbreitet wurden, n
ie wirklich vertrauen.
Da steht also wesentlich öfter "könnte", "möglicherweise", "es heißt", als ich von einer Biographie erwarten würde.
Was mich aber noch mehr gestört hat war, daß der Verfasser wiederholt eine Menge Hollywood-Stars aufgezählt hat, die schwul oder lesbisch waren und zwar in einer Art und Weise, die mich mehr an eine Boulevardzeitung erinnerte. Ich hätte lieber mehr Details über Haines' Karierre als Designer gelesen und weniger über das Liebesleben von anderen, wenn man bedenkt, daß dies eine Haines-Biographie sein soll.

Dennoch eine interessante Lektüre.

"Lilien auf dem Felde" = "Lilies of the Field" von William E. Barrett, Erstveröffentlichung 1962



Homer Smith, der gerade aus der US-Army ausgetreten ist, macht sich auf, den Westen zu erkunden. Er schläft in seinem Kombi und nimmt nur hier und dort kurze Jobs an, wenn er Geld braucht.
Eines Tages kommt er zu einem heruntergekommen Hof, auf dem fünf Nonnen leben, die von einem ostdeutschen Orden kommen. Obwohl er nur den Plan hatte, als Aushilfe ein bißchen Geld zu machen, wird er in den Plan der Mutter Oberin hineingezogen, eine Kapelle zu bauen.

Für einen Blogpost nochmal gelesen.

"The Book Woman of Troublesome Creek" von Kim Michele Richardson, Erstveröffentlichung 2019


Das östliche Kentucky in den 1930ern.
Cussy Mary Carter, auch Bluet genannt, ist eine Bücherfrau, als "Packpferd-Bibliothekarin" angestellt, die im Rahmen des Works Progress Administration-Programms Bücher in abgelegenen Gegenden der Appalachen ausliefert.
Sie ist außerdem eine "Blue", das heißt, sie hat aufgrund einer seltenen genetischen Störung einen blauen Hautton, was in anderen Haß und Furcht auslöst.

Ich hatte schon vorher sowohl über die "Fugate Blues" als auch das Programm der Packpferd-Bibliothekarinnen gelesen gehabt, als ich dieses Buch also auf einem Blog erwähnt sah, beschloß ich, es zu lesen (und freue mich zu sagen, daß dem Maultier nichts passiert).


"The Three Investigators in The Mystery of the Laughing Shadow" = "Die drei ??? und der lachende Schatten" von William Arden 
(die Bücher wurden unter Nennung von Alfred Hitchcock als Autor veröffentlicht), Erstveröffentlichung 1969 😸
(Die drei ??? 12 (amerikanisch), 6 (deutsch))


Dieser neue Fall beginnt damit, daß Bob und Peter einen Hilferuf hören, einen seltsamen Schatten mit einem verrückten Lachen sehen und ein goldenes Amulett mit einer einer merkwürdigen Nachricht finden.
Werden die Jungen das Geheimnis des legendären Chumash-Schatzes lösen?

Ich habe diese Reihe vor langer Zeit gelesen und mache sie jetzt nochmal Stück für Stück durch, nachdem ich einen Blogpost darüber geschrieben habe. Dieses Buch ist das zwölfte in der Originalreihe und das sechste in der deutschen Reihe.

"The Thirty-Nine Steps" = "Die neununddreißig Stufen" von John Buchan, Erstveröffentlichung 1915


Richard Hannay ist gerade aus Rhodesien nach London gekommen und ihm ist langweilig, bis ihm ein Amerikaner von einer Mordverschwörung erzählt, bevor er selber getötet wird. Hannay muß der Polizei und der Macht hinter der Verschwörung entkommen. Wird es ihm gelingen, den Anschlag zu verhindern?

Als ich kürzlich meinen Hitchcock-Marathon erwähnte, lenkte eine Freundin meine Aufmerksamkeit auf die Bücher, die die Grundlage für einige der Filme waren.
In diesem Fall muß ich sagen, daß ich den Film wesentlich lieber mochte.

