Posts mit dem Label Kinderbuch werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kinderbuch werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 31. August 2026

Meine August-Bücher

Dies ist ein Überblick der Bücher, die ich in einem Monat fertiggelesen habe (nicht unbedingt im selben Monat angefangen) und die ich Gundel vorgelesen habe (mit 😸 markiert).
Ich werde jeweils eine kurze Erklärung hinzufügen, warum ich ein Buch ausgewählt oder wie ich es gefunden habe und vielleicht auch, ob es ein Kandidat zum Wiederlesen ist, aber ich werde keine richtigen Rezensionen oder Bewertungen abgeben (Gundel weigert sich ebenfalls zu bewerten). Solltet ihr aber etwas mehr Info zu einem Buch haben wollen, an dem ihr interessiert seid, laßt es mich einfach wissen.

"Hildur - Die Toten am Meer" von Satu Rämö, Erstveröffentlichung 2024

(Hildur 4)


Hildur Rúnarsdóttir ist Kriminalbeamtin in den Westfjorden Islands.
Vier Skelette werden auf dem Hof von Hildurs verstorbenen Eltern gefunden. Ein schwer verletzter Küchenarbeiter entkommt von einem Kreuzfahrtschiff. Und eine enge Freundin von Hildurs Mutter stirbt unerwartet in ihrem Seniorenheim.
Stehen diese Fälle in Verbindung.

Ich habe das dritte Buch in der Reihe übersprungen, weil es um Tiermißhandlung ging, war aber auch nicht zu begeistert von diesem hier. 

"Zwei Sommer mit Christiane" (enthält die Bücher "Recht nette Mädchen" und "100 Tage mit Christiane") von Barbara Hug, Erstveröffentlichung 1954 und 1957


Das erste Buch erzählt die Geschichte der vier Andresen-Töchter Andrea, Martina, Petra und Christiane, die mit ihrer Mutter in einer kleinen Stadt in Südwestdeutschland leben.
Das zweite Buch, das ein paar Jahre später spielt, erzählt die Geschichte von Christiane, die sich um Martinas Sohn kümmert, während sie und ihr Mann zum Arbeiten in Italien sind.

In dieser Hitze brauchte ich eine nette und schnelle Lektüre (in diesem Fall habe ich es im Laufe der Jahre des öfteren nochmal gelesen) und ich liebe diese zwei Bücher seit meiner Kindheit. Sie sind nicht so fluffig, wie sie sich vielleicht anhören, da sie auch Themen wie Geflüchtete nach dem Krieg, Armut, Gemeinschaft und Nachdenken über die Zukunft aufgreifen.


"The Third Man" = "Der dritte Mann" von Graham Greene, Erstveröffentlichung 1950


Rollo Martins wird von seinem alten Freund Harry Lime ins Wien der Nachkriegszeit - noch unter den alliierten Mächten aufgeteilt - eingeladen. Als er ankommt, erfährt er jedoch, daß Harry bei einem Verkehrsunfall gestorben ist. Rollo trifft Major Calloway, der ihm erzählt, daß Harry in eine Schieberei mit verdünntem Penicillin verwickelt war, aber Rollo glaubt ihm nicht und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln.

Ich habe den Film noch einmal für einen einfach nur so Samstag-Blogpost angeschaut und dann die Novelle gelesen, die ursprünglich nur ein Drehbuchkonzept für den Film war und in ein paar Details ein wenig davon abweicht.


"Miss Buncle Married" von D. E. Stevenson, Erstveröffentlichung 1936


Miss Buncle, nun mit ihrem Verleger Mr. Abbott verheiratet, hat ein neues Haus in Wandlebury gefunden und hat noch genauso viel Interesse an ihren neuen Nachbarn, wie sie es an denen in Silverstream hatte, aber wird sie ein Buch über sie schreiben?

Ich mochte das erste "Miss Buncle"-Buch wirklich gern, denke aber, daß ich das hier sogar noch lieber mochte. Ich habe nicht so viel gelacht, aber mir sind die Leute mehr ans Herz gewachsen, besonders Barbara und Arthur als Ehepaar.
"Der Garten - als Garten - interessierte Arthur nicht sehr, aber der Garten in Verbindung mit Barbara interessierte ihn enorm. Barbara war bezaubernd im Garten, so eifrig und zufrieden und glücklich, so überrascht zu sehen, daß die Dinge, die sie im Herbst gepflanzt hatte - oder die zu pflanzen sie veranlaßt hatte - tatsächlich wuchsen. Barbara war mehr Barbara denn je, wenn sie ihrem Garten war, und Arthur konnte von der Mischung niemals genug bekommen."

"Lulu in Hollywood" = "Lulu in Berlin und Hollywood" von Louise Brooks, Erstveröffentlichung 1982


Das Buch enthält sieben autobiographische Essays der Tänzerin und des Stummfilmstars Louise Brooks, zum Beispiel ihre Sicht auf Bogart, auf Gish und Garbo oder ihre Erfahrung mit dem Filmen in Berlin. Es gibt auch eine spätere Ausgabe mit einem achten Essay.

Ich hatte schon vorher von Louise Brooks gehört, aber noch keinen Film mit ihr gesehen. Der interessanteste Essay war für mich der letzte, der vom Filmdreh von "Die Büchse der Pandora" (in der Filmographie steht "Buchse" 
🙄) in Berlin handelt.

"The Three Investigators in The Mystery of the Flaming Footprints" = "Die drei ??? und die flammende Spur" von M. V. Carey (die Bücher wurden unter Nennung von Alfred Hitchcock als Autor veröffentlicht), first published in 1971 😸
(Die drei ??? 15 (amerikanisch), 22 (deutsch))


Warum ist der exzentrische Mann, der The Potter genannt wird, gerade dann verschwunden, wenn er seine Tochter und seinen Enkel erwartet? Wer sind die Männer, die Mrs. Dobson und Tom beobachten? Wieder einmal werden die drei ??? mit den Geheimnissen eines kleinen europäischen Landes konfrontiert.

Ich habe diese Reihe vor langer Zeit gelesen und mache sie jetzt nochmal Stück für Stück durch, nachdem ich einen Blogpost darüber geschrieben habe.

"The Red House Mystery" = "Das Geheimnis des roten Hauses" von Alan Alexander Milne, Erstveröffentlichung 1922


Antony Gillingham wollte einfach nur seinen Freund Bill Beverley besuchen, der gerade im Red House weilt, aber stattdessen finden er und Matthew Cayley - der Cousin des Hausbesitzers Mark Ablett - eine Leiche im Büro!
Gillingham wird zum regelrechten "Holmes" und macht Bill zu seinem "Watson".

Ich hatte nicht gewußt, daß Milne einen Krimi geschrieben hat - nur diesen einen -, bevor ich es in einem Buchpost von Jeanie von "The Marmelade Gypsy"
 gesehen habe. Danke, Jeanie, er hat mir echt Spaß gemacht! Wie schade, daß Gillingham ein "One Hit Wonder" geblieben ist.

