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Sonntag, 18. April 2021

Technikpannen

"Wir kennen sie alle, Techniken, die wir einfach nicht mehr betreiben können oder wollen, entweder weil wir nicht gut darin sind oder weil sie uns langweilen oder vielleicht sogar weil wir ihnen über die Jahre entwachsen sind."
Das war das Thema für den neuen Jewelry Artisans Community Blog Carnival. Es ist nicht unbedingt Versagen, weswegen wir bestimmte Techniken aufgeben, es kann alle möglichen Gründe außer den erwähnten haben, warum wir eine Technik hinter uns lassen oder auch ein anderes Handwerk, denn das passiert ja nicht nur beim Schmuckmachen. Ich habe zum Beispiel das Fimo auch wegen Katzenhaaren aufgegeben, was einfach dazukam, daß ich meiner Meinung nach nicht so gut mit Fimo konnte ;-)

Eine Schmucktechnik, die ich aufgab, ist in meinem Alltag immer noch recht sichtbar. Diese Strickliesel ist schon lang ein Katzenspielzeug und liegt deshalb immer auf dem Boden herum. Gundel ist allerdings nicht sehr interessiert, ich schätze also, es ist an der Zeit, sie wegzupacken. Ich habe sie sowieso nie viel benutzt, sie war bei einer kleineren Spule dabei.




Anders als viele Kinder hatte ich nie gelernt, eine Strickliesel zu benutzen. Nicht daß das schwierig wäre, ich hatte einfach nur keine.
Ich erinnere mich nicht mehr genau daran, warum ich die Spulen kauften, um sie für Draht zu benutzen, vielleicht war das einfach eine natürlich Entwicklung, nachdem ich mit Drahthäkeln angefangen hatte. Es ist schwer zu glauben, daß das mehr als zehn Jahre her ist!

Ich habe Stricklieselschläuche ohne und mit verschiedenen Perlen gemacht, in Silber und farbigem Kupfer, mit Bändern im Draht, aber meine Lieblingsstücke waren die, die ich nur aus Geschenkbändern gemacht habe. Leider stellten sich diese als überraschend anstrengend zu machen heraus, vor allem mein Favorit. Die Schlaufen war wegen der Breite des Bandes so breit, daß es schwere Arbeit war, sie von den Klammern zu heben, und ich mußte viele Pausen machen.
Hier sind ein paar meiner Stücke.
Wie ihr sehen könnt, sind die aus Draht sehr luftig, tatsächlich fast zu luftig für meinen Geschmack. Ich liebe regelmäßige "Maschen" und diese Schlaufen bekam einfach nicht regelmäßig hin. Wahrscheinlich hätte ich eine Strickliesel mit sehr kleinen Klammern gebraucht.
Entschuldigt auch die Bilder. Es sind frühe, ich bin inzwischen besser geworden ;-)




Mein liebster Bänderschlauch ... wißt ihr nun, warum ich diese so mag? Sehr regelmäßig!


Irgendwann lernte ich neue Techniken, die Strickliesel - die, die ich tatsächlich benutzte - wurde weggepackt, der Bilderordner wanderte ins "Archiv" und ich zog weiter.
So laufen die Dinge.
Tatsächlich war das letzte Jahr voller Perlen und sehr wenig Draht. Meine Häkelhaken haben einen langen Urlaub, es wird nicht viel gehäkelt oder gestrickt. Ich bin mir aber sicher, daß sich das wieder ändern wird. Ich plane nicht, meine Haken in die Vorratsschublade abzuschieben.
Wer weiß, vielleicht hole ich ja irgendwann sogar wieder die Strickliesel raus?

Wie oben schon erwähnt ist dies ein Blog Carnival. Wenn ihr wissen möchtet, welche Geschichten die anderen zu erzählen haben, schaut hier. Ich werde die (englischsprachigen) Links so hinzufügen, wie sie hereinkommen.

Silver Jewellery Girl (es ist nicht ein bestimmter Blogpost, also schaut euch um oder guckt in den JAC-Thread!)
My Bijou Life


Montag, 15. Februar 2021

Farben

Was sind eure Farben?
Dieses Jewelry Artisans Community Blog Carnival Thema wurde von zwei Dingen inspiriert.
Das eine war der Kommentar eines unserer Mitglieder bei einer Oldies but Goodies Challenge "Diese Challenge hat mir gezeigt, wie selten ich bunte Farben verwende. Das muß sich ändern!".
Das andere war, daß uns auffiel, wieviel Blau ich 2020 verwendet hatte, ohne zu wissen warum.

Das ist also das Thema für den heutigen Post:
"Wie wählt ihr Farben für euren Schmuck aus? Bevorzugt ihr bestimmte Farben, bewußt oder unbewußt? Mögt ihr leuchtende oder gedeckte Farben?"
Der beste Weg war, erstmal einen Blick auf meine verschiedenen Vorräte zu werfen und darüber nachzudenken, wie ich sie verwende - Delicas, Rocailles, Lampwork, Cabochons und mehr.


Es war interessant. Offensichtlich bin ich keine sehr bunte Person. Wenn ich so an mir herunterschaue und sehe, daß ich im Moment schwarz und grau gekleidet bin, sollte mich das nicht zu sehr verwundern.
Natürlich sind das nur ein paar Beispiele, aber ich kam zu dem Schluß, daß ich bei Lampworkperlen Tiere bevorzuge, gedeckte Farben bei Cabochons, und nur meine Delicas und Rocailles bieten wenigstens ein bißchen Farbe, obwohl ich auch eine Menge verschiedener Grau- und anderer neutraler Töne habe.
Ich habe kein Bild gemacht, aber meine anderen Perlen - Würfel, Stäbchen, Daggers usw. - haben das nur bestätigt.
In den letzten paar Jahren habe ich außerdem meine bunten Drähte nicht viel benutzt, außer in den Wollkörbchen (das sind nur ein paar davon).