"The Home" von Penelope Mortimer, Erstveröffentlichung 1971


Von ihrem Ehemann Graham verlassen, der nach langer Ehe zu einer 22jährigen gezogen ist, versucht Eleanor aus ihrem neuen Haus ein Heim für sich selber und ihre Kinder zu schaffen, obwohl ihr ältester Sohn und ihre drei Töchter erwachsen sind und nach einem eigenen Leben suchen und ihr 15jähriger Sohn hauptsächlich in der Schule ist.
Sie stellt jedoch fest, daß sie von der Trennung zutiefst getroffen ist und sich schwertut, ein neues Leben zu beginnen.

Liz von Adventures in Reading, Running, and Working from Home hat mich in die Reihe "British Library Women Writers" eingeführt (nachdem ich das Buch gelesen hatte, habe ich gemerkt, daß sie dieses Buch hier rezensiert hat.) Ich habe geschaut, welche der Romane ich recht einfach finden konnte, das hier war einer davon.

"A Cast of Killers" von Sidney Kirkpatrick, Erstveröffentlichung 1986


1922 wurde der Filmregisseur William Desmond Taylor erschossen in seinem Bungalow aufgefunden. Der Mord verursachte Skandale und beendete Karrieren, er wurde nie aufgeklärt.
In den 60ern versuchte der Filmregisseur King Vidor den Fall aufzuklären, um daraus einen Film zu machen, was er schlußendlich nicht tat. Kirkpatrick benutzte Vidor gesammelte Dokumente und Notizen, um die Geschichte zu erzählen.

Es gibt einen Newsletter "Taylorology" zu diesem Fall und die Ausgabe 65 führt alle Fehler oder Auslassungen der Ausgabe von 1986 auf und ermuntert Leute, stattdessen die korrigierte Ausgabe zum 20. Jubiläum zu lesen.
Da ich durch Zufall auf dieses Buch gestoßen bin, wußte ich erst nach dem Lesen davon, aber ich bin gewöhnlich sowieso skeptisch gegenüber Veröffentlichungen, die einen Cold Case nach Jahrzehnten aufklären. Obwohl dies also offiziell ein Sachbuch ist, habe ich es nicht als solches gelesen (ich lese irgendwann vielleicht mindestens ein anderes Buch zum Fall), es hat mir aber trotzdem (oder gerade deswegen?) gefallen.

"The Rainfall Market" von You Yeong-Kwang, Erstveröffentlichung 2024


Serin hat ihren Vater früh verloren, sie und ihre Mutter sind arm und Serin ist überzeugt, daß ihr Leben zutiefst nutzlos ist.
Dann erhält sie ein goldenes Ticket für den mysteriösen Rainfall Market, wo sie ihr Leben für ein anderes austauschen kann, unterstützt vom Kater Issha.

Das war ein weiterer Neuzugang auf OverDrive.
Ich bin mir sicher, daß ich nicht die einzige bin, die hiervon Studio Ghibli-Vibes bekommt, auch wenn es sich um ein koreanisches Buch handelt. Ich sah beim Lesen praktisch die Dokkaebi im Ghibli-Stil vor meinem inneren Auge.
Eine nette, leichte und schnelle Lektüre.

"The Devil's Mill" von Walt Unsworth, Erstveröffentlichung 1968 😸


England, Mitte des 18. Jahrhunderts.
Nach einem Kutschenunfall schafft es ein 14jähriger Junge zu einer Farm im Peak District. Er hat sein Gedächtnis verloren und das Farmerpaar nennt ihn nach seinem verstorbenen Sohn Jeremy. Da sie aber versäumt haben, die Adoption offiziell zu machen, wird Jeremy zum Leibeigenen und als Lehrling in eine Baumwollspinnerei geschickt.
Während eines Aufstands brennt die Spinnerei nieder und der Besitzer beschuldigt Jeremy, der dank der Hilfe neuer Freunde entkommt. Seine Abenteuer sind damit aber noch nicht vorbei.

Als ich auf The Internet Archive nach einem anderen Buch suchte, fand ich eins von Unsworths drei Jugendbüchern über die Industrielle Revolution, "Grimsdyke". Es gefiel mir, ich suchte nach den anderen und fand noch dieses (allerdings nicht das dritte
, "Whistling Clough").
Wie schon "Grimsdyke" hat es mich nicht enttäuscht.

