Posts mit dem Label nähen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label nähen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 17. Mai 2026

Nostalgie - Frankenwolf und Freundschaft

Ich möchte euch ein bißchen von meinem Frankenwolf-Mädchen erzählen.
Frankenwolf verdankt ihre Existenz meiner Freundin Jenn und einem gemeinsamen Freund von uns. Besagter Freund - ebenfalls Sammler - hatte sie irgendwann darum gebeten, eine Steiff-Handpuppe und eine Steiff-Figur zu nehmen und in eine neue Kreation zu verwandeln.
Das inspirierte Jenn, dasselbe mit Frankenwolf zu machen.


Das mag sich nun recht gruselig für euch anhören, zwei Steifftiere zu köpfen und zusammenzunähen, aber das ist natürlich nur ein Teil der Geschichte.
Schauen wir uns Frankenwolfs Spender an.

Steiff hat eine lange Geschichte der Herstellung von Deutschen Schäferhunden, es gibt sie seit über 100 Jahren. Ihre Vorfahren jedoch hatten 
immer noch ein schlechtes Image, was wahrscheinlich der Grund dafür war, daß es bis 1956 dauerte, bevor sie in Steiffs Produktion auftauchten.
Der erste Wolf von Steiff war eine Handpuppe namens Loopy nach dem lateinischen "lupus" für Wolf. Das überrascht mich nicht, da es nicht nur nette, kuschelige Handpuppen gab, sondern es auch nützlich sein konnte, einen "Bösewicht" zu haben (wie unseren Teufel aus der Kindheit - kein Steiff - der mit seinem roten Kopf mein Liebling war). Loopy wurde von 1956 bis 1978 hergestellt. Er hat einen offenen Mund mit vier Fangzähnen und eine lange rote Filzzunge. Es war aber nicht ungewöhnlich, daß eine Zunge und/oder Zähne irgendwann während des Spielens verloren gingen.

Ich habe die Handpuppe rechts immer Oma Wolf genannt,
sie scheint ein sehr glücklicher Wolf zu sein.

Der Wolf blieb ein seltenes Tier in Steiffs Verkaufslinie. Es gibt zwei Größen eines stehenden Loopys - der kleinere hat einen geschlossenen, der größere einen offenen Mund - die nur ein Jahr lang 1964 gemacht wurden (einer meiner persönlichen Favoriten). Später tauchten Wölfe manchmal als Begleiter auf, zum Beispiel mit einer Rotkäppchen-Puppe oder einem Eisbär.
Die Handpuppe, die für Frankenwolf benutzt wurde, war in sehr schlechter Verfassung. Tatsächlich ist überraschend, daß sie noch alle Fangzähne hatte. Bevor auch der Kopf weggeworfen wurde, war das hier definitiv die bessere Wahl.

Der Körper kam von einer Micki-Figur, die ein anderes Problem hatte.
Zunächst ein (sehr kurzes) Wort über Mecki. Er ist ein Igel, der ursprünglich aus einem deutschen Puppenfilm stammte und das Maskottchen einer Fernsehzeitschrift wurde, wo er seinen eigenen Comic bekam. Meckis Frau heißt Micki, die Kinder Macki und Mucki. Der Charakter war immer recht beliebt gewesen (um ehrlich zu sein, ich selber war nie ein Fan), also sicherte sich Steiff die Lizenzrechte und stellte ab 1951 seine eigenen Versionen der gesamten Familie her.
Die frühen Versionen hatten ein kleines Problem. Die Köpfe waren aus Gummi gemacht, das dazu neigte auszutrocknen und sich zu zersetzen. Spätere Versionen waren aus einem anderen Material gemacht.

Bilder von NoName_13 über Pixabay

Nun, und Micki hatte dasselbe Problem, aber ihr Körper war noch ganz in Ordnung (auch wenn sie ihre Schürze verloren hatte und ihre Schuhe etwas abgenutzt sind).
Jenn nähte außerdem einen Schwanz und andere Arme an.

Frankenwolf ist aber mehr für mich als nur eine einzigartige Ergänzung meiner Sammlung.

