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Sonntag, 9. November 2025

Unter den Sternen laufen

Wartet ihr immer noch auf Teil 2 der Kleidersaga oder der großen Umarmung? Ja, ich auch. Falls ihr schon eine Weile dabei seid, kennt ihr den Grund, also keine Sorge, heute wird nicht gejammert.
Ich möchte nur sagen, daß es Hoffnung gibt, denn eins davon braucht tatsächlich "nur" eine Kette - "nur", weil das etwas ist, mit dem ich schon immer meine Probleme hatte. Ich hatte sogar schon Halsketten, Armbänder oder Ohrringe jahrelang herumliegen, denen einfach nur ein Verschluß oder die Ohrhaken fehlten, nicht mehr. Das möchte ich in diesem Fall echt nicht haben, aber im Moment bin ich noch in einem Meer von Unentschiedenheit gefangen.
Würdet ihr gern den schon fertigen Anhänger sehen oder würdet ihr lieber auf die komplette Halskette warten?

Die Kleider sind eine andere Geschichte, dafür fehlt mir gerade ein ordentlicher Tritt in den Hintern. Freiwillige?

Das Problem ist, daß meine kreative Motivation auf dem Tiefpunkt ist. Die Ideen häufen sich in meinem Kopf, aber die Ausführung ... seufz. Mein letztes Experiment ging daneben. Es war nicht schrecklich, aber es war auf jeden Fall nicht gut genug.
Das ist für meine Experimente ganz und gar nicht ungewöhnlich. Dadurch, daß ich Fehler mache, bringe ich mir selber bei, es besser zu machen (oder eine Idee manchmal auch sausen zu lassen). Früher, als ich endlos kreative Zeit hatte, war es für mich einfacher, damit umzugehen, aber gerade fühlt es sich wie verschwendete Zeit an.
Also beschloß ich, das zu tun, was ich immer getan habe, wenn mir die Motivation ausging, nämlich mich einem vertrauten Design zuwenden. Gewöhnlich wären das meine aus Draht gehäkelten Miniaturkörbchen, aber das ist im Moment nichts für meine Hände, also kehrte ich stattdessen zu den gefädelten 3D-Sternen zurück.

https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEhWfcu4qHo20oL5dSVMXDtFDdoyTcJ3EWUhAx4xhcSElAopFlDenbCt5UyR8pELbyeiGWoFXZ_BdLrWeHmXztXPaPWV0NH-Sgm98BnPjrMh89tZG_3DC79jWmgYDKgZtpziypplEVgIRyKxcoT0pbIfvdTS6WP-PYZGQcDohL9s7-Ks2fA0e_UTTxLpyw/s2133/PuffyStars2022.jpg
Einige der Sterne, die ich 2022 als
Weihnachtsdekoration gemacht habe


Der Ex war Frühaufsteher. Ein sehr früher Frühaufsteher. Und obwohl ich eine absolute Nachteule bin, bin ich zu Zeiten aufgestanden, zu denen ich normal erst eingeschlafen wäre, um den Vorteil zu nutzen, daß er mich morgens im Auto mitnehmen konnte. Ein 5 Minuten-Umweg für ihn, der mir aber im Vergleich zur Zugfahrt jeden Tag 40 Minuten einsparte.
Jedenfalls gewöhnte ich mich daran - obwohl ich nicht sagen will, daß ich jemals wirklich wach war, wenn ich bei der Arbeit ankam - und tatsächlich liebte ich den Campus um diese Zeit. Okay, es konnte schon etwas unheimlich sein, da er so früh noch so leer war, und noch unheimlicher bei Nebel - ich mußte immer an Jack the Ripper denken - und es ist auch nicht meine Lieblingsarchitektur, aber ich hatte immer das Gefühl, daß ich dorthin gehörte.
Das Beste aber waren die kleinen Besucher. Neben dem Campus liegt ein Wald, und am frühen Morgen kommen ein paar der Bewohner heraus und sitzen im Gras zwischen all diesen riesigen Betonklötzen ... überwiegend Kaninchen, Hasen, Igel. Es wurden auch schon Füchse gesehen, das Glück hatte ich aber nie.

Bild über pxhere

Diese Erinnerung inspirierte ein Paar Ohrringe.
Ich möchte euch Nitta vorstellen, eine Keramik- und Schmuckkunsthandwerkerin aus Finnland.
Das erste Mal probierte sie Keramik als Teenager in den 80ern aus, dann vergaß sie das wieder, fing jedoch vor ungefähr acht Jahren wieder an. Ein paar Jahre später wurde es ihre Leidenschaft und ihr Job und es macht sie glücklich.
Natur und Waldtiere liegen Nitta am Herzen und sie denkt, daß die finnischen Wälder wahrscheinlich ihre größte Inspiration sind.
Obwohl sie nicht nur entzückende Tiere macht, mit Formen oder handgeformt, sind sie doch meine Lieblinge, Füchse, Vögel, Motten, Katzenköpfe (vielleicht erinnert ihr euch an meine Katzenmotte mit den kleinen Fangzähnen= und mehr.
Ich versuche mich, beim Kaufen von Material wirklich zurückzuhalten, jetzt da ich darüber nachdenke, das Verkaufen komplett aufzugeben, aber ich konnte Nittas kleinen Hasen nicht widerstehen - oder vielleicht auch zwei verschiedenen Paaren davon in verschiedenen Farben
 😇 Sie erinnern mich auch an Watership Down (auch wenn das keine Hasen, sondern Kaninchen waren).


Zunächst hatte ich überlegt, mehr als eine Farbe zu benutzen, aber dann stellte ich mir einfach zwei Hasen vor, die im Schein von goldenen Sternen laufen.
Bei der nächsten Entscheidung ging es darum, entweder die Hasen auf dem braunen oder auf dem gräulich-blauen Hintergrund zu verwenden. Das war schwieriger, aber wie ihr seht, entschied ich mich für den natürlichen Look Ton in Ton, mit nur einem Tick Kontrast in den Verbindungen, aus Perlen mit einer meiner Lieblingsbeschichtungen (tschechisch).
Ich finde, die Hasen brauchen nicht mehr, um zu strahlen, und ich bin wirklich damit zufrieden!