"The Case of the Heavenly Twin" von Christopher Bush, Erstveröffentlichung 1962


Privatdetektiv Ludovic Travers wird in einem Fall von Betrug hinzugezogen, in dem mehrere gefälschte Reiseschecks benutzt wurden.
Dann stirbt ein alter Freund von ihm und Travers wird engagiert, um einen seiner Enkelsöhne zu finden. Während der Suche stößt er auf weitere gefälschte Schecks. Stehen die Fälle in Verbindung?

Ich hatte noch nie von Christopher Bush gehört - soweit ich mich erinnere -, als Liz von Adventures in Reading, Running, and Working from Home eine Rezension eines seiner Bücher für eine 1952er Challenge auf ihrem Blog hatte. Nun stehen ein paar von seinen Büchern auf meiner Liste.

"The List of Suspicious Things" = "Unser Buch der seltsamen Dinge" von Jenny Godfrey, Erstveröffentlichung 2024


Es sind die 70er in Yorkshire und die Menschen haben Angst vor dem Yorkshire Ripper.
Die 12jährige Miv beschließt, daß sie und ihre beste Freundin ihn mit Hilfe der "seltsamen Dinge" finden müssen, die sie in ihrem Notizbuch vermerkt, während sie immer mehr über ihre Nachbarschaft und das Leben lernen.

Ein Neueintrag auf OverDrive.
Das Buch an sich hat mir gefallen, vielleicht weil mich die Freundschaft an eigene Freundschaften erinnert hat - und nein, ich habe nie nach einem Serienmörder gesucht - aber ich denke, ich hätte es noch lieber gemocht, wenn nicht gar so viele Trigger hineingepackt gewesen wären. Manchmal kommt es mir so vor, als könnten sich Autor*innen nicht stoppen und packen eins aufs andere, mir ist das in Büchern aufgefallen, aber auch in Filmen und Fernsehserien. Es gibt so etwas wie "zuviel".

Mittwoch, 31. Dezember 2025

Meine Dezember-Bücher

Noch ein Jahr vorüber, ich kann es kaum glauben.
Aber womit könnte man das Jahr besser beenden als mit einer Bücherliste. Hier sind die, die ich im Dezember gelesen habe.

Sie ist ein Überblick darüber, was ich in einem Monat fertigbekommen habe (nicht unbedingt im selben Monat angefangen) und was ich den Katzen vorgelesen habe (mit 😸 markiert).
Habt ihr euch übrigens gefragt, warum manche der Bilder in meinen Buchposts so professionell aussehen und manche nicht? Natürlich könnte ich immer Bilder im Web finden, aber auf diese Art erinnere ich mich daran, welche Bücher ich in elektronischer Form gelesen habe, entweder von der Bibliothek - professionelle Bilder - oder auf The Internet Archive - Screenshots der Cover von digitalisierten Druckexemplaren - oder welche Bücher ich in gedruckter Form gelesen habe - die Bilder sind von mir gemacht, während ich sie einfach hochhalte. Da ich 
Bücher normalerweise immer nachts fertigzulesen scheine, bekommt ihr hier den "Leselampenfarben- und Seltsamer Winkel-Look".
Ich werde jeweils eine kurze Erklärung hinzufügen, warum ich ein Buch ausgewählt habe und vielleicht auch, ob es ein Kandidat zum Wiederlesen ist, aber ich werde keine richtigen Rezensionen oder Bewertungen abgeben (die Katzen weigern sich ebenfalls zu bewerten 😉). Solltet ihr aber eine persönliche Bewertung für ein Buch haben wollen, an dem ihr interessiert seid, laßt es mich einfach wissen.


1. "Peter Cushing : An Autobiography", by Peter Cushing, first published in 1986 😸


"Fange beim Anfang an", sagte der König ernsthaft, "und lies bis du an's Ende kommst, dann halte an." Welcher Ratschlag wäre besser als der von Lewis Carroll, wenn man versucht, eine Lebensgeschichte zu schreiben? Da mein Leben, wie ich es kannte und liebte, jedoch mit dem Tod meiner geliebten Frau Helen endete, beabsichtige ich, diese Erzählung nicht über diesen schicksalhaften Donnerstag im Jahr 1971, am 14. Januar, hinaus fortzuführen.

