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Dienstag, 27. Januar 2026

Manchmal muß man einfach schneiden

Die Labradoritsteine, die ich hatte oder habe, sind normalerweise blau, grau und grün, aber Labradorit kann soviel mehr Farben haben, wobei Lila die seltenste ist.
Vor Monaten ging ich meine Cabochonlade durch und bemerkte, daß einer meiner geschnitzten Cabochons, der grau und grün aussah, tatsächlich in einem bestimmten Lichtwinkel einen wunderschönen rosa Schimmer hatte. Den ich in meinen Bildern (noch?) nicht so recht eingefangen habe, aber er ist da, wirklich.
Und ich wußte genau, welche Perlen dazu passen würden.

Für die Fassung wählte ich meine geliebten "Zauberapfel"-Rocailles. Es wird ein sehr trauriger Tag sein, wenn sie aufgebraucht sind, ich schaue sie mir sogar einfach nur gern in der Tube an. Als Verbindung zu dem rosa Schimmer wählte ich ein transparentes Dunkelrot - noch so ein Favorit - und ein paar dunkelrosafarbene 15er Perlen.


Die Fassung ist der einfach Teil. Es ist nicht so einfach zu entscheiden, was als nächstes kommen sollte, und diesmal traf ich auch eine Fehlentscheidung.
Ich freute mich darauf, wieder mal einen Freiformanhänger zu machen. Ich liebe Freiform (und frage mich manchmal, wieviel Schuld daran Gary Larsons Amöben tragen - googlet sie, falls ihr sie nicht kennt, denn ich muß immer an sie denken, wenn ich etwas in der Art mache). Ich wollte eine Mischung aus Rot- und Rosatönen in verschiedenen Perlengrößen verwenden, vielleicht mit etwas Gold hier und da.
Wenn ich in Freiform arbeite, schneide ich gern zuerst den Filz um den Cabochon in Form und folge dieser dann mit den Perlen. Gewöhnlich bin ich damit recht glücklich, obwohl ich mal hier und da die Ränder etwas beschneiden muß. In diesem Fall aber ... ohje, ich haßte es schon nach den ersten drei Reihen, glaube ich, machte aber trotzdem weiter.
Es ist schwierig, meine Gefühle zu erläutern, wenn ich an so etwas weiterarbeite. Es ist wie ein Tropfen Hoffnung, der in einer See von Zweifel schwimmt, - es besteht noch eine winzige Chance, daß ich es dank eines kreativen Wunders schaffe - oder auch öfter ein Molekül von Hoffnung in einer See von Ärger (über mich selber), Motivationsverlust und der Stimme meiner Muse, die mich anschreit, daß ich endlich aufgeben soll.

Das ist der schwierige Teil. Manchmal muß man sich vorwärtskämpfen, manchmal muß man, wenn möglich, kleinere oder größere Änderungen vornehmen - und manchmal muß man einfach nur schneiden.
So wie ich den Filz vorgeschnitten hatte, konnte ich ihn nicht mehr für ein regelmäßiges Design verwenden, aber ich mochte die Fassung und wollte sie nicht nochmal machen. Warum sollte ich das aber? Ich schnitt einfach entlang der Fassung und klebte dann das ganze auf ein zweites Stück Filz. Duh. Nicht so schwer, oder? Dann saß der Cabochon eben höher als gewöhnlich, weil ich gern dickeren Filz benutze, aber das war okay für mich.

Um den Extrarand zu verstecken, benutzte ich wunderschöne große dunkelrot-lila Perlen, dann eine Reihe Gold als Kontrast, und zwei Reihen für den Rand in himbeere und Zauberapfel.


