Montag, 10. März 2025

10 am 10. - Irrationales


10 Dinge, die ich tun würde, die ein wenig oder sehr irrational sind.
Marsha von Marsha in the Middle wurde vom Pi-Tag, der offiziell seit 1988 gefeiert wird, zur Wahl dieses Themas inspiriert.
Ich habe gefragt, ob es um Dinge geht, die ich gern tun würde, oder Dinge, die ich schon getan habe, und bekam zur Antwort, ich könne das nehmen, was ich will.

Was ist aber irrational bei Menschen?
Der Duden sagt mir, "irrational" bedeutet "mit der Ratio, dem Verstand nicht fassbar; dem logischen Denken nicht zugänglich; vernunftwidrig".
Es ist ein Klischee, daß Frauen dazu neigen, emotional und irrational zu sein, während Männer logisch und rational sind. Nach Jahrzehnten in der Dienstleistung ist das kein Klischee, dem ich mich anschließen kann. Aus meiner Erfahrung werden für dasselbe Verhalten oft nur unterschiedliche Worte verwendet. Frauen sind emotional und irrational bei einem Thema, benehmen sich Männer ebenso, werden sie zum Beispiel leidenschaftlich genannt.

Ihr merkt, daß ich schon wieder zuviel hierüber nachdenke, typisch für mich. Denkt einfach daran, daß irrational relativ sein, aber ja, manche meiner 10 mögen euch überraschen.


1. Bisher hat mich noch niemand gefragt, was eine mordsmäßige Schande ist, aber ich würde absolut einem Suchtrupp nach Nessie beitreten, wenn das Boot nicht zu klein ist, nicht weil ich Angst habe, daß Nessie es umwerfen würde, sondern weil ich klaustrophobisch bin.
Es wäre schwieriger, einem nach Bigfoot beizutreten, denn ich sehe mich selber nicht mehr auf Waldwanderungen.
Ich denke, der Grund hierfür ist offensichtlich - um mit Fox Mulder zu sprechen, I want to believe, ich möchte glauben.


2. Anthropomorphisieren - unbelebten Objekten Gefühle zusprechen und mit ihnen reden.
Ja, ich rede mit unbelebten Objekten, manchmal entschuldige ich mich sogar bei ihnen, aber nicht mit allen und nicht dauernd. Tatsächlich ist es nicht so ungewöhnlich, daß Menschen das tun. Ich hatte allerdings nicht Sehnsucht danach, meinen Toaster zu heiraten - wartet mal, ich habe gar keinen Toaster - ok, dann eben meinen Handmixer, obwohl wir seit 35 Jahren zusammen sind. Das Nette an ihnen ist, daß sie nicht zurückquatschen. Alle mögen gute Zuhörer.
Auf dem Bild ist mein Teddy, von mir genialerweise mit dem Namen Teddy bedacht. Ich habe ihn zu meiner Geburt bekommen, obwohl ich mich nicht aktiv daran erinnern kann, und ich war nur einmal ohne ihn (außer für Urlaube, für die ich ihn schamlos allein daheim ließ), als die sehr junge Tochter eines Freundes meines Vaters sich in den "sprechenden Bär" verliebte und meine Mutter ihn ihr über das Wochenende auslieh, ohne mich zu fragen. Ich war ungefähr sieben und am Boden zerstört. Das änderte sich in Empörung, als er in einer Plastiktüte zurückgebracht wurde, auf dem Kopf stehend. So würdelos! Ich hatte sogar in diesem Alter schon sehr starke Meinungen.



3. Dies ist Hannah. Sie war im Oktober 2020 meine Angestellte des Monats, weil sie mir half, den schwierigsten Teil einer Seite meiner perlenbestickten HeatherCat-Schuhe in Angriff zu nehmen. Sie war außerdem die einzige Nadel, die je einen Namen und ein Blogfeature von mir erhielt. Wenn Beharrlichkeit eine Form hätte, wäre es diese.
Ich danke auch kaputten Nadeln für ihren Einsatz, obwohl ich sie nicht in Tofu oder Konnyaku stecke. Verwirrt? Schaut nach, was Hari Kuy
ō ist und ihr werdet es verstehen.

4. Meine Bookmarks und die Icons in meiner Taskleiste müssen in einer bestimmten Reihenfolge sein. Wenn sie das nicht sind, wird etwas Schreckliches geschehen. Oder vielleicht auch nicht, aber ich brauche meine Reihenfolge, damit ich sie mehr oder weniger blind anklicken kann.
Es ist schwer genug, daß ich noch nicht komplett gelernt habe, wie ich meine neue Fernbedienung für den Fernseher blind benutzen kann. Wer braucht derartig viele Knöpfe?


5. Ich kann es nicht ertragen, wenn Menschen laut essen, aber ich habe absolut kein Problem damit, wenn Tiere es tun. Zu meinen großen Lieblingen im Tierpark gehörten die Stachelschweine, auch wenn sie nicht so gesprächig waren wie Teddy (nicht mein Teddy).
Schnarchen kann mich wahnsinning machen - es sei denn, es sind meine Katzen. So niedlich.

6. Ich trage seit Jahren keine Armbanduhr mehr, als ich es aber noch getan habe, stand sie immer auf kalifornischer Zeit, seit ich das erste Mal dort zu Besuch war. Zunächst war das nur, um das Urlaubsgefühl etwas länger zu behalten, als wir wieder daheim waren, und dann blieb es einfach so.
Es hat die Leute total verwirrt, zum Beispiel die Uhrmacher, die neue Batterien eingesetzt haben. Ich erinnere mich an ein Mal, als einer von ihnen meinte "oh, ich stelle sie noch schnell, das ist die falsche Zeit" und meine Schwester nur leicht ihren Kopf in seine Richtung schüttelte, um anzudeuten, er solle es einfach lassen
😂

7. Wenn ich meine Lieblings-Tortillachips (Nacho Cheese) oder Erdnußflips kaufe, müssen sie im Angebot sein, und selbst dann kaufe ich sie nicht jedesmal, weil es einfach zu gefährlich ist, sie dazuhaben.
Ich esse sie mit Stäbchen, weil ich es hasse, das Pulver an meine Finger zu kriegen. Obwohl ich eigentlich eingeschworene Rechtshänderin bin, was hart war, als ich einen Katzenbiß hatte, kann ich das besser mit der linken Hand.
Wartet mal, ist das überhaupt irrational?

