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Donnerstag, 24. September 2026

Stummfilme - Der Adler

Der Moment mußte ja irgendwann kommen. Ich kann keine Stummfilme anschauen und auf ewig Rudolph Valentino auslassen. Man würde ich vielleicht erwarten, daß ich mit "Der Scheich" anfange (was sein einziger Film war, von dem ich schon gehört hatte, bevor ich dieses Projekt begann), aber stattdessen wählte ich "Der Adler" von 1925, ohne daß ich viel über den einen oder den anderen Film wußte. Schauen wir mal, ob es eine gute Wahl war.


Dies ist die Handlung (mit Spoilern).

Wir steigen direkt damit ein, daß Leutnant Vladimir Doubrovsky von der Kaiserlichen Garde eine außer Kontrolle geratene Kutsche mit einer entzückenden jungen Dame (und ihrer Tante) darin rettet.


Er ist von der Zarin Katharina der Großen beobachtet worden, deren Lieblingspferd er unwissentlich genommen hat. Sie ist mehr als beeindruckt von dem gutaussehenden Leutnant, sie macht sogar Anspielungen darauf, ihn zum General zu machen ... aber das kostet einen Preis, den zu zahlen Vladimir nicht bereit ist.


Er lehnt ab und verdrückt sich, als Katharina hinausgeht, um in etwas Bequemeres zu schlüpfen. Verständlich ... vielleicht. Schlau? Nicht so sehr. Die verschmähte Kaiserin setzt einen Preis auf seinen Kopf aus.
Um alles noch schlimmer zu machen, erfährt er aus einem Brief, daß sein Vater vom neuen Nachbarn Kyrilla um sein Anwesen betrogen worden ist und möchte, daß er an die Zarin appelliert. Schlechtes Timing.
Als er nach Hause kommt und seinen Vater sterbend vorfindet, schwört Vladimir Kyrilla und seinen Nachkommen Rache und wird zum Schwarzen Adler (schaut euch nur diese clevere Maske an).
Eines Tages bringt seine Bande Kyrillas Tochter Mascha mit zurück. Sie ist die junge Dame aus der Kutsche, erkennt ihn aber nicht und läßt ihn wissen, daß "sie in der Regel keinen Umgang mit maskierten Männern pflegt"
. Natürlich läßt er sie laufen.


An der Poststation begegnet Vladimir Monsieur Le Blanc, dem neuen Französischlehrer für Kyrillas Tochter. Er beschließt, sich selber als der neue Lehrer vorzustellen, und gerade als er Kyrilla erstechen will, kommt Mascha herein.
Als sie Hände schütteln, bemerkt Mascha den Siegelring, den sie zuvor am Schwarzen Adler gesehen hat, aber Vladimir meint, er sei von dem Bandit überfallen worden, der ihm den Ring gegeben habe, um ihn an sie weiterzureichen.
Nach einem "kleinen Essen" bittet Vladimir, in seinen Weinkeller zu gehen und eine Flasche zu holen. Es ist ein grausamer Trick, den er Gästen spielt, denn im Keller ist ein angeketteter Bär. Mascha ist empört und geht hinein. Die Kette bricht, der Bär geht auf sie los und Vladimir erschießt ihn.

Die Kamera begann am Ende und wanderte dann
rückwärts die Mitte der langen Tafel entlang,
eine großartige Einstellung!

In der Nacht bemerkt Mascha, wie der Schwarze Adler mit einer Pistole in das Zimmer ihres Vaters geht, und folgt ihm. Obwohl ihr Vater sie beschwört, ihn zu erschießen, sagt sie ihm, er solle gehen.
Ihr Vater macht den "Französischlehrer" zu seinem Leibwächter und Mascha weiß nicht, was sie tun soll, da sie ja weiß, wer er wirklich ist.


Schließlich droht sie ihm an, seine Identität zu verraten, bringt es aber nicht fertig. In der Zwischenzeit haben Kyrillas Kosaken den Stellvertreter des Schwarzen Adlers gefunden, aber bevor er ausgepeitscht wird, gibt Vladimir zu, wer er ist.
Mascha gesteht ihm ihre Liebe und sie entkommen durch einen Geheimgang, geraten aber zwischen die Kosaken der Zarin und Kyrillas, und Vladimir wird gefangengenommen.


Das Todesurteil ist unterzeichnet und Vladimirs letzter Wunsch - Mascha zu heiraten - wird erfüllt.
Die Zarin ist nicht bereit, Vladimir zu verzeihen, obwohl General Kuschka (der Katharinas Vorschlägen
nicht so abgeneigt war wie Vladimir) sie zu überzeugen versucht, daß sie ihn gehen lassen soll. Als sie jedoch von seiner Hinrichtung hört, wird sie von Trauer überwältigt - und als Kuschka sie bittet, den Pass für einen "Monsieur Le Blanc" zu unterschreiben, und sie erfährt, daß die gehörten Schüsse nur eine Demonstration waren, winkt sie dem jungen Paar, das in seine Zukunft fährt, gnädig zu.

General Kuschka, du schlauer alter Fuchs.


Ich wußte wirklich nicht besonders viel über Rudolph Valentino. Ich wußte, daß er in Italien geboren wurde, daß er der erste "Latin Lover" war, daß er eine Menge weiblicher Fans hatte und daß er jung starb, mit nur 31 Jahren (vor 100 Jahren am 23. August). In der Tat war dies einer seiner letzten Filme. Und was hat er für Spaß gemacht!
Nach einer Auszeit von Hollywood und einem Studiowechsel in den frühen 20ern, war "Der Adler" ein Versuch, Valentino zurückzubringen, nicht nur für seine weibliche Fanbasis, sondern auch männliche Zuschauer.

Wir wissen, wie erfolgreich Douglas Fairbanks mit seiner Mischung aus Abenteuer, Stunts und Humor war, und "Der Adler" hat das alles ebenfalls. Ich hatte das Abenteuer und die Stunts erwartet, war aber über die ganzen Schmunzler von Anfang an überrascht.

