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Donnerstag, 17. September 2026

Stummfilme - The Wishing Ring: An Idyll of Old England

Ihr wißt es nicht, habt aber vielleicht schon mal von einem anderen Film von Maurice Tourneur gehört. Oder darüber gelesen - in meinem Post über "Der blaue Vogel".
Sprechen wir heute über "The Wishing Ring: An Idyll of Old England" von 1914.


Wie gewöhnlich erstmal die Handlung (mit Spoilern).

Giles ist der Sohn des Earl of Bateson und einer dieser Studenten, die ihr Studium extrem ernstnehmen. Zumindest erzählt er das seinem Vater. Leider sieht die Realität etwas anders aus und Giles wird aus der Schule geworfen - und dann daheim hinausgeworfen, als sein Vater die Wahrheit erfährt. Vielleicht hätte er nicht versuchen sollen, Dad die Geschichte von Ferien "als Belohnung für vorbildliches Betragen" zu verkaufen. So eine Nummer zieht man nicht bei einem grummeligen alten Mann ab, der an Gicht leidet.
Der Earl weigert sich, Giles zurückkommen zu lassen, bis er ohne fremde Hilfe eine halbe Krone verdient hat.


Es stimmt, Giles ist absolut verantwortungslos und meint, ihm stünde alles zu, was er will. Er nimmt sich einfach Obst von einer Frau, und als sie protestiert, wirft er es auf sie. Er tritt einen kleinen Hund (das ist nur impliziert, man sieht es nicht) und lacht darüber. An diesem Punkt mögen wir Giles nicht.
Der Hund läuft nach Hause und wir erfahren, daß er der Gefährte von Sally ist, der Tochter des armen Pfarrers.

Zum Glück hat Giles einen vermögenden Patenonkel, Squire Annesley. Der Squire, dem gerade sein Gärtner davongelaufen ist, nachdem er ihn ausgeschimpft hat, weil jemand einige seiner Rosen gestohlen hat, steht kurz vor einer Reise und beschließt zu helfen, indem er Giles aufträgt, sich während seiner Abwesenheit um seine Rosen zu kümmern.
Giles entdeckt den Rosendieb recht schnell, es ist Sally.
Ihr Argument, daß Blumen ein Geschenk Gottes an die Menschen ist, arm oder reich, überzeugt ihn nicht so recht. Als sie ihm aber zeigt, daß die Blumen als Dekoration für die bescheidene Kirche gedacht sind, läßt er sie nicht nur behalten, sondern lädt sie auch noch auf ein Marmeladenbrot ein. Dann lädt Sally ihn nach Hause ein, um ihm ihren Vater vorzustellen.
Es liegt eindeutig Liebe in der Luft, da Giles sogar noch lächelt, als Sally völlig schräg sing und er ihr Löwenzahngebräu trinken muß! 


Auf ihrem ersten gemeinsamen Spaziergang, besuchen sie ein Roma-Lager und Sally kauft einen silbernen "Wunschring".
Der Squire schickt Giles einen Brief und bitten ihn, alle Nachbarn zu einem Gartenfest einzuladen, um seine Rückkehr zu feiern. Natürlich schließt er Sally und ihren Vater ein, aber sie hat nichts anzuziehen, also schickt ihr "der Wunschring" alias Giles ein neues Kleid, einen Hut und Schuhe.


Auf dem Gartenfest finden Sally und der Pfarrer Giles' wahre Identität heraus, als er den Brief des Earls fallen läßt, und Sally begibt sich auf die Mission, Vater und Sohn zu versöhnen, indem sie Geschenke bringt, ihren Hund vorstellt und den Earl zu einer Schachpartie herausfordert. Er ist bezaubert, weigert sich aber, über Giles zu sprechen.


Da sie glaubt, daß ein Heilmittel für die Gicht helfen wird, besucht Sally noch einmal die Roma und bekommt gesagt, daß sie um Mitternacht bei Mondlicht ein Zauberkraut auf der Teufelsklippe pflücken soll, was sie sofort in Angriff nimmt.

Ich bin gesetzlich verpflichtet, Filmszenen mit Katzen
zu erwähnen. Diese Katze wird sogar zweimal gezeigt.

Am nächsten Morgen stellt der Pfarrer fest, daß Sally weg ist, und bittet ein paar Dorfjünglinge, ihm bei der Suche zu helfen. Einer davon denkt daran, den Hund mitzunehmen, der sie zu Sally führt, die von der Teufelsklippe gefallen ist.
Als der Earl davon hört, vergißt er seine Gicht völlig, verlangt nach einem Pferd und macht sich auf den Weg. Leider lahmt das Pferd und er bittet beim Gasthaus um ein neues. Der Wirt rennt zum Squire, wo ihm Giles sagt, er solle das Pferd aus dem Stall nehmen - wofür der Earl eine halbe Krone zahlt, die der Wirt zu Giles trägt, er erzählt ihm dann auch gleich von Sallys Unfall.