8. Ich kenne eine Menge Leute, die das, was jetzt kommt, nachvollziehen können. Es ist der Grund für die Website, die "Does the dog die?" heißt, obwohl es dort jetzt alle möglichen Triggerwarnungen gibt. Wir können einen Thriller anschauen, Krimi oder vielleicht sogar einen Horrorfilm, aber bestehen darauf, daß man sich von den Tieren fernhält. Ich habe Bücher schon abgebrochen, von den ich zwar wußte, daß es Monster gibt, aber ich hatte es satt, daß wieder mal ein Hund umgebracht wurde (ja, Preston und Child, ich schaue euch an, habt ihr ein persönliches Problem mit Hunden?).


9. Keine Aufzüge für mich. Wie erwähnt bin ich klaustrophobisch und das ist mit dem Alter nur schlimmer geworden.
Aufzüge sind das Schlimmste. Es fing an, nachdem ich zweimal bei der Arbeit steckengeblieben war - verschiedene Gebäude - seither machte mich jeder kleine Schluckauf extranervös, bis ich sie gar nicht mehr benutzen konnte.
Mir ist klar, daß das irrational ist, aber Panik ist eben Panik. Ihr werdet mich auch nicht mehr beim Besuch einer Höhle antreffen und wahrscheinlich werde ich niemals U-Boot-Kommandantin. Ich gebe immer noch Poe die Schuld.

10. Ich liebe Geräusche, die bei Handwerk und Kunsthandwerk entstehen, eine Nadel, die durch den Stoff sticht, das kleine Plopp der Perlen, wenn sie zwischen den Kettfäden eines Perlenwebrahmens ein"rasten", das Klackern von Stricknadeln usw. Sie haben etwas Beruhigendes für mich.
Ich liebe auch Dokumentationen über solche Tätigkeiten, und manchmal, wenn ich etwas mache, tu ich so, als wäre ich in einer solchen Dokumentation und spiele in meinem Kopf durch, wie ich erklären würde, was ich gerade mache.

Da, jetzt kennt ihr die ganze gräßliche Wahrheit über mich (tut ihr nicht, aber wir können so tun als ob)!
Aber hey, ich habe ein Extra für euch, rebellisch wie ich bin.



11. Als Kind hat mir jemand erzählt, daß in dem Raum unter unserer Kellertreppe ein Vampir lebte, naja, oder eben nicht lebte. Ich muß damals fünf oder so gewesen sein, und ich schwöre, mehr als einmal gehört zu haben, wie sich der Sargdeckel schloß. Man konnte durch die Stufen der Kellertreppe hindurchsehen, und obwohl ich zuviel Angst hatte, selber in diesen Raum hineinzuschauen, war ich doch fest überzeugt, daß der Vampir herausfassen und mich schnappen würde, wenn ich dort hinunterlief.
Auch wenn ich die Geschichte irgendwann nicht mehr glaubte, verlor ich nie das komische Gefühl auf dieser Treppe.

Da habt ihr's, jetzt wißt ihr wirklich alles.

Samstag, 8. März 2025

Random Saturday - Diamond Painting

Wenn ich in der Stadt bin, nehme ich gewöhnlich den Bus nach Hause, und da dieser spezielle Bus nur jede Stunde fährt, versuche ich meine Termine drumherum zu planen.
Manchmal haut das aber nicht perfekt hin und ich muß etwas Zeit totschlagen, meistens nicht genug für irgendwelche großen Einkäufe, aber zu lang, um sie auf der Bank an der Bushaltestelle zu verbringen, vor allem wenn es kalt ist.
Eine Art, das zu tun, war, in den Euroshop zu gehen, der jetzt an einen anderen Standort umgezogen ist, also bleibt nur noch das Discount-Warenhaus, in dem es ein bißchen von allem gibt.

Ich gehe immer in die Ecke mit Bastel- und Bürobedarf, wo ich manchmal Kleinzeug mitnehme wie Stifte, Pinsel, Klebstoff oder was ich sonst noch so sehe, das ich gerade brauchen kann. Oft haben sie die gleichen Dinge wie im Euroshop.
Als ich das letzte Mal dort war, hatten sie Diamond Painting-Sets. Obwohl ich schon schöne Bilder gesehen habe, habe ich Diamond Painting nie als Hobby für mich in Erwägung gezogen.
Allerdings habe ich eine Online-Freundin, die richtig große Bilder macht, und eine andere Freundin besorgte sich ein Set, als sie zeitweise keinen Zugang zu ihrem Schmuckstudio hatte und meinte, es hätte mehr Spaß gemacht, als sie erwartet hatte. Also dachte ich mir, es wäre interessant, es wenigstens einmal auszuprobieren.

Ich hatte noch nie zuvor über die Geschichte von Diamond Painting nachgedacht.
Laut dem, was ich gelesen habe, wurde es in den frühen 2000ern in Asien erfunden und verbreitete sich dann weltweit.
Man benutzt kleine Plastik"diamanten", auf Englisch "drills" genannt, die rund oder quadratisch sein können (es gibt auch Sonderformen), und setzt sie auf einen klebrigen Untergrund, um ein funkelndes "Gemälde" zu erhalten. Zunächst wurde für den Untergrund Samt und für das Aufkleben Klebstoff verwendet. Heutzutage ist der Untergrund behandelt, damit er klebrig ist, und man benutzt einen Stift mit Wachs, um die Steinchen anzuheben. Die Leinwand, das Wachstuch oder der Samt, die heute verwendet werden, sind mit dem Muster in Zahlen oder Symbolen bedruckt. Man kann sich sogar ein eigenes Bild als Set umsetzen lassen, als ich aber mal darüber nachdachte, ein solches zu verschenken, habe ich Bewertungen dazu gesehen, daß die Farben nicht immer richtig herauskommen.
Es erinnert wirklich an Kreuzstich oder an Malen nach Zahlen, das grundsätzlich in den 20ern erfunden wurde, seine echte Erfolgsgeschichte aber in den 50ern begann, nur eben mit Steinchen statt Sticktwist oder Farbe. Wählt man außerdem runde statt quadratischer Steinchen, gibt es natürlich Lücken.
Es gibt sogar so etwas wie den "partial drill", das bedeutet, es wird nur ein Teil der Unterlage bedeckt.