Dienstag, 7. Oktober 2025

Was man mit einem Loch macht ... oder zwei ... oder drei ... - Teil 1

Der Moment war endlich gekommen, ich war bereit, zum ersten Mal auf Kleidung zu sticken.
Der Grund dafür war einfach. Laßt mich mal ein bißchen über mein Leben als ewige Nicht-Fashionista erzählen, die nicht viel Kleidung kauft.

Ich besitze das gleiche Baumwollkleid in sechs verschiedenen Farben mit verschiedenen Ausschnitten (und noch eine Farbe in Viskose). Es hat alles, was ich will und mich wirklich glücklich macht - Empirestil mit einem Rock in A-Linie, Midilänge, Dreiviertelärmel und Taschen! Und ich habe alle zu unterschiedlichen Zeiten in Sonderverkäufen bekommen.
Sie sind meine Arbeitstiere, soll heißen, ich habe im letzten Jahr zu Hause praktisch ausschließlich sie getragen (das erste kaufte ich vor über zwei Jahren, dann schlug ich bei Sonderverkäufen im letzten Jahr zu, tatsächlich war es die einzige Kleidung, die ich kaufte). Sie sind bequem, sie haben hübsche Farben und habe ich eigentlich erwähnt, daß sie Taschen haben (so perfekt)?
Draußen trage ich kaum jemals Kleider, ein Grund dafü ist, daß meine Füße schon seit Jahren keine hübschen Schuhe mehr vertragen. Dort trage ich stattdessen als Jeans mit langen Shirts in A-Linie und Dreiviertelärmeln, von denen ich ebenfalls mehrere Farben habe.

Ich weiß, daß sich das für manche von euch unglaublich langweilig anhören wird, aber für mich war es toll,
das eine Design zu finden, das mich echt glücklich machte, weil es einfach alles hatte. Inklusive Taschen.
Natürlich bedeutet das, daß diese Kleider oft gewaschen werden und außerdem häufig Katzenkrallen ausgesetzt sind.
Was davon schuld ist, weiß ich nicht immer - vielleicht war es sogar eine vegane Motte, obwohl ich das bezweifle
 😁 - aber hier und da tauchten die winzigen Löcher auf, die für diese Art Jersey so typisch sind.

Waschmaschine oder Katzenkralle -
wir werden es niemals erfahren.

Gundel haßt es, wenn ich ihr etwas auf ihre Allergiestellen schmiere (ich bin froh, daß es nicht mehr oft notwendig ist, entschuldigt mich kurz, während ich wie blöd auf Holz klopfe).
Nun ja, eigentlich ist es nicht so sehr das Gel selber, sie haßt es einfach, hochgehoben zu werden. Anders als Meffi, die sich beim Hochnehmen in einen Katzopus mit scheinbar unzähligen bekrallten Tentakeln, die herumwirbelten, verwandelte, suchen sich Gundels Krallen das erste aus, in das sie einhaken können, ein Kissen, eine Decke ... mein Kleid ... und natürlich ist es unmöglich, sie da wieder herauszubekommen, denn je mehr man versucht, ihr zu helfen, desto mehr wird sie einen Mordversuch erwarten und sich festkrallen. Dann nutzt sie die nächste Chance zur Flucht ... und zerrt dabei entweder das Kissen oder die Decke mit sich oder macht mir ein Loch ins Kleid, weil sie mich nicht mit sich zerren kann (gebt mir nicht den Rat, ihre Krallen zu stutzen, es macht in solch 
(aus ihrer Sicht) lebensbedrohlichen Situationen keinen Unterschied, ich weiß, wovon ich spreche).
In einem Fall lag sie auf meiner Brust, ausgestreckt, eingehakt, und als ich versuchte, ihre Kralle aus dem Ärmel meines Kleids zu lösen, drehte sie völlig grundlos durch, zerrte und rannte. Das wurde dann mehr ein Schlitz als ein Loch.

Obwohl ich die Kleider nur daheim trage, ziehe ich mich natürlich nicht um, wenn ich Post entgegennehme, den Müll runterbringe oder auch nur im Garten sitze. Obwohl die Löcher überwiegend winzig sind und jedes Kleid nur ein oder zwei hat, ärgerte es mich dann doch und ich wollte etwas deswegen unternehmen.
"Visible mending", also sichtbares Flicken, hatte ich noch nie ausprobiert, "invisible mending", die unsichtbare Variante, kam nicht in Frage (ich hatte das mal an einem T-Shirt ausprobiert und war von mir selber so gar nicht beeindruckt), aber natürlich hatte ich eine Kiste voller Sticktwist.
Bevor ihr jetzt etwas sagt, mir ist klar, daß Stickerei nicht die beste Wahl für Kleidung ist, die dauernd in der Waschmaschine ist (ich will diese großen Kleider nicht von Hand waschen), selbst wenn ich ein mildes Waschmittel, ein Netz usw. 
verwende. Das ist Teil des Experiments und ich bin da völlig unbekümmert und bereit für Reparaturen oder Auftrennen. Das heißt natürlich, daß ich nicht plane, superkomplizierte Designs zu machen. Das würden meine Hände wahrscheinlich sowieso nicht aushalten.