Als sich Giles und sein Vater an Sallys Bett begegnen, wird der Earl wütend und will gehen, aber Sally reicht ihm die halbe Krone und Giles sagt ihm, daß er ihn selber unwissentlich damit bezahlt hat.


Alle sind zum Hochzeitsfest eingeladen, Dorfjünglinge und -mädchen, Lehrer und Soldaten, Roma - und natürlich Sallys Hund!

Ich liebe es zu sehen, wie das junge Mädchen ißt.
Das nenne ich mal Konzentration.


Vom Titel her und nachdem ich "Der blaue Vogel" gesehen hatte, stellte ich mir vor, daß das noch so ein Märchen mit Moral sein würde, aber tatsächlich ist es eine Romcom und so eine süße!
Der Titel ist etwas irreführend, der Wunschring spielt keine so große Rolle, außer daß er Giles erlaubt, Sally anonym das neue Partykleid zu schenken.

Ich liebte zu sehen, wie Sallys unkompliziertes und enthusiastisches Verhalten - vielleicht etwas zu unkompliziert, was die Rosen betrifft, hätte sie den Squire nicht darum bitten können? - Giles verändert, aber ich denke, man konnte schon erkennen, daß Giles kein ganz böser Junge ist, als ihm der Squire auftrug, sich um seine Rosen zu kümmern. Keine Beschwerde, Schürze angelegt und los ging es, auch wenn wir nicht wissen, wie gut er es gemacht hat.
Es war auch schön zu sehen, wie schnell Sally das Herz des Earls für sich gewann. Das hatte für mich Vibes à la "Der kleine Lord", es genügte, daß Sally ungehemmt sie selbst war, genau wie Cedric, keine Vorstellung von Klassenunterschieden oder Schüchternheit.

Wir haben eine charmante Romanze, wir haben unsere witzigen Stellen, wir haben unser Drama, was könnte einem daran nicht gefallen?
Vor allem bei Bildern, die so schön sind wie das hier? Gebt es zu, das sieht nach einer schönen Stelle für ein Päuschen aus.


Der Film basiert auf Owen Davis' Theaterstück von 1910, was den Anfang und das Ende mit der Vorbühne und dem Vorhang erklärt und auch den stummen Chor aus vier jungen Mädchen, denen wir während des Films mehrfach begegnen.


Nun kommen wir aber zum wirklichen Helden, Gyp William als "Die Waise". Oh wartet, ich habe bis jetzt gar kein Waisenkind erwähnt? Nun, nicht unter diesem Namen ... ja, unser kleiner Gyp wird im Vorspann als vierter genannt, und wenn ihr mich fragt, verdient er das auch für seine großartige Darstellung!


Oh, und übrigens, dies war ein weiterer Glücksfund, als der Filmhistoriker Kevin Brownlow in einer nicht mehr bestehenden Filmbibliothek darauf stieß und zunächst nicht mal dachte, daß er die gewünschte Summe wert war!

Definitiv ein Eintrag für meine Liste von Lieblingsstummfilmen.


Quellen und weitere Lektüre (englischsprachig):

1. Fritzi Kramer: The Wishing Ring (1914) - A Silent Film Review. Auf: Movies Silently, 21. September 2014
2. Kyle Westphal: The Wishing Ring: An Idyll of Old England. Auf: Library of Congress. National Film Preservation Board. Documents


Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.

Donnerstag, 10. September 2026

Stummfilme - Mighty Like a Moose

Letzte Woche habe ich über eine Affäre gesprochen, die für jemanden ein tragisches Ende fand, die heutige Affäre ist ganz anders.
Wenn ich euch sage, daß Charley Chase hier dabei ist, erinnert ihr euch vielleicht daran, daß er für Komödien bekannt war. Ich denke, nach dem Drama der letzten Woche, haben wir eine solche verdient.
Hier ist "Mighty Like a Moose" von 1926 (scheint, ich stecke gerade in diesem Jahr fest, aber das ist reiner Zufall!).


Beginnen wir mit der Handlung (Spoileralarm!).

Mr. Moose hat vorstehende Zähne und Mrs. Moose hat eine große Nase.


Die Nachbarskinder - kein Respekt. Ich mußte dieses Bild einfügen, weil es mich an die Szene aus "Fröhliche Weihnachten" erinnerte, in der die Kinder ihrer Lehrerin einen Streich spielten, indem sie falsche vorstehende Zähne trugen (aus Wachs, wie man in dem Buch lesen kann, das den Film inspirierte ... ich schweife ab, sorry).


Mr. und Mrs. Moose haben beide seit Monaten gespart, um ihre Ehepartner mit einem Facelift zu überraschen - et voilà.