"Take Six Girls: The Lives of the Mitford Sisters" von Laura Thompson, Erstveröffentlichung 2015 (auch als "The Six")


Man könnte meinen, dies ist eine Biographe der sechs Mitford-Schwestern Nancy, Pamela, Diana, Unity, Jessica, and Deborah (es gab auch noch einen Bruder Tom), die für ihre sehr unterschiedlichen Ansichten über das Leben und Politik in ihrer Zeit bekannt sind (Kommunismus, Antisemitismus, Faschismus, um nur ein paar Stichwörter zu nennen).

So einfach war es dann aber doch nicht.
Es war interessant, wenn man schon etwas über die Familie weiß - ich hatte Dokumentationen gesehen - aber man sollte sich besser auf eine Menge Namen (und Spitznamen!) und Zeitsprünge einstellen, und man sollte wirklich erst Nancys Romane gelesen habe, auf die beständig verwiesen wird, genauso wie auf Namen, die nie erklärt wurden.
In Kürze, das ist nicht wirklich das, was ich von einer Biographie erwarte. Ich war nie in Gefahr, nicht fertigzulesen, hatte aber das Gefühl, es mit etwas Fangirling/Whitewashing zu tun zu haben - ich kann Faschismus auch nicht ein bißchen entschuldigen, nur weil jemand eine starke Persönlichkeit, Intelligenz, ein wunderschönes Gesicht und Eleganz hat, und das ist nur ein Beispiel.
Vielleicht ist es ja zu schwierig, das Mitford-"Phänomen" in nur einem einzigen Buch zu erklären.


"Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull" von Thomas Mann, Erstveröffentlichung 1922 (das erste Fragment)


Der unbeendete Roman (zwischen 1910 und 1913 und dann wieder zwischen spät 1950 und 1954) erzählt die Geschichte von Felix Krull, der nach dem Selbstmord seines Vaters, eines zahlungsunfähigen Schaumweinfabrikanten, nach Paris geht, um in einem Hotel zu arbeiten, und dann den Platz des Marquis de Venosta auf einer Weltreise einnimmt, die die Eltern des Marquis bezahlen, um ihren Sohn von einer französischen Sängerin loszueisen (und wenn ihr denkt, daß das ein langer Satz war, solltet ihr das Buch sehen).
Die Handlung endet damit, daß Krull in Lissabon ist, dem ersten Bestimmungsort auf der Reise.

Wikipedia zufolge - ich hatte ehrlich keine Lust darauf, noch andere Quellen zu konsultieren 
- soll der Roman eine Parodie auf Goethes Autobiographie "Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit" sein. Erinnert mich daran, das nicht zu lesen, weil ich schon mit diesem hier ernsthaft gekämpft habe (und es ist mir egal, wieviel davon autobiographisch war).
Es ist praktisch ein Wunder und ein Zeichen meiner Hingabe an dieses Projekt (jeden Monat mindestens einen deutschen Klassiker zu lesen), daß es kein DNF wurde. Es gab lange Teile, die mich fast zu Tränen langweilten.
Ich sage Handlung, aber es passiert nicht wirklich etwas! Die Hauptfigur ist ein selbstgefälliger kleiner Punk und das pompöse Geschwafel - das soll der Parodieteil sein, nehme ich an - machte mich glücklich bei dem Gedanken, daß ich das nicht im Alltag ertragen muß.


"Tennis Shoes" von Noel Streatfeild, Erstveröffentlichung 1937
(Shoes 2)



Dr. Heath und sein Vater waren gute Tennisspieler gewesen, aber der Vater ist jetzt zu alt und Dr. Heath hat im 1. Weltkrieg eine Beinverletzung erlitten.
Was ist aber mit den Kindern - den Zwillingen Jim und Susan, der jüngeren Nicky und David? Haben sie, was man braucht, um erfolgreiche Tennisspieler zu werden?

Dies ist das zweite Buch in der "Schuh-Reihe", obwohl die einzige Verbindung die Schuhe im Titel sind.
Ich habe nie Tennis gespielt, ich schaue kein Tennis an, aber nach Felix Krull brauchte ich etwas Leichtes und das Buch war perfekt dafür - obwohl ich gestehen muß, daß ich kein Fan von Dr. Heaths Motivations- und Erziehungsmethoden, seine Kinder betreffend, war.

"Go Gentle" von Maria Semple, Erstveröffentlichung in 2026


Adora Hazzard, frühere Comedyschreiberin, die dann Philosophin wurde und die Zwillinge eines reichen Ehepaars unterrichtet, lebt in New York und hat in ihrem Gebäude einen "Zirkel" von alleinstehenden Frauen gestartet, die sich gegenseitig unterstützen - dann trifft sie zufällig einen Mann und ihr Leben ist nicht mehr, was es war.

Ich bin mir nicht sicher, was dieses Buch sein möchte. Ich mochte die Idee des Zirkels, mir gefielen die philosophischen Zitate, und dann bekommen wir Flashbacks (Triggerwarnung sexuelle Belästigung), Kunstkriminalität und eine Liebesgeschichte, was mir alles sehr konfus erschien. Spoiler:
Bei ungefähr 60% war ich sehr nah daran, mit dem Lesen aufzuhören. Vielleicht hätte ich das lieber tun sollen.

"Death on the Cherwell" von Mavis Doriel Hay, Erstveröffentlichung 1935


Vier Studentinnen des Persephone College in Oxford treffen sich auf dem Dach des Bootshauses, um eine Geheimgesellschaft zu gründen, als ein Kanu angetrieben wird, in dem sie die Leiche ihrer Quästorin (ja, ich weiß, heute heißt das bei uns nicht mehr so, aber das ist ja auch ein altes Buch) Myra Denning liegt.
Die jungen Damen fragen sich, wie eine ertrunkene Frau in ihr Kanu zurückgelangen kann ...

Ich habe eine Schwäche für vintage Krimis, die in Cambridge und Oxford spielen (ich glaube, es wird Zeit, zum hundertsten Mal "Aufruhr in Oxford" zu lesen), wahrscheinlich weil ich an einer Universität arbeitet, die aus einer Menge Beton gemacht ist.
Hat mir wirklich gut gefallen.


"Goodbye, Mr. Chips" = "Lebwohl, Mr. Chips" (auch mit leicht anderem Titel) von James Hilton, Erstveröffentlichung 1933 (in der Weihnachtsausgabe von "British Weekly") und 1934 (als Buch)


Mr. Chipping war jahrzehntelang Lateinlehrer an der Brookfield School - einem privaten Internat - und hat sogar noch ausgeholfen, nachdem er in Ruhestand gegangen ist.
Nun erinnert er sich an sein Leben in und für die Schule.

Für einen zukünftigen Blogpost about die Novelle und Verfilmungen noch einmal gelesen (diesmal auf Englisch, ich selber besitze die deutsche Übersetzung).

Ein witziges kleines P.S. Dies ist als Übersetzung des Buchs in Urdu gelistet. Natürlich kann ich kein Urdu lesen und kann euch nicht sagen, ob das stimmt ... und ich habe absolut keine Ahnung, wie dieses Cover im mindesten Sinn machen sollte, falls es stimmt!


