Ich habe es schon mal gesagt und werde es wahrscheinlich noch mehr als einmal sagen - ich hasse es, dasselbe zweimal zu machen.
Als ich aber meine ersten Ohrringe in gefaltetem Peyote gemacht hatte und sie für ein Bild nebeneinander hielt, mußte ich einfach an einen Stern denken.
Ich wußte, daß für diesen Stern mindestens sechs "Strahlen" nötig waren, was eine Menge für jemanden ist, der schon mit zwei gleichen Teilen ein Problem hat, aber es war ja reichlich Zeit für große Pausen zwischen jedem neuen Teil, also war das schon in Ordnung, richtig?
Tatsächlich war es schwer. Offen gesagt war meine Motivation, mehr zu machen, schon nach den ersten drei Teilen praktisch auf Null, aber als ich sie zusammennähte und sah, daß es so aussehen würde, wie ich es mir vorgestellt hatte, half das schon ein bißchen.
Als Farben hatte ich ein transparentes Smaragdgrün mit AB-Finish und ein Peridot mit Farbeinzug in Cranberry gewählt. Die Versuchung, stattdessen Weihnachtsgrün und -rot mit Silbereinzug zu verwenden, war sehr groß gewesen, aber ich glaube, das ware zuviel an Funkeln geworden. Das glänzende Smaragdgrün und das gedämpfte Cranberry aber geben einen schönen Kontrast ab.
Ich konnte einem kleinen Funkeln nicht widerstehen und nähte auf beiden Seiten in der Mitte klare Perlen mit Goldeinzug in Form von Sternen auf. Um das Loch in der Mitte zu verstecken, benutzte ich schwarze österreichische Glasperlen mit einer goldenen Perle.
Und hier ist es, mein Sternenanhänger aus gefaltetem Peyote. Obwohl mir das Ergebnis gut gefällt, glaube ich kaum, daß ich sehr bald nochmal so einen machen werde! ;-)
Samstag, 23. Dezember 2023
Gefalteter Peyote-Stern - Das dreiundzwanzigste Türchen
Donnerstag, 21. Dezember 2023
Nadelfilzkugel mit Perlen - Das einundzwanzigste Türchen
Pläne ändern sich manchmal.
Diese Kugel hatte nicht auf meiner Liste gestanden, aber sie drängte sich mir praktisch auf, in Gestalt eines hübschen Kammzugs, in Grün- und Rottönen gefärbt, den ich in einem Überraschungspaket für ein anderes Projekt bekommen hatte (während ich das hier schreibe, weiß ich noch nicht, ob es funktioniert haben wird).
Für mich schrien diese Farben nach Weihnachten, und wißt ihr, ich habe da ja noch ein paar von diesen Styroporkugeln, und offensichtlich war die einzige Option, die Wolle irgendwie um die Kugel herumzubekommen. Das hieß Nadelfilzen, was sonst?
Es stimmt, ich habe für diesen Adventskalender schon mal gefilzt, aber nur Formen, die ich dann komplett mit Perlen bedeckte, nichts, wo ich etwas mit Filz umhüllte.
Ein einfaches Projekt war nett, vor allem weil ich das letzte und größte immer noch vor mir hatte.
Außerdem kann es extrem entspannend, fast meditativ sein, Wolle zu pieksen, sogar noch mehr, wenn man keine komplizierte Form hat.
Gundel auf dem Kissen neben mir, sanft schnurchelnd, der Dekan auf meiner Schulter, bei jedem Pieks leicht von ihr angehoben, leises Hintergrundgeräusch, perfekt.
Dennoch brauchte es etwas mehr als nur das, also nähte ich eine Mischung von Rocailles in den Größen 8, 11 und 15 auf - Rot mit Silbereinzug, klar mit Goldeinzug und klar mit AB-Finish. Wenn sich die Kugel langsam im Licht dreht, ist da dieses zarte Funkeln, wirklich hübsch.
Ich finde, es war wirklich ein schöner Zufall, gerade diesen Kammzug zu bekommen.
Montag, 18. Dezember 2023
Oh Tannenbaum - Das achtzehnte Türchen
Weihnachten geht nicht ohne Weihnachtsbaum, oder?
2016 habe ich dieses Paar nicht zusammenpassende Ohrringe mit einem sehr glänzenden Rocaillesbaum gemacht.