Mr. Mooses Zahnarzt läßt ein Vorher-Nachher-Bild machen und gibt seinem Patienten außerdem falsche Zähne, damit seine Familie ihn noch erkennen kann. Außerdem lädt er ihn auf eine Party ein, aber Mr. Moose lehnt ab, da er verheiratet sei.
Dann begegnet er Mrs. Moose im Flur, sie erkennen sich jedoch gegenseitig nicht und beginnen einen Flirt, also lädt er sie zur Party ein. Beide fühlen sich nicht gut dabei, ihre Ehepartner zu hintergehen, aber andererseits können sie nicht widerstehen, nachdem sie die Auswirkungen ihrer jeweiligen Operationen gesehen haben
.


Sie kommen getrennt zu Hause an und bemerken sich anfangs auch nicht, indem sie eine Art "Tanz" um einander herum aufführen - einer kommt in den Raum, wenn die andere gerade herausgeht.
Auf der Party versucht Mr. Moose einen Tanz mit seinem Date zu erhaschen, aber stattdessen wird sie ihm quasi entrissen, während er zu einem Tanz mit einer Dame gebeten wird, die nur die Polka kann (leider habe ich es nicht geschafft, einen Screenshot zu bekommen, der wirklich zeigt, wie witzig dieser Tanz ist).
Was niemand weiß ist, daß die Polizei schon darauf wartet, eine Razzia auf der Party durchzuführen, da sie den Doktor des Alkoholbesitzes verdächtigen (Prohibitionszeiten!), sie "verhaften zur Übung alle".
Mr. Moose hat die Polizisten entdeckt und warnt Mrs. Moose. Sie drehen sich beide herum, mit dem Ergebnis, daß die Polizei ein Bild von ihnen macht. Ihr erinnert euch, sie wissen nicht, daß sie ein Ehepaar sind.


Daheim ist Mr. Moose überrascht, als sein Date kurz nach ihm sein Haus betritt. Er hört, wie sie dem Mädchen von der Operation erzählt, und ist schockiert, daß seine Frau ihn hintergangen hat. Also sagt er Mrs. Moose als ihr Date, daß er nicht ohne sie leben kann, kommt dann mit den falschen Zähnen zurück, und schließlich täuscht er einen Kampf zwischen "dem Date" und "dem Ehemann" vor (mit Hilfe eines pendelnden Stiefels).


Unglücklicherweise für ihn hat Mrs. Moose die Zeitung gefunden, in der auch das Vorher-Nachher-Bild ihres Mannes ist. Als sie ihn dafür schlägt, daß er versucht hat, sie mit dem falschen Kampf zu täuschen, verliert er die falschen Zähne.
Wo sind sie? Oh, gefunden!


Verwechslungen sind schon lang eine Grundlage für Komödien. Als also ein Blogger schrieb, daß er nicht versteht, wie sie sich gegenseitig nicht erkennen konnten, brachte mich das zum Lachen.
Mein Lieblingsbeispiel - Clark Kent/Superman. Aus irgendeinem seltsamen Grund wissen Leute immer noch, wer ich bin, selbst ohne meine Brille.
Wenigstens erfahren wir, daß Mrs. Moose sich auch neue Kleider gekauft hat, die ihr Mann noch nicht kennt.

Ich war außerdem vom unmittelbaren Erfolg der OPs entzückt. Keine Verbände, keine Spuren, keine Schmerzen, die zwei hüpfen aus den Behandlungsstühlen und alle sind glücklich.
Wünschten wir uns nicht, daß es wirklich so einfach wäre?
Falls ihr euch übrigens fragt, Nasen-OPs gibt es schon ganz schön lange - zum ersten Mal um 600 v. Chr. in Indien. Im Westen wurden sie im späten 19. Jahrhundert wirklich populär und wurden später nicht nur rein für die Ästhetik durchgeführt, sondern auch um Männern zu helfen, die im Krieg verwundet wurden.

Der Kampf, den Mr. Moose mit sich selber führte, war natürlich auch nicht realistisch, vor allem am Ende, als er sekundenschnell die Identitäten wechselte und immer von derselben Seite kam.
All das war clever geschnitten, nur Superman hätte so schnell sein können.

Ist das alles aber irgendwie wichtig? Natürlich nicht!
Der gesamte Film nutzte die wundervolle Choreographie, um das Publikum zum Lachen zu bringen, und bei mir hat das sowas von gut geklappt.
Ich hatte auch Spaß mit den witzigen Zwischentiteln. Mein Favorit war der, als Mr. Moose ins Haus kommt und von seinem Hund attackiert wird, der ihn mit den neuen Zähnen nicht erkennt, sodaß er die falschen einsetzen muß
.


Das ist natürlich eine Anspielung auf EMI's Nipper, der "His Master's Voice", der Stimme seines Herrn zuhört (schaut euch meinen Post über Nipper an, falls ihr nicht wißt, wovon ich spreche).

