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Montag, 7. Oktober 2024

Daumenstützen

Es ist ein wenig seltsam, daß ich mein Daumengelenk mit der Arbeit an etwas anstrenge, daß meinem Daumengelenk helfen soll, ich weiß. Tatsächlich fühlt es sich aber im Momen überwiegend etwas besser an und ich habe genug Pausen gemacht, um es nicht schlimmer zu machen. Vielleicht lerne ich doch noch dazu, wer weiß?

Ich spreche über die Daumenstützen, die ich mir besorgt habe. Ich trage sie ungern, aber wenn ich sie schon nachts tragen muß, können sie wenigstens hübsch aussehen ... denn wer schläft schon nachts. Vielleicht ist es ja einfach das Gefühl, daß sie anders sind.

Es ist witzig, ich habe schwarze gewählt, weil sie am wenigstens auffallend sind, und dann beschließe ich plötzlich, daß sie etwas Farbe brauchen, und zwar viel davon.

Ich habe gerade Fliegenstich gelernt, aber davon kann man hier nicht viel sehen, weil ich so viele kürzere Fadenreste hatte und mich nicht stoppen konnte. Ich wünschte, ich könnte solche Blumen in echt wachsen lassen
😉
Da hatte ich noch nicht geplant gehabt, auch den Riemen zu besticken, sonst hätte ich versucht, das etwas passender zu machen.
Die Länge des Riemens verlangte aber offensichtlich nach Ranken oder Kletterrosen (auch wenn sie seitwärts klettern), und da ich immer noch vom Knötchenstich besessen bin und mich außerdem mit dem Federstich vertraut gemacht habe, klangen die Röschen perfekt.
Damit brauchte ich tatsächlich all die bunten Reste, die ich bisher hatte, auf - denkt daran, daß ich diese Reise erst relativ kürzlich begonnen habe - und so war mein schwäbisches Herz sehr glücklich
😂







Für die zweite Stütze wollte ich jedoch definitiv etwas anderes, und da die Stützen nicht speziell für die rechte und linke Hand sind, ist der Riemen an der rechten Hand sowieso hauptsächlich auf der Handfläche, also mußte ich mir was ausdenken, was für die andere Seite funktionieren würde. Natürlich kann ich auch noch jeweils die zweite Seite der Stützen besticken, falls ich jemals den Drang verspüren sollte.

Seid ihr überrascht, daß sich meine Gedanken sofort Katzen zuwandten? Es ist möglich, daß die witzigen kleinen Hasenfüßchen des Dekans eine zusätzliche Inspiration waren.




Was lieben wir an Katzenfüßen? Die "Bohnen", wie der auf Englisch gern verwendete Ausdruck übersetzt heißt, also die Ballen!

Es war gut, daß ich dem links ein paar schwarze Flecken verpaßte, denn dadurch war es kein Problem, zwei weitere hinzuzufügen - nachdem ich meinen Finger das dritte Mal mit der Nadel gepiekst hatte, bevor ich bemerkte, daß ich schon auf die Pfote geblutet hatte! Könnt ihr fassen, daß ich mich tatsächlich schon gewundert hatte, warum da auf der Pfote zwei verschiedene Rosatöne waren (das Rot hatte sich auf dem Faden zu einem dunklen Rosa aufgehellt)?
😂

Dann brauchte ich noch etwas für den Teil des Riemens, den man sehen kann - natürlich noch eine Katze!
Die war echt hart, vor allem die Teile, wo ich Stiche auf Stichen auf schwierigem Untergrund machte, also ist sie keinesfalls perfekt, aber es war eine gute Übung und ich denke, sie ist trotzdem ganz niedlich.
Falls ihr euch wundert, warum die Augen etwas schielen, seufz, was kann ich sagen - noch mehr Blut, das ich verstecken mußte, aber diesmal ging mir dann auch noch der dunkelgrüne Faden aus, von dem ich nur die Hälfte der üblichen Länge hatte. Ich stelle mir einfach vor, das Kätzchen zwinkert mir zu.



Ich lasse es euch wissen, falls ich jemals etwas mit den anderen Seiten mache, aber ich muß gestehen, daß es echt zäh war, weil das nicht gerade ein einfacher Stickuntergrund ist, also glaube ich ich nicht, daß das sehr bald passieren wird, wenn überhaupt. Da waren all die kleinen schwarzen Schlaufen, die hochstanden, einige Stellen waren zu dick gepolstert, um überhaupt durchzukommen, an manche kam man nicht so gut heran oder ich kam nur unter Verwendung einer Zange durch.
Außerdem gibt es ja soviel anderes zu machen!

