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Dienstag, 9. April 2024

Charade - eine kleine Hommage

Es ist wirklich unglaublich, daß ich nie ein Zitat aus diesem Film benutzt habe, als ich noch das Zitat der Woche gemacht habe, weil er einer meiner absoluten Lieblinge ist.
Cary Grant? Audrey Hepburn? Spannung, Geheimnis, Liebe und Witz? Ich bin dabei, vielen Dank.
Ich spreche natürlich von Charade von 1963, und wenn ihr den Film nie gesehen habt, das aber noch möchtet, solltet ihr jetzt aufhören zu lesen oder zu schauen. Spoileralarm!

Kurz gesagt, Audrey Hepburn - Reggie - findet heraus, daß ihr Ehemann, von dem sie sich scheiden lassen will, weil es bei ihm immer nur Geheimnistuerei und Lügen gibt, nicht nur tot ist, sondern daß er ihr außer einer leeren Wohnung und ein paar Sachen in einer kleinen Tasche nichts hinterlassen hat.
Außerdem ist er auch noch ein Dieb gewesen, der von seinen Komplizen gestohlen hat, und die sind nun hinter ihr her, weil sie überzeugt sind, daß sie das gestohlene Geld hat oder zumindest weiß, wo es ist. Schmeißen wir noch einen falschen Agenten dazu, Cary Grant als den verdächtigen Helfer, dessen sie sich nie sicher sein kann, obwohl sie sich in ihn verliebt hat, packen wir sie alle in das Paris der 60er, und ihr könnt euch auf eine wilde Fahrt gefaßt machen - "den besten Hitchcock-Film, den Hitchcock nie gemacht hat".

Für einen "Film-Showcase" in einer meiner Facebook-Verkaufsgruppen sollten wir Stücke designen, die von Filmen inspiriert wurden, und Charade war der zweite, der mir einfiel (der erste war Der Weiße Hai und vielleicht mache ich noch einen Post darüber, was ich darauf basierend gemacht habe).

Ich konnte nur "Briefmarken" und "Eiffelturm" denken, und ohne genau zu planen, wie ich diese zwei Dinge unter einen Hut bringenn wollte, besorgte ich mir ein par Eiffelturm-Charms und holte die alte Briefmarkensammlung der Familie aus der Schublade.
Wißt ihr, Reggies Mann hat von dem Geld nämlich drei sehr seltene und wertvolle Briefmarken gekauft, die für alle sichtbar auf einem Umschlag kleben, aber es dauert den ganzen Film, bevor ihnen das klar wird.
Da hat Reggie die Marken aber schon dem kleinen Sohn ihrer Freundin gegeben, der sammelt (so wie meine Geschwister und ich es als Kinder waren), und er hat sie bei einem Briefmarkenhändler eingetauscht. Es ist eine meiner Lieblingsszenen im Film, wie sie zu dem Laden gehen und der Händler ihnen jede Marke liebevoll beschreibt, bevor er sie zurückgibt, weil er bereits auf sie gewartet hat, denn er wußte, das mußte ein Fehler sein.
Als Reggie sagt, daß es ihr leid tut, sagt er: "Ein paar Minuten haben sie mir gehört. Das genügt mir."
Mein Sammlerherz fühlt diese Worte so richtig, jedes Mal aufs Neue.

Ich hatte gedacht, es würde einfacher sein, Briefmarken aus der Sammlung auszusuchen, die in Farbe und Design gut zusammenpassen und das richtige Gefühl erzeugen würden, aber nicht nur wollte ich so manche Serie nicht auseinanderreißen, sondern ich dachte auch, daß riesige, bunte Marken mit Astronauten oder exotischen Tieren wohl nicht so ganz zum Design passen würden ;-)
Schließlich wählte ich drei Marken, und nach einem verhunzten ersten Versuch, der dazu führte, daß ich beim zweiten Mal ein paar Dinge anders macht, machte es echt Spaß, an diesem Anhänger zu arbeiten. Dies ist eins der Stücke, das nicht einfach nur ein gewöhnliches Design für mich ist, sondern etwas sehr Persönliches. Wenn ihr einen Film oft gesehen habt, habt ihr dann auch eine Erinnerung an die Umstände, unter denen ihr ihn gesehen habt oder an die Emotionen?