Vilma Bánky als Mascha und Valentino hatten eine großartige Chemie, auch weil sie nicht einfach das hilflose Dämchen ist, das gerettet werden muß, sondern sich dem Schwarzen Adler auch entgegenstellt. Ich denke, ich muß mir ein paar ihrer anderen Filme anschauen, denn hier hat sie mir wirklich gut gefallen.
Louise Dresser war großartig als Katharina, vor allem in der Szene mit Vladimiar. Diese Szene fand ich besonders witzig, weil sie Valentino auf die andere Seite stellt, er ist nicht der, die die Frau verführt, sondern schockiert darüber, daß sie ihn zu verführen versucht. Seine Blicke waren köstlich.
Das Abenteuer mag nicht viel Neues bieten - denkt an "Robin Hood" oder "Zorro" - ist aber sehr gut gemacht (die einzigen Szenen, die ich nicht mochte, waren die mit dem Bären und das muß ich wohl kaum erklären).
Die Bühnenbilder waren sehr schön und die Kostüme waren großartig!
Ich hatte richtig viel Spaß an dem Film, um mir also selber eine Antwort zu geben - ja, es war eine sehr gute Wahl! (Sorry, Doug, ich liebe dich immer noch.)

Eine Auswahl von witzigen Szenen
1. Das Pferd scheut gerade dann, als Katharina aufsteigen will.
2. Vladimir ist enttäuscht, als er feststellt, daß ihm nicht Mascha zugewinkt hat,
sondern ihre Tante.
3. Katharina versucht, Vladimir betrunken zu machen, aber sie kippen ihren Vodka
beide in Pflanzentöpfe.
4. Als Mascha von der Bande des Schwarzen Adlers entführt wird, versucht ihre
Tante, Cäsar auf sie zu hetzen.
5. Von Maschas Schönheit abgelenkt mahlt Vladimir viel zu viel Pfeffer auf seine Suppe.
6. Mascha denkt, Vladimir versucht, ihren Vater zu erwürgen, aber es war nur eine
Massage für sein Kopfweh (die gewalttätigste, die ich je gesehen habe!).


P.S. Falls ihr übrigens meine Besprechungen von zwei Tonfilmen über Katharina die Große lesen möchtet, könnt ihr sie hier finden: "Die große Zarin oder Die scharlachrote Kaiserin" mit Marlene Dietrich und "Katharina die Große" mit Elisabeth Bergner.


Quellen und weitere Lektüre (überwiegend englischsprachig):

1. Gwenda Young: The Eagle. Essay für A Day of Silents 2023. Auf: San Francisco Silent Film Festival
2. Fritzi Kramer: The Eagle (1925) - A Silent Film Review. Auf: Movies Silently, 4. Februar 2013
3. Lea Stans: Rudolph Valentino - The Man Behind the Image. Auf: Silent-ology, 12. März 2019
4. Dominic Konrad: Rudolph Valentino - Hollywoods erster Herzensbrecher. Auf: SWR. Kultur. Filme und Serien, 20. August 2026


Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.

Donnerstag, 17. September 2026

Stummfilme - The Wishing Ring: An Idyll of Old England

Ihr wißt es nicht, habt aber vielleicht schon mal von einem anderen Film von Maurice Tourneur gehört. Oder darüber gelesen - in meinem Post über "Der blaue Vogel".
Sprechen wir heute über "The Wishing Ring: An Idyll of Old England" von 1914.


Wie gewöhnlich erstmal die Handlung (mit Spoilern).

Giles ist der Sohn des Earl of Bateson und einer dieser Studenten, die ihr Studium extrem ernstnehmen. Zumindest erzählt er das seinem Vater. Leider sieht die Realität etwas anders aus und Giles wird aus der Schule geworfen - und dann daheim hinausgeworfen, als sein Vater die Wahrheit erfährt. Vielleicht hätte er nicht versuchen sollen, Dad die Geschichte von Ferien "als Belohnung für vorbildliches Betragen" zu verkaufen. So eine Nummer zieht man nicht bei einem grummeligen alten Mann ab, der an Gicht leidet.
Der Earl weigert sich, Giles zurückkommen zu lassen, bis er ohne fremde Hilfe eine halbe Krone verdient hat.


Es stimmt, Giles ist absolut verantwortungslos und meint, ihm stünde alles zu, was er will. Er nimmt sich einfach Obst von einer Frau, und als sie protestiert, wirft er es auf sie. Er tritt einen kleinen Hund (das ist nur impliziert, man sieht es nicht) und lacht darüber. An diesem Punkt mögen wir Giles nicht.
Der Hund läuft nach Hause und wir erfahren, daß er der Gefährte von Sally ist, der Tochter des armen Pfarrers.

Zum Glück hat Giles einen vermögenden Patenonkel, Squire Annesley. Der Squire, dem gerade sein Gärtner davongelaufen ist, nachdem er ihn ausgeschimpft hat, weil jemand einige seiner Rosen gestohlen hat, steht kurz vor einer Reise und beschließt zu helfen, indem er Giles aufträgt, sich während seiner Abwesenheit um seine Rosen zu kümmern.
Giles entdeckt den Rosendieb recht schnell, es ist Sally.
Ihr Argument, daß Blumen ein Geschenk Gottes an die Menschen ist, arm oder reich, überzeugt ihn nicht so recht. Als sie ihm aber zeigt, daß die Blumen als Dekoration für die bescheidene Kirche gedacht sind, läßt er sie nicht nur behalten, sondern lädt sie auch noch auf ein Marmeladenbrot ein. Dann lädt Sally ihn nach Hause ein, um ihm ihren Vater vorzustellen.
Es liegt eindeutig Liebe in der Luft, da Giles sogar noch lächelt, als Sally völlig schräg sing und er ihr Löwenzahngebräu trinken muß! 


Auf ihrem ersten gemeinsamen Spaziergang, besuchen sie ein Roma-Lager und Sally kauft einen silbernen "Wunschring".
Der Squire schickt Giles einen Brief und bitten ihn, alle Nachbarn zu einem Gartenfest einzuladen, um seine Rückkehr zu feiern. Natürlich schließt er Sally und ihren Vater ein, aber sie hat nichts anzuziehen, also schickt ihr "der Wunschring" alias Giles ein neues Kleid, einen Hut und Schuhe.