Mein erstes Experiment waren ein paar Sterne, die Anleitung dafür hatte ich auf dem Instagram von pick.and.stitch gefunden. Meine sind nicht perfekt, bei weitem nicht, aber das war immerhin mein erster Versuch auf Kleidung, auf einem etwas dehnbaren Stoff, und weil ich manchmal sehr ungeduldig bin, hatte ich für die Rückseite nichts zum Stabilisieren benutzt (ich hatte noch nichts). Außerdem scheint es, als wäre ich im Transfer von Mustern echt schlecht.
Statt sechs Fäden zu verwenden, nahm ich nur vier, denn so konnte ich eine kleinere Nadel benutzen, die viel einfacher durch den Stoff ging und ihn nicht noch mehr als nötig dehnte.

Das hier war der schwierigste, weil er so nah am Saum liegt. Ja, da war ein Loch, ich hätte die Stelle nicht selber ausgesucht, weil ich wußte, daß der Stern bestimmt nicht hübsch würde. Ich hatte recht.


Für einen nahm ich zwei Farben, weil die eine Farbe um die Banderole der anderen gewickelt war und ich mir dachte warum eigentlich nicht. Es gibt keine Regeln.


Außerdem machte ich zwei oder drei extra Sticke über die Mitte, um so die obersten Fäden zu verankern. Waschen, erinnert ihr euch? Die erste Wäsche machte ich ohne Netz und war angenehm überrascht zu sehen, daß die Sterne nicht gleich kaputt gingen, nicht mal der größte.


Jetzt da ich Vlies zum Stabilisieren habe, hoffe ich, daß die Sterne regelmäßiger sein wird, denn ich bin mir sicher, daß mit der Zeit noch mehr dazukommen müssen werden. Außerdem braucht die leere linke Seite auf jeden Fall direkt noch einen.
Es tut mir leid, daß ich kein besseres Bild hinbekommen habe, aber mit dem weiten Rock und dadurch, daß die Sterne so weit auseinanderliegen, habe ich es nicht besser hinbekommen. Ich habe das Kleid einfach über eine Tür geworfen und dann versucht, alles auf das Bild zu bekommen.


Die anderen Kleider werde ich nach und nach zeigen, bis jetzt habe ich aber nur bei einem angefangen, das etwas länger dauern wird und für die anderen habe ich noch keine Ideen. 
Hoffentlich werden die Katzen nicht versuchen, mir zu assistieren, indem sie noch mehr Löcher pieksen und das hier in eine Sisyphusaufgabe verwandeln!

Sonntag, 10. November 2024

Kätzchenornamente

Die Ornamentsaison hat begonnen!
Tatsächlich werde ich dieses Jahr aber keinen Weihnachtsschmuck machen, außer wenn ich ihn verschenken möchte.
Nachdem ich letzten Dezember so viele für meinen Adventskalender gemacht habe, aber wegen eines gewissen Katers nicht das Risiko eingehen möchte, welche davon hier in der Wohnung aufzuhängen, bekomme ich im Hausflur eventuell sowieso schon Platzprobleme ;-)

Diese zwei wunderschönen Holzkatzen aber, die Rachel von The Glass Cavern gemacht hat - vielleicht erinnert ihr euch von dem Ammoniten in diesem Post an sie - wollten unbedingt zu Ornamenten gemacht werden.
Mit Sternen kann man nie falschliegen, aber ich finde nicht, daß sie diese Schönheiten unbedingt in Ornamente speziell für Weihnachten verwandeln, sie sind immer noch dafür geeignet, das ganze Jahr über aufgehängt zu werden.

Ungefähr einmal im Jahr versuche ich ein Päckchen mit Stücken an eine Katzenhilfe für ihren Shop zu schicken und diesmal werden diese zwei dabei sein.
Ich hoffe wirklich, daß sie die richtigen Katzenmenschen finden werden, die sie lieben! Ich weiß, daß es mir schwerfällt, diese süßen Gesichter ziehen zu lassen.



Donnerstag, 14. Dezember 2023

Papiersterne - Das vierzehnte Türchen


Obwohl dies das vierzehnte Türchen ist, war es eines meiner letzten Projekte für diesen Adventskalender.
Ich brauchte zur Abwechslung unbedingt etwas Schnelles und Einfaches. Das erste, was ich fand, war One minute paper stars by Auermedia Arts & Crafts, es gibt aber hier auch ein deutsches Video. Wenn sich das mal nicht gut anhörte!
Natürlich wußte ich schon, bevor es im Videotutorial erwähnt wurde, daß mein erster Stern nicht in einer Minute fertig sein würde. Oder der zweite. Oder der achtzehnte, falls ich jemals so weit kommen sollte. Das war in Ordnung, ich war bereit, bis zu fünf Minuten in jeden Stern zu investieren! ;-)

Um sicherzustellen, daß ich wenigstens einen guten Stern für diesen Post bekommen würde, rekrutierte ich meine persönliche Bastelexpertin, meine Schwester. Ich packte goldenes und silbernes Tonpapier in meine kleine Tasche (jedenfalls hieß es bei der Bestellung so, für mich sieht es mehr nach gelb und grau aus, schimmernd, aber nicht gold und silber, seufz), und los ging es zu einer kleinen weihnachtlichen Bastelsitzung.
Das letzte Mal, daß wir Sterne gebastelt hatten, war Jahre her, mit schwarzem Tonpapier, das wir schnitten und auf das wir dann bunte Stückchen von Transparentpapier klebten. Die, die meine Schwester machte, waren wunderschön, meine waren, nun ja, okay, aber alle wurden jahrelang zur Dekoration von einigen Fenstern an meinem Arbeitsplatz benutzt, bis die Spitzen vom vielen Ankleben und Abnehmen wie angekaut aussahen, also war diese Sitzung gut genutzte Zeit gewesen.
Ich hoffe, das würde auch diesmal wieder so sein.