Falls der Anhänger bei mir bleibt, was er wahrscheinlich wird, da ich bezweifle, daß er in anderen die gleichen Gefühle hervorruft, wird es trotzdem noch nützlich sein, mich daran zu erinnern, was ich daraus gelernt habe - die Briefmarken zu versiegeln, zu befestigen und mehr.

Hier ist übrigens ein Artikel auf Englisch über die wundervolle Szene mit dem Briefmarkenhändler. Ich bin nicht die einzige, die sie liebt.
Und hier ist ein deutscher Artikel, der etwas über die Marken im Film erklärt, was tatsächlich recht interessant ist.




Sonntag, 25. Juni 2023

Unter dem blauen Mond

Ich muß wirklich dem Dekan für das hier die Schuld geben oder danken. Wahrscheinlich beides, weil es definitiv er war, der den blauen Cabochon aus dichroischem Glas versteckt hatte, aber auch weil er dafür sorgte, daß ich ihn wieder fand, als er vor meinen Augen etwas anderes an derselben Stelle versteckte.
Es war eine nette Überraschung, und da ich dank des Mondhasen, den ich für die JAC-Challenge "Mond und Sterne" gemacht hatte", noch in "Mondstimmung war", fing ich an "Blue Moon" zu summen. Das ist eine Menge Mond ;-)
Wir hatten die alte Elvis Presley-Single, darum ist das immer die Version, die mir als erstes einfällt. Das waren noch Zeiten, als ich versuchte, meine Mutter zu überzeugen, daß ich meine Hausaufgaben mit Hintergrundmusik machen MUSSTE, sprich die alten Singles meines Vaters aus den 50ern und 60ern.
Zum Glück hatten wir die alte Musiktruhe, die ich vor Jahren hier gezeigt habe, eine Kombination aus Fernseher, Radio und Plattenspieler. Eine ihrer sehr nützlichen Funktionen war, daß man mehrere Singles auf einmal auflegen konnte (die Familie ist sich nicht ganz einig wieviele), die dann herunterfielen und nacheinander abgespielt wurden. Ich bezweifle, daß meine Mutter damit einverstanden gewesen wäre, wenn ich nach jedem Lied aufgestanden wäre und die Single getauscht hätte, während ich Hausaufgaben mache.


Und hier ist Elvis' Stimme in all ihrer Pracht von 1954.



Meine Gedanken begannen zu wandern.
An einem See sitzen, den Tönen von Grillen und Fröschen lauschen ... ein paar Libellen entdecken, die sich für die Nacht niedergelassen haben ... unter einem blauen Mond ...

Zu dem blauen Mond, dem nächtlichen Hintergrund und dem dunkelgrünen Grashalm wollte ich für die Libellen eine Kontrastfarbe, also wählte ich eine Mischung aus roten Perlen für die Stickerei, mit klaren AB Pailletten für die Flügel.
Es erinnerte mich daran, wie mich einmal eine rote Libelle in unserem kleinen Garten besuchte. Wir haben keinen Teich, also nehme ich an, sie war von einem anderen Garten herübergekommen, um hallo zu sagen und sich dann auf den Rückflug zu machen.

Eine ganze Weile und eine Perlenbestellung später, weil mir die Hintergrundperlen ausgingen, dachte ich mir, das würde statt eines Anhängers ein witziges Armband abgeben, aber da die Rückseite schon aufgenäht war, entschied ich mich schließlich dagegen und
stattdessen für eine Kette aus Hexperlen.
Ich habe versucht, ein Video zu machen, um zu zeigen, wie sehr diese Halskette glitzert, aber das klappte nicht, also muß es erstmal ein Foto zur späten Nacht sein.

Samstag, 4. März 2023

Vampirfledermaus Angie

Ich muß es vor mir selber zugeben, zur Zeit bin ich mit Schmuck nicht sehr gut. In meiner Schublade liegt ein Paar Ohrringe, das nur darauf wartet, daß ich mich für Ohrhaken entscheide. In einem Tütchen sind auch noch ein paar kleine Perlenherzen, die auf eine Verwendung warten. Immer wieder greife ich zu Dingen und lege sie wieder hin.