Ich muß zugben, daß Peter Cushing für mich hauptsächlich Van Helsing und Sherlock Holmes war, ich hatte ihn nicht mal als Baron Frankenstein gesehen. Dieses Buch behandelt seine recht kurze Hollywood-Karriere - er kehrte bewußt nach England zurück - und seine Theater-, Fernseh- und Filmkarriere daheim.
Er erzählt auch von seiner Kindheit und Jugend und den Zeiten, bevor er Schauspieler wurde, und denen, während derer er "ausruhte", also wenn er ohne Engagement war.
Tatsächlich mußte er sich seinen Lebensunterhalt eine Weile damit verdienen, daß er Kopftücher entwarf.
Ein großer Teil dieses Buches ist jedoch der Liebesgeschichte zwischen ihm und seiner Frau Helen gewidmet, was euch nach dem obigen Zitat nicht überraschen wird.


2.
 "The Last Library" = "Die letzte Bibliothek der Welt" von Freya Sampson, Erstveröffentlichung 2021


June ist eine Bibliotheksassistentin, die nur für ihre Bücher und für die kleine Dorfbibliothek lebt, in der ihre Mutter bis zu ihrem Tod gearbeitet hat.
Erst als der Gemeinderat darüber diskutiert, sechs Dorfbibliotheken zu schließen, ihre eingeschlossen, findet sie ihre Stimme dank der Unterstützung durch ihre Nutzerschaft, der die Bibliothek genauso wichtig ist wie ihr.

Ich habe letzten Monat Sampsons zweites Buch gelesen, dies ist ihr Debütroman. Als Bibliothekarin war ich interessiert daran (auf sehr nostalgische Art), obwohl ich selber nicht in einer öffentlichen Bibliothek arbeite.

3. "Black as He's Painted" = "Schwarz wie die Nacht" von Ngaio Marsh, Erstveröffentlichung 1973
(Roderick Alleyn 28)


Als Präsident Opala von Ng'ombwana (einer neu unabhängig gewordenen afrikanische Republik) - der zufällig dieselbe Privatschule wie Alleyn besucht hat und ein guter Freund von ihm war - auf Staatsbesuch nach London kommen soll, ist der Special Branch in Aufruhr, weil "The Boomer" (Opalas Spitzname in der Schule, leider weiß ich nicht, wie er in der deutschen Übersetzung genannt wird) alle Sicherheitsmaßnahmen ablehnt.
Bei einem Empfang in der Botschaft erfolgt ein Mordversuch, aber anstatt des Präsidenten wird der Botschafter getötet.
Von der Tatsache behindert, daß der Mord auf "fremdem Boden" stattgefunden hat, versuchen Alleyn und sein Kollege vom Special Branch den Fall zu lösen.


Dies ist immer noch Teil meines Vintage-Krimi-Projekts, für das ich mir immer wieder neue Bücher von Marsh und Allingham besorge.
Obwohl das Buch zügig zu lesen war, war es trotzdem nicht einfach, weil manches nicht sehr gut gealtert ist, aber ein Teil davon war wiederum notwendig für die Handlung.
Es gab eine Figur, die ich wirklich mochte, und eine Katze, derentwegen ich nach ein paar Seiten schnell mal das Ende checken mußte (aber nicht die Auflösung), aber sie ist nicht nur in Ordnung, sondern spielt auch eine wichtige Rolle.

4.
 "The Art Thief" = "Der Meisterdieb" von Michael Finkel, Erstveröffentlichung 2023


Im Zeitraum von sechs Jahren stahl Stéphane Breitwieser Kunstwerke und -gegenstände von Museen und Kunstmessen, während seine Freundin Anne-Catherine Kleinklaus Wache stand - sogar in vollen Museen am hellichten Tag.
Anders als die meisten Kunstdiebe verkaufte Breitwieser die Skulpturen, Gemälde, Waffen usw. allerdings nicht. Er stahl sie für "seine" Sammlung, die er im Schlafzimmer auf dem Dachboden des Hauses seiner Mutter ausstellte, in dem sie wohnten. Der Wert der gestohlenen Stücke wird auf ungefähr 1,5 bis 2 Milliarden US Dollar geschätzt.
Als er erwischt wurde, warf seine Mutter einen Teil der Sammlung in einen Kanal und verbrannte den anderen Teil.