Vor ein paar Jahren habe ich ein wenig davon erzählt, wie ich Jenn kennengelernt habe. Der Ex und ich waren das erste Mal in den USA und hatten die Möglichkeit, FAO Schwarz in San Francisco (der vor über 20 Jahren geschlossen wurde) zu besuchen. Steiff hat im Laufe der Jahre einige wundervolle und gefragte FAO Schwarz-Specials gemacht, von denen ihr welche hier in diesem Video sehen könnt. Wir waren wie Kinder im Süßigkeitenladen ... nein, halt, Spielzeugladen 😉

FAO Schwarz Manhattan, Bild von Rob Young
aus dem Vereinigten Königreich,
CC BY 2.0, via Wikimedia

Als wir uns (und unsere Brieftaschen auch so ein kleines bißchen) erschöpft hatten, fragten wir, ob es so etwas wie einen amerikanischen Steiff-Club gäbe oder irgendeinen Weg, mit anderen Sammlern in Kontakt zu treten. Darüber hatten sie keine Informationen, aber sie gaben uns Jenns Nummer (ich muß daran erinnern, daß Datenschutz damals noch kein so großes Ding war und in diesem Fall bin ich darüber sehr froh). Jenn hatte für sie früher Studio-Steifftiere - erstaunliche Plüschtiere in Lebensgröße - repariert.
Dann saßen wir in unserem Hotelzimmer und der Ex beschloß, daß ich Jenn anrufen mußte. Ich war so nervös. Wie erklärt man einer Fremden am besten, daß man ihre Nummer vom Spielzeugladen hat, weil man eine deutsche Steiff-Sammlerin ist? Ich hätte mir keine Sorgen machen müssen. Nach fünf Minuten bot sie an, uns überall herumzuführen. Ich sagte ihr, daß wir leider am nächsten Tag zurückflogen, das hätte das dann beenden können - tat es aber nicht.
Wir tauschten Adressen aus und fingen an, uns gegenseitig Briefe zu schreiben, dann wechselten wir von Briefen zu Telefongesprächen, was euch vielleicht zeigt, wie wichtig das für uns geworden war. Das war vor Handys und SMS, Mails oder Chats.

Im Jahr darauf reisten wir wieder in die USA und diesmal würden wir Jenn in San Francisco treffen und ich dann mit ihr nach Hause fahren, wohin der Ex dann nach dem Ende seiner Konferenz nachkommen würde. Da verliebte ich mich dann übrigens auch in White Dude, den Kater, den die vorherigen Bewohner in Jenns Haus zurückgelassen hatten und der mit uns nach Deutschland zurückging, weil ihre eigenen Katzen ihn nicht dort haben wollten, kleine Punks (ich liebte sie trotzdem).


Das war vor fast 35 Jahren.
Wir besuchten Jenn, sie besuchte uns, später dann nur mich. Wir haben eine Menge Geschichten und Erinnerungen, gute und nicht so gute, denn so ist das Leben eben.
Ich wünschte, wir hätten keine 9300 Luftmeilen zwischen uns liegen und könnten einfach miteinander abhängen, Tee trinken (oder Leitungswasser, auf dem sie besteht 
😉), Kuchen essen, quatschen, lachen und Dinge tun, die Spaß machen. Die Entfernung macht spontane Dates ein kleeein wenig schwierig. Der Zeitunterschied und Arbeitspläne können es auch schwer machen, miteinander zu reden, aber wenn wir reden, decken wir eine ganze Menge an Themen ab.

Als ich sagte, daß Frankenwolf für mich mehr bedeutet als nur ein Spielzeug, habe ich das damit gemeint. Freundschaft. Sie tut das ... und mein kleiner Gnom, den ihr schon kennt, tut das ... und die Überraschungen, die Jenn mir von Flohmärkten mitgebracht hat, die Teddys, die zu nähen sie mir beigebracht hat, und das eine Mal, als sie mir als Zeichen ihrer Freundschaft einen Zweitschlüssel zu ihrem Haus gab, wobei mir die Tränen kamen.
Kann bitte endlich jemand den Transporter erfinden, den ich so dringend brauche?
Aber auch wenn wir uns seit einigen Jahren nicht gesehen haben, denken wir an einander, und ich hoffe wirklich, daß ich ihre Ohren jetzt zum Klingeln gebracht habe. Wie wir immer am Ende eines Gesprächs zueinander sagen .... love ya, my Jenn.

Dienstag, 20. Mai 2025

Nostalgie - Princess / Prinzess Victoria Nadeln

Vor einigen Jahren, als ich noch die "Fundstücke der Woche"-Posts machte, hatte ich ein paar, "Ich bin eine Sammlerin" genannt, in denen ich Vintagestücke gezeigt habe.
Im Laufe der Zeit sind meine Sammlungen zum größten Teil nicht mehr gewachsen, aus unterschiedlichen Gründen, aber sie sind noch da und immer noch geliebt. Ich habe auch Vintagestücke, manche geerbt, manche geschenkt, manche von Flohmärkten, manche interessanter als andere.
Ich dachte also, es könnte Spaß machen, immer mal wieder welche davon zu zeigen und ihre Geschichte zu erzählen.

Da dies eine noch wachsende Sammlung ist, habe ich inzwischen beschlossen, ihr eine eigene Seite auf dem Blog zu geben, damit ich leichter Updates machen kann.
Ihr findet sie hier.

Tatsächlich habe ich über die kleine Sammlung von heute schon vor ein paar Jahren als Teil einer Hommage an Nadeln gesprochen. Damals wußte ich nur noch nicht, daß das eine eigene Sammlung werden würde.
Seit ich mit Perlenarbeiten angefangen habe, habe ich schon so einige Nadeln benutzt und kaputtgemacht. Perlenstickerei, vor allem auf den Perlen-Turnschuhen (keine Ahnung, warum Blogger in diesem Post zum Teil auf extra Zeilenabstand bestand) und den HeatherCat-Schuhen (das ist der letzte von vier Posts, er enthält alle Links, falls ihr interessiert seid), war besonders schwer für sie (und auch meine Hände).

Im Hommage-Post erzählte ich davon, wie ich auf der Suche nach Perlennadeln vintage Papiernadelheftchen entdeckte und wie ich mich in manche der Aufkleber verliebte.

Am faszinierendsten waren für mich die Princess Victoria Nadeln, weil es Variationen gab, und ich dachte mir, daß sie inzwischen einen eigenen Post verdienen, auch weil es vermutlich den einen oder anderen Zuwachs dazu geben wird.
Das bedeutet, daß ich dann anstatt dem anderen, der sonst wohl etwas zu lang würde, diesen Post hier aktualisieren werde.
Tatsächlich ist dieser hier auch schon ziemlich lang.

Nett ist aber, daß die Heftchen nicht viel Platz wegnehmen, und natürlich kann ich die Nadeln auch jederzeit benutzen, wenn ich sie brauche, da die meisten Heftchen voll sind, also ist das nicht nur Dekoration (das rede ich mir jedenfalls selber ein). Die Päckchen sind über meine Steiffsammlung verstreut, recht passend, finde ich, immerhin besteht sie ja überwiegend aus genähten Tieren.

Was also sind Princess Victoria Nadeln? Ich wünschte ehrlich, ich wüßte, wie sie zu dem Namen gekommen sind.
Als ich das erste winzige Heftchen mit langen Nadeln ("Sharps") in Größe 12 bekam - nicht mal 2,5 cm - fing ich an zu suchen, aber ohne Erfolg.
Was ich weiß ist, daß es alle möglichen Größen gibt, daß die Päckchen einen roten oder goldenen Rand und ebenso das "Banner" um Victoria herum in rot oder gold haben können, und daß es unterschiedliche Bilder von Victoria gibt. Manche sehen mehr vintage aus, manche ziemlich modern, manche haben einen verschwommenen oder unsauberen Druck, manche einen sehr klaren modern aussehenden.