Es war so witzig. Wir falteten beide den Stern ziemlich schnell und schnitten dann etwas ab, wie in der Anleitung. Ich "öffnete", was ich noch in der Hand hatte. Oh nein, es fiel alles auseinander, die totale Katastrophe! Bis meine Schwester sagte ... "Warte, der Teil, den du weggelegt hast, ist der Stern, du hast da den Abfall."
Ich habe ja gesagt, daß ich sie brauchte, ich glaube nicht, daß ich es bemerkt hätte, lol!
Und um fair zu bleiben, es gab deutlich mehr Abfall als Stern,  was ich nicht erwartet hatte.

Mein erster Stern war echt krumm. Vielleicht hatte ich ihn nicht sorgfältig genug gefaltet, vielleicht waren die Maße ein wenig daneben. Außerdem schien es fast so, als wäre das Tonpapier ein bißchen zu dick, um den klaren Mittelpunkt richtig hinzubekommen.
Zeit für einen weiteren Versuch.

Das war nicht zu schlecht, aber aufregend war es auch nicht. Der Mittelpunkt war etwas verschoben, aber besser als beim Mal davor. Die Spitzen hatte nicht alle die gleiche Länge. Die geschnittenen Ränder waren etwas fransig, was ich darauf schiebe, daß der gefaltete Karton ein bißchen zu dick für meine Schere war.
Ich hatte drei Optionen, dünneres Papier benutzen, eine größere Schere besorgen oder dies einen einsamen Stern bleiben lassen. Ich entschied mich für letzteres, dachte aber, der einsame Stern könnte wenigstens ein wenig Verzierung vertragen.
Als erstes trug ich etwas Blatt"gold" auf (in ein paar Tagen werdet ihr mehr über meinen ersten Versuch damit lesen). Das Tonpapier saugte die Anlegemilch auf wie der Dekan sein Trockenfutter, also verteilte ich das Blatt ziemlich willkürlich auf dem Stern. Ich wollte ja sowieso noch mehr Verzierungen aufbringen.
Machen wir dem hier nun ein Ende. Mir gefiel das Blattgold nicht, mir gefielen die Perlen nicht, die ich als nächstes benutzte, ich haßte den ganzen Stern und warf ihn sehr spontan weg - ohne auch nur ein Bild davon zu machen. Das gibt euch vielleicht eine Vorstellung davon, wie unglücklich ich damit war.

Was nun?
Ich erinnerte mich daran, daß ich noch gewöhnliches graues Geschenkpapier mit weißen Schneeflocken darauf hatte - von vor Jahren, ich wickle nicht gern Geschenke ein - das aber wahrscheinlich zu dünn war.
War es auch. Das Falten war leichter und regelmäßiger, aber alle Falten verloren ihr Grau. Ich versuchte das, ein bißchen mit einem Metallicsilberstift zu verdecken und malte schließlich den ganzen Stern silbern an, eigentlich nur, damit ich euch überhaupt etwas zeigen kann.
Wie ihr sehen könnte, ist das Silber sehr wild aufgemalt und man kann an manchen Stellen die weißen Schneeflocken durchkommen sehen (das hat mit der Papieroberfläche zu tun), ich bekam es nicht besser hin und, um ehrlich zu sein, zu diesem Zeitpunkt hatte ich keinerlei Geduld mehr.
In letzter Minute klebte ihn ihn noch auf eine Unterlage - übriggebliebenes Tonpapier - das ich dann ausschnitt, also könnt ihr an den Ränden ein kleines bißchen "Gold" sehen. Der Stern ist (ziemlich) symmetrisch, er sieht nur wegen des Winkels, aus dem ich das Foto gemacht habe, nicht so aus.


Was habe ich also hieraus gelernt?
Dies sind hübsche Sterne, aber
ich bräuchte wahrscheinlich das perfekte Papier oder den perfekten Karton, um sie hübsch hinzubekommen. Und ein Wunder. Und viel mehr als ein oder zwei Minuten.
Manchmal ist die Wahrheit schwer zu ertragen, aber ich erkannte, daß meine Karriere nicht beim Origami liegt, wenn ich schon mit einem einfachen Faltstern Probleme habe ;-)
Ich mußte auch an meine Mutter denken, die beständig ihre Verwunderung darüber ausdrückte, wieviel Geduld ich für manche Dinge hatte, für andere aber absolut keine. Der Stern gehört definitiv zu den letzteren!

Wenn ihr Lust habt, sie auszuprobieren, würde ich gern Bilder sehen :-)

Montag, 4. Dezember 2023

Pieksekugel - Das vierte Türchen


Ich habe euch gesagt, daß dies ein kreativer Adventskalender wird und das bedeutet, es geht nicht nur um Perlen, was sich wesentlich einfacher anhört, als es für mich ist.
Wann immer ich an Basteln denke, ist das erste Bild, das mir in den Sinn kommt, wie ich im Alter von ungefähr neun im Gemeindehaus sitze, hölzerne Wäscheklammerhälften zusammenkleben und jede einzelne Sekunde hasse. Wenn ich nicht ganz falsch liegt, war es das einzige Mal, daß ich bei diesem Bastelkreis war.

Als ich aber nach YouTube-Tutorials für den Adventskalender suchte, war ich froh, ein paar zu finden, die für meine beschränkten Fähigkeiten geeignet schienen. Dazu gehörten Paillettenkugeln. Ich habe kein bestimmtes Tutorial verwendet, weil die Grundlagen tatsächlich ziemlich einfach sind. Man nimmt eine Styroporkugel und piekst die Pailletten fest, wie immer man mag, in Streifen, Spiralen, mit Glitzer oder anderen Verzierungen ... oder man kann es wie ich machen.

Es wie ich zu machen heißt, man nimmt eine kleine Kugel und steckt Pailletten in Wellen auf. Wenn man dann fertig ist - man muß das fertigmachen, sonst beißt man ja später nicht in den Tisch, was für das Endresultat absolut notwendig ist - dann beschließt man, daß einem das überhaupt nicht gefällt, und zieht alle Nadeln wieder heraus. Was eine Weile dauert, aber nicht so schwierig ist, weil man sich entschieden hat, nicht mit Klebstoff auf den Nadeln zu arbeiten (was man auch nicht unbedingt muß, aber auf einmal erschien es mir sicherer).