Was bedeutet das? Bin ich eine langweilige Person? Ich schaute mir meine Ordner mit den Bildern aller meiner Stücke an und fand schließlich doch noch etwas Farbe, aber nicht soviel wie ich erwartet hatte.
Eine Menge Blau, Lila, etwas Rot hier und da, sehr wenig Gelb, etwas Orange, aber alles in allem explodiert mein Werk nicht gerade vor Farben.

Also habe ich überlegt, warum das so ist.

Ich habe ein paar bunte Lampworkperlen, aber ich bin nicht sehr gut darin, sie zu benutzen. Ich wurde immer von den blauen angezogen, was eine meiner Lieblingskombinationen mit Silber ist. Also habe ich meinem Vorrat nichts mehr hinzugefügt außer dem einen oder anderen Tier, dem ich nicht widerstehen konnte.

Ich benutze kaum noch farbigen Draht, nachdem Leute ein paar sehr gemeine Bemerkungen darüber gemacht haben - nicht mir gegenüber, sondern anderen Verkäufern - daß die Stücke billig aussehen. Während ich dem nicht zustimme, hat es mich offensichtlich mehr beeinflußt, als es mir überhaupt aufgefallen ist. Damit muß ich mich beschäftigen.
Meine Cabochons sind normalerweise Lieblingssteine von mir, Labradorit, Mondstein, Jaspis ... richtig, es gibt sie nicht unbedingt in ganz leuchtenden Farben. Da wird sich nichts ändern, weil ich entschlossen bin, keine Cabochons mehr aus einer Laune heraus zu kaufen, um sie dann bei denen zu verstecken, die ich schon habe.

Delicas und Rocailles, hier habe ich Farben. Ich denke nur an meine Bollywood-Armbänder, wie das hier zum Beispiel. Wartet mal, noch mehr Blau und Lila. Was ist mein Problem? ;-)


Ah, es gibt aber auch andere. Nehmt das hier zum Beispiel.


Scheint so, als wäre es einfacher für mich, Farben bei Delicas und Rocailles zu benutzen. Ich glaube, das ist, warum ich Heathers Arbeiten so sehr liebe und sie gerne mit Perlen umsetze. Ihre Farben machen mich glücklich.

Was ist also die Schlußfolgerung?
Ich sehe gern Farben, aber ich benutze sie selber nicht oft genug.
Was denkt ihr, sollte ich das ändern? Oder sollte ich einfach akzeptieren, daß die Farben zu mir kommen werden, wenn sie das wollen?

Wenn ihr wissen möchtet, was die anderen Teilnehmer über Farben denken, schaut hier vorbei (die Links folgen, sobald ich sie habe).

My Bijou Life (EN)
Jewelry Art by Dawn (EN)

Donnerstag, 31. Dezember 2020

Kreativität in Zeiten von Corona

Erst nannte ich diesen Themenvorschlag für den Jewelry Artisans Community Blog Carnival noch einen persönlichen, und dann vergaß ich ihn völlig. Nun ja, das war am 1. November, und am nächsten Tag geschah etwas, das dieses Jahr tatsächlich noch schlimmer machte, als es in den Monaten davor schon gewesen war.
Für mich ist es schwierig, dieses Jahr objektiv zu betrachten. Wenn ich 2020 höre, möchte ich einfach nur in den schlimmsten Worten fluchen, die ich kenne, aber auf meinem Blog habe ich das noch nie getan und ich werde auch jetzt nicht damit anfangen. Ich werde euch nicht alles, was passiert ist, erzählen, da das meiste davon sehr persönlich ist, auch hat nicht alles mit Corona zu tun.
Und doch hängt Corona wie ein Damoklesschwert über mir und wartet immer darauf, alles noch schwieriger, unheimlicher und unsicherer zu machen.

Da ich immunsupprimiert bin, habe ich das Haus seit März nur selten verlassen. Ich habe Glück, wundervolle Menschen machen wichtige Besorgungen und Einkäufe für mich (was ich mit Dankbarkeit, manchmal aber auch mit Schuldgefühlen annehme), und in den letzten Jahren habe ich mich sowieso zur Stubenhockerin entwickelt.
Auch im Homeoffice zu arbeiten, paßte mir sehr gut. Nicht pendeln zu müssen sparte mir soviel Zeit.
Klingt perfekt, nicht wahr?
Sogar eine Stubenhockerin wie ich kann aber irgendwann rastlos werden oder sich eingesperrt fühlen. Ich nahm nicht alles so an wie andere. Ich koche oder backe nicht viel, und Corona änderte nichts daran. Ich mache keine Video-Workouts mit. Ich mag keine Videochats. Ich habe jedoch viel telefoniert, tatsächlich glaube ich, ich war noch nie soviel am Telefon, nicht mal als Teenager. Eine Menge davon hatte allerdings mit den erwähnten privaten Angelegenheiten zu tun.

Ich hatte also Zeit, wie verrückt kreativ zu sein, richtig? Theoretisch ja, aber so funktionierte es nicht.
Ein Nebeneffekt von Corona waren Versandbeschränkungen. Ich versende hauptsächlich nach Übersee, so war mein Geschäft dieses Jahr praktisch nicht-existent, und als die Beschränkungen aufgehoben wurden, war der Versand nach Übersee so verzögert, und zwar nicht nur über das Meer, sondern auch in den Empfängerländern selber, daß ich das Risiko nicht eingehen mochte.
Ich beschwere mich nicht über mein Geschäft an sich, es ist nicht so groß, und ich habe ein festes Einkommen von meiner Teilzeitarbeit. Es tut mir so leid für die Leute, die nicht dieses Glück haben.
Ich erwähne es nur, weil meine Kreativität dadurch, daß ich nicht verkaufen konnte, mehr beeinflußt war, als ich es erwartet hätte.
Meine Motivation lag am Boden und zunächst galt das auch für meine Kreativität. Es erschien mir einfach sinnlos, unter diesen Umständen überhaupt etwas herzustellen, es fühlte sich an, als hätte dieser Teil meines Gehirns ebenfalls einen Lockdown. Natürlich hatte ich früher schon kreative Blockaden gehabt, aber das hier war schlimmer. Ich stellte alles in Frage, und ich bin mir ziemlich sicher, daß ich meiner Jammerei so einigen auf den Nerv gegangen bin.

