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Donnerstag, 14. Dezember 2023

Papiersterne - Das vierzehnte Türchen


Obwohl dies das vierzehnte Türchen ist, war es eines meiner letzten Projekte für diesen Adventskalender.
Ich brauchte zur Abwechslung unbedingt etwas Schnelles und Einfaches. Das erste, was ich fand, war One minute paper stars by Auermedia Arts & Crafts, es gibt aber hier auch ein deutsches Video. Wenn sich das mal nicht gut anhörte!
Natürlich wußte ich schon, bevor es im Videotutorial erwähnt wurde, daß mein erster Stern nicht in einer Minute fertig sein würde. Oder der zweite. Oder der achtzehnte, falls ich jemals so weit kommen sollte. Das war in Ordnung, ich war bereit, bis zu fünf Minuten in jeden Stern zu investieren! ;-)

Um sicherzustellen, daß ich wenigstens einen guten Stern für diesen Post bekommen würde, rekrutierte ich meine persönliche Bastelexpertin, meine Schwester. Ich packte goldenes und silbernes Tonpapier in meine kleine Tasche (jedenfalls hieß es bei der Bestellung so, für mich sieht es mehr nach gelb und grau aus, schimmernd, aber nicht gold und silber, seufz), und los ging es zu einer kleinen weihnachtlichen Bastelsitzung.
Das letzte Mal, daß wir Sterne gebastelt hatten, war Jahre her, mit schwarzem Tonpapier, das wir schnitten und auf das wir dann bunte Stückchen von Transparentpapier klebten. Die, die meine Schwester machte, waren wunderschön, meine waren, nun ja, okay, aber alle wurden jahrelang zur Dekoration von einigen Fenstern an meinem Arbeitsplatz benutzt, bis die Spitzen vom vielen Ankleben und Abnehmen wie angekaut aussahen, also war diese Sitzung gut genutzte Zeit gewesen.
Ich hoffe, das würde auch diesmal wieder so sein.

Es war so witzig. Wir falteten beide den Stern ziemlich schnell und schnitten dann etwas ab, wie in der Anleitung. Ich "öffnete", was ich noch in der Hand hatte. Oh nein, es fiel alles auseinander, die totale Katastrophe! Bis meine Schwester sagte ... "Warte, der Teil, den du weggelegt hast, ist der Stern, du hast da den Abfall."
Ich habe ja gesagt, daß ich sie brauchte, ich glaube nicht, daß ich es bemerkt hätte, lol!
Und um fair zu bleiben, es gab deutlich mehr Abfall als Stern,  was ich nicht erwartet hatte.

Mein erster Stern war echt krumm. Vielleicht hatte ich ihn nicht sorgfältig genug gefaltet, vielleicht waren die Maße ein wenig daneben. Außerdem schien es fast so, als wäre das Tonpapier ein bißchen zu dick, um den klaren Mittelpunkt richtig hinzubekommen.
Zeit für einen weiteren Versuch.

Das war nicht zu schlecht, aber aufregend war es auch nicht. Der Mittelpunkt war etwas verschoben, aber besser als beim Mal davor. Die Spitzen hatte nicht alle die gleiche Länge. Die geschnittenen Ränder waren etwas fransig, was ich darauf schiebe, daß der gefaltete Karton ein bißchen zu dick für meine Schere war.
Ich hatte drei Optionen, dünneres Papier benutzen, eine größere Schere besorgen oder dies einen einsamen Stern bleiben lassen. Ich entschied mich für letzteres, dachte aber, der einsame Stern könnte wenigstens ein wenig Verzierung vertragen.
Als erstes trug ich etwas Blatt"gold" auf (in ein paar Tagen werdet ihr mehr über meinen ersten Versuch damit lesen). Das Tonpapier saugte die Anlegemilch auf wie der Dekan sein Trockenfutter, also verteilte ich das Blatt ziemlich willkürlich auf dem Stern. Ich wollte ja sowieso noch mehr Verzierungen aufbringen.
Machen wir dem hier nun ein Ende. Mir gefiel das Blattgold nicht, mir gefielen die Perlen nicht, die ich als nächstes benutzte, ich haßte den ganzen Stern und warf ihn sehr spontan weg - ohne auch nur ein Bild davon zu machen. Das gibt euch vielleicht eine Vorstellung davon, wie unglücklich ich damit war.