Donnerstag, 19. September 2024

Der Daumen und ich

Noch mehr Stickerei?
Ihr fragt euch vielleicht, ob das der Wahnsinn des neuen Hobbys ist. Es wäre nicht ungewöhnlich, sich mit einer neuen Technik, die man gerade für sich entdeckt hat, auszutoben. Ich bin da keine Ausnahme, obwohl ich trotzdem immer eine gute Mischung versucht habe, aber es ist schwer, nicht der Aufregung und dem Abenteuer neuer Experimente zu unterliegen ;-)

Es gibt jedoch noch einen weiteren Grund für diese Stickereiflut.
Ich habe Rhizarthrose in beiden Daumengelenken, rechts noch nicht so schlimm, aber links macht es mir doch jetzt schon eine Weile ganz schön zu schaffen. Ich bin Rechtshänderin, aber meine linke Hand muß größtenteils greifen, festhalten und die Spannung halten, was anscheinend der schwierigere Part ist.
Das bedeutete mehr Pausen, viel kürzere Arbeitssitzungen, Tage ganz ohne etwas zu machen, und manches kommt zur Zeit gar nicht in Frage, zum Beispiel Draht, und sogar beim Arbeiten mit Perlen bewegt sich der Daumen falsch. Es ist frustrierend und meine Freundin haben inzwischen wahrscheinlich genug von meiner Jammerei.
Ich habe noch nicht ausprobiert, wie gut das Perlenweben für mich gerade funktionieren würde, aber ich habe einen Plan für Perlenstickerei - nun, und dann gibt es da noch das Handsticken.

Ich habe schnell herausgefunden, daß es eine schlechte Idee ist, meinen Stickrahmen in der Hand zu halten, tatsächlich war das der Anstoß dafür, daß mein Daumen sauer auf mich wurde. Ich weiß, ich hätte schon lange mehr Pausen machen sollen, aber es ist für mich echt schwierig aufzuhören, wenn ich mal dabei bin.
Als ich aber meinen Kurs für die Silk-Shading-Blume gekauft habe, hieß es, daß ich einen Ständer brauchte, um beide Hände für das Arbeiten frei zu haben, und das hat einen großen Unterschied gemacht.

Das heißt nicht, daß ich so lange Sitzungen wie früher haben kann, es heißt auch nicht, daß es völlig schmerzfrei ist, aber es besteht kein Zweifel, Handsticken ist für mich im Moment die einfachste Technik.
Also besorgte ich mir einen zweiten Ständer mit austauschbaren Rahmen in unterschiedlichen Größen und benutzte den kleinsten davon, um mehrere Anhänger zu machen, die nicht unterschiedlicher voneinander sein könnten.

1. In meinem Schmuckforum, der Jewelry Artisans Community, haben wir gerade eine Challenge mit dem Thema "Musik" laufen und ich habe einen fröhlichen kleinen Musikanhänger dafür gemacht. Versucht gar nicht erst, die Melodie zu singen ;-)


2. Das war ein Experiment, aus einer anderen Idee entstanden, die noch in meinem Kopf herumspukt.
Ich empfange abstrakte 60er Jahre Vibes davon, was durch die Form unterstützt wird, und ich muß sagen, es hat echt Spaß gemacht, weil ich einfach loslassen konnte.


3. Ja, keine große Überraschung hier. Wir wußten alle, daß während meiner Stickreise ziemlich schnell mindestens eine Katze auftauchen würde, ich wußte nur nicht, daß es eine Art Karikatur werden würde, bis ich nicht widerstehen konnte, echt große Augen zu machen.


4. Der letzte Anhänger hat eine Hintergrundgeschichte.
Ich habe schon früher erwähnt, daß ich in Göppingen lebe, welches am Fuß des Hohenstaufen liegt, einem der Drei Kaiserberge, zusammen mit Rechberg und Stuifen.
Sie haben ihren Namen von der Dynastie der Staufer - von denen Friedrich I. Barbarossa wahrscheinlich der berühmteste ist. Sie hatten eine Burg auf dem Hohenstaufen, aber es sind nur noch wenige der Grundmauern übrig (man sagt, das Stadtschloß von Göppingen sei teilweise aus Steinen der Burgruine erbaut worden).
Dies ist meine Homage an unsere Berge und ihre lange Geschichte.
Natürlich liegen sie in Wirklichkeit nicht so dicht beieinander (siehe das Bild unter dem Link oben) wie in unserem Stadtlogo ...


... oder in meinem Anhänger.


Also ja, ich schätze, ihr werdet in der näheren Zukunft wohl noch mehr Stickerei hinnehmen müssen.
Ich werde den Draht und die Perlen deshalb aber nicht fallenlassen, und hoffe, Eispacks, Schienen und mehr Ruhe werden mir dabei helfen können!