Im Rückblick stelle ich allerdings fest, daß ich doch so ein paar Sachen fertigbekommen habe, auch wenn nicht viele davon Schmuck waren.
Ich habe endlich eine neue Technik ausprobiert, die Perlenstickerei. Erst habe ich etwas Schmuck gemacht, dann führte mich die Perlenstickerei auf eine neue Reise, große Projekte wie Das Kästchen, Die Tiara, und schließlich Die Turnschuhe. Ja, alles großgeschrieben, weil sie sich GROSS anfühlten.
Ich machte außerdem zwei Puppenoutfits aus Perlen, und in letzter Zeit habe ich an einem weiteren Paar Turnschuhe gearbeitet.
Tatsächlich überrascht es mich, daß ich all das durchgezogen habe. Andererseits habe ich meinen Draht fast völlig ignoriert und der Schmuck trat plötzlich in den Hintergrund.
Dies sind ein paar der Dinge, die ich gemacht habe.

Fragt mich nicht, was das bedeutet, denn ich weiß es nicht.
Wird alles irgendwann wieder normal werden? Wird meine Kreativität sich wieder zurückändern, komplett, zum Teil oder überhaupt nicht?
Hat sich mein Interesse vom Schmuckmachen auf das Herstellen von, nun, was auch immer, verlagert? Was bedeutet das für mein Geschäft? Ich habe noch nie welche von meinen größeren Nicht-Schmuck-Projekten verkauft, weil darin soviel von meiner Zeit und meinem Herz ist, daß ich es nicht fertigbrachte, mich davon zu trennen, mal ganz abgesehen davon, daß ich nicht vorhabe, mich unter Preis zu verkaufen, aber auch nicht glaube, daß jemand bereit wäre, den Preis zu zahlen, den ich verlangen müßte.
Schlußfolgerung - ich habe momentan keinen Schimmer, und ihr habt wahrscheinlich ohnehin schon genug von meiner Schwafelei ;-)

Ich werde jetzt also erstmal darauf warten, was als nächstes passiert. Wird sich die Lage dank Impfstoff verbessern, wenn ja, wann? Wann werde ich das Homeoffice verlassen und wieder pendeln müssen? Was wird das Neue Jahr mir sonst noch so bringen?
Interessante Zeiten ...

Was sind die Erfahrungen anderer JAC-Mitglieder? Schaut es euch hier an (auf Englisch).

Jewelry Art by Dawn
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Samstag, 31. Oktober 2020

Feiertagsschmuck

Happy Hallowe'en!
Falls ihr diesen Blog schon mal im Herbst gelesen habt, wißt ihr, daß ich Hallowe'en liebe, auch wenn ich mir sicher bin, daß die Süßigkeiten, die ich dieses Jahr parat habe, auf meinen Hüften landen werden, die sich das nicht leisten können. Ich habe nicht viel besorgt, weil Besuche schon in normalen Jahren selten sind, und 2020 ist ganz bestimmt kein normales Jahr.

Worüber ich aber eigentlich sprechen will, ist das Thema für den Blog Carnival der Jewelry Artisans Community.
"Macht ihr Feiertagsschmuck?"
Das kann ich mit einem großen JA beantworten. Ich liebe es, Schmuck oder Dekorationen zu Feiertagen zu machen! Tatsächlich hat mein Shop seine eigene kleine Kategorie dafür.
Kürbisse, Vampire, schwarze Katzen, aber auch Weihnachtskatzen und -kugeln sind gewöhnlich unwiderstehlich für mich, und natürlich gibt es auch noch meine Ostereier.





Dieses Jahr, muß ich gestehen, habe ich gar nichts gemacht, was mit einem Feiertag zu tun hat. Wegen der Versandeinschränkungen, die monatelang galten, habe ich ja kaum überhaupt Schmuck gemacht, sondern mich stattdessen auf ein paar große persönliche Projekte konzentriert, von denen keines auch nur irgendwas mit Feiertagen zu tun hatte.
Ich muß in der richtigen Stimmung sein, es hilft, wenn ich etwas Gruseliges anschaue oder Weihnachtslieder anhöre (warum ich die traditionellen so sehr liebe, kann ich euch nicht sagen, aber sie geben mir innerlich ein warmes und zufriedenes Gefühl), und ich muß es fühlen.

Vielleicht war das der Grund dafür, warum ich so sehr mit der JAC September/Oktober-Challenge zu kämpfen hatte, obwohl ich nur einen sehr kleinen Ring geplant hatte. Ich werde euch nicht sagen, wie oft ich ihn ganz oder teilweise auftrennen mußte.
Das war definitiv eine Herausforderung, aber meine Freundin feuerte mich an, also kann ich nun sagen, daß ich zumindest ein Hallowe'enstück gerade noch rechtzeitig fertigbekommen habe. Der Ring basiert auf einem meiner ersten eigenen Perlenwebmuster, dem "Ich will dich beißen" Armband und Choker.Für den Hintergrund wähle ich ein cremeweiß, um die fahle Haut des Vampirs zu symbolisieren, für den vollen Mund eine Mischung aus Rot und dunklem Orange mit Silbereinzug, und für den Blutstropfen ein helles Rot mit Weißeinzug.




Wer weiß, vielleicht motiviert mich das ja, doch noch für Weihnachten in die Gänge zu kommen!

Schauen wir mal, was andere JAC-Mitglieder zu erzählen haben ...

Jewelry Art by Dawn

Samstag, 29. August 2020

Verkaufen und kreieren

In den letzten paar Monaten habe ich viel herumgejammert, wenigstens bin ich mir sicher, daß es sich so für manche angehört hat.
Dieser Jewelry Artisans Community Blog Carnival bietet mir eine gute Gelegenheit, noch etwas zu jammern ;-) Nein, tatsächlich bietet er mir die Chance zu erklären, was so in meinem Kopf herumgeht. Das Thema ist "Verkaufen und kreieren; opfern wir durch das Verkaufen unsere künstlerische Integrität?"

