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Dienstag, 27. Januar 2026

Manchmal muß man einfach schneiden

Die Labradoritsteine, die ich hatte oder habe, sind normalerweise blau, grau und grün, aber Labradorit kann soviel mehr Farben haben, wobei Lila die seltenste ist.
Vor Monaten ging ich meine Cabochonlade durch und bemerkte, daß einer meiner geschnitzten Cabochons, der grau und grün aussah, tatsächlich in einem bestimmten Lichtwinkel einen wunderschönen rosa Schimmer hatte. Den ich in meinen Bildern (noch?) nicht so recht eingefangen habe, aber er ist da, wirklich.
Und ich wußte genau, welche Perlen dazu passen würden.

Für die Fassung wählte ich meine geliebten "Zauberapfel"-Rocailles. Es wird ein sehr trauriger Tag sein, wenn sie aufgebraucht sind, ich schaue sie mir sogar einfach nur gern in der Tube an. Als Verbindung zu dem rosa Schimmer wählte ich ein transparentes Dunkelrot - noch so ein Favorit - und ein paar dunkelrosafarbene 15er Perlen.


Die Fassung ist der einfach Teil. Es ist nicht so einfach zu entscheiden, was als nächstes kommen sollte, und diesmal traf ich auch eine Fehlentscheidung.
Ich freute mich darauf, wieder mal einen Freiformanhänger zu machen. Ich liebe Freiform (und frage mich manchmal, wieviel Schuld daran Gary Larsons Amöben tragen - googlet sie, falls ihr sie nicht kennt, denn ich muß immer an sie denken, wenn ich etwas in der Art mache). Ich wollte eine Mischung aus Rot- und Rosatönen in verschiedenen Perlengrößen verwenden, vielleicht mit etwas Gold hier und da.
Wenn ich in Freiform arbeite, schneide ich gern zuerst den Filz um den Cabochon in Form und folge dieser dann mit den Perlen. Gewöhnlich bin ich damit recht glücklich, obwohl ich mal hier und da die Ränder etwas beschneiden muß. In diesem Fall aber ... ohje, ich haßte es schon nach den ersten drei Reihen, glaube ich, machte aber trotzdem weiter.
Es ist schwierig, meine Gefühle zu erläutern, wenn ich an so etwas weiterarbeite. Es ist wie ein Tropfen Hoffnung, der in einer See von Zweifel schwimmt, - es besteht noch eine winzige Chance, daß ich es dank eines kreativen Wunders schaffe - oder auch öfter ein Molekül von Hoffnung in einer See von Ärger (über mich selber), Motivationsverlust und der Stimme meiner Muse, die mich anschreit, daß ich endlich aufgeben soll.

Das ist der schwierige Teil. Manchmal muß man sich vorwärtskämpfen, manchmal muß man, wenn möglich, kleinere oder größere Änderungen vornehmen - und manchmal muß man einfach nur schneiden.
So wie ich den Filz vorgeschnitten hatte, konnte ich ihn nicht mehr für ein regelmäßiges Design verwenden, aber ich mochte die Fassung und wollte sie nicht nochmal machen. Warum sollte ich das aber? Ich schnitt einfach entlang der Fassung und klebte dann das ganze auf ein zweites Stück Filz. Duh. Nicht so schwer, oder? Dann saß der Cabochon eben höher als gewöhnlich, weil ich gern dickeren Filz benutze, aber das war okay für mich.

Um den Extrarand zu verstecken, benutzte ich wunderschöne große dunkelrot-lila Perlen, dann eine Reihe Gold als Kontrast, und zwei Reihen für den Rand in himbeere und Zauberapfel.


Danach steckte ich erstmal fest. Ich hatte dieses Problem schon immer mit der Tropfenform, vom allerersten Labradorittropfen an, den ich je benutzte (erinnert euch, daß ich euch kürzlich nach eurer Meinung gefragt habe - nun, keine Antwort, also mußte ich selber damit fertigwerden).
Will ich die Spitze oben haben oder folge ich meiner Muse, die die Spitze immer unten sehen will? Wie ihr sehen könnt, hat Mabel gewonnen.
Ich ergänzte ein großes Peyote-Perlen"röhrchen" auf der Rückseite für den gedrehten Herringbone-Schlauch, den ich in Zauberapfel und dunkelrot-lila gefädelt hatte. Dadurch liegt der Anhänger nicht flach auf, sondern im Winkel.

Und als ob das nicht schon ausreichte, gab ich noch meiner asymmetrischen Seite nach. Es hatte so lang gedauert, sie zu entwickeln, aber nun geht sie nicht mehr fort.
Mein erster Plan waren kleine braune Glasblumen, die ich schon früher benutzt habe und sehr liebe, aber leider konnte ich sie auf die Schnelle nicht finden.


Was ich aber fand, waren diese übriggebliebenen Perlen, und mir gefiel der Kontrast, den sie zum Anhänger beisteuerten. Auffallend vielleicht, aber ich fand die Kette konnte etwas Oomph gebrauchen, um sie weniger klassisch (und langweilig) zu machen.

Ich habe übrigens etwas geschummelt. Im Moment, da ich das hier schreibe, hat die Kette noch keinen Verschluß. Ich habe keinen goldenen Karabinerhaken, der groß genug ist, wollte aber nicht mit dem Fotografieren warten, weil ich so glücklich darüber bin, daß dieses WIP, das jetzt schon ein paar Monate in der Arbeitsbox sitzt und wartet, endlich fast fertig ist!

Sonntag, 23. Oktober 2022

Oben auf dem Hügel

Der Achathügel ist mitten im Nirgendwo, so nirgendwo, daß keiner wirklich weiß, wo das ist.
Es ist kein großer Hügel und es gibt nicht viel zu sehen, nur ein paar Steine und ein paar Bäume, über denen Mond und Sterne am Nachthimmel scheinen. Natürlich sind da auch noch die drei Häuser.
Auch weiß niemand, wer in den drei Häusern wohnt. Keiner hat bemerkt, wie sie gebaut wurden und wer sie gebaut hat. Sie waren plötzlich da, mit ihren eisig aussehenden Wänden und den leuchtendroten Dächern. Manchmal kann man Geräusche hören, bei denen man sich fragt, was da geschieht. Zwergenwerkstätten? Ein paar von Santas Elfen, die ein Territorium erforschen?
Kein einziger war schon tapfer genug, um anzuklopfen und hallo zu sagen ... würdet ihr?


Tatsächlich ist es ziemlich so passiert.
Die Häuser waren auf einmal da. Alles war auf einmal da. Ich hatte nur den Achat"hügel" auf die Unterlage geklebt geklebt und dafür eine Fassung gefädelt. Der Rest war Magie. Oder meine Muse. Meine magische Muse?

Ich frage mich immer mal wieder, ob es gut ist, so zu arbeiten, oder ob ich mich selber dazu herausfordern sollte, etwas zu planen, mit Skizzen zum Beispiel oder einer Liste von Farben, die ich benutzen möchte.
Andererseits sind das die Stücke, die beim Arbeiten am meisten Spaß machen. Manchmal tut es mir leid, wenn ich mich selber auf ein Stück Unterlage beschränkt habe, das für die Gedanken in meinem Kopf nicht groß genug ist. Doch dann kann es auch wieder echt spannend sein, diese Herausforderung anzunehmen, wenn einem plötzlich die richtige Idee in den Kopf kommt.

In diesem Fall fühlt es sich beinahe so an, als ob meine einzig echten Beiträge die Doppelreihe Daggerperlen und die gefädelte Kette waren, weil ich sie ther hand, those are the pieces that are the most fun. Sometimes I'm sorry if I have limited myself by using a piece of backing that isn't big enough for the thoughts in my head. Then again, it can be really exciting to take on the challenge if the right idea suddenly pops into your mind.

Als das Mittelstück fertig war (mit schwarzem Kunstleder für die Rückseite übrigens), schaute ich zur Inspiration meine Perlen durch. Die Daggerperlen hatten genau die richtige Farbe und zum Glück hatte ich gerade die blauen Kristalle bestellt, die ich für die Kette benutzt habe.

Nun muß ich nur noch herausfinden, wer in diesen Häusern lebt.

Dienstag, 30. Juli 2019

Art Elements Design Challenge and Blog Hop - Blumen

Es ist ein paar Monate her, daß ich das letzte Mal an der Art Elements Design Challenge teilgenommen habe. Während meine Muse sich immer noch auf einem ausgedehnten Urlaub an einem mir unbekannten Ort befindet, reagierte ich sofort auf das Thema in diesem Monat.
Blumen, das ist sogar für mich leicht genug, dachte ich. Der Bonus war, daß ich bereits für die Jewelry Artisans Community challenge ein Blumenstück geplant hatte! Nun mußte ich es nur noch durchziehen, worüber ich mir noch nicht so ganz sicher war.
Hört euch diese Geschichte einfach an, naja, lest sie, okay?

Kurz vor meinem Geburtstag im Juni schenkte mein Kumpel mir etwas Wunderbares. Wir würden Jane Goodall, eine meiner Heldinnen seit meiner Kindheit, in München sehen gehen.
Auf dem Heimweg am nächsten Tag nahmen wir nicht die direkte Route, sondern fuhren hier und dort über die Städtchen und Dörfer (wo wir zum Beispiel entdeckten, daß es so etwas wie Fußballgolf gibt, aber das ist nicht Teil dieser Geschichte). Sommerzeit, Blumen in dn Felder, Klimaanlage im Auto, um uns vor der Hitze draußen zu bewahren ;-) es war sehr entspannt. An einer Stelle wollte ich jedoch aussteigen und ein Bild machen.
Dies war das Feld mit den meisten Mohnblumen auf dem Weg und es brachte mächtig Erinnerungen zurück. Als Kind und Teenager hatte ich eine Freundin mit Dackel. Nah dem Haus, wo wir mit Finni spazieren gingen, war ein großes Feld mit Mohn- und Kornblumen. Es war wunderschön, und ich weiß nicht warum, aber am Geburtstag meiner Freundin - wir haben uns seither aus den Augen verloren - muß ich als erstes immer an dieses Feld denken. Ich schätze, es ist eine dieser verklärten Kindheitserinnerungen an unbeschwerten Spaß.
Wir stiegen also aus und ich machte ein Bild vom Feld auf der anderen und eines von der einzelnen Mohnblume auf unserer Straßenseite. Rannte wahrscheinlich von zu Hause weg, um die Welt zu sehen.





Könnt ihr nicht regelrecht Dorothy und ihre drei Gefährten vor euch sehen, wie sie in dem Mohnfeld einschlafen, das die Böse Hexe gehext hat, damit sie es nicht bis nach Oz schaffen?



Weiter in der Geschichte. Diese Bilder wurden zur Inspiration für mein Blumen/Sommerstück.
Ich hatte einen Plan. Ich würde etwas tun, daß ich bisher erst einmal erfolgreich getan hatte. Ich würde eine Schlauchkette mit einem Muster aus stilisierten Mohnblüten aus Rocailles häkeln. Hört sich auch wieder einfach genug an, nicht wahr?
Das war es nicht. Ihr müßt wissen, daß ich das Perlenhäkeln schon mehrere Male probiert und nie kapiert hatte, weshalb ich immer nach ein paar Reihen aufgab. Dabei hatte ich nicht mal versucht, ein Muster zu machen. Schließlich probierte ich es noch einmal, als ich ein Stück zerlegte, daß ich mit 8er Rocailles gemacht hatte, eine gute Übungsgröße.

Jetzt war ich wild entschlossen. Ich öffnete mein vernachlässigtes Perlenhäkelprogramm, bereit loszulegen - und es funktionierte nicht. Ich konnte es nicht einmal neu herunterladen, aber so Kleinigkeiten würden mich nicht aufhalten, neeeein, nicht dieses Mal! Ich lud die alte Version herunter und entwar eine sehr einfaches Mohnmuster mit den Farben an 11er Rocailles, die ich in meinem Vorrat hatte.
Ich hatte kein Garn außer dem, das noch von meinem Perlenstrickkurs übrig war, gelb oder weiß. Gelb war ganz offensichtlich nicht die richtige Wahl. Ein helleres Blau wäre besser gewesen als Weiß, aber es würde schon gehen.

Das Muster war für mich nicht einfach genug, schien es. Es ist erstaunlich, wie oft man sich verzählen kann, wenn man Perlen aufzieht, oder mitten in einer einfachen Perlenabfolge durcheinanderkommt, sodaß man zum Beispiel etwas wiederholt, was nicht hätte wiederholt werden sollen.
Da gab es einen Moment, in dem ich nur zu bereit war, diese Perlenschnur an die Wand zu werfen. Wieder einmal wurde geflucht, aber endlich hatte ich es geschafft. Es war das erste Wunder.

Ich fing also an zu häkeln und auch wenn die Spannung an manchen Stellen weniger als perfekt ist - schließlich war ich nur daran gewöhnt, mit Draht zu häkeln - und es gelang mir, die Kette fertigzumachen. Das war das zweite Wunder.

Nächster Halt, Klebetrauma. Es gibt keine Möglichkeit zu beschreiben, wie sehr ich Klebstoff hasse und Klebstoff mich haßt. In diesem Fall merkt man das am Verschluß. Mein Kleber war eine Weile nicht in Benutzung und ich mußte erst einen Stopfen entfernen, damit der Kleber überhaupt zu fließen begann. Was er dann auf höchst großzügige und nicht geplante Weise tat. Ihr wärt so stolz auf mich gewesen. Ich habe nur ein klein wenig geflucht und dann mein Bestes getan, den Verschluß zu säubern (und mein Shirt, danke vielmals). Auf den Perlen am Verschluß ist zwar noch etwas, aber dieses Stück ist natürlich sowieso nicht für den Verkauf, also atmete ich tief durch und machte weiter.
Als nächstes feilte ich den Verschluß herunter. Ich hatte nur einen goldfarbenen in der richtigen Größe gehabt, und ich habe es nicht so mit Gold und noch weniger mit glänzendem Gold, also wollte ich wenigstens ein mattes Finish erreichen.

Ursprünglich hatte ich vorgehabt, etwas an der Kette zu befestigen, einen 3D-Effekt, eine gefädelte Mohnblume vielleicht, nicht unbedingt etwas Großes, nur so als kleines Extra. Nachdem ich drei Versuche mit gefädelten Blüten gemacht hatte, gab ich auf. Mir gefiel der Look einfach nicht, und auch wenn das jetzt eine einfache Kette ist, so ist es für mich doch eine ziemliche Errungenschaft, sie überhaupt fertigbekommen zu haben.
Hier habt ihr es also - eine sehr lange Geschichte und ein sehr einfaches Ergebnis.



Ich hätte noch mehr Blumen machen können. Ich habe Blumenmuster aus Perlen gewebt, ich habe Blumen aus Draht gehäkelt und gestrickt. Ich habe sie aus Fimo gemacht. Mein einziges Tutorial je ist ein Blümchen.
Diese einfache Schlauchkette hatte es diesmal jedoch verdient, der Star zu sein.

Nicht nur eine Designchallenge, sondern auch ein Blog Hop - bitte schaut euch an, was die anderen Teilnehmerinnen zu zeigen haben. Es wird sein als gehe man in einem wunderschönen Garten spazieren! :-)

Gäste

Alysen - Cat (das bin ich ;-)) - Divya - Evie and Beth - Hope - Jill - Kathy - Linda - Martha - Melissa - Michelle - Rozantia - Sarah - Sarajo - Tammy

AE Teammitglieder

Caroline - Cathy - Claire - Jenny - Laney - Lesley - Marsha - Susan