Also fängt man nochmal ganz von vorn an, weil man aber ein Idiot ist, nimmt man diesmal eine größere Kugel, steckt zwischen den "Polen" ein paar Streifen auf und verzweifelt dann, weil die noch leere Oberfläche endlos scheint. Weil man kleine Pailletten hat und es Wochen dauern wird, sie aufzustecken. Was man vorher hätte wissen können. Duh.
An diesem Punkt wird man vielleicht etwas dramatisch und denkt dann darüber nach, riesige Pailletten zu bestellen. Aber halt! Man hat doch Sterne, winzige, kleine und größere. Das wird doch viel schneller gehen, oder? Das täte es eventuell, wenn man daran gedacht hätte, daß diese Sterne keine Löcher haben, was bedeutet, daß man in alle erstmal welche pieksen muß. Mit der Spitze der Schere, weil man sein Piekswerkzeug nicht finden kann, und weil man sich gerade jetzt erst beim Schreiben dieses Posts daran erinnert hat, daß eins in der Nadelfilzbox ist ...

Dies ist eine Geschichte des Pieksens.
Man piekst die goldenen Sterne, die man versucht, aus dem Tütchen zu bekommen, während die silbernen und schwarzen, vor allem diese winzigen Mistdinger, einem an den Händen festkleben und sich weigern, wieder abzugehen.

Man piekst die Nadeln durch die Sterne, weil die Löcher es einem leichter machen, aber immer noch nicht groß genug für die Nadeln sind.
Man taucht die Nadelspitzen in Klebstoff und piekst sie dann in die Kugel, wofür man die Seite einer Zange benutzt, weil man immer noch keinen Fingerhut hat.

Nach einer Weile wurde es eine Art meditativer Rausch, bis mir die Sterne ausgingen. Die Zwangspause, während ich auf die Lieferung von neuen Sternen wartete, war wahrscheinlich ganz gut für meine Hände und Arme.
In dieser Kugel stecken ungefähr 5 Millionen Nadeln und sie wiegt in etwa 100 kg, aber vielleicht kommt es mir auch nur so vor ;-) Sie würde jeden Weihnachtsbaum flachlegen. Und wegen der Sternspitzen ist sie pieksig, darum der Titel.
 

Doch sie funkelt wirklich wie verrückt. Mission erfüllt, aber glaubt mir, das wird ein Unikat bleiben.


Oh, und noch einen kleinen Extratip, steckt die Kugel nicht mit etwas Nadelgefilztem zusammen in eine Schublade oder ihr werdet auf ewig Fusseln herunterpicken!

Donnerstag, 18. Mai 2023

Der Mondhase

Glaubt es oder nicht, aber mein Leben zusammen mit Tieren hat nicht mit Katzen angefangen.
Einige unserer ersten Gefährten waren Kaninchen, unsere eigenen, aber auch Gäste aus dem Tierpark.
Der letzte war mein verrückter Junge Buster.


Wie ihr sehen könnt, hat sich die Liebe auch auf andere Hasen erstreckt, und es gibt mehr, in Metall, als Bilder oder in Plüsch wie dieses kleine alte Steiffkerlchen.



Es ist nicht überraschend, daß Kaninchen auch schon in meiner Arbeit aufgetaucht sind, wie das nadelgefilzte Hasguruh oder diese Häschengeschwister.



Ich könnte so weitermachen, aber es wird Zeit, zum Punkt zu kommen.
Die derzeitige Challenge in der Jewelry Artisans Community ist "Mond und Sterne". Perfekt für mich als Mondliebhaberin.

Was für ein glücklicher Zufall, daß in meiner letzten Perlenbestellung noch mehr "Mond"cabochons waren, die facettierten, die ich schon früher benutzt hatte, zum Beispiel in den Raben im Mondlicht, aber auch ein paar größere Katzenaugencabochons.

Ich klebte einen der letzteren auf und da kam mir, daß ein Motiv, das ich schon lang machen wollte, sogar noch perfekter für mich war als nur Mond und Sterne - der Mondhase.

Während wir hier den Mann im Mond kennen, sehen andere Kulturen von Asien bis Amerika den Hasen im Mond. Die Legenden vom Mondhasen unterscheiden sich von Land zu Land, wenn ihr interessiert sein, könnt ihr sie hier finden. Es ist wirklich faszinierend, von Ähnlichkeiten und Unterschieden zu lesen.

Nun zu ein paar Kaninchen, die mich seit Jahrzehnten fasziniert haben. Die Geschichte ist wild, irgendwie auch traumatisierend, aber das Ende ist sehr schön. Ich spreche von "Watership Down" oder bei uns auch "Unten am Fluß". Ich liebe sowohl das Buch als auch den Film, obwohl es Szenen gibt, die mir heute noch das Herz brechen. Ich heule unweigerlich am Schluß, wenn Hazel, der Anführer der Kaninchen, von El-ahrairah abgeholt wird, um Frieden nach einem langen Leben zu finden.

El-ahrairah war das erste Kaninchen und obwohl er Lord Frith, den Schöpfer der Welt, aufbrachte, bekam er das Geschenk von Geschwindigkeit, Gerissenheit, dem Graben und gutem Gehör.

Das ist er, nachdem er dieses Geschenk erhalten hat (danke für das GIF an Nightpaww).



Mehrere Kaninchen, die ich kannte, wurden von uns nach dem Buch benannt (unvergessen sind Blackie Blackavar, die beste Häschenmutter je, und die süße kleine Hyzenthlay), und die Inspiration endet nicht hier.

Dies ist mein perlengestickter Mondhase
.


