Samstag, 25. April 2020

Einfach nur so Samstag - Mister Boxer

Dank Steiff habe ich eine meiner ältesten Freundinnen vor fast 30 Jahren kennengelernt. Mein Ex waren wegen einer Konferenz zum ersten Mal in der Bay Area. Damals war es noch möglich, eine Konferenz mit Urlaub zu verbinden (vier Staaten in einer Woche, ich weiß immer noch nicht, wie Amerikaner so etwas machen), während er sich also auf seinen ersten Vortrag in einem schicken Hotel in Berkeley vorbereitete (unser Motel war nicht annähernd so schön), konnte ich die Gegend endecken, indem ich an dem teilnahm, was etwas gedankenlos "Damenprogramm" genannt wurde, auch wenn die Partner der Konferenzteilnehmer in diesem Fall tatsächlich alle Frauen waren.
Am ersten Tag hatten wir jedoch die Gelegenheit, San Francisco auf eigene Faust zu erkunden, und unser erster Stop war FAO Schwarz, dessen Verbindung zu Steiff dank einiger Sonderausgaben unter Sammlern berühmt war. Nachdem wir dort etwas Geld ausgegeben hatten *hust hust*, fragten wir, ob sie wüßten, wie wir Sammler in den USA kennenlernen könnten. Damit konnten sie uns zwar nicht helfen, aber sie boten uns die Telefonnummer einer Dame an, die schon einmal für sie ein paar Studio-Steifftiere restauriert hatte.
Ich erinnere mich noch, wie nervös ich war, als ich sie anrief. Wie erklärt man jemanden, daß man ihn nicht kennt, aber seine Nummer vom Spielzeugladen bekommen hat, weil man alte Plüschtiere sammelt? Ich schätze, es war Schicksal, weil wir immer noch Freundinnen sind.

Ich kann nicht nähen. Ich habe es nie gelernt und das wenige Nähen, das ich machen muß, ist anstrengend für mich, als Jenn aber das erste Mal auf Besuch nach Deutschland kam, schenkte sie mir den süßesten kleinen Zwerg, den sie selbst gemacht hatte, und plötzlich hatte ich die verrückte Idee, daß sie mir zeigen sollte, wie man einen einfachen Bär näht.
Am Ende hatte ich, glaube ich, drei Bären, ich bin mir nicht sicher, wo die zwei kleineren sind.
Dieser hier aber bewacht mein CD-Regal, von dem er ziemlich regelmäßig herunterfällt, noch mehr seit Gundel eingezogen ist. Aus irgendeinem Grund schubst sie ihn immer runter, was sie mit anderen Sachen nicht macht. Vielleicht sind ihre Kopfstöße zuviel für ihn. Heute hat sie es wieder getan, darum dachte ich, er verdient einen Post für einfach nur so Samstag.

Sein Name ist Boxer. Er ist von Hand aus einem beige-gespitzten schwarzem Synthetikpelz genäht, hat Pfotenflächen aus dunkelgrauem Filz, vintage hellbau bemalte Glasaugen - bei diesem Pelz wäre es schwierig gewesen, die Augen zu sehen, wenn ich braune genommen hätte - und eine rosa Nase - was für einen schwarzen Bären sehr ungewöhnlich wäre, aber ich fand sowieso, daß er etwas ungewöhnlich war.
Boxer nannte ich ihn, weil ich ernsthaft glaube, daß er zu oft im Fitneßstudio ist. Schaut euch nur diese Schultern an.
Ok, tatsächlich ist das nicht seine Schuld, ich hatte nicht gedacht, daß die Arme am Ende so hoch sitzen würden, aber ich liebe ihn trotzdem.
Er ist weich und knuffig und süß ... und der Beweis, daß ich schon mal eine Nähnadel benutzt habe! ;-)


