Freitag, 26. Juni 2020

Sonnenring - Pack die Art Elements Challenge an

Die neueste Art Elements-Challenge hatte das Thema "Sommer-sonnenwende". Art Elements hat das Format für die Challenge geändert, sie ist kein offizieller Blog Hop mehr, sondern ist nun in ihrer eigenen Facebook-Gruppe. Dies ist also sozusagen ein inoffizieller Post.
Tatsächlich hatte ich diesen Monat gar nicht vorgehabt, überhaupt teilzunehmen. Ich war so mit meinen großen Projekten beschäftigt, dem Kästchen, dem Puppenoutfit und dem Diadem, daß ich nicht einmal an Ideen arbeiten konnte. Es ist reiner Zufall, daß dieser Ring paßt.

Vor ein paar Jahren machte eine Schmuckforum-Freundin von mir ein Paar Makramee-Spiralohrring aus Silberdraht und sie waren wunderschön. Ich würde sie euch gern zeigen, aber ich kann kein Bild mehr von ihnen finden. Ich ging immer wieder zurück zu den Bildern, um sie zu bewundern.
Ich lernte niemals Makramee, als ich ein Kind oder Teenager war, obwohl es die 70er waren und Wandbehänge oder Blumenampeln die Gegend überschwemmten. Ich hatte eine kleine Makramee-Eule von meiner Tasche hängen, weil eine meiner Freundinnen sie mit Begeisterung und auch sehr hübsch machte. Später hing diese dann über einem meiner Schrankschlüssel, aber irgendwann ging die Kordel kaputt. Ich bin mir ganz sicher, daß die Eule immer noch irgendwo ist, aber ich konnte sie nicht finden, sonst hätte ich ein Bild davon gemacht.
Auf jeden Fall sagte ich mir, als ich die Ohrringe sah, daß ich das irgendwann mal selber ausprobieren würde.

Hey, es hat nur zehn Jahre gedauert!
Natürlich habe ich bis jetzt nur einen Knoten gelernt, den Quadratknoten, damit habe ich mit Hilfe dieses Tutorials von CSL Designs einen Ring gemacht. Ich habe schwer damit gekämpft, die Knoten regelmäßig hinzubekommen, und habe das ungefähr sechs Mal verhunzt, hatte Knoten, die etwas größer oder kleiner waren, das ging einfach nicht.

Ich habe aber nicht aufgegeben und bin recht zufrieden mit diesem Versuch. Die Enden zusammenzufügen war etwas schwierig. Der Teil ist nicht so hübsch wie ich mir gewünscht hätte, also dachte ich, ich verstecke ihnen einfach mal mit einer Perle. Zuerst habe ich ja ein paar Kristalle ausprobiert, aber dann habe ich in meinem Vorrat gekramt - ja, hier ist der Freitag-Vorratsfresser-Teil hierbei! - und fand diese Perle mit einer Sonne darauf, die mir eine Freundin einmal gegeben hatte.
Da dachte ich dann, ich könnte doch noch etwas Kleines für die Art Elements Challenge machen.

Seht ihr, manchmal kommen die Dinge zu einem, ohne daß sie irgendwie geplant oder durch ein Thema inspiriert wurden, deshalb habe ich auch nur diesen kurzen Blogpost zu bieten.
Zeit, meinen kleinen Ring zu zeigen :-)

Donnerstag, 25. Juni 2020

Oldies but Goodies - Junimond

Ich bin ein Junikind, dem gebe ich normalerweise die Schuld daran, daß ich den Mond so sehr liebe.
Juni-Geburtssteine sind der Mondstein, der Alexandrit und die Perle. Ich erinnere mich, daß ich als Teenager sehr enttäuscht war, denn für mich war eine Perle kein Stein. Ich hätte etwas Glitzeriges und nicht so "Altes" lieber gehabt. Der Mondstein war okay, aber auch nicht wirklich aufregend. Damals wußte ich vom Alexandrit noch nicht mal etwas.
Menschen werden älter und lernen Dinge, und manchmal ändern sich mit den Jahren auch die Geschmäcker. Inzwischen kann ich den Schimmer einer Perle und eines Mondsteins wertschätzen. Ich weiß nicht, wann ich herausfand, daß Mondsteine unterschiedliche Farben haben können, aber ich gebe zu, daß mein persönlicher Favorit immer noch der weiße ist, weil er für mich so ein magisches Aussehen hat.