Noch ein Zufallsfund auf OverDrive. Ich schaue gern Kunstdokumentationen an und habe außerdem einige über Kunstfälschungen und -diebstahl gesehen, aber von Breitwieser hatte ich überraschenderweise - ich schaue die meisten auf unserem französisch-deutschen Fernsehsender an - bisher noch nicht gehört.

5. 
"Antarctica" = "Wo das Wasser am tiefsten ist" von Claire Keegan, Erstveröffentlichung 1999


Die Debütsammlung von Geschichten der irischen Autorin, jede davon auf unterschiedliche Weise fesselnd.

Ich habe das Buch als Neueintrag auf OverDrive gefunden.

6. 
"Old Christmas : from the Sketch Book of Washington Irving" von Washington Irving, Erstveröffentlichung 1875


Diese fünf Skizzen rund um alte englische Weihnachtstraditionen stammen aus Irvings "Skizzenbuch von Geoffrey Crayon, Gent." von 1820.
Sie beschreiben die Feiertage, die er auf einem ländlichen Anwesen verbringt, wo Traditionen gepflegt werden, die sogar noch älter als aus dem 19. Jahrhundert sind.

Als ich zu meinem Blogpost über Geistergeschichten an Weihnachten recherchierte, stieß ich auf dieses Buch und es gab eine schnelle saisonale Lektüre ab. Der Stil ist sehr blumig, aber in Verbindung mit den Illustrationen habe ich es ganz gern gelesen.


7. 
"The Secret Christmas Library" = "Die geheime Weihnachtsbibliothek" von Jenny Colgan, Erstveröffentlichung 2025
(Happy Ever After-Reihe 6)


Mirren hat schon mal ein seltenes Buch gefunden. Als sie es im British Museum bewundert, begegnet sie einem schottischen Laird, der in dem verfallenden Schloß, das sein Großvater ihm vererbt hat, nach einem wertvollen Buch such, und wird von ihm angeheuert, ihm bei seiner Suche zu helfen.

Ich habe das Buch als Neueintrag auf OverDrive gefunden und auf eine weitere schnelle und nette Lektüre für die Jahreszeit gehofft.
Stattdessen stand es so kurz davor, ein DNF zu werden.
Obwohl ich es ziemlich schnell durch hatte, habe ich mich eigentlich die ganze Zeit irgendwie darüber geärgert - die Charaktere, den Stil (wie oft kann man das Wort "vast" verwenden?), die Bearbeitung des Textes und daß es nicht sehr weihnachtlich war. Ich denke, ich habe gehofft, daß es besser würde, und dann war ich schon zu weit, um es nicht fertigzulesen.

8. 
"The Library Book" von verschiedenen Autor*innen, Erstveröffentlichung 2012


Das Buch ist eine Sammlung von 23 Geschichten von Schriftsteller*innen über Bibliotheken oder in denen Bibliotheken vorkommen, abhängig davon, ob es sich um Fiktion handelt oder nicht.

Dies war eine Empfehlung auf OverDrive.
Ich war hin und her gerissen. Es gab ein paar exzellente Essays, es gab einige Zitate, die mir wirklich aus dem Herzen sprachen (hauptsächlich wegen der Nostalgie), es gab auch aber welche, die einfach langweilig waren oder sich sehr wiederholten (zum Beispiel die unendliche "gedruckt oder elektronisch"-Diskussion, okay, ich bevorzuge Gedrucktes, aber inzwischen lese ich auch e-Books, weil sie mir den Zugang einfacher machen, ist es nicht wichtig, daß Leute überhaupt lesen?)
Manche sind gut gealtert, andere nicht so sehr, wenn man sich die Entwicklung in den letzten Jahren betrachtet (ich spreche zum Beispiel über Bücherverbote).
Natürlich ist mir klar, daß sich die meisten Geschichten auf öffentliche Bibliotheken in Großbritannien beziehen und auf die Gefahr, daß zu dem Zeitpunkt eine Menge davon geschlossen werden sollten (ich weiß nicht, wie sich die erwähnten Zahlen seither verändert haben).