Spontan wäre meine Antwort darauf - vielleicht. Es kommt wirklich auf die Person an, aber auch auf ihre Lebensumstände. Es ist ja so leicht für jemanden, der das Geld nicht wirklich braucht oder zumindest nicht von dem leben muß, was er mit seiner Kunst verdient, einem anderen zu sagen, daß er sich verkauft, weil er sich nach Trends richtet anstatt seine Designs aus den Tiefen seiner Seele zu ziehen.
Natürlich betrifft dieses Thema nicht nur das Schmuckmachen. Wie oft hat an von einem Künstler gehört, der eine "Brot und Butter"-Linie und eine "künstlerische" hatte? Bedeutet das automatisch, daß die "Brot und Butter"-Stücke nicht künstlerisch sind? Sind sie Mist, auch wenn der Künstler gut ist? Wenn er Brot und Butter aber nicht verdienen muß, weil er zum Beispiel reich geboren ist, seine Gemälde/Skulpturen etc. aber trotzdem verkauft, verkauft er damit dann auch seine künstlerische Integrität? Bestimmt der Preis eines Stücks seinen künstlerischen Wert?
Das war schon immer Thema, wahrscheinlich seit das allererste Stück von einem Kunsthandwerker oder Künstler verkauft wurde, und man könnte das ausführlich diskutieren, aber in diesem Post geht es um meine persönliche Erfahrung damit.

Wer ist "schuld" daran, daß ich überhaupt mit dem Verkaufen angefangen habe? Es war der Vorgänger von JAC, das Starving Jewelry Artists Forum. Egal wie sehr ich es versuche, ich habe keinen Plan mehr, wie ich es gefunden habe und warum ich überhaupt den Mut hatte, direkt mitzumachen anstatt zuerst nur zu lurken. Ich schätze, die Leute waren einfach zu nett und ermutigend, Schande über sie! ;-)
Tatsächlich machte ich ziemlich schnell, nachdem ich dem Forum beigetreten war, einen Shop auf. Ein Angebot im Forum war, Neuankömmlinge mit erfahrenen Verkäufern als Mentoren zusammenzubringen, die ihnen Tips geben oder Fragen beantworten konnten. Das zweite, was meine Mentorin mir sagte, war, ein Design, das ich verkauft hatte, nochmal zu machen und im Shop einzustellen - und ich dachte mir, keine Chance. Ich mache ja nicht mal gern einen zweiten Ohrring, was witzig ist, weil das erste, was ich je verkauft habe, ein Paar Ohrringe war.

Der Gedanke, immer wieder dasselbe zu machen, war mir gräßlich. Der Gedanke, etwas nur zu machen, weil es "trendig" war, war mir gräßlich. Wenn Freunde mich fragten "warum machst du nicht dies oder das" (gewöhnlich in einem Stil oder einer Technik, die sich völlig von meinen unterschieden), wußte ich, daß sie es gut meinten, aber es frustrierte mich trotzdem. Ich versuchte zu verstehen, warum sich manche Sachen verkauften, die, die mir besonders am Herzen lagen, aber nicht. Ich wurde hin und her gerissen, zwischen Motivation, Kreativitätsausbrüchen und Selbstzweifeln. Ich lernte, daß Selbstpromotion nicht mein Ding ist. Es gab Momente, in denen ich sagte, ich würde meinen Schmuck aus dem Fenster werfen, könnte aber den Gedanken nicht ertragen, daß ihn keiner aufheben würde. Selbstzweifel lassen mich ein kleines bißchen überdramatisch werden ... :-D

Ich meldete mich auf Verkaufsseiten an und verließ sie irgendwann wieder, ein Grund dafür war die Richtung, die sie einschlugen. Als DaWanda den Bach runterging, ging mein deutscher Markt gleich so ziemlich mit, weil ich nicht mehr auf Etsy war und meine sturen Gene mir sagten, nicht nur um des Geschäfts willen zurückzugehen. Ich kam aber ganz gut mit meinem Shop und den Verkaufsgruppen hin (immerhin waren meine Erwartungen nicht so hoch) ... und dann kam Covid (ah, wir kommen zum Jammerteil).
Auf einmal gab es Versandbeschränkungen für die Länder, wo die meisten meiner Kunden sind. Ich kann nicht mal mehr Geschenke machen. Ich hatte ein Paket für einen Verein gepackt, aber es war schon zu spät, um es abzuschicken. Die einzigen Versandoptionen sind für das, was ich verkaufe, zu teuer. Das geht jetzt seit 5 1/2 Monaten so, und um ehrlich zu seien, sehe ich da keine Änderungen für die nächsten Monate, und dann ist da jetzt auch noch das Problem mit USPS, selbst wenn ich also in die USA versenden könnte, würden meine Päckchen ankommen und wann?


So fühle ich mich beim Gedanken an 2020 ...

Was nun passierte, war sehr interessant für mich und nicht wirklich, was ich erwartet hätte. An einem bestimmten Punkt war all meine Motivation, Schmuck zu machen, weg. Nach mehr als zehn Jahren. War es also die ganze Zeit ums Verkaufen gegangen?  War dies ein Weckruf gewesen, daß ich bereit war weiterzuziehen und wenn ja, wohin? War das ein Zeichen, komplett aufzugeben? Sollte ich die Motivation finden, in den deutschen Markt zurückzukehren und wie? War es Covid-Depresion? Würde ich jemals wieder etwas schaffen können? Zu guter Letzt, was würde ich mit den Dingen tun, die ich mache? Sie hübsch aufstapeln? Etwas mchen, wieder kaputtreißen und etwas Neues machen? War das nicht einer der Gründe gewesen, einen Shop zu eröffnen, nicht zu stapeln? So viele Fragen!

Ich kann das alles nicht beantworten ... noch nicht. Ich bin mir ziemlich sicher, daß Covid-Depression einen Teil ausmacht. Ich habe meine Wohnung seit Mitte März so gut wie nicht verlassen, und obwohl ich irgendwie darauf vorbereitet war, weil ich über die letzten paar Jahre etwas einsiedlerisch geworden bin, hinterläßt es doch Spuren. Ich weiß wenigstens, daß ich immer noch kreativ sein kann, weil ich an größeren persönlichen Projekten gearbeitet habe, so wie das Puppenoutfit oder die perlenbestickten Turnschuhe.

Bedeutet das, daß meine artistische Integrität jetzt zurück ist oder daß sie nie weg war oder hatte ich von vornherein keine?

Wie ihr seht, habe ich selber mehr Fragen als Antworten, aber ich würde gern eure Geschichte hören.

Dies ist, was andere JAC-Mitglieder (auf Englisch) dazu zu sagen haben, schaut bitte vorbei :-) 

My Bijou Life
Jewelry Art by Dawn

Dienstag, 30. Juni 2020

Lichtzelt und Katzenhaar und Schatten und Lampen ...

Der Mai/Juni-Blog Carnival der Jewelry Artisans Community hat "Fotografie" zum Thema. Wie sieht deine Fotostation aus, welche Hintergründe magst du, wie bearbeitest du deine Bildern, welche Kamera benutzt du?

Als ich anfing, digitale Bilder zu machen - das war noch bevor ich einen Onlineshop hatte - hatte ich eine HP Kamera. Ich erinnere mich nicht mehr an das Modell, aber ich kaufte sie gebraucht von einem anderen Universitätsmitarbeiter. Wir trafen uns im Dunkel des Morgens, wie Agenten auf einer Brücke, und tauschten die Ware aus. Sogar digitale Kompaktkameras waren damals noch sehr teuer, selbst gebrauchte.
Irgendwann fing meine Kamera an, alle Bilder in hübsches Lila zu tauchen, wo eigentlich kein Lila war. Ich werde niemals vergessen, wie ein Mitglied aus dem Schmuckforum zu mir sagte, daß ich versuchen würde, einen toten Dinosaurier zu melken. Ich hatte immer noch Hoffnungen, daß ich durch Herausfinden der Geheimnisse von Weißabgleich und Belichtung die magische Heilmethode finden würde und daß es meine Schuld war, aber ach, das war nicht das Problem. Ich mußte mich verabschieden.
Ich bekam meine Canon PowerShot SX100IS fast genau vor 11 Jahren und - klopf auf Holz - bin immer noch recht glücklich damit. Natürlich hat sie das ein oder andere Problem, aber das ist normalerweise Dinge, mit denen ich beim Bilderbearbeiten fertigwerde.
Ich benutze einen Online-Editor namens PicMonkey. Vorher bearbeitete ich mit Picnik, aber sie verließen mich (und alle anderen, das heißt, sie machten dicht, um sich anderen Dingen zu widmen). PicMonkey hatte eine Menge Features, die Picnik ähnlich waren, also mußte ich nicht alles ganz von vorne lernen. Ich habe keine Ahnung von Photoshop oder Gimp oder was es sonst noch so da draußen gibt, also hoffe ich, der Monkey wird bei mir bleiben.

Kommen wir nun zu meiner Fotostation, die fast so alt wie meine Kamera ist und aus einem Lichtzelt, zwei Tageslichtlampen, weißer Pappe, einem kleineren schwarzen Acrylglas-Ständer und einer größeren schwarzen Acrylglas-Scheibe besteht (tatsächlich habe ich auch noch ein kleineres Lichtzelt, das mich von der Vitrine neben mir herunter anstarrt, aber ich kann mich nicht erinnern, warum ich es überhaupt habe, also tu ich so als wäre es nicht da, psst).

Das sollte euch schon etwas über meinen Lieblingshintergrund sgen. Ich mag einen schwarzen Hintergrund, obwohl ich meine ersten Bilder auf einem weißen machte (damit meine HP-Kamera den auch lila einfärben konnte). Der Ständer ist schon mein zweiter. Beim ersten benutze ich eine Menge Props, Dekosteine und Gläser und Schüsseln, und ich war dabei nicht sehr vorsichtig, also bekam er Kratzer, die ich dann wieder herausbearbeiten mußte. Sehr nervig.
Mit dem zweiten ging ich nicht sooviel besser um, außerdem war er zu klein für einige meiner großen Halsketten, daher hat er nun die Aufgabe, die schwarze Scheibe zu halten, die, wie ihr seht, nicht komplett in mein Zelt paßt.



Ja, mein Lichtzelt IST etwas eingefallen. Ich neige dazu, Dinge obendrauf aufzubewahren wie zum Beispiel mein unechtes Gras, das ich für Tierchenbilder benutze. Tatsächlich habe ich etwas abgeräumt, um dieses Bild zu machen.
Vielleicht seid ihr jetzt etwas überrascht über die Schatten und fragt euch, wie ich beim Fotografieren damit umgehe.

Dies ist, was ich sehe, wenn ich vor meinem Lichtzelt sitze.
Ihr seht das Licht auf der linken Seite durch den Stoff kommen und ihr seht etwas Dunkleres in der Mitte und etwas rechts.
Ich sagte, daß zu meinem Setup weiße Pappe gehört. Das Zelt kam mit verschiedenen Stoffhintergründen, aber wir verstanden uns nicht. Ich habe mich auch nie an den Stoff gewöhnt, den man vorne anbringen konnte. Er hatte nur eine kleine Stelle in der Mitte, durch die man seine Kamera stecken konnte. Wie ihr sehen könnt, habe ich ihn ausprobiert, darum ist Klettband an den Seiten der Öffnung, das jetzt nur noch gut ist, um Katzenhaare einzufangen.