Danach steckte ich erstmal fest. Ich hatte dieses Problem schon immer mit der Tropfenform, vom allerersten Labradorittropfen an, den ich je benutzte (erinnert euch, daß ich euch kürzlich nach eurer Meinung gefragt habe - nun, keine Antwort, also mußte ich selber damit fertigwerden).
Will ich die Spitze oben haben oder folge ich meiner Muse, die die Spitze immer unten sehen will? Wie ihr sehen könnt, hat Mabel gewonnen.
Ich ergänzte ein großes Peyote-Perlen"röhrchen" auf der Rückseite für den gedrehten Herringbone-Schlauch, den ich in Zauberapfel und dunkelrot-lila gefädelt hatte. Dadurch liegt der Anhänger nicht flach auf, sondern im Winkel.

Und als ob das nicht schon ausreichte, gab ich noch meiner asymmetrischen Seite nach. Es hatte so lang gedauert, sie zu entwickeln, aber nun geht sie nicht mehr fort.
Mein erster Plan waren kleine braune Glasblumen, die ich schon früher benutzt habe und sehr liebe, aber leider konnte ich sie auf die Schnelle nicht finden.


Was ich aber fand, waren diese übriggebliebenen Perlen, und mir gefiel der Kontrast, den sie zum Anhänger beisteuerten. Auffallend vielleicht, aber ich fand die Kette konnte etwas Oomph gebrauchen, um sie weniger klassisch (und langweilig) zu machen.

Ich habe übrigens etwas geschummelt. Im Moment, da ich das hier schreibe, hat die Kette noch keinen Verschluß. Ich habe keinen goldenen Karabinerhaken, der groß genug ist, wollte aber nicht mit dem Fotografieren warten, weil ich so glücklich darüber bin, daß dieses WIP, das jetzt schon ein paar Monate in der Arbeitsbox sitzt und wartet, endlich fast fertig ist!

Montag, 3. Februar 2025

Januar - eine Challenge

Ich habe schon eine ganze Weile nichts mehr angefaßt, das mit Schmuck zu tun hatte. Ich mußte nachschauen, mein letztes Schmuckstück war das Paar Fransenohrringe vor mehr als zwei Monaten!

Was mit mir los ist, möchtet ihr wissen? Ich wünschte, ich wüßte es. Ich habe eine ganze Ideenliste, bin aber immer noch mitten in einem Stickprojekt, und während ich normal immer mehrere Projekte am Start hatte, scheine ich das zur Zeit nicht hinzubekommen.

Am einfachsten wäre es natürlich, es wieder auf mein Daumengelenk zu schieben, aber obwohl das ein Teil davon ist, ist es, naja, genau das, ein Teil davon, aber eben nicht alles.
Manches ist wahrscheinlich meine allgemeine Stimmung, was mit den Nachrichten zu tun hat, die mich manchmal zu lähmen scheinebn. Manches hat mit dem Gefühl zu tun, als würde ich schon ewig meinem richtigen Publikum hinterherjagen und das Jahr auf Jahr zu tun wird immer mal wieder psychisch anstrengend. Damit bin ich keineswegs allein, ich habe es bei anderen Schmuckfreundinnen gesehen, aber natürlich auch bei anderen Kreativen, egal was ihr Medium ist. Ein Teil ist vielleicht auch noch Winterschlaf.

Gewöhnlich dauert es ein bißchen, bis ich da wieder herauskomme, und dann bin ich zurück, experimentiere und spiele herum, aber diesmal scheint es schwieriger für mich zu sein, mir einfach etwas zu greifen und damit anzufangen, obwohl das für mich normalerweise immer ganz gut funktioniert hat. Einfach einen Cabochon auf eine Unterlage pappen und anfangen zu sticheln. Einfach einen Draht und meinen Häkelhaken hernehmen und loslegen.
Seltsam ist, daß mein Gehirn theoretisch tatsächlich kreativ ist und darauf wartet, daß meine Finger nachziehen.