Was nun?
Ich erinnerte mich daran, daß ich noch gewöhnliches graues Geschenkpapier mit weißen Schneeflocken darauf hatte - von vor Jahren, ich wickle nicht gern Geschenke ein - das aber wahrscheinlich zu dünn war.
War es auch. Das Falten war leichter und regelmäßiger, aber alle Falten verloren ihr Grau. Ich versuchte das, ein bißchen mit einem Metallicsilberstift zu verdecken und malte schließlich den ganzen Stern silbern an, eigentlich nur, damit ich euch überhaupt etwas zeigen kann.
Wie ihr sehen könnte, ist das Silber sehr wild aufgemalt und man kann an manchen Stellen die weißen Schneeflocken durchkommen sehen (das hat mit der Papieroberfläche zu tun), ich bekam es nicht besser hin und, um ehrlich zu sein, zu diesem Zeitpunkt hatte ich keinerlei Geduld mehr.
In letzter Minute klebte ihn ihn noch auf eine Unterlage - übriggebliebenes Tonpapier - das ich dann ausschnitt, also könnt ihr an den Ränden ein kleines bißchen "Gold" sehen. Der Stern ist (ziemlich) symmetrisch, er sieht nur wegen des Winkels, aus dem ich das Foto gemacht habe, nicht so aus.


Was habe ich also hieraus gelernt?
Dies sind hübsche Sterne, aber
ich bräuchte wahrscheinlich das perfekte Papier oder den perfekten Karton, um sie hübsch hinzubekommen. Und ein Wunder. Und viel mehr als ein oder zwei Minuten.
Manchmal ist die Wahrheit schwer zu ertragen, aber ich erkannte, daß meine Karriere nicht beim Origami liegt, wenn ich schon mit einem einfachen Faltstern Probleme habe ;-)
Ich mußte auch an meine Mutter denken, die beständig ihre Verwunderung darüber ausdrückte, wieviel Geduld ich für manche Dinge hatte, für andere aber absolut keine. Der Stern gehört definitiv zu den letzteren!

Wenn ihr Lust habt, sie auszuprobieren, würde ich gern Bilder sehen :-)

Montag, 4. Dezember 2023

Pieksekugel - Das vierte Türchen


Ich habe euch gesagt, daß dies ein kreativer Adventskalender wird und das bedeutet, es geht nicht nur um Perlen, was sich wesentlich einfacher anhört, als es für mich ist.
Wann immer ich an Basteln denke, ist das erste Bild, das mir in den Sinn kommt, wie ich im Alter von ungefähr neun im Gemeindehaus sitze, hölzerne Wäscheklammerhälften zusammenkleben und jede einzelne Sekunde hasse. Wenn ich nicht ganz falsch liegt, war es das einzige Mal, daß ich bei diesem Bastelkreis war.

Als ich aber nach YouTube-Tutorials für den Adventskalender suchte, war ich froh, ein paar zu finden, die für meine beschränkten Fähigkeiten geeignet schienen. Dazu gehörten Paillettenkugeln. Ich habe kein bestimmtes Tutorial verwendet, weil die Grundlagen tatsächlich ziemlich einfach sind. Man nimmt eine Styroporkugel und piekst die Pailletten fest, wie immer man mag, in Streifen, Spiralen, mit Glitzer oder anderen Verzierungen ... oder man kann es wie ich machen.

Es wie ich zu machen heißt, man nimmt eine kleine Kugel und steckt Pailletten in Wellen auf. Wenn man dann fertig ist - man muß das fertigmachen, sonst beißt man ja später nicht in den Tisch, was für das Endresultat absolut notwendig ist - dann beschließt man, daß einem das überhaupt nicht gefällt, und zieht alle Nadeln wieder heraus. Was eine Weile dauert, aber nicht so schwierig ist, weil man sich entschieden hat, nicht mit Klebstoff auf den Nadeln zu arbeiten (was man auch nicht unbedingt muß, aber auf einmal erschien es mir sicherer).