Daß ich gerade so wenig Motivation verspüre, hat viel mit dem zu tun, was so los ist, in der großen Welt und in meiner kleinen Welt.
Glücklicherweise scheint das nicht zu bedeuten, daß ich gar nicht mehr kreativ werden kann. Meine Muse dachte offensichtlich, daß es Zeit für mich wurde, an einem Puppendesign zu arbeiten, daß - zusammen mit zwei anderen - seit Monaten auf meinem Tisch lag. Diesmal hatte ich tatsächlich eine Zeichnung von drei Outfits gemacht (während eines Meetings, als ich nicht benötigt wurde), die schon Monate davor in meinem Kopf herumschwirrten, mehr um mich daran zu erinnern, als ihnen im Detail zu folgen.
Meine Puppenoutfits entwickeln sich während des Prozesses, und nicht einmal ich kann sagen, wie sie am Ende aussehen werden.

Für dieses habe ich das allererste Mal eine Angie-Puppe verwendet, eine hübsche Brünette von Topper mit dem Kopfmodell P10.
Ihre Haarfarbe verdammte sie dazu, die Fledermausdame zu werden. Ihr erinnert euch vielleicht daran, daß ich eine ziemliche Faszination für Perlenstickflügel hege (ooh, ich hatte gerade eine Idee für ein weiteres Design), und ich sah Angie definitiv überwiegend in schwarz mit Fledermausflügeln. Würde ich noch Köpfe "rerooten", also neue Haare einziehen, wäre ich möglicherweise sogar in Versuchung gewesen, ihr schwarze Haare zu geben. Und sie für einen romantischeren Vampirnamen Angelina zu nennen.


Bei der ersten Entscheidung ging es darum, ob das Kleid eng werden sollte oder ein opulenter Ballkleid-Stil, der Stil eines fließenden Nachthemds schied von vornherein aus. Ein Gedanke, der mir in den Kopf kam, wahrscheinlich weil ich alte Folgen der Addams Family episodes auf YouTube angeschaut hatte, war ein Kleid wie das von Morticia, aber erstens ist Morticia kein Vampir und zweitens möchte ich meine eigenen Designs machen.
Das Kleid wurde schließlich also zwar eng, aber es gibt keinen auffälligen Ausschnitt, keine langen Ärmel - nicht nur, weil sie mit Perlen schwierig zu machen sind, da die Arme so nah am Körper sind, sondern weil ich den Kontrast der Arme zu den Flügeln wollte - und statt der "Tentakel" am Saum wird der Rock ab einer höheren Stelle weiter und ist hinten etwas länger.


Kristalle auf einen Teil des Rocks aufzunähen, war ein spontaner Entschluß. Schwarz und siamrot ist eine Kombination, die für mich unwiderstehlich ist. Erst als es dunkel wurde und ich das Licht anmachte, bemerkte ich, daß ich Kristalle in dunklem und hellem Siamrot verwendet hatte. Es ist schwer zu glauben, da das dunkle Siamrot auf diesen Bildern fast schwarz aussieht, aber im Tageslicht muß man, wenn man schwarzen Faden benutzt, sehr genau hinschauen, um sie auseinanderzuhalten. Zum Glück gefiel mir der Effekt von verschiedenen "Blutstropfen", darum nähte ich einfach noch ein paar Kristalle im hellen Siamrot auf anstatt alle wieder zu entfernen.


Wie gewöhnlich fädelte und fädelte ich am Kleid, bis es dann fast zu spät war, die Schuhe zu machen. Werde ich das jemals lernen?
Dann wurde mir klar, daß ich noch nie über die Schuhe von Vampirdamen nachgedacht habe. Ballerinas, Stöckel, Slipper? Ich machte es mir einfach und fädelte ein Paar einfache Sandalen, weil sie unter dem langen Kleid sowieso nicht gesehen werden. Sie haben schmale Knöchelriemen, Sohlen und zwei Riemen über den Zehen.