Donnerstag, 23. April 2020

Oldies but Goodies - Die Farben von Marmelade

I habe nie sehr viel Marmelade gegessen. Nicht daß ich keinen süßen Zahn hätte, das habe ich definitiv, aber zum Frühstück war Marmelade kaum jemals meine erste Wahl. Ich mag meine Brötchen mit Käse oder Ei. Wenn ich vielleicht wirklich hungrig bin, nehme ich mir zum Schluß eine Scheibe mit Marmelade, so als eine Art "Frühstücksnachtisch".
Es machte meinen Ex wahnsinning, wenn ich nur einen Bissen abhaben wollte, aber wenn ich das doch alles war, was ich wollte, denn sonst hätte ich mimr ja selber eine Scheibe mit Marmelade gemacht.
Es kommt immer noch sehr selten vor, daß ich mir selber Marmelade kaufe, da ich Leute kenne, die mir welche schenken, was sehr nett von ihnen ist, entweder als Mitbringsel aus dem Urlaub oder weil sie sie selber machen. Marmelade, Konfitüre, Gelee in allen Arten von fruchtigen Variationen, zum Beispiel Pflaume, Quitte, Himbeere, Erdbeere, Traube, Heidelbeere, aber auch Ingwer und absolut mein Liebling - "Orange mit Queen Mums Favorit (alias Gin)"!
Kennt ihr übrigens den Unterschied zwischen Marmelade, Konfitüre und Gelee? Denn nur weil wir im deutschen Sprachgebrauch gerne alles Marmelade nennen, ist das ja nicht das gleiche.
Als ich so meine unterschiedlichen Gläser ansah, kam mir die Idee für die dieswöchige Jewelry Artisans Community Oldies but Goodies Challenge, die Farben von Marmelade.
Welche Arten erkennt ihr? Und was ist euer eigener Lieblingsmarmeladengeschmack? Guten Appetit!



1 Jewelry Art by Dawn
2 The Crafty Chimp
3 My Bijou Life
4 RioRita
5 Cat's Wire

Donnerstag, 16. April 2020

Oldies but Goodies - Glück

Zur Zeit ist es nicht nett ... und ich bin sicher, ihr wißt, welche Worte ich lieber benutzen würde. Es gibt Tage, an denen ich wirklich damit kämpfe - sogar ein Stubenhocker wie ich kann nach Wochen der Selbstisolation etwas irre werden - was der Grund dafür ist, daß ich dieses Thema für unsere Jewelry Artisans Community Oldies but Goodies Challenge ausgewählt habe.

Ich bin nicht der Motivationstyp, das war ich noch nie (ehrlich, das eine Poster als Teenager hatte ich nur wegen des Bildes, nicht des Spruchs!), aber ich finde, es hilft ein bißchen, mich an die Dinge zu klammern, die mich glücklich machen. Das kann etwas Großes oder etwas Kleines sein.
Zum Beispiel bin ich glücklich, eine Familie und Nachbarn zu haben, die mir in diesen Zeiten aushelfen. Ich bin glücklich, Gundel bei mir zu haben, auch wenn sie definitiv angefangen hat, ihre spitzbübische Seite zu zeigen. Ihr solltet mal hören, was für freche Antworten sie mir manchmal gibt, aber hey, die Katze ist der Boss, das wissen wir alle. Ich bin glücklich über den OsIch bin glücklich, diese Woche Urlaub zu haben und mich sogar rechtzeitig daran erinnert zu haben, obwohl ich zur Zeit kaum noch den Wochentag und das Datum weiß. Das bedeutet, daß der "Mit Schirm, Charme und Melone" Marathon dran ist.

Und ich freue mich, euch diese Auswahl aus der Challenge präsentieren zu können. Ein paar wunderschöne fröhliche Stücke, findet ihr nicht?



1 My Bijou Life
2 The Crafty Chimp
3 Cat's Wire
4 RioRita
5 Jewelry Art by Dawn

Mittwoch, 8. April 2020

Das Oster-Hasguruh

Zur Seite, Osterhase. Einen Schritt zurück, Osterbeagle (sorry, ich liebe dich noch immer). Es ist jemand Neues in der Stadt.
Lernt das Oster-Hasguruh kennen.

Es gibt unterschiedliche Meinungen zu ihm, aber ich kann nicht anders als zu denken, daß dieser kleine Kerl eine Hasenmama und einen Känguruhpapa hat.
Natürlich könnte ich behauptn, daß ich das von Anfang an wußte, aber tatsächlich muß ich zugeben, daß der Plan war, ein paar reizenden Leuten einen kleinen Osterhasen zu schenken. Es war mein erster, und vielleicht hätte ich dem schelmischen Kichern von Muse Mabel in meinem Kopf mehr Aufmerksamkeit schenken sollen.