Das sehr kleine Set, das ich mir aussuchte, ist "partical drill" und kostete mich unglaubliche 2 €. Offensichtlich erwartete ich für das Geld kein Meisterwerk, sondern nur einen kleinen Einblick, worum es hier eigentlich ging.
Als erstes überzeugten mich an dem Set die beiden Stellen an Schwanz und Bein nicht, die nicht bedeckt waren, weil "davor" Schmetterlinge sind. Da die Schmetterlinge nur im Druck zu sehen sind, paßt das nicht gut zum 3D-Look des Fuchses und für mich sieht es eher aus, als fehlt dem Bein ein Stück. Es waren massig Extrasteinchen dabei, also hätte ich etwas Klebstoff verwenden können - weil diese Stellen nicht klebrig sind - und einfach trotzdem welche aufsetzen können. Das habe ich nicht gemacht, weil mir das ganze ja nur einen Eindruck von Diamond Painting vermitteln sollte, nicht weil ich das Bild behalten wollte.
Allerdings setzte ich drei schwarze Steinchen auf die Nase (dort war es klebrig), weil das Loch irgendwie verstörend aussah und das Lächeln dort, wo statt Kinn und Brust ein Bart zu sein scheint, auch etwas unheimlich war.


Wenn man auf Seiten geht, wo Sets verkauft werden, kann man auch Fakten über Diamond Painting und Erklärungen zu den Vorzügen und darüber, warum es so beliebt ist, finden.
Ich konnte selber ziemlich schnell feststellen, daß es nichts für mich ist, selbst bei einem so kleinen Set, das in kurzer Zeit fertiggestellt war, weil ich irgendwie nicht die perfekte Sitzposition fand und mich darum verkrampfte. Nach der zweiten Farbe wollte ich einfach nur, daß es irgendwie fertig wurde.
Ich glaube nicht, daß es daran lag, daß das Muster eben so war und mir darum die Motivation fehlte, denn ich hatte ja nichts erwartet, es ging mehr um die Frage, das bequem und schmerzfrei machen zu können. Hätte ich die perfekte Haltung gefunden und ein echt gutes Muster gehabt, könnte ich absolut erkennen, wie das meditativ und beruhigend sein könnte, auch wenn ich es gegen keine meiner derzeitigen Techniken tauschen wollen würde.
Was ich nicht verstehen kann ist, wie meine Online-Freundin es schafft, das mit einer Katze neben sich zu machen, er muß wirklich ein außergewöhnlich wohlerzogener Bursche sein!

Donnerstag, 6. März 2025

Im Empire geht die Sonne nie unter

Willkommen zurück zum "Winter of Fairbanks Jr." mit Lisa von Boondock Ramblings.

Der heutige Titel sagt schon alles, auch wenn ich nicht herausfinden konnte, ob es den Film jemals auf Deutsch gab. Im Original heißt er "The Sun Never Sets" - ja, wir sind wieder beim British Empire, diesmal geht es um das Colonial Office (Kolonialamt), eine Regierungsabteilung im Königreich, das für die meisten der britischen Kolonien zuständig war.

In der Familie Randolph gibt es eine lange Tradition, im Kolonialdienst zu arbeiten.
Großvater Randolph hat eine große Karte voller kleiner Fähnchen, die für jeden Randolph stehen, der seine Pflicht in einer der Kolonien tut. Wenn einer von ihnen versetzt wird, bewegt er das entsprechende Fähnchen, stirbt einer, wird das Fähnchen in einer kleinen Truhe "beerdigt".

Clive (Basil Rathbone) und seine Frau Helen sind gerade erst von einer Mission an der Goldküste (das heutige Ghana) nach Hause zurückgekehrt.
Bei einem Familientreffen verkündet sein jüngerer Bruder John (Douglas Fairbanks jr.), daß er nicht beabsichtigt, in den Kolonialdienst einzutreten und von einer Mission zur nächsten zu wandern. Seine Familie ist sich nicht nur sicher, daß er seine Meinung ändern wird, sie sind genauso überrascht, daß Phyllis, in die er verliebt ist, in darin unterstützt.
Dann überzeugt ihn sein Großvater jedoch davon, es wenigstens zu probieren, Clives stachelt ihn an, indem er sagt, es wäre möglich, daß er nicht einmal angenommen würde, und auf einmal ändert auch Phyllis ihre Meinung, also beschließt John, doch einzutreten und an die Goldküste zu gehen, aber ohne sie, da er erst einmal für sich allein herausfinden muß, was er wirklich will.

Über Internet Archive

Überraschenderweise muß Clive mit ihm gehen, er hat die Aufgabe herauszufinden, woher die geheimnisvollen Übertragungen kommen, die sich in der Welt verbreiten und für Unbehagen sorgen.
Ein Verdächtiger ist Doktor Zurof, ein Wissenschaftler, der behauptet, Ameisen zu studieren, der aber heimlich eine Radiostation eingerichtet hat und plant, die Welt in Kriege zu stürzen, um dann vom Verkauf des Molybdäns aus der Mine zu profitieren, wo die Station ist, und die Macht zu übernehmen.
Die schwangere Helen hat Clive begleitet, obwohl sie nicht glücklich darüber war zurückzugehen.
Gerade als sie in kritischer Verfassung ist, wird Clive durch eine dringende Nachricht mit einem Geheimcode weggerufen, obwohl John nicht verstehen kann, wie er in dieser Situation gehen kann. Als also Doktor Zurof auftaucht, gelingt es ihm, John dazu zu bringen, Clive zurückzurufen, damit er seine Geheimstation nicht entdeckt. Clive erwartet, eine wichtige Nachricht vorzufinden, stattdessen erfährt er vom Tod des Babys. Er weiß, daß er versagt hat und seinen Job verlieren wird. Die Schande! Er und Helen kehren heim und John bleibt zurück.

Die Übertragungen rühren die Welt weiterhin auf, aber John weiß nicht, was er tun soll, als eine weitere wichtige Nachricht ankommt.
Phyllis taucht auf, und obwohl er zunächst nicht will, daß sie bleibt, heiraten sie schließlich.
Sie machen ihren Burschen betrunken, weil das der einzige Weg ist, daß er sich an alle Nachrichten erinnern kann, so finden sie die wichtige heraus, aus der klar wird, was Zurof vorhat.
Also gibt John vor, betrunken zu sein, um Zugang zur Mine zu bekommen, von dort sendet er eine Übertragung, die nur seine Familie verstehen kann.
Clive führt eine Bombermission zur Mine an, während der Zurof und seine Männer getötet werden, John aber überlebt. Ich hoffe nur, die eingeborenen Arbeiter waren in Ordnung.
Zum Schluß werden die beiden Paare von ihrer Mutter daheim willkommen geheißen und man sieht, wie sie vor Opas Karte stehen und zusammen Fähnchen versetzen. Ich bin ja so froh, daß sie ihren Platz in der Familie gefunden haben, der eigenen und dem Kolonialdienst ...