Manche Aufkleber sind komplett auf Englisch, manche komplett auf Deutsch (dort steht Prinzess statt Princess und es werden die deutschen Ausdrücke für die Nadeln benutzt, zum Beispiel Frauennadeln), manche sind eine Mischung aus Englisch und Deutsch, dort steht dann beispielsweise "Prinzess" und "feinste", aber der Begriff "sharps".
Auf eBay UK fand ich sogar ein Heftchen mit einem italienischen Aufkleber (und wünschte jetzt, ich hätte das gekauft)!
Dann gibt es die ohne Herkunftsland, aber auch einige, die es angeben, "Germany", "Made in Germany"
, "M.i W. Germany, Imp. Allemagne OCC" (zwischen 1949 und 1989), aber auch "Made in Czechoslovakia" (das heißt zwischen 1918 und 1992) oder "Made in the Czech Republic" (nach 1992).
Zu guter Letzt haben die meisten, die ich gesehen habe, keinen Firmenaufdruck, es gibt jedoch Ausnahmen. Bis jetzt habe ich "Prym", "Rhein Nadel" und einen Namen gesehen, bei dem ich mir nicht sicher bin, "St. Witte", "Stowitte"? Was hat das zu bedeuten?
Ging die Nadelproduktion von einem Unternehmen zum nächsten?

Und wer ist eigentlich diese Prinzessin Victoria?
Bezieht sich der Name auf eine tatsächliche Prinzessin Victoria, wie die Tochter von Queen Victoria (die irgendwann deutsche Kaiserin wurde) oder die Tochter von Edward VII.? Oder bezieht er sich auf die Queen selber? Ich denke, das ist möglich, da es auch Queen Victoria Nadeln mit einer ähnlichen Victoria auf einem etwas anderen Hintergrund gibt (davon habe ich keine). Macht es nicht irgendwie Sinn, daß es dieselbe ist?
Wie ihr weiter unten sehen werdet, gibt es die Nadeln schon lang, aber schließlich wurde Victoria 1838 gekrönt.
Ich bezweifle, daß sie wirklich wichtig genug war, um jemanden denken zu lassen, der
Name würde Käufer ansprechen, bevor sie Königin wurde.

Zu irgendeinem Zeitpunkt muß doch jemand gesagt haben "nennen wir sie doch auf immer und ewig so", aber warum? Ihr müßt nämlich wissen, daß man tatsächlich immer noch eine Mischung von Größen von Prym bekommen, nur in einem Plastikröhrchen und auch nicht mehr mit Silber- oder Goldöhr um "die Umwelt zu schützen".
Möglicherweise hat der (haben die?) Hersteller sie hauptsächlich für den englischen Markt vorgesehen und daher den Namen benutzt, um die Käufer dort anzusprechen? Warum würden sie sich dann überhaupt die Mühe machen, einen Unterschied zwischen den "Princess" und "Queen" Nadeln zu machen?

Dann habe ich
diesen älteren Blogpost von Papergreat (auf Englisch) wiedergefunden, den ich schon 2022 kommentiert und dann sofort wieder vergessen hatte.
Chris hatte das folgende in The Economist vom 18. November 1899, Seite 1629 - 1630 vom Korrespondenten in Frankreich gefunden:
"Eine Abordnung von Krawattenherstellern wurde diese Woche vom Handelsminister empfangen, um sich über die Benutzung falscher Markenzeichen bei der Einfuhr der von ihnen verkauften Artikel aus Deutschland, Österreich, Belgien und Italien zu äußern. Diese Waren, erklärte die Abordnung, sind mit der Aufschrift "Made in London" oder anderen Worten versehen, die implizieren, daß sie englischer Herkunft sind, was für Käufer eine Empfehlung zu sein scheint, und daher wurde der Minister gebeten, Artikel 2 des Abkommens von Madrid anzuwenden, nach dem sie beschlagnahmt werden können. ... Die Preise, zu denen diese Waren verkauft werden, sind wahrscheinlich niedriger als die Preise, zu denen sie aus England importiert werden können, und französische Hersteller sind durch die höheren Kosten und die hohen Zölle vor Importen aus England geschützt. Es ist jedoch gängige Praxis, deutsche Waren, die als englische gekennzeichnet sind
, zu importieren, und kürzlich wurde die Britische Handelskammer auf den Verkauf von Nadelheftchen in Frankreich aufmerksam gemacht, die ein Porträt der Queen mit den Worten "Prinzess Victoria Needles" und dem Namen eines fiktiven Herstellers in Redditch (Anmerkung: da frage ich mich doch, ob auf den Heftchen Redditch stand) trugen. Die Schreibweise des Wortes "Princess" verriet die Herkunft des Artikels, würde dem Käufer aber entgehen."

Heißt das also, daß einige deutsche Unternehmen diesen Namen für die Nadeln in dem Versuch verwendeten zu verbergen, woher sie kamen - aber warum dann die Mischung der Sprachen und warum die unterschiedlichen Victorias? Könnten sie mir vielleicht etwas über das Alter der Nadeln sagen, so wie unterschiedliche Steiff-Knöpfe etwas über die Zeitspanne aussagen, in dem ein Tier hergestellt wurde?
Es wird nur noch faszinierender. Ich fürchte, ich bin mit diesem Kaninchenloch noch nicht fertig. Ich bin Bibliothekarin und entschlossen, was heißt, daß ich wahrscheinlich mal in ein paar unserer Datenbanken reinschauen muß, um zu sehen, wie weit ich damit komme.
Ok, ich bin wohl nicht nur entschlossen, sondern inzwiscchen auch besessen hiervon.

Klickt auf die Fotos, um die Details besser sehen zu können.

Das ist das eine, mit dem alles anfing. So ein winziges Heftchen, gerade mal in etwa 2,5 cm!


Update Victoria Nadeln April 2025:
Ich habe noch ein paar mehr Heftchen bekommen. Eins davon ist so winzig wie das ganz oben. Diesmal haben wir tatsächlich einen Namen, aber ich bin mir nicht sicher, wie der ist.
Auf Google kann ich ein Ergebnis für "St. Witte & Co." finden, das gar nicht weiterhilft, aber da ist doch etwas zwischen dem T und dem W. Könnte das ein schlecht gedrucktes O sein (ich habe den Namen Stowitte gefunden, aber auch das ohne weitere Informationen) oder ist das eine Art Abkürzung?
Der einzig andere Name, den ich finden konnte, war "Schmidt, Witte & Co.", eine Schiffahrtsgesellschaft, aber auch das half nicht groß weiter. Oder könnte es sich um ein fiktives Unternehmen handeln?
Auf jeden Fall haben wir diesmal deutsche Bezeichnungen für diese "Langen" in Größe 10, und auch die Prinzess wird wie im Deutschen mit z geschrieben.



Diese drei Heftchen habe ich zu einem sehr guten Preis bekommen. Alle sind unbenutzt und voller großer, dicker Nadeln der Größe 2. Wie ihr sehen könnt, sind wir wieder zurück bei englischen Begriffen.


Um euch den Größenunterschied zu zeigen, habe ich ein Bild all meiner Neuerwerbungen zusammen gemacht.


Dann bekam ich diese hier - ein paar "Lange" und ein paar "Halblange" ("betweens" auf Englisch"), zwei davon mit deutschem Aufdruck und eine von "Rhein Nadel", einem weiteren ehemaligen Nadelhersteller in Aachen (der sein Arbeitsgebiet schließlich von Nadeln auf Automation umstellte, also muß dieses Heftchen vor 2003 produziert worden sein).


Da steht "Made in Germany" auf Englisch, die Prinzess hat aber wieder mal ein z. Noch lustiger ist, daß der Aufdruck sehr klar und moderner aussieht, daß "Prinzess Victoria" aber spiegelverkehrt gedruckt wurde!
Dieses Päckchen ist identisch mit einem, das ich mit Prym markiert gesehen habe. Hat ein Unternehmen die Heftchen gemacht und dann für verschiedene Firmen bedruckt oder hat Prym einfach von Rhein Nadel übernommen?
Ist das eine Verschwörung, um mich in den Wahnsinn zu treiben?
😂


Dann ging ich auf eine kleine Einkaufstour im Netz, aber das ist es dann für eine Weile, ich schwöre!
Wenn ich etwas Neues bekomme, wird es eine Variation sein müssen (oh-oh, ich habe vielleicht ... im Mai ...).
Das ist ein Ergebnis dieses Einkaufs. Es ist alter Neubestand von einer Verkäuferin, die ihre ungebrauchten Artikel in Lagerhäusern findet.
Nun habe ich alle Größen der "Langen" und endlich auch ein paar Päckchen mit dem roten statt dem goldenen "Banner". Die Ränder sind auf allen golden - bis auf eins, das gelb ist!

Ich denke, das mit der Aufschrift "gold ey'd" müßte das älteste sein, es ist auch das einzige mit dem "Princess"-Druck und ohne Herkunftsland.
Alle anderen sind mit "Prinzess" und "Made in Czechoslovakia" bedruckt, bis auf eins, auf dem "Made in Czech Republic" steht, aber da es unterschiedliche Fonts gibt, glaube ich nicht, daß sie alle gleich alt sind. Meiner Einschätzung nach sind die mit den roten Bannern jünger, auch weil eins davon aus der Tschechischen Republik ist, was, wie wir ja wissen, nach 1992 gewesen sein muß.


Hier ist ein Vergleich zwischen den zwei Heftchen mit den "Langen" in Größe 0.
Der Druck auf dem alten Päckchen ist soviel hübscher und detaillierter, die Kronen sind völlig unterschiedlich, Victoria hat viel mehr Details bis hin zum Anhänger, den sie trägt! Sogar die Blumen sind schöner.


So sehen die Goldöhre übrigens aus. Ein paar der Nadeln sind korrodiert, aber ich wette, sie sind um die 100 Jahre alt, wenn nicht älter, also ist das zu erwarten.


Update Mai 2025 (alle Updates nach dem 20. Mai sind auf der neuen Blogseite).

Dieses Päckchen gehört ebenfalls zu den Winzlingen.
Es ist das erste, auf dem die Bezeichnung auf Deutsch und Englisch steht, "Frauen Nadeln" und "Sharps", und wieder einmal sieht Victoria anders aus.
Der Farbdruck ist allerdings ganz schön unsauber.


Das hier ist bis jetzt mein Favorit. Ich schätze, es war eine Musterkarte, vielleicht wurde sie zur Vorlage in Kurzwarengeschäften benutzt.
Darin sind die Größen 1 bis 10 sicher in Fadenschlaufen eingesteckt und es gibt noch ein extra Nadelheftchen mit der Aufschrift 1/9, wobei die /9 in Handschrift ergänzt wurde, tatsächlich sind aber 12 verschiedene Nadeln darin.
Die Zahlen unter den Nadelproben mit der Artikelnummer 126 und "Et. 925" ((noch) keine Ahnung, was das heißen könnte) sind ebenfalls von Hand geschrieben, sehr sorgfältig.
Das Päckchen hat die Aufschrift "Gold Ey'd Sharps" und "Made in Germany".
Außerdem - nochmal eine andere "Prinzess Victoria"!



Das hier ist eine andere Art von Nadelbuch, in dem meine letzte Neuerwerbung eingeklebt ist. Ich habe mehrere Beispiele für dieses Nadelbuch aus dem frühen 20. Jahrhundert in vergangenen Auktionen gefunden, und eins davon bildete genau das gleiche Nadelpäckchen ab, allerdings in anderem Zustand, es war also nicht meins.


Victoria sieht hier so wie auf der Musterkarte aus, aber diesmal haben wir "elliptic gold eyed sharps" in den Größen 3 bis 9.


Braucht jemand eine Nadel? Ich hätte da zufällig so eine oder zwei ...

Hier ist die Princess/Prinzess-Galerie der verschiedenen Gesichter, die ich bis jetzt habe.

Samstag, 25. April 2020

Einfach nur so Samstag - Mister Boxer

Dank Steiff habe ich eine meiner ältesten Freundinnen vor fast 30 Jahren kennengelernt. Mein Ex waren wegen einer Konferenz zum ersten Mal in der Bay Area. Damals war es noch möglich, eine Konferenz mit Urlaub zu verbinden (vier Staaten in einer Woche, ich weiß immer noch nicht, wie Amerikaner so etwas machen), während er sich also auf seinen ersten Vortrag in einem schicken Hotel in Berkeley vorbereitete (unser Motel war nicht annähernd so schön), konnte ich die Gegend endecken, indem ich an dem teilnahm, was etwas gedankenlos "Damenprogramm" genannt wurde, auch wenn die Partner der Konferenzteilnehmer in diesem Fall tatsächlich alle Frauen waren.
Am ersten Tag hatten wir jedoch die Gelegenheit, San Francisco auf eigene Faust zu erkunden, und unser erster Stop war FAO Schwarz, dessen Verbindung zu Steiff dank einiger Sonderausgaben unter Sammlern berühmt war. Nachdem wir dort etwas Geld ausgegeben hatten *hust hust*, fragten wir, ob sie wüßten, wie wir Sammler in den USA kennenlernen könnten. Damit konnten sie uns zwar nicht helfen, aber sie boten uns die Telefonnummer einer Dame an, die schon einmal für sie ein paar Studio-Steifftiere restauriert hatte.
Ich erinnere mich noch, wie nervös ich war, als ich sie anrief. Wie erklärt man jemanden, daß man ihn nicht kennt, aber seine Nummer vom Spielzeugladen bekommen hat, weil man alte Plüschtiere sammelt? Ich schätze, es war Schicksal, weil wir immer noch Freundinnen sind.

Ich kann nicht nähen. Ich habe es nie gelernt und das wenige Nähen, das ich machen muß, ist anstrengend für mich, als Jenn aber das erste Mal auf Besuch nach Deutschland kam, schenkte sie mir den süßesten kleinen Zwerg, den sie selbst gemacht hatte, und plötzlich hatte ich die verrückte Idee, daß sie mir zeigen sollte, wie man einen einfachen Bär näht.
Am Ende hatte ich, glaube ich, drei Bären, ich bin mir nicht sicher, wo die zwei kleineren sind.
Dieser hier aber bewacht mein CD-Regal, von dem er ziemlich regelmäßig herunterfällt, noch mehr seit Gundel eingezogen ist. Aus irgendeinem Grund schubst sie ihn immer runter, was sie mit anderen Sachen nicht macht. Vielleicht sind ihre Kopfstöße zuviel für ihn. Heute hat sie es wieder getan, darum dachte ich, er verdient einen Post für einfach nur so Samstag.

Sein Name ist Boxer. Er ist von Hand aus einem beige-gespitzten schwarzem Synthetikpelz genäht, hat Pfotenflächen aus dunkelgrauem Filz, vintage hellbau bemalte Glasaugen - bei diesem Pelz wäre es schwierig gewesen, die Augen zu sehen, wenn ich braune genommen hätte - und eine rosa Nase - was für einen schwarzen Bären sehr ungewöhnlich wäre, aber ich fand sowieso, daß er etwas ungewöhnlich war.
Boxer nannte ich ihn, weil ich ernsthaft glaube, daß er zu oft im Fitneßstudio ist. Schaut euch nur diese Schultern an.
Ok, tatsächlich ist das nicht seine Schuld, ich hatte nicht gedacht, daß die Arme am Ende so hoch sitzen würden, aber ich liebe ihn trotzdem.
Er ist weich und knuffig und süß ... und der Beweis, daß ich schon mal eine Nähnadel benutzt habe! ;-)


Montag, 17. November 2014

Interview mit dem Künstler - Jay und Linda von Gallery at Kingston

Dieses Interview ist ein bißchen anders als die anderen. Diesmal haben wir nicht nur einen Künstler, sondern gleich zwei! Sagt hallo zu Jay und Linda. Linda war so nett, ein paar meiner Fragen zu Gallery at Kingston zu beantworten, hinter der sie und ihr Mann stehen.

Holzskulptur Dackel

Erzähl uns ein bißchen darüber, wer ihr seid und woher ihr kommt.

Wir sind Jay and Linda Cargill.
2009 haben wir uns in Lake Texoma, Oklahoma, zur Ruhe gesetzt und dachten, wir würden den Rest unseres Lebens fischen. Wir lieben die freie Natur und alles, was dazu gehört.
Wir reisen gern und haben einen Anhänger, mit dem wir losfahren und alles genießen, was Gott zu bieten hat.

Was ist euer Kunsthandwerk und wie seid ihr ursprünglich dazu gekommen?