Aber können wir einen Weihnachtsbaum an den Baum hängen? Natürlich können wir das, wenn vielleicht auch nur, weil ich zwar genug Perlen für einen, aber nicht zwei Bäume hatte. Also mußte es ja ein Christbaumanhänger werden.
Diesmal benutzte ich mattdunkelgrüne Delicas, die realistischer als Perlen mit Silbereinzug sind - und zufällig Teil einer Überraschungsperlenbestellung waren, einfach perfekt - um aber den Glanz der Feiertage zu kreieren, machte ich Kugeln aus Schmucksteinen und ergänzte das mit goldenen Rocailles.
Mein Baum hat seinen ganz eigenen Topf. Er ist aus dunkelblauen Sechseckperlen mit Rocailles- und Delicaverzierungen.
Würde das als "happy little tree" zählen, was denkt ihr?
Sonntag, 17. Dezember 2023
Nußknacker - Das siebzehnte Türchen
Eins der goldigsten Weihnachtsornamente (das man auch zu einem Charm, Anhänger oder zu Ohrringen machen kann), das ich auf YouTube gefunden habe, ist ein kleiner Nußknacker von Juliet Erskine Jules and Rose (deutsche Untertitel gibt es leider nicht).
Ich muß zugeben, daß das Video meine Geduld auf die Probe gestellt hat. Ihr wißt, daß ich die Aufmerksamkeitsspanne einer Fruchtfliege habe, wenn es um Videos geht, und dieses hier war eine Stunde lang, aber ich war so fasziniert nicht nur davon, wie goldig dieses Kerlchen war, sondern auch von der Großzügigkeit, mit der Juliet diese Anleitung umsonst teilt, daß ich gar nicht anders konnte als das durchzuziehen, richtig?
Und das habe ich getan, obwohl ich ein paar Mal durcheinander kam, was ganz und gar nicht Juliets Schuld war.
Sie zeigt und erklärt jeden Schritt, aber ich wurde immer wieder mal von einem (nicht so) kleinen Kater abgelenkt, der darauf bestand, die Hügel zu ersteigen, die ich darstelle. Es war jedoch nie ein Problem, das Projekt zu retten, indem ich zum Beispiel einfach einmal mehr herumnähte, um den Faden bei der richtigen Perle herauszubekommen.
Eine andere Sache war, daß ich beim Hut improvisieren mußte, weil die Perle, die ich benutzte, wohl etwas größer war. Dies ist aber ein Projekt für fortgeschrittene Fädler, also war ich darauf gefaßt zu improvisieren. Der Hut ist jetzt etwas anders, aber ich finde, daß er doch ganz gut für meinen dunkelgrünhaarigen Nußknacker geworden ist. Ja, mit seinem grünen Haar und der Jacke ist er jetzt bereit für die Arbeit in der Smaragdstadt.
Im Ernst aber, ist er nicht süß geworden?
Nun fragte ich mich, ob ich wohl auch einen etwas größeren Nußknacker hinbekommen würde, an meine persönlichen Fähigkeiten angepaßt, was heißt, daß ich überwiegend meinen geliebten Herringbone- und etwas Peyotestitch benutzen wollte.
Wie sich zeigt, konnte ich das, natürlich nicht ohne Macken und mit einer Portion Versuch und Irrtum.
Was mich am meisten ärgert ist, daß ich mich wieder von den Magatams habe hereinlegen lassen. Das ist eine Perlensorte, mit der ich niemals zurechtkommen werde, und der einzige Grund, zwei davon für die Schuhe zu benutzen, war, daß meine letzte Überraschungsperlenbestellung ein Röhrchen davon enthalten hatte. Ich hatte sie ein paar Mal so herum und wieder so herum gedreht und es trotzdem noch geschafft, bei einem der Schuhe die falsche Seite nach oben zu drehen. Jetzt kann ich nicht aufhören, das anzuschauen. Wie ist es möglich, daß ich das erst bemerkt habe, als ich schon bei der Brust angekommen war?? An diesem Punkt war es keine Option für mich, wieder alles aufzutrennen.
Ich veränderte auch ein paar Kleinigkeiten am Design, wie die Medaille auf der Brust des Nußknackers, zweifellos für Tapferkeit, denn er war sehr tapfer, mich an sich arbeiten zu lassen ;-) Er bekam von mir auch weiße Haare und einen Bart. Seine Jacke ist entweder sehr lang ode seine Beine sind etwas kurz, aber das ist in Ordnung, ich merke es mir, falls ich noch einen mache (tatsächlich habe ich einen angefangen, aber gnadenlos vermurkst).