9. 
"Grace & Henry's Holiday Movie Marathon" von Matthew Norman, Erstveröffentlichung 2025


Grace - die zwei Kinder hat - und Henry haben beide ihre Ehepartner verloren.
Fast ein Jahr später, die Feiertage stehen bevor, versuchen ihre Mütter sie zusammenzubringen. Sie sind jedoch noch nicht dafür bereit und werden stattdessen "Trauerpartner", die sich bei einem Weihnachtsfilmmarathon näherkommen ... und wegen ein paar Mäusen.

Ich habe das Buch als Neueintrag auf OverDrive gefunden und es hat mir wirklich gefallen.

10. 
"The Brits in Hollywood: Tales from the Hollywood Raj" von Sheridan Morley, Erstveröffentlichung 2006
(aktualisierte Ausgabe, ursprünglich 1983 als "Tales from the Hollywood Raj" veröffentlicht)


Viele britische Schauspieler und Schauspielerinnen - hauptsächlich jedoch Männer - gingen nach Hollywood (sogar bevor es so hieß), um dort Filme zu drehen. Die meisten davon hatten einen Theaterhintergrund. Manche blieben dort, wie zum Beispiel Ronald Colman oder Cary Grant, manche kehrten nach Hause zurück, manche entschieden sich dafür, hin und her zu pendeln.
Ein Spitzname für sie im Goldenen Zeitalter von Hollywood war "The Hollywood Raj" (eine Andeutung auf "British Raj", die Zeit der Regierung von Indien durch die britische Krone).

Ich habe von Liz from Adventures in Reading, Running, and Working from Home von der Dean Street Press gehört. Als ich mir deren Website anschaute, fand ich ein paar Titel, die mich interessierten, darunter Filmbücher von Sheridan Morley (das hier war allerdings keine Ausgabe der Dean Street Press).
Das Buch zählte viele Namen von Leuten und Filmen auf, die ich nicht alle kannte, aber es war trotzdem interessant zu lesen.


11. 
"Der Hyazinthen-Mörder" = "Singing in the Shrouds" von Ngaio Marsh, Erstveröffentlichung 1958
(Roderick Alleyn 20)


Ein Serienmörder erwürgt Frauen und läßt sie mit zerrissenen Halsketten und über ihren Leichen verstreuten Blumen zurück.
Sein drittes Opfer wird in der Nähe eines Kreuzfahrtschiffs aufgefunden. Wegen des Fetzens einer Bordkarte in ihrer Hand hat Alleyn den Verdacht, daß sich der "Blumenmörder" an Bord befindet, und er begibt sich mit auf die Kreuzfahrt, um verdeckt zu ermitteln.

Dies ist immer noch Teil meines Vintage-Krimi-Projekts, für das ich mir immer wieder neue Bücher von Marsh und Allingham besorge (von den Marshs fehlen jetzt nur noch vier!).

12. 
"From the Alps to the Dales: 100 Years of Bettys" von Annie Gray, Erstveröffentlichung 2019 😸


1919 von einem Schweizer Bäcker und Konditor gegründet, ist Bettys ein Familienunternehmen mit Sitz in Yorkshire, das nicht nur für seine Teestuben dort bekannt ist, sondern auch für seine Produkte, von denen Tee und Kaffee in der Verantwortlichkeit seiner Schwesternfirma Taylors of Harrogate liegen.
Das Buch erzählt seine Geschichte von 1919 bis 2019.

Ich habe alle von Annie Grays Bücher, die ich bis jetzt besitze, den Katzen vorgelesen, sie aber noch nicht davon überzeugt, selber Lebensmittelhistoriker zu werden, da sie mehr Interesse an dem haben, was jetzt auf ihren Tellern liegt.

13. 
"The Case of the Silken Petticoat" von Christopher Bush, Erstveröffentlichung 1953
(Ludovic Travers 43)



Privatdetektiv Ludovic Travers ist Zeuge, als eine junge Frau ins Café Rond stürmt und den bekannten Kritiker Clement Foorde wegen einer Rezension, die er über Robert Ashmans Buch "The Silken Petticoat" geschrieben hat, vors Schienbein tritt.
Einige Zeit später wird Ashman ertrunken in einem Fluß aufgefunden und er ist nicht die einzige Leiche in diesem Geheimnis, das Travers lösen muß.