Ihr habt vielleicht schon aus der Art, wie ich die Handlung erzählt habe, geschlossen, daß ich den Film nicht mochte.

Zu viele steife Oberlippen, zuviel Imperialismus, zu viele tapfere und pflichtbewußte britische Männer - und pflichtbewußte Frauen, die hinter ihnen und ihren Entscheidungen standen.
All das war in eine seltsame Handlung eingepackt. Ich habe Fragen und hier sind nur ein paar davon.
Was waren das für mysteriöse Übertragungen, daß sie einen so schnellen Effekt auf die gesamte Welt hatten?
Wie genau wäre Zurof durch den Verkauf seines Molybdäns ein Diktator geworden und wie schnell?
Wann hat Clive das Buch über "die Ameisenwelt" geschrieben, das Zurof dazu brachte zu sagen "DER Randolph."? Ich weiß, das ist nicht die wichtigste Frage, aber wenn er doch schon als Baby beim Service eingetreten ist ... okay, ich übertreibe, aber ehrlich, wann hat er die Zeit gefunden, ein Ameisenexperte zu werden, wenn er sich doch den Hintern für den Service abschuftete?
Warum konnte niemand Helen davon überzeugen daheimzubleiben?
Wie hat John überlebt, wenn Zurof und ALL seine Männer auf der Stelle im Raum nebenan gestorben sind, ohne sich auch nur zu bewegen? Ich bin so froh, daß die Ameise überlebt, die über Zurofs Stirn krabbelte, sehr symbolisch.

Der Film war kein Kassenschlager und sie beschuldigten sich entweder gegenseitig oder den Kriegsanfang.
Es heißt, C. Aubrey Smith, der (natürlich) den Großvater spielte, habe zuFairbanks jr. am ersten Drehtag gesagt "Mieser Titel. Sie ist schon untergegangen."

Wie gewöhnlich finden manche, daß dies ein toller Abenteuerfilm ist, während andere - mich eingeschlossen - gerne ihre 1 1/2 Stunden zurückhätten.
Um mit einer Rezensentin zu sprechen. "Wenigstens haben wir ein paar klasse Momente von Doug mit zerzausten Haaren." Schön gesagt, DAMIT kann ich übereinstimmen.

Dienstag, 4. März 2025

Die große Zarin oder Die scharlachrote Kaiserin

 

Letzte Woche habe ich für den Winter of Fairbanks jr. den Film "Katharina die Große" vorgestellt und dabei erwähnt, daß ich plane, zum Vergleich "Die große Zarin" aus demselben Jahr - 1934 - anzuschauen.
Das habe ich am Wochenende spontan gemacht und nun versuche ich, euch meine Gefühle zu diesem Film zu vermitteln, was nicht einfach sein wird.


In meinem Post über "Katharina" (verzeiht mir, daß ich den Titel ab hier abkürzen werde) habe ich folgendes geschrieben.
wrote this in my post about "The Rise" (you'll forgive me for shortening the title from here on).
"
Er erzählt vom Zeitraum ab der Ankunft von Prinzessin Sophie von Anhalt-Zerbst in Rußland für die Heirat mit Großfürst Peter, des Neffen und Erben der kinderlosen Zarin Elisabeth, bis zur Übernahme des Throns von ihrem Mann mit Hilfe der ihr ergebenen Offiziere."
"Die große Zarin" beginnt jedoch mit einer kurzen Szene von Sophie als Kind (Dietrichs eigene Tochter) und einer Andeutung auf den Henker, worauf eine Sequenz folgt, die die Folterungen und Hinrichtungen zeigt, die zuvor in Rußland geschehen sind (sehr eindeutig Pre-Code!), bevor zu einer verspielten und unschuldigen Sophie im Teenageralter geschnitten wird, die auf einer Schaukel im Garten sitzt.
Ein Botschafter, Graf Alexei, kommt an, um sie für die Hochzeit mit Peter mit nach Rußland zu nehmen. Als sie ihn über Peter befragt, meint er, er sei sehr gutaussehend. Während der Reise läßt er sie wissen, daß er sich in sie verliebt hat, und küßt sie.
Als sie nach Rußland kommen, entdeckt Sophie schockiert, daß Peter geistig gestört und instabil ist (wie im anderen Post erwähnt, sind Historiker nicht mehr unbedingt dieser Meinung) und keineswegs der schöne, junge Mann, den man ihr versprochen hat. Kaiserin Elisabeth erwartet, daß sie ihrem Neffen eine treue Frau ist und Rußland einen männlichen Erben schenkt, sonst nichts.
Sophie - jetzt Katharina genannt - beginnt sich vom unschuldigen Mädchen in eine selbstbewußte Frau zu verwandeln. Von Alexei enttäuscht, den sie vermeidet, seit sie entdeckt hat, daß er Elisabeths Geliebter ist, fängt sich an, sich andere Liebhaber zu suchen. Auch Peter hat eine Geliebte, die hofft, daß er sie heiraten wird, wenn Elisabeth erstmal gestorben ist und man Katharina losgeworden hat.
Nach Elisabeths Tod stellt Peter Katharina unter Hausarrest und verbreitet das Gerücht, daß sie im Sterben liegt, aber ihr Geliebter Orlov und die ihr ergebenen Truppen helfen ihr bei der Flucht und beginnen den Umsturz, während dessen Orlov Peter tötet - so wird Katharina zur neuen Kaiserin.

Wie "Katharina" ist auch dieser Film keine Geschichtsstunde.
Was aber ist er und warum habe ich in der Einleitung gesagt, daß es nicht einfach sein würde, euch meine Meinung über den Film zu sagen?
Ein Wort - ÜBERWÄLTIGT. Ja, in Großbuchstaben.