Also dachte ich mir, ein Angriff auf meine Vorräte wäre perfekt, das bedeutet, ich schaue mir an, was ich so habe, auch an älteren Komponenten, und was ich damit anfangen kann.
Nichts super Experimentelles, nur etwas, um mich selber wieder zu starten.
Ich nahm mir einen meiner Labradoritcabochons, klebte ihn auf, suchte mir ein paar Farben für die Fassung aus und fing mit dem Fädeln an. Es ist erstaunlich, wie gut sich allein das schon anfühlte, obwohl es nicht sehr kreativ war.
Als die Fassung fertig war, suchte ich nach Perlen, die dazupaßten, und da der Labradorit noch ein bißchen trüb aussah, entschied ich mich für ein funkelndes Blau, durch winzige Hämatitperlen getrennt, die zu offenen Stellen zwischen den Kristallen führten, die ich dann mit Buttonperlen auffüllen könnte und wie wäre es noch mit ein paar winzigen silbernen Perlen auf der anderen Seite ... ja, es schien so, als hätte dieser Start funktioniert!

Da fiel es mir dann auf - die Januar/Februar Challenge der Jewelry Artisans Community.
Was hatte unsere Challengemeisterin geschrieben?
Symbole: Schneeflocken, Eiszapfen, immergrüne Bäume
Farbe: Weiß, silber, blau, dunkelgrün
Kräuter und Blumen: Salbei, Kiefer, Wacholder, Schneeglöckchen
Kristalle: Granat, klarer Quarz, Hämatit
Themen: Rückschau, Selbstreflektion, Reinigung, Neuanfänge

Ich hatte "Eis" von den Buttonperlen, ich hatte silberne und blaue Perlen, der Labradorit schimmert in blau und grün, ich hatte Hämatit und dies war mein Neuanfang für Schmuck in diesem Jahr - und nichts davon war geplant.
Es war einfach nur perfekt ... bis ich den Rand schnitt. Fragt mich nicht, wie es passiert ist, aber schnipp schnipp, da war nicht nur ein Faden durch, sondern zwei wichtige Fäden. Ernsthaft, bin ich irgendwie verhext? Schiele ich so, daß ich keinen Faden mehr sehen kann? Ich wußte nicht, ob ich heulen oder wie eine Wahnsinnige lachen sollte. Heulen hätte aber nicht viel gebracht, also rettete ich, was ging, das hieß, ich schnitt das ganze bis auf die Fassung zurück, klebte und nähte ein neues Stück Stickunterlage auf und fing mit Hoffnung auf das Beste nochmal ganz neu an.
Am Ende wurde es ein kleines bißchen anders, weil ich mich nicht mehr genau daran erinnern konnte, wie ich beim ersten Mal die winzigen silbernen Rocailles und Hämatitperlen verteilt hatte, also ist dann doch noch ein wenig Experiment dabei.
Es glänzt und funkelt so sehr, das können die Bilder kaum vermitteln, vor allem, weil ich sie gemacht habe, als es schon dunkel war. Ich konnte einfach nicht damit warten zu zeigen, daß ich zurück bin!
Das hoffe ich wenigstens.




Freitag, 15. November 2024

Vögelchen

Ich bin zur Zeit gestreßt und unruhig. Ich bin in beidem Profi, aber das ist kein Wettbewerb und selbst wenn es das wäre, wäre es eine ziemlich zweifelhafte Ehre, die Gewinnerin zu sein.
Im Moment bin ich einfach nur glücklich, daß meine Therme nicht ausgegangen ist, seit Herr Heizung gestern da war, für eine schlürfige Katze auf einer Seite - Gundel ist superlaut beim Putzen - und einen Kater auf meinen Füßen, der sich anfühlt wie das Gewicht eines durchschnittlichen Sandsacks, was eine Gewichtsdecke und eine Wärmflasche um Längen schlägt (nein, er ist nicht wirklich so schwer wie ein Sandsack, aber Katzen können die Schwerkraft beeinflussen, da bin ich mir sicher, wenn ich mich daran erinnere, wie unglaublich schwer Ponders Kopf auf meinem Handgelenk immer war).