Ich stupfte und stupfte und mein Häschen wurde größer, vor allem sein Kopf, während die Ohren bei meinem Versuch, diesen großen Kopf richtig auf den Körper zu setzen, zu schrumpfen schienen. Warum auch immer fing sein Bauch ebenfalls an zu wachsen, also mußte ich die Füße länger machen ... vielleicht etwas mehr Wolle um den Hals herum ... wenigstens ist der Schwanz noch der eines Hasen, aber jetzt ist er zu klein, mehr Wolle .... okay, schließlich gab ich auf, ihn ändern zu wollen, weil ich ihn tatsächlich so mag wie er ist, und ich hoffe, das finden auch die Leute, zu denen er gehüpft ist. Ich meine, er bringt immerhin Geschenke mit, richtig?


I gestehe, es fiel mir ein bißchen schwer, ihn gehen zu lassen. Ich bin sicher, daß dieses Gefühl sich ändern wird, wenn ich erst einmal mehr Viechers gemacht habe, aber im Moment sind sie alle meine Kinder. Seltsame Kinder vielleicht, aber das war ja zu erwarten, schließlich sind es meine ;-)

Mittwoch, 1. April 2020

Nostalgie - Blinder King Charles

Vor einigen Jahren, als ich noch die "Fundstücke der Woche"-Posts machte, hatte ich ein paar, "Ich bin eine Sammlerin" genannt, in denen ich Vintagestücke zeigte. Im Laufe der Zeit sind meine Sammlungen zum größten Teil nicht mehr gewachsen, aus unterschiedlichen Gründen, aber sie sind noch da und immer noch geliebt. Ich habe auch Vintagestücke, manche geerbt, manche geschenkt, manche von Flohmärkten, manche interessanter als andere. Ich dachte also, es könnte Spaß machen, immer mal wieder welche davon zu zeigen und ihre Geschichte zu erzählen.
Willkommen zu einem neuen Nostalgie-Post, in dem ich euch diesmal mehr als nur eine Geschichte erzählen werde, nämlich drei - die Geschichte des blinden King Charles, die Geschichte der Augendose und die Geschichte von Ada-Ada, alle sind miteinander verbunden.

Als erstes laßt mich euch zu einem großen Flohmarkt in Tübingen vor ungefähr 30 Jahren mitnehmen. Wir - mein Ex und ich - waren damals noch sehr neue Steiffsammler. Wir machten ein paar epische Fehler, aber welcher Anfänger tut das nicht, und vergeßt nicht, wir hatten nicht nur kein Internet in diesen Zeiten, sondern es gab nicht viele Steiffbücher oder -preisführer da draußen.
Als wir also an einem Stand diesen kleinen blinden Hund fanden, waren wir ganz und gar nicht sicher, ob der verlangte Preis von 30 DM in Ordnung war. Wir wußten, daß es sich um einen sitzenden "Charly", einen King Charles Spaniel handelte, berühmt für seine Verbindung mit König Karl II. von England. "Charly" war zwischen 1928 und 1936 von Steiff produziert worden.
Man konnte sehen, daß dieser ein nicht ganz einfaches Leben hatte. Sein Pelz war hier und da etwas spärlich, aber am schlimmsten war, daß seine Augen fehlten! Wir hatten keine Augen für ihn daheim, und auch wenn er fast 60 Jahre alt war, war er das Geld wohl wert (wir waren ein junges Paar und konnte nicht einfach so mit dem Geld umherwerfen). Er hatte noch seinen alten Knopf mit Überresten der roten Fahne, die von 1926 bis 1934 verwendet wurde, darunter. Wir setzten ihn auf den Tisch zurück, um darüber nachzudenken, machten ein paar Schritte und gingen dann direkt zurück, weil wir wußten, daß wir ihn nicht dortlassen konnten. Er war so süß, und wir würden uns schon etwas ausdenken. Ich schätze, so kommen Plüschtiere und Puppen an Augen aus Knöpfen, das sollte aber nicht Charlys Schicksal werden.
Dies ist er offenkundig mit Augen, was mich zur nächsten Geschichte bringt.



Ich erinnere mich überhaupt nicht, wann und wie wir an die "Augendose" gerieten, die ich schon früher erwähnt habe. Ich erinnere mich nur daran, wie aufgeregt wir darüber waren. Darin waren hauptsächlich vintage Glasaugen für Plüschtiere, braun, blau, grün, blau/grün, rosa und natürlich die kleinen braunen, die ich in dem anderen Post gezeigt habe.
Als ersten mußten wir die richtige Größe für Charly finden, um ihm sein Augenlicht zurückzugeben. Das war soviel besser! Wie konnten wir überhaupt in Erwägung gezogen haben, ihn nicht mit nach Hause zu nehmen?

