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Sonntag, 29. März 2026

Die Herren Pudels

"Die Herren Pudels" is natürlich kein korrektes Deutsch, es ist ein liebevoller Spitzname für meine Lieblingspudel. Sie sind zwar Herren, würden aber wahrscheinlich die Definition als "Herren und Meister" bevorzugen, denn das sind sie - Kosimo und Nemo Black Power vom Glashütter Täle.
Ihre Menschen haben mir schon mehr als einmal geholfen, und da ich noch eines meiner kleinen Fläschchen herumstehen hatte, dachte ich mir, ich könnte als kleines Dankeschön ein Pudelfläschchen für sie fädeln.

Ich schaute mir online Zeichnungen und Silhouetten von Pudeln an, um ein Gefühl für die Umrisse zu bekommen,  und machte dann mein eigenes Muster von Kosel und Nemo, wie sie einander anschauen. So weit so tut.
Da sie trotz ihres Namen weiß sind (mehr dazu später), wollte ich einen dunklen Hintergrund. Als ich aber hämatit dafür auswählte, hatte ich das nicht komplett durchdacht, was ich bemerkte, als ich zu ihren schwarzen Nasen kam. Ich hatte nicht vor, Reihen und Reihen von Perlen wieder herunterzuschneiden. Im richtigen Licht kann man die Nasen erkennen, aber sie sehen nicht ganz so spitz aus, wie das mit einem besseren Kontrast der Fall gewesen wäre, was tatsächlich recht gut hinhaut. Ich Glückspilz.
Bei den Halsbändern klappte das nicht ganz so gut. Die Köpfe sahen irgendwie schwebend aus, also mußte ich die paar Reihen tatsächlich auftrennen. Stattdessen wählte ich ein dunkles Rot für schmälere Halsbänder.


Keinen Modepudelhaarschnitt für die zwei!

Auf der Rückseite gibt es ein paar Herzchen und Silberperlen.


Falls ihr meine anderen Perlenfläschchen gesehen habt, ist euch vielleicht ein Unterschied zwischen ihnen und diesem hier aufgefallen.
Gewöhnlich gehen die Perlen ganz nach oben über die Schulter und den Hals. Ich fange beim Muster an, um sicherzustellen, daß ich es richtig positioniere - manche Muster sind ganze Bilder, was bedeutet, daß ich Reihen vom Hintergrund am unteren Ende habe, oder sie zeigen etwas nur teilweise, wie hier, wo die Pudel bis ganz nach unten gehen - dann fädle ich die Schulter und den Hals, und erst danach mache ich den Boden fertig, der übrigens nie ganz geschlossen ist.
Die Fläschchen, die ich bisher gemacht habe, sind nie dafür gedacht, Flüssigkeiten einzufüllen, sondern als Dekoration, obwohl ich zum Beispiel Nadeln darin aufbewahren kann oder etwas anderes, das durch die Halsöffnung paßt.

In diesem Fall dachte ich jedoch, daß es eine süße kleine Vase für eine einzelne Blüte oder auch ein paar sein könnte, zum Beispiel für Gänseblümchen (als Kind brachte ich meiner Mutter gern winzige Gänseblümchen"bouquets"). Die Pudelmenschen lieben Pflanzen.
Also hörte ich bei der Schulter mit dem Fädeln auf, was heißt, jetzt ist es fast wie eine dieser Kühlhüllen, man kann das Fläschchen einfach herausziehen, wenn man es saubermachen möchte. Tatsächlich gefällt mir die Idee.


Ich hatte aber das Gefühl, daß die Perlenhülle jetzt einen hübschen Rand brauchte.
Rosa Kristalle waren die selbstverständliche Wahl, denn Kosel ist 1. der Glitzermeister mit seinem Straß auf Schwarz-Halsband (Nemo hat weiße Schweizerkreuze auf Schwarz) und 1. liebt er Rosa. Ich habe ein Paar schwarze Slipper im Hausflur stehen und er hat mehr als einmal einen davon geklaut.


