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Sonntag, 5. Juli 2026

Aus meinem Kinderbuchschrank (und meinem DVD-Regal) - The Eerie, Indiana Reihe

"Mein Name ist Marshall Teller. Es ist nicht allzulang her, daß ich in New Jersey gewohnt habe, gleich auf der anderen Seite des Flusses gegenüber von New York City. Es war überfüllt, verschmutzt und voller Verbrechen. Ich liebte es. Aber meine Eltern wollten ein besseres Leben für meine Schwester und mich. Also zogen wir an einen Ort, der so gesund, so blitzblank, so gewöhnlich ist, daß man ihn nur im Fernsehen finden würde: Eerie, Indiana."


Das ist aus dem Vorwort des ersten Buches in einer Reihe, die auf der Fernsehserie für Kinder "Eerie, Indiana" aus den 90ern basiert. Das heißt, ich kann nicht über die Buchreihe sprechen, ohne die Serie zu erwähnen.
Da es aber 19 Folgen und 17 Bücher gibt, habe ich für diesen Post jeweils nur die/das erste ausgesucht.

Das Buch heißt "Return to Foreverware", also "Rückkehr zu Foreverware" (die Bücher wurden nicht übersetzt), eine Anspielung auf die erste Folge der Fernsehserie, die im Original den Titel "Forever Ware" trägt, im Deutschen aber zuerst "Menschliche Konserven" hieß und in der Wiederholung "Für immer frisch". Es ist von Mike Ford, der neun der Bücher geschrieben hat
.


Fangen wir mit der Fernsehserie an. Wie kann man "Eerie, Indiana" beschreiben ...
"Statistisch gesehen ist es der normalste Ort im gesamten Land. Statistiken lügen."
Tatsächlich ist die Stadt genau das, was ihr Name verheißt, "eerie", unheimlich. "The King" wohnt auf Marshall's Zeitungsrunde, Menschen bewegen sie ungewöhnlich synchronisiert, eine Zwangsjacke hängt auf einer Wäscheleine, und das ist nur die Einleitung.
Marshalls Mutter arbeitet als Partyplanerin, aber als beschäftigt Frau ist sie nicht so hinterher, was ihre eigenen Einkäufe angeht. Was für ein Glück, daß ihre Nachbarin Betty Wilson und ihre Zwillinge Ernie und Bert mit einer Lösung vor der Tür stehen. Mrs. Wilsons verstorbener Mann hat eine Produktlinie von vakuumversiegelten Behältern entworfen, die Tu.... ähm, Forever Ware heißt.

Als kleines Geschenk läßt sie ein Wurstbrot in einem Behälter da, so frisch wie zu der Zeit, als es gemacht wurde. 1974!
Es wird noch verdächtiger, als einer der Zwillinge Marshall eine Notiz "Jahrbuch 1964" zusteckt, als die Familie geht. Marshall und sein Freund Simon schauen die Jahrbücher durch und finden ein Bild von Ernie und Bert, auf dem sie genauso aussehen wie jetzt, also beschließen sie, ein bißchen herumzuschnüffeln.
Sie erwarten jedoch nicht, das hier zu sehen ...


... Mrs. Wilson, die die Zwillinge zum Schlafen zudeckt, nur sind das keine Betten, sondern riesige Forever Ware-Behältnisse!
Ich werde euch das Ende nicht verderben (verderben, ihr versteht, was ich meine?).

Im Buch haben wir Marshall und Simon, die sich einen Wochenendjob suchen. Sie antworten auf die Anzeige von Mr. und Mrs. Stewart, die in den 70ern steckengeblieben zu sein scheinen, nicht nur was ihre Kleider betrifft, sondern auch ihre Möbel. Sie werden gebeten, den Dachboden zu entrümpeln.
Seltsam ist, daß Mrs. Stewart eine besondere Zuneigung zu Simon zu haben scheint. Die Jungen erfahren, daß die Stewarts einen Sohn hatten, der vor Jahren gestorben ist, und Marshall kann sich des Gefühls nicht erwehren, daß sie ihn gerne durch Simon ersetzen würden. Ist er aber der erste? Warum finden sie Bilder von einer Geburtstagsfeier, die immer gleich aussieht, aber jedesmal mit einem anderen Jungen? Was ist mit Rodney passiert? Und was ist im Keller?
Dann verschwindet Simon plötzlich und die Stewarts bestreiten, ihn gesehen zu haben, obwohl sein Fahrrad in ihrer Garage steht.
Wird Marshall ihn rettenkönnen und kann ihm jemand dabei helfen (Spoiler: Ernie und Bert werden das tun)?

Omri Katz als Marshall (den ihr wahrscheinlich aus
Hocus Pocus kennt) und Justin Shenkarow als Simon

"Eerie, Indiana" wurde zuerst auf NBC ausgestrahlt. Joe Dante - bekannt durch "Gremlins" führte bei mehreren Folgen Regie und war kreativer Berater.
Von Anfang an hatten die Autoren Karl Schaefer und José Rivera die Absicht, die Serie zu mehr als einer reinen Kinderserie zu machen. Ich war kein Kind, als ich sie das erste Mal sah, obowhl ich mich nicht mehr erinnern kann, wo und wann das war, und die Mischung aus Humor, Grusel, Horror, Science Fiction und Anspielungen zog mich sehr schnell an.
In Kritiken hieß es, daß die Serie an "Twin Peaks", "Edward mit den Scherenhänden", "Twilight Zone" erinnerte, eine scheinbar "normale" Stadt, in der mehr unter der Oberfläche geschieht, als man erwarten würde.


Es war auf jeden Fall nicht alles nur Spiel und Spaß. Die zweite Folge, in der ein Junge feststellt, daß seine Zahnspange ihm die Kraft gibt, die Gedanken von Hunden zu lesen, die die Menschen unterwerfen wollen, finde ich echt gruselig, aber ich bin ja auch von "Susi und Strolch" (als Erwachsene) oder "Bambi" traumatisiert worden.

Auf jeden Fall war die Serie, wie auch in einer Menge Videos und Artikeln erwähnt wird, ihrer Zeit voraus. Sie wurde nach 18 Folgen eingestellt, die zwischen 1991 und 1992 ausgestrahlt wurden, und endete mit einer Folge, in der Marshall durch ein Drehbuch herausfinden, daß seine Wirklichkeit tatsächlich eine Fernsehserie ist. Erst bei der Wiederholung 1993 wurde auch die letzte Folge gezeigt.
1997 wurde die Serie aufgekauft und erneut gezeigt und wurde damit wieder so beliebt, daß sie nicht nur ein Spin-Off inspirierte, das in Kanada produziert wurde (genauso kurzlebig, aber nicht so gut), sondern auch die Buchreihe. Tatscählich erlangte sie eine Art von Kultstatus, was man auch an den vielen Kommentaren von Leuten sehen kann,die sie als Kinder gesehen hatten und immer noch ihr kurzes Leben bedauern.