Schlußfolgerung - ist der Film realistisch? Nein. Ist er witzig? Sowas von!
Für mich sogar so witzig, daß ich laut lachen mußte.
Bis jetzt mochte ich jeden Charley Chase-Film, den ich gesehen habe, und ich freue mich darauf, mehr davon zu erforschen
.


Weitere Lektüre:

Fritzi Kramer: Mighty Like a Moose (1926) - A Silent Film Review. Auf: Movies Silently, 27. April 2014



Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.

Donnerstag, 27. August 2026

Stummfilme - By Might of His Right

Ich habe erst vor ungefähr zwei Wochen von Mr. & Mrs. Sidney Drew erfahren.
Mr. und Mrs. Drew waren ein Komikerteam, das ... aber wartet mal, tatsächlich gab es zwei Mrs. Drews, Gladys Rankin und Lucille McVey. Nachdem Gladys starb, heiratete Sidney Lucille, die viele ihrer fast 150 Ehekomödien produzierte und auch mit Regie führte und schrieb.
Ich habe eine davon herausgepickt - willkürlich wie immer - und bin bei
 "By Might of His Right" von 1915 gelandet.
Sidney war übrigens der Onkel der Schauspieler Lionel, Ethel und John Barrymore, und Johns Enkelin is Drew Barrymore. Nun wißt ihr, wie sie zu ihrem Namen kam.


Erstmal die Handlung.

Als Henry von der Arbeit nach Hause kommt, stellt er fest, daß sie einen Hausgast haben, Lucilles Bruder, der Ferien hat (gespielt vom Charakterdarsteller Donald Macbride).
Er hat den ganzen Elan eines Collegeboys, rah-rah-rah eingeschlossen, was Lucille prächtig amüsiert, während Henry wirklich nur etwas Ruhe und Frieden möchte.


Pech gehabt.
Der Jüngling schüttelt Henrys Hand wie verrückt, er macht sich über seinen Hut lustig, bevor er sich draufsetzt, wird sehr vertraut mit dem Dienstmädchen, schnappt sich eine Zigarre von Henry, dann seine Zeitung und schließlich seinen Stuhl, ...
 

... bevor er an seinem ahnungslosen Schwager demonstriert, wie man einen Tackle und einen Knockout ausführt.
Am nächsten Morgen schiebt er sich Henrys Zigarettenetui in die Tasche und verkündet dann, daß er beabsichtigt, seine gesamten Ferien über dazubleiben!


Henry muß etwas unternehmen, um den jungen Mann loszuwerden. Er versichert sich der Unterstützung seines Freundes Tony Trexel, der in einem Boxstudio trainiert und ihm hilft, einen Boxer zu finden, der gegen 50 Dollar eine Niederlage vortäuschen wird (das sind heutzutage ungefähr 1600, man sieht also, wie verzweifelt Henry ist).
Zu Hause sagt er, daß Tony sie zu einer 
neuartigen Boxparty eingeladen hat.
Als sie dort sind, erfahren sie, daß "Knock'em Dead" Jones verhindert ist und ein Gegner für den "Battler" benötigt wird. Natürlich denkt Lucille sofort an ihren Bruder, aber plötzlich ist er nicht mehr so begeistert, wie er das daheim noch war.


Also erhebt sich zur Überraschung aller Henry. Nach einem köstlichen "Kampf", in dem die beiden sich erst nicht einmal berühren, "schlägt" Henry den "Battler" k.o.


Zurück daheim ist sein Schwager nicht mehr ganz so selbstbewußt. Tatsächlich hat er solche Angst vor Henry, daß er behauptet, seine Mutter hätte ihn zurückgerufen, seine Taschen packt und geht.


Henry hatte seiner Frau schon von seinem Bluff erzählt und sie brechen in Gelächter aus, als sich die Tür schließt.
Da ich selber eine große Schwester bin, macht das absolut Sinn für mich (obwohl man in einem Bild sieht, daß ihr kleiner Bruder ihr auch leid tut, aber nur ein bißchen!)



Drew selber hat gesagt: "Es gibt viele, die eher actionreiche Arbeit vorziehen, da es aber einen Bereich gibt, der den Anspruch an eine raffiniertere Intelligenz voll erfüllen kann, richten wir uns an diese Klientel" und mir hat das wirklich gut gefallen.
Henry benutzt sein Gehirn - okay, und eine Stange Geld - um seinen Hausgast loszuwerden. Er erteilt ihm eine Lektion darin, andere Leute, oder sollte ich sagen ältere Leute - nicht zu unterschätzen, ohne ihn zu sehr zu erniedrigen. Immerhin hätte er ihn in den Ring drängen können.

Obwohl dieser knapp 15 Minuten lange Film über 100 Jahre alt ist, denke ich, wir können uns alle irgendwie damit identifizieren. Es muß ja nicht immer ein Hausgast sein, der zu lange bleibt, es könnte zum Beispiel auch einfach jemand sein, der nicht kapiert, daß die Party vorbei ist.