Also fängt man nochmal ganz von vorn an, weil man aber ein Idiot ist, nimmt man diesmal eine größere Kugel, steckt zwischen den "Polen" ein paar Streifen auf und verzweifelt dann, weil die noch leere Oberfläche endlos scheint. Weil man kleine Pailletten hat und es Wochen dauern wird, sie aufzustecken. Was man vorher hätte wissen können. Duh.
An diesem Punkt wird man vielleicht etwas dramatisch und denkt dann darüber nach, riesige Pailletten zu bestellen. Aber halt! Man hat doch Sterne, winzige, kleine und größere. Das wird doch viel schneller gehen, oder? Das täte es eventuell, wenn man daran gedacht hätte, daß diese Sterne keine Löcher haben, was bedeutet, daß man in alle erstmal welche pieksen muß. Mit der Spitze der Schere, weil man sein Piekswerkzeug nicht finden kann, und weil man sich gerade jetzt erst beim Schreiben dieses Posts daran erinnert hat, daß eins in der Nadelfilzbox ist ...

Dies ist eine Geschichte des Pieksens.
Man piekst die goldenen Sterne, die man versucht, aus dem Tütchen zu bekommen, während die silbernen und schwarzen, vor allem diese winzigen Mistdinger, einem an den Händen festkleben und sich weigern, wieder abzugehen.

Man piekst die Nadeln durch die Sterne, weil die Löcher es einem leichter machen, aber immer noch nicht groß genug für die Nadeln sind.
Man taucht die Nadelspitzen in Klebstoff und piekst sie dann in die Kugel, wofür man die Seite einer Zange benutzt, weil man immer noch keinen Fingerhut hat.

Nach einer Weile wurde es eine Art meditativer Rausch, bis mir die Sterne ausgingen. Die Zwangspause, während ich auf die Lieferung von neuen Sternen wartete, war wahrscheinlich ganz gut für meine Hände und Arme.
In dieser Kugel stecken ungefähr 5 Millionen Nadeln und sie wiegt in etwa 100 kg, aber vielleicht kommt es mir auch nur so vor ;-) Sie würde jeden Weihnachtsbaum flachlegen. Und wegen der Sternspitzen ist sie pieksig, darum der Titel.
 

Doch sie funkelt wirklich wie verrückt. Mission erfüllt, aber glaubt mir, das wird ein Unikat bleiben.


Oh, und noch einen kleinen Extratip, steckt die Kugel nicht mit etwas Nadelgefilztem zusammen in eine Schublade oder ihr werdet auf ewig Fusseln herunterpicken!

Mittwoch, 21. Dezember 2022

Antiker und vintage Christbaumschmuck - Das einundzwanzigste Türchen


Es gibt unendliche Möglichkeiten, Dinge an einen Weihnachtsbaum zu hängen oder zu stecken.
Meine ältesten Ornamente sind zwei winzige Kugeln, die ich meiner Oma als Kind geschenkt habe, vor mehr als 50 Jahren. Sie hatte einen kleinen künstlichen Baum mit farbigen Lichtern auf ihrem Fernseher (die gute alte Zeit der riesigen Fernsehapparate ;-)). Eine der Kugeln hat vor langer Zeit ihren Aufhänger verloren, aber wegen der Katzen kommen sie ohnehin nicht an meinen Baum.
Ich habe auch noch ein paar Snoopy-Weihnachtskugeln aus dem Set, das wir für das erste Weihnachten in unserer eigenen Wohnung kauften. Das ist mehr als 30 Jahre her, also sind auch sie vintage.

Diese Kugeln mögen zwar emotionalen Wert haben, aber es sind doch einfach Kugeln.
Was haben Leute früher an ihre Bäume gehängt? Schauen wir uns ein paar Dinge an, und nein, die Weihnachtsgurke wird nicht dabei sein.

In alten Zeiten wurden Weihnachtsbäume oft mit Eßbarem geschmückt, wie Äpfeln, Zuckerzeug, vergoldeten Walnüssen, aber im Laufe der Zeit kam noch anderer Christbaumschmuck dazu.

Habt ihr schon mal von Dresdner Pappe gehört?
Seit den 70ern des 19. Jahrhunderts wurden diese geprägten Kartonornamente in einer Vielzahl von Formen, von Sternen oder Autos bis hin zu exotischen Tieren von Heimarbeitern in der Region von Dresden hergestellt.
Die Pappe wurde angefeuchtet, dann geprägt, mit Metallfolie überzogen und manchmal noch mit Gelatine bemalt. Es gab einseitige Stücke, aber auch welche, die aus zwei geprägten Seiten zusammengesetzt wurden, einige von ihnen so geformt, daß sie sogar dreidimensional waren.
Auch wenn man heute noch Dresdner Pappe bekommen kann, sind antike Ornamente sehr begehrt und nicht leicht zu finden.