Mike Ford schreibt auf seiner Homepage: "Eines Tages rief mich meine Herausgeberin an und meinte, "Wir machen diese Bücher zu dieser Fernsehserie, aber keiner der Schriftsteller, die wir kennen, hat je davon gehört." Als sie mir sagte, worum es ging, hörte man mich vermutlich bis ins Weltall. Ich liebte die Serie. Und so bekam ich den Job."
Ich erinnere mich, wie ich die Bücher aus den USA bekam (zu einer Zeit, als Porto noch erschwinglich war) und
 zum Zollamt mußte. Die Beamtin bat mich, ihr die Rechnung zu zeigen, und zu ihrer Überraschung war der ganze Stapel Bücher so billig gewesen, daß ich nicht mal an das Limit kam, an dem ich Steuer hätte zahlen müssen.

"Eerie, Indiana" war die Inspiration für ähnliche Serien (die Verbindung mit "Stranger Things" wird oft erwähnt und Alex Hirsch sagte, daß sein "Gravity Falls" (noch eine Serie, deren Fan ich bin) "unverhohlen von Eerie, Indiana abgekupfert" hat.
Vielleicht erkennt ihr übrigens den einen oder anderen Darsteller, zum Beispiel "Gomez Addams" John Astin als Eigentümer des Ladens "World O' Stuff", einen seelensammelnden René Auberjonois oder den jungen Tobey Maguire als Geist.


Wieviele Leute tatsächlich die Bücher kannten oder noch kennen, läßt sich schwer sagen, ich kann nicht mal sagen, wie ich davon erfuhr. Es ist allerdings nicht überraschend, daß sie vergriffen sind.
 

Weitere Lektüre:

1. Gwen Ihnat: 
Eerie, Indiana was a few dimensions ahead of its time. Auf: AV Club, 30. Oktober 2017
2. Justin Young: 
Eerie, Indiana Paved the Way for Supernatural's Success. Auf: CBR, 28. Februar 2026


Übrigens, falls ihr Buchbesprechungen schreibt oder Blogposts über andere Dinge, die mit Büchern zu tun haben - sogar Filme, die auf Büchern basieren - schaut bitte bei "A Good Book and a Cup of Tea" vorbei, einer monatlichen Buch-Linkparty, deren Host ich zusammen mit Erin von Still Life, With Cracker Crumbs und Lisa from Boondock Ramblings bin. Hier könnt ihr mehr herausfinden.



Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.

Sonntag, 26. April 2026

Aus meinem Kinderbuchschrank - Catweazle

Wartet ... aus meinem Kinderbuchschrank?
Ja, meine Freunde. Heute spreche ich über das
Buch "Catweazle" von Richard Carpenter, das auf den Drehbüchern der ersten Staffel der gleichnamigen britischen Kultfernsehserie beruht. Okay, ich kann nicht vermeiden, daß es eine Mischung aus beidem wird.

Für diese perlengestickte Brosche habe
ich tatsächlich einen vintage Button
verwendet. Ich erinnere mich, wie eine
Online-Freundin meinte, daß sie nicht wüßte,
ob sie den Mann besonders mochte, die
Brosche aber schon.
Natürlich kannte sie Catweazle nicht.


Aber halt mal, es wäre vielleicht ganz gut, wenn ich euch Catweazle erstmal vorstellen würde.

Catweazle ist ein Zauberer im England des 11. Jahrhunderts. Eins seiner großen Ziele ist es, fliegen zu können. Eines Tages scheuchen ihn normannische Soldaten aus seiner Höhle und um zu entfliehen, muß er in einen Teich springen.

Catweazle läuft vor den
normannischen Soldaten
weg, aber nicht ohne seine
Vertraute, die Kröte Kühlwalda

Als er wieder auftaucht, sieht die Landschaft ganz anders aus. Er versteckt sich in einer Scheune und erfährt schnell, daß er im 20. Jahrhundert gelandet ist, als ihn Harold, der Sohn des Eigentümers von Hexwood Farm, findet (im Original heißt er Edward und wird seines roten Haars wegen Carrot genannt).

Harold mit Sam, dem Farmhelfer

Verständlicherweise ist für Catweazle alles neu und unheimlich.
Er glaubt, diese Zeit sei voller Zauberer. Einerseits würde er wahnsinnig gern ihren Zauber erlernen - wie Harolds "Elektriktrick" der "kleinen Sonne in einer Flasche" (einfach eine Lampe, die angeknipst wird) oder der "Zauberknochen" des Pfarrers (ein weißes Telefon, natürlich die alte Sorte mit Wählscheibe) - aber andererseits hat er Probleme damit, sich an so viele neue Dinge zu gewöhnen, und er reagiert nicht immer sehr höflich darauf, wenn sie nicht nach seinem Willen verlaufen (hier ist ein Video mit allen englischen Beleidigungen, die Catweazle anderen angedeihen läßt, von "nettle face" to "spider spittle").
Zum Glück hat Harold, der die Normannengeschichte übrigens nicht glaubt, Catweazle einigermaßen im Griff, außer wenn er sich mal wieder in die Nesseln setzt, aber auch der Zauberer kann Harold mit ein paar Dingen helfen, wie zum Beispiele beim überzogenen Bankkonto der Farm oder einer nervenden Haushälterin und ihrem Sohn.

Catweazle schlägt sein Lager in einem alten Wasserturm im Wald auf, der der Army gehört, und nennt ihn Burg Saburac nach dem Geist, von dem er behauptet, daß er ihn dorthin geführt hätte.
Wenn er nicht unterwegs ist, um Leute zu verwirren oder sich vor ihnen zu verstecken, verbringt er seine Zeit dort und sucht verzweifelt nach einem Zauber, um ihn seine eigene Zeit zurückzukehren. Viele seiner Zauber laufen schief, aber er ist zum Beispiel recht gut darin, Leute zu hypnotisieren, damit sie ihn vergessen.


Ich führe jetzt nicht die einzelnen Folgen der Fernsehserie auf, obwohl es verführerisch ist - wie Catweazle einen alten Fluch bricht, wie er seinen Zauberdolch Adamcos zurückbekommt oder warum er Besen stielt (und Sam damit fast in die Bredouille bringt) und so weiter.
Da das Buch aber auf den Drehbüchern der Serie beruht und sich wirklich ziemlich genau daran hält, möchte ich einen kurzen Blick auf die Entstehung der Serie werfen.
In einer kurzen Dokumentation erzählt Richard Carpenter die Geschichte von seinem Schwager, der eine Truthahnfarm hatte - das ist ein Unterschied zwischen Buch und Serie, in der Serie bekommt man keinen Truthahn zu sehen -, die sie besuchten, und auf dem Weg zurück verirrten sie sich und kamen an ein Tor, auf dem "Catweazle" stand. Weitere Inspiration kam von diesem Gemälde von Hieronymus Bosch, von der Figur links unten im Eck, um genau zu sein.


Carpenter, der tatsächlich Schauspieler gewesen war, war so fasziniert, daß er daraus eine eigene Figur machte. Sein Freund, der wundervolle Geoffrey Bayldon, hatte zuvor die Rolle als "Doctor Who" abgelehnt. Er war sich nicht sicher, ob es die richtige Entscheidung getroffen hatte, bis er die Rolle als Catweazle angeboten bekam, die er als Doctor Who nicht hätte annehmen können.
Bayldon brachte seine eigenen Ideen in die Figur ein, witzige Geräusche, Mimik, Bewegungen, er wurde wirklich zu Catweazle und machte ihn magisch.
Die Chemie mit den anderen war großartig, vor allem mit Harold, der die meiste Zeit damit verbrachte, den Zauberer vor seinem Vater, Mr. Bennet, und allen anderen zu verstecken, mit mehr oder weniger Erfolg.

Robin Davies mußte sich für die Rolle von
Carrot/Harold die Haare rot färben lassen

Spoileralarm - Catweazle schafft es irgendwann nach Haus, mit seiner Vertrauten Kühlwalda (deren Name im Original Touchwood ist, was natürlich von der uralten Gewohnheit inspiriert ist, auf Holz zu klopfen, damit man Glück hat).



In einer Zeit vor dem Internet, ja sogar bevor man etwas vom Fernsehen aufnehmen konnte, muß das Buch eine großartige Möglichkeit gewesen sein, in diese magische, schelmische, verrückte Welt von Catweazle einzutauchen, die von den Geschichten und Illustrationen heraufbeschworen wurde, wenn man keine Wiederholungen anschauen konnte.
Ich sage ab und zu noch "Elektricktrick" und ich bin nicht die einzige.
Auf der Seite des offiziellen britischen Fanclubs gibt es eine ganze Liste von Wörtern und Ausdrücken. Carpenter recherchierte "Okkultes & Mythologie", um der Serie durch die Nutzung von lateinischen Wörtern und uralten Namen noch mehr Charme zu verleihen.

Es gibt zwei Staffeln von "Catweazle" und zwei Bücher, das zweite heißt
 "Catweazle sucht die magischen Zeichen".
Carpenter hat auch aus anderen Serien, für die er geschrieben hat, Bücher gemacht (eine davon ist mein anderer Favorit von ihm, "Robin von Sherwood", eine Serie, die der Robin-Hood-Legende eine zusätzliche magische Seite gibt). In der zweiten Staffel kommt Catweazle wieder zurück, aber ach, nicht auf die Hexenwald-Farm, und nachdem der Regisseur gestorben war, wurde eine dritte Staffel nie verwirklicht.
Ich kaufte die englischen Bücher vor langer Zeit und lese sie immer noch gern ... obwohl es natürlich noch besser ist, Catweazle anzuschauen!


Der Fanclub (der auch deutsche Mitglieder hatte) war früher sehr aktiv - zum Beispiel ließen sie eine wunderschöne Büste von Catweazle anfertigen, hatten Treffen mit den Schauspielern auf der Farm, wo die Serie gefilmt wurde, und es gab ein Forum (das traurigerweise wie so viele eingeschlafen ist).
Ich frage mich, wieviele Leute den Zauberdolch wohl an ihre Kinder und vielleicht sogar deren Kinder weitergegeben haben, aber können Kinder von heute eine solche Geschichte noch schätzen? Was denkt ihr?

Die deutsche Übersetzung zu den Büchern kam heraus, nachdem die Serie hier ins Fernsehen kam. Ich habe die Bücher nicht und kann daher nicht sagen - gehe aber davon aus - ob die Namen und Ausdrücke in den Büchern von 1973 und 1974 dieselben wie in der Serie waren.
2010 wurde eine Sonderausgabe mit beiden Bänden veröffentlicht. Sie hatte ein Vorwort zur Erklärung für Kinder, daß dies die Welt ihrer Eltern war - keine Computer oder Handys und nicht mal ein Fernsehgerät in jedem Haushalt. In dieser Ausgabe wurden die deutschen Varianten teilweise beibehalten - der Dolch heißt zum Beispiel im deutschen Buch Adamos, obwohl er in der Serie wie im Original Adamcos heißt - und teilweise die englischen eingeführt oder angepaßt. Aus Harold wurde Karotte, aus dem Zauberspruch "Salmai, Dalmai, Adomai" wurde wieder das Original "Salmay, Dalmay, Adonay", aus dem "Zauberknochen" ein "magischer Knochen" und aus dem "Elektriktrick" wurde "Ele-Trick" (pff). Es ist äußerst verwirrend.
2021 gab es dann einen Film mit Otto. Ich habe ihn nicht angeschaut und werde mir meine Erinnerung an Catweazle auch nicht damit verderben, daß ich das tue, aber es zeigt, daß er nicht vergessen ist.


Quellen und mehr Informationen (ich habe mehr Seiten besucht, aber diese beiden englischsprachigen Links haben eine Menge Information zu bieten):

1. Official Catweazle Fan Club
2. Catweazle Extra - Brothers in Magic: a documentation. Auf YouTube


Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.

Samstag, 7. Juni 2025

Einfach nur so Samstag - Synchronisation

In unserem "daily thread" in meinem Schmuckforum habe ich vor einer Weile über synchronisierte Filme gesprochen und erfuhr, daß meine englischsprachigen Freunde nie groß darüber nachgedacht hatten, weil sie selber noch nie einen gesehen hatten.
Andererseits hatte ich mir nicht so richtig bewußt gemacht, daß nicht alle Länder eine so große Synchronisationsindustrie wie Deutschland, Italien, Spanien oder andere haben.
Tatsächlich hatte ich der Geschichte der Synchronisation gar nie viel Beachtung geschenkt, bevor ich dank eines meiner Lieblingsfilme, "Dracula" von 1931, der auch auf Spanisch gedreht wurde (mehr darüber hier), von Versionsfilmen gehört hatte.

Warum schauen sich in Deutschland angeblich 90% der Konsumenten synchronisierte Versionen an? Ich muß gestehen, daß mich die hohe Zahl doch überraschte.
Ist das einfach eine historisch gewachsene Angewohnheit, weil fast alle Filme und Serien synchronisiert werden oder gibt es auch noch andere Gründe?

Bild über pxhere


Fangen wir mit der Geschichte an.
1929 waren Tonfilme noch recht jung. Die Hauptdarstellerin Anny Ondra in Hitchcocks Film "Erpressung" hatte einen tschechischen Akzent, wenn sie Englisch sprach, aber Nachsynchronisieren war technisch noch unmöglich. Also bewegte Ondra nur die Lippen zum Text, der abseits der Kamera von Joan Barry gesprochen wurde, was als erstes Beispiel von "Synchronisation" angesehen wird.

Um Filme auch an ein nicht englisch sprechendes Publikum zu vermarkten, gab es entweder die oben erwähnten Versionenfilme, das heißt, ein Film wurde mit Muttersprachlern in verschiedenen Sprachen verfilmt, was beim Publikum verständlicherweise die beliebteste Methode war.
Eine weitere Möglichkeit war, die Schauspieler den Text in anderen Sprachen auswendig lernen zu lassen. Es hört sich recht nett an, wenn zum Beispiel Laurel und Hardy Deutsch sprechen, aber es kann schwer verständlich sein.
Dann gibt es noch die Untertitel. Ich kenne eine Menge Leute, die finden, daß Untertitel von dem ablenken, was auf dem Bildschirm passiert. Ich habe außerdem von amerikanischen Freunden gehört, daß sie wegen der Untertitel keine ausländischen Filme anschauen wollen, also finde ich es etwas verwirrend, wenn sie überrascht darüber sind, daß Deutsche (und andere) das auch nicht wollen. Es gibt allerdings Länder, die daran gewöhnt sind, zum Beispiel Schweden.

Das Synchronisieren, was zunächst in Hollywood und dann in Frankreich stattfand, bevor die ersten Studios in Deutschland eröffnet wurden, war immer kontrovers and vor allem bei den ersten Filmen heftig kritisiert, bei denen versucht wurde, den Text streng an die Lippenbewegungen anzugleichen, was zu hölzernem Deutsch führte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Filme nicht nur zur Unterhaltung, sondern auch zur
Umerziehung der Deutschen gezeigt.
Filme liefen in den Originalsprachen - amerikanisches oder britisches Englisch, Russisch, Französisch - und mit spärlichen Untertiteln, was beim Publikum nicht ankam, also wurde das Synchronisieren zur Norm und Deutschland baute eine der weltgrößten Synchronisationsindustrien auf.

Deutschland war allerdings noch nicht zur Auseinandersetzung mit seiner Vergangenheit bereit. Kennt ihr den Hitchcock-Film "Berüchtigt"? Die Nazis aus dem Original wurden in der deutschen Synchronisation zu internationalen Rauschgiftschmugglern, daher war der Filmtitel "Weißes Gift".
"Casablanca" erhielt eine deutsche Version, in der alle Nazis in Uniform herausgeschnitten waren.
Keine Sorge, diese Version haben wir nicht mehr, ich kann mich nicht mal daran erinnern, daß ich sie selber je gesehen hätte.

Das ist aber nur ein Teil der großen Kontroverse um das Synchronisieren.
Kann ein synchronisierter Film eine Botschaft genauso wie das Original vermitteln? Wie synchronisiert man, ohne daß der Einfluß der Originalkultur verloren geht? Ohne Akzente, Dialekte oder landesspezifisches Vokabular?
Um ehrlich zu sein, wenn jemand keine britischen Dialekte kennt - nur ein Beispiel - und diese Filme/Serien mit Untertiteln anschauen würde, bezweifle ich, daß sie die Dialekte analysieren würden oder das überhaupt fertigbrächten, während sie versuchen, der Handlung über Untertitel zu folgen.
Manchmal wurde Dialekte mit deutschen Dialekten ersetzt.
Im Film "Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug" sprechen die Schwarzen aus dem Süden in der deutschen Synchronisation Bayerisch, und ich fand das immer gräßlich, weil es den Witz für mich nicht gut rüberbrachte.
Hauptsächlich wird aber auf Hochdeutsch synchronisiert, frei von jeglichem regionalen Dialekt.
Das ist an sich schon kontrovers, denn "Skeptiker argumentieren, daß dieses Hochdeutsch ein gefährlicher homogenisierender Nationalismus ist, der die Vielfalt der deutschen Stimmen auf der Leinwand ausradiert".
Ich frage mich allerdings, welche Dialekte diese Skeptiker dann für die Synchronisation auswählen würden?
Sollten die Schauspielerinnen und Schauspieler einfach in ihrem eigenen ursprünglichen Dialekt sprechen? Sollte die Produktion einen Dialekt für sie auswählen, also ein Charakter aus Schottland zum Beispiel Plattdütsch spreche und einer aus London Oberbayerisch?
Damit hätten wir dann wohl doch auch ein Problem. Ich schwätz' Schwäbisch, nicht extrem, aber offensichtlich so, daß es Leute gibt, die nicht alles verstehen können, und ich konnte meine Oma nicht verstehen, wenn sie Platt redete. Wohin würde das führen? Ich habe sogar schon deutsche Sendungen gesehen, in denen starke Dialekte Untertitel bekamen.

Bild über pxhere

Natürlich gibt es gute und schlechte Synchronisationen, genauso wie es gute und schlechte Übersetzungen gibt - und auch gutes und schlechtes Schauspiel.
Wir mögen ja nicht immer ihre Namen kennen - was echt eine Schande ist - aber trotzdem schätzen wir unsere Synchronsprecher und -sprecherinnen. Gewöhnlich sprechen sie nicht nur eine Person und manchmal bemerkt man das nicht mal sofort, bis man eine Stimme immer öfter hört.
Das ist die Kunst der Synchronisation, so wie Schauspieler in unterschiedliche Charaktere schlüpfen, so schlüpfen Synchronsprecher quasi in verschiedene Schauspieler, und wenn sie gut sind, ist das auch völlig glaubwürdig.