Wie ihr sehen könnt, hat El-ahrairah einen Teil davon inspiriert.
Durch Frith, der seit Ewigkeiten auf meiner Perlenwebliste steht, wurde ich dazu inspiriert, für den Anhänger eine fließende freie Form zu wählen.



Wieder habe ich die wunderschönen blauen Hexperlen für den Nachthimmel und goldene AB-Perlen für die Sterne benutzt.
Ich liebe einfach dieses magische Funkeln, wenn das Stück bewegt wird, und es wird definitiv nicht das letzte Mal sein, daß die Hexperlen in einem meiner Designs auftauchen.

Da, jetzt kennt ihr (fast) die ganze Geschichte zu meiner Liebe für Kaninchen und Hasen und warum ich nicht nur Spaß daran hatte, diesen Anhänger zu machen, sondern warum es auch eine Menge Erinnerungen an die letzten 36 Jahre heraufbeschwörte, manche davon bittersüß.

Während ich meine Kaninchen (und den Rest des Zoos) vermisse, sind zwei Katzen beileibe genug, um mich auf Trab zu halten, und außerdem würde ich dem Dekan nicht zutrauen, ein Kaninchen in Ruhe zu lassen. Wer weiß, vielleicht werde ich stattdessen mehr Erinnerungen durch meine Arbeit aufleben lassen.

Donnerstag, 8. Dezember 2022

3D-Sterne - Das achte Türchen


Die Dinge, die ich für diesen Adventskalender mache!
Jahrelang habe ich den gefädelten "puffy" Sternen, wie schön sie auch sein mögen, aus verschiedenen Gründen widerstanden.
Auch wenn ich langsam damit angefangen habe, meinen Zeh immer mehr in das Wasser des Perlenfädelns zu tauchen (hauptsächlich, weil ich einem gewissen Tigerkater immer noch nicht in der Nähe meines Webrahmens vertraue), sehe ich mich selber noch immer als ziemliche Anfängerin und 3D-Stücke sind für mich etwas völlig Neues.

Ein weiterer Grund ist mein Mangel an Geduld für Videotutorials, die länger als fünf Minuten sind (was viel mehr über mich aussagt als über die Tutorials!), aber auch das Wissen, daß ich die Sterne ohne eines nicht hinbekommen würde.
Zu guter Letzt kommt noch dazu, daß diese Stern aus fünf Einzelteilen gemacht sind. Ihr wißt, wie sehr ich schon damit kämpfe, auch nur ein Paar identische Ohrringe zu machen. FÜNF identische Einzelteile??
Ich weiß. Ich könnte das hier viel interessanter machen, indem ich mich für ein komplizierteres Muster entscheiden würde. Entschuldigt mich, während ich mal wieder wie eine Wahnsinnige lache.

Um aber genug Themen für diesen Adventskalender zu finden, sprang ich dann doch noch in das sehr kalte Wasser der 3D-Peyotesterne, mit zwei verschiedenen, willkürlich ausgesuchten Tutorials
, diesem von Bronzepony Beaded Jewelry und diesem von Off The Beaded Path. Ich habe spontan keine deutschen gesehen, aber vielleicht schaut ihr ja mal selber.
Mein erster Versuch wurde etwas weicher als beabsichtigt, ist aber trotzdem hübsch.


Dann verlor ich beinahe meinen Verstand über meinem unglaublich simplen "Muster" des ersten Sterns, den ich ganz aus Delicas machte. Die Idee, diese als Weihnachtsgeschenke für unsere Tierarztpraxis zu machen, verwarf ich sehr schnell wieder. Vielleicht für nächstes Jahr, wenn ich einen pro Monat mache? ;-)

Im Ganzen bin ich zufrieden, diese persönliche Herausforderung angepackt zu haben, für jetzt ist sie erstmal aus meinem System raus.
Es ist mir aber kristallklar, daß ich niemals einen Stern mit komplizierterem Muster oder einen viel größeren Stern, selbst in einfachem Muster, machen werde. Es gibt Projekte, die mich viel mehr interessieren.

Dennoch konnte ich die Geduld für mehr als nur zwei Sterne aufbringen, auch wenn der einzige Grund dafür eine Phase war, in der mir so richtig die Motivation für irgendetwas anderes fehlte. Sterne waren die Rettung, wer hätte das gedacht? Ich habe aber nur mit Farben und kleinen Größen gespielt, nicht mit Mustern. Nochmal, das wird nie geschehen.
Hier ist also nun meine kleine Kollektion. Manche wurden Geschenke, manche wanderten in meine Deko, nachdem ich die Bilder für den ersten Tag dieses Kalenders gemacht hatte.




Mir wurde jedoch wieder einmal schmerzlich bewußt, daß ich offensichtlich überhaupt kein natürliches geometrisches Verständnis habe
! Ich schätze, meine Mathelehrer hatten nie wirklich eine Chance.

Donnerstag, 13. Dezember 2018

Oldies but Goodies, Noch mehr Sterne - Das dreizehnte Türchen


Für meinen Geschmack kann es nie genug Sterne geben, nicht nur zur Weihnachtszeit.
Heute mache ich es mir etwas leicht. Keine Geschichte, nur Sterne (aus der Jewelry Artisans Community Oldies but Goodies Challenge)!


