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Samstag, 4. Februar 2023

Warten auf den Frühling

Zunächst war ich völlig planlos, als ich las, daß die Inspiration für unsere erste Challenge auf JAC in diesem Jahr Narzissen waren.
Ich glaubte nicht einmal, daß ich gelbe Rocailles hatte, fand aber zwei verschiedene Töne in meinem Kasten, zu meiner großen Überraschung, also fiel diese Ausrede weg.
Meine gefädelte Anstecknadel ist nur etwas Kleines, aber ich mußte dabei an den Frühling denken, was zum Challengethema "Sehnsucht nach dem Frühling" paßt.

Donnerstag, 24. Februar 2022

Ähm ... ein frohes Neues Jahr?

Ich gestehe, daß sich das Jahr schon ziemlich gebraucht anfühlt UND es versucht definitiv, 2021 zu zeigen, daß es noch "besser" ist als sein Vorgänger.
Kurzum, ich habe immer noch meine Probleme mit dem Leben, wie ich schon im Dezember erwähnt hatte. Private Angelegenheiten, aber auch was auf der Welt passiert, oft möchte ich mich einfach nur unter meiner Bettdecke verstecken. Es ist erschöpfend, es ist beängstigend, und manchmal ist es schwierig für mich, die Motivation für die kleinsten Dinge zu finden.

Gerade habe ich es mal wieder geschafft, Kartons zu schneiden, und es war recht erstaunlich zu sehen, daß die meisten davon für die Katzen waren und nur zwei kleine für mich, etwas für den Haushalt (yay?) und ein Geschenk. So verwöhnt, aber was würde ich ohne sie tun?
Jetzt da der Dekan ein klein wenig ruhiger geworden ist - das bedeutet, er ist jetzt in Abschnitten verrückt und nicht mehr fünf Stunden am Stück - hatte ich sogar die Chance, wieder etwas kreativ zu werden.
Ich habe an einem vom Jugendstil inspirierten Showcase auf Facebook teilgenommen und war entschlossen, ein paar neue Stücke zu machen und etwas von meinen alten Vorräten zu benutzen. Ich brauchte eine Weile, um in den "kreativen Fluß" zu kommen and diesen meditativen Zustand zu gelangen, tatsächlich war eines der Designs mit viel Experimentieren verbunden und kostete mich einige Nerven, bevor es endlich so klappte wie ich wollte, aber dann fühlte es sich so gut an.

Ich habe sicher schon mal erwähnt, daß ich nicht gern Ohrringe mache, manchmal einfach nur deshalb, weil ich vergesse, wie ich den ersten gemacht habe, aber Perlensticken hat mich sehr dabei geholfen. Es ist zwar mehr Arbeit für mich, weil ich die Rückseite aufnähen muß, aber es ist wirklich befriedigend, am Ende zwei zusammenpassende Ohrringe zu haben!

Hier sind nun die Stücke, die ich bis jetzt 2022 gemacht habe, und ich arbeite an noch etwas, das auf einem dieser Designs basiert, um ein paar übrige Perlen zu verbrauchen, also wird es hoffentlich bald wieder etwas Neues zu zeigen geben.


Bleibt sicher und gesund da draußen und paßt auf euch auf!

Übrigens habe ich endlich nachgegeben und man kann mich jetzt auch auf Instagram finden, wo ich nicht nur meine Arbeiten zeige, sondern auch Bildern von den Flegeln ... sorry, Katzen ... und Stücke aus meinen persönlichen Sammlungen.

Sonntag, 31. Januar 2021

Die Libelle

Ich habe Libellen schon immer geliebt. Sie sind wie kleine fliegende Juwelen.
Ich weiß, daß sie einem die Lippen zusammennähen, wenn man Snoopy glaubt ;-) aber tatsächlich ist das ein alter Aberglaube, wie uns die Britannica erzählt: " Der Begriff "Teufels Stopfnadel" kommt vom Aberglauben, daß Libellen die Augen, Ohren oder den Mund eines schlafenden Kindes zusammennähen können, vor allem eines, das sich schlecht benommen hat." Ich habe in meiner Gegend noch nie von diesem Aberglauben gehört, aber ich weiß, daß manche Menschen dachten, eine Libelle könne stechen oder sich einem in die Augen bohren.