Viel interessanter sind die Flügel, jedenfalls für mich.
Ich hatte keinen Erfolg damit, ein gutes Video hinzubekommen (bis jetzt, ich werde es weiterprobieren), das das Funkeln der roten Stiftperlen mit Silbereinzug in Verbindung mit dem AB-Schimmer der glänzendschwarzen Pailletten zeigt. Ich hätte mattschwarze Pailletten verwenden können oder glänzende ohne das AB-Finish, aber ich liebe den Effekt von Schwarz, das mit einer kleinen Bewegung in Farben explodiert.


Ihr wißt, wie gerne ich Accessoires mache, aber in diesem Fall hätten sie einfach nicht gepaßt.
Angelina bekam nur ein kleines Halsband mit einem "Vampirbiß".

Ich überlege mir immer noch, ob ich mich selber an einem Paar roter Lippen und Vampirzähnen versuchen soll oder die Aufgabe an jemanden outsourcen, der ziemlich wahrscheinlich besser darin ist.
Auch wenn das nicht geschehen sollte, bin ich aber trotzdem wirklich glücklich über meine dunkle Schönheit!


Update April 2024:
Ich habe mich endlich an einem Vampirlächeln versucht, aber nach vielen Versuchen ließ ich das mit den Zähnen sein, weil sie nicht zu den Augen paßten, und ich wollte wirklich die Augen nicht versauen. Ein breites Lächeln paßte einfach nicht und nur zwei weiße Punkte sahen irgendwie lächerlich aus, wenigstens für mich, so als hätte sie Krümel am Mund hängen.
Die roten Lippen jedoch passen viel besser zum Gesamtbild als die rosafarbenen!


Dawn war ein eingetragenes Warenzeichen der Topper Company. Ich bin mit Topper in keiner Weise verbunden.

Donnerstag, 9. Februar 2023

Auf der Mauer

Ist es nicht seltsam, wie man manchmal etwas anschauen kann und einfach nichts damit anzufangen weiß? Ich nehme an, das passiert den meisten kreativen Menschen, wenn nicht sogar allen.
Und manchmal dauert es Jahre und Jahre und Jahre, dann auf einmal - bumm.
Ich erinnere mich daran, diese Mondsteine gekauft zu haben, weil mich die verschiedenen Farben und die - für mich - ungwöhnliche Form faszinierte. Ungewöhnlich, weil ich runde Steine benutzte. Die Form (und Größe) waren für mich jedoch ein großes Problem, weil ich keinen Weg finden konnte, sie in eines meiner Stücke einzuarbeiten. Damals häkelte und strickte ich nur mit Draht, und mein einziger Versuch, mit den Mondsteinen zu arbeiten war irgendwie okay, aber definitiv nicht okay genug. Nachdem ich das Stück - ein Drahtstrickkragen - ein paar Jahre lang immer wieder angeschaut hatte, nahm ich es schließlich auseinander und die Mondsteine wanderten in die Schublade zurück.

Kürzlich suchte ich aber nach etwas in dieser Schublade, holte dies und das heraus, und als ich das Tütchen mit den Mondsteinen in der Hand hielt, war es wie eine Offenbarung - eine Trockensteinmauer!
Es war recht passend, daß ich als Hintergrundunterhaltung Inspector Barnaby laufen hatte. Ländliches England, hier komme ich ;-)

Das Glück war auf meiner Seite, die Mauer wurde gerade. Nun fehlte nur noch jemand or etwas, das darauf saß. Wartet, wie wäre es mit einer Katze?? Das war natürlich ein Witz. Eine Katze war die erste Wahl, und da ich in meinem "Arbeitskästchen" einen schwarzen Glascabochon hatte - tatsächlich purer Zufall - wollte sie offensichtlich schwarz sein.
Um den 3D-Effekt zu verstärken, gab ich Kopf und Schenkeln eine extra Schicht Rocailles und dem Schwanz eine zusätzliche Schicht matter Kristalle. Die Katze bekam außerdem rundherum zwei Reihen Rocailles, damit sie nicht mit dem Hintergrund verschmelzen würde.