Es gab nur ein Problem. Ich konnte keinen symmetrischen Rand machen, weil ich eine Primzahl an Perlen hatte. Also wurde es stattdessen eine asymmetrische "Krone", was zur edlen Abstimmung der Meister paßt 😉


Nun die versprochene Erklärung für den Namen.
Ich habe mich oft gefragt, warum manche Tiere so verrückte Namen haben (Katzen sind eine Ausnahme, sie verdienen die wundervollsten und verrücktesten Namen, die es gibt), Pferde oder reinrassige Hunde, und ich möchte die Gelegenheit nicht versäumen, euch die Namen von Kosels und Nemos Eltern zu erzählen (mit Erlaubnis ihrer Menschen).
Kosels Vater ist Decathlon Alfredo Magdalena, seine Mutter Iska Black Power vom Glashütter Täle.
Nemos Vater ist Begin to Dream Love me Tender (ein sehr schöner französischer Pudel, der auch Merlin genannt wird) und seine Mutter ist Kosels Schwester Kosima 
Black Power vom Glashütter Täle.
Die Dame, von der Kosel und Nemo kommen, hatte früher tatsächlich schwarze Pudel und verliebte sich dann in die dunklen Augen weißer Pudel, wollte aber den Namen nicht ändern.


Was kommt als nächstes dran?
Nun, ich habe einen Plan, ein WIP und den Anfang eines kleinen Experiments, also kann ich euch gar nicht sagen, was es sein wird, aber ich hoffe, ihr werdet hier sein, wenn es so weit ist!

Dienstag, 17. März 2026

Der Katzen-Zaubertrank

Wurde euch schon jemals von einer schwarzen Katze an einem Freitag, dem 13. ein Zaubertrank angeboten? Nein? Mir auch nicht.
Ich habe jedoch keinen Zweifel daran, daß das hier die perfekte Flasche für einen solchen wäre, wenn ihn meine kleine Hexe je brauchen sollte.


Tatsächlich ist das eine von zwei kleinen Ginflaschen, die ich vor ein paar Jahren von einem Kumpel bekommen habe.
Natürlich konnte ich sie nicht wegwerfen, als sie leer waren, weil ich wußte, daß ich irgendwann drumherum fädeln wollen würde.
Diesmal hatte ich das Gefühl, ich müßte Katzen eine Hommage erweisen, und das tat ich mit Silhouetten einiger typischen Katzenhaltungen.


Wie ihr euch vielleicht erinnert, benutze ich praktisch nie Muster von anderen. Ich bin keine Peyoteexpertin, also habe ich dabei immer ein wenig mit Mustern zu kämpfen, aber die sitzenden kamen mir recht schnell, vor allem weil die aufrecht sitzende Haltung eine, die ich auch schon mit anderen Techniken benutzt habe, wie Perlenweben und -stickerei.


Die in Bewegung waren etwas schwieriger. Ich wußte, daß ich vier Haltungen und zwei Reihen davon wollte (in der zweiten Reihe sind die gespiegelten Bilder der ersten), und die Beschränkung auf eine kleine Flasche und ungefähr 5 cm an Platz zum Fädeln machte es nicht einfacher. Es wurde dann aber schließlich doch ganz gut, finde ich.


Ein weiteres kleines Problem war, daß diese spezielle Flasche nicht so gerade ist wie die, die ich zuvor benutzt habe. Sie wird nach unten hin schmäler, was in Ordnung ist, aber sie wird oben am Hals außerdem etwas weiter, daher sind die Reihen nicht ganz so gerade, wie ich es mir gewünscht hätte.
Ich hatte diesmal auch mit dem Abnehmen in Richtung Hals zu kämpfen, weil die Größe mir keine Anzahl an Spalten gab, die ich einfach hätte dividieren können. Um also ein paar Stellen zu verdecken, die nicht perfekt waren, nähte ich silberne Perlen in der Größe 15 auf und dachte mir dann, daß das eigentlich ein nettes Extra für die gesamte Flasche wäre, um ihr etwas Funkeln zu verleihen.

Ich bin wirklich zufrieden damit, wie sie wurde - vor allem, nachdem ich ziemlich lang brauchte, nochmal, ich bin keine Peyoteexpertin, nicht mal darin, meine eigenen Muster zu lesen - und falls Gundel mit einem Trank aufwartet, werde ich bereit sein!

P.S. Falls ihr alle meine Perlenfläschchen sehen möchtet, könnt ihr sie hier finden.

Samstag, 6. September 2025

Einfach nur so Samstag - Wasser

"Kannst du bitte einfach mal unser Mineralwasser probieren?" "Warum kann ich nicht nur Leitungswasser bekommen?" "Das gibt es hier in Restaurants nicht so wirklich. Sie machen ihr Geld gewöhnlich mit den Getränken und das bedeutet, daß sie nicht darauf vorbereitet sind, daß Leute nach kostenlosem Leitungswasser fragen. Ich bin ehrlich, es ist mir etwas peinlich zu fragen. Sie haben stilles Mineralwasser. Könntest du das nicht probieren?" "Ich hätte lieber Leitungswasser."
Es war eine regelmäßige Diskussion mit meiner Freundin aus den USA, als sie vor vielen Jahren das erste Mal hier nach Deutschland kam. Warum wollte sie nichts Neues probieren?
Wir bekamen komische Blicke, aber nicht immer Leitungswasser.

