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Sonntag, 23. Februar 2025

Die "Queens of Crime" - Agatha Christie, das Werk

Joop van Bilsen for Anefo
CC0, via Wikimedia Commons

Wenn ihr meine Einführung zu den "Queens of Crime" gelesen habt, werdet ihr nicht überrascht sein, daß ich mit Agatha Christie anfange, nachdem ich mir so sicher war, daß ihr meine erste Autorin kennen würdet.

Tatsächlich wurde der Titel "Queen of Crime" 2013 gesetzlich durch ihre Erben geschützt.
Christie schrieb 66 Detektivromane, 14 Sammlungen von Kurzgeschichten, Theaterstücke, Poesie und zwei Autobiographien. Unter dem Pseudonym Mary Westmacott schrieb sie sogar einige Liebesromane. Nur Shakespeares Werke und die Bibel haben sich mehr verkauft als ihre Bücher.

Laßt mich zunächst festhalten, daß ich selbst nicht alle Bücher von Christie gelesen habe, einfach weil ihr Schreibstil nicht immer mein Ding ist. Um genauer zu sein, ich fand einige ihrer Bücher einfach nur langweilig und ich habe irgendwann aufgegeben. Da, ich hab's gesagt.
Haltet mir nicht meinen eigenen Stil vor, ich bin ja auch kein Profi.
Nun könnte man argumentieren, daß es bei Autorinnen und Autoren, die viel geschrieben haben, nicht ungewöhnlich ist, ein paar darunter zu finden, die nicht so toll sind, und was der eine nicht so toll findet, mag jemand anders ja vielleicht gern.
Trotzdem habe ich irgendwann angefangen, mich zu fragen, ob mit mir etwas nicht stimmte, daß ich nicht kapierte, was sie für eine tolle Schriftstellerin war, egal wie sehr ich es  auch versuchte.

Mein erstes Christie-Buch als Kind war wahrscheinlich "Mord auf dem Golfplatz", weil ich mich erinnere, daß wir das zu Hause hatten. Keine Ahnung, ob es das einzige war, ich holte mir auf jeden Fall noch ein paar aus der Bücherei, jedoch nie als erste Wahl.
Natürlich hatten wir da schon die Filme mit Margaret Rutherford gesehen, und obwohl ich gewöhnlich kein Fan von Verfilmungen bin, die sich
zu weit von den Büchern entfernen, und Rutherford ganz und gar nicht wie die Miss Marple aus den Büchern war, liebe ich sie alle.


Als ich mit der Ausbildung als Bibliothekarin anfing, war das erste Buch, das ich aus meiner Bibliothek auslieh, eine von Christies Autobiographien. Damals las ich eine Menge Biographien, aber in diese kam ich einfach nicht rein, absolut nicht weil ihr Leben langweilig gewesen wäre, sondern wegen des Schreibstils. Das war das erste Mal, daß mir das richtig auffiel.

Als nächstes kamen die Fernsehserien "Detektei Blunt" über die Beresfords und "Miss Marple" mit Joan Hickson, die 1986 in Deutschland ausgestrahlt wurden. Wir hatten zu der Zeit mur drei Fernsehsender und waren
natürlich jede Woche gespannt auf eine neue Folge. Damals schrieb ich noch das Kaufdatum in meine Bücher und tatsächlich war 1986 das Jahr, in dem ich die Christie-Bücher kaufte, die ich auch jetzt noch habe, also gab es da auf jeden Fall eine Verbindung.
Das ist auch der Grund, warum ich die Serien erwähne. Christies Bücher sind nicht nur für das Fernsehen oder Filme bearbeitet worden, sondern auch für Radio, Videospiele, Graphic Novels und mehr.
Leider fand ich diese zwei Verfilmungen Jahre später nicht mehr ganz so spannend. Wohlgemerkt, Joan Hickson ist für mich wirklich Miss Marple, von Aussehen und Spiel her, aber die Episoden hätten straffer sein dürfen, wenn ihr wißt, was ich meine. Obwohl ich am liebsten britische Krimiserien sehe und mir ein langsames Tempo nichts ausmacht, gibt es welche, die mir einfach zu langsam sind.
Ist der Vorspann aber nicht einfach perfekt? Ich liebe auch die Musik.