Auf dem Gartenfest finden Sally und der Pfarrer Giles' wahre Identität heraus, als er den Brief des Earls fallen läßt, und Sally begibt sich auf die Mission, Vater und Sohn zu versöhnen, indem sie Geschenke bringt, ihren Hund vorstellt und den Earl zu einer Schachpartie herausfordert. Er ist bezaubert, weigert sich aber, über Giles zu sprechen.


Da sie glaubt, daß ein Heilmittel für die Gicht helfen wird, besucht Sally noch einmal die Roma und bekommt gesagt, daß sie um Mitternacht bei Mondlicht ein Zauberkraut auf der Teufelsklippe pflücken soll, was sie sofort in Angriff nimmt.

Ich bin gesetzlich verpflichtet, Filmszenen mit Katzen
zu erwähnen. Diese Katze wird sogar zweimal gezeigt.

Am nächsten Morgen stellt der Pfarrer fest, daß Sally weg ist, und bittet ein paar Dorfjünglinge, ihm bei der Suche zu helfen. Einer davon denkt daran, den Hund mitzunehmen, der sie zu Sally führt, die von der Teufelsklippe gefallen ist.
Als der Earl davon hört, vergißt er seine Gicht völlig, verlangt nach einem Pferd und macht sich auf den Weg. Leider lahmt das Pferd und er bittet beim Gasthaus um ein neues. Der Wirt rennt zum Squire, wo ihm Giles sagt, er solle das Pferd aus dem Stall nehmen - wofür der Earl eine halbe Krone zahlt, die der Wirt zu Giles trägt, er erzählt ihm dann auch gleich von Sallys Unfall.

Als sich Giles und sein Vater an Sallys Bett begegnen, wird der Earl wütend und will gehen, aber Sally reicht ihm die halbe Krone und Giles sagt ihm, daß er ihn selber unwissentlich damit bezahlt hat.


Alle sind zum Hochzeitsfest eingeladen, Dorfjünglinge und -mädchen, Lehrer und Soldaten, Roma - und natürlich Sallys Hund!

Ich liebe es zu sehen, wie das junge Mädchen ißt.
Das nenne ich mal Konzentration.


Vom Titel her und nachdem ich "Der blaue Vogel" gesehen hatte, stellte ich mir vor, daß das noch so ein Märchen mit Moral sein würde, aber tatsächlich ist es eine Romcom und so eine süße!
Der Titel ist etwas irreführend, der Wunschring spielt keine so große Rolle, außer daß er Giles erlaubt, Sally anonym das neue Partykleid zu schenken.

Ich liebte zu sehen, wie Sallys unkompliziertes und enthusiastisches Verhalten - vielleicht etwas zu unkompliziert, was die Rosen betrifft, hätte sie den Squire nicht darum bitten können? - Giles verändert, aber ich denke, man konnte schon erkennen, daß Giles kein ganz böser Junge ist, als ihm der Squire auftrug, sich um seine Rosen zu kümmern. Keine Beschwerde, Schürze angelegt und los ging es, auch wenn wir nicht wissen, wie gut er es gemacht hat.
Es war auch schön zu sehen, wie schnell Sally das Herz des Earls für sich gewann. Das hatte für mich Vibes à la "Der kleine Lord", es genügte, daß Sally ungehemmt sie selbst war, genau wie Cedric, keine Vorstellung von Klassenunterschieden oder Schüchternheit.

Wir haben eine charmante Romanze, wir haben unsere witzigen Stellen, wir haben unser Drama, was könnte einem daran nicht gefallen?
Vor allem bei Bildern, die so schön sind wie das hier? Gebt es zu, das sieht nach einer schönen Stelle für ein Päuschen aus.


Der Film basiert auf Owen Davis' Theaterstück von 1910, was den Anfang und das Ende mit der Vorbühne und dem Vorhang erklärt und auch den stummen Chor aus vier jungen Mädchen, denen wir während des Films mehrfach begegnen.


Nun kommen wir aber zum wirklichen Helden, Gyp William als "Die Waise". Oh wartet, ich habe bis jetzt gar kein Waisenkind erwähnt? Nun, nicht unter diesem Namen ... ja, unser kleiner Gyp wird im Vorspann als vierter genannt, und wenn ihr mich fragt, verdient er das auch für seine großartige Darstellung!


Oh, und übrigens, dies war ein weiterer Glücksfund, als der Filmhistoriker Kevin Brownlow in einer nicht mehr bestehenden Filmbibliothek darauf stieß und zunächst nicht mal dachte, daß er die gewünschte Summe wert war!

Definitiv ein Eintrag für meine Liste von Lieblingsstummfilmen.


Quellen und weitere Lektüre (englischsprachig):

1. Fritzi Kramer: The Wishing Ring (1914) - A Silent Film Review. Auf: Movies Silently, 21. September 2014
2. Kyle Westphal: The Wishing Ring: An Idyll of Old England. Auf: Library of Congress. National Film Preservation Board. Documents


Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.

Donnerstag, 3. September 2026

Stummfilme - Es war

Dies ist nicht das erste Mal, daß ich einen Film vorstelle, der auf einem Buch des deutschen Dramatikers Hermann Sudermann (siehe hier), aber es ist das erste Mal, daß ich einen für euch mit Greta Garbo und John Gilbert in den Hauptrollen habe. Interessiert?
Macht euch bereit für "Es war" von 1926.


Hier die Handlung (mit Spoilern!)

Ulrich von Eltz, seine Schwester Hertha und Leo von Harden sind seit ihrer Kindheit befreundet.
Ulrich und Leo dienen zusammen als Soldaten in einem Husarenregiment.
 

Als sie auf Heimaturlaub sind und aus dem Zug steigen, um Hertha (die verzweifelt in Leo verliebt ist) und Leos Mutter zu treffen, verliebt sich Leo in eine Frau, die ebenfalls den Zug verlassen hat.