Diese Augen halfen über die Jahre noch ein paar anderen Tieren aus, einer großen einäugigen Fluffy-Katze, einem großen Lama, das sich, bevor es zu uns kam, mit ein paar billigen Plastikaugen hatte begnügen müssen, und mehr.
Schließlich wurde die Dose weggestellt und wartete darauf, daß neue Patienten eintreffen würden, aber es gab keine. Sie wurde jedoch nie ganz vergessen, stand ganz offen da, aber das einzige Mal, daß sie gebraucht wurde, war, als ich einen eigenen Teddy machte. Er ist schwarz und hat blaue Augen. Ich glaube, er war der letzte, der Augen aus der Dose bekam.
Immer wieder einmal öffnete ich sie, bewunderte die Augen und machte den Deckel dann wieder drauf.
Erst als ich mit dem Nadelfilzen anfing, dachte ich, es wäre an der Zeit, wenigstens ein paar von ihnen sinnvoll zu benutzen.



Hier sind nun ein paar schnelle Bilder. Sie zeigen nicht die gesamte Sammlung an Augen, und ihr könnt sehen, daß ich sie auch noch nicht abgestaubt habe.
Die grünen Augen zum Beispiel beschlossen, aus ihrer Tüte auszubrechen und durch die ganze Dose zu hüpfen, also haben sie kein Bild bekommen. Geschieht ihnen recht. Eines davon hat sich in die kleine Sammlung von bläulich/grünen Augen (Nr. 2) geschmuggelt, von denen ich nur sehr wenige habe. Man kann den Unterschied leicht erkennen. Wir nennen sie immer Vorkriegsaugen, weil sie eine wunderschöne Farbe haben, die gewöhnlich für die alten Katzen verwendet wurde. Es ist schwierig, die zarte Schönheit einzufangen, aber man sieht, daß es nicht grün ist und auch nicht hellblau wie die Augen in Nr. 5 (die von Anfang an im schlechtesten Zustand waren, die Farbe hinten geht sehr schnell ab, also sind die meisten von ihnen inzwischen fast klar).

Nr. 1 zeigt eine Auswahl von Brauntönen inklusive eines Auges mit Weiß um das Braun herum. Es gibt noch mehr, aber ein paar haben sich bei den grünen eingeschlichen.
Nr. 3 und 5 sind zwei unterschiedliche Arten von rosa Augen, die zum Beispiel für Albinohasen benutzt werden. Während die Nr. 3 flache bemalte Augen sind, haben die von Nr. 5 rosa Glas auf der Rückseite. Ich bin mir da nicht sicher, aber ich habe immer gedacht, daß sie neuer sind.

Vielleicht komme ich dazu, sie etwas zu säubern, besser auszubreiten und gute Bilder zu machen, aber ich denke, ihr habt jetzt erstmal eine Vorstellung von der Augendose.

Zeit für die dritte Geschichte, was heißt, daß ich einen Moment zu Charly zurückkommen muß.
Charly mag ja sein Original Steiff Namensschild nicht mehr haben, aber dafür brachte ein anderes Schild an einer Schnur um seinen Hals mit. Wir haben uns nie die Mühe gemacht herauszufinden, worum es bei dem Schild ging, ließen es aber dran, weil es irgendwie zu Charlys Geschichte dazuzugehören schien. Vielleicht war er ja ein Geschenk von einem Laden oder so gewesen.
Dies sind die beiden Seiten des Schildes.



Auf der einen Seite steht "50 JAHRE WERTARBEIT" mit der Marke ADA-ADA in der Mitte, auf der anderen "MIT ADA-ADA GUT ZU FUSS".
Als ich es nachschaute, erfuhr ich, daß ADA-ADA eine große Schuhfabrik war. Sie wurde 1900 von zwei jüdischen Brüdern gegründet (ein dritter Bruder war Miteigentümer). Sie begannen damit, Kinder- und später auch Damenschuhe herzustellen. 1937 wurden sie enteignet und die Eigentümer schafften es rechtzeitig, in die USA zu emigrieren. Nach dem Krieg erhielten sie eine Entschädigung, die Marke ging jedoch nicht an sie zurück. Sie war einer der größten ihrer Art im Deutschland der 50er, hörte aber 1966 auf zu existieren.
Der Name ist ja ziemlich lustig. Wer erinnert sich nicht, als Kind "ada-ada" gehen zu wollen (oder vielleicht auch manchmal gezwungen zu werden, ich war mehr dafür, mit Stil gefahren zu werden), wobei die Vorstellungen darüber, wie man das schreibt, durchaus unterschiedlich sind. Auf einem Geschichtsblog wurde die Meinung vertreten, daß die Eigentümer sich davon zu dem Markennamen inspirieren ließen, wer weiß?

Wenn ihr so spitze in Mathe wie ich seid (könnt ihr meinen Mathelehrer lachen hören?), wißt ihr jetzt, daß es unmöglich ist, daß Charly von Anfang an dieses Schild hatte, da er ja bis 1936 produziert wurde, ADA-ADA aber erst 1950 50 Jahre alt wurde.
Warum sollte eine Schuhfirma oder selbst ein einzelner Schuhladen alte Steifftiere für die Werbung benutzen? (Steiff-Studiotiere waren übrigens in Schuhläden keine Seltenheit, aber das ist eine andere Geschichte.) Ich würde schätzen, daß ein Kind Charly erbte und ihm dieses Schild umband, vielleicht nachdem sein Namensschild abgefallen war.
Ich habe darüber nachgedacht, es ihm abzunehmen, aber ich denke immer noch, es ist Teil seiner Geschichte, auch wenn wir niemals wissen werden, welche dies ist.

Solange es ihm nichts ausmacht ...

Samstag, 28. März 2020

Art Elements Design Challenge and Blog Hop - Zwerge

Es ist eine Weile her, seit ich das letzte Mal bei den Art Elements-Challenges mitgemacht habe, und eine Menge ist seither passiert - und passiert noch.
Ich bin nicht hier, um heute über ein Virus zu sprechen, sondern darüber, wie ich versuche, mich wenigstens manchmal etwas davon abzulenken. Die Art Elements-Challenge für März schien mir eine sehr gute Gelegenheit zu sein und ich konnte dem Thema, das Jenny dafür ausgewählt hatte, nicht widerstehen - Zwerge.
Tatsächlich heißt das Thema auf Englisch Gnomes, also Gnomen, obwohl es ja auch ein englisches Wort für Zwerge gibt. Worum also ging es?
Ich mußte doch mal nachschauen, wie genau das im Deutschen unterschieden wird. Das war dann nicht so einfach, denn offensichtlich sind auch wir uns da ganz und gar nicht einig. Gnomen, Zwerge, Kobolde, Wichtel ... dieser Post wäre sehr lang geworden.
Da die meisten Bilder in Jennys Post das zeigten, was auch zu unserem Gartenzwerg geworden ist (der auf Englisch ja "garden gnome" heißt), entschied ich mich dafür.


Obwohl ich Deutsche bin, habe ich doch nie das Klischee des Gartenzwergbesitzers erfüllt. Das bedeutet aber nicht, daß ich keine in anderer Leute Gärten gesehen hätte. Irgendwie erinnere ich mich am besten an die, die in dem sehr kleinen Garten hinter dem Haus einer Freundin waren. Es gab nur ein recht kleines Rasenstück mit mindestens einem liegenden Reh und einem Zwerg. Klassisch. Wir mußten sie jedesmal zur Seite räumen, wenn wir Krocket spielen wollten.
Natürlich kenne ich all die Klischees, deutsche Gärten, die voll von Zwergen sind, aber ich kann mich nicht erinnern, daß ich jemals einen solchen gesehen hätten. Wenn ich mir das so überlege, müssen die Zwerge, die ich kannte, sehr einsam gewesen sein.
Andererseits genossen sie die Einsamkeit ja vielleicht, so wie der schlafende Zwerg, den ich schon mal auf meinem Blog gezeigt habe.



Mein Projekt war von mehreren Dingen inspiriert.
Dazu gehörten Bilder aus meiner Kindheit wie das mit dem Schneckenreiter in Jennys Post.
Dann waren da noch die unglaublichen Polymer Clay-Schnecken meiner Freundin Star, von denen manche winzige Kobolde (ha!) trugen. Eine davon ist Maeve, die Schneckenrennreiterin, und sie ist nicht einmal die kleinste Koboldreiterin (ja, das bedeutet, daß ihr euch alle von Stars Schnecken anschauen sollt ... aber wartet, erst nachdem ihr diesen Post gelesen habt!).



Natürlich würde mein Zwerg etwas größer als diese Kobolde sein, aber ich beabsichtigte trotzdem, ihn auf einer Schnecke reiten zu lassen. Ich fing also mit der Schnecke an, entschlossen, ein Paar meiner geliebten vintage Glasaugen zu benutzen, die ich bisher nur einmal verwendet hatte.
Eine kleine Erinnerung oder für die, die es nicht wissen, mein Ex und ich haben Steifftiere gesammelt. Eines unserer Fundstücke war eine Dose voller vintage Glasaugen für alle möglichen Arten von Plüschtieren plus ein paar andere Sachen. Ein paar davon benutzten wir oder tatsächlich mein Ex, da er besser darin war, sie zu befestigen, vor allem in größeren Köpfen, weil man die Schnur wirklich festziehen muß, damit die Augen richtig sitzen, und sie dann verknoten muß.
Da gab es aber auch noch diese kleinen Augen, für die wir nie eine Verwendung fanden. Die Dose - und ihr habt das vielleicht schon erwartet, es WAR eine Keksdose! - stand viele Jahre herum, da ich nicht viel zu meinem Teil der Sammlung hinzufügte und sie darum völlig vergaß. Als ich aber mit dem Nadelfilzen anfing, erregte sie direkt wieder meine Aufmerksamkeit.
Schaut nur, wieviele es sind! Ich mag sogar das Wachspapiertütchen, in dem sie kamen.


Die Glas"stäbe" erinnerten mich an Schneckenaugen, also dachte ich mir, ich könnte einfach um die Stäbe herumfilzen und am oberen Teil ein bißchen Klebstoff nehmen, damit das Glas nicht herausrutschen würde. Obwohl ich meinen Fingerschutz trug, piekste ich mir ganz schön oft in die Finger, aber es funktionierte so, wie ich mir das vorgestellt hatte, yay! Von den Augen ging es dann weiter zum Körper, was auch gut lief, aber fragt mich gar nicht nach dem Häuschen. Es dauerte ewig, weil ich nicht einfach eine Kugel obendrauf setzen wollte, ich wollte es sichtbar schnirkelig machen, wenigstens ein bißchen. Schließlich nahm ich noch eine Kontrastfarbe dazu - von unseren Gartenschnecken inspiriert, auch wenn da die Farben andersherum sind - um es etwas deutlicher herauszuheben.


Als nächstes kam der Zwerg dran. Ich hatte bisher noch keine Figur gemacht, aber ich wußte, daß ich etwas brauchen würde, um die Gliedmaßen zu verstärken, und die Pfeifenreiniger, die ich hatte, waren viel zu groß. Zuletzt nahm ich etwas von meinem Edelstahldraht. Ich hatte schon bessere Ideen in meinem Leben, aber obwohl das noch länger als das Schneckenhaus dauerte, gab ich doch nicht auf.
Herr Zwerg bekam eine braune Hose, taupefarbene Stiefel mit schwarzen Riemen, die zu seiner hohen taupefarbenen Mütze paßte, die um den Rand herum eine kleine rote Zickzackverzierung hatte, und eine waldgrüne Tunika, die dank seines Gürtels, den ich aus etwas Satingeschenkband und einem Kupferjumpring gefertigt hatte, hochmodisch ist.
Seine Nase und Hände sind riesig. Ich bin sicher, er kann sich seinen Weg durch den gesamten Wald erschnüffeln, und hätte er eine Axt, könnte er diese Zweige nur so weghacken!  Seine Augen sind Rocailles (psst, ich glaube, er ist vielleicht ein klein bißchen neidisch auf Schneggles Augen).