Das Thema für die Jewelry Artisans Community Oldies but Goodies Challenge war diese Woche der Junimond, was das Tor für verschiedene Stücke weit aufmachte, da wir mit den Regeln recht großzügig sind. Es hatte aber trotzdem keiner einen Junikäfer im Angebot ;-)
Stattdessen präsentiere ich euch eine Vielfalt an durch den Mond inspirierten Schmuckstücken. Seid ihr bereit für eine Mondreise mit uns?


1 und 7 Cat's Wire
2 und 4 Jewelry Art by Dawn
3 und 6 RioRita
5 und 8 My Bijou Life

Dienstag, 23. Juni 2020

Haarreif oder Diadem?

Ich glaube, ich habe es schon mal erwähnt, als ich ein Kind war, hatten wir solche Plastikscheiben in mehreren Farben, die an Blumen erinnerten und die man zusammenstecken und so damit alles Mögliche bauen konnte. Das Einfachste war es, ein Diadem zu machen, weil für uns die verschiedenen Farben verschiedene Edelsteine waren.

Als ich in meinen Vorräten einen Metallhaarreif fand, dachte ich aber nicht daran. Ich dachte an Perlenstickerei, weil ich gerade noch einen Cabochon aus dichroischem Glas entdeckt hatte. Er war dunkelblau mit grün und ich hatte alle diese Stiftperlen in Meeresfarben herumliegen und Rocailles, die dazupaßten, und ich konnte noch Perlen (Münz- und Biwaperlen) dazutun und Kristalle und oh, dann noch diese zwei Opalitcabochons!
Als ich aber erstmal ein paar Stiftperlen aufgenäht hatte, gefiel mir der streifenartige Look nicht zu den gerundeten Formen der Cabochons und Perlen, also schnitt ich sie alle wieder ab und suchte mir stattdessen verschiedene Rocailles zusammen.

Das Sticken dauerte seine Zeit, aber genau wie Perlenweben hat es eine meditative Wirkung auf mich, also war das in Ordnung.
In letzter Zeit habe ich versucht, von strenger Symmetrie wegzukommen, also ist auch dieses Stück nicht symmetrisch, wie ihr bei genauem Hinsehen feststellen könnt.


Jetzt kam der schwierige Teil. Wie sollte ich das nun auf den Metallreif bekommen? Ich hatte zwar eine vage Idee, war mir aber nicht sicher. Der Schluß dieses Videotutorials von Lidia Sapronova half mir dabei zu bestätigen, was ich tun mußte.
Zuerst klebte ich ein Stück festeres Papier auf den Perlenstickerei-Streifen, um ihn stabiler zu machen, da der Reif selber recht schmal ist. Dann nahm ich mein Ultrasuede, nahm Maß und schnitt zwei kleine Schlitze, einen auf jeder Seite, ein paar Zentimeter vom Rand entfernt, durch die ich dann die Enden des Reifs steckte.
Nun konnte ich das Ultrasuede an den Reif kleben, was sich viel einfacher anhört als es für jemanden wie mich ist, der ein Problem mit Klebstoff hat, und dann die Perlenstickerei an den Reif und das Ultrasuede, was leichtes Fluchen zur Folge hatte.
Ich war mir einfach nicht sicher, ob der Klebstoff das alles wirklich zusammenhalten könnte, ich beschloß also, als er getrocknet war, daß ich all die Schichten nicht nur an den Rändern zusammennähen würde, sondern auch entlang den Rändern des Reifs, damit er innen nicht verrutschen konnte. Ich hatte irgendwie nicht erwartet, daß ich so lang dafür brauchen würde, aber ich bin trotzdem froh, daß ich es gemacht habe.
Der letzte Schritt war natürlich die Umrandung, für die ich perlweiße Rocailles auswählte, um das Meeresfeeling zu verstärken, Schaumkronen und so, ihr wißt schon.

Es gibt Beispiele, bei denen sowohl die Perlenstickerei als auch das Ultrasuede ganz um die Metallteile gehen. In meinem Fall bedeutet das, daß Haare darüberliegen und sich definitiv verheddern würden, also habe ich diese Variation nicht gewählt. Außerdem hätte ich ein Stück Ultrasuede annähen müssen, denn die Stücke, die ich habe, wären gar nicht lang genug gewesen.
Bei anderen Stücken war direkt um die Metallenden Ultrasuede genäht, aber ich muß gestehen, daß ich meine Fähigkeiten nicht so einschätzte, daß ich das hinbekommen und es auch noch gut aussehen lassen könnte. Vergeßt nicht, das war immerhin mein erster Versuch, so etwas zu machen.


Es gibt keinen Zweifel, das hier ist kein Leichtgewicht.
Das ist aber nicht mein persönliches Problem damit. Ich kam nie so gut mit dieser Art von Haarreifen zurecht, weil ich das Gefühl hinter meinen Ohren nicht mag. Mit meinen glatten Haare rutschten sie außerdem immer ab, wenn ich nach unten schaute. Eine Freundin meinte, ich sollte versuchen, ein paar Kämme anzubringen. Ich muß mir das mal überlegen, aber tatsächlich finde ich, es sieht als Diadem getragen soviel besser aus ...
Ich verdiene ein Diadem, oder? Und witzigerweise rutscht es, wenn ich es so trage, nicht einmal herunter, wenn ich vor Mylady Gundel einen Knicks mache ;-) Ernsthaft, ich kann nach unten schauen und es bleibt trotzdem im Haar. Nun ist meine Garderobe nicht besonders königlich, aber schauen wir mal. Es war wieder eine Herausforderung und ich hab's geschafft und bin stolz darauf.

So sieht das fertige Diadem nun also von allen Seiten und von meinem Modell Jacqueline getragen aus.



Donnerstag, 18. Juni 2020

Oldies but Goodies - Getränke

Mögt ihr eure Getränke heiß oder kalt? Könnt ihr nicht ohne Kaffee, Tee, Mineralwasser leben? Führt ihr Diskussionen mit euren Freunden darüber, wie man am besten Tee oder die perfekte Limonade oder einen Gin Tonic macht? Trinkt ihr lieber einen Kakao als Schokolade zu essen, wenn ihr traurig seid?
Diese Woche hat die Jewelry Artisans Community Oldies but Goodies Challenge Getränke zum Thema. Was? Schmuck und Getränke? Natürlich! Es ist erstaunlich, was man mit nur einem bißchen Phantasie in einem Schmuckstück sehen kann.
Hier ist mein "Tablett" mit Orangensaft, Kaffee und Sahne, Limonade und Latte - wählt euer Getränk!


1 My Bijou Life
2 Jewelry Art by Dawn
3 Cat's Wire
4 RioRita

Samstag, 13. Juni 2020

Abendkleid-Dawn - Teil 3, Die Accessoires


Danke, wenn ihr zurück seid, nachdem ihr Teil 1 - die Puppe und ihre Geschichte - und Teil 2 - das Kleid - für dieses Perlenprojekt gelesen habt, wenn ihr sie nicht gelesen habt, laßt mich erklären, daß es hier um eine Dawn-Puppe geht, für die ich ein Kleid aus Glasperlen gefädelt habe.
In diesem Post werde ich die passenden Accessoires beschreiben, die ich für sie gemacht habe.