Er trifft sie auf dem ersten Ball der Saison wieder und sie beginnen eine leidenschaftliche Affäre.
Leider "vergißt" Felicitas, Leo zu sagen, daß sie verheiratet ist, und ihr Ehemann überrascht die beiden und fordert Leo zum Duell, um aber einen Skandal zu vermeiden, wird als offizieller Grund dafür ein Streit beim Kartenspiel genannt.
Leo erschießt Graf von Rhaden und erhält vom Militärgericht den Rat, sich für fünf Jahre für den Dienst in Afrika zu verpflichten.
Er bittet Ulrich, sich um Felicitas zu kümmern, während er fort ist. Ulrich besucht Felicitas und verliebt sich sofort in sie, von der Affäre mit Leo weiß er nichts. Als er ihr seinen Rat anbietet, ist sie nicht interessiert, als sie aber hört, daß er reich ist und "sein Geldbeutel Leo gehört", hat er ihre Aufmerksamkeit.


Leo darf nach drei Jahren wieder zurückkehren. Natürlich eilt er nach Hause, ist aber schockiert, als er am Bahnhof von Ulrich und seiner Frau willkommen geheißen wird - Felicitas.
Er ist entschlossen, beiden von nun an aus dem Wege zu gehen, kann aber nicht wegbleiben, als ihm Felicitas sagt, wie sehr Ulrich unter der Abwesenheit seines Freunds leidet.


Felicitas versucht immer wieder, Leo zu verführen, und obwohl der Pastor eine flammende Predigt an sie richtet, können sie schließlich nicht widerstehen und beschließen, in dieser Nacht zusammen fortzugehen.


Felicitas hat gepackt und wartet auf Leo, aber Ulrich kommt früher als erwartet von einer Reise zurück. Er macht seiner Frau ein teures Diamantenarmband zum Geschenk, und als Leo eintrifft, um sie mitzunehmen, läßt sie ihn wissen, daß sie nicht tapfer genug ist zu gehen, und fragt, warum sie nicht einfach bleiben und so weitermachen können?


Leo ist von der Vorstellung angewidert und versucht sie zu erwürgen, als Ulrich hereinstürmt (in dem anderen Film nach Sudermann haben wir übrigens ebenfalls eine Würgeszene). Felicitas behauptet, daß Leo sie zwingen wollte, mit ihm fortzugehen, und sie nach ihrer Ablehnung gewürgt hat. In tiefem Zorn fordert Ulrich Leo zu einem Duell am Morgen.
Am nächsten Morgen - die Männer sind bereits auf dem Weg zur Freundschaftsinsel, wo sie als Kinder Blutsbrüder geworden sind - verschafft sich Hertha Zugang zu Felicitas' Zimmer und beschwört sie, das Duell zu verhindern.


Ulrich warnt Leo, daß er schießen wird, um ihn zu töten, aber Leo hebt nur die Pistole, ohne auf Ulrich zu zielen, und plötzlich wird seinem Freund klar, daß Leo Felicitas sogar schon vor ihm geliebt hat. Sie wissen jetzt, daß ihre Freundschaft wichtiger ist als sich wegen einer Frau zu zerstreiten.


In der Zwischenzeit hat Felicitas Herthas Flehen nachgegeben. Auf ihrem Weg zur Insel tritt sie jedoch auf dünnes Eis und ertrinkt, ohne daß jemand ihre Hilferufe hört.



Wow.
Um ehrlich zu sein, ich hatte schon Augenrollen erwartet, da diese Art Handlung gewöhnlich für mich zu dramatisch ist, und von den Bildern her denkt ihr vielleicht das gleiche.
Das ist nicht überraschend, denn Sudermanns Roman, auf dem der Film basiert, von 1894 ist, und nachdem ich einige Erfahrung mit alten "Engelhörnchen"- oder Abenteuerromanen habe, die sich mit Militär-, Studenten- oder Western-Bromances befassen, war ich vorbereitet. Es gibt eine Menge Umarmungen.
 

Meine beste Freundin und ich hatten nie den
Mut, "Blutsschwestern" zu werden, vielleicht
hätte uns eine Skulptur wie diese dabei geholfen ... 😉


Es ist recht seltsam, aber ein Teil von mir verspürt den Drang, mich über den Film lustig zu machen, wegen seines Dramas, seinem übertriebenen Spiel in manchen Szenen (ich fand wirklich, daß Garbo es in der Szene mit Hertha zu weit trieb), der heldenhaften Bromance und auch wegen einiger der komischen Szenen, zum Beispiel mit dem zechenden Pastor.

Ein anderer Teil von mir ist nicht glücklich über die für diese Zeit typische Frauenfeindlichkeit.
Felicitas ist die Böse im Film und sie ist zweifellos die große Manipulatorin, aber es scheint, daß ihr die komplette Schuld zugeschoben wird, weil sie eine Frau war, und ich fand das nicht ganz fair.
An einer Stelle sagt der Pastor zu Leo: "Mein Junge, wenn uns der Teufel nicht durch den Geist erreichen kann ... erschafft er eine Frau, die schön genug ist, uns durch das Fleisch zu erreichen." (daher auch der englische Titel "Flesh and the Devil").
Was Leo natürlich sofortige Absolution davon gibt, der Versuchung nachzugeben, selbst nachdem Felicitas ein zweites Mal verheiratet ist. Mit seinem besten Freund. Dem er nicht von dem wahren Grund für das erste Duell erzählt hat. Seinem besten Freund, seinem Blutsbruder. Ich frage mich, warum er es ihm nicht erzählt hat? Hat er sich geschämt? Nicht genug jedoch, um den Fehler nicht zu wiederholen? Denn Eva, sorry, Felicitas war "schön genug" (was ich an sich schon für eine Beleidigung für Frauen halte).

Es gab ein paar Szenen, die uns zeigen, wie böse Felicitas war (so sehr, daß sie am Schluß sterben mußte).
Wir bekommen das erste Duell nicht komplett zu sehen, wir wissen erst, daß Graf von Rhaden gestorben ist, als seine Witwe mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen schwarze Hüte aufprobiert.
Als der Pastor seine anklagende Predigt hält, schaut sie ihn nur an und frischt langsam ihren Lippenstift auf. In der Kirche!
Beim Abendmahl dreht der Pastor den Kelch mit dem Wein für jede Person etwas weiter, aber sie dreht ihn bewußt zurück, um ihre Lippen auf dieselbe Stelle zu pressen wie Leo.