Natürlich waren die Chancen dafür, daß ich Herrn Zwergs Glieder so hindrehe, damit er selbständig auf der Schnecke sitzt, gleich null. Vielleicht seht ihr, daß ich ihn schon in einer angedeuteten Sitzhaltung entworfen habe. Ich hätte ihn schon richtig hinsitzen lassen können und dann befestigen (was für ein schrecklicher Gedanke), aber er war einfach zu groß geworden. Die beiden fielen immer wieder um, und während sie sich dabei kaputtlachten, beschloß ich, daß sie letztendlich doch lieber zusammen gehen würden. Oder kriechen.
Nun ja, ich bin mir sicher, daß es Schneggle nichts ausmachte, Herrn Zwerg nicht tragen zu müssen. Immerhin hat er zwei Füße, die (beinahe) perfekt funktionieren, nicht wahr?



Dies ist nicht nur eine Design Challenge, sondern auch ein Blog Hop, also schaut euch auch bitte die Posts der anderen an! Danke!

Gäste

Cat (das bin ich ;-)) - Hope - Linda - Sarajo - Tammy  

AE-Teammitglieder


Cathy - Claire - Jennifer - Jenny - Lesley - Marsha - Niky

P.S. Hallo ihr. Hier spricht Herr Zwerg. Ich wollte euch erzählen, was die Dame nicht sagt. Schneggle und ich sind gefangen. Wald, ja genau. Zusammen gehen? In einer Vase?? Ja, das habt ihr richtig gelesen. Sie. Hat. Uns. In. Eine. Vase. Gesteckt.
Natürlich hat sie gesagt, es wäre nur vorübergehend, solange wir noch im Lichtzelt herumhängen. Ohne ein Versteck ist es dort zu gefährlich für uns. Wegen Gundel. Der riesigen Pantherdame, die versucht hat, unschuldige Filzwesen wie uns zu kidnappen. Letztens hätte sie die Voodoopuppe gestohlen, sagt sie. Und den schwarzen Katzenkopf. Beide konnten gerettet werden. 
Es ist nicht lustig, in einer Vase zu stecken. Schließlich sind wir keine Djinns!
Wenn ihr ihr also bitte sagen könntet, daß sie uns freilassen soll, falls sie das noch nicht getan hat, wenn ihr diesen Post lest, wüßten wir das zu schätzen. Sehr sogar. Danke!

Samstag, 21. März 2020

Einfach nur so Samstag - Seife

Für mich ist es Tag 11 hier in Selbstisolation (für die, die es nicht wissen, ich bin immunsupprimiert).
Gundel hat es satt, daß ich sie ständig knutschen möchte. Ihr Blickt scheint zu sagen "TU etwas, etwas, das nichts mit mir zu tun hat! Hör auf, mir nachzulaufen!" Katzen halt.

Diese Zeiten fühlen sich definitiv seltsam für uns alle an, seltsam und beängstigend, und mit ihnen kommen seltsame Gedanken (und seltsame Träume, was der Grund dafür ist, daß ich hier um 6 Uhr morgens sitze, um einen Post über Seife zu schreiben).
Als ich zum Beispiel gestern abend einen meiner Seifenspender nachfüllte und schaute, wieviel Seife ich noch habe, mußte ich an handgemachte Seifen denken. Ich erinnere mich noch an die guten Zeiten, als das Porto aus den USA nach Deutschland noch nicht einen Arm und ein Bein kostete und ich eine meiner ersten handgemachten Seifen von einem Shop auf Etsy bestellte, an dessen genauen Namen ich mich momentan nicht erinnern kann - obwohl ich mir fast sicher bin, daß darin das Wort "Seife" steckte ....

Jedenfalls fragte ich mich, ob ich wohl irgendwo noch ein übriges Seifenstück liegen hatte, und was glaubt ihr, das habe ich!
Jetzt kann nichts mehr schiefgehen, oder?


Wenn ihr euch fragt, warum ich so etwas habe, nun, ich erinnere mich nur, daß sie von einem Flohmarktstand in Esslingen vor viiiiielen Jahren war, wo wir auch einen alten Holzträger für Cokeflaschen erstanden. Sammler, hm? Von dem, was ich herausfinden konnte, denke ich, daß diese Seife wahrscheinlich aus dem 2. Weltkrieg oder von kurz danach ist, aber ich konnte nicht soviel finden, wie ich es gern gehabt hätte. Schließlich landete ich in einem Forum über das Naßrasieren, also weiß ich jetzt, daß es völlig sicher sein sollte, vintage Seife aus den 1900ern zu benutzen, und wenn ihr vintage Aftershave findet, nur zu, Hauptsache, es riecht noch gut!
Wie gesagt, jetzt kann nichts mehr schiefgehen.