Ich habe zwei persönliche Lösungen für Streß.
Schlafen, um die Welt auszuschließen. Schlecht, wenn sie sich in meine Träume schleicht, aber normal sind die einfach nur sehr seltsam und keine Alpträume ... gerade fallen mir Stückchen aus dem von heute morgen ein, seit wann habe ich denn einen Hund? Katzen, meine eigenen bis hin zu riesigen Löwen und natürlich schwarzen Panthern gibt es in meinen Träumen, auch andere Tiere wie Wölfe, aber noch nie ein Hund. Interessant.
Die andere ist die Hoffnung, daß sich meine Muse aufrafft und mir nicht nur eine Idee gibt - davon habe ich genug - sondern auch die Energie, an etwas zu arbeiten.
Falls ihr euch wundert, ich kenne Menschen, die gegen Streß ankämpfen, indem sie ihr ganzes Haus putzen, aber ich kann mit Sicherheit sagen, daß mich kein Streß oder keine Sorge, egal wie groß, je dazu gebracht hat, obwohl ich halbe Schwäbin bin.

Da es in meinem Blog überwiegend um Kreatives geht, werde ich nicht im Detail über meine Träume sprechen, da habt ihr Glück gehabt, sondern über mein neuestes Stück.
Dies ist das zweite Perlenstickstück, das ich auf meinem Stickrahmen angefangen habe. Es hat mich außerdem dazu inspiriert, noch einen Nostalgie-Post zu schreiben, aber da warte ich noch auf etwas, um ihn fertigstellen zu können, nur soviel, es geht um Formen, wie bei meinem Anhänger auch.

Gebt mir einen Tropfen und ich sehe einen Vogelkörper darin.
Das ist schon vorher passiert, zum Beispiel beim meiner Vogelbrosche mit Farbcabochon und Cantera-Opal.



Und diesmal ist es mir mit einem Labradorittropfen so gegangen. Diesmal wollte ich allerdings etwas weniger neutral mit Farben umgehen. Also wählte ich einen hellen Amethyst für den Kopf, Goldakzente und ein leuchtendes Lila als Kontrast zum Körper.
Naja, und dann steckte ich fest, weil ich den Kopf anders aufgesetzt hatte als bei der Anstecknadel und mich nicht entscheiden konnte, ob ich Beine wollte oder nicht. Stattdessen machte ich etwas Handstickerei, kam aber immer wieder zu meinem Vögelchen zurück, um mich zu entschuldigen, daß es so lange auf dem Stickrahmen warten mußte. Dann arbeitete ich am Funkelherz und entschuldigte mich bei meinem Vögelchen, daß es so lange in einer Schublade lag. Ich bin seltsam, ich spreche tatsächlich mit meinen WIPs, und ich führe oft Selbstgespräche, wenn ich an etwas arbeitet, weil es mir beim Denken hilft.

Als ich den Vogel endlich aus der Schublade holte, setzten wir uns zu einem ernsten Gespräch hin ;-)
Um eine Entscheidung wegen der Beine treffen zu können, mußte ich erstmal über den Schwanz nachdenken. Wollte ich ihn kurz oder lang haben? Warum mußte ich überhaupt darüber nachdenken, jeder weiß, daß ich Fransen nicht widerstehen kann! Wenn ich aber Fransen als Schwanz hatte, bedeutete das, daß baumelnde Beine nicht in Frage kamen und Birdie dementsprechend etwas brauchte, um darauf zu sitzen.