Dies ist ein weiterer Film, der verloren geglaubt wurde, bis ein Abzug in Neuseeland auftauchte, der durch eine Partnerschaft des
 New Zealand Film Archive, der amerikanischen Archivgemeinschaft und dem National Film Preservation Foundation erhalten wurde.
Ich freue mmich darauf mehr von Mr. und Mrs. Sidney Drews Universum der Ehe zu erforschen.


Quellen und weitere Lektüre (englischsprachig):

1. By Might of His Right (1915). Auf: National Film Preservation Foundation. Preserved Films
2. Fritzi Kramer: By Might of His Right (1915) - A Silent Film Review. Auf: Movies Silently, 27. November 2023


Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.

Donnerstag, 13. August 2026

Stummfilme - Namakura Gatana

Nicht das erste Anime, aber einer der frühesten überlebenden japanischen Animationsfilme ist der Kurzfilm, den ich heute mitgebracht habe. Es ist "Namakura Gatana" ("The Dull Sword" = "Das stumpfe Schwert") von 1917.
 

Die Handlung ist sehr schnell erzählt, da der Film in der längsten verfügbaren Version nur 4 Minuten läuft (es gibt inzwischen eine 5 Minuten-Version).

Ein Samurai prüft sein Schwert auf Schärfe.


Er geht zum Schwertschmied "Stumpfes Schwert", wo er sogar ein Problem damit hat, sein Katana in die Scheide zu schieben. Kein sehr schlauer Samurai.
 

Auf dem Rückweg beschließt er, es an Leuten auszuprobieren, die er zufällig trifft (zum Glück kann er sie nicht verletzen und kriegt stattdessen selber eins drauf) - zuerst einem Blinden, der Flöte spielt (einen Blinden von hinten anzugreifen, Schande über ihn) ...
 

... dann einen Reisenden, der direkt über ihn trampelt, nachdem er ihn besiegt hat.


Als er versucht aufzustehen, indem er sich auf das Schwert stützt, verbiegt es völlig, was ihn so wütend macht, daß er es wegwirft
.


Für ein heutiges Publikum sieht das wie ein sehr seltsamer kleiner Film aus. Nicht nur ist die Idee eines Samurais, der bereit ist, sein Schwert an ahnungslosen Leuten auszuprobieren, ziemlich unfaßbar, sondern es ist auch eine Menge komisches Augenrollen dabei und die Augenbrauen gehen wild auf und ab.

Ich habe es schon mehr als einmal gesagt. Dieser Film ist fast 110 Jahre alt.
Einer Reuters-Story über den Fund dieses Kurzfilms und eines anderen zufolge wurden US-amerikanische und europäische Animationsfilme in Japan zum ersten Mal um 1914 herum gezeigt.
Ich verstehe einfach nicht, warum es immer Leute gibt, die versuchen, Werke aus dieser Zeit an modernen Maßstäben zu messen.
Tatsächlich war ich überrascht, wie flüssig die Animation ist.
Es gab auch Leute, die sich darüber beschwerten, daß es keinen Ton gibt ...
Etwas, das ich bisher nicht wußte, ist, daß es im japanischen Stummfilm Standardpraxis war, einen "benshi" oder Filmerzähler zu haben, was der Grund dafür sein könnte, daß es so wenig Zwischentitel gibt. Wer weiß, vielleicht verpassen wir einen köstlichen Austausch zwischen dem Samurai und dem Schwertschmied.

Der Film galt als verschollen, wurde aber 2007 bei einem Antikmarkt in Osaka zusammen mit einem anderen Film verkauft. Was für ein Fund!
Ihr wißt, wie aufregend ich solche Geschichten finde!


Quellen und weitere Lektüre (englischsprachig):

1. Catherine Munroe Hotes: The Dull Sword 
(なまくら刀, 1917). Auf: Nishikata Film Review, 13. März 2017
2. National Film Archive of Japan: The Dull Sword. Auf: Japanese Animated Film Classics


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Donnerstag, 30. Juli 2026

Stummfilme - The Reckless Age

Habt ihr jemals von "Floyd's of London" gehört? Ich bin mir ziemlich sicher daß nicht, denn es ist eine Anspielung auf "Lloyd's of London", den berühmten Versicherungsmarkt.
Ja, heute sind wir in der Welt der Versicherungen und ihr könnt euch vorstellen, daß es eine ungewöhnliche sein wird, mit der wir es in "The Reckless Age" von 1924 zu tun haben.


Zunächst die Handlung (Spoiler!).

Lord Allan Harrowby aus London trifft sich mit den beiden Topmanagern von Floyd's of London.
Er hat eine ungewöhnliche Bitte. Er wird bald die Erbin Cecilia Meyrick heiraten und möchte eine Versicherung über 100000 $ abschließen für den Fall, daß sie ihre Meinung ändert.
Die Manager stimmen zu, aber zuerst muß er eine Vereinbarung unterschreiben, daß es keine Kompensation geben wird, falls die Hochzeit aufgrund Aktionen seinerseits ausfällt. Außerdem werden sie ihren Risikomanager Richard Minot mit nach Florida schicken, um sicherzustellen, daß die Hochzeit stattfindet.


