Dies ist nur ein schnelles Update/Geschimpfe/Dampfablassen.
Vor ein paar Tagen sah mein Laptop irgendwie komisch aus. An einer Stelle fing das Gehäuse an, sich zu verbeulen, nicht viel, aber doch genug, daß es nichts Gutes verhieß.
Ich erspare mir Details, sagen wir einfach, daß der überstürzte Kauf eines neuen Laptops nicht auf meiner Bingokarte für das Wochenende stand.
Die Dinge wieder so hinzukriegen, wie ich sie haben will, stand sogar noch weniger auf meiner Bingokarte. Ich arbeite mich heran, aber es gibt immer noch Einstellungen, die hartnäckig gegen mich ankämpfen. Töne, die abgestellt werden müssen (meine Toleranz mit piepsenden Dingen ist mit fortschreitendem Alter gegen Null gegangen). Einen Kartenleser, der noch eintreffen muß.
Ich sage es ehrlich, ich tu mich schwer mit Veränderung, wenn ich erstmal an etwas gewöhnt bin, das gut für mich funktioniert hat.
Bookmarks, Dateien, wo was hinspeichert, das in den Windows-Einstellungen ändern, dies in Firefox, noch was hier und dort und überall ... und warum zum Geier läßt mich das Ding den Sperrbildschirm nicht ändern?? Ich würde lügen, wenn ich nicht zugeben würde, daß meine Motivation mit jeder Sekunde abnahm.
Und daß ich mein Videospiel nun schon wieder - das dritte Mal - anfangen muß, also das ist dann echt Salz in die Wunden gestreut!
Zum Glück habe ich keine Bilder verloren.
Tatsächlich wollte ich euch einfach wissen lassen, daß ich erstmal alles sortiert kriegen muß - vor allem meine Geduld - bis es wieder normal läuft. Hoffentlich bald.
Bis dahin ist hier ein süßes und seltenes Bild von Gundel, wie sie auf meinem Kissen schläft. Und nicht piepst.
Dienstag, 21. Juli 2026
Nicht auf meiner Bingokarte
Dienstag, 7. April 2026
Ich wohne nur hier ...
... und bin wieder mal informiert worden, daß ich nichts zu sagen habe und mir nichts gehört (obwohl ich diejenige mit den opponierbaren Daumen bin).
Gebührend zur Kenntnis genommen, Mylady 😑
Sonntag, 21. Dezember 2025
Santa Tabby
Ich muß das hier mit einem Geständnis anfangen. Wenn ich online nach etwas Bestimmtem suche, kann ich nie widerstehen, auch in die Sonderangebote reinzuschauen. Das heißt nicht (mehr), daß ich auch nicht widerstehen kann, etwas davon zu kaufen, das auch nur annähernd so aussieht, als ob ich es in der Zukunft gebrauchen könnte, wie weit entfernt diese auch sein mag.
Als ich aber die Unendlichzeichen-Kettenglieder für die "große Umarmung" fand und reinschaute, konnte ich auf keinen Fall nein zu einem Paar Glascabochons mit Tigerkatzengesicht sagen, die mich an mein kleines Gör erinnerten.
In diesem Moment habe ich absolut keinen Plan, außer daß ich wußte, es würden Ohrringe für mich selber werden. Irgendwann. Wahrscheinlich. Perlenstickerei natürlich und etwas verrückt, damit sie zur Inspiration paßten.
Je näher Weihnachten rückte, um so mehr begann eine Idee in meinem Kopf zu wachsen. Aber wie konnte ich ...? Vielleicht wenn ...? Und dann ... hm.
Ich fing mit dem einfachen Teil an, den gefädelten Fassungen. Als die fertig waren, fuhr ich in meiner üblichen Weise fort, was heißt, sie wanderten in meine aktuelle "Arbeitsbox". Dann nahm ich sie heraus und starrte sie lange an. Ich legte sie in die Box zurück. Ich nahm sie heraus und ... ihr versteht schon.
Manchmal hilft das und dann taucht nach einer Weile eine Idee in meinem Kopf auf, manchmal passiert es nicht schnell und manchmal auch gar nicht, was dann zu einer Auftrennsitzung führt.
Ich freue mich zu sagen, daß die Idee diesmal ziemlich schnell da war - yay! - obwohl ich wußte, daß ich ein bißchen herumexperimentieren müssen würde, um sie zu verwirklichen.
Et voilà!
Santa Tabby, zu euren Diensten!
Es ist bloß schade, daß sie nur Tiger-, aber keine schwarzen Katzen hatten. Gundel hätte einen entzückenden Elf abgegeben, denkt ihr nicht auch?
Dienstag, 11. November 2025
With a little help from my friend
Ich konnte dem Titel nicht widerstehen, auch wenn George Harrison den Song weder geschrieben noch gesungen hat, ja, und ein s fehlt auch, aber Gundel hielt sich nun mal komplett aus der Sache raus, während der Dekan mehr als bereit war zu helfen.
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| Spielen wir wieder? |
Obwohl ich mehr WIP-Post von meinem Lego Art-Set geplant hatte, wurde ich schneller damit fertig als erwartet.
Sagt hallo zum farbenfrohen George Harrison!
Es ist ein cooles Stück Pixel-Art, hat aber nicht soviel Spaß gemacht wie ein reguläres Lego-Projekt. Tatsächlich hat es sich zum Ende hin mehr wie ein lästige Pflicht angefühlt, die erfüllt werden mußte, um sie von der To-Do-Liste herunterzubekommen.
Wie ich in Antworten auf Kommentare zum ursprünglichen Post erwähnt habe, könnte es Spaß machen, wenn ich versuchen würe, ein eigenes Design zu entwerfen, aber 1. habe ich keine Lust darauf, all die Studs wieder abzuknüppern, obwohl ein "brick separator" (Steinetrenner) beilag (den ich als Kind gern gehabt hätte), 2. das Entwerfen würde Spaß machen, das Bricken selber würde sich vielleicht wieder wie eine Pflicht anfühlen, 3. auf mich wartet immer noch ein Muster für ein weiteres Fanwandporträt darauf, aus Perlen gewebt zu werden, was viel mehr Spaß macht (wenn ich doch nur die Courage aufbringen könnte, endlich die Lösung mit der Muffinform auszuprobieren, ich habe das jetzt aber an den Anfang meiner List für den Weihnachtsurlaub gesetzt).
Es sind aber noch Studs übrig, also kann ich mir ja vielleicht eine Platte besorgen und darauf etwas Kleines ausprobieren.
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| Ich habe das Bild klein gelassen, weil die Pixel-Art so besser herauskommt. Für mehr Detail klickt auf das Bild. |
George Harrison hat es nicht an meine Wand geschafft, es wäre seltsam, nur ihn da hängen zu haben, und außerdem möchte ich keinen Wandplatz dafür hergeben. Er ist jetzt auf einem Regal hinter meinem großen Steiff Leo und die Schachtel - echte Legosammler sollten das Ende dieses Satzes vielleicht überspringen - wird in der Papiertonne landen, nachdem der Dekan damit fertig ist.
Ich habe ihn immer dazu eingeladen, mit mir zu bricken, aber ein paar der Sessions gingen ohne ihn zu Ende. Anfangs war er ganz lieb, aber mitten in der Session verlor er jegliche Geduld mit mir, weil ich nicht schneller war und ihn nicht mit dem Inhalt der Schachtel spielen ließ.
Ein paar der Tütchen waren zum Beispiel unter einer Pappe mit Öffnung versteckt, damit man sehen konnte, daß da auch noch was drin war.