"To You Mr. Chips!" von James Hilton, Erstveröffentlichung 1938


In diesem Buch spricht Hilton ein wenig über seine eigenen Schulerfahrungen und erzählt ein paar weitere Geschichten über Mr. Chips.

Als ich "Goodbye, Mr. Chips" noch einmal las, erfuhr ich zufällig von diesem Buch, das ich vorher nicht kannte.

"Bright Young Things: Lives in the Roaring 20s" von Alison Maloney, Erstveröffentlichung 2012


Das Buch gibt kurze Einblicke in das Leben des "Smart Sets", vor allem im London der 1920er.
Es enthält Kapitel über Jazz, Cocktails, Skandale, Debütantinnen und mehr.
Eine schnelle Lektüre mit Zitaten und Kurzbiographien, ein netter Appetitanreger für den Einstieg, wenn man an dieser Zeit interessiert ist.

"Victorian Fairy Painting" von Jeremy Maas u. a., Erstveröffentlichung 1997


Das Buch erschien aus Anlaß der Ausstellung "Victorian Fairy Painting", die von London nach Iowa City, Toronto und New York reiste.
Es enthält einen Katalog mit Kurzbiographien und Kommentaren und Essays über Feen in der Malerei, in Büchern und Erzählungen, in der Musik und in der Illustration, aber auch die Verbindung zur Bühne, vor allem Shakespeare.

Ich stieß darauf, nachdem ich das Sketchbuch von Charles Altamont Doyle gefunden hatte, welches in meiner Juli-Zusammenfassung aufgeführt ist.

"Japanese Gothic" von Kylie Lee Baker, Erstveröffentlichung 2026


Nachdem er seinen Zimmergenossen im College umgebracht hat, flüchtet Lee in das Haus in Japan, in das sein Vater gezogen ist. Etwas ist jedoch seltsam an diesem Haus, das früher einmal Samurais gehört hat. Wer ist das Mädchen, das aus einer anderen Welt und Zeit hereinschaut?

Immer wieder mal denke ich, daß ich ein Buch außerhalb meiner Komfortzone lesen sollte. Dieses hier hätte keins davon sein sollen.



DNF

"The Suspicions of Mr Whicher or The Murder at Road Hill House" = "Der Verdacht des Mr Whicher" von Kate Summerscale, Erstveröffentlichung 2008


Das Sachbuch erzählt die Geschichte eines Kindesmords im viktorianischen England und von Jack Whicher, der einer der ursprünglichen acht Angehörigen von Londons neuem "Detective Branch" in Scotland Yard war.

Ich habe die Fernsehserie gesehen, deren erste Episode von diesem Fall handelte, und wollte das Buch mehr wegen Whicher als wegen des Falls lesen, gab aber recht früh auf, weil es so langweilig zu lesen war.




Übrigens, falls ihr Buchbesprechungen schreibt oder Blogposts über andere Dinge, die mit Büchern zu tun haben - sogar Filme, die auf Büchern basieren - schaut bitte bei "A Good Book and a Cup of Tea" vorbei, einer monatlichen Buch-Linkparty, deren Host ich zusammen mit Lisa from Boondock Ramblings und Erin von Still Life, With Cracker Crumbs  bin. Hier könnt ihr mehr herausfinden.

Sonntag, 26. Juli 2026

Aus meinem Kinderbuchschrank - Dunkles Glas und Fisch in der Lampe

Heute habe ich für euch das Buch "Dunkles Glas und Fisch in der Lampe".
Es kam 1963 heraus. Ingeborg Engelhardt, die Verfasserin, schrieb mit dem Ziel Romane, Geschichte für Kinder und Jugendliche zugänglich zu machen. Anstatt jedoch Bücher über berühmte Persönlichkeiten einer bestimmten Zeit, eines Landes oder einer Region zu schreiben, erzählten ihre Bücher Geschichten von gewöhnlichen Leuten. Dafür besuchte sie auch einige der Orte, an denen ihre Romane spielen, und recherchierte zum Beispiel in Archiven.


Ich muß das erste Mal gelesen haben, als ich ungefähr 11 war, denn es war eine Empfehlung meiner Lateinlehrerin, die fest daran glaubte, daß Kinder nicht nur durch reine Fakten, sondern auch Geschichten und Bilder lernen sollten (sie und ihr Mann reisten viel und in der letzten Unterrichtsstunde vor Ferien zeigte sie uns Dias).
Das paßt gut dazu, daß sie außerdem für die kleine Schulbücherei für die unteren Klassen verantwortlich war, in der meine Freundin und ich glückliche Stunden damit verbrachten auszuhelfen. Ich erinnere mich, wie angetan sie davon war, daß ich Bibliothekarin wurde.
Frau Evler, dieser Post ist für Sie.


Germania inferior (Niedergermanien, rot
gekennzeichnet) im Römischen Reich
um die Zeit des Buches, Bild von
 ArdadN (gemeinfrei) auf Wikipedia

Wir sind in Germania inferior (Niedergermanien), gegen Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr., in 
Colonia Claudia Ara Agrippinensium, um ganz präzise zu sein, der Hauptstadt der Provinz und dem militärischen Hauptquartier, aus dem sich die Stadt Köln entwickelte.

Römerturm in Köln (der einzige
erhaltene 
von 19 römischen Türmen,
die Teil der Stadtbefestigung waren),
Bild von MediatusCC BY-SA 3.0
über Wikimedia Commons

Während einer Sturmnacht suchen drei Reisende Unterkunft in einer Herberge, ein Junge und seine beiden ägyptischen Sklaven. Sie fragen nach einem Glasmacher namens Timon, den sie am nächsten Tag aufsuchen.

Der Junge ist Lysander, Sohn des bekannten Glasmachers Ennion von Aquileia, der von Kaiser Domitian hingerichtet wurde, angeblich dafür, unzerbrechliches Glas erfunden zu haben, was das wirtschaftliche Gleichgewicht gestört hätte.
Nach der Flucht aus Aquileia, um dem Zorn des Kaisers zu kommen, der auch sein Erbe beschlagnahmt hat, sind Lysander nur die Sklaven Nemo und sein Bruder Mutus geblieben, die mit seinem Vater zusammengearbeitet haben.
Nun möchte er für Ennions alten Freund Timon arbeiten, bis er nach Hause zurückkehren kann. Timon steht davor, seine Glashütte zu schließen, da er nicht mit Glasmachern aus anderen römischen Provinzen mithalten kann. Seine Tochter Fides, genannt Fugilo ("Vögelchen") überredet ihn jedoch, Lysander eine Chance zu geben, obwohl es sich für sie als gefährlich erweisen könnte, einem Gesuchten Gastfreundschaft zu gewähren.
Lysander wiederum, der anfangs bei ihnen wohnt, ist schockiert, als er in ihrer Öllampe einen eingeritzten Fisch entdeckt und so erfährt, daß Timon und Fugilo Christen sind.