Was ich klarstellen möchte ist, daß ich diese Version nicht ohne Juliets Muster hätte machen können.
Ohne es hätte ich nicht mal daran gedacht, einen Nußknacker zu machen, und hätte ich es, hätte ich nicht gewußt, wo und wie anzufangen.
Danke, Juliet!
Freitag, 15. Dezember 2023
Fäustling - Das fünfzehnte Türchen
Fäustlinge gibt es schon sehr lange, seit Jahrhunderten, wenn nicht sogar Jahrtausenden.
Habt ihr euch jemals gefragt, wieviele Fäustlinge wohl all diese Zeit über verlorengegangen sind? Man kann sie so leicht verlieren!
Ich kann gar nicht sagen, wie oft ich einen einzelnen Fäustling auf der Spitze eines Metallzauns, auf einem Vorsprung, einem Pfosten gesehen habe, geduldig auf die Rückkehr seiner besseren Hälfte wartend. Ein einzelner Fäustling sieht sehr einsam aus.
Mein Fausthandschuh scheint ebenfalls seinen Kumpel verloren zu haben, wie traurig. Er wird darauf warten müssen, ob der zweite irgendwie auftaucht, aber ich bezweifle es.
Ich habe ihn mit unterschiedlich farbigen Streifen bestickt, damit er aussieht, als er ob er aus Wollresten gemacht wurde. Bei diesem Anblick kommen Kindheitserinnerungen hoch, das kann ich euch sagen!
Dienstag, 12. Dezember 2023
Die Weihnachtsgurke - Das zwölfte Türchen
Die Weihnachtsgurke - ehrlich??
Ja, ich habe endlich aufgegeben und mir eine Essiggurke als Christbaumanhänger gemacht.
Für die, die die Geschichte in meinem Blog noch nicht gelesen haben und nicht verstehen, was daran so aufregend sein soll, schaut euch diese Geschichte aus meinem allerersten Adventskalender an.
Tatsächlich kenne ich noch immer keine Deutschen persönlich, die diese Tradition begehen.
Als ich aber in alberner Stimmung war und gerade alte Sherlock-Holmes-Filme mit Basil Rathbone im Fernsehen ansah (was absolut nichts damit zu tun hat, außer daß ich die Zeit, die ich brauche, um etwas zu machen, anhand der Länge von Filmen oder anderen Fernsehsendungen messe), fing ich an, auf ungesponnener Wolle herumzupieksen, und irgendwie wurde es eine Gurkenform, die dann irgendwie mit grünen und dunkelseegrünen Rocailles mit Silbereinzug bestickt wurde. So passieren Dinge halt manchmal!
Eine Nadelfilzform zweiperlenweise zu besticken dauert viel länger, als es sich anhört, aber nun bin ich die stolze Eigentümerin meiner persönlichen Unikat-Weihnachtsgurke ;-)
Sonntag, 10. Dezember 2023
Perlenengel - Das zehnte Türchen
Letztes Jahr habe ich ein YouTube-Video für ganz entzückende Engelchen gefunden. Ich hatte schon alle Themen ausgesucht, daher kamen die Engel nicht im Adventskalender vor, ich habe sie nur in den sozialen Medien geteilt.
Ihr könnt Krístinas Video hier finden. Sie spricht Tschechisch, zeigt aber alles so klar, daß ihr den Kommentar nicht unbedingt brauchen werdet, falls ihr versuchen möchtet, die Engelchen zu machen. Ich habe ihn nicht gebraucht. Ich habe auch ein wenig improvisiert, indem ich die Vorräte benutzt habe, die meine Schwester und ich dahatten, was zum Beispiel bedeutete, daß die SuperDuos mit Twin Beads aus meinem Vorräten ersetzt wurden.
Ich machte ein paar für meine Schwester und mich, um sie zu verschenken, und sie kamen so gut an, daß meine Schwester dann noch mehr machte.
Dieses Jahr wollte ich jedoch etwas anderes ausprobieren.
Erinnert ihr euch an die 3D-Sterne aus dem letzten Kalender und daran, daß die meisten davon aus fünf Komponenten gemacht waren?