1 und 5 und 7 Cat's Wire
2 RioRita
3 und 4 und 6 MC Stoneworks

Mittwoch, 12. Dezember 2018

Herrnhuter Sterne oder die Klebstoffschlacht - Das zwölfte Türchen


Herrnhuter Sterne wurden vor mehr als 160 Jahren erfunden. Die Herrnhuter Brüdergemeine ist eine protestantische Gemeinde. Im Jahr 1722 flüchteten Protestanten aus verschiedenen Ländern, die meisten jedoch aus Mähren und Böhmen, und gingen nach Sachsen, wo eine Gruppe von Flüchtlingen das Dorf Herrnhut aufbauten, das schnell wuchs (das ist eine nur sehr kurze Version).
Bald entsandten sie Missionare in ferne Länder. Diese schickten ihre Kinder oft zurück, sobald sie das Schulalter erreicht hatten.
Ein Lehrer nutzte Sterne, um seine Schüler Geometrie zu lehren, die Kinder dekorierten während der Adventszeit damit und reichten den Brauch an ihre Familien weiter. Die ersten Sterne waren weiß und rot, wobei weiß für Reinheit und rot für das Blut Christi stand.
Heutzutage bekommt man die Sterne in allen möglichen Farben, Größen und Materialien. Man kann sie schon zusammengesetzt kaufen oder auch als Bausatz, in Papier und in Plastik. Natürlich kann man sie auch komplett selber machen.

Ich bin eine Närrin. Ich dachte, es wäre ein Spaß - für euch - zu sehen, wie so ein Bausatz aussieht. Ich bin kein so großer Idiot, daß ich mich gleich an einen großen machen würde, wegen meines Klebstofftraumas. Ich weiß, daß ich beim Kleben grottenschlecht bin. Es zeigt sich immer wieder, aber ich war willig. Ich kaufte zwei Ministerne von 13 cm Größe, einen blau, einen gelb.

Hier sind die Bausätze in der Schachtel und der blaue ausgepackt. Wie ihr links oben seht, wollte Ponder mir helfen. Er änderte seine Meinung schnell. Wahrscheinlich hatte er Angst, daß ich ihn an den Stern kleben würde.



Dann tat ich etwas, was nicht oft geschieht, ich las die Anleitung. Natürlich gab es nicht viel zu lesen, es ist ziemlich selbsterklärend. Es stand allerdings da, daß ich den Klebstoff sparsam auftragen sollte. Sparsam gehört nicht zu meinem Wortschatz, einfach weil ich das nicht kann.
Außerdem stand dort, ich solle sieben quadratische Zacken nehmen und sie "über die Klebenaht der Körperhälften setzen".
Ich öffnete den Klebstoff und ratet mal. Ein großer Klebstoffblubb mit Luftblasen attackierte mich. Ich war ganz offensichtlich verdammt, aber immer noch willig.

Ich werde nie wieder die Anleitung lesen. Ich machte mich an die Siebenerrunde, aber je mehr Zacken ich aufklebte, um so mehr Klebstoffäden verteilte ich großzügig über den Tisch (nur gut, daß er so alt und vermackt ist), auf meinen Händen und wie Spinnweben zwischen den Zacken, und ich wußte nicht einmal mehr, wie ich den Stern noch halten sollte. Zwischendurch machte ich kleine Pausen, damit der Klebstoff tun konnte, was er so mußte, und zwar manchmal mehr in einem Zacken als auf dessen Rändern.





Mußten da solche Lücken sein?
Halt mal. Die Anleitung verkündete "Der Bastelstern ist zum Zusammenbau für Kinder ab 7 Jahren unter Aufsicht von Erwachsenen geeignet". Ich bin nicht wirklich sicher, daß ich so alt bin, was Klebstoff angeht! ;-)
Endlich war er aber fertig, und so sah er ja nicht mal so schlecht aus (obwohl ich mich immer noch mit dem Gedanken trage, alles abzureißen und von vorn anzufangen).


Ich hatte aber etwas für den zweiten Stern gelernt. Wen interessieren schon Anleitungen?
Diesmal klebte ich nicht entlang der Klebenaht, sondern arbeitete in Runden von oben bis unten. Verrückt! ;-) So konnte ich den Stern nämlich noch unten halten. Es ging wie nix, wenn man die Klebeprobleme nicht zählt (so schnell lerne ich auch wieder nicht).
Während ich so arbeitete, fiel mir übrigens ein, daß die größeren Sterne ja gar nicht geklebt werden, sie verwenden Klammern. Nun ja, ich wüßte sowieso nicht, wo ich ihn aufhängen sollte.

Und hier nun der gelbe Stern. Geschafft, yay!


Donnerstag, 29. November 2018

Art Elements Design Challenge and Blog Hop - Sterne

Sterne - das Thema für die neue Design Challenge auf Art Elements. Das konnte ja nicht so schwierig sein, oder?
Ich mag Sterne. Oft stand ich auf dem Hof bei meiner Schwester, wartete auf mein Taxi und starrte in den Himmel hinauf. Sie zu sehen ist für mich ein wenig wie auf das Meer hinauszuschauen. Es ist dieses Gefühl, völlig überwältigt zu sein, wenn ich versuche, die Unendlichkeit zu begreifen und jedesmal scheitere, aber auch ein Gefühl tiefer Bewunderung und Bescheidenheit.

Ich mag die Vorstellung von funkelnden Sternen wie denen in dem Diadem, das in Laney's Challengepost zu sehen ist. Ich mag Grimms Märchen von den Sterntalern. Ich mag Sterne auf einem Weihnachtsbaum oder in Schmuck.
Und ich habe schon Sterne gemacht, aus Draht gehäkelt, mit Fimogesichtern, mürrisch, schlafend, sogar rufend, mit Perlen aller Art, Süßwasserperlen oder Kristallen, mit einem Stein oder einem Fimoherz, ich habe Anhänger mit Sternen aus Glasperlen gewebt, oft zu reinen Punkten in einem Nachthimmel reduziert.
Diesmal wollte ich also etwas anderes machen, vielleicht einen aus Draht weben oder mich endlich an einem dieser 3D-Sterne in Peyote versuchen.

