Sonntag, 7. Juni 2020

Abendkleid-Dawn - Teil 1, Die Puppe und ihre Geschichte

Ich weiß, ich sage das oft, aber ich weiß nicht mehr, woher Dawn kam. Wir gingen auf viele Flohmärkte, müßt ihr bedenken, und manchmal kamen Dinge einfach mit anderen zusammen mit nach Hause. Vielleicht war sie ja bei einer Barbie dabei oder war in einem Puppenkoffer.
Dawn lag viele Jahre in einer Kiste. Ich hatte einfach nichts für sie zum Anziehen, weil sie so klein ist, und ich kann nicht nähen. Ich habe oft darüber nachgedacht, ein Outfit für sie zu fädeln, besonders nachdem ich die Flapper- und Hippiekleider gemacht habe, aber das ist schon fünf Jahre her, Schande über mich, nachdem ich die Messung für ein neues Franciekleid verhunzt hatte und frustriert war. Das habe ich noch nicht mal auseinandergenommen, es ist in einer Schublade - Mensch, all diese Schubladen!

Vor einer Weile begann ich jedoch, ein Kleid für Dawn zu fädeln, ein Hochzeitskleid. Ich kam bis zum Mieder und einem Rock, der ungefähr auf Höhe der Waden war, als mir die weißen Delicas ausgingen, die ich benutzt hatte. Darüber hinaus gefiel mir das Kleid nicht mehr besonders und ich dachte mir, daß Rocailles wahrscheinlich besser aussehen würden. Also landete Dawn diesmal nicht in einer Kiste, sondern in einer weiteren meiner Schubladen. Hin und wieder holte ich sie heraus, aber es ist so frustrierend, Perlenprojekte zu zerschnippeln (siehe oben), und das Sortieren der Perlen - zwei Weißtöne und zwei verschiedene Größen bei dem einen Weiß - können einen fast zum Heulen bringen. Nicht daß ich schon damit fertig wäre.

Ich habe aber völlig vergessen, Dawn formell vorzustellen!
Wer ist Dawn?

Dawn und ihre Freunde waren Modepuppen, die von 1970 bis 1973 Topper Toys hergestellt wurden, dann ging die Firma bankrott (es gab ein kurzes Comeback von 2000 bis 2003 bei Checkerboard Toys). Auf verschiedenen Seiten habe ich gelesen, daß sie sehr populär war, besonders weil Barbie zu dieser Zeit ein Problem hatte, und bei Sammlern heute noch ist. Sie sind aber im Vergleich zu anderen Puppen recht günstig, weil sie in sehr großen Mengen produziert wurden.
Ich kann mich gar nicht daran erinnern, sie überhaupt mal gesehen zu haben, aber ich war zu der Zeit ja auch schwer verliebt in meine Stacey und ihre Kleider und hatte nicht das Bedürfnis nach einer anderen Puppe. Ich mag die Barbiepuppengesichter lieber, zum Beispiel die Augenbrauen, für so ein kleines Gesicht ist es aber wirklich gut gemacht. Ich mag das kleine Schmunzeln, das Dawn zu haben scheint.


Als ich mir ihre Geschichte anschaute, war ich überrascht, wieviele Outfits sie hatte, aber auch Möbel und Autos, sogar ihre eigene Modenschaubühne. Wie konnte ich das so lange nicht mitbekommen haben?
Nicht daß ich vorhabe, eine neue Sammlung anzufangen, aber mir fiel auf, wie sehr ich auch vermißt hatte, die Aspekte eines Puppenlebens zu recherchieren. Das hört sich so falsch an. Was ich zu sagen versuche ist, daß ich immer gern recherchiert habe. Als wir mit dem Sammeln anfingen, gab es kein Internet. Wir kauften Bücher wie Nachschlagewerke, Preisführer, aber auch Broschüren und Katalog, wann immer wir sie in die Hand bekommen konnten, und wir verbrachten Stunden damit, die wichtigen Fakten zu lernen - vor allem was Steiff und Barbie anging. Dank des Internets habe ich das schon lang nicht mehr gemacht, und wenn man mir jetzt ein Barbieoutfit zeigt, kann ich nicht mehr in einer Nanosekunde die Outfitnummer oder manchmal sogar den Namen dazu sagen.
Nachdem ich gesehen habe, wieviel die Bücher über Dawn-Puppen kosten, werde ich darauf verzichten, obwohl ich sicher viel Spaß damit hätte, aber da lasse ich mich nicht hineinziehen, danke vielmals. Stattdessen habe ich meinen Spaß auf mehreren Webseiten gefunden, deren Links am Ende aufgeführt sind.