Vielleicht erwartet ihr jetzt, daß ich sage, ich mochte den Film nicht, aber damit würdet ihr falschliegen. Mir ist all das aufgefallen, und ja, hier und da wurde etwas mit den Augen gerollt, aber im ganzen habe ich den Film wirklich genossen und der Hauptgrund dafür ist Garbo.
Es ist nicht schwer zu erkennen, wie dieser Film ihr Durchbruch wurde.
Sie spielt die Femme Fatale wundervoll und ihre Szenen mit Gilbert - die recht sinnlich ist - profitierten von ihrer aufblühenden Beziehung, die bei Dreh des Films begann (was für das Publikum natürlich äußerst interessant war).
Garbo arbeitete weiterhin mit dem Regisseur Clarence Brown und dem Kameramann
 William H. Daniels, wenn ihr den Film anschaut, werdet ihr verstehen warum. Das Licht, die Stimmung, es war die perfekte Bühne für sie - und für die ganze Geschichte.

Countdown des ersten Duells

Ich habe den Film mit der Musik von Carl Davis gesehen (ihr kennt seine Arbeit vielleicht von "Stolz und Vorurteil" mit Jennifer Ehle und Colin Firth), der eine Menge wunderschöner Stummfilmmusik geschrieben hat. Sie hat das Gesamtgefühl echt verstärkt.

Zeit für meine Abschlußworte - der Film bekommt von mir absolut eine Empfehlung.

P.S. Oh hey, ich habe fast vergessen, das alternative Ende zu erwähnen, das nicht benutzt wurde. Man sieht Ulrich und Leo bei Leos Mutter sitzen, als Hertha herauskommt, um ihnen mitzuteilen, daß sie nun, da sie 18 ist, nach München ziehen wird. Sie steigt in die Kutsche, aber Leo läuft hinterher. Er bringt sie dazu auszusteigen und da stehen sie nun, sich tief in die Augen schauend.
Ich bin froh, daß sie das nicht verwendet haben!

P.P.S. Übrigens hat sich bestimmt kein Deutscher um die deutschen Ausdrücke gekümmert ...



Weitere Lektüre (englischsprachig):

1. "JEC": Flesh and the Devil (1926). Auf: A Cinema History, Juni 2018
2. Brandie Ashe: Feminist Fridays: Flesh and the Devil (1926). Auf: True Classics, 10. September 2010


Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.

Donnerstag, 9. Juli 2026

Stummfilme - Bare Knees

Wenn ich euch sage, daß es in diesem Film um einen Flapper geht, die bei ihrer Schwester und ihrem sehr ehrbaren Mann in einer sehr ehrbaren Stadt leben wird, könnt ihr euch wahrscheinlich vorstellen, was passieren wird. Aber könnt ihr das wirklich?
Heute spreche ich über "Bare Knees" von 1928.


Als erstes die Handlung (Spoileralarm!).

Wir starten im Longworth-Haushalt am Geburtstag der Ehefrau Jane, aber ihr Mann John ist wieder mal spät daheim - das Schicksal eines Bezirksstaatsanwalts - während sein bester Freund Paul schon eine Stunde lang da ist.
Paul hat ihr Parfüm geschenkt, John eine Stola (man merkt, daß Jane das Parfüm lieber ist).


Es ist außerdem ein Telegramm von Janes Schwester Billie da (Virginia Lee Corbin hat das wirklich witzig gespielt), die noch am selben Abend bei der sehr respektierlichen Geburtstagsfeier auftaucht - ein Flapper vom Bob bis zu den nackten Knien.
Der Effekt ist erstaunlich, von schockierten Blicken bis zum großen Interesse einiger junge Männer, Larry eingeschlossen, der für John arbeitet. Es ist aber nicht nur ihre Aufmachung, die die anständigen Leute von Hanfor City schockiert, sondern auch ihre schnodderige Art zu reden, ihre Respektlosigkeit und ihr Geschenk, ein durchsichtiges schwarzes Negligé.


Von da an ist Billie ihrem Schwager ein Dorn im Auge. Sie tanzt einen Charleston bei der Feier und führt das Baseballteam der Mädchen in ein Spiel gegen das Team der Jungs, wobei sie alle kurze Hosen und Tanktops tragen und die Jungs so verwirren, daß sie sie 29 : 0 schlagen (komisch, im Zeitungsartikel heißt es dann, daß die
Mädchen die Männer geschlagen haben). Natürlich raucht und trinkt sie auch und ist groß im Flirten.
Jane läßt sie wissen, daß sie nie etwas so Vulgäres gesehen hat, als Billie aber weg ist, hebt Jane sehnsüchtig ihren eigenen Rock bis über die Knie an, ohne zu wissen, daß John sie dabei sieht.


Inzwischen hat John Larry losgeschickt, um auf dem Clubschiff "Ship Ahoy" zu ermitteln, und Paul sagt ihm, daß Billie fast jede Nacht dort ist.
Johns Antwort ist, daß er sich wünsche, sie wäre wie Jane, weil ein Mann sich mit einer Frau wie Jane keine Sorgen machen muß. Dann geht er ins Bett.
Überraschende Wendung!
Sobald John weg ist, liegt Jane in Pauls Armen!
Während Jane Probleme mit ihrer Ehe hat, lehnt Billie Larrys Antrag ab "Ehe ist wie einen Pilz zu essen ... man weiß nicht, ob es Gift ist, bis es zu spät ist."


Jetzt wird alles etwas verwirrend.
John sagt zu Larry, daß sie gemeinsam auf der "Ship Ahoy" ermitteln werden.
Jane hat Paul gebeten, sie in einem der privaten Eßzimmer auf dem Schiff zu treffen, und sie bringt eine Reisetasche mit, um durchzubrennen, aber Billie hat Janes Notiz an John gefunden und ist bereits dort.
Als John und Larry auftauchen, behauptet sie, daß sie diejenige ist, die mit Paul abhauen will und daß Jane gekommen ist, um sie davon abzuhalten, was natürlich ein Schock für Larry ist.