So sehr ich auch nicht wollte, daß das Gör da rankam und vielleicht mit einer offenen Plastiktüte flüchtete, konnte ich doch nicht dafür auf ihn böse sein, daß er seinem natürlichen Instinkt folgte, das "Mauseloch" zu erforschen. Mein Versuch, ihn durch Kopfknutscher abzulenken, war nur zum Teil erfolgreich, weil er anfing zu treteln, während er auf der Schachtel saß, und dann mit einem Fuß in der Öffnung landete, was ihn sofort wieder an seine Mission erinnerte.
Es gab aber auch andere Versuchungen.
Ich habe während einer unserer Bricking-Sessions Bilder gemacht und dachte, ich teile sie mit euch.
Der Dekan schnurrte übrigens die ganze Zeit über, also laßt euch nicht von seinem Blick täuschen.
Er brachte mich zum Lachen und dazu, ihm zu sagen, wie sehr ich ihn liebe, aber ich rief auch oft "stop" und "nein" und "du kleiner Teufel". Ein Video davon hätte euch zweifellos gefallen, aber dafür hätte ich eine Menge mehr Arme gebraucht!
Und falls ihr das auch noch wissen müßt, nach dem letzten Bild "flog" er tatsächlich raus, denn da ging er dann auf meinen Schreibtisch los, auf dem es leider zur Zeit ein paar instabile Stapel gibt, und natürlich sind das genau die, die der Dekan sich für seine Sperenzchen aussucht. Ich weiß, daß ich selber schuld bin, aber ich muß hinzufügen, daß er von meinem Schreibtisch besessen ist, seit er ein Kätzchen war, und schon damals immer auf Ausschau nach Dingen war, die er um- oder herunterwerfen konnte - mein Laptop eingeschlossen - obwohl dieser zu der Zeit wirklich aufgeräumt war. Seither hat er meinen Schreibtisch dazu benutzt, mich unter Druck zu setzen, um mich dazu bringen, alles zu bekommen, was er so will - Spielen, Essen, Snacks, reine Aufmerksamkeit - oder um mich wissen zu lassen, daß er mit mir beleidigt ist.
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| Ist dieses Ding eßbar? |
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| Ich muß mir das genauer anschauen. |
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| Was meinst du, ich soll die Anleitung nicht zerstören, bevor du fertig bist? Ich bin lieb, ich bin lieb, Himmel, Mom! |
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| Nur ein bißchen Krallenaktion vielleicht ... |
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| Du gönnst mir überhaupt KEINEN Spaß! |
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| Weißt du was? Wenn du so sein willst, dann kannst du das hier allein machen, Mom. |
Ich bin mit Lego in keiner Weise verbunden, außer daß ich ab und zu damit spiele.
Montag, 4. August 2025
Broccoli Cat Art
Heute möchte ich euch Broccoli Cat Art vorstellen.
(Das ist keine Werbung, ich bekomme nichts dafür, sondern zeige nur etwas, das ich liebe, und natürlich habe ich um Erlaubnis gebeten, diesen Post schreiben zu dürfen, und ich benutze absichtlich ein eigenes Bild statt des besseren Originals).
Broccoli
Cat Art ist Bikky aus Melbourne, ihrer Webseite nach eine Künstlerin mit "gemischtem kulturellem Hintergrund", die "ihre Liebe für die Ästhetik von Ukiyo-e mit dem Bestreben nach und Kommunizieren von mentaler Freiheit, Heilung und einfachem Glück verbindet".
Lest die ganze Vorstellung direkt auf ihrer Webseite, um mehr über ihre Inspiration zu erfahren.
Alle Bilder von Bikky zeigen eine weiße Katze mit Tigerzeichnung "nach dem Vorbild ihrer eigenen Katze names Broccoli aus dem Tierheim" (was für ein toller Name, ihr wißt, ich liebe ungewöhnliche Namen für Tiere).
Ich hatte ihre Kunst schon vor ein paar Jahren auf sozialen Medien geteilt gesehen und folgte dann ihrer Instagram-Seite, als sie dort in meinem Feed auftauchte.
Ich liebe nicht nur ihre digitalen Zeichnungen (mehr darüber auf ihrer Webseite) und den Touch von Ukiyo-e, den sie haben, sondern auch das Gefühl, das ich habe, wenn ich sie anschaue.
Bisher hat es kein einziges Bild gegeben, das mich nicht zum Lächeln gebracht hat. Ich weiß, daß sich das sentimental anhören mag (ich gebe bereitwillig zu, daß ich das sein kann), aber die Bilder bewirken bei mir einen Moment dieses einfachen Glücks, das Bikky erwähnt. Sie fühlen sich so an, wie wenn ich Gundel umarme und der Dekan in meinem Arm schläft, nur kürzer, es sind Glimmer in meinem Tag.
Mehr als einmal war ich in Versuchung, mir einen Druck von ihr zu besorgen, und wünschte mir, daß Porto, Steuer und Zoll- und Bearbeitungsgebühren in den letzten paar Jahren nicht derartig gestiegen wären. Ich kann gar nicht sagen, wie oft ich schon auf ihren Shop für Drucke geklickt und ihn dann zögernd wieder verlassen hatte.
Ich schätze, ich mußte einfach auf den perfekten Druck warten - und als ich ihn sah, hielt ich mich nicht zurück.
Könnt ihr sehen warum?
Katze, Teddy, Buch, hätte es noch besser und noch mehr "ich" sein können als das??
Ich habe einen hellen Rahmen dafür ausgesucht, um die Farbe des Hintergrunds aufzugreifen und die Katze in den Mittelpunkt zu stellen.
Wenn ihr Katzen und Ukiyo-e mögt, schaut euch Bikkys Arbeit an.
Vielleicht bringt sie euch ja auch zum Lächeln.
Sonntag, 29. Juni 2025
Sonntagsglimmer - Überraschungen
Vielleicht
habt ihr das Wort "Glimmer" schon mal gehört. In der Psychologie sind
Glimmer das Gegenteil von Triggern, kleine Momente des Friedens oder der
Freude, die positive Gefühle auslösen. Das können ganz einfache Dinge
sein, die man vielleicht nicht mal bewußt bemerkt, es kann aber der
geistigen Gesundheit helfen, wenn man sie bemerkt und schätzt.
Diese Woche war mein Geburtstag.
Vielleicht erinnert ihr euch an meinen Post von vor ein paar Tagen, in dem ich Luft über ein Stück abließ, das ich für mich selber als besonderes Geschenk hatte machen wollen (zu sagen, daß es ein Geschenk war, war meine Motivation dafür, endlich damit in die Gänge zu kommen). Obwohl ich eine sehr vage Idee habe, wie ich das Stück zwar nicht in der Art retten kann, wie ich es mir vorgestellt hatte, aber eine andere Herangehensweise ausprobieren kann, hat das offensichtlich nicht rechtzeitig hingehauen.
Dann kam ein paar Tage zu früh ein Überraschungspaket an. Ich hatte keinen Schimmer, als ich es aufmachte, ich hatte von dem Shop noch nie gehört und fragte mich, was hier vorging.
Das Paket enthielt eine Katzenfigur, aber keine Karte, gar nichts. Konnte das irgendwie ein Fehler sein? Nein, denn am nächsten Tag bekam ich eine Mail.
Ich lernte M. vor vielen Jahren auf Plurk (einer Seite für soziales Networken und Microblogging) kennen. Wir leben in unterschiedlichen Ländern und haben uns nie persönlich getroffen, aber wir haben nie dan Kontakt verloren, worüber ich mich sehr freue.
Der Betreff der Mail war übersetzt in etwa "Ein Katzengeist zur Feier des 60." (Geist nicht im Sinne von Gespenst), und ich möchte diese Zeilen mit euch teilen, weil ich sie einfach wunderbar finde.