Rad-Dampfschiff aus Dresdner Pappe um 1880 (Stiftung Stadtmuseum Berlin, CC-BY SA 3.0)

Ein anderes Material, das für verschiedene Ornamente benutzt wurde, war Watte. Die kleinen Wattepilze sind heute noch beliebt und man kann sie auch auf verschiedene Art selber machen (hier ist eine englische Anleitung), aber natürlich gab es auch Schneemänner, Weihnachtsmännder, Früchte, Tiere und noch viel mehr, aus gepreßter or gesponnener Watte, mehr oder weniger aufwendig.

Ich habe in einem früheren Post auch leonische Drähte erwähnt. Leonische Drähte sind dünne Kupferdrähte, vergoldet oder versilbert und in Spiralform verdreht. Sie wurden auf verschiedene Art verwendet, zum Beispiel in dekorativen Bändern, aber auch in Christbaumschmuck. Der Name "leonisch" kommt möglicherweise von der Stadt Lyon.
Das Kunsthandwerk, leonische Drähte in Weihnachtsschmuck zu verwenden, ist zwar nicht mehr so populär, aber noch nicht komplett ausgestorben. Hier findet ihr ein Video über eine Dame aus Bayern, die zu Hause Goldsterne macht.

Berühmt ist natürlich der Christbaumschmuck aus Gablonz. In der Mitte des 19. Jahrhunderts begannen Glasmacher in Jablonec damit, hohle Glasperlen herzustellen. Die Industrie entwickelte immer neue Ideen und Techniken wie das Versilbern von Glasstücken auf der Innenseite, was die Farben außen noch mehr leuchten läßt. Kleine hohle Glasperlen in unterschiedlichen Formen wurden mit Draht aufgezogen und mit anderem Glasschmuck zu den erstaunlichsten Kreationen kombiniert.
Auf Flickr habe ich dieses Bild mit Stücken aus einer österreichischen Weihnachtsausstellung gefunden. Schaut euch nur diesen Hummer an!

Bild von Taurabus auf Flickr (CC BY 2.0)

Ich könnte immer weitermachen, aber man verliert sich so leicht in Bildern und Texten, aber doch muß man irgendwann mal zum Ende kommen.
Ich möchte dies mit einem Video über eine Dame beenden, die seit mehr als 40 Jahre Christbaumschmuck sammelt und ihn im Weihnachtsmuseum Harrachstal in Österreich zeigt. Viel Spaß mit dem kleinen Blick in ihre Sammlung.







Mehr Informationen:
Dresden auf Das Ornament
Gold spinnen - Leonische Ware aus Roth (BR: Zwischen Spessart und Karwendel)
Christbaumschmuck sammeln - Weihnachtsbaumbehang auf Sammeln-Sammler.de

Montag, 12. Dezember 2022

Weihnachtsglocken - Das zwölfte Türchen

 
Wenn ich an Weihnachtsglocken denke, gilt mein erster Gedanke dem Zimbelstern an der Orgel in der ältesten Kirche unserer Stadt. Der Stern hat kleine Glöckchen, die klingeln, wenn sich der Stern dreht. Für mich war das immer ein Höhepunkt im Weihnachtsgottesdienst, als ich ein Kind war.

Wußtet ihr aber, daß es eine Blume gibt, die tasmanische Weihnachtsglocke heißt? (Blandfordia punicea)? Sie ist eine dieser Pflanzen, die um Weihnachten herum blüht. Ich hatte vorher noch nie davon gehört, aber natürlich bin ich auch nicht gerade ein Pflanzenexperte.
Sie ist wirklich hübsch mit dem Gelb, das unter dem Rot hervorleuchtet, und den langen glockenartigen Blüten.