Zurück zu meiner Dawn. Diese kleine Lady - denn klein ist sie in der Tat - ist 16 1/2 cm groß. Sie hat kurze blonde, recht harte Haare, und bis jetzt haben sie all meinen Versuchen widerstanden, sie etwas dichter am Kopf anzulegen. Weder Waschen noch Bürsten hat geholfen. Ich glaube, das hat damit zu tun, daß recht viele Haare eingezogen sind. Also habe ich nur an ihrem Pony und hinten die Spitzen etwas geschnitten.
Zuerst war ich verwirrt und dachte, sie wäre wegen der kurzen Haare vielleicht eine Jessica, aber das Pony und die Markierungen auf ihrem Hinterkopf, wobei K11A für die Kopfform steht, zeigen mir, daß dies eine HTT Dawn ist. Ich liebe Fachausdrücke ;-) HTT heißt Head-to-Toe, also Kopf bis Fuß. Sie hatten eine kurze Bubblecut-Frisur und verschiedene Perücken. Wie ihr vom oberen Bild erkennen könnt, hat Dawn einzogene Wimpern, sogar sehr dicke. Ich bin etwas neidisch ...

 


Meine Dawn hat sehr lockere Beine und auch eine ziemlich lockere Taille, was später Einfluß auf die Machart ihres Kleides haben würde.
Leider wird sie dieses Kleid nicht mehr ablegen können und ich habe vergessen, vorher ein Bild von ihren Pomarkierungen zu machen. Sie heißen Topper Corp Hong Kong, was mir überhaupt erst dabei half, sie zu identifizieren.
Anders als viele Dawn-Puppen hat sie kein Problem mit grünen Knien, was durch das Kupfer in den Kniegelenken verursacht werden kann. Allerdings halten ihre Beine den Knick nicht mehr.
Dawns Füße haben eckige Löcher, damit man sie auf Stifte stellen konnte.


Kudos, wenn ihr bis hierhin gelesen habt, aber ich fand, Dawn brauchte eine kleine Einleitung, und der Post wäre viel zu lang geworden, wenn ich auch noch über das Kleid gesprochen hätte, also werde ich dazu im Teil 2 kommen. Ich hoffe, der wird in ein paar Tagen folgen, ich brauche erst noch eine Idee für die Schuhe, alles andere ist fertig.



Danke an diese Seiten - sie sind alle auf Englisch, aber ich konnte leider nichts in der Art auf Deutsch finden:

The Dawn Spot
Jennifer Chronicles
OverZone - Dawn Doll Archive
The Spruce Crafts 

Samstag, 6. Juni 2020

Das Kästchen

Vor ein paar Monaten brachte mir ein Kollege ein Holzkästchen und fragte, ob ich es haben wolle. Ich weiß nicht, ob es mal zu einer Bibliothek gehörte, aber es war etwas ramponiert, hatte einen etwas rostigen Schnappverschluß, und trotzdem dachte ich nur daran, daß ich irgendwann vielleicht mal Perlenstickerei ausprobieren würde, also sagte ich ja.
Seither war das Kästchen offen in meinem Flur herumgestanden, sodaß ich jedes Mal, wenn ich vorbeilief, daran erinnert wurde. Ich schätze, das war auch der Grund, warum ich das Stiff Stuff gekauft hatte (ein Untergrund für die Perlenstickerei), das ich kürzlich in einer Schachtel auf meinen Vorratsschubladen gefunden habe, und außerdem einige Cabochons aus dichroischem Glas.

Also probierte ich das mal aus. Erst kümmerte ich mich um all die Cabochons, und von da an nähte ich einfach drauf los, entschlossen, meine Vorräte an Stäbchenperlen und Rocailles zu dezimieren, und nachdem ich die "Tentakel" improvisiert hatte, erinnerte ich mich noch an ein paar Muschelkernperlen, die ich hatte, und fügte die der Mischung auch noch hinzu.
Hätte ich mich vorher für einen Hintergrund entschieden, hätte ich wahrscheinlich mehr hellere Farben für die Tentakel benutzt. Ich hatte einfach nicht darüber nachgedacht, wieviele Rocailles ich dafür brauchen würde, und die einzigen Farben, die ich in größeren Mengen hatte, waren schwarz und hämatit - ich hatte schon schwarze und hämatitfarbene Stäbchenperlen in den Tentakeln verwendet, das stand also nicht zur Wahl - und meine geliebten hämatit AB. Ich bekomme Entzugserscheinungen, wenn ich nicht genug Rocailles und Delicas von dieser Farbe im Haus habe, es war die erste, in die ich mich verliebt habe, und ich liebe es, die Perlen für Nachthimmel zu benutzen.
Der Hintergrund war eine gute Übung für das Kurvensticken.