Dieser Film war ganz anders als "Katharina".
Fangen wir mit dem Set an, weil es mindestens genauso der Star war wie die Dietrich, wenn nicht sogar noch mehr.
Es ist absolut bizarr, überdreht, dunkel und grotesk. Eine Menge Leute sind davon fasziniert, bezeichnen es als schön, auffallend, für mich aber war es vor allem eine große Ablenkung.
Ich konnte nichts machen, es kam mir so vor, als ob ich, statt den Leuten zuzuhören, hauptsächlich die verzerrten orthodoxen Ikonen auf den riesigen Türen anstarrte und noch mehr die Skulpturen, die einfach überall waren, manche kleiner, manche die Menschen riesenhaft überragend, schlanke, lange Kerzen haltend, ja, sogar der Thron bestand daraus.



Nichts gegen eine aufwendiges Set, und ich kann ja sogar verstehen, daß es Leute gibt, die davon fasziniert sind, aber ich werde schnell klaustrophobisch, was für mich persönlich manchmal ein echtes Problem ist, und darum war das alles einfach viel zuviel für mich.
Das gleiche gilt für die Kostüme, sie schienen alle riesig zu sein, all der Pelz, die Röcke, der Schmuck; ich nehme an, daß sollte die Dekadenz der oberen Klassen gegenüber der Situation der Bauern zeigen.
Ein paar von Dietrichs Outfits waren echt wild.
Nicht daß das aber viel ausgemacht hätte, denn der Dialog schien sowieso den zweiten Platz nach der Optik einzunehmen.
Tatsächlich gab es eine Menge Passagen, die mehr an einen Stummfilm erinnerten, wobei die Musik die Stimmung der Situation vermittelte, verspielt oder sehr dramatisch. Manchmal fühlte sich eine Szene auch endlos und unnötig repetitiv vor. Daß es Zwischentitel gab, verstärkte das Gefühl eines Stummfilms noch mehr.

Wie ist die Dietrich in diesem Film im Vergleich zur Bergner in "Katharina"?
Ich fand die Darstellung der unschuldigen Sophie nicht so toll. Vielleicht ist es etwas, worin ich mir die Dietrich nicht vorstellen konnte, ich weiß es nicht, aber ich habe sie ihr genauso wenig abgekauft wie Bergner, Augen weit geöffnet, flüsternd, atemlos.
Im zweiten Teil des Films aber, als die selbstbewußte und verführerische - hier wird viel mit Symbolen gespielt - Katharina, die bereit ist, alles zu tun, um sich am Hof zu behaupten, da ist die Dietrich mehr in ihrem Element und meiner Meinung nach viel besser als Bergner. Sie steht auch immer im Mittelpunkt, ein leuchtendes Licht auf einer dunklen und grotesken Bühne. Am Ende reitet sie auf einem weißen Pferd zum Thron, in eine weißen Version einer Militäruniform gekleidet.
"Es gibt keinen Kaiser, nur eine Kaiserin."

Damit kommen wir zum Kaiser.
Ich sagte, daß Fairbanks jr. in "Katharina" eher verzogen als wirklich verrückt wirkte, und das hat mir wesentlich besser gefallen.
Es gab Momente, in denen Jaffes Wahnsinn gruselig war, aber die meiste Zeit grinste er nur mit aufgerissenen Augen und drehte den Kopf hin und her, und das hat mich sehr daran erinnert, wie er Gunga Din gespielt hat, der nicht verrückt war. Tatsächlich hatte auch das etwas von einem Stummfilm für mich, aber nicht auf gute Art. Bald nervte es mich mehr als daß es mich gruselte.

Mir gefiel Dresser als Elisabeth, aber Robson fand ich wesentlich besser. Im Gegensatz zu Robson empfand ich Dresser nicht so sehr als Kaiserin, sondern mehr als Matriarchin, die den Haushalt am Laufen halten wollte, indem sie einen männlichen Erben für Rußland verlangte und nichts duldete, was das verhindern könnte.

Graf Alexei, hm. Ich fand ihn nicht ganz so verführerisch, wie er wahrscheinlich gedacht war.

Alles in allem finde ich "Die große Zarin" besser als "Katharina", und ich bin froh, daß ich ihn angeschaut habe, weil es auf jeden Fall eine interessante Erfahrung war, aber um ehrlich zu sein, ich würde aus unterschiedlichen Gründen keinen von beiden auf meine Liste zum nochmal Anschauen setzen.
Ich komme einfach nicht über das Set hinweg, und glaubt mir, das Bild oben bietet nur einen winzigen Einblick.

Ich schätze, ihr werdet den Film wohl einfach selber anschauen und beurteilen müssen. Solltet ihr das tun, würde ich echt gern hören, was ihr denkt.

Sonntag, 2. März 2025

Die "Queens of Crime" - Agatha Christie, das Leben

In diesem Post über Agatha Christies Werk und mein persönliches Dilemma damit habe ich ihr interessantes Leben erwähnt.
Was meine ich damit?

Agatha Christie wurde am 15. September 1890 als jüngstes von drei Geschwistern in eine vermögende Familie der oberen Mittelklasse hineingeboren.
Obwohl sie von ihrer Mutter nicht dazu ermutigt wurde, lernte sie im Alter von vier Jahren lesen und wurde daheim im Lesen, Schreiben, Grundrechenarten und Musik unterrichtet.
Im Alter von 11 verlor sie ihren Vater, ein Jahr später begann sie, eine örtliche Schule zu besuchen, und als sie 15 war, schickte ihre Mutter sie nach Paris, wo sie ihre Ausbildung abschloß.
Als sie wieder nach Hause kam, beschlossen sie und ihre kranke Mutter, drei Monate in Ägypten zu verbringen.

1912 wurde Agatha Archibald Christie vorgestellt, den sie 1914 heiratete. Während Archie im Krieg in Frankreich war, arbeitete Agatha zunächst als Freiwillige in einem Krankenhaus und qualifzierte sich dann als Apothekenhelferin und arbeitete in der Arzneiausgabe, was sie dazu inspirierte, in ihrem ersten Kriminalroman mit Hercule Poirot, dem belgischen Detektiv, der als Flüchtling nach England gekommen war, eine Vergiftung als Methode zu verwenden.

1922 nahmen die Christies an Major Belchers Werbetour für die British Empire Exhibition teil. Während dieser Tour lernten sie zum Beispiel das Surfen und gehörten zu den ersten Briten, die aufrecht stehend surften. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber das Bild einer alten/älteren Agatha ist so in meinem Gehirn eingebrannt, daß es mir schwerfällt, sie mir auf einem Surfboard vorzustellen, aber sie war eine begeisterte Surferin.


1926 bat Archie Agatha um die Scheidung, nachdem er sich eine Freundin Major Belchers, Nancy Neele, verliebt hatte. Nach einem Streit verschwand Agatha, was natürlich eine riesige Nachrichtengeschichte zur Folge hatte, aber auch zu einer umfangreichen Suche mit Hunderten von Polizisten, Tausenden von Freiwilligen und sogar Flugzeugen führte.
11 Tage später wurde sie in einem Hotel gefunden, wo sie sich unter falschem Namen angemeldet hatte. Sie gab niemals eine Erklärung dazu ab, und die Meinungen darüber, ob sie im Zustand einer dissoziativen Fugue oder bewußt verschwunden war, sind geteilt.
Die öffentliche Reaktion darauf war eher negativ, auch wegen der Kosten der groß angelegten Suche.
Die Scheidung wurde 1928 rechtskräftig, Agatha erhielt das Sorgerecht für das einzige Kind, Rosalind.

Im Herbst 1928 reiste Agatha mit dem Orient-Expreß nach Istanbul und von dort aus weiter nach Bagdad, wo der Archäologe Leonard Woolley und seine Frau Katharine, die ein Fan ihrer Romane war, sie zur Ausgrabungsstätte von Ur einluden. Sie freundete sich mit ihnen an und sie luden sie 1930 ein wiederzukommen.
Während dieser zweiten Reise lernte sie Woolleys Assistenten kennen,
der von Katharine den Befehl erhielt, Christie auf Tour durch das Land zu führen - Max Mallowan, der 13 Jahre jünger als sie war. Die Art, wie sie alles auf dieser Tour alles mit Humor nahm, sogar als sie im Sand eines trockenen Flußbetts steckenblieben, überzeugte ihn, daß sie eine wundervolle Lebensgefährtin abgeben würde, und so machte er ihr gerade mal sechs Monate später einen Antrag.
Dies war der Anfang eines zweiten Lebens auf einem anderen Kontinent für Agatha neben dem der erfolgreichen Schriftstellerin.
Katharine Woolley wollte jedoch keine weitere Ehefrau an der Stätte haben, was wahrscheinlich der Grund dafür ist, warum das Paar als nächstes nach Ninive ging.
In "Mord in Mesopotamien", den Christie - außerhalb ihrer Schriftstellerkarriere benutzte sie den Namen Mallowan - den Woolleys widmete, war das Opfer von Katharine inspiriert. Mallowans Biographin Henriette McCall zufolge war sich Katharine dessen bewußt, daß die als schwierig porträtierte Figur auf ihr beruhte und genoß den zweifelhaften Ruhm.

1932/33 arbeiteten Max und Agatharine auf ihrer ersten eigenen Ausgrabungsstätte in Tall Arpachiyah
nahe Ninive. Sowohl Agathas Berühmtheit als Schriftstellerin und ihr Geld halfen Max' archäologischer Karriere, denn dies war zu einer Zeit, als Ausgrabungen noch zumindest teilweise durch private Gelder gefördert werden mußten.
Die Saison - Herbst und Frühling verbrachten sie bei den Ausgrabungen, im Sommer waren sie mit Rosalind in England, und die restliche Zeit verbrachten sie entweder mit Reisen oder zu Hause.
Max leitete die Ausgrabungen, Agatha, die einen Zeichenkurs absolviert hatte, begann damit, Zeichnungen zu machen, das war aber nicht so ihr Ding. Also schrieb sie stattdessen morgens und am Nachmittag katalogisierte sie Fundstücke und setzte zerbrochene Keramik zusammen.
1934 reisten sie nach Ägypten und machten eine Nilkreuzfahrt, die einen ihrer berühmtesten Romane inspiriert, Der Tod auf dem Nil.

Schließlich zogen sie weiter zu Ausgrabungen in Syrien.
Agatha fand ihre Rolle, indem sie die offizielle Fotografin wurde, eine schwere, anstrengende und anspruchsvolle Aufgabe, sowohl das Fotografieren selber als auch das Entwickeln der Negative. Sie machte aber nicht nur Bilder, sondern filmte auch, in schwarzweiß und in Farbe. 1937 belegte sie sogar einen Fotografiekurs in London, der zu kreativeren Experimenten führte, nicht zur Freude ihres Ehemanns, der rein wissenschaftliche Fotos den kreativen vorgezogen hätte.

Mehrere Jahre lang war der junge Architekt Robin Macartney Teil ihres Teams in Syrien, der nicht nur durch das Zeichnen von Fundstücken, Karten und Plänen assistierte, sondern auch ein Expeditionshaus entwarf.
Von Macartneys Zeichnungen fasziniert, bat ihn Christie, für sie einen Buchumschlag zu entwerfen. Am Ende entwarf er zwischen 1936 und 1938 vier Schutzumschläge. Was ihr daran am besten gefiel war, daß jeder Umschlag etwas über die Geschichte erzählte, indem er Elemente daraus benutzte, wie zum Beispiel die Statuen Ramses II. und den Nilkreuzfahrt-Dampfer für "Der Tod auf dem Nil", und ich verstehe das völlig, denn den Umschlägen nach zu urteilen, die ich selber gesehen habe, scheint, das ein Konzept zu sein, mit dem Verlage ein Problem haben.

Erstausgabe von "Tod auf dem Nil"
mit dem Schutzumschlag von Robin Macartney
über Wikimedia Commons
unter CC BY-SA 4.0

Die Ausgrabungen kamen zum Stillstand, als der Zweite Weltkrieg ausbrach, aber nach dem Krieg kamen sie nach Nimrud, eine Stätte, an der Mallowan schon lang interessiert war. Er wurde der erste Direktor der British School of Archaeology und konnte sich so die notwendige Unterstützung für die Ausgrabung sichern.
Das Paar war dort während der 50er, sie wohnten im Gebäude der School, und obwohl Agatha sich einen kleinen Schreibraum an das Teamgebäude anbauen ließ, assistierte sie auch jetzt wieder, indem sie Artefakte sammelte, katalogisierte und reinigte, Fotos anfertigte und Keramik zusammensetzte.