"Es gibt hübschere Katzen, witzigere, die mit mehr Geschichte und wahrscheinlich welche, die besser zu deinem Stil oder deinem Zuhause passen. Was ich aber an dieser hier mag, ist gerade, daß es eine anonyme Katze ist - sie repräsentiert keine bestimmte, sondern kann alle repräsentieren: Katzen aus der Vergangenheit, aus der Gegenwart und aus der Zukunft. Sie ist wie ein Geist, ein Katzentotem, das sagt: "dieses Heim macht Katzen glücklich."
Ist das nicht perfekt?
Und bitte ignoriert die Stimme aus dem Hintergrund, die sagt, er wäre noch viel glücklicher, wenn er mehr Snacks bekommen würde.
Am Geburtstag selber stellte ich die Recyclingtüte in den Hausflur, um sie später hinunterzubringen, und fand eine hübsche Kiste mit einem Geschenk von meinen Nachbarn. Was für eine schöne Überraschung morgens um 5!
Für diesen Tag erwartete ich ein Katzenfutterpaket und dank einer Mail von der Post offensichtlich auch eine vom Drogeriemarkt, was mich verwirrte, da ich nichts von dort bestellt hatte.
Ziemlich früh am Morgen klingelte es, was mich völlig verwirrte, denn es war viel zu früh für den Paketboten ... und hatte sie "Blumen" durch die Gegensprechanlage gesagt?
Tatsächlich Blumen, von einem guten Freund geschickt! Schaut euch das an!
Die nächste Überraschung kam in Form meiner Schwester, die mir etwas aus dem ältesten Café in der Stadt vorbeibrachte. Ich habe da nicht dran gedacht, ein Bild zu machen, sorry. Ich konnte nur "mein Schaaaatz" denken und den Kuchen verspeisen.
Als die angekündigten Pakete ankamen, erinnerte ich mich wieder daran, worum es bei dem Paket vom Drogeriemarkt gegangen war. Vor mindestens drei Monaten hatte ich ein Kästchen bei der Verlosung einer Testbox mit vier Produkten angehakt, als ich auf der Webseite des Marktes gewesen war. Ich hatte das vollkommen vergessen, da ich sowieso nie etwas gewinne!
Was für ein Zufall, daß es genau an diesem Tag ankam.
Außerdem kam diese Woche noch ein Druck an, den ich bestellt hatte, weil er perfekt für mich ist, den zeige ich euch aber in einem anderen Post.
Nun sagt ihr vielleicht, naja, es war ja dein Geburtstag, du mußt doch irgendetwas erwartet haben.
Das tat ich aber echt nicht. Mein Geburtstag ist keine große Sache für mich, keine Feier, keine Party, also waren es wirklich nicht nur die Geschenke, obwohl ich mich natürlich sehr darüber freute, sondern die Überraschungen, die das so besonders machten, und zu wissen, daß jemand an mich gedacht hat (nun, der Drogeriemarkt natürlich nicht).
Und wer weiß, vielleicht bekomme ich das Geschenk an mich selber ja doch noch irgendwann fertig. Wünscht mir Glück!
Freitag, 23. Mai 2025
Frohen Gotcha Day, Gundel!
Es ist schwer zu glauben, daß es acht Jahre her ist, seit sich eine wunderschöne kleine Pantherdame in mein Leben gedrängt hat.
Oh je, ihr solltet ihr Gesicht sehen. Tatsächlich hat Gundel nämlich nichts dergleichen getan. Sie schlenderte harmlos in den Hof bei meiner Schwester und wurde freundlich von ihrer späteren Catnapperin willkommen geheißen, auch wenn sie es da noch nicht wußte.
Ich glaube nicht, daß ich Gundels Geschichte hier je erzählt habe, also wird es wohl Zeit.
Wie gesagt, eines Tages kam Gundel einfach auf den Hof. Sie war so schrecklich dünn, ihr Pelz sah wirklich matt aus und sie wirkte im ganzen einfach krank.
Nachdem meine Schwester ihr etwas zu essen gegeben hatte, das sie hinunterschlang, ging sie wieder.
Ich hatte sie vom Fenster meiner anderen Schwester aus gesehen und da ich schwarze Katzen liebe, rief ich hinunter, daß ich sie nehmen würde.
Gundel war aber verschwunden und wir fühlten uns schlecht deshalb, weil sie wirklich Hilfe zu brauchen schien. Zum Glück tauchte sie ein paar Tage später wieder auf und meine Schwester schnappte sie sich direkt - es gab überhaupt keinen Widerstand - und nahm sie mit in ihre Wohnung.
Es war wahrscheinlich das erste Mal seit einer Weile, daß sie sich einfach hinlegen und entspannen konnte, aber natürlich wußte sie nicht, daß es am nächsten Tag zur Tierärztin ging.
Sie hatte keinen Chip, sie wog nur 2,9 kg, sie hatte dank Herpes ein trübes Auge, und die Dinge, die sie im Katzenklo anstellte, hätten ein kleines Land ausmerzen können (nicht die erste Katze, die das in meinem Haus versuchte).
Ich versuchte natürlich herauszufinden, ob sie irgendwo hingehörte, während sie in Quarantäne in der Bibliothek blieb - wir mußten auf ihre Testresultate warten und das Kloproblem mußte erst gelöst sein, bevor sie mit Greebo und Ponder zusammenkommen konnte.
Am ersten Tag blieb sie auf dem Fensterbrett, schaute vor sich hin, schlief und aß. Ich kann mir nicht vorstellen, wie ihr Leben auf der Straße gewesen sein mag, weil sie einfach nur völlig erschöpft aussah und froh darüber, sich nicht bewegen zu müssen. Sie schien nicht mal die Kraft zu haben, dem fremden Menschen zu zeigen, ob sie noch irgendwelchen Kampfgeist in sich hatte.
Ob sie weggelaufen war, verlorenging oder ob sie jemand rausgeworfen hatte, fand ich nie heraus, aber ich wußte, daß ich ihr helfen wollte, ihre Erfahrungen von der Straße zu vergessen.
Ich weiß nicht, ob ich damit Erfolg hatte, denn bis heute wacht sie manchmal laut jammernd auf und sieht sich verwirrt und ängstlich um - zumindest wirkt es so auf mich - und dann schläft sie wieder ein, wenn ich sie streichle und schmuse und ihr etwas zuflüstere. Es ist herzzerreißend mit anzusehen, geschieht zum Glück aber nicht off.
Nachdem wir grünes Licht von der Tierärztin bekamen, öffnete ich die Tür zu ihrem Gefängnis (mit zwei sehr bequemen Sesseln mit schönen Decken, was zu dem Zeitpunkt echt das einzige war, was sie außer Futter noch gewollt hatte) und hoffte auf das Beste mit den Jungs.
Greebo war an ihr nicht sehr interessiert. Er war mehr so "Ja, Neuzugang, nicht der erste, schon okay für mich, glaubst du, sie wird das noch essen wollen?". Er war so ein süßes Baby.
Ponder andererseits war interessiert. Er war sich nicht sicher, was dieses kleine Ding war und er war verwirrt, daß das kleine Ding nicht an ihm interessiert war.
Die Dame begab sich direkt ins Schlafzimmer und versteckte sich ungefähr zwei Tage lang unter dem Bett, nur eine kleine Pfote oder die Schwanzspitze lugte hervor. Für Futter kam sie allerdings heraus, sie brauchte es noch so dringend, daß sie die Hälfte einer riesigen Antibiotikumpille, die ich neben sie gelegt hatte, aß, während ich noch überlegte, wie ich sie in sie reinbekommen würde.
Dann verbrachte sie ein paar Tage auf dem Bett.
Könnt ihr sehen, wie anders ihr Pelz hier schon aussieht? Sie war aber noch sehr dünn, mehr als man hier erkennen kann.