Einer unserer bekanntesten Synchronsprecher, Christian Brücker, ist für uns Robert de Niro, aber auch Martin Sheen oder Harvey Keitel. Cary Grant hatte im Laufe der Zeit verschiedene Stimmen. Filme hatten mehr als eine Synchronfassung, zum Beispiel "Arsen und Spitzenhäubchen" (oder "Berüchtigt"
😉).
Manchmal wird etwas für eine neue DVD- oder BluRay-Ausgabe neu synchronisiert.
Wir sind geschockt, wenn die langjährige "Stimme" eines Stars stirbt, denn das bedeutet, wir müssen uns an eine neue gewöhnen. Werden sie die richtige wählen? Oder jemand bekommt eine neue Stimme, weil die alte keine Zeit hat, mehr Geld will oder weil es ein Zerwürfnis gab. David Duchovny bekam eine neue Stimme und ich konnte von da an die Synchronversion nicht mehr anschauen, es hörte sich für mich einfach falsch an.
Ihr müßt auch bedenken, daß wir hier natürlich vor dem Internet vielleicht gar nie die Möglichkeit hatten, das Original zu sehen.

Es kann aber auch Zensur geben (siehe nochmal "Berüchtigt"), aber auch "Zensur". Damit meine ich, daß manche Serien im sogenannten Schnodderdeutsch synchronisiert wurden, das ist keine echte Zensur, aber ... keinen Schimmer, wie man das nennen könnte.
"Solch eine Erscheinungsform der deutschen Sprache wird zum Zweck des Humors und der Satire gebraucht und ist durch Neologismen, scheinbare Sprichwörter, untypische Metaphern und Vergleiche, Stilbrüche, Normverstöße und Logikbrüche charakterisiert."
Man könnte auch sagen, sie sind völlig über Bord gegangen. Ich war total baff, als ich manche der Serien meiner Kindheit im Original sah.
Auch die Anpassung des Textes an Lippenbewegungen kann zu kleinen (?) Änderungen im deutschen Script führen, das bedeutet aber auch, daß man nicht das Gefühl hat, es stimmt irgendetwas nicht.

Wie jedoch erwähnt ist das nicht nur eine deutsche Sache. Ich habe schließlich auch DVDs mit mehreren Sprachen darauf und sogar noch mehr Untertiteln.
Die Kontroverse gibt es auch nicht nur hier und das hat nicht mal mit dem eigentlichen Konzept der Synchronisation zu tun, sondern mit Sprachunterschieden in verschiedenen Ländern. Österreicher sprechen kein "Hochdeutsch", warum sollten sie auch? Lateinamerikaner mögen offensichtlich nicht, wie in Spanien Spanisch gesprochen wird. Französisch i
n Québéc ist nicht das gleiche wie in Frankreich. Da gibt es sicherlich noch mehr.

Ich schaue Originale und/oder die Synchronfassungen.
Manchmal
- schaue ich zum Vergleich beides an, und wie ich schon sagte, es gibt gute und schlechte. Ich finde, man kann sagen, wieviel Geld für eine Synchronisation ausgegeben wurde - Hallmark-Weihnachtsfilme scheinen nicht gerade eine Superbehandlung zu erfahren - oder wie schnell etwas heruntersynchronisiert wurde.
Am meisten ärgere ich mich darüber, wenn Namen oder Städte falsch ausgesprochen werden.
- schaue ich mir die englische Originalfassung mit den englischen Untertiteln an, zum Beispiel wenn die Dialekte zu heftig für mich sind, wenn die Leute zu schnell sprechen oder stark nuscheln oder wenn der Ton nicht so toll ist oder wenn ich etwas spätabends anschaue und die Lautstärke nicht so aufdrehen will. Noch ein Ärgernis ist es für mich, wenn mir ein Fernsehsender ein englisches Original anbietet, aber nur mit deutschen oder französischen Untertiteln, die man nicht abstellen kann, ARTE, hierbei schaue ich auch an).
- muß ich mich erst an einen neuen Dialekt gewöhnen.
- ist mir sogar die synchronisierte Version lieber, weil ich die Originalstimme nicht mag (kann man sie in einem Animationsfilm aber überhaupt als original bezeichnen?
😋), oder weil diese Fassung positive Erinnerungen in mir auslöst, wie bei Serien oder Filmen aus meiner Kindheit, vor allem wenn wir unser Leben lang daraus zitiert haben.

Was ich übrigens vergessen habe zu erwähnen ist, daß auch heute Länder gern ihre komplett eigene Version von populären Filmen und Fernsehserien machen. Nehmt die BBC-Serie "Ghosts" (die ich liebe) - es gibt eine US-amerikanische und eine deutsche Fassung, und als ich zuletzt geschaut habe, waren Fassungen für Australien und Frankreich angekündigt.

Zum Schluß dieses langen Posts habe ich ein kurzes Video (auf Englisch) für euch. Wie reagieren Stars darauf, ihre ausländischen Stimmen zu hören?
😉




Quellen (in willkürlicher Reihenfolge)

1. Thomas Bräutigam: Deutschland, eine Synchronnation. Auf: Goethe-Institut USA, Januar 2017 (auf Deutsch)
2. Emily Manthei: Film dubbing as high art in Germany. Auf: DW (Deutsche Welle), 24. Mai 2019 (auf Englisch)
3. Miranda Stephenson: Unanswered Questions of German Culture I - Why are Foreign Films Still Dubbed for the German Viewer? Auf: The Cambridge Language Collective - Features (auf Englisch)
4. Peter Hoffmann: Die ersten Synchronversuche. Auf: Die vergessenen Filme - Synchronisierte Filme in Deutschland 1930-1945, 23. November 2015 (auf Deutsch)
5. Damien Pollard: The political history of dubbing in films. Auf: The Conversation, 13. Juli 2021 (auf Englisch)
6. Christina Focken: Synchronisierte Filme sind super. In: taz - Die steile These, 5. September 2020 (auf Deutsch)
7. Kevin Tierney: Quebec movies have a dubbing problem. In: The Gazette (Montreal), 3. August 2017 (auf Englisch)
8. Artikle "Schnodderdeutsch" auf dem deutschen Wikipedia (auf Deutsch)

Freitag, 16. Dezember 2022

Der Weihnachtsvierteiler - Das sechzehnte Türchen


Als ich ein Kind war, freuten wir uns immer auf die Zeit vor Weihnachten und die legendären "Weihnachtsvierteiler" oder, wie sie offiziell hießen, "Abenteuervierteiler".
Es waren 16 Stück, die zwischen 1964 und 1983 produziert wurden. Der deutsche Produzent Walter Ulbrich hatte die Idee für die Vierteiler und auch die, französische Produzenten mit an Bord zu holen, damit man klassische Abenteuergeschichten detaillierter umsetzen konnte als Filme.