Ich hatte noch nie von Christopher Bush gehört - soweit ich mich erinnere -, als
 Liz von Adventures in Reading, Running, and Working from Home eine Rezension eines seiner Bücher für eine 1952er Challenge auf ihrem Blog hatte. Ich fand ein paar seiner Bücher auf The Internet Archive und habe willkürlich mit diesem hier angefangen.

14. 
"A Child's Christmas in Wales" = " Weihnachten in meiner Kindheit" von Dylan Thomas, Erstveröffentlichung 1954 (als Buch, es war zunächst eine Aufnahme) 😸


Die Geschichte des walisischen Poeten ist eine wunderschön erzählte nostalgische Erinnerung an Weihnachten als Junge, das Familientreffen, Spielen im Schnee, Weihnachtslieder singen gehen.

Ich hatte die Geschichte noch nicht gekannt, sie war in einem Artikel erwähnt worden, und sie rief auf jeden Fall Erinnerungen an eigene vergangene Weihnachten hervor. Sie könnte zu einem Weihnachtsritual werden.


15.
 "The Women on Platform Two" von Laura Anthony, Erstveröffentlichung 2025


Saoirse möchte keine Kinder haben, ihr Verlobter Miles schon. Nach einem negativen Schwangerschaftstest und einer daraus folgenden Diskussionen geht Saoirse aus dem Haus, um nachzudenken, und landet in einem Zug, wo sie eine alte Dame, Maura, kennenlernt, die ihr die Geschichte von ihrer besten Freundin Bernie und sich selber in der Republik Irland der 70er erzählt, als Verhütung noch verboten war.
(TW: Häusliche Gewalt/Selbstmord)

Ich glaube, ich habe das Buch als Neueintrag auf OverDrive gefunden.
Obwohl ich wußte, daß jegliche Verhütungsmittel in Irland um diese Zeit verboten waren, hatte ich noch nie zuvor von
 "The Contraceptive Train" gehört, als 47 Frauenrechtsaktivistinnen einen Zug nach Belfast nahmen, um dort Verhütungsmittel zu kaufen, deren Import in die Republik illegal war.

16. 
"The Carlyles at Home" von Thea Holme, Erstveröffentlichung 1965


"Daheim" war das Haus 5 Cheyne Row in Chelsea, London, wo der schottische Essayist, Historiker und Philosoph Thomas Carlyle von 1834 bis zu seinem Tod 1881 lebte.
Mit ihm lebte dort seine Frau Jane bis zu ihrem Tod 1866. Sie war eine eifrige Schreiberin von Briefen, die uns einen Einblick in das Leben der Carlyles von ihrem Standpunkt aus erlauben.

Ich fand das Buch dank einer Rezension von
 Liz von Adventures in Reading, Running, and Working from Home (deren Ohren inzwischen wahrscheinlich klingeln).
Obwohl die Lektüre sehr interessant war, zum Beispiel, wie schwierig es sein kann, verläßliche Bedienstete zu finden (darum geht es sehr oft), ging ich hinterher meine Elektrogeräte und meine Katzen umarmen. Wir drei haben in mancher Hinsicht so ein Glück, jetzt zu leben anstatt damals (weil wir so ein verwöhnter Haufen sind).

17. 
"The Three Investigators in the Mystery of the Green Ghost" = "Die drei ??? und der Teufelsberg" von William Arden (die Bücher wurden unter Nennung von Alfred Hitchcock als Autor veröffentlicht), Erstveröffentlichung 1968 😸
(Die drei ??? 10 (amerikanisch), 13 (deutsch)) 


Was bringt eine Höhle zum Stöhnen und warum hat es sie nach 50 Jahren wieder damit angefangen? Ist die Legende über das "Urwesen" wahr und was ist mit dem Rebellen El Diablo, kann er noch am Leben sein?
Diesmal haben Justus, Peter und Bob einen Fall, bei dem sie versuchen, den Daltons zu helfen, denen die Ranch neben dem Teufelsberg gehört.

Ich habe diese Reihe vor langer Zeit gelesen und mache sie jetzt nochmal Stück für Stück durch, nachdem ich einen Blogpost darüber geschrieben habe. Dieses Buch ist das zehnte in der Originalreihe und das dreizehnte in der deutschen Reihe.