Blandfordia punicea - Tasmanian Christmas bells
von Bill Higham auf Flickr (CC-BY-NC-ND 2.0)


Mehr weiß ich über Perlen, also suchte ich nach meinem kleinen Erfolg mit den puffigen Sternen für diesen Post nach einem Tutorial für gefädelte Glocken, das ich mit den Perlen ausprobieren konnte, die ich zur Hand hatte.
Das Glück war auf meiner Seite und ich fand die Weihnachtsglocke von Sidonia's handmade jewelry auf YouTube (auf Englisch). So hübsch und funkelnd mit den Kristallen!

Mein erster Versuch hatte eine etwas andere Form als Sidonias Glocke, wahrscheinlich weil ich statt Superduos nur Twin Beads hatte, die nicht so gleichförmig sind. Anstatt diese hübsche ausladende Form nach ganz unten hin zu bekommen, sah meine Glocke aus, als wäre sie auf Diät gewesen und hätte um die Taille herum etwas Gewicht verloren.
Ich probierte es noch einmal mit anderen Twin Beads, die etwas dicker waren und diesmal wurde es ein bißchen besser, aber ich war immer noch nicht ganz glücklich.
Hoffentlich vergibt mir Sidonia, daß ich das Muster angepaßt habe, indem ich an der "Taille" und am unteren Rand Perlen hinzugefügt habe. Außerdem habe ich für die Schlaufe und den Klöppel statt Draht ebenfalls Perlen benutzt.


Sind sie nicht süß geworden? Sie haben auch eine tolle Größe für Anhänger und Ohrringe, sie würden aber auch an einem Geschenk hübsch aussehen, vielleicht möchtet ihr es also selber mal probieren?

Freitag, 9. Dezember 2022

Weihnachten im Überfluß - Das neunte Türchen

Vor ungefähr 20 Jahren haben wir Rothenburg ob der Tauber besucht. Ein Freund aus Kalifornien war gerade bei uns, ein Sammler von Steiff so wie wir, aber auch von so vielem mehr.
Er hatte uns gefragt, ob wir nach Rothenburg fahren könnten, nicht nur wegen des Käthe Wohlfahrt Weihnachtsdorfs, einem Laden, in dem das ganze Jahr über Weihnachten ist, sondern auch wegen geschnitzter Figuren, weil eine Freundin ihn gebeten hatte, nach vintage Figuren aus dem Erzgebirge Ausschau zu halten, wenn er die Gelegenheit bekäme.
Rothenburg ist für seine gut erhaltene mittelalterliche Altstadt bekannt, die einem das Gefühl gibt, als sei man in ein Märchen getreten. Kein Wunder, daß es ein Touristenmagnet ist.
Ich mag keine Menschenmassen, aber wir hatten ziemlich Glück. Ich glaube, es war September, und ich erinnere mich, daß es ziemlich kalt war, was vielleicht außerhalb der Saison ein wenig mit dem Weihnachtsgefühl geholfen hat.

Wir aßen "Schneeballen", ein traditionelles örtliches Gebäck aus Mürbeteig, und dann waren wir für Weihnachten bereit, also gingen wir zuerst ins Käthe Wohlfahrt Weihnachtsdorf.
Ich will ehrlich sein, trotz lebenslanger Erfahrungen mit Weihnachtsmärkten und Warenhäuser war ich baff. Wenn Rothenburg wie der Schauplatz für ein Märchen aussah, so war das hier, als trete man in die Werkstatt des Weihnachtsmannes, Abteilung Weihnachtsdekoration.
Ornamente für den Baum aus allem von Glas (ja, auch die berüchtigte Weihnachtsgurke) über Filz bis zu Holz, Figuren, Pyramiden, Sterne, Kränze, Adventskalender, Nußknacker, Bäume ... und falls dir ein Flügel an deiner Pyramide kaputtgegangen ist, fürchte nichts, hier kannst du eine neue finden. Ich kann mich beim besten Willen nicht daran erinnern, ob ich mir selber auch etwas gekauft habe oder ob ich einfach nur komplett überwältigt war.
Das hier ist kein Ornament aus dem Laden, gibt euch aber eine kleine Vorstellung.