römisches Parfümfläschchen
(etwa 1. bis 3. Jahrhundert),
 Bild von Hermann
 Junghans
, CC BY-SA 3.0,
über Wikimedia Commons

Mit ihrem schönen Glas erregen Lysander, Nemo und Mutus die Aufmerksamkeit eines großen Kaufmanns, der einen Handel mit ihnen macht, um es an reiche Leute außerhalb der Provinz zu verkaufen.
So verbreitet sich der Ruf der Glashütte, bis ein gotischer König und seine Tochter auftauchen und Lysander um die Nachbildung eines Glases bitten, das wichtig für ein Hochzeitsritual ist. Der erfahrene Nemo nimmt sich der Aufgabe an, aber Lysander hält das fertige Glas zurück, weil er sich in die schöne Svanadis verliebt hat und nicht möchte, daß sie nach Hause zurückkehrt.
Er findet außerdem heraus, daß Nemo tatsächlich derjenige ist, der das unzerbrechliche Glas erfunden und weiterexperimentiert hat. Nemo bietet an, das Geheimnis mit seinem Meister im Austausch für seine und Mutus' Freiheit zu teilen.
Alles ändert sich jedoch, als die Glashütte in Flammen aufgeht.

Römisches Glas in der Form des
Gladiatorenhelms eines
Secutors, Bild von BS Thurner
Hof, CC BY-SA 3.0, über
Wikimedia Commons
 

Es ist immer noch faszinierend für mich, daß die Römer früher hier waren, nicht nur in Köln, sondern auch in meiner eigenen Stadt (die zu Germania superior ("Obergermanien") gehörte). Als unsere älteste Kirche vor Jahrzehnten renoviert wurde, fanden die Archäologen heraus, daß an dieser Stelle eine "villa rustica" gewesen war, ein Landgut für die Versorgung der Soldaten.

Außerdem fand ich auch schon damals Glas aufregend (und liebte natürlich die Vorstellung von unzerbrechlichem Glas).
Das Rheinland war eine der großen Regionen der Glasherstellung in der römischen Welt und es gab dekoriertes Glas, das eine Besonderheit der Region war.
Die sogenannten "Schlangenfadengläser" waren mit Glasfäden - klar oder farbig - verziert, die sich um das Glas schlängelten und aufgedrückt wurden. Ich konnte kein Bild finden, daß ich hätte teilen dürfen, aber ihr könnt hier eins finden, das wunderschöne Beispiele zeigt, die in europäischen Museen vorhanden sind oder im Banner einer Seite auf der Webseite des Römisch-Germanischen Museums in Köln, das die weltweit größte Sammlung an römischen Glas besitzt.

Wir erfahren aber nicht nur die Geschichte von Lysander, dem Glasmacher.
Wir hören auch von ihm als Flüchtling in ein fremdes Land, das so ganz anders als das seine ist (Schnee!), als Sohn, der sich fragt, was der wahre Grund hinter dem Tod seine Vaters ist und der sich um seine Mutter und Schwestern sorgt, die er zurücklassen mußte (zu Recht, wie wir am Schluß herausfinden), als jungem Mann, der der sich in eine Prinzessin verliebt, von einem Stamm, der für ihn aus Barbaren besteht, als Meister, der von seinem Sklaven betrogen wird (von seinem Standpunkt aus) und als Mann, der mit einem Glauben konfrontiert wird, der nicht der seine ist.

Foto von Mina Meh auf Unsplash

Ich habe das Buch als Kind verschlungen und später danach auf Flohmärkten gesucht.
Als das Internet da war, sah ich meine Chance gekommen, aber ich erinnerte mich nicht an die Verfasserin und war mir des Titels nicht sicher.
Schließlich postete ich auf dem Schwarzen Brett einer Antiquariatsverkaufsseite (es existiert leider nicht mehr, so schade, denn es war sehr interessant zu sehen, wonach andere suchten, und auch so informativ) und jemand nannte mir den Titel.
Nachdem ich es gekauft hat, stellte ich glücklicherweise fest, daß ich es immer noch so gern mochte wie mit 11.

Habt ihr solche Bücher aus eurer Vergangenheit?

Dienstag, 30. Juni 2026

Meine Juni-Bücher

Dies ist ein Überblick der Bücher, die ich in einem Monat fertiggelesen habe (nicht unbedingt im selben Monat angefangen) und die ich Gundel vorgelesen habe (mit 😸 markiert).
Ich werde jeweils eine kurze Erklärung hinzufügen, warum ich ein Buch ausgewählt oder wie ich es gefunden habe und vielleicht auch, ob es ein Kandidat zum Wiederlesen ist, aber ich werde keine richtigen Rezensionen oder Bewertungen abgeben (Gundel weigert sich ebenfalls zu bewerten). Solltet ihr aber etwas mehr Info zu einem Buch haben wollen, an dem ihr interessiert seid, laßt es mich einfach wissen.

Ein sehr seltsamer Monat mit mehreren abgebrochenen Büchern. Was ich interessant fand war, daß ich einen Moment lang sogar zögerte, das dritte auf die Liste zu setzen, fast so als würde ich versuchen, mein "Versagen" zu verstecken. Lesen sollte sich nicht schuldig anfühlen, egal ob man etwas mochte oder nicht. Dann hatte ich halt das Pech, Bücher auszusuchen, die ich nicht fertiglesen wollte. Was nun? Wird meine Bibliothek mich in Schande hinauswerfen? Nun, hat sie nicht, das einzige, was passierte, war, daß ich wünschte, ich hätte die Zeit stattdessen auf andere Bücher verwendet.
Als ich Ende dess Monats ein viertes hinzufügen mußte, gab ich dafür zuerst der Hitze die Schuld, aber wenn es die Hitze war, warum war ich absolut zufrieden mit den beiden anderen Büchern, die ich zu der Zeit las (wenn auch langsam)?

"Peter Ustinov: The Gift of Laughter" = " Peter Ustinov : Die Gabe des Lachens. Seine Lebensgeschichte" von John Miller, Erstveröffentlichungen 2002


Peter Ustinov - Theater- und Filmschauspieler, Autor von Theaterstücken und Romanen, Regisseur, Produzent, Philanthrop, Universitätskanzler, Interviewer, Unterhalter - war ein erstaunlicher Mann.
Dies ist seine Biographie.

Als ich Ustinov kürzlich erwähnte, fiel mir auf, daß ich nie eine komplette Biographie von ihm gelesen hatte (ich las das Buch seiner Mutter vor Urzeiten). Er war immer äußerst populär in Deutschland, also wurde es Zeit, das nachzuholen, und es hat mir auch gut gefallen.

"Das Dorf in den roten Wäldern" von Louise Penny, Erstveröffentlichung 2005
(Der erste Fall für Gamache)


Als eine der Einwohnerinnen des kleinen Dorfs Three Pines tot aufgefunden wird, werden Armand Gamache und sein Team mit dem Fall betraut. War es ein Jagdunfall oder Mord?