Nun, die Komponenten (die auch als Anhängerösen benutzt werden können) erinnerten mich an Flügel (nicht nur mich, da bin ich mir sicher), und ich fragte mich, ob ich etwas um einen davon herum entwerfen könnte. Mein erster Versuch funktionierte nicht, aber in der Hoffnung auf eine Erleuchtung zu einem späteren Zeitpunkt legte ich die Flügel mal beiseite.
Diese Erleuchtung kam ein paar Wochen später, nachdem ich auf die Perlen gestoßen war, die ich auch für den Mistelzweig benutzt hatte, da sie ungefähr dieselbe Größe hatten wie die Perlen, die meine Schwester mir für die Engel gegeben hatte.
Ich nutzte die Flügelidee dann auch noch in anderen Stücken wie Graf Catula.
Ich wollte meinen Engel recht klassisch haben und entschied mich darum gegen ein bronzefarbenes Twin Bead-Gewand - die einzige Farbe, die ich noch hatte.
Außerdem hatte ich aus einem Karton mit meiner letzten Perlenbestellung heraus gearbeitet, die ich noch nicht wegsortiert hatte, und mit ein paar Farben, die ich diesem Karton noch hinzugefügt hatte (weil meine Muse eben so arbeitet), und irgendwann war es dann eben so etwas wie eine persönliche Herausforderung geworden, eine Weile nur mit Perlen aus diesem Karton zu arbeiten. Letztendlich war die offensichtliche Wahl dasselbe Perlweiß wie in den Flügeln, und zwar in einem fließenden Herringbone-Gewand. Habe ich schon mal erwähnt, daß ich Herringbone liebe? ;-)
Ich hatte da auch noch ein Röhrchen mit ein paar übriggebliebenen goldenen Rocailles, die waren gerade ausreichend für einen Heiligenschein und zwei - ähm, Knöpfe?
Es machte mir nichts aus, daß die Twin Bead-Engel keine Arme hatten, aber da die Flügel von diesem Engel hinten waren, wollte ich hier auf jeden Fall ein Paar Ärmel und ich bin recht zufrieden mit meiner Lösung hierfür.
Ich kann aber nicht umhin zu denken, daß dieser kleine Engel irgendwie aussieht, als ob er auf Anweisungen wartet!
Samstag, 9. Dezember 2023
Winterkomet - Das neunte Türchen
Der 3D-Stern ist zurück!
Es fing alles mit einem großen Röhrchen Perlensuppe an, mindestens zehn Jahre alt. Ich weiß, daß viele Fädler Perlensuppe hassen, aber ich bin Schwäbin, und es würde sich anfühlen, als würde ich mir das Herz herausreißen, wenn ich Perlen wegwerfen würde, besonders Delicas. Mir fiel auch niemand ein, dem ich sie hätte geben können.
Es war aber einfach genug, die ganze Suppe auszuschütten und nur die gebrauchten Perlen herauszupicken, in diesem Fall überwiegend klare. Mich erschreckt Perlensuppe nicht.
Zuerst hatte ich etwas versuchen wollen, das nicht so geklappt hat, wie ich gehofft hatte, wie so oft, also trennte ich es wieder auf und und machte stattdessen einen Winterkometen oder vielleicht einen Eiskometen.
Das Netz sagt mir, daß Komete zwei Hauptschweife haben - Gas und Staub - und eine Koma.
Nun, dieser Komet hat einen Schweif aus Barockperlen und Quarz, weil Gas und Staub nur sehr schwer aus Perlen zu machen sind. Ein Komet sieht auch nicht aus wie ein 3D-Stern, aber künstlerische Freiheit und Fantasie bewirken Wunder.
Erzählt einfach NASA nicht davon.
Freitag, 8. Dezember 2023
Zuckerstange - Das achte Türchen
Als erstes muß ich sagen, daß Zuckerstangen für mich nie ein Teil von Weihnachten waren, obwohl ich sie natürlich kannte. Spontan kann ich mich nicht einmal erinnern, ob ich jemals selber eine gesehen habe, obwohl sie hier sicherlich auch verkauft werden.
Trotzdem - oder vielleicht gerade deshalb? - schien mir eine Zuckerstange eine gute Wahl für Christbaumschmuck.
Es gibt wahrscheinlich Massen an Tutorials für Zuckerstangen aus Perlen, aber ich traute mir zu, keines davon zu brauchen.
Als Technik wählte ich meinen geliebten Herringbonestich mit einer Runde von acht Rocailles, obwohl ich wußte, daß die Kurve oben gequetscht und seltsam aussehen würde, wenn ich versuchen würde, den Schlauch rund zu halten. Vier Rocailles wären besser gewesen, aber zu klein für ein Ornament, jedenfalls für meinen Geschmack.