Bild von pxhere

So wie ich darüber überrascht war, daß ich Eiswasser zu jedem Essen angeboten bekam, als ich die USA zum ersten Mal in den frühen 90ern besuchte, konnte meine Freundin einfach nicht begreifen, daß wir eben kein Leitungswasser in Restaurants hatten - und immer noch nicht so wirklich haben.
Tatsächlich tranken hier damals überhaupt nicht soviele Leute Leitungswasser. Wir hatten amerikanische Kühlschränke mit Wasser- und Eiswürfelspendern gesehen, aber das war etwas sehr Exotisches für uns, man bekam sie hier nicht so leicht zu dieser Zeit. Als ich das erste Mal bei meiner US-Freundin im Haus war, spielte ich mit dem Wasserspender wie ein kleines Kind.

Esme und ich liebten Eiswürfel (tu ich immer noch),
sie von außen und ich im Glas

Das meinte ich mit "von außen",
sie leckte gern das Kondenswasser ab
 
Deutsche haben ihr Wasser schon immer geliebt, aber das bedeutete Mineralwasser. Wir haben eine Menge Mineralwässer, deutsche und importierte, die meisten in Plastikflaschen, aber auch immer noch welche in Glasflaschen (die mir lieber sind), mit Kohlensäure - medium ist am beliebtesten vor dem klassischen - oder still, was (anders als in anderen Ländern) an dritter Stelle kommt.

Kein maschinenlesbarer Autor angegeben.
Wahrscheinlich Rainer Zenz
(den Copyright-Angaben nach)
 CC BY-SA 3.0, über Wikimedia Commons


Dies ist übrigens die "Perlenflasche", ein Design von Günter Kupetz, produziert seit 1969 - 5 Milliarden Mal! Dies ist nur ein Spitzname, der offizielle Name ist so richtig deutsch, "Normbrunnenflasche" oder "Brunneneinheitsflasche".
Als Perlenfädlerin kann ich diesen Spitznamen ja nur lieben, der von den 230 Glasnoppen inspiriert ist, die nicht nur die Bläschen im Wasser nachahmt, sondern auch in Kombination mit der Einschnürung in der Mitte für mehr Griffsicherheit sorgt. Es funktioniert. Ich mag mein Wasser gern kalt und ich hatte glatte Flaschen, die mir dank Kondenswasser fast aus der Hand rutschen.
Die Flasche hat Designpreise gewonnen und ist so beliebt, daß sie sogar in Plastik reproduziert wurde.

Tatsächlich hat meine eigene Stadt mehrere kostenlose Abfüllstationen für unser örtliches sogenanntes "Sauerwasser", welches eine wichtige Rolle in unserer Geschichte gespielt hat, und bis vor ein paar Jahren konnte man es als Sprudel in Flaschen kaufen, bevor die Abfüllanlage dichtmachte.
Zwei dieser Stationen sind außerhalb unseres örtlichen Freibads und für uns Kinder war es völlig normal hinauszugehen, wenn wir im Bad waren, und schnell einen Schluck zu trinken, weil wir uns nicht leisten konnten, etwas zu kaufen. Im Laufe der Jahre wurden mancher dieser Stationen zeitweilig geschlossen und wieder geöffnet, ich muß gestehen, ich habe keine Ahnung, wie die Lage derzeit ist.
Eine davon ist das Brunnenhäusle in meiner Gegend. An jeder Ecke ist ein Wasserhahn und das Häuschen selber ist ein Kiosk, an dem man Eis und Getränke bekommen kann. Es ist wirklich nett, da draußen zu sitzen.


Viele Familien sparten Geld, indem sie ihre Flaschen an diesen Stationen auffüllten. Natürlich war das Sauerwasser nicht enteisent, was bedeutete, daß die Flaschen, die immer wieder verwendet wurden, irgendwann innen bräunlich aussahen, egal wie sehr man versuchte, sie sauberzuhalten, und es hatte natürlich keine Kohlensäure, es schmeckte also schon lasch, wenn es nicht kalt war. Damals waren stille Wässer nicht beliebt.Die erste urkundliche Nennung des Badhauses ist von 1404. In der Mitte des 16. Jahrhunderts kam Herzog Christoph von Württemberg oft wegen des Wassers und zum Baden. Andere Prominenz folgte, aber nach dem Dreißigjährigen Krieg nahm das Interesse ab. 1839 kauften zwei Ärzte das Badhaus und das Land drumherum und eröffneten ein Krankenhaus, das es heute noch gibt.