Irgendwann fing sie an, die Wohnung zu erkunden und sie ließ sich keinen Blödsinn von den Buben gefallen.
Greebo war sie ziemlich egal und Ponder freute sich, mit ihr zu spielen. Sie klapsten einander auf den Hintern und dann rannte der Klapser los, bis er oder sie erwischt war und selber geklapst wurde. Es war so lustig mit anzuschauen. Sie schliefen aber nie beinander. Es mußte immer eine kleine Lücke dazwischen sein, was es noch erstaunlicher macht, wie nahe der Dekan jetzt manchmal bei Gundel schlafen darf.
Das ist eins meiner Lieblingsbilder. Ich erinnere mich, wie ich dies und ein paar andere Winkel auf Facebook zeigte und im Scherz fragte, wie um Himmels Willen ich die zwei auseinanderhalten sollte!
Glaubt es oder nicht, ein paar Leute informierten mich - nicht als Scherz - daß Gundel kleiner als Ponder war. Ernsthaft jetzt? Ich war so froh, daß sie mich darauf hingewiesen haben!
Nicht daß sie ein Kätzchen gewesen wäre. Meine Tierärztin schätzte ihr Alter auf ungefähr 3 oder 4, was heißt, daß sie jetzt 11 oder 12 wäre. Ich glaube, sie muß immer noch 3 oder 4 sein. Allerhöchstens 6. (Erinnert ihr euch, wie ich gesagt habe, daß ich nicht gut in Mathe bin?)
Und Ponder war einfach ein wirklich großer Bub. Nicht dick - das war er wirklich nicht - nur groß und wundervoll.
Seither ist Gundel die Lady im Haus. Meffi war meine Queen und Esme war meine Prinzessin, und Gundel sieht weder wie eine Herzogin noch eine Marquise aus, also muß es bei der Lady bleiben.
Sie ist übrigens nach Gundel Gaukeley, der Disney-Hexe, benannt. Der ursprüngliche Plan war gewesen, sie zu einer Nanny Ogg zu machen (Scheibenwelt), aber ihr glänzender schwarzer Look und wie sich der Name Gundel für mich anhört machten ihn zu einem viel besseren Namen.
Meine kleine Hexenlady war anfangs eine ganz schöne Kämpferin.
Verständlicherweise war sie sich nicht sicher, wie weit sie mir trauen konnte, und oft schnappte sie nach mir, wenn ich sie streichelte, nie ernsthaft, aber blitzschnell, und ich erschrak jedes Mal wieder. Das wurde aber schnell immer weniger und jetzt macht sie das kaum noch, außer wenn ich schrecklich nervig werde (das heißt, wenn ich sie drei Sekunden zu lang streichle, das ist also fair).
Nur wenn ich versuche, ihr direkt eine Pille ins Mäulchen zu geben, verwandelt sie sich in einen krallenbewehrten Oktopus, und zwar einen tödlichen. Zum Glück kann ich die Pillen, die sie bekommt (Allergie) und Liquid-Snacks - die ich Squishys nenne - sind zu verführerisch, als daß sie sie ablehnen könnte. Ich wünschte, ich könnte auch Augentropfen in ihr Futter packen! Sie läßt mich ihr Auge zwar saubermachen, aber nichts reintun. Ja gut, ich mag das selber auch nicht.
In letzter Zeit hat sie ein paar schlechte, aber nicht tragisch schlechte, Gewohnheiten entwickelt, zweifelsohne vom kleinen Gör beeinflußt. Eine davon ist das Rausreißen der Blende/n unter den Küchenschränken (das hat sie auf jeden Fall von ihm gelernt).
Ich habe sie für mutwillige Beschädigung auf ein Gesucht-Poster gesetzt und sie hat sich bitterlich auf Ponders Blog darüber beklagt, den sie übernommen hat.
Ihr wißt aber, wie Katzenleute oft drauf sind. Insgeheim sind wir stolz darauf, was für Gören unsere Katzenherrscher sein können, und nachdem Gundel monatelang von Problemen mit beiden Knien außer Gefecht gesetzt war, war es gut zu sehen, daß sie wieder Lust auf Blödsinn hat.
Gundel, meine Süße, auf (mindestens) acht weitere Jahre!
Samstag, 19. April 2025
Einfach nur so Samstag - Einfach irgendein Kätzchen
Was kann ich sagen? Der Dekan war von seinem ersten Tag bei uns der Inbegriff von Anmut.
Ich habe seine Geschichte hier noch nie erzählt, oder? Natürlich hat Gundel es auf Ponders Blog getan, hauptsächlich um sich Luft darüber zu machen, was ich hier angetan habe, als ich dieses kleine Monster in unser Haus gelassen habe.
Der Dekan zog hier 2021 kurz nach meinem Geburtstag ein. Der Geburtstag war allerdings dabei reiner Zufall.
Ich hatte das Gefühl gehabt, ich müsse für Gundel einen Gefährten finden, nachdem Ponder seit fast anderthalb Jahren nicht mehr da war. Also sprach ich mit Kosel, einem der Pudel von oben, und sagte ihm, er solle mir das nächste Mal, wenn er mit seinen Menschen in den Garten in einem nahegelegenen Dorf fahren würde, ein Kätzchen mitbringen. Es gab dort einen Bauernhof in der Nähe.
Nur ein paar Tage später bekam ich eine Mail mit einem Bild und der Anweisung, den Koffer in den Flur hinauszustellen. Ihr müßt daran denken, daß das immer noch Corona-Zeiten waren, was auch der Grund war, daß ich Gundel keinen älteren Gefährten aussuchte, 1. ich konnte nicht so einfach zu einem Tierheim kommen, 2. vor allem keinem, das nicht auf einen Balkon bestand (ohne Ausnahmen), 3. wie wir wissen, waren die Tierheime zu der Zeit leergefegt (ich wünschte mir, das wären sie noch immer). 4. ich nahm keine zwei Kätzchen, weil ich wollte, daß Gundel mit einbezogen würde und ich auch die ganze Zeit daheim war. Gundel erwärmte sich nicht direkt für ihn, wie manche Katzen das bei Kätzchen tun, aber sie vertragen sich wirklich gut mit ein paar kleineren Zwistigkeiten.
In der Mail stand etwas darüber, daß dieser Kerl "weg müsse", was ich seltsam fand. Kurz danach bekam ich meinen Koffer zurück, mit dem goldigsten Kätzchen gefüllt, willkürlich ausgesucht ... oder?
Möglicherweise hatte es damit zu tun, daß er einer von neun war (Leute, so süß kleine Katzen sind, bitte laßt eure Tiere kastrieren!) oder vielleicht war der Inhalt seines Kistchens auch der Grund dafür.
Ich weiß nicht, ob ihr das hier sehen könnt, aber er hatte einen kleinen Ballonbauch und es waren keine Würmer. Vielleicht hatte er schon früh damit angefangen, alles in Sichtweite zu vertilgen und hatte etwas Falsches erwischt? Auf jeden Fall begann der Meister sein Leben bei der Tierärztin, wo er Spritzen bekam und auf Diät gesetzt wurde, bis sich seine Gedärme beruhigt hatten und ich keinen Sauerstoff mehr brauchte, nachdem ich seine Kiste saubergemacht hatte.
Ich nenne ihn immer noch gern Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Mehr als 30 Jahre mit Katzen und dieser Kerl findet immer noch Wege, mich zu überraschen, auf gute Art und auf, ähm, ein wenig nervige Art.
Alles, was er tut, tut er mit 200%. Ja, wir sind beide nicht gut in Mathe.