Auch wenn die Zuckerstange jetzt flach geformt ist, sieht sie immer noch gut aus - das ist natürlich nur meine persönliche Meinung.
Um etwas von der Form abzulenken, habe ich die Stange noch mit einer kleinen Stechpalmenschleife aus Perlen verziert.
Was meint ihr, funktioniert es?
Sonntag, 3. Dezember 2023
Unter dem Mistelzweig - Das dritte Türchen
Als ich die Idee hatte, einen Mistelzweig als Christbaumschmuck zu fädeln, hatte ich keine Ahnung, wie lange ich dafür brauchen würde, obwohl er nicht annähernd so groß wie der echte Mistelzweig ist, den ich euch vor ein paar Jahren gezeigt habe, als ich in meinem Adventskalender von 2014 von den verschiedenen Geschichten und Sagen über diese Pflanze erzählt habe.
Das Schwierigste daran war wahrscheinlich, daß mir die fertigen Zweiglein immer in die Quere kamen. Nein, wartet, ich glaube, das Schwierigste war, als der Dekan das Projekt stahl und damit wegrannte, nachdem ich es für eine kurze Pause abgelegt hatte. Er ist ja so ein Dieb und er weiß genau, was er klauen möchte - alles, von dem ich nicht möchte, daß er es bekommt!
Ich weigerte mich jedoch, ihm etwas zu überlassen, auf das ich bereits Stunden verwendet hatte, und konfrontierte ihn an der Kiste von meiner letzten Einkaufslieferung, hinter der er sich ziemlich schlau versteckte. Nicht schlau genug für mich aber. Er warf mir einen schönen Blick zu, als ich ihm sein neues Spielzeug wieder wegnahm!
Die Zweiglein sind in Herringbonestich gefädelt, die Blätter sind Ziegelsteinstich.
Die Perlen sind tatsächlich etwas zu groß, aber ich habe sie benutzt, weil sie eine persönliche Bedeutung für mich haben.
Ich habe den Mistelzweig so gefädelt, daß er von beiden Seiten gut aussieht, da ich noch nicht weiß, wo er hängen wird.
Und nun entschuldigt mich, während ich meine Katzen darunterzerren und gnadenlos abknutschen werde! ;-)
Samstag, 2. Dezember 2023
Pudelmütze - Das zweite Türchen
Ich muß zugeben, daß ich nie wußte, warum die Pudelmütze so heißt. Ich hätte geschätzt, daß es vom typischen Haarschnitt mancher Pudel herrührt, aber manche sagen, daß der Name auf das 18. Jahrhundert zurückgeht, also die Mützen aus Fell, zum Beispiel Lammwolle, gemacht wurden und damit an das lockige Fell eines Pudels erinnerten. Vielleicht ist es eine Mischung aus beidem.
Man nennt sie auch Bommelmützen. "Bommel" leitet sich vom französischen Wort "Pompom" an, das wir ja auch übernommen haben.
Nun, da ihr diese wichtige Information gelernt habe, möchtet ihr vielleicht noch wissen, wie der Bommel überhaupt auf die Mütze kam.
Tatsächlich gibt es sie schon sehr lange, aber wirklich beliebt wurden sie dank europäischen Soldaten, die sie auf ihren Mützen trugen. Sie zeigten nicht nur die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Regiment, sondern schützten auch die Köpfe der Seeleute in den engen Räumen auf Schiffen!
Meine kleine Pudelmütze wurde zuerst mit der Nadel gefilzt, dann habe ich sie mit Perlen auf der Mütze selber und dem Pompom bestickt. Die Farbwahl ist natürlich nicht zufällig, obwohl das keine Nikolausmütze ist, seine hat ja eine herunterhängende Spitze mit Pompom.
Nennen wir es doch eine vom Nikolaus inspiririerte Winterpudelmütze :-)
Freitag, 1. Dezember 2023
Sternchen - Das erste Türchen
Willkommen zum diesjährigen Adventskalender!
Wie ich gestern angekündigt habe, wird er anders als der letzte sein.
Ich habe mir im Laufe des Jahres Zeit von meiner regulären Kreativzeit abgezwackt, um Weihnachts- und Winterstücke zu machen, und werde jeden Tag eines davon zeigen.