In Deutschland hatten wir zu dieser Zeit nur drei Fernsehsenders, die nicht rund um die Uhr ausstrahlten, also war Fernsehen noch etwas Besonderes (und natürlich auch noch lange nur schwarz-weiß). Die Vierteiler waren ein Höhepunkt des Jahres. Könnt ihr auch vorstellen, wie wir Kinder ungeduldig auf den nächsten Teil von Robinson Crusoe (der erste), der Schatzinsel, Tom Sawyer und Huckleberry Fin (die beiden sind meine Favoriten), Lederstrumpf und mehr warteten?
Die ersten hatten eine Erzählstimme, was es erlaubte, Dinge genauer zu erklären oder aus den Originalromanen zu zitieren, aber im Lauf der Zeit wurde dies als altmodisch angesehen. Tatsächlich mochte ich das.

Retro ist populär und das sind auch die Vierteiler, manche mehr als andere (denn seien wir ehrlich, manche sind besser als andere), und sie sind immer noch auf DVD verfügbar und manchmal auch zum Streamen über die ZDF-Mediathek.
Ich schaue mir die Schatzinsel immer noch regelmäßig an, sie ist definitiv Teil der kindlichen Weihnachtsstimmung, obwohl eine tropische Insel zugegebenermaßen nicht sehr weihnachtlich scheint.



Habt ihr eine persönliche Weihnachtsfernsehtradition?

Sonntag, 11. Dezember 2022

Weihnachtszitat der Woche - Das elfte Türchen


Vor fast genau acht Jahren habe ich euch von der Geschichte des Weihnachtsbaums erzählt.
Heutzutage, da die Tradition, einen Weihnachtsbaum aufzustellen, weitverbreitet ist, ist es ungewöhnlich, sich eine Zeit vorzustellen, als es keine Bäume gab. Aber nicht jedem gefiel die Sache mit dem Baum.

Inspektor Brackenreid: Hey Jackson! Was glauben Sie, was Sie da tun?
Constable Jackson: I ... Ich messe die Höhe der Decke, Sir. Für den Baum.
Inspektor Brackenreid: Eh ... es wird hier keinen Baum geben.
Constable Jackson: Wa... Kein Baum?
Inspektor Brackenreid: Verdammte Deutsche und ihre idiotischen Traditionen. Jackson, runter da!
Detective Murdoch: Sir, ein Baum wäre keine so schlechte Idee.
Inspektor Brackenreid: Das ist ein Arbeitsplatz, Murdoch, kein verdammtes Herbarium.


Murdoch Mysteries - A Merry Murdoch Christmas, Kanada, 2015


Nun, ihr wißt vielleicht, daß die Tradition des Weihnachtsbaums aus Deutschland stammt (weil ihr vielleicht meinen alten Post gelesen habt), ein Land, das der Inspektor nicht sehr mag, aber als Engländer und treuer Untertan seines Monarchen Edward VII. (dies ist das Jahr 1903), der von seiner Mutter Queen Victoria und ihrem deutschen Ehemann Albert in dieser Tradition aufgezogen wurde, sollte man doch meinen, daß er dem etwas offener gegenübersteht, oder?
Victoria und Albert schmückten den Baum sogar selber, bevor sie die Kinder hereinließen, um ihn zu sehen.

Zeichnung von Joseph Lionel Williams (über Wikicommons)

Tatsächlich finden wir später heraus, daß der Inspektor Weihnachten an sich nicht mag ... noch nicht.

Sonntag, 4. Dezember 2022

Weihnachtszitat der Woche - Das vierte Türchen


Ich habe die Zitate der Woche extra für den Adventskalender wiederbelebt und das heutige Zitat ist einfach perfekt als Folge zum gestrigen Post.
Stellt euch ein kleines englisches Dorf vor und wie seine Frauengilde ein Aschenputtel-Panto im Dorfsaal auf die Beine stellt.
Es beginnt mit dem Vorsprechen/Vorsingen, ein Schauspieler muß unter einem Vorwand herbeigelockt werden, da er nicht wirklich mitmachen möchte, es gibt talentierte und nicht so talentierte Leute, die alles Mögliche vom Tanz bis zum Gesang vorführen.

Mein liebstes Vorsingen ist das des jungen Mädchens, das "Morning has broken" singt, nur um dann zum Echsenlakai bestimmt zu werden.
Ich wünsche wirklich, sie hätten dieses Kostüm gezeigt, es klingt faszinierend! ;-)

Es ist ebenfalls ziemlich faszinierend, daß in der Ballsaalszene Skelette, Meerjungfrauen und hawaiianische Tänzerinnen sein werden ....


Jam and Jerusalem, Special "Christmas Panto", UK, 2006

Sonntag, 23. Dezember 2018

Zitat der Woche - Das dreiundzwanzigste Türchen


Habt ihr je "Das Wunder von Manhattan" gesehen? Wahrscheinlich, ich jedoch nicht. Manny auch nicht. Also will Jay ihn mit ihm anschauen.

Vom Bildschirm: Oh nein, Susie, es ist ein anderer Prozeß. Es ist nur, weil er sagt, er ist der Nikolaus. - Aber ich glaube jetzt fast, er ist doch der Nikolaus, Mutti. - Aber viele Menschen glauben's nicht ...
Manny: Weinst du, Jay?
Jay: Bist du ein Roboter? Das ist ein zutiefst bewegender Film.
Gloria: Manny, mi amor, du mußt mir in der Küche helfen.
Jay: Wir müssen den Film zu Ende gucken. Der Junge hat noch nie Das Wunder von Manhatten gesehen.
Gloria: Ja, weil er an Weihnachten immer in Colombia bei meinen Eltern war, und da sieht man immer "Salazar und El Oso retten Weihnachten".
Jay: Klingt nach einem Klassiker.
Gloria: Oh ja.
Manny: Mom, können wir den Film zu Ende sehen?
Gloria: Okay.
From the screen: Er ist anders als die meisten. Er muß es bestimmt sein. - Ja, womöglich hast du recht, Susie.
Ein Monster erscheint auf dem Bildschirm.
Jay (schreit): Oh! Was zur Hölle ist das? Was zur Hölle ist das?
Manny: Inocente!
Gloria und Manny lachen.