Fragt ihr euch, warum ich euch seine Geschichte ausgerechnet heute erzähle? Nun, es ist sein Geburtstag (ja, wir haben einen zugeteilt, aber er meint, das ist in Ordnung für ihn)!
Es ist schwer zu glauben, daß er schon vier Jahre alt und trotzdem immer noch das entzückende kleine Kätzchen ist ... was denn? Ein Mädchen darf doch träumen, oder?
Er mag nicht klein sein (gebt mir einen Moment, während ich mir die Lachtränen aus den Augen wische), aber er ist immer noch entzückend. Hier ist eins meiner Lieblingsbilder von ihm, auch wenn er einfach nur auf mein Käsebrot scharf ist.
Er ist überhaupt kein Macho (schickt Hilfe, er hat mich gezwungen, das zu sagen!).
Und natürlich benimmt er sich immer wunderbar (wo bleibt die Hilfe??).
Happy Purrday, mein pelziges Baby, ich liebe dich - nicht nötig, Hilfe zu schicken, keiner hat mich dazu gezwungen, DAS zu sagen.
Dienstag, 25. Februar 2025
Schwarze Nemesis
Heute sind es fünf Jahre, seit ich mich von Ponder verabschieden mußte.
Ich habe immer noch solche Probleme damit. Ich war nicht darauf vorbereitet und war so nicht bereit dafür und er hinterließ das größte Loch je.
Das erinnerte mich auch daran, daß die Geschichte, wie Ponder und Esme hier einzogen, noch nie erzählt wurde, weder auf seinem noch meinem Blog, und jetzt schien der richtige Moment dafür zu sein.
Stellt euch einen gewöhnlichen Samstag in unserem kleinen Tierpark am Ort vor.
Eine Frau kommt den Weg zum Eingang herunter. Sie hält mich an und fragt mich, ob wir das Tierheim sind. Ich sage ihr, daß wir oft verwechselt werden, aber nein, das sind wir nicht, und soweit ich weiß, hat das Tierheim heute auch nicht geöffnet.
Sie gibt einen ungeduldigen Ton von sich und informiert ich, daß sie im Auto zwei schwarze Kätzchen hat, die sie umgehend abgeben muß. Sie können sie nicht behalten, sie machen Ärger (Kätzchen, was für eine Überraschung) und sie hätte niemals dem Flehen ihrer Kinder nachgeben sollen, als die Katze ihrer Freundin Junge hatte. Sie haben schon eine erwachsene Katze und außerdem ist eines der Kätzchen schon auf dem Balkongeländer herumgetanzt (ich dachte immer, daß das bestimmt Ponder war).
Es wäre extrem nett ausgedrückt, wenn ich sagen würde, daß ich kein gutes Gefühl bei der Sache hatte. Allein der Gedanke, ein Kätzchen auf den Balkon zu lassen, damit es auf das Geländer springen konnte, erweckte in mir den Drang ... nun ja ...
Bis zu diesem Tag bin ich zutiefst überzeugt davon, daß sie einfach auf dem Weg nach Hause die Autotür geöffnet hätte, hätte ich nicht gesagt, daß ich mal schauen wollte.
Inzwischen war der Ex dazugekommen und als ich "schwarze Kätzchen" sagte, seufzte er nur und sagte, ja, schauen wir mal.
Wir gingen zum Auto, in dem ihre Tochter mit traurigem Gesicht saß, zwei Kätzchen in den Armen.
Es gab keinen Transportkorb, keine Decke, nichts, was mich nur noch mehr davon überzeugte, daß sie es nicht wieder mit nach Hause geschafft hätten. Ein kurzer Blick zum Ex - nicht daß es mich auch nur einen Deut gejuckt hätte, wenn er versucht hätte, nein zu sagen - und ich nahm sie ihr vorsichtig ab. Man konnte sehen, daß sie versuchte, tapfer zu sein, aber es war definitiv das Richtige von mir, sie zu nehmen, auch wenn sie das nicht wußte.
Der erste Schritt war offensichtlich, sie beide nach Hause zu schaffen, diesmal saß also ich mit zwei Kätzchen, von denen eines deutlich zappeliger war als das andere, in den Armen im Auto. Wir hätten einen Transportkorb vom Zoo nehmen können, aber wir wohnten ja praktisch um die Ecke und wollten sie nicht mit Zoodüften verwirren, also lieferte der Ex mich daheim ab, wo ich die beiden erstmal im Hasenzimmer in Quarantäne steckte und bei ihnen blieb, bis sie einschliefen.
Zu der Zeit hatten wir schon vier Katzen, Gandalf, Merlin, Meffi, und Greebo, und wir hatten zwei mehr nicht eingeplant, aber eine meiner Kolleginnen hatte mich kurz davor gefragt, ob wir von einem Kätzchen für eine ihrer Freundinnen wüßten. Vielleicht würde die Freundin ja auch zwei nehmen?
Seien wir mal ehrlich, ich wußte, daß ich sie nicht fragen würde, und der Ex genauso. Er hatte meinen Blick gesehen, als ich ihm sagte, sie seien schwarz. Möglicherweise brachte mich allein der Gedanke schon ein wenig zum Sabbern.
Außerdem ging ich direkt in den Chat des Katzendiabetesforums und glaubt mir, auch diese Damen ermutigten mich nicht dazu, sie abzugeben.
Wenigstens waren sie nicht krank und auch nicht zu ung, wahrscheinlich um die zehn bis zwölf Wochen, dafür konnte man dankbar sein. Sie brauchten nicht nur keine Milch mehr, sie aßen auch wie die Großen, vor allem der Junge. Ich muß zugeben, daß ich mich nicht daran erinnere, ob ich ihnen direkt heimlich Namen gab oder offiziell, was bereits ein Zeichen dafür gewesen wäre, daß sie nirgendwohin gehen würden - benannt nach einem Zauberer und einer Hexe, wie es in unserem Haus Tradition war.
Ponder war sogar schon in diesem Alter ein Ausbruchskünstler. Wenn jemand die Tür zum Quarantänezimmer aufmachte, schoß der Kleine wie eine Rakete heraus und sprang direkt in die Menge der Große, um ihr Futter zu stehlen. Sie waren gewöhnlich so verwirrt, daß sie nicht mal versuchten, ihn in die Schranken zu weisen. Esme folgte, wenn man sie ließ, etwas langsamer, aber nicht weniger selbstbewußt. Ich wünschte echt, es gäbe Videos davon.
Nachdem das ein paar Mal passiert war, war der Ex mir einen resignierten Blick zu und sagte, ich solle die Tür offenlassen, weil "wir beide wissen, daß sie nirgendwohin gehen".
Glaubt mir, er spielte das Opfer nur. Genau wie Meffi verliebte sich Esme sofort in ihn, was er wiederum liebte, und Ponder war von Anfang an mein Kumpel.
Ponder und Esme wuchsen zu großen Katzen heran. Wenn ich vom oberen Stockwerk auf sie herunterblickte, fühlte es sich an, als würde ich zwei Panther durch die Wohnung streifen sehen, manchmal war das sogar ein bißchen unheimlich, darum gab ich ihnen verschiedene Namen wie zum Beispiel die "schwarze Nemesis". Ich habe mich oft gefragt, wie ihre Eltern wohl ausgesehen haben.
Ponder war liebevoll und anhänglich und seine laute Stimme und seine Nase erinnerten mich an Siamkatzen, Esme konnte zur Warnung beißen, wenn sie etwas haßte (wenn ich zum Beispiel Bilder von Dingen auf der "verhexten" Kommode machte oder wagte zu pfeifen), ihr runder Kopf und süße Stupsnase (nicht platt!) ließen mich an Perserkatzen denken. Ponder hatte die weißen Flecken auf Brust und Bauch, die schwarze Katzen so oft haben, Esme war ganz schwarz.
Ponder liebte es, hochgenommen und geschmust zu werden, und ich liebte es, mit ihm zu tanzen (manchmal sogar mit ihm und Greebo gleichzeitig), Esme tolerierte es, wenn sie gut drauf war, aber sie warf sich einem nicht in die Arme.
Erst nachdem der Ex gegangen war, fand sie heraus, daß ich zum Schmusen ganz gut geeignet war und sie liebte es, mit ihren Beinen um meinen Arm herum einzuschlafen, meine Hand auf ihrem Bauch.
Ich könnte endlose Geschichten von den beiden erzählen, aber Katzenfanatiker können etwas anstrengend werden, ich weiß.
Manche der Geschichten sind schon auf Ponders Blog und vielleicht kommen ja noch welche nach.
Manchmal denke ich, Ponder hat mir den Dekan als großen Witz geschickt oder weil er nicht wollte, daß Gundel und mir als eingefleischten Couchsitzern langweilig wurde. Esme lernte Gundel nicht mehr kennen, da ich sie schon vier Jahre vor Ponder verlor, aber ich erinnere mich noch daran, wie sich Ponder und Gundel gegenseitig jagten, nachdem sie nach ihrem Leben auf der Straße erstmal mit uns warm geworden war. Sie gab ihm freche kleine Klapse auf den Hintern, drehte sich dann um und rannte, und es sah so witzig aus, meinen großen Bub hinter diesem kleinen Mädchen herrennen zu sehen, andersherum war es noch witziger.
Ich glaube, es muß Schicksal gewesen ein, daß die Frau an einem Samstag im Zoo auftauchte, als wir gerade da waren und daß ich die erste war, die ihr begegnete.
Ponder und Esme brachten etwas Besonderes in die Katzengang und ich bin froh, daß wir das nicht verpaßt haben.
Manchmal nenne ich Gundel aus Versehen Esme ... wenn sie neben mir einschläft, ihre Beine um meinen Arm herum, meine Hand auf ihrem Bauch.
Mir fehlen meine wunderschönen Panther.
Donnerstag, 19. September 2024
Der Daumen und ich
Noch mehr Stickerei?
Ihr fragt euch vielleicht, ob das der Wahnsinn des neuen Hobbys ist. Es wäre nicht ungewöhnlich, sich mit einer neuen Technik, die man gerade für sich entdeckt hat, auszutoben. Ich bin da keine Ausnahme, obwohl ich trotzdem immer eine gute Mischung versucht habe, aber es ist schwer, nicht der Aufregung und dem Abenteuer neuer Experimente zu unterliegen ;-)
Es gibt jedoch noch einen weiteren Grund für diese Stickereiflut.
Ich habe Rhizarthrose in beiden Daumengelenken, rechts noch nicht so schlimm, aber links macht es mir doch jetzt schon eine Weile ganz schön zu schaffen. Ich bin Rechtshänderin, aber meine linke Hand muß größtenteils greifen, festhalten und die Spannung halten, was anscheinend der schwierigere Part ist.
Das bedeutete mehr Pausen, viel kürzere Arbeitssitzungen, Tage ganz ohne etwas zu machen, und manches kommt zur Zeit gar nicht in Frage, zum Beispiel Draht, und sogar beim Arbeiten mit Perlen bewegt sich der Daumen falsch. Es ist frustrierend und meine Freundin haben inzwischen wahrscheinlich genug von meiner Jammerei.
Ich habe noch nicht ausprobiert, wie gut das Perlenweben für mich gerade funktionieren würde, aber ich habe einen Plan für Perlenstickerei - nun, und dann gibt es da noch das Handsticken.
Ich habe schnell herausgefunden, daß es eine schlechte Idee ist, meinen Stickrahmen in der Hand zu halten, tatsächlich war das der Anstoß dafür, daß mein Daumen sauer auf mich wurde. Ich weiß, ich hätte schon lange mehr Pausen machen sollen, aber es ist für mich echt schwierig aufzuhören, wenn ich mal dabei bin.
Als ich aber meinen Kurs für die Silk-Shading-Blume gekauft habe, hieß es, daß ich einen Ständer brauchte, um beide Hände für das Arbeiten frei zu haben, und das hat einen großen Unterschied gemacht.
Das heißt nicht, daß ich so lange Sitzungen wie früher haben kann, es heißt auch nicht, daß es völlig schmerzfrei ist, aber es besteht kein Zweifel, Handsticken ist für mich im Moment die einfachste Technik.
Also besorgte ich mir einen zweiten Ständer mit austauschbaren Rahmen in unterschiedlichen Größen und benutzte den kleinsten davon, um mehrere Anhänger zu machen, die nicht unterschiedlicher voneinander sein könnten.
1. In meinem Schmuckforum, der Jewelry Artisans Community, haben wir gerade eine Challenge mit dem Thema "Musik" laufen und ich habe einen fröhlichen kleinen Musikanhänger dafür gemacht. Versucht gar nicht erst, die Melodie zu singen ;-)
2. Das war ein Experiment, aus einer anderen Idee entstanden, die noch in meinem Kopf herumspukt.
Ich empfange abstrakte 60er Jahre Vibes davon, was durch die Form unterstützt wird, und ich muß sagen, es hat echt Spaß gemacht, weil ich einfach loslassen konnte.
3. Ja, keine große Überraschung hier. Wir wußten alle, daß während meiner Stickreise ziemlich schnell mindestens eine Katze auftauchen würde, ich wußte nur nicht, daß es eine Art Karikatur werden würde, bis ich nicht widerstehen konnte, echt große Augen zu machen.
4. Der letzte Anhänger hat eine Hintergrundgeschichte.
Ich habe schon früher erwähnt, daß ich in Göppingen lebe, welches am Fuß des Hohenstaufen liegt, einem der Drei Kaiserberge, zusammen mit Rechberg und Stuifen.
Sie haben ihren Namen von der Dynastie der Staufer - von denen Friedrich I. Barbarossa wahrscheinlich der berühmteste ist. Sie hatten eine Burg auf dem Hohenstaufen, aber es sind nur noch wenige der Grundmauern übrig (man sagt, das Stadtschloß von Göppingen sei teilweise aus Steinen der Burgruine erbaut worden).
Dies ist meine Homage an unsere Berge und ihre lange Geschichte.
Natürlich liegen sie in Wirklichkeit nicht so dicht beieinander (siehe das Bild unter dem Link oben) wie in unserem Stadtlogo ...
... oder in meinem Anhänger.
Also ja, ich schätze, ihr werdet in der näheren Zukunft wohl noch mehr Stickerei hinnehmen müssen.
Ich werde den Draht und die Perlen deshalb aber nicht fallenlassen, und hoffe, Eispacks, Schienen und mehr Ruhe werden mir dabei helfen können!
Freitag, 6. Oktober 2023
Die Katzenmotte
Ich wohne im ersten Stock und habe manchmal kleine nächtliche Gäste am Fenster hinter meinem Bett. Meistens sind es Nachtfalter, aber es sind schon Grashüpfer vorbeigekommen, die wahrscheinlich in den Pflanzen auf der Dachterrasse über mir leben.
Ich kann nie widerstehen, Fotos von meinen Besuchern zu machen, aber es ist nicht einfach, wegen der Spiegelung, wegen meiner kleinen alten Kamera, weil ich keinen Blitz benutzen kann, obwohl es Nacht ist, weil dieses spezielle Fenster definitiv nicht das sauberste im Haus ist (ich hasse es, das Bett verrücken zu müssen), und ein Kater, der hofft, sich einen Weg durch das Glas zu bahnen, um an dieses lustige Spielzeug heranzukommen, hilft auch nicht. Ponder war völlig verrückt nach Besuchern und klopfte dauernd an das Glas, was sie alle erstaunlich wenig störte, manche blieben sogar eine Stunde lang.