Das heißt, es gibt keine Geschichten oder Traditionen, es sei denn, ein Stück ist davon inspiriert, in welchem Fall ich davon erzählen werde, und sollte ich ein Tutorial ausprobiert haben, werde ich das natürlich dann ebenfalls teilen.
Ich hoffe, euch wird mein kreativer Adventskalender gefallen.
Fangen wir an!
Sterne - es gibt sie immer, aber an Weihnachten spielen sie eine besondere Rolle.
Dieser kleine Stern sollte eine Pause von den 3D-Sternen darstellen. Er ist sowas von flach! ;-)
Für die fünf Strahlen im Ziegelsteinstich habe ich ein schimmerndes transparentes Lila benutzt. Wie ihr euch vorstellen könnt, hat die Form von allein nicht so sehr gut gehalten, also habe ich sie spontan auf etwas Stickuntergrund geklebt und genäht und auf der Rückseite mit Ultrasuede verstärkt.
Dennoch sah der Stern zu einfach aus, also fügte ich noch eine kleine glitzernde Umrandung hinzu.
Ist er jetzt nicht süß?
Mittwoch, 21. Dezember 2022
Antiker und vintage Christbaumschmuck - Das einundzwanzigste Türchen
Es gibt unendliche Möglichkeiten, Dinge an einen Weihnachtsbaum zu hängen oder zu stecken.
Meine ältesten Ornamente sind zwei winzige Kugeln, die ich meiner Oma als Kind geschenkt habe, vor mehr als 50 Jahren. Sie hatte einen kleinen künstlichen Baum mit farbigen Lichtern auf ihrem Fernseher (die gute alte Zeit der riesigen Fernsehapparate ;-)). Eine der Kugeln hat vor langer Zeit ihren Aufhänger verloren, aber wegen der Katzen kommen sie ohnehin nicht an meinen Baum.
Ich habe auch noch ein paar Snoopy-Weihnachtskugeln aus dem Set, das wir für das erste Weihnachten in unserer eigenen Wohnung kauften. Das ist mehr als 30 Jahre her, also sind auch sie vintage.
Diese Kugeln mögen zwar emotionalen Wert haben, aber es sind doch einfach Kugeln.
Was haben Leute früher an ihre Bäume gehängt? Schauen wir uns ein paar Dinge an, und nein, die Weihnachtsgurke wird nicht dabei sein.
In alten Zeiten wurden Weihnachtsbäume oft mit Eßbarem geschmückt, wie Äpfeln, Zuckerzeug, vergoldeten Walnüssen, aber im Laufe der Zeit kam noch anderer Christbaumschmuck dazu.
Habt ihr schon mal von Dresdner Pappe gehört?
Seit den 70ern des 19. Jahrhunderts wurden diese geprägten Kartonornamente in einer Vielzahl von Formen, von Sternen oder Autos bis hin zu exotischen Tieren von Heimarbeitern in der Region von Dresden hergestellt.
Die Pappe wurde angefeuchtet, dann geprägt, mit Metallfolie überzogen und manchmal noch mit Gelatine bemalt. Es gab einseitige Stücke, aber auch welche, die aus zwei geprägten Seiten zusammengesetzt wurden, einige von ihnen so geformt, daß sie sogar dreidimensional waren.
Auch wenn man heute noch Dresdner Pappe bekommen kann, sind antike Ornamente sehr begehrt und nicht leicht zu finden.
| Rad-Dampfschiff aus Dresdner Pappe um 1880 (Stiftung Stadtmuseum Berlin, CC-BY SA 3.0) |
Ein anderes Material, das für verschiedene Ornamente benutzt wurde, war Watte. Die kleinen Wattepilze sind heute noch beliebt und man kann sie auch auf verschiedene Art selber machen (hier ist eine englische Anleitung), aber natürlich gab es auch Schneemänner, Weihnachtsmännder, Früchte, Tiere und noch viel mehr, aus gepreßter or gesponnener Watte, mehr oder weniger aufwendig.
Ich habe in einem früheren Post auch leonische Drähte erwähnt. Leonische Drähte sind dünne Kupferdrähte, vergoldet oder versilbert und in Spiralform verdreht. Sie wurden auf verschiedene Art verwendet, zum Beispiel in dekorativen Bändern, aber auch in Christbaumschmuck. Der Name "leonisch" kommt möglicherweise von der Stadt Lyon.
Das Kunsthandwerk, leonische Drähte in Weihnachtsschmuck zu verwenden, ist zwar nicht mehr so populär, aber noch nicht komplett ausgestorben. Hier findet ihr ein Video über eine Dame aus Bayern, die zu Hause Goldsterne macht.
Berühmt ist natürlich der Christbaumschmuck aus Gablonz. In der Mitte des 19. Jahrhunderts begannen Glasmacher in Jablonec damit, hohle Glasperlen herzustellen. Die Industrie entwickelte immer neue Ideen und Techniken wie das Versilbern von Glasstücken auf der Innenseite, was die Farben außen noch mehr leuchten läßt. Kleine hohle Glasperlen in unterschiedlichen Formen wurden mit Draht aufgezogen und mit anderem Glasschmuck zu den erstaunlichsten Kreationen kombiniert.
Auf Flickr habe ich dieses Bild mit Stücken aus einer österreichischen Weihnachtsausstellung gefunden. Schaut euch nur diesen Hummer an!
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| Bild von Taurabus auf Flickr (CC BY 2.0) |
Ich könnte immer weitermachen, aber man verliert sich so leicht in Bildern und Texten, aber doch muß man irgendwann mal zum Ende kommen.
Ich möchte dies mit einem Video über eine Dame beenden, die seit mehr als 40 Jahre Christbaumschmuck sammelt und ihn im Weihnachtsmuseum Harrachstal in Österreich zeigt. Viel Spaß mit dem kleinen Blick in ihre Sammlung.
Mehr Informationen:
Dresden auf Das Ornament
Gold spinnen - Leonische Ware aus Roth (BR: Zwischen Spessart und Karwendel)
Christbaumschmuck sammeln - Weihnachtsbaumbehang auf Sammeln-Sammler.de
Freitag, 2. Dezember 2022
Perlenstick-Weihnachtsstrümpfe - Das zweite Türchen
2014 schrieb ich über die Tradition von Weihnachtsstrümpfen (ich habe auch zu einem Artikel im Smithsonian Magazine mit Bildern von einer Auswahl an vintage Exemplaren verlinkt).
Die Strümpfe jedoch, über die ich heute schreiben möchte, sind nicht vintage. Ich habe sie für die Jewelry Artisans Community Challenge gemacht. Die Challenge war es, Weihnachtsschmuckstücke zu machen, die von dem berühmten amerikanischen Gedicht "'Twas the Night Before Christmas" (hier mit einer deutschen Übersetzung) inspiriert sind.
Ich hatte mehrere Ideen, entschied mich aber am Ende für die "sorgsam am Kamin aufgereihten Strümpfe". Bei allem anderen, was so in meinem Leben passiert, schaffte ich es nicht, meinen ursprünglichen Plan für die Perlenstickerei eines kleinen Kamis mit Strümpfen zu verwirklichen, stattdessen machte ich einzelne, die sowohl Anhänger als auch kleiner Baumschmuck sein können.
Sehen die Rocailles mit dem Silbereinzug und den dazu passenden Pailletten nicht wirklich festlich und funkelnd aus mit den eisigen matten Oberteilen? Ich konnte einfach nicht aufhören, bis ich alle Farben mit Silbereinzug aus meinem Vorrat benutzt (außer meinen beiden anderen Grüntönen, weil sie zu ähnlich waren) und die matten Rocailles beinahe aufgebraucht hatte.
Erst als ich am letzten, dem kleinsten, arbeitete, dachte ich mir, daß Ohrringe auch süß gewesen wären. Wie ihr sehen könnt, haben alle Strümpfe unterschiedliche Formen, weil ich den Umriß recht willkürlich auf den Untergrund gezeichnet hatte. Die Geduld für symmetrische Ohrringe konnte ich einfach nicht aufbringen. Was meint ihr, soll ich sie für nächstes Jahr auf meine Liste setzen?
Jemand sollte mir bitte sagen, daß ich nächstes Jahr auf jeden Fall früher anfangen muß, damit ich auch ein paar mit Muster ausprobieren kann!
P.S. Ein paar Tage nach dem Vorbereiten dieses Posts habe ich nochmal eine Farbe gefunden. Der einzige Unterschied ist, daß der goldene kein matt-klares Oberteil hat, sondern ein perlweißes, weil ich nicht mehr genug von den matten Rocialles übrig hatte. Es gibt immer einen, der anders sein muß! ;-)

