Als ich das Stück fertig hatte, was ich so viele Stunden kostete, sah ich mir das Kästchen noch einmal an. Die Farbe des Holzes sah nun ganz falsch aus. Was nun? Eine Freundin von mir riet mir, Kreidefarbe in Erwägung zu ziehen.
Ich schaute mich um und bestellte dann welche, weil sie sich sogar für mich einfach genug in der Verwendung anhörte. Als sie ankam, war ich etwas überrascht, weil ich vom Bild her eine dunklere Farbe erwartet hatte, aber was soll's?
Ich schliff das Kästchen ein bißchen ab und trug ein paar Schichten Farbe aus, wobei ich diese zwischendurch immer trocknen ließ. Der Vorteil von Kreidefarbe ist, daß sie recht schnell trocknet (ein Vorteil, der mir die Idee wirklich schmackhaft machte ;-)). Anschließend schrubbte ich sie nur leicht mit der rauhen Seite eines Küchen-schwamms, weil ich nicht den vollen Shabby Chic-Look wollte, ich wollte nur, daß die Farbe nicht so einheitlich und langweilig aussah.

Ich bin keine Malerin und dies ist nicht perfekt, aber ich habe es nicht auf Perfektion abgezielt. Um es perfekt zu machen, hätte ich viel mehr mit dem Kästchen tun müssen. Es hat Macken hier und da, da ist noch der Schnappverschluß, der zögerte, all seinen Rost loszuwerden, während ich zögerte, nach einem neuen Schnappverschluß zu schauen, und so sind auch meine Pinselstriche nicht glatt. Das paßt ziemlich gut zu mir.

Als nächstes klebte ich das bestickte Stück auf. Da haben wir's nun. Oder nicht.
Ich war nicht mit dem Schnappverschluß nicht ganz glücklich, als ich beschloß ich, einfach einen Teil davon anzupinseln und ein paar Rocailles darauf zu verteilen. Bis jetzt sind keine heruntergefallen, aber ich glaube nicht, daß ich Gundel zu nah ranlassen werde!
Ich habe die Farbe nicht versiegelt, weil ich auch nicht vorhabe, sie Wasser auszusetzen (Kreidefarbe ist wasserlöslich). Nun muß ich nur noch eine Perlenmatte einkleben, weil das Innere auch etwas ramponiert aussieht.
Natürlich habe ich noch keine Idee, wofür ich das Kästchen benutzen soll ... was würdet ihr damit tun?

Freitag, 5. Juni 2020

Pack die Vorräte an - Perlenstickerei-Brosche mit Blue Lace-Achat

Falls ihr euch fragt, ob ich jemals wieder etwas anderes als Perlenstickerei zeigen werde, die Antwort ist nein.
Nur ein Scherz! Es ist einfach so, daß meine letzten Draht- und Filzprojekte irgendwie steckengeblieben sind, und die Brosche, die ich euch gleich zeigen werde, eben fertig ist.

Der Blue Lace-Achat ist sozusagen ein weiterer meiner langjährigen Gefährten. Es ist ein sehr unregelmäßiger Stein, der oben seitwärts gebohrt ist, und er wurde zu noch einem dieser scheinbar ewigen Experimente. Ich erzähle euch gar nicht, was er vorher schon mal war, denn dann tut ihr euch vielleicht schwer damit, etwas anderes darin zu sehen ... aber vielleicht ging das auch nur mir so. Möglicherweise hätte jemand anderer von Anfang an die perfekte Idee gehabt.

Das Einzige, was ich tatsächlich für dieses Stück plante, war, den Achat auf den Untergrund zu kleben und eine Fassung dafür zu fädeln. Das erste Problem kam auf, als ich nach einem guten Weg dafür suchte, mit der nach innen gehenden Kurve auf einer Seite fertigzuwerden.
Von da übernahm das Stück - ich wußte da noch nicht einmal, ob es ein Anhänger werden würde oder eine Brosche oder eine Kettenkomponente. Es verlangte nach etwas, das über den Stein lief und damit die Fassung festzog. Nicht daß der Stein herauszufallen drohte, die Kurve in der Fassung sah einfach nicht richtig aus. Ich wollte, daß sie dem Stein besser folgte.
Und ich wollte, daß besagtes "Etwas" so aussah, also ob der Stein von den Perlen aus der Fassung überwachsen würde. Als ich nach Perlen für den Rand suchte, stieß ich auf ein Paar Ohrringe, die ich schon begonnen hatte auseinanderzunehmen, weil die Rocailles darin ihre Farbe nur durch das Herumliegen in einer Schublade verloren hatten (nur in diesen Ohrringen aber, sehr seltsam). Die königsblauen Kristallen sahen perfekt zu den überwiegend eisigen Farben aus, die ich schon benutzt hatte, mit einem Hauch Blau vom Faden.