Dann war da noch Herculd Poirot - Albert Finney (großartig) und Peter Ustinov (immer wundervoll, aber nicht meine Vorstellung von Poirot) - und schließlich David Suchet.
Als wir Suchet entdeckten, fing der Ex auch damit an, Christie-Bücher zu kaufen, natürlich hauptsächlich die Poirot-Romane, als Hörbücher und gedruckt. Er verschlang sie, ich habe es versucht und erneut aufgegeben.
Suchet macht Poirot trotz seiner Macken und seiner hohen Meinung von sich selbst liebenswert, während ich den Poirot aus den Büchern nicht sehr mochte - was in Ordnung ist, Christie mochte ihn selber nicht.
Meine Hoffnung war, daß es mit den Kurzgeschichten besser klappen würde, aber selbst dafür benötigte ich zahllose Schaumbäder.
Ich mußte mir eingestehen, einfach kein echter Fan zu sein. Die Miss Marple-Fernsehserie mit Geraldine McEwan und Julia McKenzie half auch nicht weiter. Himmel, obwohl ich Suchets Poirot, Hastings und die anderen liebe, sind mir ja sogar davon einige Episoden zu langsam, aber ich schaue mir trotzdem an, seinetwegen und wegen des fantastischen Produktionsdesigns.

Nun fragt ihr euch vielleicht, warum ich mich denn nicht einfach ganz von Christie fernhielt.
Der Punkt ist, daß ich die Idee des ganzen liebe, das Rätsel, die Schauplätze, die Handlungen. Ein Teil von mir scheint an der Hoffnung festzuhalten, daß auch ich eines Tages das Licht sehen werde, könnte man sagen
🤪
Keine Ahnung, was das über mich aussagt. Vielleicht braucht es nur das richtige Buch ...

Im Laufe der Jahre hatte ich mehr als einmal das Gefühl, ich müsse mich für diese unpopuläre Meinung verteidigen, also habe ich für diesen Post zum ersten Mal nachgeschaut, ob es andere gibt, denen es genauso geht wie mir. Natürlich gibt es die, und es gibt lange Diskussionen und und viele Meinungen, neu und alt - welche Bücher sie lesen sollten, um ihre Meinung zu ändern, daß sie einfach doof sind (willkommen im Internet), detaillierte Erklärungen, warum Christie so brilliant ist, oder daß Krimis an sich dumm sind ("Es gibt so viele gute Bücher zu lesen, soviel zu lernen und wissen, dass wir uns mit diesem Schund nicht langweilen müssen." (Edmund Wilson))


Dann las ich das hier in einer Buchbesprechung auf einem Blog:
"Ich bin sehr wählerisch, was die Krimis angeht, die ich lese, ich möchte nicht, daß sie versuchen, ein literarischer Roman mit einer Prise Krimi zu sein, sondern einfach ein Rätsel."

Ich sage gern, daß ich kein Fan von schrecklich langen Beschreibungen bin, aber wenn ich darüber nachdenke, hängt das wohl eher von den Beschreibungen ab, darum ist es schwierig zu sagen, was für mich eigentlich "schrecklich lang" ist. Vielleicht waren meine Erwartungen zu hoch? Hm.
Also schnappte ich mir "Ein Schritt ins Leere" aus meinem Bücherschrank und - einfach nur für das Rätsel, obwohl ich es aber ganz durch geschafft habe, hat es mich doch nicht vom Hocker gerissen. Vielleicht habe ich mich nur zu gut an die Handlung erinnert? Ich werde wohl ein Buch ausprobieren müssen, das ich überhaupt noch nicht kenne.

Natürlich ist das alles nur meine persönliche Meinung. Wenn ihr Agatha Christie liebt, ist das völlig in Ordnung für mich, ich bin ja schließlich nicht Edmund Wilson
😉

Was ich auf jeden Fall interessant finde, ist Agatha Christies Leben über das einer Autorin hinaus, aber das wird Thema für einen anderen Post werden.

Quellen (englischsprachig):
- Edmund Wilson on Crime Fiction, zwei Essays von 1944 und 1945 (auf The Crazy Oik)
- Review: The Life and Crimes of Agatha Christie, gepostet auf "If You Can Read This", 23. Juli 2010

Donnerstag, 5. Dezember 2024

Der kleine Lord - ein Marathon

Es gibt viele Versionen von "Der kleine Lord", aber eine Version wurde zu einem Lieblings-Weihnachtsfilm der Deutschen - der Film von 1980 mit Alec Guinness und Ricky Schroder, der als Weihnachtsprogramm für das britische Fernsehen gemacht wurde.

