Donnerstag, 23. Februar 2023

Nostalgie - "Arabella / Boston" von Royal Sphinx Maastricht

Vor einigen Jahren, als ich noch die "Fundstücke der Woche" machte, hatte ich ein paar davon "Ich bin eine Sammlerin" genannt und darin Vintagestücke gezeigt. Im Laufe der Zeit sind meine Sammlungen größtenteils nicht mehr gewachsen, aus verschiedenen Gründen, aber sie sind noch da und immer noch geliebt. Ich habe auch einzelne Vintagestücke, die zu keiner bestimmten Sammlung gehören, manche geerbt, manche geschenkt, manche von Flohmärkten, manche interessanter als andere. Ich dachte also, es könnte Spaß machen, immer mal wieder welche davon zu zeigen und ihre Geschichte zu erzählen.

Der heutige Post ist ein gewaltiger Flashback in meine Kindheit. Familienzusammenkünfte für Geburtstage oder Konfirmationen, Kaffee und schwere Buttercremetorten und Geschirr aus den 60ern.
Da ich schon immer auf Sets in verschiedenen Farben stand, liebte ich dieses Keramikgeschirr. Natürlich dachte ich damals nicht daran zu fragen, warum meine Eltern unterschiedliche Farben statt nur einer gewählt hatten, jetzt wünschte ich, ich hätte es getan.

Das Service heißt "Arabella", das Dekor "Boston". Dem
Bonnefanten, einem Kunstmuseum in Maastricht, zufolge wurde das Service von 1960 bis 1966 produziert, der Schöpfer des Dekors war Antoine Corstjens, der des Service Otmar Lochschmidt.
Wir hatten das Kaffeegeschirr, stapelbare Tassen, Untertassen und Kuchenteller, und es gab zwei von jeder kräftigen Farbe - rot, braun, grün, gelb, und blau. Eine Schwester und ich dachten, daß wir nur dunkelblau hatten, aber kein hellblau, aber meine andere Schwester sagt, wir hatten beides, und wenn ich so darüber nachdenke, muß ich ihr rechtgeben. Im Laufe der Jahre gingen Teile kaputt, und irgendwann wurden die, die übrig waren, eine Erinnerung im Schrank, als Becher statt kleiner Kaffeetassen populär wurden.
Ich habe immer das Gelb geliebt und bekam ein komplettes Set. Es bringt mich beim Anschauen immer noch zum Lächeln. Ich liebe die Streifen in der Glasur und das Gelb sieht so fröhlich und frisch aus.


Dies ist die Marke auf der Tasse - die Sphinx, umgeben von den Worten "Royal Sphinx Maastricht" und einer Krone, mit "Made in Holland" ganz unten.
Die Schreibschrift unter der Sphinx heißt "P. Regout", was für Petrus Regout, den Gründer der Manufaktur, steht.


Ich neige zur Besessenheit, wenn ich für meine Nostalgieposts recherchiere (was wahrscheinlich der Grund dafür ist, daß es noch nicht mehr sind), und ich landete auf Instagram, in holländischen Onlineshops, Museen, Sammlerseiten. Es wäre einfacher gewesen, wenn ich alles ohne DeepL als Übersetzungshilfe hätte lesen können.

Stellt euch meine (unbegründete) Überraschung vor, als ich herausfand, daß es in diesem speziellen Dekor noch andere Teile gab, Suppenschüsseln, Eierbecher, Blumentöpfe, Zuckerschüsseln, Kaffeekannen (keine Ahnung, ob wir eine Kaffeekanne hatten, obwohl es Sinn gemacht hätte), sogar mit vertauschten Farben, und die
Milchbecher im Bonnefanten gefielen mir richtig gut!
Es könnte sein, daß ich vielleicht schon eine Suppenschüssel und einen Blumentopf bestellt und mich nach einem Eierbecher erkundigt habe ... wenn also irgendjemand über einen Milchbecher stolpert, laßt es mich wissen, er muß nicht einmal gelb sein ;-)
Ich werde die Bilder in den Post einfügen, sobald ich die Teile habe.