In der
Jewelry Artisans Community haben wir eine zweimonatliche Challenge, und die erste des Jahres - schaut hier - war, etwas Neues auszuprobieren, ein neues Material, eine Technik oder ein Werkzeug.
Mein erster Gedanke war es, endlich meine Kumihimo-Scheiben zu benutzen, aber irgendwie war mir nicht danach. Ich habe nicht die richtigen Gewichte oder Spulen und ich war außerdem zu faul, mir anzusehen, wie genau es funktioniert.

Dann, inspiriert von einer Dokumentation über Sticker in Indien, die ich vor einiger Zeit gesehen habe, dachte ich an Pailletten. Da ich nicht nähe, hatte ich Pailletten nie ausprobiert, außer einer sehr kurzen Fimoschmuck-Episode mit einer Freundin 30 Jahre zuvor. Tatsächlich bin ich mir nicht einmal sicher, ob ich sie benutzt habe, aber es lagen welche lose in meinen alten Vorratsboxen herum.

Was aber mit Pailletten anfangen? Nun, ich liebe Libellen ...
Ich schaute mir Libellenbilder an und ich ging meinen Vorrat durch, um mich für eine Farbkombination zu entscheiden.
Da lag dieser Acrylcabochon, dem ich meine Auswahl an Rocialles anpaßte. Zum Glück hatte ich alles außer Pailletten in meinem Vorrat und konnte sofort anfangen, während ich darauf wartete, daß die Pailletten ankamen. Sie waren schwieriger zu finden gewesen, als ich erwartet hatte, 4 mm klare Pailletten mit AB-Finish.
Ich hatte bereits beschlossen, den Körper nicht aus einzelnen größeren Perlen zu machen, sondern das gesamte Stück zu sticken. Für die Flügel und den Körper benutzte ich Rocailles in verschiedenen Größen und unterschiedlichen Goldtönen plus schwarz und alabasterweiß, außerdem goldene Stäbchenperlen, und für den Kopf nahm ich goldbeschichtete Hämatitperlen und bronzefarbene Twin Bead-Augen.

Um den goldenen Gesamteindruck zu verstärken, entschied ich mich dafür, die Pailletten mit einer kleinen Perle aufzunähen.
Dies ist das Endergebnis. Fast.
Ich habe dieses Bild in meiner Hand gemacht, um die Größe zu zeigen. Nun was? Einer gewöhnlichen kleinen Nadel vertraute ich nicht. Ich hasse große Broschen mit kleinen Nadeln. Eine Halskette?

Eine Freundin überzeugte mich, daß die Libelle eine gute Brosche abgeben würde, und gab mir den Rat, Hutnadeln etc. zu suchen, und das tat ich.
Ich fand welche, bei denen an der Nadel eine größere Filigranscheibe befestigt war, die ich einfach und, was viel wichtiger ist, sicher an der Rückseite festnähen konnte.



Leider ist heute ein ziemlich grauer Tag, und obwohl ich einen Moment lang einen wunderschönen grünen Schimmer in den Pailletten sehen konnte, konnte meine Kamera das nicht einfangen. Ihr werdet mir glauben müssen, wenn ich sage, daß die Flügel in verschiedenen Farben scheinen und schöner als auf den Bildern sind.
Hier ist übrigens noch ein genaueres Bild davon, um euch zu zeigen, wie die Pailletten aufgenäht sind.


Ich muß zugeben, daß es viel mehr Spaß gemacht hat, mit Pailletten zu arbeiten, als ich erwartet hätte, so sehr in der Tag, daß ich sie schon wieder in einem zweitem Projekt verwendet habe, das ihr hoffentlich bald zu sehen bekommen werdet!