Kürzlich kam diese Schönheit vorbei, ließ mich ein paar Bilder machen und flog dann zurück in die Nacht, so als wäre sie extra dafür vorbeigekommen, daß ich sie kurz bewundern konnte.
Ihre Farbe war eine Art geisterhaftes Weiß, sehr hübsch, aber das Licht meiner Leselampe hat das auf dem Bild verändert. Ich freue mich so, daß ich das Schimmern auf den Flügeln ein wenig einfangen konnte.
Kurz danach schickte mir Heather (meine künstlerische Freundin aus Neuseeland, deren Katzenbilder ich für die HeatherCats benutze) ein Bild von einem Instagram-Account. koty_vezde bearbeitet Tierbilder, indem sie ihnen Katzenköpfe oder -gesichter gibt, manchmal mit sehr überraschenden Ergebnissen. Meine Antwort war, daß ich wahrscheinlich ausgeflippt wäre, wenn meine Mottenbesucherin einen Katzenkopf gehabt hätte, und Heather schrieb, daß ich eine Katzenmotte machen sollte.
Ich brauchte keine Sekunde, um zu wissen, daß ich das in der Tat tun würde.
Vor einer Weile hatte ich ein paar großartigen Keramik-Katzenköpfen mit Reißzähnen nicht widerstehen können, obwohl ich da noch gar keine Idee dafür hatte.
Jetzt aber ...
Ich legte direkt los.
Perlenstickerei, offensichtlich.
Ich konnte wgen der Form keine Fassung für den Katzenkopf fädeln, also konnte ich die Öse genauso gut verwednen.
Pailletten für die Flügel, natürlich.
Ein glitzerender "pelziger" Körper, einfach so.
Als erstes malte ich auf, wo der Kopf hin sollte. Er sollte nicht komplett aufgeklebt werden, weil mir die Vorstellung eines Randes um die Ohren herum nicht gefiel, und ich wollte die Ohren aus dem Weg haben, während ich den Körper stickte.
Als nächstes fing ich den Körper an, ich benutzte alte Stäbchenperlen, die mir eine Freundin von einem amerikanischen Flohmarkt mitgebracht hatte, über die ich nichts wußte. Es waren verschiedene und meine erste Wahl war eine Hämatitfarbe, aber meine Nadel paßte durch die meisten davon nicht mal zwei Mal, was sehr nervig war, also gab ich nach ein paar Stichen auf und nahm stattdessen die anderen. Sie sehen schwarz aus, wenn man sie aber im Licht anschaut, haben sie mehr einen dunklen Granatton mit Lüster, wodurch sie wirklich hübsch funkeln. Sie sind nicht regelmäßig, aber ich finde das in diesem Fall gar nicht so schlimm.
Bei den Flügeln entschied ich mich für zwei unterschiedliche Farben, schwarz (glänzend und matt), weil das zu einer etwas gruseligen kleinen Katzenmotte paßt, und cognac, um die Farbe des Kopfes aufzugreifen.
Als ich fertig war, fand ich den Körper etwas zu flach, also ergänzte ich großzügig schwarze Doppelkegelperlen und schwarz-blaue feuerpolierte Kristalle. Das funkelt mal so richtig!
Anschließend wurde der Kopf aufgeklebt, und bei all dem Glanz und Gefunkel, beschloß ich spontan, daß das nicht nur eine Katzenmotte war, sondern eine magische Feenkatzenmotte, die einen kleinen Kopfschmuck brauchte (ich gebe Mabel, meiner Muse, die Schuld dafür, sie setzt mir Sachen in den Kopf).
Und wenn ich schon mal übertrieb, konnte ich auch den kleinen Baumelanhänger nicht widerstehen (übrigens Rocailles in Größe 15, die ich Stück für Stück von einer Kehrschaufel picken mußte, nachdem ein gewisser Kater das Perlenröhrchen auf den Boden warf und der Deckel von allein absprang).
Zu guter Letzt kam hinten Kunstleder drauf und ich machte den Rand. Es war verlocken, völlig durchzudrehen, aber es wäre zuviel gewesen, also mußten es sehr dezente mattschwarze Rocailles werden.
Ich zeige euch mehrere Bilder, damit ihr eine Vorstellung davon bekommt, wie sehr der Winkel den Farbeffekt verändert und ich habe außerdem ein nicht so tolles Video, um euch das Funkeln zu zeigen.
Samstag, 5. August 2023
Einfach nur so Samstag - Noch mehr fröhliches Gelb in meinem Leben!
Erinnert ihr euch an meine Kindheitserinnerungen mit dem bunten "Arabella / Boston" Geschirr aus den 60ern? Das hat echt meine Liebe zu Gelb wiederbelebt. Nicht daß die ganz weg gewesen wäre, aber Gelb ist in Schmuck etwas schwierig zu verwenden, zumindest für mich, und als Kleidung funktioniert es an mir auch nicht. Ich wollte wenigstens immer ein Zimmer mit gelben Wänden, aber nicht mal das durfte ich habe (das ist eine längere Geschichte, die ich euch ersparen werde).
Geschirr ist eine sehr gute Art, Gelb in mein Leben zu bringen.
Jetzt gibt es aber ein Problem mit meinem Arabella-Gedeck.
Schaut euch die Tasse an. Jeder, der mich kennt, weiß, daß das für mich gerade mal ein Schlückchen ist (ich trinke Kaffee übrigens nur als Cold Brew oder Eiskaffee). Ich bin nicht gut darin, eine Tasse zu halten, mit dem kleinen Finger in der Luft, anders als eine Freundin in der Schule, die das tat, ohne es selber zu merken, was mich immer wieder amüsierte.
Für den täglichen Gebrauch bin ich absolut ein Bechermädchen, je größer, um so besser. Ich habe eine MENGE Becher und obwohl ich doch einige davon benutze, ist der größte mein Liebling. Wenn er nicht zu heiß ist, was selten vorkommt, weil ich kalte Getränke bevorzuge, halte ich ihn nicht mal am Henkel, weil er in vollem Zustand recht schwer werden kann.
Große Becher oder Tassen sind ebenfalls eine Kindheitserinnerung für mich. Der Vater meiner Patin, der Bauer war, hatte eine große Frühstückstasse, wegen der ich sogar schon als Kind sehr neidisch war. Ich kann ihn immer noch an diesem Tisch sitzen sehen und Kühe und Heu und Landluft riechen - ganz und gar nicht negativ gemeint - und mich bequem und glücklich fühlen, während ich ihm dabei zuschaue, wie er seinen Morgenkaffee trinkt.
Also hatte ich diese Idee ... wie wäre es, wenn ich mich nach einer Töpferei in der Gegend umschauen und fragen würde, ob sie mir einen gelben Becher machen könnten? Natürlich hätte ich online nach einem gelben Becher suchen können, aber 1. ich mag Handgemachtes - wer hätte das gedacht, 2. ich unterstütze gerne lokale Kunsthandwerker, wenn möglich - nicht immer leicht, abhängig davon, was man braucht oder will, 3. ich wollte kein einheitliches Gelb, sondern eines, das mich an Arabellas streifiges Erscheinungsbild erinnerte.
Ich ging online, fand die "Töpferei auf dem Jackenhof"
(ein ehemaliger Hof in einem Dorf nicht weit von ihr, das eine ganze Ansammlung von Höfen hat) und schickte ihnen eine Mail mit dem Bild von Arabella und der Erklärung, was ich wollte. Ein paar weitere Mails gingen hin und her, um Details über Größe und Form der beiden Becher abzuklären. Ja, inzwischen hatte ich beschlossen, daß ich natürlich zwei brauchte.
