Donnerstag, 12. Juli 2012

Drahtstricken und Drahthäkeln

Als ich ein Bild eines aus Draht gestrickten Rings postete, fragte mich eine Onlinefreundin, ob es nicht heißen müßte "aus Draht gehäkelt", weil er mit einem Häkelhaken gemacht wurde.
Danke, Tina (Tina ist selbst eine talentierte Häklerin, schaut euch ihren Shop auf Flia Design an!), ich glaube, das ist das perfekte Thema, um mal wieder zu bloggen!

Laßt mich zunächst sagen, daß es zu diesem Thema verschiedene Auffassungen gibt. Ich kenne Leute, die es wegen des benutzten Hakens als Drahthäkeln bezeichnen, es gibt Leute, die glauben, es ist gestricklieselt ... strickgelieselt ... ähm, mit der Strickliesel gemacht, wie es auch aussieht, wenn es sich um einen Schlauch handelt, aber diese Erklärung würde für flache Stücke nicht hinhauen, und ich benutze keine Strickliesel (auch wenn ich das schon getan habe), es gibt Leute, die Stricknadeln benutzen, zum Beispiel Bethany von BooJay Knits (das habe ich für Schläuche noch nicht gesehen, weil ich mir vorstelle, daß es mit einem Nadelspiel ziemlich schwierig hinzubekommen wäre - das erinnert mich zum Beispiel an die winzigen Kleider im Film "Coraline") ... und kürzlich habe ich gelernt, daß es etwas gibt, was sich "Knooking" oder auch "Sträkeln" nennt, welches hier erklärt wird.

Für mich hat es mit der Art von Maschen zu tun, die ich mache. Ja, ich benutze einen gewöhnlichen abgeriebenen Häkelhaken und Draht, aber am Ende sieht es gestrickt aus, gerade so als ob ich Stricknadeln benutzt hätte.
Ich habe mit der Technik Anfang dieses Jahres begonnen, und sie wächst mir immer mehr ans Herz, wenn ich kleine Variationen, zum Beispiel für das Setzen von Perlen in flachen Stücken, ausprobiere, aber auch weil es für manche Cabochonformen besser geeignet ist als mein Drahthäkeln.

Ich zeige euch mal den Unterschied zwischen einem meiner Strick- und einem meiner Häkelschläuche (es ist nicht dieselbe Drahtstärke und ich habe nicht die gleiche Hakendicke benutzt, aber laßt euch das nicht drausbringen, schaut euch einfach nur die Maschen selber an). Wie ihr sehen könnt, verbraucht der Strickschlauch weniger Draht und paßt darum besser, wenn man Perlen in den Schlauch füllen will, weil man sie besser sehen kann. Der Häkelschlauch ist jedoch viel stabiler, wenn es um Druck von außen geht. Versucht mal, beide Schlauchsorten zwischen zwei Fingern zu drücken, und ihr werdet sehen, welche zuerst platt ist - hm, vielleicht probiert ihr es doch nicht, sondern glaubt mir einfach, ich weiß, wovon ich rede.
Wenn es um die Geschwindigkeit geht, würde ich mal sagen, daß ich beim Häkeln ein ganzes Stück schneller bin, dafür tut es meinen Händen mehr weh.
Wie immer haben beide Techniken ihre Vor- und Nachteile, und es ist immer eine persönliche Sache, welche man lieber mag. 
Ich wende beide unheimlich gern an, und wie so oft kombiniere ich sie auch gern.
Sie sind wie Geschwister für mich, könnte man sagen ... und sie sind beide in meinem Studio willkommen ;-)


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