Ich muß allerdings zugeben, daß mir die kohlensäurehaltige Version unseres Mineralwasser immer einen Tick zu salzig war.
Geschmack ist für uns beim Wasser wirklich wichtig. Wir Deutschen können nicht einfach jedes Wasser trinken und mögen es - es sei denn, wir sind sehr durstig und selbst dann besteht noch die Chance, daß wir uns wegen des Geschmacks beschweren.
Wasser kann abhängig von den enthaltenen Mineralien unterschiedlich schmecken, Kalzium, Natrium, Sulfat, Magnesium usw.
Wasser kann seinen Geschmack auch ändern. Es kann vorkommen, daß man sich an ein Mineralwasser gewöhnt hat und auf einmal schmeckt es einem nicht mehr. Das ist mir mit meinem letzten so gegangen (und dazu haben sie auch noch von der Perlenflasche zu einer glatten Flasche gewechselt!), und da ich mir das, das ich mag, nicht liefern lassen kann, habe ich zu Leitungswasser gewechselt. Das war keine leichte Entscheidung für mich. Das Leitungswasser in meiner Region ist ziemlich hart und ich mußte mich erst dran gewöhnen. Manche Leute benutzen Filter, das habe ich auch eine Weile gemacht, aber dann festgestellt, daß es für mich keine Unterschied macht, sondern nur Aufwand und daß ich mir das Geld sparen kann.
Eine Menge Leute trinken hier jetzt Leitungswasser. Nicht nur wird oft gesagt, daß es unser am besten kontrolliertes Lebensmittel ist, es ist auch günstiger als Wasser in Flasche und verfügbar, ohne daß man zum Laden gehen muß. Für die, die stilles Wasser nicht mögen - dazu habe ich auch ich einmal gehört - gibt es Wassersprudler, mit denen man seinen persönlichen Sprudelgrad bestimmen kann.
Meine Stadt und andere haben Projekte laufen, um für Leitungswasser zu werben, indem sie zum Beispiel Abfüllstationen in der Innenstadt errichten oder Geschäfte dazu ermuntern, kostenlose Füllungen anzubieten.

Also ja, das heißt dann ja wohl, daß man in deutschen Restaurants jetzt Leitungswasser bekommt, richtig?
Ja und nein.
In der Trinkwasserverordnung der EU wird empfohlen, den Zugang zum Wasser zu verbessern, "indem die kostenlose Bereitstellung von Wasser für den menschlichen Gebrauch in öffentlichen Verwaltungen und öffentlichen Gebäuden oder - kostenlos oder gegen eine geringe Dienstleistungsgebühr - für Kunden von Restaurants, Kantinen und Verpflegungsdiensten gefördert wird."
Das heißt, man kann fragen, aber es besteht die Möglichkeit, daß man entweder gar keins bekommt oder daß es kostet - und der Betreiber entscheidet wieviel.
Einer Umfrage in Deutschland, Österreich und der Schweiz zufolge, fragen Deutsche immer noch nicht gern im Restaurant nach Leitungswasser.
Ich schätze, die Gründe sind, daß sich die Leute entweder etwas gönnen möchten, wenn sie schon ausgehen, daß sie denken, die Preise für Leitungswasser sind zu hoch - wir haben alle die eine oder andere Geschichte gehört - oder daß sie einfach nicht daran gewöhnt sind, auch nur daran zu denken, daß sie fragen könnten.

Übrigens, Wasser in Restaurants ... wußtet ihr, daß es Wassersommeliers gibt, ungefähr 500 weltweit? Sie arbeiten oft im Hotel- und Gaststättenbereich und empfehlen das richtige Wasser zu bestimmten Speisen oder bieten Wasserverkostungen an.
Es gibt nur wenige Schulen, die diese Ausbildung anbieten.

Habt ihr sschon genug von Wasser? 
🙃 Keine Sorge, ich lasse euch jetzt gehen. Danke, falls ihr es bis hierher geschafft habt!


Quellen:

1. Sabine Riker: Das Wasser, das Göppingen berühmt machte. In: Stuttgarter Zeitung, 15. August 2019
2. 
David Hahn: Darf Leitungswasser etwas kosten? Auf: Südwest Presse, 6. Dezember 2024
3. Olivia Logan: Wie viele Menschen trauen sich in Deutschland, Leitungswasser zu bestellen? Auf: I Am Expat, 13. Juni 2025 (automatische Google-Übersetzung!)
4. Richtlinie (EU) 2020/2184 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2020 über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch