Dienstag, 8. Dezember 2015

Weihnachtskarten - Das achte Türchen


Ich bin alt genug, um mich an die Schneckenpost in all ihrer Pracht zu erinnern. Tatsächlich hatte ich sechs Brieffreunde in verschiedenen Ländern von Belgien über England bis hin zu Irland, Australien, den USA und natürlich Deutschland. Heutzutage ist mein Handgelenk so an die Computer-tastatur gewöhnt, daß es sich mit längeren Briefen schwer tut, aber damals waren zehn Seiten am Tag überhaupt nicht ungewöhnlich für mich. Oh, die Aufregung, wenn wieder ein Brief eintrag!
Obwohl ich das Gefühl vermisse, schaffe ich es heute kaum, eine handgeschriebene Notiz beizulegen, wenn ich zum Beispiel ein Geschenk verschicke. Oft bin ich schockiert darüber, wie schrecklich meine Handschrift jetzt aussieht, obwohl ich zugeben muß, daß sie nie toll war. Egal wie sehr ich es versuchte, ich bekam im Schönschreiben in der Grundschule nie eine Eins.

Leider gilt meine Faulheit oder der Mangel an Motivation auch für Weihnachtskarten, was durch die Tatsache, daß bei mir ein paar Stapel davon herumliegen, verschlimmert wird.
Wer hat dieses Weihnachtskartenzeugs eigentlich angefangen? Schauen wir mal ....
Das wäre dann Sir Henry Cole. Er war englischer Staatsbeamter und Erfinder und brachte viele Innovationen in Handel und Erziehung auf den Weg, zum Beispiel 1840, als er eine wichtige Rolle bei der Einführung der Penny Post und der ersten aufklebbaren Briefmarke der Welt, der Penny Black spielte.
1843 beauftragte er den Künstler John Callcott Horsley damit, eine Weihnachtskarte zu entwerfen, die dann in einer kleinen Auflage von ungefähr 2000 Karten gedruckt und für einen Shilling pro Karte verkauft wurde. Der Entwurf gefiel nicht jedem, da er außer der Speisung und Kleidung der Armen auch eine Familie zeigte, die zusammen Wein trank, das Kind eingeschlossen.


Von England aus verbreitete sich der Brauch in andere Länder, beispielsweise in die USA, wo die ersten Weihnachtskarten 1874 gedruckt wurden.
In den 10ern und 20ern des 20. Jahrhunderts wurden hausgemachte Karten beliebt.

Dies ist eine Zusammenstellung, allerdings auf Englisch, von Fakten, die von der Druckereifirma MOO zusammengestellt wurden. Klickt auf das Bild, um es zu vergrößern.
 
MOO Christmas Cards

Also, was denkt ihr? Vielleicht sollte ich mir einen wirklich schönen Stift besorgen, meine Handschrift etwas üben und doch noch echte Papier-Weihnachtskarten schreiben anstatt e-cards zu schicken? Wie steht's mit euch?

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