Als wir so herumliefen, fanden wir ziemlich durch Zufall den Eingang zum Weihnachtsmuseum, wir hatten nicht einmal gewußt, daß es eines gab, und tatsächlich war es noch recht neu.
Nun war ich wirklich in meinem Element. Das Museum ist klein, aber ich liebte es trotzdem. Der Schwerpunkt der Dauerausstellung liegt auf Objekten zwischen 1870 und 1950. Vintage Ornamente, Bäume, Lichter, Karten ... was kann man daran nicht lieben? Habt ihr zum Beispiel schon jemals vorher von Tragant oder Leonischem Draht gehört? Ich hätte wirklich gern einen Baum mit vintage Ornamenten, habe mich aber wegen der Katzen nie getraut, auch nur eines aufzuhängen.
Obwohl ich verstehe, warum das nicht erlaubt ist, wünschte ich doch, ich hätte ein paar Bilder machen können.

Unser nächster Stop waren Läden, in denen geschnitzte Figuren verkauft wurden, alle von ganzen Krippen hin zu einzelnen Engeln, Heiligen, Bauern, und einer hatte sogar Märchenfiguren.
Das mag nicht sehr weihnachtlich sein, aber wir verliebten uns sofort in zwei davon. Eine ist diese wunderbar detaillierte Hexe mit zwei Bonuskatzen. Der Schnitzer versuchte uns zu überzeugen, daß sie zusammen mit Hänsel und Gretel besser aussehen würde, aber wir wollten nur die Hexe. Sie würde toll zu einem großen Weihnachts-Lebkuchenhaus passen, findet ihr nicht?


Alles in allem definitiv ein Ausflug, der es wert war. Ich würde gern nochmal gehen, Massen oder nicht.

Donnerstag, 8. Dezember 2022

3D-Sterne - Das achte Türchen


Die Dinge, die ich für diesen Adventskalender mache!
Jahrelang habe ich den gefädelten "puffy" Sternen, wie schön sie auch sein mögen, aus verschiedenen Gründen widerstanden.
Auch wenn ich langsam damit angefangen habe, meinen Zeh immer mehr in das Wasser des Perlenfädelns zu tauchen (hauptsächlich, weil ich einem gewissen Tigerkater immer noch nicht in der Nähe meines Webrahmens vertraue), sehe ich mich selber noch immer als ziemliche Anfängerin und 3D-Stücke sind für mich etwas völlig Neues.

Ein weiterer Grund ist mein Mangel an Geduld für Videotutorials, die länger als fünf Minuten sind (was viel mehr über mich aussagt als über die Tutorials!), aber auch das Wissen, daß ich die Sterne ohne eines nicht hinbekommen würde.
Zu guter Letzt kommt noch dazu, daß diese Stern aus fünf Einzelteilen gemacht sind. Ihr wißt, wie sehr ich schon damit kämpfe, auch nur ein Paar identische Ohrringe zu machen. FÜNF identische Einzelteile??
Ich weiß. Ich könnte das hier viel interessanter machen, indem ich mich für ein komplizierteres Muster entscheiden würde. Entschuldigt mich, während ich mal wieder wie eine Wahnsinnige lache.

Um aber genug Themen für diesen Adventskalender zu finden, sprang ich dann doch noch in das sehr kalte Wasser der 3D-Peyotesterne, mit zwei verschiedenen, willkürlich ausgesuchten Tutorials
, diesem von Bronzepony Beaded Jewelry und diesem von Off The Beaded Path. Ich habe spontan keine deutschen gesehen, aber vielleicht schaut ihr ja mal selber.
Mein erster Versuch wurde etwas weicher als beabsichtigt, ist aber trotzdem hübsch.


Dann verlor ich beinahe meinen Verstand über meinem unglaublich simplen "Muster" des ersten Sterns, den ich ganz aus Delicas machte. Die Idee, diese als Weihnachtsgeschenke für unsere Tierarztpraxis zu machen, verwarf ich sehr schnell wieder. Vielleicht für nächstes Jahr, wenn ich einen pro Monat mache? ;-)

Im Ganzen bin ich zufrieden, diese persönliche Herausforderung angepackt zu haben, für jetzt ist sie erstmal aus meinem System raus.
Es ist mir aber kristallklar, daß ich niemals einen Stern mit komplizierterem Muster oder einen viel größeren Stern, selbst in einfachem Muster, machen werde. Es gibt Projekte, die mich viel mehr interessieren.

Dennoch konnte ich die Geduld für mehr als nur zwei Sterne aufbringen, auch wenn der einzige Grund dafür eine Phase war, in der mir so richtig die Motivation für irgendetwas anderes fehlte. Sterne waren die Rettung, wer hätte das gedacht? Ich habe aber nur mit Farben und kleinen Größen gespielt, nicht mit Mustern. Nochmal, das wird nie geschehen.
Hier ist also nun meine kleine Kollektion. Manche wurden Geschenke, manche wanderten in meine Deko, nachdem ich die Bilder für den ersten Tag dieses Kalenders gemacht hatte.




Mir wurde jedoch wieder einmal schmerzlich bewußt, daß ich offensichtlich überhaupt kein natürliches geometrisches Verständnis habe
! Ich schätze, meine Mathelehrer hatten nie wirklich eine Chance.

Montag, 17. Dezember 2018

Erinnerungen - Das siebzehnte Türchen


Im Jahr 2000 besuchten der Ex, meine Schwester und ich unsere Freundin in Kalifornien. Damals wußte ich es nicht, aber es war das letzte Mal, daß wir dort sein würden. Für meine Schwester war es das erste Mal in den USA. Viele Jahre lang hatte sie gesagt, daß sie gerne sehen würde, wie dort für Weihnachten dekoriert würde. New York und der Rockefeller Center Baum wären ihre erste Wahl gewesen, aber nun wurde es eben San Francisco.
Das Problem war, daß wir erst September hatten und darum keine Weihnacht in Sicht war (unglaublich, nicht wahr?). Wir trugen kurze Hosen und T-Shirts anstatt großer Jacken und Stiefel, gingen zum Strand und in den Park und genossen die Sonne.

Dann, am letzten Abend vor unserem Heimflug, hörte Macy's unser Flehen und verkündete die Öffnung seines Weihnachtsshops. Warum unsere Freundin überhaupt fragte, ob wir dorthin wollten, weiß ich nicht. Nur mein Ex erklärte, daß er keine Lust auf eine Fahrt nach San Francisco hinein hatte, um sich den Massen zu stellen, aber das hatten wir erwartet. Er machte sich auf der Couch breit, mit Football im Fernsehen und einem Riesensack Popcorn, während wir drei Damen ins Auto stiegen.

Dies ist das erste Bild, das meine Schwester vom Wagen aus machte. Könnt ihr die kleinen Bäume in den Fenstern erkennen?


Dann gingen wir hinein und wurden nicht enttäuscht. Wir hatten erwartet, überwältigt zu sein, waren aber dann doch nicht ganz auf so viele Bäume vorbereitet - von denen die Bilder nur ein paar zeigen - jeder davon voller Ornamente.
Meine Schwester fragte mich, ob ich dächte, es wäre okay, ein Bild zu machen. Zu der Zeit war nix mit Handy oder auch nur Digitalkamera, und ich fand es einfach nur höflich, erst zu fragen (!), also ging ich zur Dame an der Theke und erklärte ihr, daß wir aus Deutschland kämen und könnte meine Schwester wohl ein Foto machen? Sie sah mich etwas überrascht an und meinte, natürlich könnte sie das!
Das ist, was ihr in diesem Bild seht. Ich gab meiner Schwester ein Zeichen, hatte aber nicht gedacht, daß sie sofort losknipsen würde, mit mir drauf! (Ich kann nicht glauben, wie kurz mein Haar damals war, und für die, die mich kennen, bemerkt ihr etwas an meiner Tasche?)



An Weihnachten in dem Jahr stellte meine Schwester ein kleines Fotoalbum zusammen, das sie mir schenkte. Das folgende war das letzte Bilder im Album mit der Unterschrift "Tschüss". Ich frage mich, ob ihr da dann der Film ausgegangen war. Könnt ihr sehen, wie meine Freundin und ich uns am rechten Bildrand verstecken?


Woher kam diese Erinnerung nun so plötzlich? Ich kaufte an diesem Abend drei Ornamente einer Sorte, und obwohl sie eigentlich etwas zu groß für meinen Baum sind und normalerweise das ganze Jahr von ein paar Schlüsseln an meinen Bücherschränken hängen, beschloß Gundel, daß sie diesmal an den Baum gehörten (sie stupste sie dauernd an, und was die Katze will, bekommt die Katze).



P.S. Dies sind fast zwanzig Jahre alte Abzüge, die ich abfotografiert habe, daher die Qualität, aber ihr bekommt schon eine Vorstellung :-)