Ich fädelte einen Zweig und verzierte ihn mit Blüten.
Da der Plan war, daß der Schwanz mit goldenen Rocailles und matten Amethystperlen die Farben des Kopfs aufgreifen sollte, wollte ich den Zweig zurückhaltender haben und benutzte bronzefarbene Blümchenperlen mit winzigen Amethysten darauf. Vögel haben so viele verschiedene Farben und manchmal haben sie nur zum Teil Stellen in leuchtenden Farben, um Aufmerksamkeit zu erregen, und ich wollte, daß er die Aufmerksamkeit hatte, nicht der Zweig.
Meine erste Idee für den Zweig waren außerdem Beeren, aber ich wollte auch nicht, daß deren Farbe mit denen des Schwanzes konkurrierten.

Ich denke mal, Birdie ist bereit loszufliegen!


Donnerstag, 8. August 2024

Labradorit and Amethyst

Vor ungefähr zwei Monaten habe ich über meinen "Schmuckburnout" gebloggt und darüber, was ich stattdessen gemacht habe. Bis jetzt haben sich die Dinge nicht großartig verändert. Ich kämpfe mich durch mein zweites Stick-Kit, habe Perlen aber nur einmal im letzten Monat angefaßt, für eine Auftragsarbeit, ein Perlenwebarmband.

Gibt es Geräusche, die ihr besonders gern mögt, wenn ihr etwas macht? Ich liebe das kleine Pop beim Perlenweben, wenn ich die Perlen in die Zwischenräume zwischen den Kettfäden drücke (nicht nur das Geräusch, sondern auch wie es sich anfühlt) und ich liebe das Geräusch von Nadel und Faden, die durch eine Perlenstickunterlage gezogen werden - so sehr, daß sie anfingen, mir mehr zu fehlen als tatsächlich Schmuck zu machen. Sie sind zutiefst befriedigend für mich.
Ich weiß, echt seltsam, nicht wahr?
Dennoch war es das, was dann funktioniert hat und dazu führte, daß ich mir einen Labradoritecabochon aus meinem Vorrat griff, ganz ohne Plan. Allein nur den Cabochon auf die Unterlage aufzukleben fühlte sich wie ein guter Anfang an, auch wenn der Dekan mal wieder versuchte, die Kappe der Klebstofftube zu stehlen.

Ich suchte ein paar Perlenfarben für die Fassung aus, von denen ich dachte, daß sie gut zu den Farben des Labradorits passen würden, ein irgendwie gold schimmerndes Grau, Metallicsilber und - vielleicht etwas überraschend - eine Art grüngoldmetallic.
Nachdem ich die Fassung gemacht hatte, was der einfache Teil war, war ich völlig verloren.
Ich hätte gern etwas Ungewöhnliches und Verspieltes gemacht, aber mir fiel nur etwas recht Klassisches und für mich nicht sehr Einfallsreiches und ein wenig Langweiliges ein.
Am Ende erlag ich einfach der Vorstellung eines klassischen Perlenstickanhängers. Ich habe seit Jahren gefrostete Amethystperlen in meinem Vorrat, was in der Farbe tatsächlich ebenfalls gut zu dem Stein paßte, aber diese Umrandung schien mir etwas fade, also fügte ich eine weitere Schicht hinzu, aus winzigen silbernen "Strahlen".



Dieser Anhänger entwickelte sich über einige Tage, was für mich recht langsam ist, aber die Hitze und ein schmerzendes Daumengelenk waren nicht hilfreich und es gab ziemlich viele Pausen.
Ich bin mir also immer noch nicht sicher, ob das ausgereicht hat, um mir einen guten Tritt in den Hintern zu geben, damit ich endlich wieder meine Ideenliste in Angriff nehmen (ohne meine Stickerei zu vergessen, die dank Hitze und eines Fehlers, der bedeutet, daß ich etwas auftrennen muß, gerade ruht, argh). Wir werden es sehen, schätze ich ;-)


Freitag, 15. Mai 2020

Pack die Vorräte an - Erster Anhänger mit Perlenstickerei

Als erstes muß ich ein Geständnis ablegen. Es gab Zeiten, in der ich kein Fan von Perlenstickerei war. In einer Zeit, in der es bei mir um luftige Drahthäkeleien und -strickereien ging, waren die einzigen Perlenstickstücke, die ich zu sehen bekam, riesige Armreifen. Versteht mich nicht falsch, die Technik als solche habe ich immer bewundert, die Farben, die Kunstfertigkeit, aber diese Armreifen sahen für mich so schwer aus.
Über die Jahre bekam ich aber immer mehr sehr unterschiedliche Stücke zu Gesicht, und ich merkte, wie mir das Aussehen immer besser gefiel. Ich glaube, mir war nicht mal klar gewesen, daß manche Stücke überhaupt Perlenstickereien waren, und offensichtlich erinnerte ich mich auch nicht daran, daß ich selber einen Anhänger besaß (besessen hatte), das meine beste Freundin mir geschenkt hatte, als ich ungefähr 11 war.

Als ich kürzlich nach ein paar Perlen suchte, fiel mir eine Schachtel auf meinen Vorratsboxen auf. Meine Vorratskästen sind in Regalen, daher ist eine flache weiße Schachtel ziemlich unauffällig. Ich machte sie auf und fand zwei Stück "Stiff Stuff", das für Perlenstickerei verwendet wird. Ich erinnerte mich ganz vage daran, sie vor Monaten bestellt zu haben, aber warum? Wahrscheinlich hatte es mit einem Projekt zu tun, an dem ich jetzt tatsächlich auch arbeite.
Da ich im Moment nichts Besseres zu tun hatte, beschloß ich spontan, meinen ersten gestickten Anhänger zu machen, und suchte mir einen Labradoritcabochon aus, einen runden, weil mir das als Anfängerin das Einfachste erschien. Dann schaute ich mir ungefähr drei Minuten von einem 45-Minuten-Video an, um zu sehen, ob man das so machte, wie ich es mir dachte. Das soll keine Angeberei sein, aber schließlich kannte ich ja schon einfache Peyotefassungen, also mußte ich mich nur vergewissern, welchen Stich ich für den Anfang anwenden mußte und wie man am Schluß die Ränder für das Material auf der Rückseite fertigmachte.

Ich suchte ein paar Perlen zusammen, die mir gut zu dem Labradorit zu passen schienen, und spielte herum. Das machte tatsächlich Spaß und ich fand auch noch ein paar mehr Perlen, die ich völlig vergessen hatte.
Als es aber Zeit für die Verstärkung wurde, bemerkte ich, daß ich das Material nicht bestellt hatte.
Nach einer eBay-Suche und dem Fund eines Blatts Ultrasuede, ein echtes Schnäppchen zum Preis von £9999 (ganz offensichtlich ein Tippfehler), wandte ich mich an die Perlenberaterinnen meines Vertrauens - jeder sollte mindestens eine davon haben - und fragte sie, was sie am liebsten benutzten. Dann bestellte ich etwas, was mir vom Bild das Richtige zu sein schien. Als es ein paar Tage später ankam, stellte ich fest, daß es das nicht war. Ich schlug mit dem Kopf ein paar Mal auf den Schreibtisch, dann fing ich wieder an zu suchen und fand dabei auch noch einen neuen Perlenshop. Daran kann ja nichts falsch sein, richtig? :-D
Nun, und als meine Bestellung ankam, klebte ich das Ultrasuede auf (anscheinend mit etwas zuviel Klebstoff, nun habe ich ein paar kleine Flecken hintendrauf, aber angesichts der angespannten Beziehung zwischen Klebstoff und mir hätte es viel schlimmer sein können), machte den Rand und konnte dann ein paar zusätzlichen winzigen Rocailles um die feuerpolierten Kristalle herum nicht widerstehen, bevor ich eine Öse im Ziegelsteinstich hinzufügte.