Nimrud-Elfenbein "Löwe von Nimrud",
von Unbekannt - M0tty, CC BY-SA 3.0,
über Wikimedia Commons

Während des Krieges hatte Christie das Buch "Erinnerung an glückliche Tage" über ihre Zeit in Syrien geschrieben.
Nimrud war die letzte Ausgrabung, die sie besuchte.


Stiertafel, eines der Nimrud-Fundstücke,
über Wikimedia Commons,
von Osama Shukir Muhammed Amin FRCP(Glasg)
unter CC BY SA 4.0

Agatha Christie starb am 12. Januar 1976 in Winterbrook House.

Wußtet ihr schon von Agatha Christies "zweitem Leben"? Habt ihr vielleicht sogar ihr Buch darüber gelesen? Falls ja, was denkt ihr darüber?

Quellen (überwiegend englischsprachig):
- Agatha Christie's adventurous 'second act' plays out in Mesopotamia in: National Geographic March 21,2019
- Bridget Roddy: Agatha Christie and Archaeology, An Understated Connection on: Trowels and Tribulations: IUP's Archaeology Blog, March 11,2022
- Dokumentation "Agatha Christie und der Orient" 2021 Bayerischer Rundfunk (verfügbar in der Mediathek)
- BBC Archive 1977 - The World This Weekend, Sir Max Mallowan
- Agatha Christie auf Wikipedia

Samstag, 1. März 2025

Einfach nur so Samstag - Kaffeebecher

Kaffeebecher - wir alle haben sie wahrscheinlich und wir haben wahrscheinlich auch einen Lieblingsbecher.
Es ist nicht das erste Mal, daß ich über Becher spreche.
Da gab es einmal natürlich einen anderen "einfach nur so Samstag", an dem ich euch die für mich angefertigten gelben Becher gezeigt habe, die ich noch so liebe wie am ersten Tag und die meine persönlichen Favoriten sind.
Außerdem hat eine meiner Freundinnen vor ein paar Tagen unter dem Hashtag #alletassenimschrank ein Bild von ihrem Schrank voller Kaffeebecher gezeigt.
Das Bild erinnerte mich an das eine Mal, als ich selber ein Bild meines Schranks voller Katzentassen geteilt und die Geschichte meiner Miss-Piggy-Tasse erzählt habe - vor 15 Jahren! - inspiriert von einer anderen Bloggerin, die Leute um ihre Tassen- und Bechergeschichten gebeten hatte.
Wow, ich habe in dieser Einleitung ganz schön oft Becher gesagt, nicht wahr?


Seither ist meine Sammlung nicht kleiner geworden, in der Tat habe ich so viele Becher, daß es geradezu lächerlich für eine Singlefrau ist, die gewöhnlich nie mehr als zwei weitere Leute zu Besuch hat.

Was ist die Geschichte von Kaffeebechern? Und was ist der Unterschied zwischen einem Becher und einer Tasse? Warum ist es so schwierig, Becher auszumisten, selbst wenn man immer nur dieselben benutzt? Warum sind Becher ein so beliebtes Geschenk (ja, die Mehrheit von meinen waren Geschenke, was teilweise die Antwort auf die vorherige Fragte ist)?

Fangen wir mit der Geschichte an.
Becher gab es schon immer, naja, nicht immer, aber schon sehr lange. Wahrscheinlich waren sie schon damals ein beliebtes Geschenk. Ich habe unterschiedliche Informationen gefunden, mal steht da, 12000 v. Chr., 10000 v. Chr., über 8000 Jahre alt, dann wieder 3900, und so könnte ich weitermachen. Ich bleibe mal auf der sicheren Seite und sage einfach, daß es sie seit Tausenden von Jahren gibt.
Uralte Becher waren aus Holz oder Knochen gemacht, später aus von Hand geformtem Ton, Leder, unterschiedlichen Metallen, bis dann die Töpferscheibe erfunden wurde und schließlich das Porzellan, das ermöglichte, die Becherwände dünner zu machen.

Ich bin selber noch mit Tassen aufgewachsen und irgendwie fühlt es sich so an, als wäre Miss Piggy tatsächlich mein erster echter Becher gewesen. Vielleicht war es ja mein erster eigener und sticht deshalb heraus. Ich habe aber auch noch eine ganze Anzahl von Tee- und Kaffeetassen in meinem Service.
Was ist denn überhaupt der Unterschied zwischen einer Tasse und einem Becher? Gerade im Deutschen ist das auch nicht weniger verwirrend als "cup" und "mug" im Englischen.
Ein Becher hat nämlich eigentlich keinen Henkel, aber ein Kaffeebecher hat das schon. Man hört auch mal Henkelbecher, aber warum ist das dann nicht automatisch eine Tasse? Ist das wie im Englischen, wo jeder "mug" eine "cup" ist, aber nicht jede "cup" ein "mug"? Irgendwie schon, denn obwohl ein Kaffeebecher normal auf etwas Zylindrisches hinweist, das größer ist als eine Tasse, werden auch hierfür beide Begriffe verwendet. Ich selber sage zum Beispiel zu allem Tasse, was einen Henkel hat und aus dem man trinkt, während ich alles ohne Henkel als Becher bezeichne.
Und natürlich gibt es auch noch andere Ausdrücke, zum Beispiel Humpen, und ganz ehrlich, manche sogenannte Kaffeebecher sind eigentlich von der Größe her schon eher Humpen. Ich habe sogar schon meinem Milchkrug getrunken, den ich gekauft habe, weil ich ihn hübsch fand, aber nicht, um damit Milch auszuschenken, außer in sehr seltenen Fällen. Und manchmal ist eine Suppentasse auch eine Kaffeetasse.
Da hilft auch die Unterscheidung nicht unbedingt weiter, daß eine Tasse normal eine Untertasse hat, ein Kaffeebecher aber nicht.

Das ist wirklich alles sehr verwirrend. Wie haltet ihr es mit den Bezeichnungen?

Mein Lieblingsgedeck aus der Kindheit "Arabella / Boston"
von Royal Sphinx Maastricht

Kaffeebecher sind außerdem definitiv weniger formell. Sie lassen sich einfacher herumtragen und abstellen, auch ohne Untertasse. Darum stehen sie wahrscheinlich auch mehr an Stellen herum, wo sie nicht hingehören, weil man sie so leicht überall hin mitnehmen kann.
Ein altmodisches Kaffeekränzchen, wie hier beschrieben, kann ich mir mit Bechern nicht vorstellen.