Seid ihr noch dabei? Denn jetzt wird es echt schräg.
Ein großes Feuer bricht auf dem Pier aus und während es alle anderen rechtzeitig hinausschaffen, sind Paul und Billie im Feuer gefangen. Keiner von ihnen kann jedoch schwimmen, also beschließen sie natürlich, noch ein letztes Mal Spaß zu haben und mit der Achterbahn zu fahren, die immer noch mit leeren Wagen vor sich hinläuft.
Keine Angst! Larry ist schon im Wasser und unterwegs, um seine Geliebte zu retten! Die gerade mit ihrem Wagen durch die brennende Achterbahn rauscht. Ich wünschte, die Qualität wäre besser. Die schwarze "Wolke" rechts? Das ist der Wagen.
Keine Angst! Larry ist schon im Wasser und ... ja, schon wieder, wir bekommen aber nicht zu sehen, wie er Billie und Paul rettet. Nicht daß Paul in den letzten Szenen nochmal vorkommt, also wer weiß, vielleicht ist er ja ertrunken.


Inzwischen hat John Janes Notiz gefunden, läßt sie aber von der Magd verbrennen (wäre das nicht etwas, was man selber macht?). Zu Jane sagt er nur, daß viele Frauen jetzt kurze Röcke tragen und ob sie schon mal an einen Bob gedacht hat - und sie fällt in seine Arme.
Larry besucht Billie und sie erinnert ihn an seinen Antrag.
Happy End für alle (außer für Paul)!



Ich fand, der Film fing ganz gut an und war recht amüsant. Mir gefiel sogar die Wendung, wer hätte das von Jane gedacht?
Das Ende aber ...
Ich kann nicht sagen, daß ich selber eine tolle Idee gehabt hätte, aber ein Feuer und eine Achterbahn? Die einzige Entschuldigung, die ich dafür hätte, wäre, daß das irgendwie symbolisch gemeint ist, aber dies ist kein tiefsinniger Film, sondern eine Flapperkomödie.

Ich fand auch ein bißchen überraschend, daß Billie am Schluß so einfach nachgab. Ich schätze, das war zu erwarten, vielleicht hatte sie sich den Kopf angehauen, als sie ins Wasser rauschten und sie sah ihr Leben vor ihren Augen ablaufen und dachte, sie müsse etwas ändern. Ich schätze, der Hauptpunkt ist, daß ich sie und Larry für kein gutes Paar halte. Er ist so langweilig. Wird das für Billie genug sein?

Ich hätte auch gut ohne das Hausmädchen Bessie können. Nein, das stimmt nicht, ich hätte ohne den wiederholten "Witz" über ihre schmerzenden Füße und ihren seltsamen Gang können. Meine Füße tun dauernd weh und ich fühlte mit mir, aber für den Film war es echt völlig belanglos.

Die Laufzeit war etwas über eine Stunde, leicht genug auszuhalten und es gab ein paar charmante Momente (und hübsche Kleider), aber auf meine Liste zum nochmal Anschauen wird es "Bare Knees" nicht schaffen.

Dienstag, 30. Juni 2026

Meine Juni-Bücher

Dies ist ein Überblick der Bücher, die ich in einem Monat fertiggelesen habe (nicht unbedingt im selben Monat angefangen) und die ich Gundel vorgelesen habe (mit 😸 markiert).
Ich werde jeweils eine kurze Erklärung hinzufügen, warum ich ein Buch ausgewählt oder wie ich es gefunden habe und vielleicht auch, ob es ein Kandidat zum Wiederlesen ist, aber ich werde keine richtigen Rezensionen oder Bewertungen abgeben (Gundel weigert sich ebenfalls zu bewerten). Solltet ihr aber etwas mehr Info zu einem Buch haben wollen, an dem ihr interessiert seid, laßt es mich einfach wissen.

Ein sehr seltsamer Monat mit mehreren abgebrochenen Büchern. Was ich interessant fand war, daß ich einen Moment lang sogar zögerte, das dritte auf die Liste zu setzen, fast so als würde ich versuchen, mein "Versagen" zu verstecken. Lesen sollte sich nicht schuldig anfühlen, egal ob man etwas mochte oder nicht. Dann hatte ich halt das Pech, Bücher auszusuchen, die ich nicht fertiglesen wollte. Was nun? Wird meine Bibliothek mich in Schande hinauswerfen? Nun, hat sie nicht, das einzige, was passierte, war, daß ich wünschte, ich hätte die Zeit stattdessen auf andere Bücher verwendet.
Als ich Ende dess Monats ein viertes hinzufügen mußte, gab ich dafür zuerst der Hitze die Schuld, aber wenn es die Hitze war, warum war ich absolut zufrieden mit den beiden anderen Büchern, die ich zu der Zeit las (wenn auch langsam)?

"Peter Ustinov: The Gift of Laughter" = " Peter Ustinov : Die Gabe des Lachens. Seine Lebensgeschichte" von John Miller, Erstveröffentlichungen 2002


Peter Ustinov - Theater- und Filmschauspieler, Autor von Theaterstücken und Romanen, Regisseur, Produzent, Philanthrop, Universitätskanzler, Interviewer, Unterhalter - war ein erstaunlicher Mann.
Dies ist seine Biographie.

Als ich Ustinov kürzlich erwähnte, fiel mir auf, daß ich nie eine komplette Biographie von ihm gelesen hatte (ich las das Buch seiner Mutter vor Urzeiten). Er war immer äußerst populär in Deutschland, also wurde es Zeit, das nachzuholen, und es hat mir auch gut gefallen.

"Das Dorf in den roten Wäldern" von Louise Penny, Erstveröffentlichung 2005
(Der erste Fall für Gamache)


Als eine der Einwohnerinnen des kleinen Dorfs Three Pines tot aufgefunden wird, werden Armand Gamache und sein Team mit dem Fall betraut. War es ein Jagdunfall oder Mord?

Ich hatte nur die zweite Verfilmung von "Three Pines" mit Alfred Molina gekannt - in der dieses Buch nicht vorkommt - und dachte, ich probiere mal die Bücher aus. Ich glaube, ich mochte die Vorstellung von Three Pines und Gamache mehr als den Fall selber und der Schluß war etwas schwach und offensichtlich, aber es war eine schnelle Lektüre und die Reihe bleibt erstmal auf meiner Liste.

