Die Labradoritsteine, die ich hatte oder habe, sind normalerweise blau, grau und grün, aber Labradorit kann soviel mehr Farben haben, wobei Lila die seltenste ist.
Vor Monaten ging ich meine Cabochonlade durch und bemerkte, daß einer meiner geschnitzten Cabochons, der grau und grün aussah, tatsächlich in einem bestimmten Lichtwinkel einen wunderschönen rosa Schimmer hatte. Den ich in meinen Bildern (noch?) nicht so recht eingefangen habe, aber er ist da, wirklich.
Und ich wußte genau, welche Perlen dazu passen würden.
Für die Fassung wählte ich meine geliebten "Zauberapfel"-Rocailles. Es wird ein sehr trauriger Tag sein, wenn sie aufgebraucht sind, ich schaue sie mir sogar einfach nur gern in der Tube an. Als Verbindung zu dem rosa Schimmer wählte ich ein transparentes Dunkelrot - noch so ein Favorit - und ein paar dunkelrosafarbene 15er Perlen.
Die Fassung ist der einfach Teil. Es ist nicht so einfach zu entscheiden, was als nächstes kommen sollte, und diesmal traf ich auch eine Fehlentscheidung.
Ich freute mich darauf, wieder mal einen Freiformanhänger zu machen. Ich liebe Freiform (und frage mich manchmal, wieviel Schuld daran Gary Larsons Amöben tragen - googlet sie, falls ihr sie nicht kennt, denn ich muß immer an sie denken, wenn ich etwas in der Art mache). Ich wollte eine Mischung aus Rot- und Rosatönen in verschiedenen Perlengrößen verwenden, vielleicht mit etwas Gold hier und da.
Wenn ich in Freiform arbeite, schneide ich gern zuerst den Filz um den Cabochon in Form und folge dieser dann mit den Perlen. Gewöhnlich bin ich damit recht glücklich, obwohl ich mal hier und da die Ränder etwas beschneiden muß. In diesem Fall aber ... ohje, ich haßte es schon nach den ersten drei Reihen, glaube ich, machte aber trotzdem weiter.
Es ist schwierig, meine Gefühle zu erläutern, wenn ich an so etwas weiterarbeite. Es ist wie ein Tropfen Hoffnung, der in einer See von Zweifel schwimmt, - es besteht noch eine winzige Chance, daß ich es dank eines kreativen Wunders schaffe - oder auch öfter ein Molekül von Hoffnung in einer See von Ärger (über mich selber), Motivationsverlust und der Stimme meiner Muse, die mich anschreit, daß ich endlich aufgeben soll.
Das ist der schwierige Teil. Manchmal muß man sich vorwärtskämpfen, manchmal muß man, wenn möglich, kleinere oder größere Änderungen vornehmen - und manchmal muß man einfach nur schneiden.
So wie ich den Filz vorgeschnitten hatte, konnte ich ihn nicht mehr für ein regelmäßiges Design verwenden, aber ich mochte die Fassung und wollte sie nicht nochmal machen. Warum sollte ich das aber? Ich schnitt einfach entlang der Fassung und klebte dann das ganze auf ein zweites Stück Filz. Duh. Nicht so schwer, oder? Dann saß der Cabochon eben höher als gewöhnlich, weil ich gern dickeren Filz benutze, aber das war okay für mich.
Um den Extrarand zu verstecken, benutzte ich wunderschöne große dunkelrot-lila Perlen, dann eine Reihe Gold als Kontrast, und zwei Reihen für den Rand in himbeere und Zauberapfel.
Danach steckte ich erstmal fest. Ich hatte dieses Problem schon immer mit der Tropfenform, vom allerersten Labradorittropfen an, den ich je benutzte (erinnert euch, daß ich euch kürzlich nach eurer Meinung gefragt habe - nun, keine Antwort, also mußte ich selber damit fertigwerden).
Will ich die Spitze oben haben oder folge ich meiner Muse, die die Spitze immer unten sehen will? Wie ihr sehen könnt, hat Mabel gewonnen.
Ich ergänzte ein großes Peyote-Perlen"röhrchen" auf der Rückseite für den gedrehten Herringbone-Schlauch, den ich in Zauberapfel und dunkelrot-lila gefädelt hatte. Dadurch liegt der Anhänger nicht flach auf, sondern im Winkel.
Und als ob das nicht schon ausreichte, gab ich noch meiner asymmetrischen Seite nach. Es hatte so lang gedauert, sie zu entwickeln, aber nun geht sie nicht mehr fort.
Mein erster Plan waren kleine braune Glasblumen, die ich schon früher benutzt habe und sehr liebe, aber leider konnte ich sie auf die Schnelle nicht finden.
Was ich aber fand, waren diese übriggebliebenen Perlen, und mir gefiel der Kontrast, den sie zum Anhänger beisteuerten. Auffallend vielleicht, aber ich fand die Kette konnte etwas Oomph gebrauchen, um sie weniger klassisch (und langweilig) zu machen.
Ich habe übrigens etwas geschummelt. Im Moment, da ich das hier schreibe, hat die Kette noch keinen Verschluß. Ich habe keinen goldenen Karabinerhaken, der groß genug ist, wollte aber nicht mit dem Fotografieren warten, weil ich so glücklich darüber bin, daß dieses WIP, das jetzt schon ein paar Monate in der Arbeitsbox sitzt und wartet, endlich fast fertig ist!




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