Ich liebe den Hintergrund. Diese Hexagonperlen funkeln so richtig, was durch das willkürliche Aufsticken noch stärker wird. Die kleinen "Sterne" bemerkt man kaum. Das war so zeitaufwendig, aber meiner Meinung nach war es das echt wert.

Aus dem ganzen einen Anhänger zu machen war schwieriger als gedacht. Gefädelte Ketten gefielen mir nicht, die Ösen, die ich probierte, waren nicht besser. Letztendlich beschloß ich, eine dieser Kunstseideketten zu besorgen und dafür eine Schlauchöse (keine Ahnung, wie das offiziell heißt) zu fädeln.
Nun wünschte ich, es wären mehr Mondsteine übrig, da ich sehr in Versuchung bin, noch eine Trockensteinmauer zu machen. Hatte ich nicht noch irgendwo ein paar Tilaperlen  .....

Sonntag, 23. Oktober 2022

Oben auf dem Hügel

Der Achathügel ist mitten im Nirgendwo, so nirgendwo, daß keiner wirklich weiß, wo das ist.
Es ist kein großer Hügel und es gibt nicht viel zu sehen, nur ein paar Steine und ein paar Bäume, über denen Mond und Sterne am Nachthimmel scheinen. Natürlich sind da auch noch die drei Häuser.
Auch weiß niemand, wer in den drei Häusern wohnt. Keiner hat bemerkt, wie sie gebaut wurden und wer sie gebaut hat. Sie waren plötzlich da, mit ihren eisig aussehenden Wänden und den leuchtendroten Dächern. Manchmal kann man Geräusche hören, bei denen man sich fragt, was da geschieht. Zwergenwerkstätten? Ein paar von Santas Elfen, die ein Territorium erforschen?
Kein einziger war schon tapfer genug, um anzuklopfen und hallo zu sagen ... würdet ihr?


Tatsächlich ist es ziemlich so passiert.
Die Häuser waren auf einmal da. Alles war auf einmal da. Ich hatte nur den Achat"hügel" auf die Unterlage geklebt geklebt und dafür eine Fassung gefädelt. Der Rest war Magie. Oder meine Muse. Meine magische Muse?

Ich frage mich immer mal wieder, ob es gut ist, so zu arbeiten, oder ob ich mich selber dazu herausfordern sollte, etwas zu planen, mit Skizzen zum Beispiel oder einer Liste von Farben, die ich benutzen möchte.
Andererseits sind das die Stücke, die beim Arbeiten am meisten Spaß machen. Manchmal tut es mir leid, wenn ich mich selber auf ein Stück Unterlage beschränkt habe, das für die Gedanken in meinem Kopf nicht groß genug ist. Doch dann kann es auch wieder echt spannend sein, diese Herausforderung anzunehmen, wenn einem plötzlich die richtige Idee in den Kopf kommt.

In diesem Fall fühlt es sich beinahe so an, als ob meine einzig echten Beiträge die Doppelreihe Daggerperlen und die gefädelte Kette waren, weil ich sie ther hand, those are the pieces that are the most fun. Sometimes I'm sorry if I have limited myself by using a piece of backing that isn't big enough for the thoughts in my head. Then again, it can be really exciting to take on the challenge if the right idea suddenly pops into your mind.

Als das Mittelstück fertig war (mit schwarzem Kunstleder für die Rückseite übrigens), schaute ich zur Inspiration meine Perlen durch. Die Daggerperlen hatten genau die richtige Farbe und zum Glück hatte ich gerade die blauen Kristalle bestellt, die ich für die Kette benutzt habe.

Nun muß ich nur noch herausfinden, wer in diesen Häusern lebt.

Freitag, 1. Juli 2022

SilhouetteCat und die Meerjungfrau

Nein, sie sind kein Paar, auch wenn der Titel das so aussehen lassen könnte ;-) Obwohl man ja nie weiß, ob sie sich unter einem Vollmond getroffen haben, SilhouetteCat sitzt vielleicht am Kai und schaut zu seiner Freundin hinunter, die aus den Tiefen des Meeres gekommen ist, um hallo zu sagen? Ich frage mich, welche Art Konversation sie wohl führen könnten.