Am Ende dachte ich, eine Brosche wäre wohl die beste Wahl für dieses Stück. Die kleinen aysmmetrischen Fransen sitzen direkt unter dem "Gewächs", um das organische Gefühl zu betonen.
Ich merke, daß es mir langsam leichterfällt, asymmetrische Stücke zu machen. Schließlich ließ der Stein mir keine Wahl, also war es einfacher, es einfach so hinzunehmen.


So sieht die Brosche getragen aus. Sorry, das alte Kleid, das meine Puppe trägt, ist nicht der beste Hintergrund dafür, aber ich hatte so schnell nichts Besseres zur Hand.

Donnerstag, 4. Juni 2020

Oldies but Goodies - Bollywood

Das Thema für die dieswöchige Jewelry Artisans Community Oldies but Goodies Challenge war Bollywood. Es war etwas ironisch, daß sich genau letzte Nacht der einzige Fernsehsender, der Bollywood-filme zeigte, aus dem deutschen Markt zurückzog.
Ich bin nicht wirklich überrascht. Obwohl ich meinen Teil an indischen Filmen (nicht nur Bollywood) gesehen habe, bevor dieser Kanal überhaupt anfing, ist es nervig, immer wieder dieselben Filme und Seifenopern angeboten zu bekommen, mit ein bißchen Kochen hier und da. Ich hätte gern auch Dokumentationen gesehen, Sendungen über die Kultur, die Geschichte ... ich schweife ab, sorry.

Bollywood steht für Tanz, Gesang und bunte Farben. Tanz und Gesang kann ich euch nicht anbieten, aber Farben habe ich für euch.


1 und 4 The Crafty Chimp
2 Cat's Wire
3 RioRita
5 My Bijou Life

Mittwoch, 3. Juni 2020

Zierlich

Der Mondstein in diesem Anhänger ist ein alter Begleiter von mir. Tatsächlich ist er fast ganz von Anfang an dabei, seit ich Schmuck mache. Es waren ursprünglich zwei, aus denen ich Drahthäkelanhänger gemacht hatte - nicht ganz einfach mit einem so kleinen Cabochon - der eine ist verkauft, den anderen habe ich irgendwann zerlegt.

Ich liebe Mondsteine, weil ich den Mond liebe. Ich finde, sie verdienen ihren Namen wirklich.
So klein dieser auch ist hat er doch ein hübschen blauen Schimmer, weshalb ich dafür hellblaue Rocailles zu den klaren Rocailles und Kristallen ausgesucht habe. Ich habe überwiegend Faden ebenfalls in hellblau verwendet, um auch den klaren Perlen einen Anflug von Farbe zu geben, nur der Picotrand, der auf der Kristallreihe sitzt, ist mit weißem Faden gemacht.


Die Öse eingerechnet ist der ganze Anhänger nur 2,5 Zentimeter, also brauchte er auch eine zierliche Kette. Als ich auf der Suche nach etwas anderem auf YouTube ging, war eine meiner Empfehlungen ein Tutorial für eine Spiral-Herringbonekette mit zwei Perlen.
Ich wünschte, das Internet würde aus meinem Kopf rausbleiben!
Dennoch war das eine Empfehlung, die für mich paßte - ich verstehe immer noch nicht, warum YouTube zu denken scheint, daß ich auf verrückte Enthüllungsgeschichten über das englische Königshaus stehe, nur weil ich einem Kanal über viktorianisches Kochen folge! - denn der zierliche Look war perfekt für meinen Anhänger.
Außerdem ist es kein bißchen schwierig, und bei allem, was passiert ist und gerade noch passiert, sowohl persönlich als auch in der Welt, und was mir ständig im Kopf herumspukt, war es ein guter Weg, sich mal eine Weile in einem repetitiven Prozeß zu verlieren.
Um den eisigen Look zu verstärken, habe ich für die Kette klare Rocailles benutzt, einmal ganz klar, einmal mit Silbereinzug, und sie mit einem einfachen Klickverschluß versehen.