Stattdessen habe ich innen ein größeres Stück Pappe eingesteckt, das die hintere und obere Seite des Zeltes bedeckt und so für eine schönere Spiegelung im Acrylglas sorgt. Ich habe außerdem rechts noch ein kleineres Stück, weil die Kombination von Spiegelung und Licht immer meine Bleiglasfenster mit ins Spiel holt. Durch das Bewegen der Pappstücke kann ich die Schatten verändern und links bekomme ich immer diffuses Licht auf die Scheibe, aber manchmal muß ich mich noch mit den "Lichtschlitzen" auf der rechten Seite herumschlagen, das hängt von der Größe des Schmucks ab. Das ist dann eine Gelegenheit, PicMonkeys "Clone" und "Dodge" oder "Burn"-Feature zu benutzen ... für den Fall, daß mein geliebter "Faltenentferner" nicht ausreicht.
Das alles mache ich rein intuitiv, da ich absolut kein Profi bin und auch niemals sein werde.






Ich möchte, daß ihr noch meinen guten Freund, das Mikrofasertuch, kennenlernt. Acrylglas LIEBT Staub und Katzenhaare. Nur eine Nanosekunde abgelenkt, und da ist dann auch schon beides, also habe ich immer eines dieser Tücher da, um abzustauben, bevor ich ein Bild mache. Normalerweise schafft es nicht, alles loszuwerden, daß die Schlange der Freiwilligen so lang ist, daß sie sich manchmal gegenseitig aus dem Web schubsen, um als erster auf der schwarzen Scheibe zu landen.
Da kommt dann PicMonkeys "Shine Reduce" ins Spiel, das ich in der neuen Version allerdings nicht finden kann. Wenn das auch nicht funktioniert, muß ich wieder zu den obengenannten Features greifen.



Es tut mir leid, wenn ich euch jetzt aller Illusionen über meine Professionalität beraubt habe ;-) aber für mich funktioniert es so, und darum geht es schließlich, richtig? Ich glaube, das sind die schrägsten Bilder, die ich je auf diesem Blog gepostet habe!

Was haben die anderen JAC-Mitglieder im Angebot?
Ich werde die Links einfügen, sobald ich sie habe.

Jewelry Art by Dawn

Mittwoch, 29. April 2020

Ein Lieblingsprodukt - Der JaLa-Perlenwebrahmen

Das hier ist schwierig. Ich bespreche nie Produkte oder fast nie.
Der Jewelry Artisans Community Blog Carnival hatte aber das Thema "Besprich ein Lieblingsprodukt" (welcher Idiot hat das ausgewählt und dann auch noch einfach genannt, ohja, das war ich), also muß ich nun zunächst ein Lieblingsprodukt auswählen und dann muß ich auch noch darüber sprechen.
Mein Problem? Ich habe noch nicht mal über ein solchen Favoriten nachgedacht. Klar, ich bestelle meinen Kupferdraht immer vom selben Hersteller, was offensichtlich bedeutet, daß es mein liebster Kupferdraht ist, ich habe überwiegend eine Marke von Häkelhaken in zwei Sets, ich halte mich gewöhnlich an denselben Faden oder dieselben Rocailles und Zylinderperlen. Selbst ein paar meiner - damals nicht teuren - Werkzeuge sind immer noch dieselben wie vor zehn Jahren.
Ich trage seit Jahrzehnten dieselbe Art von Jeans und Turnschuhen, ja sogar Socken. Ich bin eine sehr treue Kundin, wenn ich etwas mag, und wenn man mich nicht mit der Qualität enttäuscht, bleibe ich bei dem, was ich kenne. Langweilig, möglich, aber mühelos. Das gilt für Dinge, die nicht auf meiner Prioritätenliste nicht obenan stehen. Ich habe nie danach gestrebt, eine Trendsetterin zu sein. Wenn ich mein Lieblingsshirt auf Jahrzehnte hinaus in unterschiedlichen Farben bekommen könnte, wäre das perfekt.
Das heißt aber nicht, daß ich in meinem Leben gar nichts Neues ausprobiere. Wie ihr wißt, liebe ich es, mit neuen Ideen, Techniken und Designs zu experimentieren. Ich bin sogar bereit, ein neues Rezept auszuprobieren (wenn ich nicht selber kochen muß ;-)).

Dann kam es mir plötzlich. Ich habe einige Perlenwebrahmen. Mit meinen kleineren bin ich meistens ganz glücklich (Peak Dale Bead Loom, ich habe den Giant, Long und Ultimate, und ich habe einen, den ich aus den Seitenteilen eines Ultimate und den Rundhölzern und Federn eines Basic zusammengesetzt habe), obwohl der Giant und Ultimate für meinen persönlichen Geschmack und meine Art von Arbeit mehr Platz zwischen den zwei Fadentrennern haben könnten, aber für größere Teile, für meine Porträts oder andere besondere Stücke nehme ich immer meinen JaLa.
Ihn besitze ich dank einer lieben Freundin, also ist er auf mehr als eine Art besonders für mich.
Leider werden JaLa Looms nicht mehr hergestellt, also kann ich euch jetzt nur zum Sabbern bringen, euch aber nicht sagen, wo ihr einen herbekommt. Glaubt mir, hätte ich das vorher gewußt, hätte ich meine Katzen verkauft, um mir noch einen zuzulegen (nicht nur wegen des Preises, sondern auch wegen des Portos und der möglichen Steuern/Zollgebühren von Übersee für ein Stück dieses Gewichts). Okay, das hätte ich natürlich nicht getan, aber ich hätte bestimmt für noch einen gespart.
Meiner ist das Modell 0818, das ist also eine Arbeitsfläche von 8 Inch oder 20 cm und einer Schienenlänge von 18 Inch oder 46 cm, es hat Platz für etwa 128 Kettfäden. Es gab auch den längeren 0836, beide Längen waren ebenfalls als die breiteren 1218 und 1236 erhältlich, die Platz für ungefähr 190 Kettfäden haben, und den nicht verstellbaren Webrahmen 0612f für 90 Kettfäden. Schlitten und Schienen waren auch extra erhältlich.

Ich zeige euch mal diese kleine Schönheit. Ich fühle mich schon wie eine stolze Mutter (beachtet den Tisch und seine Kratzer nicht, dort wurden und werden Katzenmedikamente verabreicht)! ;-)
Die Schlitten bewegen sich auf den Schienen, so kann man genau die richtige Länge, die man für sein Projekt benötigt, einstellen. Dies ist die Einstellung für meine Fanwandporträts.