Sie setzen all ihr Vertrauen auf Dick, der sie bis jetzt noch nie enttäuscht hat, und geben ihm ein Zeichen ihrer Wertschätzung, eine Uhr.
Die Uhr ist auf der Rückseite graviert - und nein, ich habe absolut keine Ahnung, ob sie zu geizig waren, die echte Uhr für den Film gravieren zu lassen oder ob dieses Bild im einzig existierenden Abzug fehlte und durch dieses Meisterstück ersetzt wurde (das zweimal vorkommt).


Im Zug begegnet Dick zufällig Cecilia. Unglückseligerweise ist es für ihn Liebe auf den ersten Blick, was diese ganze Mission für ihn nun sehr unangenehm macht.
Obwohl Cecilia sich auch zu Dick hingezogen fühlt, will sie unbedingt rechtzeitig zu dem Lunch in San Marco kommen, bei dem ihre Verlobung verkündet werden wird.



Als der Zug durch eine Schweinefamilie aufgehalten wird, beschließt Dick, ein "Taxy" zu nehmen, um Cecilia rechtzeitig zu dem Lunch zu bringen. Die Zug-Auto-Jagd führt zu einem echt coolen Stunt, der mich hochfahren ließ.

Von diesem Moment an hat es Dick schwer, diese Hochzeit zustandezubringen.
Cecilia ist sich ganz und gar nicht mehr sicher, sie und Dick flirten ständig.
Der naive Lord Harrowby freundet sich mit dem Schwindler Martin Wall an.
Eine wertvolle Diamantenkette wird direkt von Cecilias Hals weg gestohlen.
 
Cecilia wird hinübergeschubst, um bei
Lord Harrowby in Ohnmacht zu fallen.

Ein Mann taucht auf und behauptet, der echte Lord Harrowby zu sein. Dick läßt ihn auf Walls Yacht bringen, um ihn aus dem Weg zu haben.
Die Schauspielerin Gabrielle Rose, mit der der Lord früher mal eine Affäre hatte, trifft ein. Sie droht, ihn wegen des Brechens seines Eheversprechens zu verklagen. Zum Glück findet Dick einen Beweis dafür, daß sie zu der Zeit schon verheiratet war und immer noch nicht geschieden ist.

Seid ihr schon verwirrt? Denn ihr müßt wissen, wir sind noch nicht mal halb durch mit dem Film.

In der Zwischenzeit hat Allan Wall in der Police eingetragen, weil er ihm das Geld leiht, daß er glaubt zu brauchen, um Gabrielle Rose loszuwerden. Natürlich erkennt Wall seine Chance, eine Menge Geld zu machen, wenn er den anderen Lord ins Spiel zurückholt.
Cecilias Vater verlangt eine Identifizierung, wenn die Hochzeit stattfinden soll.
Allans Reaktion darauf ist es wegzulaufen. Es sieht nicht gut für ihn aus.
Gut jedoch für Dick und Cecilia. Nur will sie das nicht sehen, weil sie immer noch nicht weiß, warum Dick alles getan hat, um diese Hochzeit durchzudrücken, obwohl er sagt, daß er sie liebt. Es ist recht verständlich, daß sie wütend ist.


Und wißt ihr was, der Lord ist zurück! Er ist in Gesellschaft des Duke und der Duchess von Lismore, die Freunde von ihm und auch den Meyricks sind.
Der andere Lord wird vorgestellt und Lismore erkennt ihn als den früheren Butler. Noch ein Hindernis ist aus dem Weg geschafft.


Martin Wall arbeitet jedoch noch immer an seinem Plan. Er bietet dem Herausgeber der örtlichen Zeitung 1000 $ an, damit er die Versicherungsstory in die nächste Ausgabe bringt.
Der Herausgeber denkt, daß er noch mehr rausholen kann, druckt die Geschichte und geht mit dem Angebot zu Cecilias Vater, die Ausgabe zu zerstören, wenn er die Zeitung für 20000 $ kauft.
Natürlich ist Wall nicht glücklich, als er das herausfindet, sie fangen an zu kämpfen, Dick kommt dazu und macht mit (Denny war früher Boxer und fing auch in Boxfilmen an), dann noch die Angestellten, und am Ende liegt das gesamte Büro in Trümmern. Als Allan und Cecilia auftauchen, erfährt Cecilia von der Versicherung und Dicks Rolle dabei. Natürlich ist die Hochzeit jetzt endgültig abgesagt und auch Dick hat nicht besonders gute Karten.