Ich hatte nur die zweite Verfilmung von "Three Pines" mit Alfred Molina gekannt - in der dieses Buch nicht vorkommt - und dachte, ich probiere mal die Bücher aus. Ich glaube, ich mochte die Vorstellung von Three Pines und Gamache mehr als den Fall selber und der Schluß war etwas schwach und offensichtlich, aber es war eine schnelle Lektüre und die Reihe bleibt erstmal auf meiner Liste.

"The Three Investigators in The Mystery of the Coughing Dragon" = "Die drei ??? und der unheimliche Drache" von Nick West (die Bücher wurden unter Nennung von Alfred Hitchcock als Autor veröffentlicht), Erstveröffentlichung 1970 😸
(Die drei ??? 14 (amerikanisch), 9 (deutsch))


Als die drei ??? gebeten werden, den vermißten Hund von Alfred Hitchcocks Freund Mr. Allen zu finden, erwarten sie nicht, mit einem Drachen in einer Höhle konfrontiert zu werden!

Ich habe diese Reihe vor langer Zeit gelesen und mache sie jetzt nochmal Stück für Stück durch, nachdem ich einen Blogpost darüber geschrieben habe. Dieses Buch ist das vierzehnte in der Originalreihe und das neunte in der deutschen Reihe.

"The Correspondent" = "Die Briefeschreiberin" von Virginia Evans, Erstveröffentlichung 2025


Sybil ist 73 und eine begeisterte Briefeschreiberin.
Sie schreibt an Familie, Freunde, Autoren, Nachbarn - und in diesen Briefen erzählt sie uns von ihrem Leben jetzt und damals und davon, was sie am meisten bedauert.

Ich hatte das Buch in Blogs erwähnt gesehen, aber keine Besprechungen gelesen. Als es bei den Neueinträgen auf OverDrive auftauchte, merkte ich es vor, und es war es wert, monatelang darauf zu warten.
Ich habe schon früher bemerkt, daß mir die Briefform gefällt (das begann mit "Daddy Langbein"). Dies ist ein Buch, das ich mir tatsächlich kaufen werde.

"High Wages" von Dorothy Whipple, Erstveröffentlichung 1930


Die Geschichte spielt in den 1910ern und erzählt von Jane, die als Verkäuferin in einem Textilgeschäft anfängt und schließlich nach dem 1. Weltkrieg ihren eigenen Laden eröffnet.

Ich bin auf den Titel durch Zufall auf einem Blog gestoßen, dem ich gewöhnlich nicht folge, und war an der Geschichte von Verkäuferin zu Geschäftseigentümerin interessiert.
Nachdem ich das Sachbuch "The Bookshop, The Draper, The Candlestick Maker" von Annie Gray gelesen hatte, gefiel mir dieses Buch nicht nur wegen der Geschichte selber, sondern auch wegen der Beschreibungen der Geschäfte.


"Peter Pan: The Story of Peter and Wendy" = "Peter Pan" von J. M. Barrie, Erstveröffentlichung als Roman 1911 unter dem Titel "Peter und Wendy"


Peter Pan, der Anführer der Verlorenen Jungs, ist ein schelmischer Junge, der auf der Insel Nimmerland lebt. Er möchte für immer ein kleiner Junge bleiben und Abenteuer erleben.
Eines Nachts nimmt er die Kinder Wendy, John und Michael Darling mit zur Insel, damit Wendy, die Älteste und das einzige Mädchen, ihre Mutter werden kann.

Aus dem digitalisierten Buch,
das ich gelesen habe

Ich hatte "Peter Pan" als Theaterstück gesehen und wollte vor dem Anschauen der ersten Verfilmung auch das Buch lesen.

"Peter Pan in Kensington Gardens" von J. M. Barrie, Erstveröffentlichung 1906 (das meiste davon war bereits Teil des Romans "Kleiner weißer Vogel" von 1902 gewesen)


Man könnte dies Peter Pans Ursprungsgeschichte nennen - wie er aus dem Fenster des Kinderzimmers flog, als er hörte, wie Pläne über sein Leben als Erwachsener gemacht wurde, und in die Kensington Gardens ging, um dort bei den Vögeln zu leben.

Ich hatte hierüber noch überhaupt nichts gehört, bevor ich damit anfing, für eine Stummfilmbesprechung etwas über Peter Pan nachzulesen.
Die Illustrationen von Arthur Rackham sind wunderschön.

"Agnes Aubert's Mystical Cat Shelter" = "Agnes Auberts zauberhafte Katzenzuflucht" von Heather Fawcett, Erstveröffentlichung 2026


Agnes Katzenhilfe (ich finde die deutsche Übersetzung "Zuflucht" hier seltsam) braucht eine neue Bleibe, nachdem ein Duel zwischen Magiern mehrere Gebäude zerstört hat. Ist es Zufall, daß sie in ein Gebäude zieht, in dem einer dieser Magier aus dem Keller heraus sein illegales Geschäft betreibt?

Katzen! Das schien mir ausreichend, um dieses Buch zu lesen. Ich denke, nach dem hier werde aber von Fawcetts Büchern zukünftig die Finger lassen. Es erinnerte mich viel zu sehr an einen Film, den ich gesehen habe (das Buch, auf dem er beruht, kenne ich noch nicht) und liebe, für dieses Buch konnte ich nicht dieselbe Begeisterung aufbringen.

"Miss Buncle's Book" von D. E. Stevenson, Erstveröffentlichung 1934


Miss Buncle braucht Geld, also schreibt sie ein Buch, und da sie keine Fantasie hat, schreibt sie über ihr eigenes Dorf.
Das Buch wird ein Bestseller und Miss Buncles Nachbarn sind nicht amüsiert, etwas über sich selbst durch die Augen von jemand anderem gesehen zu erfahren.

Nachdem ich letzten Monat "Celia's House" gelesen habe und es mir sehr gefiel, habe ich mit diesem Buch weitergemacht und hatte eine Menge Spaß damit.


"Hildur - Die Spur im Fjord" von Satu Rämö, Erstveröffentlichung 2022
(Hildur 1)


Hildur Rúnarsdóttir ist Kriminalbeamtin in den Westfjorden Islands. Immer noch vom Verschwinden ihrer beiden Schwestern 25 Jahre zuvor verfolgt ist sie auf Fälle vermißter Kinder spezialisiert.
Diesmal wird jedoch ein Pädophiler mit durchgeschnittener Kehle gefunden und er bleibt nicht der letzte Tote. Zusammen mit ihrem finnischen Kollegen Jakob versucht sie die Punkte zu verbinden.

Gail von
 Is This Mutton hat das vierte Buch aus der Reihe empfohlen, also dachte ich, ich probiere es mal.
Ich hätte zwar gern weniger Wiederholgungen und Detailbeschreibungen von Workouts gehabt, das nächste Buch ist aber dennoch auf meiner Liste.


"Cinder House" von Freya Marske, Erstveröffentlichung 2025


Das ist eine Nacherzählung von Aschenputtel, aber mit einer interessanten Wendung.

Das Buch war ein Zufallsfund auf OverDrive.