"The Three Investigators in The Mystery of the Coughing Dragon" = "Die drei ??? und der unheimliche Drache" von Nick West (die Bücher wurden unter Nennung von Alfred Hitchcock als Autor veröffentlicht), Erstveröffentlichung 1970 😸
(Die drei ??? 14 (amerikanisch), 9 (deutsch))


Als die drei ??? gebeten werden, den vermißten Hund von Alfred Hitchcocks Freund Mr. Allen zu finden, erwarten sie nicht, mit einem Drachen in einer Höhle konfrontiert zu werden!

Ich habe diese Reihe vor langer Zeit gelesen und mache sie jetzt nochmal Stück für Stück durch, nachdem ich einen Blogpost darüber geschrieben habe. Dieses Buch ist das vierzehnte in der Originalreihe und das neunte in der deutschen Reihe.

"The Correspondent" = "Die Briefeschreiberin" von Virginia Evans, Erstveröffentlichung 2025


Sybil ist 73 und eine begeisterte Briefeschreiberin.
Sie schreibt an Familie, Freunde, Autoren, Nachbarn - und in diesen Briefen erzählt sie uns von ihrem Leben jetzt und damals und davon, was sie am meisten bedauert.

Ich hatte das Buch in Blogs erwähnt gesehen, aber keine Besprechungen gelesen. Als es bei den Neueinträgen auf OverDrive auftauchte, merkte ich es vor, und es war es wert, monatelang darauf zu warten.
Ich habe schon früher bemerkt, daß mir die Briefform gefällt (das begann mit "Daddy Langbein"). Dies ist ein Buch, das ich mir tatsächlich kaufen werde.

"High Wages" von Dorothy Whipple, Erstveröffentlichung 1930


Die Geschichte spielt in den 1910ern und erzählt von Jane, die als Verkäuferin in einem Textilgeschäft anfängt und schließlich nach dem 1. Weltkrieg ihren eigenen Laden eröffnet.

Ich bin auf den Titel durch Zufall auf einem Blog gestoßen, dem ich gewöhnlich nicht folge, und war an der Geschichte von Verkäuferin zu Geschäftseigentümerin interessiert.
Nachdem ich das Sachbuch "The Bookshop, The Draper, The Candlestick Maker" von Annie Gray gelesen hatte, gefiel mir dieses Buch nicht nur wegen der Geschichte selber, sondern auch wegen der Beschreibungen der Geschäfte.


"Peter Pan: The Story of Peter and Wendy" = "Peter Pan" von J. M. Barrie, Erstveröffentlichung als Roman 1911 unter dem Titel "Peter und Wendy"


Peter Pan, der Anführer der Verlorenen Jungs, ist ein schelmischer Junge, der auf der Insel Nimmerland lebt. Er möchte für immer ein kleiner Junge bleiben und Abenteuer erleben.
Eines Nachts nimmt er die Kinder Wendy, John und Michael Darling mit zur Insel, damit Wendy, die Älteste und das einzige Mädchen, ihre Mutter werden kann.

Aus dem digitalisierten Buch,
das ich gelesen habe

Ich hatte "Peter Pan" als Theaterstück gesehen und wollte vor dem Anschauen der ersten Verfilmung auch das Buch lesen.

"Peter Pan in Kensington Gardens" von J. M. Barrie, Erstveröffentlichung 1906 (das meiste davon war bereits Teil des Romans "Kleiner weißer Vogel" von 1902 gewesen)


Man könnte dies Peter Pans Ursprungsgeschichte nennen - wie er aus dem Fenster des Kinderzimmers flog, als er hörte, wie Pläne über sein Leben als Erwachsener gemacht wurde, und in die Kensington Gardens ging, um dort bei den Vögeln zu leben.

Ich hatte hierüber noch überhaupt nichts gehört, bevor ich damit anfing, für eine Stummfilmbesprechung etwas über Peter Pan nachzulesen.
Die Illustrationen von Arthur Rackham sind wunderschön.

"Agnes Aubert's Mystical Cat Shelter" = "Agnes Auberts zauberhafte Katzenzuflucht" von Heather Fawcett, Erstveröffentlichung 2026


Agnes Katzenhilfe (ich finde die deutsche Übersetzung "Zuflucht" hier seltsam) braucht eine neue Bleibe, nachdem ein Duel zwischen Magiern mehrere Gebäude zerstört hat. Ist es Zufall, daß sie in ein Gebäude zieht, in dem einer dieser Magier aus dem Keller heraus sein illegales Geschäft betreibt?

Katzen! Das schien mir ausreichend, um dieses Buch zu lesen. Ich denke, nach dem hier werde aber von Fawcetts Büchern zukünftig die Finger lassen. Es erinnerte mich viel zu sehr an einen Film, den ich gesehen habe (das Buch, auf dem er beruht, kenne ich noch nicht) und liebe, für dieses Buch konnte ich nicht dieselbe Begeisterung aufbringen.

"Miss Buncle's Book" von D. E. Stevenson, Erstveröffentlichung 1934


Miss Buncle braucht Geld, also schreibt sie ein Buch, und da sie keine Fantasie hat, schreibt sie über ihr eigenes Dorf.
Das Buch wird ein Bestseller und Miss Buncles Nachbarn sind nicht amüsiert, etwas über sich selbst durch die Augen von jemand anderem gesehen zu erfahren.

Nachdem ich letzten Monat "Celia's House" gelesen habe und es mir sehr gefiel, habe ich mit diesem Buch weitergemacht und hatte eine Menge Spaß damit.


"Hildur - Die Spur im Fjord" von Satu Rämö, Erstveröffentlichung 2022
(Hildur 1)


Hildur Rúnarsdóttir ist Kriminalbeamtin in den Westfjorden Islands. Immer noch vom Verschwinden ihrer beiden Schwestern 25 Jahre zuvor verfolgt ist sie auf Fälle vermißter Kinder spezialisiert.
Diesmal wird jedoch ein Pädophiler mit durchgeschnittener Kehle gefunden und er bleibt nicht der letzte Tote. Zusammen mit ihrem finnischen Kollegen Jakob versucht sie die Punkte zu verbinden.

Gail von
 Is This Mutton hat das vierte Buch aus der Reihe empfohlen, also dachte ich, ich probiere es mal.
Ich hätte zwar gern weniger Wiederholgungen und Detailbeschreibungen von Workouts gehabt, das nächste Buch ist aber dennoch auf meiner Liste.