Ich habe als Schmuckmacherin angefangen, also mußte ich natürlich Schmuck für sie machen. Angesichts der Größe hatte ich nicht zu viele Möglichkeiten (auch weil die Löcher meiner 2 mm Steinperlen meine Nadeln nicht mögen), obwohl ich zugeben muß, daß ich mir noch ein paar Armspangen für sie überlegt hatte. Man darf träumen, aber das wäre wohl etwas zuviel gewesen.
Stattdessen begnügte ich mich mit einem goldenen Choker in Peyotetechnik und einem Zwei-Perlen-Herringbone-Spiralarmreif in derselben Farbe. Ja, den schwarzen Faden habe ich absichtlich benutzt, um dem Schmuck etwas mehr Kontrast auf ihrer Haut zu geben und ihn etwas mehr auffallen zu lassen.



Als nächstes brauchte sie etwas, das sie sich umhängen konnte, wenn sie in einer Pause nach draußen geht ... falls sie in die Oper, ins Theater oder zu einem Ball geht. Ich bin selber mit Stolen aufgewachsen und natürlich sind Umlegetücher auch jetzt noch ein großer Hit.
Für den offenen Look, den Strick- oder Häkelstolen haben, wählte ich die Netztechnik, um meine kleine Perlenstola zu machen. Die Perlen waren nicht völlig regelmäßig, deshalb ist die Stola jetzt ein bißchen wellig, je nachdem wie ich sie hinziehe, aber auch das erinnert mich an früher, also ist das für mich okay. Ich hoffe auch für Dawn.
Dieses Teil ist aus schwarzen, teilweise blau bedampften 15er Rocailles. Nicht mal Dawn schafft es, all ihre Kleidung in derselben Farbe zu kaufen, aber zumindest passen die größeren Rocailles im Netz zum Kleid.
Am schwierigste ist es, ihr die Stola umzulegen, ohne daß sie zuviel versteckt oder abrutscht.


Nicht jeder schleppt so wie ich die ganze Zeit einen großen Shopper mit sich herum. Dawn bevorzugt ein winziges Beutelchen, das wahrscheinlich gerade mal so für ihren rosa Lippenstift, einen Kamm und etwas Geld ausreicht. Wer weiß schon jemals, was in der Handtasche, im Beutel oder in der Abendtasche einer Frau ist, nicht wahr?
Der Beutel ist in Peyote gearbeitet und hat ein kleines goldenes Band, damit sie ihn halten oder vom Handgelenk baumeln lassen kann.


Bis jetzt war es recht einfach, aber nun kam ich zur letzten, endgültigen Herausforderung - den Schuhen. Ich habe keine Puppenschuhe, die Dawn passen würden. Ihre Füße sind zu klein für Barbie- oder selbst Francieschuhe.
Absätze wären schwierig gewesen. Dann erinnerte ich ich an eine Szene aus dem Buch "Barbara und die Schlacht von Waterloo" von Georgette Heyer über eine Dame im frühen 19. Jahrhundert, die offene Sandalen mit golden Riemen und Farbe auf ihren Fußnägeln trug, ooooh, der Skandal!
Sandalen, das war doch eine Idee.

Es klang jedoch viel einfacher als es tatsächlich war. Die Sohle war leicht genug zu machen, ich benutzte die gleichen schwarzen Perlen wie in der Stola und zwar im Ziegelsteinstich. Jetzt nur noch einen Riemen und wir haben es, richtig? Falsch. Die Sandale rutschte ihr immer wieder vom Fuß.
Wenn man Barbiepuppen hat, ist man daran gewöhnt, daß manche Schuhe immer wieder von Füßen fallen. Manche von den teuren zieht man ihnen vielleicht nicht einmal an, um Risse in den Schuhen zu vermeiden, man stellt sie einfach neben die Puppe (ja, Barbieschuhe können teuer sein, weil Kinder sie die ganze Zeit verloren haben, ich weiß, wovon ich spreche, ich war eins von diesen Kindern). Vielleicht sind die Füße etwas zu breit - an den alten harten Körpern - oder etwas zu schlank oder zu rutschig - ältere Schuhe an weichen Vinylfüßen - oder oder oder ...
Natürlich wird Dawn in einer Vitrine stehen und nicht viel herum-laufen (hoffe ich, weil der Gedanke etwas gruselig ist, außerdem ist ihr Kleid nicht wirklich zum Laufen geeignet! ;-)), aber ich wollte trotzdem, daß diese Sandalen richtig saßen.