In der Jewelry Artisans Community haben wir ein paar winzige Challenges, sechs Mal im Jahr - winzig, weil nicht viele mitmachen - die letzte war es, eine eigene Kette zu einem Schmuckstück zu machen.
Ich habe oft Drahtschlauchketten zu meinen Anhängern gemacht, meistens gehäkelt oder gestrickt, aber ich mache nie Gliederketten aus Draht. Mein Plan war es, so eine in Angriff zu nehmen, aber ich hatte nicht das Gefühl, daß ich zur Zeit den Nerv dazu hätte.

Also wird es wohl das hier sein müssen.

Freitag, 29. Mai 2020

Pack die Vorräte an - Geheimnisvoller Stein in Perlenstickerei

Ich habe ein paar Trommelsteine in meinem Vorrat, die ich schon ewig mit unterschiedlichen Drahttechniken zu benutzen versucht habe, jedesmal ohne Erfolg. Ich war nie zufrieden und habe sie immer wieder auseinandergenommen.
Nach einer Weile kann das fast zu einer Besessenheit werden.
Dieser Stein war einer von ihnen. Ich weiß nicht, was es für ein Stein ist, aber dieses Kugelmuster und die zarten Farben sprachen mich einfach unheimlich an . Eine gehäkelte oder gestrickte Fassung war nichts, der ärmliche Versuch einer Krappenfassung ging schief nicht nur wegen der irregulären Form des Steins, sondern auch weil er so glatt und rutschig war!

Als ich meine ersten Schritte in der Perlenstickerei machte, fragte ich mich, ob ich diesen Stein nun endlich festnageln könnte. Die Rückseite war nicht flach, aber vielleicht konnte ich ja die Erhöhung in der Mitte festkleben und den Stein dann zusätzlich mit der gefädelten Fassung sichern.
Nachdem das besser als erwartet funktionierte, ging ich an die Verzierungen.
Zuerst nähte ich ein paar Spacerperlen auf, die ich von einem kleinen Kristallarmband gerettet hatte, das ich mal gefunden hatte. Ich wählte Perlen, die die Farben aus dem Stein - Braun, ein zartes Rosa und ein Hauch von Orange - aufgriffen.
Irgendwie erinnert es mich an ein Korallenriff. Vielleicht denke ich bei den Spacerperlen mit ihren orangefarbenen Rändern an Seeanemonen?


Anfangs wollte ich einen Anhänger machen und habe dafür sogar ein paar Ösen ausprobiert, aber nichts davon gefiel mir, darum ist es stattdessen jetzt eine Brosche.

Donnerstag, 28. Mai 2020

Oldies but Goodies - Jung

Ich erinnere mich, wie eine Dame einmal über ein paar meiner Ohrringe sagte, sie schätze, Teenager würden diese mögen. Es war kein Kompliment. Ich hätte das sehr viel schwerer genommen, als ich mit dem Schmuckmachen anfing und immerzu dachte, ich würde alles falsch machen, aber in diesem Fall erinnerte mich das nur an etwas, was mein Ex mir vor Jahren gesagt hatte und das ich letzten Endes genauso ignorierte. Er sagte mir, ich sollte aufhören, mich wie ein Teenager anzuziehen - dabei sprach er von meinen Tier- und Nerdshirts.
Ja, es gibt Dinge, die ich nicht anziehen würde, zum Beispiel bauchfreie Tops, aber das ist meine Wahl, nicht weil mir jemand anderer sagt, ich sei zu alt dafür.

Das gleiche gilt für meinen Schmuck. Der Schmuck, den ich trage, kann mit Diamanten oder Glas, elegant oder verrückt sein, und niemand schafft es, daß ich mich deswegen schlecht fühle.

Das heutige Thema für die Jewelry Artisans Community Oldies but Goodies Challenge ist jung, und das kann für jeden etwas anderes bedeuten. Was ist in unserer Zeit denn überhaupt noch jung? Alles geht, richtig? Ob wir das mögen oder nicht, jeder hält sich an seinen eigenen Stil, so wie ich einen Kurzhaarschnitt verweigert habe. Warum,  nur weil ich grau werde und es dauert, bis die alte Farbe herausgewachsen ist? Solange mir mein langes Haar gefällt, werde ich es behalten, und wer weiß, wenn es ganz grau ist, mache ich mir vielleicht einen Zopf und stecke Blumen hinein ;-)
Was braucht ihr, um euch im Innersten jung zu fühlen, auch wenn ihr es außen nicht mehr seid?

Hier sind ein paar der "jungen" Stücke aus der Challenge. Welche würdet ihr tragen?


1 My Bijou Life
2 und 5 Cat's Wire
3 RioRita
4 und 6 Jewelry Art by Dawn