"Return to Foreverware" von Mike Ford, Erstveröffentlichung 1997
(Eerie, Indiana 1)


Die Freunde Marshall und Simon übernehmen einen Wochenendjob bei den Stewarts, um deren Dachboden auszumisten. Etwas ist jedoch seltsam an dem Paar, das in den 70ern steckengeblieben zu sein scheint.

Das Buch ist das erste in der Reihe, die auf der Kinderfernsehserie "Eerie, Indiana" basiert.
Ich habe es für einen Blogpost nochmal gelesen.

"Der Steppenwolf" von Hermann Hesse, Erstveröffentlichung 1927 😸


Harry Haller sieht sich selber als zwei Seelen, den Menschen und den Steppenwolf. Zwischen beiden hin- und hergerissen, versucht er den Sinn in der Welt und seinem Leben zu sehen.

Ich hatte seit der Schule keine deutschen "Klassiker" mehr gelesen und beschloß, es jetzt mit einem im Monat zu versuchen. Keine Ahnung, wie dieses Projekt ausgehen wird.
Das war wahrscheinlich nicht das beste Buch für den Anfang. Hätte ich es nicht laut gelesen, wäre es ziemlich sicher ein DNF geworden, auf die Liste zum Wiederlesen kommt es jedenfalls nicht.

"Classic Movie Comedians" von Neil Sinyard, Erstveröffentlichung 1992


Dieser Band stellt uns einige der großen Komödianten der Leinwand vor. Es gibt ein Kapitel über Charlie Chaplin, Buster Keaton, Harold Lloyd und Harry Langdon, Stan Laurel und Oliver Hardy, W. C. Fields und die Marx Brothers.

Sinyard ist ein britischer Filmkritiker und offensichtlich ein großer Fan von Chaplin, da dieser nicht nur ein Kapitel bekam, das mehr als zehn Seiten länger als all die anderen war, sondern auch konstant in den anderen Kapiteln erwähnt wird. Als Kurzeinführung war es in Ordnung und eine schnelle Lektüre mit einer Menge Bildern. 


"Coming Up for Air" = "Auftauchen, um Luft zu holen" von George Orwell, Erstveröffentlichung 1939


George Bowling ist sich sicher, daß es bald wieder Krieg geben wird. Er beginnt sich an sein Leben als Kind und junger Mann in Lower Binfield vor dem 1. Weltkrieg zu erinnern, und da er bei einem Rennen etwas Geld gewonnen hat, beschließt er, für ein paar Tage dorthin zurückzukehren, um die Idylle wiederzufinden. Er findet jedoch schnell heraus, daß man nicht mehr zurückkehren kann.

Dies war eines der Lieblingsbücher meines Ex. Ich bin vor kurzem durch Zufall darauf gestoßen und dachte, ich lese es endlich mal.



DNF:

"Theo of Golden" = "Theo in Golden" von Allen Levi, Erstveröffentlichung 2025


Ein alter Mann taucht in der Stadt Golden auf und freundet sich dort mit den Einwohnern an, indem er die Bleistiftporträts kauft, die an den Wänden des Coffee Shops hängen, sie den Menschen auf den Bildern schenkt und sich ihre Geschichten anhört.

Ich sah das Buch immer wieder auf Blogs und fand die Idee mit den Porträts ganz interessant. Dann kämpfte ich mich durch das halbe Buch, nur weil ich dachte, ich müßte irgendetwas verpaßt haben. Ich wünschte, ich hätte eher auf mein Bauchgefühl gehört. Auf keinen Fall etwas für mich.

"Something Wicked This Way Comes" = "Das Böse kommt auf leisen Sohlen" von Ray Bradbury, Erstveröffentlichung 1962


Zwei dreizehnjährige Freunde, Jim und William, bekommen es mit den Alpträumen eines fahrenden Jahrmarkts und seinem Leiter Mr. Dark zu tun, der seltsame Kräfte hat.

Ich habe etwas mehr als ein Drittel des Buches geschafft, aber obwohl die Idee interessant war, gefiel mir der Stil überhaupt nicht. Es schien, als habe der Verfasser mehr Spaß daran, mit Sprache zu spielen als die Geschichte zu erzählen, und in diesem Fall funktionierte das für mich einfach nicht.


"The Female Detective" von Andrew Forrester, Erstveröffentlichung 1864


Das Buch erzählt von mehreren Fällen von Mrs Gladden, der ersten professionellen Detektivin in der britischen Erzählliteratur.

Ich dachte, das wäre genau das Richtige für mich, aber nach einem Drittel gab ich auf, weil ich den Stil furchtbar trocken und langweilig fand. Ich konnte nicht umhin zu denken, daß eine Frau das anders geschrieben (und interessanter gemacht) hätte.

"The Librarianist" von Patrick deWitt, Erstveröffentlichung 2023


Dies ist "die Geschichte von Bob Comet, einem Mann, der sein Leben durch und für Literatur gelebt hat, sich dessen nicht bewußt, daß seine eigene Erfahrung eine bewegende und rührende Erzählung in sich ist."

Ich gestehe, daß mich der Titel und das Cover angezogen haben, aber es wurde zu wenig über Bücher geredet und gab zuviel langweiligen Rückblick. Ich mochte den ersten Teil wirklich, in dem Bob spontan als Freiwilliger in einem Seniorencenter anfängt, aber je länger der Rückblick dauert, um so mehr bewegte mich die Erzählung auf die falsche Weise. Ich habe es durch das halbe Buch geschafft und war nicht mal daran interessiert, wie es endet.


Übrigens, falls ihr Buchbesprechungen schreibt oder Blogposts über andere Dinge, die mit Büchern zu tun haben - sogar Filme, die auf Büchern basieren - schaut bitte bei "A Good Book and a Cup of Tea" vorbei, einer monatlichen Buch-Linkparty, deren Host ich zusammen mit Erin von Still Life, With Cracker Crumbs und Lisa from Boondock Ramblings bin. Hier könnt ihr mehr herausfinden.

Mittwoch, 29. April 2026

Meine April-Bücher

Dies ist ein Überblick der Bücher, die ich in einem Monat fertiggelesen habe (nicht unbedingt im selben Monat angefangen) und die ich Gundel vorgelesen habe (mit 😸 markiert).
Ich werde jeweils eine kurze Erklärung hinzufügen, warum ich ein Buch ausgewählt oder wie ich es gefunden habe und vielleicht auch, ob es ein Kandidat zum Wiederlesen ist, aber ich werde keine richtigen Rezensionen oder Bewertungen abgeben (Gundel weigert sich ebenfalls zu bewerten). Solltet ihr aber etwas mehr Info zu einem Buch haben wollen, an dem ihr interessiert seid, laßt es mich einfach wissen.
Er ist einen Tag zu früh gepostet, da der Donnerstag für meine Stummfilmposts reserviert ist.