"Cinder House" von Freya Marske, Erstveröffentlichung 2025


Das ist eine Nacherzählung von Aschenputtel, aber mit einer interessanten Wendung.

Das Buch war ein Zufallsfund auf OverDrive.


"Return to Foreverware" von Mike Ford, Erstveröffentlichung 1997
(Eerie, Indiana 1)


Die Freunde Marshall und Simon übernehmen einen Wochenendjob bei den Stewarts, um deren Dachboden auszumisten. Etwas ist jedoch seltsam an dem Paar, das in den 70ern steckengeblieben zu sein scheint.

Das Buch ist das erste in der Reihe, die auf der Kinderfernsehserie "Eerie, Indiana" basiert.
Ich habe es für einen Blogpost nochmal gelesen.

"Der Steppenwolf" von Hermann Hesse, Erstveröffentlichung 1927 😸


Harry Haller sieht sich selber als zwei Seelen, den Menschen und den Steppenwolf. Zwischen beiden hin- und hergerissen, versucht er den Sinn in der Welt und seinem Leben zu sehen.

Ich hatte seit der Schule keine deutschen "Klassiker" mehr gelesen und beschloß, es jetzt mit einem im Monat zu versuchen. Keine Ahnung, wie dieses Projekt ausgehen wird.
Das war wahrscheinlich nicht das beste Buch für den Anfang. Hätte ich es nicht laut gelesen, wäre es ziemlich sicher ein DNF geworden, auf die Liste zum Wiederlesen kommt es jedenfalls nicht.

"Classic Movie Comedians" von Neil Sinyard, Erstveröffentlichung 1992


Dieser Band stellt uns einige der großen Komödianten der Leinwand vor. Es gibt ein Kapitel über Charlie Chaplin, Buster Keaton, Harold Lloyd und Harry Langdon, Stan Laurel und Oliver Hardy, W. C. Fields und die Marx Brothers.

Sinyard ist ein britischer Filmkritiker und offensichtlich ein großer Fan von Chaplin, da dieser nicht nur ein Kapitel bekam, das mehr als zehn Seiten länger als all die anderen war, sondern auch konstant in den anderen Kapiteln erwähnt wird. Als Kurzeinführung war es in Ordnung und eine schnelle Lektüre mit einer Menge Bildern. 


"Coming Up for Air" = "Auftauchen, um Luft zu holen" von George Orwell, Erstveröffentlichung 1939


George Bowling ist sich sicher, daß es bald wieder Krieg geben wird. Er beginnt sich an sein Leben als Kind und junger Mann in Lower Binfield vor dem 1. Weltkrieg zu erinnern, und da er bei einem Rennen etwas Geld gewonnen hat, beschließt er, für ein paar Tage dorthin zurückzukehren, um die Idylle wiederzufinden. Er findet jedoch schnell heraus, daß man nicht mehr zurückkehren kann.

Dies war eines der Lieblingsbücher meines Ex. Ich bin vor kurzem durch Zufall darauf gestoßen und dachte, ich lese es endlich mal.



DNF:

"Theo of Golden" = "Theo in Golden" von Allen Levi, Erstveröffentlichung 2025


Ein alter Mann taucht in der Stadt Golden auf und freundet sich dort mit den Einwohnern an, indem er die Bleistiftporträts kauft, die an den Wänden des Coffee Shops hängen, sie den Menschen auf den Bildern schenkt und sich ihre Geschichten anhört.

Ich sah das Buch immer wieder auf Blogs und fand die Idee mit den Porträts ganz interessant. Dann kämpfte ich mich durch das halbe Buch, nur weil ich dachte, ich müßte irgendetwas verpaßt haben. Ich wünschte, ich hätte eher auf mein Bauchgefühl gehört. Auf keinen Fall etwas für mich.

"Something Wicked This Way Comes" = "Das Böse kommt auf leisen Sohlen" von Ray Bradbury, Erstveröffentlichung 1962


Zwei dreizehnjährige Freunde, Jim und William, bekommen es mit den Alpträumen eines fahrenden Jahrmarkts und seinem Leiter Mr. Dark zu tun, der seltsame Kräfte hat.

Ich habe etwas mehr als ein Drittel des Buches geschafft, aber obwohl die Idee interessant war, gefiel mir der Stil überhaupt nicht. Es schien, als habe der Verfasser mehr Spaß daran, mit Sprache zu spielen als die Geschichte zu erzählen, und in diesem Fall funktionierte das für mich einfach nicht.


"The Female Detective" von Andrew Forrester, Erstveröffentlichung 1864


Das Buch erzählt von mehreren Fällen von Mrs Gladden, der ersten professionellen Detektivin in der britischen Erzählliteratur.

Ich dachte, das wäre genau das Richtige für mich, aber nach einem Drittel gab ich auf, weil ich den Stil furchtbar trocken und langweilig fand. Ich konnte nicht umhin zu denken, daß eine Frau das anders geschrieben (und interessanter gemacht) hätte.

"The Librarianist" von Patrick deWitt, Erstveröffentlichung 2023


Dies ist "die Geschichte von Bob Comet, einem Mann, der sein Leben durch und für Literatur gelebt hat, sich dessen nicht bewußt, daß seine eigene Erfahrung eine bewegende und rührende Erzählung in sich ist."

Ich gestehe, daß mich der Titel und das Cover angezogen haben, aber es wurde zu wenig über Bücher geredet und gab zuviel langweiligen Rückblick. Ich mochte den ersten Teil wirklich, in dem Bob spontan als Freiwilliger in einem Seniorencenter anfängt, aber je länger der Rückblick dauert, um so mehr bewegte mich die Erzählung auf die falsche Weise. Ich habe es durch das halbe Buch geschafft und war nicht mal daran interessiert, wie es endet.


Übrigens, falls ihr Buchbesprechungen schreibt oder Blogposts über andere Dinge, die mit Büchern zu tun haben - sogar Filme, die auf Büchern basieren - schaut bitte bei "A Good Book and a Cup of Tea" vorbei, einer monatlichen Buch-Linkparty, deren Host ich zusammen mit Erin von Still Life, With Cracker Crumbs und Lisa from Boondock Ramblings bin. Hier könnt ihr mehr herausfinden.