Mittwoch, 16. September 2020

Catweazle-Button

Kennt ihr Catweazle? Ich habe einen Catweazle-Button, der seit Jahren und Jahren in einer meiner Vitrinen liegt. Ihr wißt schon, die Buttons mit einer Message, einem Lieblingssänger, einer Cartoonfiger oder sogar einem eigenen Foto (dafür gab es einen Stand im Bierzelt bei unserem jährlichen Heimatfest).
Ich erinnere mich noch, daß ich Catweazle haben mußte, ich war immer ein Fan. Tatsächlich ist er der einzige Button dieser Art, denn ich je gesehen habe, vielleicht hat der Verkäufer ihn ja selber gemacht.
Als Teenager liebte ich diese Buttons, ich trug immer einen mit Snoopy und wechselte die anderen auf meiner Jeansjacke ab.
Irgendwann fand ich keine Jacke mehr, die mir gefiel, oder nur welche, die mir gefielen, aber nicht paßten, und irgendwann verlor ich meine Buttons. Außer zweien, Snoopy und Catweazle (obwohl Snoopy sich versteckt, wahrscheinlich in einer Schublade).

Ich gebe meiner Freundin und JAC-Mitglied Carole die Schuld dafür,  was als nächstes kommt. Warum aber ist es Carole's Schuld, daß ich unseren alten englischen Zauberer in ein Schmuckstück verwandeln mußte?
Sie teilte eine Buttonpresse, die mich an Catweazle (und Snoopy) erinnerte. Ich wußte genau, wo er war (das ist mal was Neues, eine sichere Stelle, die ich noch weiß!), und ich dachte mir, ich könnte etwas experimentieren und Perlenstickerei machen. Das Experiment daran war, daß ich die ursprüngliche Nadel auf der Rückseite verwenden wollte. Also mußte ich ein Loch in die Mitte meines "Stiff Stuff" schneiden, wodurch nicht viel Platz zum Kleben übrigblieb.

Klebstoffgeschichte Nr. 1478575. Mir geht der Klebstoff aus ... wißt ihr, was dann passiert? Man drückt etwas fester und achtet zugleich auf die Öffnung. Nichts kommt heraus, also drückt man noch etwas fester, nur für den Fall, daß er etwas angetrocknet ist. Das ist dann der Moment, in dem er herausschießt und man ihn auf den Button, die Hände und das T-Shirt bekommt. Also macht man alles sauber - was sich nach viel weniger Zeitaufwand anhört, als es tatsächlich war - klebt den Button auf und hofft das Beste.

Außer den feuerpolierten Kristallen war meine Perlenwahl ziemlich willkürlich, ich benutzte die Farben, die ich noch in einem Perlendöschen hatte, nachdem ich kürzlich einen Perlenschal zerschnitten habe.
Ich wette, Catweazle hätte nie gedacht, daß er so glitzern könnte!


Jetzt kam der schwierige Teil, ein Loch in die Mitte des Ultrasuedes schneiden. Mein Plan war, es etwas kleiner zu machen und dann rundherum einzuschneiden, sodaß ich das Ultrasuede unter den Rand der Rückseite falten könnte ... und kleben. Wann werde ich es je lernen?
Es ist auf keinen Fall perfekt, aber vielleicht wird es ja nächstes Mal better. Vielleicht besorge ich mir eine Schere, mit der das besser funktioniert, oder vielleicht verwende ich Ultrasuede in einer Farbe, auf der ich die Linie, der ich folgen muß, tatsächlich erkennen kann. Ich hätte die Rückseite gern hübscher gemacht, aber zumindest ist sie funktionell.


Welche Herausforderung kommt als nächstes? ;-)

Freitag, 5. Juni 2020

Pack die Vorräte an - Perlenstickerei-Brosche mit Blue Lace-Achat

Falls ihr euch fragt, ob ich jemals wieder etwas anderes als Perlenstickerei zeigen werde, die Antwort ist nein.
Nur ein Scherz! Es ist einfach so, daß meine letzten Draht- und Filzprojekte irgendwie steckengeblieben sind, und die Brosche, die ich euch gleich zeigen werde, eben fertig ist.

Der Blue Lace-Achat ist sozusagen ein weiterer meiner langjährigen Gefährten. Es ist ein sehr unregelmäßiger Stein, der oben seitwärts gebohrt ist, und er wurde zu noch einem dieser scheinbar ewigen Experimente. Ich erzähle euch gar nicht, was er vorher schon mal war, denn dann tut ihr euch vielleicht schwer damit, etwas anderes darin zu sehen ... aber vielleicht ging das auch nur mir so. Möglicherweise hätte jemand anderer von Anfang an die perfekte Idee gehabt.