"Catweazle" von Richard Carpenter, Erstveröffentlichung 1970 😸


Catweazle ist ein Zauberer, der im England des 11. Jahrhunderts lebt. Von normannischen Soldaten verfolgt entkommt er, indem er in einen See springt - und in den 1970er wieder auftaucht!
Zum Glück trifft er den Jungen Edward, genannt Karotte (in der deutschen Fernsehserie heißt er Harold!), der sein Bestes tut, damit Catweazle versteckt und sicher ist. Zusammen haben sie einige urkomische Abenteuer, während Catweazle versucht, einen Weg in seine eigene Zeit zurück zu finden.

Ich habe das Buch für einen Blogpost nochmal gelesen.

"The Alington Inheritance" = "Der Alington Fluch" von Patricia Wentworth, Erstveröffentlichung 1958
(Miss Silver 31)


Von der alten Gouvernante ihrer Mutter aufgezogen hat Jenny niemals gewußt, daß ihre verstorbenen Eltern verheiratet waren und sie damit die Erbin der Alington-Reichtümer ist. Ihr entfernter Cousin Mac und seine Mutter sind nicht bereit, das Geld so einfach aufzugeben, als sie also zufällig Macs Plan hört, sie zu heiraten, um so die Kontrolle darüber zu behalten, läuft Jenny davon.
An der Stelle endet es allerdings nicht ...


Noch mehr Ohrenklingeln für Liz, auf deren Blog ich auf Wentworth stieß, deren Miss-Silver-Reihe gerade richtig zu meiner Lektüre von vintage Krimis paßt.

"The Art of Annemieke Mein: Wildlife Artist in Textiles" von Annemieke Mein, Erstveröffentlichung 1992


Annemieke Mein ist eine australische Textilkünstlerin, die in Holland geboren wurde. Das Buch zeigt einige ihrer Arbeiten, die in unterschiedlichen Techniken und einer Vielzahl von Materialien geschaffen wurden. Sie hat Erklärungen über die Inspiration und die Kunstwerke selber hinzugefügt.

Ich habe das erste Mal dank eines Style Imitating Art Challenge-Posts auf Marshas Blog von Mein erfahren, wobei das Kunstwerk "Whirlpool Frog" von Salazar ausgewählt wurde.
Meins Kunst ist faszinierend und das Buch kann natürlich nur eine kleine Vorstellung davon vermitteln. Ich wünschte, ich könnte etwas davon persönlich sehen.

"O diese Rasselbande" von Rosemarie Ditter, Erstveröffentlichung 1953


Eine Geschichte von Schule und Freundschaft.

Für einen zukünftigen Blogpost nochmal gelesen.

"Stan: the Life of Stan Laurel" von Fred Lawrence Guiles, Erstveröffentlichung 1980


Die Biographie von Stan Laurel, über seine Anfänge in Vaudeville, seine Filmkarriere ohne und dann mit Oliver Hardy und über sein Privatleben.

Eine der Filmbiographien auf meiner Liste (darauf steht auch noch eine weitere über Laurel und Hardy).

"Meet the Newmans" von Jennifer Niven, Erstveröffentlichung 2026


Del, Dinah und ihre Söhne Guy und Shep sind seit 12 Jahren Amerikas Lieblingsfamilie - auf dem Bildschirm in schwarzweiß.
Nun ist es 1964 und die Zeiten ändern sich.
Dann hat Del einen Unfall und Dinah muß übernehmen.
Wird es die Familie verändern, die echte und die im Fernsehen?

Ein Neueintrag auf OverDrive.
Für mich war es eine schnelle und einfache Lektüre und ich konnte manche der Themen nachvollziehen, aber 
es gab eine Menge davon, die mir am Ende etwas zu hübsch und schnell abgewickelt wurden, was ich schade fand.

"Poirot and Me" von David Suchet und Geoffrey Wansell, Erstveröffentlichung 2013


David Suchet spielte Agatha Christies belgischen Detektiv Hercule Poirot in 70 Folgen im Laufe von 25 Jahren - in kürzeren, aber auch längeren Filmen. In diesem Buch spricht er darüber, wie er die Rolle angegangen ist und was Poirot für ihn bedeutet.

Ich bin kein Fan von Christies Büchern, ich bin kein Fan von allen Verfilmungen, ich bin nicht mal ein Fan von allen 70 Folgen, aber ein Riesenfan von David Suchets Poirot, also war das echt interessant.

"Steeple Folly" von M. E. Atkinson, Erstveröffentlichung 1950
(Locketts 14)


Die drei Lockett-Kinder sind in Quarantäne, weil einer von ihnen Röteln hatte (obwohl es ganz am Anfang heißt, daß es Diphterie war?). Da Bill für eine wichtige Einstiegsprüfung büffeln muß, werden sie in ein Dorf geschickt, in dem ein angesehener Tutor lebt.

Was für ein Glück, daß das genau dort ist, von wo die Roberts-Kinder geschrieben haben, um die Locketts wegen ihrer Abenteuer aufzuziehen!
Zeit für ein neues Abenteuer.

Nachdem ich einen Blogpost über das erste Buch geschrieben hatte, einem Lieblingsbuch aus meiner Kindheit, habe ich mir die Bücher besorgt, die mir aus der Reihe noch fehlten. Das hier ist das letzte.

"Why the Whales Came" = "Als die Wale kamen" von Michael Morpurgo, Erstveröffentlichung 1985 😸


Wie all den anderen Kindern auf der Scilly-Insel Bryher ist es Gracie und ihrem Freund Daniel nicht erlaubt, auf die Inselseite zu gehen, auf der der geheimnisvolle und gefürchtete Vogelmann lebt.
Natürlich gehen sie trotzdem dorthin und freunden sich mit dem alten Mr. Woodcock an, der ein ruhiges Leben in seinem Cottage führt und Vögel aus Holz schnitzt. Er warnt sie, niemals die nahegelegene Insel Samson zu besuchen, weil ein Fluch darauf liegt.
Dann beginnt der Erste Weltkrieg und Gracies Vater wird auf See vermißt ...

Das Buch war ein Zufallsfund auf The Internet Archive.

"The Penguin Pool Murder" von Stuart Palmer, Erstveröffentlichung 1931
(Hildegarde Withers 1)


Hildegarde Withers hat ihre Schulklasse mit ins New York Aquarium genommen. Da weiß sie noch nicht, daß sie dort in einen Mordfall hineingezogen werden wird, aber sie kann nicht widerstehen, Inspector Piper ihre Hilfe anzubieten.

Die Verfilmungen wurden in einem Stummfilmblog erwähnt, dem ich folge, also suchte ich nach Palmers Büchern, weil ich noch nie zuvor von Miss Withers gehört hatte.

"Magpie Murders" = "Die Morde von Pye Hall" von Anthony Horowitz, Erstveröffentlichung 2016
(Susan Ryeland 1)



Als die Lektorin Susan Ryeland das Manuskript für den neuesten Atticus Pünd-Krimi des Bestsellerautors Alan Conway liest, stellt sie mit Überraschung fest, daß das letzte Kapitel fehlt.
Dann ist Conway tot und Susan beginnt zu ermitteln.