Noch ein Versuch. Zwei goldene Riemen, einer vorne, einer hinten. Kein Witz, ich schaffte es, in den ersten vier Sohlen vier einzelne Perlen zu zerbrechen, als ich versuchte, die Riemen sicher zu befestigen. Ich weiß, daß in einer 15er Perle nicht viel Platz ist, aber das wurde lächerlich. Klappte es denn aber? Nein, die Sandale rutschte immer noch herunter.
Dawn, du bist nicht Aschenputtel und es ist kein Prinz in der Nähe, würdest du bitte deinen Schuh nicht verlieren??
Also versuchte ich die Sohle stattdessen mit 11er Perlen zu machen und zwar mit einen Riemen vorne und zwei hinten. Die Sohle sah aber nicht so schön aus, obwohl der Versuch eines Absatzes ganz witzig war, aber nicht so hielt wie ich das wollte, und letztendlich ... ratet mal. Die Sandale rutschte herunter. Aaaaaaaaaaaaargh.
Neue Idee, neuer Plan. Wiederholen. Wiederholen. Wiederholen. Probieren wir es doch mal mit Perlen und Draht. Nö.
Perlen und Draht brachten mich aber zu einem der ersten Pläne zurück, mit einer kleinen Anpassung.
Beim zehnten Mal klappte es.
Bitte schön, ein kleiner Riemen vorne, ein überkreuzter Riemen der um den Knöchel lief und hinten auch noch an der Sohle befestigt war - so funktionierte es endlich.


Ich habe keinen rosa Nagellack, aber ich überlege, mir einen zu besorgen, der zu ihrem Lippenstift paßt.

Hier ist Dawn also nun in ihrem kompletten Abendoutfit, zum Ausgehen und Spaßhaben bereit ... bei der Eröffnung einer Ausstellung von, äh, riesigen Katzenskulpturen? ;-)
Das letzte Bild soll euch zeigen, wie klein sie tatsächlich ist, verglichen zur Treppenstufe.


Donnerstag, 11. Juni 2020

Oldies but Goodies - Liebe

Ich glaube, ich lasse heute mal dieses Lied sprechen, das eines unserer Mitglieder für die neue Jewelry Artisans Community Oldies but Goodies Challenge gepostet hat. Tatsächlich denke ich, die Welt hätte schon längst mehr Liebe gebraucht, vielleicht stünden wir dann nicht dort, wo wir jetzt sind. Natürlich gibt es immer Dinge, die man nicht vermeiden kann wie eine Naturkatastrophe, aber sogar in diesen Fällen sind wir oft genug schuld daran, alles noch schlimmer zu machen.



Ich hoffe, ihr habt heute etwas Liebe in eurem Leben.


1 Cat's Wire
2 Jewelry Art by Dawn
3 The Crafty Chimp
4 RioRita

Dienstag, 9. Juni 2020

Abendkleid-Dawn - Teil 2, Das Kleid

Wie in Teil 1 versprochen (für die, die Teil 1 nicht gesehen haben, er erklärt ein bißchen mehr über die Dawn-Puppen, die von 1970 bis 1973 hergestellt wurden), werde ich euch jetzt alles über Dawns neues Kleid erzählen.

Wie so viele Modepuppen, vor allem in dieser Zeit, ist Dawn eine kurvige Dame.
In meinen Projekten für Barbie and Christie vermied ich dieses Problem, indem ich Flapper aus ihnen machte, also ohne enge Taille, und das bedeutete auch, daß ich die Kleider aus Perlen weben konnte. Francie hat nicht so viele Kurven und ihr Hippieoutfit bestand außerdem aus einem Top und einem Rock, aber selbst da war der Rock an der Taille etwas problematisch.