Gestern bekam ich Bescheid, daß ich sie abholen konnte. Mein "Chauffeur", der auch noch nicht vorher auf dem Jackenhof gewesen war, und ich waren begeistert darüber, wie idyllisch das Haus lag, ab von der Straße, auf der anderen Seite graste ein Alpaka (dort ist ein Alpakahof), Bäume und darunter Skulpturen. Es mag sich kitschig und albern anhören, aber ich bekam dieses 80er Gefühl von "Alternativen", was mich an handgestrickte Socken und Pullis denken ließ, an den Anfang des "grünen" Denkens, das Teetrinken aus handgemachter Töpferware, bunte Halstücher aus Indien, und tatsächlich las ich anschließend, daß die Werkstatt 1987 eröffnet wurde, also spürte ich vielleicht das und es war gut ;-)
Drinnen willkommen geheißen fragte ich nach meinen Bechern, und die Töpferin sagte, sie hätte zwei zur Auswahl, das eine war mehr ein bräunliches Gelb, aber ich wählte natürlich sofort das leuchtende. Sie sagte, die dunklen seien mit Glasur gemacht und die beiden anderen gemalt, was den Bechern genau das Aussehen gab, das ich gewollt hatte. Ich war so happy and werde es bestimmt lieben, sie zu benutzen. Vielleicht ist es ja gut, daß die Töpferei nicht einfach mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist oder ich könnte das schon einiges an Geld liegen lassen, obwohl die Becher sehr vernünftig im Preis waren und sogar soviel kosteten wie die Standardbecher, obwohl ich um größere gebeten hatte.
Könnt ihr auf dem Bild erkennen, daß sie nicht genau gleich aussehen? Die Form, Größe und oberen Rände sind etwas unterschiedlich. Ich mag das, weil es zeigt, daß sie Handarbeit sind.
Außerdem konnte ich dem Kauf einer Katze nicht widerstehen - irgendwer überrascht? - die ein Salzstreuer ist, für mich aber nur eine Katze sein wird, und es kam noch ein Likörbecher dazu, in dessen Farbe und Form ich mich verliebte und den ich gerne für meinen geliebten Drambuie verwenden werde.
Habt ihr einen Lieblingsbecher oder ein getöpfertes Lieblingsstück?
Montag, 12. Juni 2023
Nostalgie? - Die Katzenrassel
Vor einigen Jahren, als ich noch die "Fundstücke der Woche" machte, hatte ich ein paar davon "Ich bin eine Sammlerin" genannt und darin Vintagestücke gezeigt. Im Laufe der Zeit sind meine Sammlungen größtenteils nicht mehr gewachsen, aus verschiedenen Gründen, aber sie sind noch da und immer noch geliebt. Ich habe auch einzelne Vintagestücke, die zu keiner bestimmten Sammlung gehören, manche geerbt, manche geschenkt, manche von Flohmärkten, manche interessanter als andere. Ich dachte also, es könnte Spaß machen, immer mal wieder welche davon zu zeigen und ihre Geschichte zu erzählen.
Warum ist da diesmal aber ein Fragezeichen im Titel? Nun, ich habe nie groß über das Stück, das ich euch heute zeigen möchte, nachgedacht, nachdem der Ex es gekauft hat. Diesmal einnere ich mich nicht einmal daran, ob es auf einem Flohmarkt oder einer Börse war und wieviel er bezahlt hat, aber ich bin mir ziemlich sicher, daß wir es aus den USA mit nach Hause gebracht haben, zusammen mit dem Katzenmaßband auf diesem Bild.
Der Spaß an einer Sammlung ist nicht nur, etwas hinzuzufügen, sondern auch, sie durchzuschauen und Dinge wiederzuentdecken. Heute zog diese Katzenrassel, die meinen vintage Steiff-Katzen Gesellschaft leistet, meinen Blick auf sich, und da ich dank der Hitze bei einem WIP feststecke und alles mache, um davon wegzukommen, sah ich mir stattdessen die Katze genauer an.
Das Band war offensichtlich neu, aber was war mit der Katze?
Keine Markierungen irgendwo, also kein echtes Silber - was mich ohnehin überrascht hätte - sondern versilbert.
Es mag mit der Hitze und die daraus folgenden seltsamen Schlafmuster zu tun haben, aber zunächst dachte ich, daß das Silber sehr abgegriffen aussah (was natürlich falsch war).
Die Öse oben, die den Beißring aus Plastik hielt, war verbogen, wie ihr sehen könnt.
Bedeutete all das aber, daß die Katze vintage war? Ich meine, jetzt ist sie es definitiv, da mein letzter USA-Besuch 23 Jahre her ist, aber war sie es auch schon damals, als sie gekauft wurde?
Was war das da unten? Amiscia. Das hatte ich noch nie gehört. Konnte es ein Firmenname sein?
Nein, aber es war auf mehreren Seiten für Babynamen als Mädchenname aufgeführt, vom lateinischen "amicitia", was "Freundschaft" heißt. Die Seiten waren sich darüber einig, daß der Name englisch ist, aber nicht darüber, wie man ihn ausspricht.
Okay. Wir haben eine Katzenrassel und den Namen eines kleinen Mädchens, aber außer daß der Namen in unseren Zeiten anscheinend nicht besonders verbreitet ist, sagt das nichts über das Alter aus.
Google Images. Viktorianisch Silber Katze Rassel. Keine guten Treffer. Viktorianisch versilbert Katze Rassel. Nein. Moment mal, das Bild ist genau meine Katze, in perfektem Zustand. Die Schleife, das Glöckchen, kein Zweifel. Nur der Beißring sah etwas anders aus. Hm, in einer Schachtel. Also ist sie doch neu? Ein Kleinunternehmer auf Etsy ... in Deutschland? Sie haben sie mehr als einmal verkauft, war es alter Lagerbestand? Sie hatten auch andere Rasseln, sie waren aber nicht so ausgearbeitet wie die Katze. Nochmal Google. Die anderen Rasseln waren immer noch weitverbreitet, Teddys, Hasen, Enten und mehr, von Amazon über eBay bis hin zu mehreren deutschen Juwelierläden (Fun Fact, in den Beschreibungen steht, daß die Rasseln nicht graviert werden können) ... aber nicht die Katze. Ein ausgelaufenes Modell?
Ich ging ein paar Bilder machen und da kam es mir dann. Natürlich war das Silber nicht abgegriffen, es war angelaufen. Was für eine Schmuckmacherin war ich denn, Schande über mich. Ich griff zu Poliermittel und -tuch und testete es an zwei kleinen Stellen. Strahlendes Silber. Es würde aber eine Weile dauern, bis es derartig schwarz würde, oder? Vielleicht 23 Jahre oder mehr?
Andererseits war ich mir sicher, daß es kein glänzendes Silber gewesen war, als wir es nach Hause gebracht hatten, denn das vintage Aussehen war ja genau der Grund dafür gewesen, daß mein Ex sie zu den alten Steiffkatzen setzen wollte.
Wißt ihr was? All das ist nun definitiv zu Nostalgie geworden ;-)
Ich werde die Katzendame (keine Ahnung, warum ich sie für eine Dame halte) nicht polieren und ich weiß nicht, ob ich je bei einem der Läden, die die anderen Rasseln verkaufen, nachfragen werde, ob sie mehr wissen.
So, wie sie jetzt ist, sieht sie perfekt aus. Und wem gefällt ein kleines Geheimnis nicht?
Amiscia, wo immer du auch bist, ich verspreche, daß ich deine Katze auch weiterhin lieben werde.











































