Donnerstag, 7. Dezember 2023

Weihnukka - Das siebte Türchen


Man lernt nie aus.
Ich habe die Fernsehserie O.C., California nie gesehen und hatte darum nie von Weihnukka gehört, falls sich irgendjemand von euch wundert.
Tatsächlich war das erste Mal, daß ich auf dieses Wort stieß, auf einer Seite, die nichts mit Fernsehen zu tun hat, die des Jüdischen Museums Berlin, das von Oktober 2005 bis Januar 2006 eine Wechselausstellung zu diesem Thema zeigte, genannt "Weihnukka - Geschichten von Weihnachten und Chanukka".
Da immer noch Interesse an dem Thema zu bestehen scheint, haben sie unter diesem Titel eine Seite mit den wichtigsten Inhalten erstellt.
Offensichtlich wurde das Konzept, beide Feiertage zu verbinden, - und dem auch noch einen Namen zu geben - im 19. Jahrhundert von assimilierten deutschen Juden erfunden. Laut einem englischen Blogpost von  Jim Wald in The Times of Israel bewirkte die Assimilation die Abnahme der jüdischen Bevölkerung, zum Beispiel durch Konvertierung.
Ich hänge unten auch noch Links zu ein paar deutschen Artikeln an, die sich mit der Frage dieses hybriden Feiertags beschäftigen, ganz ohne Wertung, nur falls ihr mehr wissen möchtet.
Wie ihr euch vorstellen könnte, verschwand die Idee von Weihnukka, als die Nazis an die Macht kamen.
Und dann tauchte sie dank einer Fernsehserie wieder auf? Nein. Ich habe mindestens einen Artikel gefunden, der erschienen ist, bevor die Serie überhaupt anlief.
Habt ihr eine Geschichte dazu beizutragen, vielleicht aus eigenen Erfahrungen?

Da habt ihr es. Ich habe euch einen Bastel-Adventskalender versprochen und wieder eine andere Geschichte mit eingeschmuggelt, aber ich hatte euch ja gewarnt, daß das passieren könnte.
Kommen wir nun zum kreativen Teil.
Das heutige Stück war aber schon lange in Planung und Arbeit gewesen, bevor ich in das Loch Weihnukka fiel. Monatelang hieß der Titelentwurf "Channukka!!! - Das siebte Türchen (Davidstern???). Ein Davidstern schien mir machbar, aber meine eigenen Ideen waren langweilig, YouTube spuckte mir nichts aus, das mir gefiel, und die meisten Google-Ergebnisse überzeugten mich auch nicht. Ich schob das hier vor mir her, bis ich meine ersten gefalteten Peyotestücke gemacht hatte. Dann erinnerte ich mich an ein Tutorial von
KrisDesignFSP auf Etsy aus meiner ersten Suche.
Ich folgte dem Tutorial nicht genau. Wie ihr sehen könnt, habe ich für die beiden Seiten zwei verschiedene Farben verwendet, dafür aber keine andere Farbe für den Rand, und ich habe den Stern kleiner gemacht, sowohl in der Breite als auch Länge, weil ich ihn einer Freundin schenken wollte, als Anhänger, wenn sie das mochte, oder als Ornament.
Ich bezweifle allerdings, daß meine Freundin einen Chanukkabusch hat, quasi einen angepaßten Weihnachtsbaum, an dem auch Dreidel und Davidsterne hängen können. Das klingt für mich nun wirklich sehr amerikanisch, aber vielleicht gibt es das bei uns auch? Wie gesagt, man lernt nie aus.

Natürlich war mein erster Versuch zu klein. Ich konnte das Peyoteteil nicht verdrehen, das Dreieck zusammenfügen UND vernähen.
Mein zweiter Versuch war ein wenig größer, nun war zwar das Vernähen kein Problem mehr, die Dreiecke zu verbinden war aber nicht so leicht. Ihr habt vielleicht bemerkt, daß der Stern nicht ganz gleichmäßig ist, aber meine Freundin ist eine reizende Dame, und ihr gefällt er so, wie er ist, puh! Ich glaube, einen dritten hätte ich nicht geschafft ... obwohl es knapp war, weil der Dekan doch tatsächlich den Karton aufgemacht hat, um den Stern zu stibitzen. Ich habe ihn gerade noch rechtzeitig erwischt, den pelzigen kleinen Dieb! ;-)


Mein erster Versuch war übrigens nicht verschwendet. Davon habe ich ein Paar Ohrringe gemacht.

Und nun frohes Chanukka, meine Freunde!

Literatur:

Ekaterina Kel: Interkonfessionelles Fest - Feiert Weihnukka!
"Süddeutsche Zeitung" vom 26. Dezember 2017


Leticia Witte: Weihnukka - Tannenbaum trifft Davidstern
"Domradio.de" vom 18.12.2022


Hey, wir sind spirituelle Menschen. Christlich-jüdisches Gespräch über "Weihnukka" zwischen Christina Aus der Au und Walter Rothschild
"Deutschlandfunk Kultur" vom 24.12.2016


Yael Kupferberg: Weihnukka: Mit Jesus fremdgehen
taz - Die Tageszeitung vom 24.12.2001 / Spezial S. 32

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