Wall versucht, Anspruch auf das Geld zu erheben, aber da es Allans Schuld war, daß er ihm davon erzählt hat, ist die Police hinfällig. Dazu ersccheint dann noch ein Polizist, weil in Walls Zimmer die Halskette und weitere Juwelen gefunden wurden, ja, er hat sogar die Yacht gestohlen!

Dick und Cecilia treffen sich wieder, als der Zug, in dem sie sitzen, ein Problem hat und sie beim selben "Taxy" landen. Der Fahrer merkt, daß etwas zwischen ihnen nicht stimmt und fährt absichtlich so wild, daß sie aneinander stoßen - bis sie nicht mehr widerstehen können.


Ich weiß, daß es sich wie ein sehr verwirrender Film anhört, aber das ist er echt nicht.
Dick kümmert sich um ein Problem nach dem anderen und Floyds Vertrauen in ihn ist absolut gerechtfertigt, weil er das gut macht.
Denny war in den 20ern ein beliebter Schauspieler (und arbeitete noch bis zu seinem Tod im Film, daneben war er außerdem Ingenieur und Erfinder), was nicht überraschend ist, denn er war gut in Romantik, Komödie, aber auch Action.
Dank ihm und Ruth Dwyer ist dieses eine süße kleine Romantikkomödie.
Wie ihr vielleicht wißt, haben Dollarprinzessin absolut existiert - reiche Erbinnen, die in Adelsfamilien in Geldnöten einheirateten. In diesem Fall ist der Lord sogar in Cecilia verliebt - das waren bei diesen Ehen nicht immer der Fall - obwohl ich mir bei ihren Gefühlen nicht ganz sicher bin, denn sie verliebt sich schrecklich schnell in Dick.
Nicht mal die Versicherung ist
so ungewöhnlich. Es gibt in der Tat eine Versicherungsgesellschaft, die eine Police zur "Meinungsänderung" anbietet, nur nicht so kurz vor dem Hochzeitstermin.
Der einzige peinliche Moment war, daß der Taxifahrer ein Fall von Blackface war.

Als ich sah, daß dies eine Verfilmung des Buchs "Love Insurance" von Earl Derr Biggers war, hatte ich gerade ein anderes Buch fertig und dachte mir, warum nicht?
Obwohl ich nur vor Jahren ein oder zwei der Bücher gelesen und ein oder zwei der Filme gesehen hatte, war mir Biggers als der Schöpfer von Charlie Chan vertraut. Mir war nicht bewußt gewesen, daß er auch Journalist und Stückeschreiber war und außerdem andere erfolgreiche Romane vor Charlie Chan geschrieben hatte.

Ihr dachtet, im Film sei viel passiert?
Obwohl die Handlung grundsätzlich die gleich war, gab es im Buch sogar noch mehr Leute und Wendungen! Aus irgendeinem Grund machte der Film aus Lloyd's Floyd's und aus Cynthia Cecilia.
Die Geschichte erschien 1914 als Serie in mehreren Zeitungen und wurde später im Jahr dann als Buch veröffentlicht. Es war recht amüsant zu lesen, so sehr, daß ich auch andere von Biggers' vor-Chan-Büchern auf meine Liste setzte, aber ich denke, es wäre sinnvoller gewesen, das Buch nicht am Stück zu lesen, um das Wirbelwindgefühl etwas im Zaum zu halten. Naja, diese schlaflosen Nächte halt.


Quelle:

Marc Wanamaker/Kimberly Pucci/Janice Simpson: The Reckless Age (L'età frenetica). Auf: Le Giornate del Cinema Muto 36, Pordenone, 30 September | 7 October 2017


Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.

Donnerstag, 23. Juli 2026

Stummfilme - Ein Hundeleben

Heute habe ich zwei Chaplins für euch. Ich meine nicht zwei Filme mit Chaplin, sondern zwei Chaplins in einem Film - Charlie und seinen Bruder Sydney.
Schauen wir uns "Ein Hundeleben" von 1918 an.


Hier die Handlung mit Spoilern.

Der kleine Tramp versucht das Beste aus seinem Leben auf der Straße zu machen, obwohl er draußen schläft, manchmal gezwungen ist, Essen zu stehlen und seine Zusammenstöße mit dem Gesetz hat.


Es ist nicht so, daß er nicht arbeiten will, aber in der Agentur stoßen ihn die anderen aus dem Weg und am Ende ist für ihn kein Job übrig.
Dann trifft er Scraps. Der kleine Streunerhund hat einen Knochen gefunden, der viele andere Hunde anlockt, und Charlie rettet Scraps aus dem Gerangel.

Ich gebe gerne zu, daß mir dabei gleich
ganz sentimental zumute wurde.
Der Rest des Rudels überfiel in der
Zwischenzeit einen Krämerladen.

An einem Kaffeestand nutzt Scraps die Chance, ein paar Würstchen zu stibitzen und der Tramp stopft sich jedes Mal den Mund mit Essen voll, wenn der Eigentümer grad nicht hinschaut.