Jetzt kann mich nichts mehr aufhalten! ;-)

Freitag, 4. Mai 2018

Pack die Vorräte an - Achat und Labradorit

Letzten Monat tat ich mich wirklich schwer damit, irgendetwas hinzubekommen. Das heißt nicht, daß ich es nicht versucht hätte, aber das wollte alles nicht so hinhauen. Natürlich war ich mit den Gedanken auch viel bei Ponder, seinen Tierarztbesuchen, und dem Versuch mit einem Diätfutter nach dem anderen, weil sich die Bande weigerte zu essen. Ich bin die einzige in dieser Wohnung, die nicht abgenommen hat!
Inzwischen hat sich alles etwas beruhigt *klopf auf Holz* und Mabel (meine unsichtbare Muse) hat sich getraut zurückzukommen.
Heute also, während ich wieder einmal in die Welt von Stolz und Vorurteil eintauchte, beschloß ich, meine Vorräte durchzustöbern.

Ich fand ein paar ziemlich kurze Kupferdrähte, Reste von anderen Projekten, und einen kleinen Achatcabochon, der aussah, als könnte er gut zu den Drahtlängen pasen. Der schwierigste Teil ist es immer, sich für ein Webmuster zu entscheiden. Manchmal fange ich an, ziehe den Arbeitsdraht dann wieder ab und versuche etwas anderes, und natürlich ändert sich die erste Idee dann während der Arbeit manchmal sowieso noch einmal komplett.
Diesmal überraschte ich mich selber wieder einmal, ich wußte nicht, daß der Anhänger am Ende so aussehen würde!
Ich konnte sogar einen meiner facettierten Labradorite in Zwiebelform (keine Ahnung, wie das offiziell auf Deutsch heißt) nutzen, auf denen ich schon seit Jahren sitze, weil er zu dem leicht gedämpften Look paßt und ihm einen Tick von Glanz und Funkeln gibt, wenn das Licht richtig ist.


P.S. Natürlich dachte ich zuerst auch noch an ein Anhängsel, das tue ich immer, aber als ich statt einer winzigen Perle oben den Labradorit wählte, war das Anhängsel raus, es wäre zuviel gewesen, jedenfalls für meinen Geschmack.

Samstag, 17. Oktober 2009

Helft mir, meinem Drachen einen Namen zu geben!

Heute morgen habe ich sie wieder gesehen.


Sie hat sich nicht versteckt und sie hatte mir ein neues Nest gebracht.


Ich nehme an, das bedeutet, daß sie bleiben wird und das bedeutet, daß sie nun einen Namen braucht. Ich habe meine Freunde, meine Kollegen, ich habe mit einem Generator für Drachennamen herumgespielt, den mir eine Plurk-Freundin empfohlen hat, und ich kann mich immer noch nicht entscheiden.


Ich brauche eure Hilfe and es soll auch nicht unbelohnt bleiben, naja, zumindest für den Gewinner. Ihr bekommt fünf Namen vorgegeben, die von verschiedenen Quellen kommen. Es hätte noch so viele gegeben, die mir gefielen, aber es bleibt bei fünf. Wählt euren Favoriten. Die Mehrheit wird dann entscheiden, welchen Namen mein Mädchen von nun an tragen wird.

Ich werde dann einen Gewinner auslosen, der das neueste kleine Drachennest bekommt!


Die Abstimmung wird einen Monat lang möglich sein, damit das Nest auf jeden Fall rechtzeitig zu Weihnachten ankommt.

Los geht's! Bitte vergeßt nicht, einen Kommentar abzugeben, damit ich weiß, wer mitgestimmt hat, und einen Gewinner ziehen kann!

Übrigens - wem mein Drachenmädchen gefällt (und wem könnte sie nicht??), der sollte sich wirklich mal den Shop und den Blog von ColtPixy anschauen. Sie ist eine talentierte Lady, was Knet angeht (wir sprechen hier von Künstlerknet wie Fimo oder eine andere Marke), und es ist ihr Verdienst, daß der Drache in mein Haus geflogen ist! ;-)