Die Dinge, die man will, hm?
Als ich ein Tütchen mit kleinen facettierten Schmucksteinen in meinem Vorrat fand, das ich beinahe vergessen hatte, waren all die Pläne dahin. Ich habe zum Beispiel schon kleine Sternchen für kleine Christbäumchen gemacht, wie wäre es also mit ein paar kleinen Sternen mit facettierten Steinen?
Im Tütchen waren drei runde Steine, ein Amethyst, ein Citrin und ein grüner Quarz, wodurch ich auf die Idee kam, auch für die Sterne unterschiedliche Farben zu verwenden, reines Kupfer, ein helles Gold und Silber.
Dann setzte ich sie mal als Prototyp zusammen und war mir auf einmal nicht mehr so sicher, was die Farben anging. Oder was die Anordnung anging. Ich dachte, ich warte einfach mal, um zu sehen, ob ich es irgendwann lieber mögen würde oder ob sie mir stattdessen vielleicht alle in Feinsilber besser gefallen würden (Update: dieser Monat verlief nicht wie geplant, also bin ich mir immer noch nicht sicher, habe sie immer noch nicht in Feinsilber gemacht, habe keine Kette angebracht, aber ich werde euch auf dem laufenden halten, falls/wenn sich das ändern - im Moment neige ich wirklich dazu, sie in eine Reihe zu setzen, habe mich aber immer noch nicht für Farbe oder Feinsilber entschieden).

Bitte schön. Helft mir mal, was würdet ihr machen?




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Mittwoch, 16. Dezember 2015

Oldies but Goodies, Sterne - Das sechzehnte Türchen


Um ehrlich zu sein, ich habe nie viel über den Stern von Bethlehem nachgedacht. Ich schätze, er war für mich einfach ein Teil der Geschichte. Da waren drei weise Männer und da war ein Stern. Falls ich jemals überhaupt gewußt habe, daß der Stern nur im Matthäus-Evangelium auftaucht, ist mir das nicht mehr bewußt.
Ich habe mich nie gefragt, ob es wirklich ein Stern hätte sein können oder ob es ein Komet war, eine Supernova, eine Planetenkonjunktion oder ob er astronomisch gesehen überhaupt keinen Sinn ergibt. Und nun, da ich ein paar Artikel überflogen habe, da das Lesen der meisten davon für einen nicht-astronomischen Kopf wie den meinen zu überwältigend war, wüßte ich nicht, welche Stückchen davon ich euch anbieten sollte, da das nicht mal an der Oberfläche kratzen würde.
Vielleicht wollt ihr ja mal in diesen Artikel (auf Englisch, aber wenn ihr die angebotene Übersetzung nehmt, läßt er sich tatsächlich noch einigermaßen verständlich lesen reinschauen, wenn ihr gern mehr wüßtet, während ich mich dem Dingen widme, von denen ich mehr verstehe, wie zum Beispiel die Jewelry Artisans Community Oldies but Goodies Challenge dieser Woche, in der es um - ihr habt es erraten - Sterne geht.
Ich hoffe, ihr werdet meine persönliche Auswahl mögen. Ich bin so verliebt in diese Challenge und die Stücke, die gezeigt wurden!


1 Violetmoon's Corner
2 RioRita
3 2 Fab Fristers
4 The Crafty Chimp
5 Cat's Wire
6 MC Stoneworks
7 Jewelry Art by Dawn

Dienstag, 12. Juli 2011

Flieg mich zum Mond

Vor vielen Jahren schaute ich eine Dokumentation über Picasso an. Er erzählte, ähm, Zeug, das ich vergessen habe, ich erinnere mich nur daran, wie er auf einer Glasscheibe malte. Er fing an zu malen, und dann fügte er hier ein bißchen dazu und dort ein bißchen dazu, dann übermalte er plötzlich alles, und obwohl ich kein großer Fan seiner Bilder bin, war ich hypnotisiert davon, wie sich das Bild dadurch ständig veränderte. Ich habe vergessen, womit er anfing, und ich erinnere mich nicht, wie es zum Schluß aussah. Ich weiß noch, daß da irgendwann ein Hahn war.
Das Faszinierende war, wie das Bild den ganzen Prozeß über in Bewegung war, viel mehr als ich es erwartet hatte.
Ich bin nicht Picasso und ich bin keine Malerin. Ich weiß nicht, was ihn dazu antrieb, so zu arbeiten, wie er es tat, vielleicht hätte ich besser zuhören sollen.
Was ich weiß ist, daß ich immer noch davon fasziniert bin, wenn sich ein Design ständig unerwartet verändert.
What I do know is that I'm still fascinated by a design changing all the time.

Die Juli-Herausforderung des Starving Artists Teams ist "Flieg mich zum Mond". Mein erster Gedanke war ein geschnitzter Fimomond, der zweite war Mondsteine. Halbmond. Nein, Vollmond. Hatte ich noch genügend Mondsteine? Ein kleiner Vollmond aus Silber und Mondsteinen. Ja, mit baumelnden Sternenanhängerchen. Ein Anhänger. Wo ist mein Feinsilber? Oh ja, oben. Toll, jetzt habe ich vergessen, die Sternchen mit herunterzubringen. Warte, was ist das? Ein paar übriggebliebene Mondsteine, kleinere. Sterne. Der Vollmond umgeben vom Nachthimmel. Schwarzer Draht mit Mondsteinsternen. Ein flacher Anhänger. Nein, jetzt da ich ich beim schwarzen Draht angelangt bin,  glaube ich, daß ein gewölbter Look besser ist. Wie wäre es mit einem zweilagigen Rand, jetzt da der Rand sich ohnehin so nett nach ihnen dreht. Hm, weißt du was? Vielleicht sollte dies gar kein Anhänger sein, es wäre ein ziemlich cooler Ring. Groß, aber leicht, und auf jeden Fall anders. Auf Sterlingsilberdraht.
Seht ihr, was ich meine? Wenn ihr den Ring jetzt anseht, werdet ihr die Gedanken, die darin stecken, überhaupt nicht kennen, oder die Zeit, die hineingesteckt wurde. Ich weiß es, und das ist, warum ich so sehr liebe, was ich tue.

Und da ist er nun, in meinem Shop.