Ich wollte aus Dawn nicht noch einen Flapper machen, sondern sie ihre Kurven zeigen lassen, wenigstens ein bißchen. Da fing ich dann mit dem Hochzeitskleid an, daß ich in Teil 1 erwähnt habe. Dieses Kleid hatte ein recht enges Mieder, aber einen weiten Rock mit Schleppe. Nachdem ich mich entschieden hatte, es herunterzuschneiden, wußte ich, daß ich mit dem neuen Kleid einen anderen Weg einschlagen wollte. Eine Minute lang hatte ich ein fröhliches Sommerkleid im Sinn, aber die fröhlichen Sommerfarben waren alle Größe 15 und das würde mein erster Versuch mit so etwas werden. So sehr mußte ich mich nun auch wieder nicht bestrafen.

Nein, Dawn würde stattdessen ein Abendkleid bekommen, das von einem meiner liebsten Barbiekleider inspiriert war - #982 Solo in the Spotlight. Natürlich würde es nicht schwarz sein und es würde keine  Rüschen am Saum haben und es würde wahrscheinlich Träger bekommen, aber davon abgesehen würde es total "Solo" sein ;-)

Bild aus "Sarah Sink Eames: Barbie Fashion, Volume 1, 1959 - 1967"

Weil ich ja schon einmal die Maße für ein Perlenwebkleid mit Mieder verhunzt hatte (keine Sorge, Francie, ich habe endlich auch Pläne für dich!), war diesmal Herringbone die Technik meiner Wahl.

Die Wahl der Perlen war leicht. Ich hatte meine hämatit AB Perlen noch immer von der Arbeit an dem Kästchendeckel draußen und die Farbe würde sicher toll zu Dawns blonden Haaren passen. Auch war ich mir nicht sicher, wieviele Rocailles ich brauchen würde, wußte aber, daß ich von diesen auf jeden Fall genug hatte. Sie würden auch schön zu den 15er gelbgoldenen Rocailles passen, die ich letztes Mal spontan in meine Perlenbestellung aufgenommen hatte.

Da ich das Kleid direkt auf die Puppe fädeln würde, fing ich bei der Taille an. Als schmalste Stelle half mir das bei den ersten Reihen, ohne daß sie zu sehr herumrutschten. Zuerst arbeitete ich mich für das Mieder aufwärts. Habe ich erwähnt, wie kurvig Dawn ist? ;-) Auf diesem Bild sieht man das. Auch wenn das Mieder nicht rutschte, wählte ich die sichere Seite mit ein paar Peyoteträgern.



Als das Mieder fertig war, arbeite ich mich von der Taille aus hinunter. Diesmal mußte ich mit Dawns Hüften und Po fertigwerden. Eine ganz schöne Sanduhrenfigur, wie ihr seht. Ich bekam es nicht gleich beim ersten Mal hin oder beim zweiten Mal ... tatsächlich mußte ich diesen Bereich mehrmals wieder auftrennen, bevor ich ihrem Körper gerecht wurde.
Ein netter Nebeneffekt war, daß die lockeren Beine, wenn sie auch (noch?) nicht in Gefahr waren abzufallen, jetzt nicht mal mehr die Chance dazu haben, weil das Kleid alles zusammenhält.




Bis dahin ähnelte es "Solo" noch, aber statt eines kompletten Meerjungfrauenstils fädelte ich in gerader Linie bis ganz nach unten, deshalb sind dort auch keine goldenen Streifen mehr.



Dabei konnte ich es nicht belassen, ein gestreifter Bereich hätte etwas komisch ausgesehen. Außerdem liebe ich Fransen! Ich hatte nicht mehr genug Perlen, um die Fransen ganz goldfarben zu machen, also machte ich sie stattdessen aus blau AB mit dem gold.
Denkt ihr, Dawn sieht bis jetzt zufrieden aus?



Als nächstes sind die Accessoires dran. Zu dem Zeitpunkt, da ich diesen Post schreibe, fehlen die Schuhe noch, und während ich schon ein paar Ideen habe, bin ich nicht sicher, daß ich schon die perfekte gefunden habe, also wird es später noch einen Teil 3 für die Accessoires geben. Bitte habt Geduld mit mir!