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Freitag, 7. Dezember 2018

Vorratsfresser-Kugeln - Das siebte Türchen


Wenige von euch werden sich noch an meine allerersten aus Draht gehäkelten Christbaumkugeln erinnern. Unzerbrechlich, ungewöhnlich, ein paar davon noch verfügbar ;-) Seither habe ich unterschiedliche Arten von Dekorationen gemacht, die meisten davon waren allerdings aus Draht gestrickt, was mir erst kürzlich nach einer Unterhaltung mit einem Kollegen klar wurde. Warum hatte ich noch nie probiert, um eine Kugel herumzuhäkeln?
Nun, das ließ sich ja leicht ändern. Ich hatte schon ein paar, in Ordnung, viele Rocailles in verschiedenen Farben auf einem Kupferdraht und dazu wählte ich schwarze Kugeln als Füllung, weil der Kontrast den Unterschied zwischen den beiden Techniken gut zeigen würde.

Nachdem ich mit der Häkelkugel angefangen hatte, wußte ich, warum ich das Drahtstricken für Ornamente bevorzuge. Um die perfekte Form für die Kugel zu erreichen, arbeitet man tatsächlich auf der Kugel, ich zumindest. Das ist viel einfacher beim Stricken, weil die Drahtstruktur nicht so dicht ist, viel mehr nachgibt, wenn man sie gegen die Kugel drückt, und einfacher zu formen ist, und ndatürlich weil die Perlen zwischen den Maschen liegen. 
Beim Drahthäkeln arbeitet man gewöhnlich von innen, wenn man kein flaches Stück hat, und die Perlen liegen dann außen, aber versucht das mal, wenn innen schon eine Kugel im Weg ist! Also drehte ich die Drahtstruktur nach ein paar Reihen um, die Rocailles sind jetzt also auf der Innenseite, aber man kann sie immer herausschauen sehen.
Der andere Nachteil ist, daß es noch länger dauert als um eine Kugel herumzustricken, aber es ergibt definitiv einen ganzen anderen Look und brachte mich auch noch auf zwei neue Ideen für später irgendwann mal.


Nun die Drahtstrickkugel. Man kann alle Rocailles gut sehen, es sieht sehr luftig aus und weniger "unordentlich", weil man nur eine Drahtschicht hat, während das Häkeln dreidimensionaler ist, da man einen extra Draht durchziehen muß, um eine Masche zu bekommen.



Hier sind sie zusammen auf einem Bild, damit ihr noch besser vergleichen könnt. Ich möchte hinzufügen, daß die Drahthäkelkugel im richtigen Licht mehr funkelt, da die Drahtschichten und die Struktur das Licht besser einfangen. Ich frage mich aber, was den Funkelkampf gewinnen würde, wenn ich nur Rocailles mit Silbereinzug oder vielleicht sogar Kristalle verwendet hätte, da die Perlen in der Drahtstrickkugel soviel besser zu sehen sind.
Ich spüre außerdem die Versuchung auszuprobieren, welche leichter kaputt geht, wenn ich sie fallen lassen, aber dafür hat die Häkelei einfach zu lang gedauert.
Am Ende, schätze ich, ist es doch nur eine Geschmacksfrage, welche einem besser gefällt (vergessen wir nicht, daß dies auch ziemlich unkoventionelle Farben für Weihnachtskugeln sind ;-))


Dieser Post paßt übrigens gut zu meinen anderen Posts über den Unterschied von Techniken wie Drahthäkeln, Drahtstricken, Netztechnik und Wikingerstricken. Ihr könnt sie hier, hier und hier finden.

Donnerstag, 29. November 2012

Draht stricken oder häkeln?

Zwei der mir liebsten Techniken, die ich für meine
Arbeit verwende, sind das Stricken und das
Häkeln mit Draht. Ich werde häufig gefragt,
warum ich zwei verschiedene Namen dafür
verwende, wenn ich doch einen Häkelhaken für
beide Techniken benutze. Hier ist ein alter Post, in
dem ich begonnen habe, den Unterschied zu
erklären, aber dann dachte ich, es wäre für euch
vielleicht interessant, wenn ich ein bißchen tiefer
grabe.

Zunächst möchte ich sagen, daß es keinen

offiziellen Begriff gibt, den jeder benutzt. Was
ich Drahtstricken nenne, wird von anderen
vielleicht Drahthäkeln genannt, oder auch
Stricken mit der unsichtbaren Strickliesel.
Ich habe ein paar Bilder von grundlegenden
Beispielen für euch gemacht, um die Verwirrung
hoffentlich etwas zu vertreiben.
Auch wenn das vielleicht schwer zu glauben
ist ... ALLE diese Beispiele wurden mit acht
Luftmaschen angefangen, und ALLE sind mit
demselben Häkelhaken, also derselben Größe,
gearbeitet worden - und denselben Fingern.
Was genau ist es also, das sie so unterschiedlich voneinander aussehen läßt?
 

Fangen wir mit dem flachen Stück an. Der
erste Unterschied, den ihr vielleicht bemerkt,
ist, was ich gerne "offene Maschen" nenne. Sie
sorgen dafür, daß ein Stück sich leichter wieder
aufziehen läßt, das kann etwas Gutes sein ...
und es kann sehr schlecht sein, falls eine Katze
versucht, mit deinem Draht abzuhauen (was
nichts ist, das ich jemals ermutige).
Wie ihr sehen könnt, hat das gestrickte
Drahtstück lauter offene Maschen, während
das gehäkelte Stück nur eine offene Masche am
Ende hat. Nochmal, offene Maschen können
geschickt sein, wenn man einen Fehler gefunden
hat, den man korrigieren will, aber weit öfter ist
es nichts, was man möchte. Das gilt für alle
Formen von Drahtstrickerei oder -häkelei, das
werdet ihr auf den nächsten Bildern sehen.
Natürlich ist das nichts, was man in einem
fertigen Stück erkennt, es ist eine interessante
Tatsache, hilft einem aber nicht dabei, eine
Technik zu identifizieren.

Was ihr noch sehen könnt ist, daß die
Drahtstrickerei eine viel offenere, luftigere
Struktur hat. Im Vergleich dazu ist das andere
Beispiel fester und auch etwas kleiner.
Warum ist das so?
Beim Drahtstricken führt man den Haken durch
eine Masche, greift damit den Draht und macht
eine neue Masche. Das ist alles. Man geht zur
nächsten Masche, greift den Draht, macht eine
neue Masche, zur nächsten und so weiter.
Beim Drahthäkeln jedoch führt man den Haken
durch die Masche, wobei die zuletzt gemachte
Masche noch auf dem Haken ist. Nun hat man
also zwei Schlaufen, und man greift den Draht
nochmal mit dem Haken und zieht ihn durch
beide hindurch.
Also ist in Häkelstücken mehr Draht, was sie
nicht ganz so flexibel und zierlich wie
Strickstücke aussehen läßt. Sie können auch
nicht so einfach wie gestrickte Stücke
auseinandergezogen werden, was erneut
sowohl ein Vor- als auch ein Nachteil sein kann. Andererseits macht es sie stabiler, und das
Maschenmuster ist vielleicht interessanter.

Als nächstes möchte ich euch zwei
Schlauchbeispiele zeigen. Drahtschläuche
bieten endlose Möglichkeiten, und ich liebe es,
mit ihnen herumzuspielen, um neue Designs
zu entwickeln.
Wieder könnt ihr sehen, wieviel offener das Drahtstrickbeispiel aussieht. Ich habe die Bilder
bewußt auf einem spiegelnden Untergrund
aufgenommen, um das noch mehr
herauszubringen. Es macht diese Technik perfekt
dafür, Perlen in einen Schlauch zu füllen. Die
Perlen sind nicht so versteckt wie in einem
Häkelschlauch, da dort mehr Draht verarbeitet
ist. Außerdem helfen die Perlen dabei, die Form
des Strickschlauchs zu erhalten, denn sie sehen
nicht nur zierlich aus, sie sind es auch. Ein
Häkelschlauch hält Druck von außen viel besser
aus. Ich würde zum Beispiel Strickschläuche
nicht in die Hände von Kindern geraten lassen,
sonst endet das leicht in einem flachgedrückten
Schlauch, der nicht leicht wieder in Form zu
bringen ist, falls es überhaupt klappt, oder man
hat auf einmal eine dünnere, aber dafür viel
längere Kette, das läßt sich nun wieder gar nicht zurückändern.

Zu guter Letzt teile ich noch die Scheibe mit euch,
die oft die Basis für Fassungen ist - für Steine,
Perlen oder Cabochons.
Da sie so flexibel ist, kann eine Drahtstrickscheibe wunderbar um einen Stein herum geformt
werden, auch einen mit freier Form. Ich habe sie
außerdem für Ringe, Ohrringe und Anhänger
benutzt, mit oder ohne Perlen.
Die Häkelscheibe ist stabiler und darum
schwieriger an unregelmäßig geformte Steine
anzupassen, läßt sich aber großartig bei runden
oder ovalen Formen verwenden. Ich habe sie
außerdem schon als Mittelstück in Ketten oder
als Ohrringe benutzt.

Natürlich weiß ich, daß ich hiermit nur die Oberfläche angekratzt habe, aber ich hoffe, daß es für den Anfang schon ein bißchen was geholfen hat.

Dienstag, 30. Oktober 2012

Größer, näher, schärfer

Es war einmal eine Lady mit einer Kompaktkamera. Obwohl die Lady diese Kompaktkamera von Herzen liebte, war sie nicht immer glücklich mit dem Makromodus. Manchmal wollte sie einfach nur noch näher herankommen, aber sie bekam nur verschwommene Bilder.

Dann stolperte die Lady über einen Herrn, David ... und David hatte eine besondere Linse ...

Ich werde gar nicht erst versuchen, euch zu erklären, wie es genau funktioniert. Was ich tun kann ist, euch zu sagen, daß die Kommunikation großartig war, der Versand schnell, und daß ich am Ende meine Little BigShot-Linse in Händen hielt.

Was ich noch tun kann ist, euch zwei schnelle Bilder zu zeigen, die ich vom selben Probestück geschossen habe, und ihr werdet den Unterschied selber sehen können.


Ist das nicht toll? Wie ihr sehen könnt, kam ich auf dem ersten Bild, dem, das ich mit der aufgesetzten Linse gemacht habe, sogar noch näher heran als beim zweiten, und es wurde trotzdem nicht verschwommen.
Ich bin nur froh, daß mir die Linse nicht zerbrochen ist, als ich sie nur Sekunden zuvor auf den Fliesenboden fallen ließ, ähem.

Ich bin nur eine zufriedene Kundin, also kann ich keine Fragen beantworten. Ich bin mit David in keiner Weise verbunden.
Falls ihr also mehr wissen wollt, schaut euch die Videos auf Davids Seite an, Little BigShot, und besucht auch seinen Foto-Hilfe-Blog, Photography Central for Online Sellers.

Donnerstag, 12. Juli 2012

Drahtstricken und Drahthäkeln

Als ich ein Bild eines aus Draht gestrickten Rings postete, fragte mich eine Onlinefreundin, ob es nicht heißen müßte "aus Draht gehäkelt", weil er mit einem Häkelhaken gemacht wurde.
Danke, Tina (Tina ist selbst eine talentierte Häklerin, schaut euch ihren Shop auf Flia Design an!), ich glaube, das ist das perfekte Thema, um mal wieder zu bloggen!

Laßt mich zunächst sagen, daß es zu diesem Thema verschiedene Auffassungen gibt. Ich kenne Leute, die es wegen des benutzten Hakens als Drahthäkeln bezeichnen, es gibt Leute, die glauben, es ist gestricklieselt ... strickgelieselt ... ähm, mit der Strickliesel gemacht, wie es auch aussieht, wenn es sich um einen Schlauch handelt, aber diese Erklärung würde für flache Stücke nicht hinhauen, und ich benutze keine Strickliesel (auch wenn ich das schon getan habe), es gibt Leute, die Stricknadeln benutzen, zum Beispiel Bethany von BooJay Knits (das habe ich für Schläuche noch nicht gesehen, weil ich mir vorstelle, daß es mit einem Nadelspiel ziemlich schwierig hinzubekommen wäre - das erinnert mich zum Beispiel an die winzigen Kleider im Film "Coraline") ... und kürzlich habe ich gelernt, daß es etwas gibt, was sich "Knooking" oder auch "Sträkeln" nennt, welches hier erklärt wird.

Für mich hat es mit der Art von Maschen zu tun, die ich mache. Ja, ich benutze einen gewöhnlichen abgeriebenen Häkelhaken und Draht, aber am Ende sieht es gestrickt aus, gerade so als ob ich Stricknadeln benutzt hätte.
Ich habe mit der Technik Anfang dieses Jahres begonnen, und sie wächst mir immer mehr ans Herz, wenn ich kleine Variationen, zum Beispiel für das Setzen von Perlen in flachen Stücken, ausprobiere, aber auch weil es für manche Cabochonformen besser geeignet ist als mein Drahthäkeln.

Ich zeige euch mal den Unterschied zwischen einem meiner Strick- und einem meiner Häkelschläuche (es ist nicht dieselbe Drahtstärke und ich habe nicht die gleiche Hakendicke benutzt, aber laßt euch das nicht drausbringen, schaut euch einfach nur die Maschen selber an). Wie ihr sehen könnt, verbraucht der Strickschlauch weniger Draht und paßt darum besser, wenn man Perlen in den Schlauch füllen will, weil man sie besser sehen kann. Der Häkelschlauch ist jedoch viel stabiler, wenn es um Druck von außen geht. Versucht mal, beide Schlauchsorten zwischen zwei Fingern zu drücken, und ihr werdet sehen, welche zuerst platt ist - hm, vielleicht probiert ihr es doch nicht, sondern glaubt mir einfach, ich weiß, wovon ich rede.
Wenn es um die Geschwindigkeit geht, würde ich mal sagen, daß ich beim Häkeln ein ganzes Stück schneller bin, dafür tut es meinen Händen mehr weh.
Wie immer haben beide Techniken ihre Vor- und Nachteile, und es ist immer eine persönliche Sache, welche man lieber mag. 
Ich wende beide unheimlich gern an, und wie so oft kombiniere ich sie auch gern.
Sie sind wie Geschwister für mich, könnte man sagen ... und sie sind beide in meinem Studio willkommen ;-)