Fangen wir mit SilhouetteCat an.
Wenn ihr mir schon eine Weile folgt, wißt ihr vielleicht, daß er eine meiner Lieblings-HeatherCats ist und daß ich mehrere Versionen von ihm gemacht habe.
Das hier ist meine zweite Perlenstickversion und die erste in Farbe, alles nur, weil ich nicht widerstehen konnte, aus einem schimmernden Schachbrettcabochon einen Mond zu machen.
Ich hatte keine HeatherCat geplant. Mein erster Gedanke war ein Baum gewesen, der den Vollmond "hält", aber zum Glück habe ich ein großes Stück Stickunterlage benutzt, so als Mabel, meine Muse, mir ins Ohr geflüstert hätte, daß ein Mond eine Katze braucht ...
Als ich erstmal die Fassung für den Mond gefädelt und ein paar Reihen rundherum hinzugefügt hatte, wußte ich, daß mich das an Heather's SilhouetteCat erinnerte.


Also fügte ich den schwarzen Kater hinzu - mit einem leicht veränderten Körper, weil ich nicht wollte, daß er bis ganz zum Mond hinaufreichte.
Nun ein paar Sterne. Beim Perlenweben haben meine Nachthimmel oft Punkte als Sterne, aber dieser Mond war so groß, daß ich das Gefühl hatte, sie müßten auch größer sein. Cabochons, die gepaßt hätten, hatte ich aber keine, also entschied ich mich für noch mehr Kreise (das ist wahrscheinlich der Grund, warum sich Leute an Van Goghs "Sternennacht" erinnert fühlen, wenn man aber genauer hinschaut, sieht man, daß es nicht wirklich so viele Ähnlichkeiten gibt und es war auch nicht meine Inspiration).
Es hat auch Spaß gemacht, Fransen zu machen. Ich habe immer noch Tonnen von diesen Daggerperlen aus der Zeit, als ein altes Projekt abgebrochen wurde, und die Farbe war perfekt.

Dann war ich am üblichen Punkt. Was für eine "Kette" sollte ich nehmen? Natürlich dachte ich an mein geliebtes Herringbone, aber diesmal gefielen mir weder die 4- noch die 6-Perlen-Kette, weil die unterschiedlichen Blautöne verschiedene Größen hatten.
Mir fiel aber ein, daß ich gerade erst Bänder aus Wildlederimitat bekommen hatte und daß da aus meinen frühen Perlenwebtagen noch eine Menge Bandenden waren, und tatsächlich sahen die geflochtenen Bänder viel besser aus.
Nun bin ich wirklich glücklich damit, wie das ganze Schmuckstück geworden ist!


Und die Zöpfe brachten mich tatsächlich zu einem WIP, das neun Monate in meiner berüchtigen WIP-Schublade verbracht hat - meine Meerjungfrau.
Ich hatte sie noch nicht mal hier gepostet, weil ich dachte, sie würde viel eher fertigwerden, aber ich hatte das gleiche Problem mit der Kette gehabt. Perlenwebbänder saßen nicht richtig, die Herringbone-schläuche sahen nicht richtig aus.

Zum Glück waren die anderen "Wildleder"bänder, die ich gekauft hatte, ein dunkles Seegrün und ein helles Blau und paßten so perfekt zu den Farben im Schwanz der Meerjungfrau.
Eigentlich war meine erste Idee nur ein Fischschwanz mit lauter Pailletten gewesen, aber nur ein Schwanz wirkt immer gleich so abgeschnitten, daher entwickelte sich stattdessen diese große Meerjungfrau, bekam mehr und mehr Haare und einen großen Fischschwanz. Es hat Spaß gemacht ;-)

Es ist erstaunlich, wie befriedigend es ist, ein lange wartendes WIP fertigzumachen, weil endlich die richtige Idee aufgetaucht ist, und ich bin auch sehr froh, daß sie es aus der Schublade herausgeschafft hat, die über die Jahre für einige andere Stücke zur Endstation wurde.