Mit diesen Hölzern kann man nach dem Aufziehen der Kettfäden die Spannung regulieren. Dafür löst man das Holz einfach mit einem Inbusschlüssel an den Schrauben.



Das ist der Webrahmen von unten. Es sind Korkstücke aufgeklebt, um das Zerkratzen von Flächen zu vermeiden (das ist ziemlich witzig, wenn man dazu meinen Tisch anschaut) und um dem Webrahmen etwas Haftung zu verleihen. Zumindest glaube ich das. Ich arbeite selber nämlich nicht an einem Tisch, wißt ihr. Ich sitze auf meinem Bett oder in meinem Fernsehsessel, habe die Knie oben und lehne den Webrahmen an meine Beine. Für mich ist das die perfekte Stellung.



Hier sieht ihr einen der Unterschiede zwischen dem JaLa und dem Peak Dale. Ich glaube, da muß ich nichts hinzufügen.



Schaut euch nur die vollkommen schöne Konstruktion und das Finish dieses Schlittens an. Er ist so glatt, daß er keine Fäden herauszieht, wenn ich beim Perlenweben zum Beispiel eine Decke über meinen Beinen habe.



Dies ist der JaLa im Vergleich mit dem Peak Dale Giant.
Nochmal, ich bin zufrieden mit meinen Peak Dale-Webrahmen dafür, was sie kosten. Sie mögen im Vergleich zum JaLa sehr dünn aussehen, aber es ist ein wenig wie mit Autos. Man kann mit einem Mini oder einem Rolls Royce von A nach B kommen und beide können einen auf sehr unterschiedliche Art befriedigen, Komfort oder Preis zum Beispiel. Die Peak Dales machen zweifellos ihren Job, und ich benutze sie oft. Sie sind jedoch nicht verstellbar, ich bleibe gern mal mit meinem Arbeitsfaden an den Muttern und Schrauben hängen, sie haben Federn statt der Stange, die Komponenten haben gegenüber denen des JaLa keine Chance.
Der JaLa ist der Rolls Royce. Er ist stabil und in seinen Details gut durchdacht. Außerdem ist er schön.

Als ich diesen Webrahmen damals, 2014 war das, bekam, hatte ich hier schon einmal ein Bild gepostet und aus meinen wenigen Sätzen konnte man die gleiche Aufregung und Freude erkennen, die ich jetzt, da ich so viel damit gearbeitet habe, immer noch habe. Es mag seltsam für euch klingen, aber mich überkommt immer noch das gleiche Gefühl, wenn ich das Gewicht dieses Webrahmens an meinen Beinen spüre, bereit, etwas Neues zu anzufangen.



Vielleicht wißt ihr jetzt, warum ich keine Produktbesprechungen mache. Ich bin nicht gut daran, über das Technische zu reden, und ich klinge albern, wenn ich Emotionen mit ins Spiel bringe.
Wie schon zuvor erwähnt ist dies aber ein Blog Carnival. Vielleicht ist ja jemand anderer besser dabei als ich. Ich werde die Links hinzufügen, sobald ich sie bekomme. Schaut doch mal rein!

Jewelry Art by Dawn

Dienstag, 30. Mai 2017

Tut tut

Nein, es geht hier nicht um Züge. Das ist nur ein Versuch am frühen Morgen, einen kreativen Posttitel abzuliefern. Hätte ich Tutorial in den Titel geschrieben, hätte das vielleicht die Vorstellung geweckt, ich würde eines posten und das geschieht nicht - und damit sind wir auch schon direkt in das heutige Thema für unseren monatlichen JAC Blog Carnival gesprungen.

Tutorials.
Selber habe ich nur eines gemacht und veröffentlicht, eine kleine Perlen- und Drahthäkelblume. Damals dachte ich tatsächlich, ich würde zumindest versuchen, noch mehr zu machen, aber dem war nicht so. Immer wieder einmal dachte ich darüber nach, aber es ist immer das gleiche. Wenn ich anfange, an einem Stück zu arbeiten, dann arbeite ich daran. Sicher muß ich mal eine Pause machen, aber nicht dafür, Bilder zu machen oder etwas aufzuschreiben. An ein Video möchte ich nicht mal denken. Ich bin einer der (offensichtlich ungewöhnlichen ;-)) Menschen im Netz, die keine Videos machen - nicht von meinen Katzen (ich habe nur zwei, von denen eines Ponder unterm Bettlaken zeigt, man sieht also tatsächlich ein sich bewegendes Bettlaken, und das andere von einem dunklen Raum, denn eigentlich geht es nur um den Ton), nicht von meine neuen Schuhen, meiner Nachbarschaft, fremden Leuten, die ich im Zug treffe, ihr wißt schon, was ich meine.

Das hier wird wirklich kein besonders schmeichelhafter Post für mich. Ihr müßt die Vorstellung bekommen, daß ich keinerlei Geduld habe, und das stimmt schon, für vieles habe ich nicht sehr viel Geduld.
Das bringt mir zur Verwendung von Tutorials und nun wird es sogar noch weniger schmeichelhaft. Tatsächlich fühle ich mich manchmal fast ein wenig schuldig, daß ich kaum jemals ein komplettes Tutorial verwende oder auch nur lese/ansehe, egal ob es schriftlich oder ein Video ist. Der Grund dafür ist nicht, daß ich so talentiert bin, daß ich Dinge schon nach 40 Sekunden voll drauf habe (obwohl das nett wäre!), stattdessen ist es wieder dieses Geduldding. Zeigt mir aber jemand etwas persönlich, ist das was anderes.
Ich schaue also ein Video oder eher nur einzelne Schritte - meistens wenn es um eine grundlegende Perlenfädelmethode geht - und fülle die Lücken dann selber auf oder experimentiere mit Änderungen. Es ist fast so, als suchte ich mir nur die Rosinen bei den Tutorialmachern heraus, und da taucht dann dieses Schuldgefühl auf.
Vielleicht denke ich da aber auch zuviel hinein ;-)

Also werde ich einfach nur allen danken, die sich die Zeit nehmen, anderen beim Lernen zu helfen, wenn diese sich darauf einlassen.

Da ein Post ohne Bild immer unvollständig wirkt, ist hier etwas, das ich, inspiriert von einem Jill Wiseman-Tutorial gemacht habe.


Hier findet ihr nun, was meine anderen JAC-Leute über Tutorials zu sagen haben. Bitte schaut vorbei und seht es euch an.

Violetmoon's Corner
Jewelry Art by Dawn

Dienstag, 25. April 2017

Das andere Hobby

Glaubt es oder nicht, es gab eine Zeit, in der man 1. hier keine Straße überqueren konnte, ohne einen Wolleladen zu sehen, und 2. ich an einem Wolleladen nicht vorbeigehen konnte, ohne wenigstens die Sonderangebote durchzuschauen.

Es waren die 80er und Stricken war sehr en vogue. Ich war selber nie eine Freundin von Wolle gewesen, aber umgeben von Freundinnen, die eifrige Strickerinnen waren - dies waren die Zeiten, als noch die halbe Klasse während der Schulstunden strickten - versuchte ich mich schließlich auch daran.
Mein erster Versuch war frustrierend. Es machten sich nicht nur ein paar Mitschülerinnen lustig über meine Farbauswahl, sondern da war auch noch ein Fehler ganz am Anfang. Diese Kombination reichte mir, ich schmiß das ganze Teil fort.
An der FH fing ich wieder an, und dieses Mal klappt es sehr gut. Ich strickte wie verrückt, hauptsächlich Pullover (ich habe auch noch einen von ihnen und trage ihn von Zeit zu Zeit), für mich selber, für andere als Geschenk und sogar ein paar Auftragsarbeiten.
Ich hatte Stapel von Strickzeitschriften, und, wie oben erwähnt, war ich süchtig nach Wolle, die ich mir leisten konnte. Ich erinnere mich an einen Pullover, dessen Ärmel einen Streifen Grau an einem Ende hatte, weil ich nicht mehr genug Rot hatte. Ein paar Leute machten mir deshalb sogar ein Kompliment, weil sie dachten, es wäre Absicht gewesen.
Und dann gab es noch die Outlets von ein paar Firmen nicht weit von hier. Einer davon war einfach toll. Es gab einen Ladenteil mit regulären Outlet-Regalen. Viel interessanter war der Raum mit den Tüten. Es gab alle möglichen Reste. Kleine Tüten, Mischtüten, riesige Tüten. Sogar ich, die es nie mit Menschenmengen hatte, war mittendrin. Tüten wurden herumgeworfen und immer wieder mal hörte man glückliche Ausrufe. Ah, gute Zeiten. Heute würde ich vermutlich eine Panickattacke bekommen.

Dann hörte ich plötzlich auf  und strickte ein paar Jahre lang gar nicht. Es kam immer phasenweise, die letzte Phase war nach einer großen OP, als ich nicht viel schlafen konnte und zu viel Zeit übrig hatte.
Ihr habt vielleicht bemerkt, daß ich kein Häkeln erwähnt habe. Das kommt davon, daß ich nicht häkelte. Ich mochte es schon als Kind in der Grundschule nicht und das änderte sich nicht.

Dann entdeckte ich das Drahthäkeln. Ich kann immer noch nicht erklären, warum Häkeln mit Draht so viel mehr Spaß machte als mit Wolle. Meine Wolle zog sich also wieder einmal in den Winterschlaf zurück, bis ich schließlich die ganze Ladung verschenkte. Ich dachte, die Sucht sei vorüber, und da Stricken allgemein wieder am Verschwinden war, gab es in der Stadt auch ohnehin nur noch einen Wolleladen.
Irgendwann kamen das Stricken und Häkeln jedoch mächtig zurück, und ich ertappte mich wieder dabei, wie ich Wolle anschaute. Ich kaufe aber nicht in dem einen Laden, den ich erwähnt hatte, und ich komme selten ins Kaufhaus, was es einfacher für mich macht zu widerstehen. Jedenfalls meistens ...

Ein Post ist ohne Bilder nutzlos.
Hier ist meine neueste Wollkreation. Nicht nur ist dieser Hut gehäkelt (ich konnte daheim kein Nadelspiel in der richtigen Größe finden), sondern auch in der Waschmaschine gefilzt, da ich zufällig auf ein paar Knäuel "wash and filz it!" Wolle gestoßen war. Ich hatte das noch nie zuvor ausprobiert, hatte keine Ahnung von der Größe, und als ich mit dem Filzen fertig war, überließ ich alles meiner Muse, um daraus etwas zu machen, das ich tatsächlich tragen konnte (soll heißen, ich machte ein bißchen hier was und ein bißchen da was, ohne zu wissen, was ich eigentlich tat) - und es klappte! Das ist bei Mützen und mir nicht immer unbedingt der Fall. Oft genug machen mein großer Kopf und meine Haare Probleme, der Hut wird hinten nach oben und vorne über meine Augen geschoben, was unheimlich nervt.
Meine Muse faltete und nähte, faltete und nähte noch etwas mehr und wählte ein paar blaue Perlen und metallic-AB Rocailles für einen kleinen Akzent hinten. Ihr werdet mir das mit dem Passen aber einfach so glauben müssen. Ich mache keine Selfies, das wißt ihr, und meine Puppe Jo macht einen so viel besseren Job als Mannequin, auch wenn sie etwas begeisterter dreinschauen könnte ;-)



Ich bin stolz - okay, ich gebe zu, daß ich wohl viel Glück hatte, vor allem mit der Größe!
Oh, und ich vergaß zu erwähnen, daß dieser Post Teil des Jewelry Artisans Community Blog Carnival ist. Möchtet ihr wissen, was die anderen Mitglieder so machen außer Schmuck?
Schaut hier hinein! 

Jewelry Art by Dawn
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