Ich habe immer gern gebastelt und genäht, und als wir uns zur Ruhe setzten, wollte ich allein für mein ganzes Zubehör und Material ein eigenes Häuschen haben. Ich habe drei Nähmaschinen und kann Stunden dort draußen damit verbringen, ein fleißiges Bienchen zu sein!!
Ich mache gern Banner, die Quilts mit aufgenähten Bildern darauf sind. Ich habe viele mit biblischen Szenen darauf für Kirchen gemacht.
Mein Mann entdeckte, daß man nicht immerzu fischen kann, und es wurde ihm etwas langweilig, da erkannte ich, daß er ein Hobby brauchte. Ich kam auf die Idee, daß er versuchen könnte, etwas aus Holz zu machen, und erschuf ein Monster. Das erste, was er machte, war ein Schwarzer Panther, und er machte das großartig, aber das Finish macht er nicht gern! Den Job habe ich übernommen, ich beize, male an, und in den meisten Fälle mache ich die Originalmuster.
Unnötig zu sagen, daß ich sehr wenig Zeit für viele Dinge habe, die ich vorher machte!!

Blauer Häkelschal

Viele eure Holzarbeiten sind Tiere, habt ihr selber auch Haustiere?

Wir haben drei Hunde und wir lieben Tiere! Unser Leben dreht sich um sie. Sie gehen überall mit uns hin und sind in so ziemlich alle unserer Aktivitäten eingebunden.
Alle Tiere sind wunderschöne Geschöpfe und wir beide genießen es einfach, sie zu beobachten.
Wir konnten einfach nicht anders als all die Tiere zu machen, die wir machen, weil sie so schön sind. Der Tiger ist herrlich, die Farbe, die Bewegung und das Wunder dieses Tieres

Ich glaube, dies ist eine der meistgestellten Fragen - was inspiriert euch?

Was mich inspiriert ist all die Schönheit um mich herum. Ich habe oben nicht erwähnt, daß ich auch in Acryl und Wasserfarbe male, und ich habe ein Auge für Farben und Formen. Viele Male sehe ich Dinge, die andere um mich herum nicht beachten und schätzen, und es bringt mich zum Lächeln.

Erzähl uns etwas Lustiges über euch.

Ich betrachte das Leben niemals als ein halbvolles Glas!! Ich lache immer und genieße alles, was ich mache. Es gibt keine größere Freude als jemanden lächeln oder laut herauslachen zu sehen.
Jay ist einfach ein geborener Komödiant und er hält die Dinge daheim immer am Laufen.


Abstrakte Holzkunst

Macht ihr noch andere kreative Dinge, wenn ja, was?

Ich nähe, male und häkle gern, und ja, mache auch Schmuck!! Es gibt noch viele andere Dinge auf meiner Wunschliste, die ich ausprobieren möchte!!

Welches eurer Stücke ist dein Liebling? Welches war am schwierigsten zu machen?

Der Löwenkopf ist mein Favorit, in diesem Projekt stecken 179 Einzelteile. Jedes Teil ist ausgeschnitten und geschmirgelt, dann wurde alles wieder zusammengesetzt. Dieser Prozeß gibt jedem Stück, das wir machen, viel Tiefe und Struktur. Es hat ungefähr drei Wochen gedauert, dieses Stück fertigzustellen.

Holzskulptur Löwenkopf

Der fliegende Adler war am schwierigsten zu machen, es stecken 250 kleine Teile in diesem Projekt.

Holzskulptur fliegender Adler

Gibt es jemanden, den ihr bewundert und der euch inspiriert?
 
Es gibt so viele wahrhaftig talentierte Künstler da draußen und sie inspirieren mich alle. Jedes einzelne Stück, das sie machen, ist auf seine Art einzigartig. Ich liebe es einfach, wenn mich etwas anspricht, sodaß ich es wirklich genau anschaue.

Wenn du freie Wahl eines Materials, das du für euer Kunsthandwerk brauchst, hättest, egal wie teuer, was wäre das?

Das wäre Stoff!! Welches Mädchen hätte nicht gern einen endlosen Vorrat an Material, um zu kreieren, was immer ihm einfällt? Davon träume ich jetzt!!

Dunkelorangene Handtasche

Verkauft ihr online, wenn ja, wo können wir euch finden?

Man kann uns auf unserer Webseite finden, in unserem Zibbet-Shop und in unserem Etsy-Shop. Wir sind auch auf Pinterest.

Berühmte letzte Worte ;-) Gibt es noch etwas, das du der Welt da draußen sagen möchtest?

Für alle Künstler - glaubt an euch und große Dinge werden geschehen!!

Thank you for being here, Linda, and please give our regards to Jay. Keep up the great work!