Dienstag, 26. April 2016

Unikate gegenüber dem Wiederholen eines Designs

April ist fast vorüber und es ist Zeit für den monatlichen Blog Carnival der Jewelry Artisans Community.
Diesen Monat geht es um Unikatstücke gegenüber dem Wiederholen eines Designs.

In den alten Tagen von JAC (tatsächlich hatte es da noch einen anderen Namen) gab es eine Zeit, in der Newbies einen Mentor bekamen, wenn sie das wollten, jemand, der schon eine Weile im Geschäft war, jemand, der mit Tips aushelfen, Fragen beantworten und einen ermutigen konnte.
Ich erinnere mich an zwei Dinge, die meine Mentorin mir sagte.
1. Man kann keinen sterbenden Dinosaurier melken. Dabei ging es um meine Kamera, die am Abnippeln war, als sie anfing, meine Bilder in einem lieblichen Zartlila einzufärben. Es war meine erste Digitalkamera gewesen und es war schwer, ihr Lebwohl zu sagen, aber das Lila ging einfach nicht weg. Dieser Dino lag in der Tat im Sterben.
2. Wenn du etwas verkauft hast, mache es sofort noch einmal. Ah. Hierbei war ich mir nun nicht so sicher. Sogar damals fiel es mir schwer, Ohrringe zu machen, weil das bedeutete, das gleiche zweimal zu machen.

Die Zeit zeigte, daß Nummer 2 echt nicht mein Ding war.
Natürlich sehen manche Stücke ähnlich aus. Eine Strickfassung aus Draht ist eine Strickfassung aus Draht, egal ob da ein Jaspis oder ein Achat in der Mitte sitzt. Damit experimentiere ich jedoch gern noch. Hier etwas hinzu, dort die Maschen manipulieren. Ein Drahthäkelschlauch ist ein Drahthäkelschlauch, aber man kann auf unterschiedliche Art Perlen dabei verwenden. Ihr versteht, was ich meine.

Es stimmt schon, manchmal mache ich gern eine Serie. Es gibt die Regenbogenelfen, eine Serie von Drahthäkelschlauchketten in unterschiedlichen Farben mit passenden Perlenmischungen. Um ehrlich zu sein, ich glaube nicht, daß ich heutzutage immer noch die Geduld hätte, in ein paar Tagen zehn dieser Schlauchketten zu machen, ganz zu schweigen davon, daß meine Handgelenke mir das kaum verzeihen dürften. Da sind dann noch die einzelnen Perlen in Fassungen aus gehäkeltem Draht. Es gibt die gestrickten Drahtarmbänder mit den Lampworkperlen als Knöpfe.
Das passiert aber nicht so oft. Wie viele Male habe ich gesagt, daß ich dies oder das in einer anderen Farbe oder mit anderen Perlen machen muß, und wie viele Male habe ich dann etwas anderes zum Ausprobieren gefunden, bevor ich dazu kam?

Außerdem benutze ich keine Muster und ich schreibe auch keine Muster außer natürlich für meinen Perlenwebstücke.
Oft weiß ich auch einfach nicht mehr, wie ich etwas gemacht habe. Das kommt von dem "hier ein bißchen dazu" und "dort ein wenig manipulieren". Ich sage ja gern, daß ich den Haken und den Draht übernehmen lasse, und das bedeutet, daß ich hinterher keine Ahnung habe, wie die beiden mich dorthin geführt haben, wo wir am Ende sind. Oft ist es ummöglich, am fertigen Stück zu erkennen, was genau ich gemacht habe, und ich zähle definitiv niemals Maschen, weil das meine Konzentration während des Prozesses stört. Nun ja, es sei denn, ich mache Ohrringe. Fragt nicht, wie oft ein Ohrring zu einem Anhänger wurde, weil mir plötzlich auffiel, daß ich aufgehört habe zu zählen.


Wohlgemerkt, ich sage ganz und gar nicht, daß es falsch ist, ein Design zu wiederholen, und ich sage auch nicht, daß es besser oder künstlerischer ist, Unikate zu machen.
Ich denke, jeder muß da seinen eigenen Weg finden, und mein Weg ist es eben überwiegend, nicht dasselbe Design zu wiederholen.
Keine Regel ohne Ausnahme jedoch .................... ;-)



Ihr würdet gern wissen, was andere JAC-Mitglieder dazu zu sagen haben?

Violetmoon's Corner
Echoes of Ela
Jewelry Art by Dawn 

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Universum

Ich bin nicht wirklich gut darin, Stücke mit freier Form zu machen. Ich muß mich selber ganz schön zwingen, etwas zu machen, das ein bißchen asymmetrisch ist und freie Form ... tja, das führt mich zurück in die Schule, als ich mit meinem Kunstlehrer darüber diskutierte, daß ich zu detailverliebt war und zu sehr an Symmetrie klebte. Ich sehe ihn noch vor mir, wie er sich mein Werkzeug schnappt, als wir eine Radierung eines Waldes machen mußten, und wie er ein paar wilde Äste in meinen sorgfältig designten Wald kratzt, wobei er mir erklärt, daß die Natur wild sei. Sicher hatte er recht damit, aber trotzdem .... sagen wir mal, wir liebten es, uns gegenseitig zu provozieren, und nun, da ich fast erwachsen bin, kann ich seine Argumente anerkennen und das sogar zugeben :-P

Dieses Stück fing als Versuch an, dickeren Draht für die Nadelspitzentechnik zu benutzen. Ich bin mir nicht mehr sicher, was genau ich dann damit machen wollte, aber als ich es heute fand und dann über ein paar weitere der wunderbaren Blasenlampworkperlen von Deronda O'Neill stolperte, war das wie ein Zeichen - möglicherweise von meinem Kunstlehrer *grins*

Die Perlen sehen mit ihrer hübschen Farbe für mich wie der Planet Erde aus, das gab mir die Idee ein, das Silber in die ihn umgebende Atmosphäre zu formen und es dabei organisch und "wild" zu belassen.


"Universum" ist jetzt in meinem Studio erhältlich.

Montag, 7. Juni 2010

Der Geist des Chaos


Als allererstes möchte ich mich beschweren. Was für ein Problem hat Google Base mit dem Wort "Muse", daß es es blocken muß? Ja, das ärgert mich. Mabel ist eine liebe Freundin für mich geworden und ich werde "Google Base" sie nicht so behandeln lassen ;-)

Ich weiß nicht, ob sich jemand von euch an den Häkelring erinnert, den ich vor einer ganzen Weile gemacht habe. Ich war nie wirklich glücklich damit, mit den Rändern, mit dem Gefühl, wenn man ihn trug, und immer wieder drückte ich ihn zusammen und überlegte, wofür er sonst gut sein könnte.
Meine Muse (ha, nimm dies, Google Base!) zeigte mir schließlich den Weg.

Ihr wißt, wie man manchmal das Gefühl hat, im Chaos zu ertrinken? Zuviel Arbeit vielleicht, zuviel Streß, Dinge, mit denen man schlecht umgehen kann, geschehen, Familie, Gesundheit, dein Auto springt nicht an, man läßt immer wieder Sachen fallen - oft türmen sich diese kleinen Dinge auf und eines Tages fängt man an zu heulen, weil ein Glas umfällt und zerbricht.
Nein, das ist nicht mir passiert, aber einer Freundin und wie sie davon erzählte, dachte ich, daß ich genau wußte, was sie durchmachte. Man kann nur soundsoviel ertragen und dann zerbricht ein ganz gewöhnliches Glas und man hat das Gefühl, das kann man nicht mehr ertragen.


Mein Leben war in letzter Zeit irgendwie etwas chaotisch, ich werde euch die Einzelheiten ersparen.
Und auf einmal nahm ich diesen armen, zerquetschten Ring und begann willkürlich, chaotisch Silberdraht hindurchzuweben. Ich nahm meine Zange und drückte auf den Draht und fügte eine Öse in freier Form hinzu. Dafür war der Ring also gut. Mit diesem Stück bin ich endlich wirklich zufrieden.

Ihr könnt dieses Unikat übrigens in meinem ArtFire-Studio finden.