Manny: Als du mir gesagt hast, daß wir diesen Film sehen, hab' ich mir 'ne Juxversion aus dem Internet geladen. Du bist der Inocente.
Jay: Vielleicht blicke ich im Moment nicht ganz durch. Was soll dieser Inocente-Quatsch?
Gloria (immer noch lachend): In Colombia sind Streiche dieser Art Weihnachtstradition. Wer reingelegt wird, ist der Inocente.
Jay: Bei uns legt man andere am 1. April rein. Also macht das nie wieder!


Modern Family, USA, 2009 -

Natürlich mußte ich nachschauen, ob es eine solche Tradition wirklich gibt.
1. Es gibt keine Show "Salazar und El Oso".
2. Es gibt tatsächlich eine Tradition mit Streichen und Scherzen, aber nicht an Weihnachten selber. Der 28. Dezember ist der katholische Tag der Unschuldigen Kinder, der an die unschuldigen Kinder erinnert, die zu töten Herodes befahl. Er wird nicht nur in Kolumbien auf diese Weise gefeiert, sondern auch anderen Ländern wie Spanien, Mexiko, Puerto Rico und mehr.
Falls ihr mehr über kolumbianische Weihnachtsbräuche wissen möchtet, schaut hier bei Medium vorbei.

Sonntag, 16. Dezember 2018

Zitat der Woche - Das sechzehnte Türchen

Ich frage mich, was für Feiertage sie auf anderen Planeten haben und wie wir uns dort anpassen würden.
Unsere liebste Alienfamilie auf der Erde, die Solomons, feiert das allererste Mal Weihnachten. Wenn man die Solomons kennt, weiß man, daß das nicht glattgehen kann.
Dick zum Beispiel nimmt am Wichteln teil. Obwohl zwanzig Dollar das Limit sind, hat sein Geschenk nur ein wenig mehr gekostet, hundertzwanzig Dollar mehr, und natürlich ist Dick deshalb auch bescheiden wie immer. Gar nicht.


Mary: Mein Dad hat immer den größten Weihnachtsbaum besorgt, den er finden konnte. Es wurden Lieder gesungen und für die Nachbarn Tor und Türen aufgemacht. All diese Großzügigkeit in der Weihnachtszeit.

Dick (überwältigt von Gefühl): Das ist so wundervoll. Sieh doch nur, wie großzügig ich bin! Seht her, ich BIN Weihnachten!!


Nun, ein fröhliches Alien-Weihnachten für dich, Dick! Er ist allerdings nicht mehr so fröhlich, als die Polizei ihn sich holt, weil er seinen Weihnachtsbaum aus dem Garten eines Nachbarn nehmen will ;-)
Er ist nicht der einzige, der seine Illusionen bezüglich Weihnachten verliert. Tommy verzweifelt daran, das perfekte Geschenk für seine Freundin zu finden. Harry findet heraus, daß der Weihnachtsmann im Einkaufszentrum nicht der echte Weihnachtsmann ist, und Sally, die im Zentrum Geschenke einpackt, kann nicht fassen, wie einfallslos die Leute sind.

Wird es denn trotzdem noch ein gutes Weihnachten werden? Ja, das wird es!



Hinterm Mond gleich links, USA, 1996 - 2001

Sonntag, 26. März 2017

Zitat der Woche

Wenn ich meinen Fernseh-Guide so durchschaue, scheint es mir manchmal, daß ein Großteil im Fernsehen aus "Reality TV", Kochshows, Modeumgestaltung und -shopping, und verschiedenen Arten von Quizzen besteht. Naja, und natürlich Sitcoms und Krimis.
Was ist dran an Quizzen - und was ist eigentlich der Nominativ Plural von Quiz? Die Quiz, umgangssprachlich die Quizze. So, jetzt wißt ihr das auch. Warum sind sie so beliebt? Geht es nur darum zu sehen, wie jemand die Millionen-Euro-Frage knackt oder trainieren wir einfach nur gern auch mal unser eigenes Gehirn?

Als Inspektor Lewis und Sergeant Hathaway wegen eines Mordes an einem Quizteilnehmer in einem College in Oxford gerufen werden, hat Lewis eine Frage für seinen Sergeant.

Lewis: Was halten Sie von Quiz?
Hathaway: Finde ich überflüssig und sinnlos. Genauso wie Nacktschnecken und Blutwurst.


Lewis, UK, 2006 - 2015


P.S. Manchmal vermisse ich das Pubquiz, zu dem wir früher immer gegangen sind. Selbst wenn wir keine Million gewinnen konnten, hatten wir immer Spaß dabei - und waren am nächsten Morgen ganz schön müde!

Sonntag, 19. Februar 2017

Zitat der Woche

Wahr im Jahr 1960, wahr heute. Wann werden wir es lernen?

"Die Werkzeuge der Eroberung werden nicht unbedingt nur von Bomben und Explosionen und Fallout begleitet. Es gibt Waffen, die einfach Gedanken sind, Einstellungen, Vorurteile, die man nur im menschlichen Geist findet. Für das Protokoll, Vorurteile können töten, Verdächtigungen können zerstören, und eine gedankenlose, ängstliche Suche nach einem Sündenbock bewirkt ihren ganz eigenen Fallout, für die Kinder, und die Kinder, die noch nicht geboren sind. Und schade dabei ist, daß diese Dinge nicht auf die Twilight Zone beschränkt sind."

 

Unwahrscheinliche Geschichten, USA, 1959 - 1964

P.S. Da mir die deutsche Version nicht vorliegt, ist dies eine eigene Übersetzung von mir.

Sonntag, 5. Februar 2017

Zitat der Woche

Es war einmal ein Sender, der Nickelodeon hieß. Und es waren einmal Freitage. Okay, die gibt es immer noch, aber jetzt sind sie anders. Laßt mich erklären. In dem Jahr, in dem Nickelodeon in Deutschland startete, begann ich mit der Dialyse. Dreimal die Woche ging ich direkt nach der Arbeit zur Dialyse, außer freitags. Freitags versuchte ich immer früher zu gehen. Das war mein kleines, privates Zeitfenster, wenn ich heimkam und mit ein paar Nick-Serien reinzog, die Verrücktheit genoß, lachte und etwas ruhiger wurde, bevor ich wieder gehen mußte.
Das heutige Zitat ist aus einer dieser Serien.

Ickis, Krumm und Oblina sind junge Monster, die in die Schule gehen, um zu lernen, wie man ein gutes Monster wird und Leute erschreckt. Natürlich stolpern sie von einem Abenteuer ins nächste, wie das eine Mal, als sie auf dem Land enden.
Sie wollen doch nur ein paar Menschen erschrecken. Die Menschen denken jedoch, sie seien Aliens, schließlich jagt also eine Gruppe die andere. Schließlich schaffen es die kleinen Monster wieder nach Hause (nachdem sie erfolgreich alle erschreckt haben) und zwei der Menschen machen sich Gedanken über das, was geschehen ist.