Warum ist es so schwierig, Kaffeebecher auszumustern, selbst wenn man sie nicht benutzt?
Vielleicht bin ich ja die einzige, die dieses Problem hat, und vielleicht ist es nicht hilfreich, daß ich zwar meinen Platz mehr oder wenig aufgebraucht habe, daß er mir aber noch nicht komplett ausgegangen ist.
Praktisch alle meine Becher haben eine Geschichte dazu, warum ich sie bekommen habe - meist als Geschenk, wie schon erwähnt - wo oder wann ich sie bekommen habe. Auf den meisten sind Katzen - aus irgendeinem Grund denken Leute, daß ich Katzen mag - aber es gibt auch ein paar andere. Ich kann keine Katzentassen rauswerfen, Bast würde mich zweifelsohne niederstrecken.
Es gibt aber welche, die ich rausgeschmissen habe, Werbetassen zum Beispiel, die ihren Weg durch den Ex hierher gefunden habe, von Firmen oder Konferenzen. Denn das ist der Witz an Kaffeebechern, nicht wahr? Sie können einfach sein, sie können bunt sein, sie können Bilder, Zitate, Namen haben, sie können Souvenirs sein, die einen an eine Reise oder eine Veranstaltung erinnern, sie können "magisch" sein und von schwarz nach weiß wechseln, um ein Bild zu enthüllen, wenn man etwas Heißes hineingießt, sie können kommerziell hergestellt sein oder aufwendig von Hand, es gibt einfach für jede Gelegenheit einen und wenn nicht, kann man sich einfach einen machen lassen.
Kein Wunder, daß sie als Geschenk so beliebt sind.

Ich zeige euch mal ein paar von meinen.
Also - HABT ihr einen Lieblingsbecher?

Einer der wenigen Becher, die ich tatsächlich
selber gekauft habe. Dieser hatte einen
Sonderpreis,  weil das Sieb fehlt.

Nicht nur die Antwort meiner Katzen, wenn ich sie bitte,
ihre Katzenklos sauberzumachen, sondern auch oft meine
Stimmung in diesen Tagen - vor allem nachdem ich
Nachrichten gesehen oder gelesen habe. Ich habe zwei
davon von einem sehr guten Freund bekommen, eine für
daheim und eine für die Arbeit, aber dann kam die
Pandemie, also sind beide hiergeblieben.

Ein Geschenk von einer Kollegin vor vielen
Jahren. Tolle Größe für einen Becher
und ich liebe den Henkel!

Ihr kennt meine Liebe für kleine Panther ❣
Ich finde es lustig, daß die Katze auf dem
Kaffeebecher in einer Tasse sitzt.
Manchmal bin ich so einfach zu amüsieren.

Das war ein Geschenk von einer anderen Kollegin.

Unfaßbar ... eine Nicht-Katzentasse,
Geschenk von einer Freundin 😉

In Terry Pratchetts "Maskerade" wird Greebo
ungefähr so beschrieben, daß er für Nanny Ogg
nur eine größere Version des kleinen pelzigen
Kätzchens ist, das er mal war. Für alle
anderen ist er eine vernarbte Kugel
einfallsreicher Bösartigkeit.

Freitag, 28. Februar 2025

Neue Vorräte kaufen, um die alten Vorräte anpacken zu können! 😉

Ich hatte gehofft, heute einen neuen Vorratsfresser posten zu können, an dem ich schon eine Weile arbeite, aber nachdem ich einen Teil fertig hatte, gab es nicht mehr genug Perlen für den zweiten Teil. Also mußte ich in den sauren Apfel beißen und eine Perlenbestellung aufgeben, was für eine Qual! 🙄
Mein Februar war definitiv nicht sparsam (ich habe jetzt erst vom "Frugal February", dem "sparsamen Februar" gehört, in dem man sein Verhältnis zum Geld bewußt überdenken und seine Ausgaben anpassen soll). Eine neue Therme, ein neuer Fernseher, nachdem mein alter kaputtgegangen war, Tierarztbesuche, ich brauchte auch noch etwas Einkaufstherapie zum Spaß.
Aber im Ernst, ich hatte seit über einem Jahr keine Perlen mehr bestellt und ein Haushaltsbuch führe ich seit Jahren und passe meine Ausgaben dementsprechend an, also fühlte ich mich deshalb nicht sehr schuldig, obwohl meine Perlenschubladen und -schachteln nicht gerade leer sind. Ist es nicht erstaunlich, wie man einen Haufen Perlen haben kann und trotzdem keine davon für ein bestimmtes Projekt geeignet ist?

Ok, ich habe mich nicht nur nicht schuldig gefühlt, ich war erfreut. Wißt ihr, jedesmal wenn ich eine Perlenbestellung mache, gönne ich mir reduzierte Überraschungsmischungen, wenn sie sie gerade haben. Ich habe sogar schon mal einen Post darüber geschrieben und darüber, wie sie mich inspirieren, herausfordern und manchmal völlig ratlos machen, weil ich nicht weiß, was ich damit anfangen soll.
Die Mischungen bestehen aus vollen Röhrchen oder Resten und sie machen mich glücklich. Ich liebe Überraschungen!

Diesmal habe ich einen Mix aus winzigen Würfelchen, einen allgemeinen Perlenmix und eine Delica-Mischung bestellt (ich mag auch die reine Rocaillemischung, aber die hatten sie diesmal nicht).





Und schon hat mein Gehirn angefangen zu ticken ... vielleicht versuche ich die blauen Würfelchen miteinander zu kombinieren und noch mit bluaen und grünen Rocailles, weil ich die Textur mag, die daraus entsteht.
Die Stäbchenperlen und großen Rocailles sind für mich am schwierigsten zu benutzen, auch die opake Rocaillesuppe, die ich tatsächlich vielleicht irgendwann auseinandersortieren werde.
Ich liebe die Vielfalt der Farben bei den Delicas und es bahnt sich eine vage Idee an.

Natürlich kann sich das alles wieder schnell ändern, aber mein WIP ist sowieso vorher dran.
Hoffentlich werde ich es euch nächsten Freitag zeigen können!

P.S. Gerade eben habe ich bemerkt, daß ich noch eine Sorte Perlen bestellen wollte, es aber vergessen habe. War ja so klar, ich vergesse immer etwas. Im Augenblick sind sie aber nicht so dringend. Vielleicht nächstes Jahr!