Jetzt bräuchte ich erstmal eine Buttercremetorte, die ich, glaube ich, seit Jahren nicht mehr hatte!

Montag, 13. Februar 2023

Herbst Dawn

Dieses Wochenende rief mich eine kleine Dose mit alter Perlensuppe in Herbstfarben. Wenn die Perlen rufen, muß man zuhören und das tat ich.
Ich hatte zufällig eine Puppe in meiner Perlenkiste - wer hat das nicht - und konnte direkt anfangen, dann führte eins zum anderen.
Ich möchte euch Herbst Dawn vorstellen. Ich denke, es ist bei den Farben, die sie trägt, ziemlich offensichtlich, wie sie zu ihrem Namen kam, obwohl es wahrscheinlich mehr Spätsommer ist, so wie sie herumläuft, ärmellos, bauchfrei und in Sandalen!


Tatsächlich ist der Name etwas irreführend. Nur der Kopf ist von einer Topper-Puppe, der Körper ist von einem Dawn-Klon mit der Markierung "Hongkong B & G", über die ich nichts herausfinden konnte. Ich bekam die Puppe schon so, ich weiß nicht, welches Schicksal diese beiden Teile zusammenbrachte.

Ich glaube, ich habe schon früher erwähnt, daß ich oft mit dem unteren Teil eines Outfits beginne, in diesem Fall mit dem Rock, den ich aus der Perlensuppe gemacht habe. Da die Perlen nicht nur unterschiedliche Farben und Finishes hatten, sondern sich auch in der Größe unterschieden, entschied ich mich für einen bunten Stufenrock mit weiten Falten, um die Unregelmäßigkeiten ein bißchen zu verstecken.


Als nächstes waren die Sandalen an der Reihe. Da die Perlensuppe nicht für einen bodenlangen Rock ausgereicht hatte, waren sie viel einfacher zu machen als üblicherweise, wenn ich wieder einmal vergessen habe, sie als erstes zu machen, und dann nicht viel Raum zum Arbeiten habe.
Herbst Dawns einer Fuß ist etwas gerade als der andere, um also sicherzustellen, daß die Sandalen auch an bleiben, habe ich die breiten Riemen an den Knöcheln gefädelt (übrigens mein erstes Peyote mit ungerader Anzahl).


Das Oberteil ist ein neues Design. Normalerweise fange ich von der Taille aus an zu arbeiten, entweder direkt an der Puppe, wobei ich mich nach oben arbeite, oder ich mache ein Vorder- und Rückenteil von unten nach oben und füge die Nähte dann an den Seiten zusammen.
Diesmal habe ich den Peyoterücken jedoch seitwärts  gemacht, dann an beiden Seiten verlängert und diese schließlich vorne zusammengefügt, wodurch ein bauchfreies Top entstand. Zwei Träger auf jeder Seite sorgen für einen wirklich guten Sitz.
Als ein kleines Extra habe ich vorne und an den Seiten noch bronzefarbene Tropfenperlen angebracht.


Dawn mag Accessoires, aber eine Kette wäre zuviel gewesen, also bekam sie nur zwei kleine Armbänder aus unterschiedlichen Perlen.


Der Hut. Ich kann einem Hut nicht widerstehen, und meine Entschuldigung ist, daß sich Dawns Haar weigert, an Ort und Stelle zu bleiben. Dieser Hut aus goldenen und bernstein AB Perlen war hauptsächlich von der begrenzten Anzahl an bernsteinfarbenen Perlen inspiriert, aber auch von einer meiner liebsten Murphy Brown-Folgen. Ich war so in Versuchung, eine Quaste anzubringen, folgt dem Link und ihr werdet wissen, was ich meine.


Zu guter Letzt die Handtasche. Für eine Frau, die nur ihren geliebten Shopper mitschleppt, bin ich definitiv davon besessen, für meine Puppen Handtaschen, Einkaufstaschen usw. zu fädeln.
Ich habe die Farbe ausgewählt, weil sie Leinen ähnelt, mit mattem "Leder" für den Riemen, und habe die Tasche mit kleinen goldenen Spacer"blumen" verziert.


Da habt ihr sie - Herbst Dawn :-)

Donnerstag, 9. Februar 2023

Auf der Mauer

Ist es nicht seltsam, wie man manchmal etwas anschauen kann und einfach nichts damit anzufangen weiß? Ich nehme an, das passiert den meisten kreativen Menschen, wenn nicht sogar allen.
Und manchmal dauert es Jahre und Jahre und Jahre, dann auf einmal - bumm.
Ich erinnere mich daran, diese Mondsteine gekauft zu haben, weil mich die verschiedenen Farben und die - für mich - ungwöhnliche Form faszinierte. Ungewöhnlich, weil ich runde Steine benutzte. Die Form (und Größe) waren für mich jedoch ein großes Problem, weil ich keinen Weg finden konnte, sie in eines meiner Stücke einzuarbeiten. Damals häkelte und strickte ich nur mit Draht, und mein einziger Versuch, mit den Mondsteinen zu arbeiten war irgendwie okay, aber definitiv nicht okay genug. Nachdem ich das Stück - ein Drahtstrickkragen - ein paar Jahre lang immer wieder angeschaut hatte, nahm ich es schließlich auseinander und die Mondsteine wanderten in die Schublade zurück.

Kürzlich suchte ich aber nach etwas in dieser Schublade, holte dies und das heraus, und als ich das Tütchen mit den Mondsteinen in der Hand hielt, war es wie eine Offenbarung - eine Trockensteinmauer!
Es war recht passend, daß ich als Hintergrundunterhaltung Inspector Barnaby laufen hatte. Ländliches England, hier komme ich ;-)

Das Glück war auf meiner Seite, die Mauer wurde gerade. Nun fehlte nur noch jemand or etwas, das darauf saß. Wartet, wie wäre es mit einer Katze?? Das war natürlich ein Witz. Eine Katze war die erste Wahl, und da ich in meinem "Arbeitskästchen" einen schwarzen Glascabochon hatte - tatsächlich purer Zufall - wollte sie offensichtlich schwarz sein.
Um den 3D-Effekt zu verstärken, gab ich Kopf und Schenkeln eine extra Schicht Rocailles und dem Schwanz eine zusätzliche Schicht matter Kristalle. Die Katze bekam außerdem rundherum zwei Reihen Rocailles, damit sie nicht mit dem Hintergrund verschmelzen würde.

Ich liebe den Hintergrund. Diese Hexagonperlen funkeln so richtig, was durch das willkürliche Aufsticken noch stärker wird. Die kleinen "Sterne" bemerkt man kaum. Das war so zeitaufwendig, aber meiner Meinung nach war es das echt wert.

Aus dem ganzen einen Anhänger zu machen war schwieriger als gedacht. Gefädelte Ketten gefielen mir nicht, die Ösen, die ich probierte, waren nicht besser. Letztendlich beschloß ich, eine dieser Kunstseideketten zu besorgen und dafür eine Schlauchöse (keine Ahnung, wie das offiziell heißt) zu fädeln.
Nun wünschte ich, es wären mehr Mondsteine übrig, da ich sehr in Versuchung bin, noch eine Trockensteinmauer zu machen. Hatte ich nicht noch irgendwo ein paar Tilaperlen  .....

Samstag, 4. Februar 2023

Warten auf den Frühling

Zunächst war ich völlig planlos, als ich las, daß die Inspiration für unsere erste Challenge auf JAC in diesem Jahr Narzissen waren.
Ich glaubte nicht einmal, daß ich gelbe Rocailles hatte, fand aber zwei verschiedene Töne in meinem Kasten, zu meiner großen Überraschung, also fiel diese Ausrede weg.
Meine gefädelte Anstecknadel ist nur etwas Kleines, aber ich mußte dabei an den Frühling denken, was zum Challengethema "Sehnsucht nach dem Frühling" paßt.