Die erste Ausstrahlung in Deutschland war an Weihnachten 1982 und seitdem hat die ARD ihn jedes Jahr gezeigt, gewöhnlich am letzten Freitag vor Heiligabend.
Mir kommt es so vor, als hätte ich ihn tausend Mal gesehen, aber trotzdem schaue ich ihn jedes Jahr wieder an.
Dieses Jahr habe ich es allerdings ein bißchen anders gemacht, mit einem Marathon von unterschiedlichen Versionen davon - das Buch eingeschlossen.

"Der kleine Lord" ist ein Kinderroman, geschrieben von Frances Hodgson Burnett und als Serienroman zwischen 1885 und 1886 veröffentlicht. Es ist ziemlich erstaunlich, daß die Geschichte nach fast 140 Jahren immer noch so populär ist, aber ich schätze mal, das hat denselben Grund wie bei der Weihnachtsgeschichte von Dickens von 1843 - die Vorstellung, daß ein herzloser reicher Mann sich ändert, zieht uns an, vielleicht sogar noch mehr in unseren jetzigen Zeiten, wenn wir es gern sähen, daß eine solche Geschichte wahr würde.

Erstauflage 1886 (Public Domain
über Wikimedia Commons)


Ich weiß nicht, ob es jemanden unter euch gibt, der nicht wenigstens ungefähr weiß, worum es im Roman geht (der in der Public Domain ist, also könnt ihr ihn online lesen, zum Beispiel hier).
Ein britischer Graf verstößt seinen jüngsten Sohn dafür, daß er eine Amerikanerin geheiratet hat. Nachdem all seine Söhne gestorben sind, schickt er seinen Anwalt nach New York, um seinen einzigen Enkel nach England heimzuholen, um ihn in der Weise aufzuziehen, die einem zukünftigen Grafen gebührt. Seine Bedingung ist jedoch, daß Cedric - nach seinem Vater benannt - bei ihm im Schloß leben wird, während "Liebste" - Cedrics Mutter, deren Vorname niemals erwähnt wird, er nennt sie so, weil sein Vater das getan hat - in einem Haus in der Nähe wohnen muß, weil der Graf es ablehnt, die Frau zu sehen, die er für "eine geldgierige Amerikanerin mit schriller Stimme" hält.
Um es abzukürzen, Cedrics liebenswertes, bescheidenes und großzügiges Wesen verwandelt schließlich das Herz seines Großvaters, und als eine andere Frau auftaucht und behauptet, ihr Sohn sei der wahre Erbe, versteht er, wie falsch er gelegen hat. Offensichtlich ist die Frau eine Betrügerin, was sie mit Hilfe von Cedrics amerikanischen Freunden herausfinden.
Anders als der Film von 1980, der mit einem großartigen Weihnachtsfest in der großen Halle endet, endet das Buch mit Cedrics 8. Geburtstag (so wie all die anderen gefilmten Versionen, die ich angeschaut habe) - und sie alle (Liebste eingeschlossen) leben zweifellos glücklich, bis sie gestorben sind.

Kommen wir nun zu den gefilmten Versionen. Dies ist keine Liste von allen, die es gibt, sondern nur von denen, von denen ich weiß, die ich gesehen habe oder hätte sehen können.

Den ersten Film, der von 1914 ist, habe ich nicht gefunden, was mich nicht wirklich überrascht hat.
Dann gibt es da den Stummfilm von 1921 (auf YouTube sowohl in Farbe als auch in Sepiatönen) mit Mary Pickford als Liebste und als ein Cedric mit langen Locken, die sicherlich von den Originalillustrationen inspiriert waren, jedoch nicht unbedingt dabei halfen, sie als Junge zu sehen. Es ist übrigens der erste Film mit einer Doppelbelichtung, in der sich die zwei Charaktere zu berühren scheinen.
Der Film ist fast zwei Stunden lang, ich gebe zu, ich habe nach einer Weile aufgegeben. Vielleicht schaffe ich es ein anderes Mal, aber es kann ganz schön schwer ein, sich auf einen Stummfilm zu konzentrieren, der nicht mal Musik hat. Im Moment war das einfach nichts für meine Aufmerksamkeitsspanne.