Eine köstliche Szene. Der Standeigentümer
ist übrigens Sydney Chaplin.

Nun, da sie etwas zu essen gehabt haben, steuert der Tramp auf eine Tanzhalle zu. Leider bietet das "Green Lantern" zwar kostenlosen Tanz an, erlaubt aber keine Hunde, und sie werden rausgeworfen.
Er will Scraps aber nicht draußen lassen und versteckt ihn schlau. Wenn nur nicht der Schwanz durch ein Loch in der Hose herausgucken würde, wild wedelnd.


In der Bar ist eine neue Sängerin und Hostess, die das Publikum mit ihrem traurigen Lied zu Tränen rührt.
Der Barbesitzer will seine Gäste allerdings glücklich haben ... und durstig! "If you smile and wink, they'll buy a drink." Wenn du lächelst und zwinkerst, kaufen sie einen Drink.
Also versucht sie ihr Glück beim Tramp. Nach etwas Verwirrung bittet er sie um einen Tanz, der, gelinde gesagt, interessant ist.
Als der Bartender allerdings feststellt, daß er kein Geld hat, um Drinks zu kaufen, wirft er ihn hinaus.

Flirten für Anfänger.

Draußen überfallen zwei Gauner einen betrunkenen Gentleman und nehmen sich seine Brieftasche. Da sie von der Polizei verfolgt werden, vergräbt sie einer von ihnen in einem Loch neben dem bevorzugten Schlafplatz des Tramps.
Zum Glück findet Scraps die Brieftasche und zurück geht's zum "Green Lantern".
Inzwischen hat es die Sängerin geschafft, gefeuert zu werden, weil sie es ablehnt, mit einem anderen Kunden zu tanzen. Sie ist verzweifelt, weil der Besitzer sie nicht bezahlen will, aber der Tramp zeigt ihr das Geld, das er gefunden hat, und meint, daß sie aufs Land ziehen werden.
Zu dumm, daß die Gauner sie hören und sich die Brieftasche zurückholen. Der Tramp gibt allerdings nicht so schnell auf und es gelingt ihm, das Geld wiederzubekommen. 

Dem Gauner seine Arme "leihen" -
eine großartige Vorführung.

Die Gauner jagen ihn bis zum Kaffeestand, während des Gerangels fällt die Brieftasche zu Boden - von wo sie Scraps erfolgreich rettet, während die Gauner von der Polizei verhaftet werden und der Tramp entkommt. Der arme Standbesitzer bleibt verwirrt und lädiert zurück.

Am Ende sieht man das glückliche Paar auf ihrem Hof und ein Körbchen steht auf dem Boden - nicht mit einem Baby, sondern einem ganzen Wurf!


Zwei Dinge stechen in diesem Film klar heraus.

1. Scraps (Mutt im echten Leben) hat allen absolut die Show gestohlen. Sorry, Charlie und Edna und die anderen, ihr wart witzig, aber wir wissen alle, wer hier die wahre Heldin war.
2. Das Kleid der Sängerin. Ich konnte einfach nicht über dieses Meisterstück des Modedesigns hinwegkommen. Wir sollten alle solche Kleider tragen, Frauen, Männer, Kinder.
Es sah aus wie ein langer weißlicher Rock mit einem durchsichtigen schwarzen Top, über dem eine Art schwarze Schürze lag, deren zwei Teile an den Hüften durch schwarze Streifen verbunden waren. Aber halt! Da ist noch mehr. Ähm, ein flatterndes Stück Vorhang, das am Rücken befestigt ist?
"Wir brauchen noch ein Kleid für Edna. Oh hey, hier liegen noch ein paar übriggebliebene Stoffteile herum. Damit kann ich was anfangen!" Absolut brilliant 
😂


Nicht nur Scraps führt im Film ein Hundeleben, sondern auch der Tramp und die Sängerin, wenn auch nicht buchstäblich.
Die Assoziation zwischen den Szenen, in denen der Tramp den Kampf um einen Job in der Agentur und Scraps den um den Knochen verliert, ist offensichtlich.
Alle drei wurden zu diesem Leben gezwungen, was es in der Tat besonders herzerwärmend macht zu sehen, wie sie ihr Happy End bekommen (selbst wenn es auf unrechtmäßigem Geld gegründet ist). Ich war vollkommen darauf vorbereitet, sie eine einsame Straße in eine unsichere Zukunft hinuntergehen zu sehen, aber das gefiel mir viel besser.

Ich fand auch die Gags richtig gut und die "Choreographie", in der Chaplin so bewandert war.
In der Tat 32 angenehm verbrachte Minuten.

P.S. Ist euch an den Bildern etwas aufgefallen? Das vertraute Stöckchen fehlt. Ich schätze, ein Stöckchen und eine Leine wären zuviel gewesen.