Mensch 1: Weißt du was? Ich habe nochmal nachgedacht.
Mensch 2: Wirklich?
Mensch 1: Möglicherweise waren diese Kreaturen ja überhaupt keine außerirdischen Wesen.
Mensch 2: Wirklich?
Mensch 1: Möglicherweise waren es ja Monster.
Mensch 2: Monster? Quatsch. Wer ist denn so dämlich und glaubt an Monster, wo es doch vor Außerirdischen nur so wimmelt.
Hinter ihnen wird eine Kuh von einem Raumschiff entführt.
Mensch 1: Ja, du hast recht.
Mensch 2 (kopfschüttelnd): Wann wird die Menschheit das endlich begreifen ...


Aaahh!!! Monster, USA, 1994 - 1997

P.S. Ja, wann wird die Menschheit es endlich begreifen ... wieder einmal ist dieser Post meiner Lieblings-Alienfreundin gewidmet ;-)

Sonntag, 29. Januar 2017

Zitat der Woche

Warum buchstabieren Leute Wörter, wenn sie nicht möchten, daß jemand anderer versteht, was sie sagen? Nehmt eine Katze, die zum Beispiel zum T-i-e-r-a-r-z-t muß. Glaubt mir, weder Buchstabieren noch Flüstern hilft hier, da die pelzigen Meister die Vibrationen, die vom Mensch ausgehen, spüren. Es ist unnötig bei Babys, aber okay, vielleicht besteht eine Chance, daß es hilft, wenn kleine Kinder um einen herum sind.
Oder vielleicht hilft es manchmal dabei, daß Dinge sich nicht so herb anhören ...

Maryann hat gerade erfahren, daß all ihre Kreditkarten gesperrt sind. Daran gewöhnt, Geld ohne Nachdenken auszugeben, reagiert sie nicht gut darauf.

Cybill: Okay, Maryann, hier. Atme in dieses winzige Täschchen. Die ist von Chanel.
Maryann wimmert.
Zoey: Was ist passiert?
Cybill: Wir hatten grad 'ne Besprechung mit ihrer Geschäftsführerin. Sie ist p-l-e-i-t-e.
Zoey: Was, sie ist Analphabetin?
Cybill: Nein, sie ist pleite!!! (Maryann schreit auf und versucht sich selbst mit dem Taschenträger zu erdrosseln - vielleicht war ja das Buchstabieren doch besser? ;-))


Cybill, USA, 1995 - 1998

Sonntag, 12. Juni 2016

Zitat der Woche

Vince Noir und Howard Moon,  früher Zoowärter, arbeiten jetzt in Nabootique, dem Laden des Schamanen Naboo und seines Vertrauten Bollo. Vince hat kommt jedoch dauernd zu spät.
Wenn ihr das nächste Mal eine Ausrede braucht, wenn ihr zu spät kommt, könnt ihr ja mal diese ausprobieren?

Howard: Dann komm schon, laß es hören.
Vince: Hm?
Howard: Jeden Tag kommst du zu spät und jeden Tag mit einer neuen verrückten Ausrede. Was ist es diesmal?
Vince: Was meinst du?
Howard: Du bist in eine Lego-Lawine gekommen?
Vince: Nein.
Howard: Nein? Dein Pyjama hat sich in Stickstoff verwandelt? Du bist an der Decke deiner Schlafzimmerdecke festgeklebt? Ein riesiger Eisvogel kam in dein Zimmer und hat dich unter der Bettdecke gepickt? Deine, ähm, Reithosen hingen an einem magischen Igel fest? Ich schreibe sie auf, weißt du. Was ist es? Eine Vogelscheuche hat dich nach Paris mitgenommen, ja?
Vince: Ich hatte nur ein paar Dinge zu tun, das ist alles.
Howard: Das ist nicht witzig. Es kommt nicht mal ins Buch. Es ist schrecklich.


Inspiriert? Wenn ihr es also ausprobiert, laßt mich wissen, wie es gelaufen ist!

The Mighty Boosh, UK, 2003 - 2007

P.S. Da mir die deutsche Version nicht vorliegt, ist dies eine eigene Übersetzung von mir.

Sonntag, 5. Juni 2016

Zitat der Woche

Ich erinnere mich lebhaft an die Diskussion über Kinder, die dank einer kommerziellen Ikone denken, daß Kühe lila sind. Ich hatte das Glück, eine Patentante zu haben, deren Eltern einen Bauernhof besaßen, und meine höchstpersönliche Kuh dort, Diana (die ich verzweifelt zu kaufen begehrte), war hellbraun und weiß.
Ich erinnere mich auch daran, Eltern in unserem örtlichen Zoo zuzuhören, die ihren Kindern die unglaublichsten Dinge über unsere Tiere erzählten. Es kam gewöhnlich nicht gut an, wenn ich mir die Freiheit nahm, sie zu informieren, daß die Ziege NICHT die Mutter des Schafs war, und ich ging nicht einmal so weit zu erwähnen, daß die Ziege in der Tat ein Bock war.

Vielleicht ist das der Grund, warum das heutige Zeit mich dazu brachte, gleichzeitig mit den Augen zu rollen und laut aufzulachen.
Wir sind im schönen County von Midsomer (wo die Lebenserwartung ungefähr so hoch wie die eines Wurms liegt, der von einem Schwarm hungriger Vögel umgeben ist), und Leute sind aus der Stadt gekommen, um ihre Autos querfeldein durch den Schlamm auf dem Land zu fahren.

Brad: Hey! Erlauben Sie? Da hat'n Farmer mit voller Absicht 'ne Herde Bullen auf 'ne Weide gestellt, über die wir wollten.
Brads Kumpel: Richtig!
Brad: Aber bei einem Saumpfad besteht nun mal öffentliches Wegerecht. Warum macht der sowas?
Garth: Ähm, wo war das?
Brad: Das war auf einer Weide an der Melham Cross Road.
Garth: Hm. Tatsächlich handelt es sich da um Kühe.
Brads Gruppe fängt an zu lachen.
Brad: Kühe (lacht). Wann haben Sie das letzte Mal Kühe mit Hörnern gesehen?


Ich kann Garths Gefühle nur zu gut verstehen ....

Inspector Barnaby, UK, 1997 -