Public Domain über Wikipedia

Solche Probleme hatte ich mit der Version von 1936 mit Freddie Bartholomew als Ceddie und C. Aubrey Smith, der einen fabelhaften Graf von Dorincourt abgab, nicht (ich mochte ihn sogar noch lieber als Alec Guinness).
Obwohl diese Version ungefähr gleich lang wie der von 1980 ist, gibt es Unterschiede. Der alte Film zeigt viel mehr von Cedrics Leben in New York, um seinen Charakter von Anfang an einzuführen, einen normalen Neunjährigen (er ist in allen Filmen älter als im Buch), der gerne herumrennt und eine Prügelei nicht fürchtet, der aber auch seine Mutter von Herzen liebt und höflich und süß zu allen seinen Freunden ist, die älteren eingeschlossen, wie Dick, den Schuhputzer, die alte Frau, die Äpfel verkauft, und Mr. Hobbs, der Krämer. Andererseits läßt er Szenen in England aus, die zeigen, wie gut er zu manchen Menschen dort ist, was ihm alle Herzen zufliegen läßt.
Verglichen mit den moderneren Filmen sprechen sie etwas gestelzt, aber ich finde, das paßt recht gut zu einer Literaturverfilmung aus dieser Zeit, es hat mir nichts ausgemacht.
Der größte Unterschied ist jedoch, wie Liebste dargestellt wird. Hier ist sie freundlich und zurückhaltend, sogar als sie dem Anwalt des Grafen sagt, daß sie sein Geld ablehnen wird. Abgesehen davon wird sie hauptsächlich von Cedric erwähnt, bleibt aber wie im Buch ziemlich im Hintergrund.



Der nächste Film überrascht euch vielleicht. Es ist eine deutsche Version von 1962, der die gesamte Handlung in die 60er Jahre verlegt, mit Flugzeugen statt Schiffen, Autos statt Kutschen, einer Zeitungsverkäuferin statt einer Apfelfrau.
Dem Abspann zufolge basiert er auf dem Buch und auf einem Jugendstück, und er fühlt sich auch oft nach Theater an, im Spiel wie in der Szenerie, aber trotz des Zeitsprungs ist er  doch noch sehr nah am Buch.
Leider muß ich sagen, daß ich diesen Cedric am wenigsten mag. Sein Spiel ist mir wirklich zu theatralisch in der Art, wie er Worte betont und es läßt ihn manchmal nervig altklug erscheinen.



1980 - der geliebte Klassiker der Deutschen.
Leider gibt es ihn nicht auf YouTube, aber hier ist der Trailer.



Cedrics Charakter ist sehr wie in den anderen Filmen, ein echter Junge mit einem Herz aus Gold, aber da sowohl die Sprache als auch die meisten seiner Kleider im Vergleich mit 1936 etwas lässiger sind (wenn ihr gerne mehr über seine kultigen Samtanzüge wissen möchtet, schaut euch mal diesen englischen Artikel an, ich habe leider nichts dementsprechend auf Deutsch gefunden, diese Anzüge haben wirklich Einfluß auf die tatsächliche Mode damals gehabt), wirkt er etwas natürlicher.
Wie schon zuvor erwähnt, ist der Teil über sein Leben in Amerika abgekürzt, stattdessen haben wir eine längere Szene von ihm, wie er einem lahmen Jungen hilft, was ihn bei den Dorfbewohnern einführt, und dann ist da noch diese herzzerreißende Szene, wie er und sein Großvater durch den Teil des Dorfes reiten, wo die armen Pächter des Grafen leben - heruntergekommen, dreckig, und OMG, dieser dreibeinige Hund im Schlamm macht mich jedesmal fertig! - was den Grafen erkennen läßt, wie wenig er seiner Verantwortung gerecht wurde.

Liebste ist hier jedoch eine ganz andere Frau. Zunächst einmal hat sie nicht "ein kleines Vermögen", sie hat für ihr Geld gearbeitet, indem sie daheim Hemdblusen nähte, und nachdem sie das Geld des Grafen abgelehnt hat, geht sie mal gleich ins Dorf und besorgt sich eine Anstellung als Hilfe für die einzige Schneiderin in der Gegend. Natürlich nimmt sie sich trotzdem noch die Zeit, den armen Pächtern zu helfen.
Dann gibt es da noch die Szene, in der sie der Kutsche des Grafen begegnet, als sie nach Hause zurückgeht, sie behauptet sich gegen ihn und dankt der Revolution, die die Amerikaner von den Briten befreit hat, höflich aber bestimmt.
Tut mir leid, wenn sich das anhört, als ob ich mich über ihren amerikanischen Stolz lustigmache, aber im Ernst, es ist ein bißchen dick aufgetragen dafür, daß gar nichts davon im Buch vorkommt, nun, außer den Armen natürlich.

Der Rest ist ziemlich so wie im Buch und den anderen Filmen. Minna, die Betrügerin, taucht auf und wird mit Hilfe von Ceddies amerikanischen Freunden entlarvt (ohne Apfelfrau , die im Skript nicht vorkommt ;-)), weil ihr Pech es will, daß die Geschichte auch in den amerikanischen Zeitungen ist und Dick sie von den Bildern als seines Bruders entfremdete Frau und ihren Sohn erkennt.

Sie feiern mit einem großen Weihnachtsfest, zusammen mit Personal und Dorfbewohnern (ich frage mich, wie ausgewählt wurde, wer teilnehmen durfte und wer alles kochen und auftragen mußte) - und dem dreibeinigen Hund, der sich mit der dänischen Dogge des Grafen anfreundet (ich liebe ein Happy End :-D).

Wenn ihr meint, ihr seid jetzt vom Haken, weil ihr so weit gekommen sind, liegt ihr falsch.
Es gibt noch eine britische Miniserie von 1995, fünf Stunden lang, von Julian Fellowes adaptiert (der euch vielleicht bekannt vorkommt, er ist der Schöpfer von Downton Abbey und mehr). Für die VHS- und später DVD-Edition wurde die Serie auf etwa drei Stunden gekürzt, worüber ich sehr dankbar war. Ich habe sie einmal angeschaut und denke nicht, daß ich das nochmal tun werde.
Sie ist auf YouTube in einer Playliste von vielen kurzen Videos.

Da habt ihr es. Jetzt bin ich bis an den Rand voll mit Versionen vom kleinen Lord und kann euch ehrlich sagen, daß ich nicht zwischen denen von 1936 und 1980 wählen kann. Sie haben beide ihren eigenen besonderen Charme und man kann damit die echte Welt für eine Weile aussperren, was im Moment nicht das Schlechteste ist.
Es ist aber schon erstaunlich, wie sich Leute darüber streiten können, was ihr Favorit ist und warum, was mit all den anderen nicht stimmt, wer falsch besetzt wurde ... und ... und ... aber Menschen können ja auch über absolut alles streiten, richtig?

Kennt ihr irgendwelche von diesen Versionen? Falls ja, was ist eure liebste? Sind sie Weihnachtsfilme für euch?

Freitag, 16. Dezember 2022

Der Weihnachtsvierteiler - Das sechzehnte Türchen


Als ich ein Kind war, freuten wir uns immer auf die Zeit vor Weihnachten und die legendären "Weihnachtsvierteiler" oder, wie sie offiziell hießen, "Abenteuervierteiler".
Es waren 16 Stück, die zwischen 1964 und 1983 produziert wurden. Der deutsche Produzent Walter Ulbrich hatte die Idee für die Vierteiler und auch die, französische Produzenten mit an Bord zu holen, damit man klassische Abenteuergeschichten detaillierter umsetzen konnte als Filme.

In Deutschland hatten wir zu dieser Zeit nur drei Fernsehsenders, die nicht rund um die Uhr ausstrahlten, also war Fernsehen noch etwas Besonderes (und natürlich auch noch lange nur schwarz-weiß). Die Vierteiler waren ein Höhepunkt des Jahres. Könnt ihr auch vorstellen, wie wir Kinder ungeduldig auf den nächsten Teil von Robinson Crusoe (der erste), der Schatzinsel, Tom Sawyer und Huckleberry Fin (die beiden sind meine Favoriten), Lederstrumpf und mehr warteten?
Die ersten hatten eine Erzählstimme, was es erlaubte, Dinge genauer zu erklären oder aus den Originalromanen zu zitieren, aber im Lauf der Zeit wurde dies als altmodisch angesehen. Tatsächlich mochte ich das.

Retro ist populär und das sind auch die Vierteiler, manche mehr als andere (denn seien wir ehrlich, manche sind besser als andere), und sie sind immer noch auf DVD verfügbar und manchmal auch zum Streamen über die ZDF-Mediathek.
Ich schaue mir die Schatzinsel immer noch regelmäßig an, sie ist definitiv Teil der kindlichen Weihnachtsstimmung, obwohl eine tropische Insel zugegebenermaßen nicht sehr weihnachtlich scheint.



Habt ihr eine persönliche Weihnachtsfernsehtradition?