Ich fand das Buch recht einfach zu lesen, obwohl es ein komplettes Buch im Buch gibt, konnte aber das Gefühl nicht loswerden, daß der Autor so richtig stolz auf all die kleinen Ostereier, Anspielungen (die mir sonst eigentlich Spaß machen) und Hinweise war. Bei mir sorgte das jedoch nur dafür, daß ich mich andauernd fragte, ob die Folgen von "Inspector Barnaby", an die ich erinnert wurde, vor oder nach diesem Buch kamen, und daß ich keinerlei Drang verspüre, die Folgebände zu lesen.

"Darling Girls" von Sally Hepworth, Erstveröffentlichung 2024


Jessica, Norah und Alicia sind keine biologischen Schwestern, aber durch das gemeinsame Leben als Pflegekinder im Haus von Miss Fairchild fühlen sie sich als Schwestern.
Als Jahre später eine Leiche unter dem Haus gefunden wird, kehren alte Kindheitserinnerungen zurück. Wessen Knochen sind es und wer hat sie dort hingebracht?

Das war heftig. Ich habe es fertiggelesen, weil es eine Empfehlungen zusammen mit meinem DNF war und ich dieses nicht auch noch abbrechen wollte.
Ich hatte einen Thriller erwartet, aber das war es nicht wirklich, obwohl es einen Mord gab. Über Erinnerungen von Kindern, die im Pflegesystem mißhandelt wurden, zu lesen, wurde nach einer Weile wirklich 
schwer für mich.

"When in Rome" = "Im Preis ist Sterben inbegriffen" oder "Sterben inbegriffen" von Ngaio Marsh, Erstveröffentlichung 1970
(Roderick Alleyn 26)


Wegen einer Ermittlung zu einem Drogenring in Rom meldet sich Roderick Alleyn zu einer Führung von Sebastian Mailer mit einer recht illustren Touristengruppe an, um mehr über ihn zu erfahren.
Während der Führung verschwindet Mailer und später wird eine Postkartenverkäuferin, die ihn angespuckt hatte, tot in der von ihnen besuchten Basilika gefunden. Ist Mailer nicht nur ein Drogenhändler und Erpresser, sondern auch ein Mörder?

Dies ist immer noch Teil meines Vintage-Krimi-Projekts, für das ich mir immer wieder neue Bücher von Marsh und Allingham besorge. Die letzten beiden Marsh-Bücher sind schon auf dem Weg!

"Going Gangster" von M. E. Atkinson, Erstveröffentlichung von 1940
(Locketts 5)


Diesmal sind es nur Jane und Bill, die ein Abenteuer erleben, da Oliver schon in der Schule ist, während Jane Bill, der sich nach einer Krankheit erholt, eine Woche lang Gesellschaft leistet.
Sie werden von einer alten Bekannten hineingezogen, durch ein Versprechen gebunden. Sie rekrutiert ihre Hilfe dabei, ein Mädchen von der Schule, die sie haßt, zu ihren Eltern zurückzubringen, die Romani sind (wahrscheinlich, das Buch ist schließlich aus den 40ern und benutzt nicht dieses Wort).


Nachdem ich einen Blogpost über das erste Buch geschrieben hatte, einem Lieblingsbuch aus meiner Kindheit, habe ich mir die Bücher besorgt, die mir aus der Reihe noch fehlten.

"The Three Investigators in The Secret of the Crooked Cat" = "Die drei ??? und die schwarze Katze" von William Arden (die Bücher wurden unter Nennung von Alfred Hitchcock als Autor veröffentlicht), Erstveröffentlichung 1970 😸
(Die drei ??? 13 (amerikanisch), 7 (deutsch))


Warum sollte jemand einen Jahrmarktspreis stehlen wollen? Hat die schwarze Katze ein Geheimnis und ist darum wertvoller?
Justus, Peter und Bob merken bald, daß ein Jahrmarkt ganz schön gefährlich sein kann.


Ich habe diese Reihe vor langer Zeit gelesen und mache sie jetzt nochmal Stück für Stück durch, nachdem ich einen Blogpost darüber geschrieben habe. Dieses Buch ist das dreizehnte in der Originalreihe und das siebte in der deutschen Reihe.


"Mistresses : True Stories of Seduction, Power and Ambition" von Leigh Eduardo, Erstveröffentlichung 2005


Eduardo erzählt die Geschichte von acht berühmten Geliebten vom 17. bis zum 20. Jahrhundert, von Barbara Villiers bis La Belle Otero.

Ich bin zufällig auf dieses Buch gestoßen, weil es in einem Kapitel um Marion Davies geht. Es hat in mir das Interesse erweckt, über die eine oder andere Person zu lesen mehr im Detail zu lesen (nicht unbedingt die Frauen, um die es im Buch geht), aber Teile davon wirkten auf mich eher reißerisch - sollte das die Leser schockieren? Ich habe mich außerdem gefragt, warum gerade diese acht, es schien mir eine seltsame Mischung.

"Vanishing Culture: A Report on Our Fragile Cultural Record" von Luca Messara et al., Erstveröffentlichung 2026 😸


Habt ihr je über die Erhaltung von Materialien in Bibliotheken und Archiven nachgedacht und über die Möglichkeit, einfach auf Informationen zuzugreifen? Wir halten es oft für selbstverständlich, daß physikalische und digitale Medien auf irgendeine Art archiviert werden, aber ist das wirklich so?

The Internet Archive hatte sein Buch auf Instagram (CC BY 4.0) angekündigt und als Bibliothekarin fand ich das Thema wirklich interessant.
Ich bin mir nicht sicher, wie interessiert Gundel daran war, aber es ihr vorzulesen, während sie mit mir schmuste oder neben mir lag, half mir dabei, mich auf die Kapitel über Medien zu konzentrieren, über die ich nichts oder nicht viel wußte.



DNF:

"The Maid" = "The Maid - Ein Zimmermädchen ermittelt" von Nita Prose, Erstveröffentlichung 2022
(Molly Gray 1)



Molly ist Zimmermädchen in einem hochklassigen Hotel.
Eines Tages findet sie einen der Stammgäste tot auf seinem Bett.

Ich bin einer Empfehlung gefolgt und wollte es wirklich fertiglesen, um mit einer neuen Freundin darüber zu sprechen, habe aber bei ungefähr einem Drittel abgebrochen, weil mir leider weder der Stil noch die Art, wie die Hauptfigur dargestellt wurde, gefielen.

"Yesteryear" von Caro Claire Burke, Erstveröffentlichung 2026


Eines Morgens wacht Natalie, eine erfolgreiche "Tradwife"-Influencerin an einem Ort auf, der ihr Zuhause ist, aber auch nicht, mit einem Ehemann und Kindern, die vertraut aber nicht wie ihre zu sein scheinen, in einer Umgebung ohne Technologie und Annehmlichkeiten.

Ich hatte kein zweites DNF für diesen Monat erwartet. Vielleicht sehe ich da irgendetwas nicht, aber es war einfach nicht was ich dachte, daß es sein würde, und für mich hat es aus mehreren Gründen nicht gepaßt, darum habe ich irgendwann aufgegeben, obwohl ich ziemlich weit gekommen war.