Das Einzige, was ich tatsächlich für dieses Stück plante, war, den Achat auf den Untergrund zu kleben und eine Fassung dafür zu fädeln. Das erste Problem kam auf, als ich nach einem guten Weg dafür suchte, mit der nach innen gehenden Kurve auf einer Seite fertigzuwerden.
Von da übernahm das Stück - ich wußte da noch nicht einmal, ob es ein Anhänger werden würde oder eine Brosche oder eine Kettenkomponente. Es verlangte nach etwas, das über den Stein lief und damit die Fassung festzog. Nicht daß der Stein herauszufallen drohte, die Kurve in der Fassung sah einfach nicht richtig aus. Ich wollte, daß sie dem Stein besser folgte.
Und ich wollte, daß besagtes "Etwas" so aussah, also ob der Stein von den Perlen aus der Fassung überwachsen würde. Als ich nach Perlen für den Rand suchte, stieß ich auf ein Paar Ohrringe, die ich schon begonnen hatte auseinanderzunehmen, weil die Rocailles darin ihre Farbe nur durch das Herumliegen in einer Schublade verloren hatten (nur in diesen Ohrringen aber, sehr seltsam). Die königsblauen Kristallen sahen perfekt zu den überwiegend eisigen Farben aus, die ich schon benutzt hatte, mit einem Hauch Blau vom Faden.

Am Ende dachte ich, eine Brosche wäre wohl die beste Wahl für dieses Stück. Die kleinen aysmmetrischen Fransen sitzen direkt unter dem "Gewächs", um das organische Gefühl zu betonen.
Ich merke, daß es mir langsam leichterfällt, asymmetrische Stücke zu machen. Schließlich ließ der Stein mir keine Wahl, also war es einfacher, es einfach so hinzunehmen.


So sieht die Brosche getragen aus. Sorry, das alte Kleid, das meine Puppe trägt, ist nicht der beste Hintergrund dafür, aber ich hatte so schnell nichts Besseres zur Hand.

Freitag, 29. Mai 2020

Pack die Vorräte an - Geheimnisvoller Stein in Perlenstickerei

Ich habe ein paar Trommelsteine in meinem Vorrat, die ich schon ewig mit unterschiedlichen Drahttechniken zu benutzen versucht habe, jedesmal ohne Erfolg. Ich war nie zufrieden und habe sie immer wieder auseinandergenommen.
Nach einer Weile kann das fast zu einer Besessenheit werden.
Dieser Stein war einer von ihnen. Ich weiß nicht, was es für ein Stein ist, aber dieses Kugelmuster und die zarten Farben sprachen mich einfach unheimlich an . Eine gehäkelte oder gestrickte Fassung war nichts, der ärmliche Versuch einer Krappenfassung ging schief nicht nur wegen der irregulären Form des Steins, sondern auch weil er so glatt und rutschig war!

Als ich meine ersten Schritte in der Perlenstickerei machte, fragte ich mich, ob ich diesen Stein nun endlich festnageln könnte. Die Rückseite war nicht flach, aber vielleicht konnte ich ja die Erhöhung in der Mitte festkleben und den Stein dann zusätzlich mit der gefädelten Fassung sichern.
Nachdem das besser als erwartet funktionierte, ging ich an die Verzierungen.
Zuerst nähte ich ein paar Spacerperlen auf, die ich von einem kleinen Kristallarmband gerettet hatte, das ich mal gefunden hatte. Ich wählte Perlen, die die Farben aus dem Stein - Braun, ein zartes Rosa und ein Hauch von Orange - aufgriffen.
Irgendwie erinnert es mich an ein Korallenriff. Vielleicht denke ich bei den Spacerperlen mit ihren orangefarbenen Rändern an Seeanemonen?


Anfangs wollte ich einen Anhänger machen und habe dafür sogar ein paar Ösen ausprobiert, aber nichts davon gefiel mir, darum ist es stattdessen jetzt eine Brosche.