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Sonntag, 14. Dezember 2025

Schwibbogen - Schloß Moritzburg - Drei Haselnüsse für Aschenbrödel

Der heutige Post hat mehr als ein Thema.
Fangen wir mit dem Schwibbogen oder Lichterbogen an, über den ich schon früher geschrieben habe.
Erstmal ein bißchen Geschichte, die ich diesem alten Blogpost entnommen habe.

Johann Teller, ein Bergschmied, der Ausrüstung für Minen im Erzgebirge herstellte, machte den ersten Schwibbogen im 18. Jahrhundert (Informationen zum genauen Jahr variieren). Seine Inspiration war der Grubeneingang und er machte ihn für die "Mettenschicht", eine alte Bergmannstradition der protestantischen Region. Das war die letzte Schicht vor Weihnachten, die mit einem einfachen Mahl und einer Feier beendet wurde.
Während frühe Bögen aus Eisen gefertigt waren, wurde Holz seit Anfang des 20. Jahrhunderts immer beliebter.
Ein berühmter Entwurf, den Paula Jordan in 1937 schuf, zeigte die Hauptverdienstquellen für die Menschen im Erzgebirge und traditionelle Symbole.
Designs verändert sich im Laufe der Jahre hin zu Stadt- oder Waldszenen und man kann alle möglichen Größen finden, kleine für das Fenster, aber auch riesige, die in Städten aufgestellt werden, wie dieser hier in
 Johanngeorgenstadt.

Bild von Hejkal auf Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Als ich meinen eigenen Schwibbogen bekam, war das so eine Überraschung für mich. Meine Freundin hatte die Idee und ihr talentierter Ehemann machte ihn. Ist er nicht wunderschön und einfach perfekt für mich?


Er verschaffte mir außerdem die Gelegenheit zu einem meiner Lieblingsbilder vom Dekan, der den Bogen liebt (soll heißen, er nagt gern an den Baumspitzen, ich bin nur froh, daß sie so stabil sind).

Ich liebe dies so sehr, daß ich eine meiner Lieblings-
cartoonistinnen - Lingvistov - damit beauftragte,
eine Cartoonversion davon zu machen.

Kommen wir nun zu einer weiteren Weihnachtstradition. Der folgende Film ist hier genauso sehr ein Teil von Weihnachten wie "Der kleine Lord". Schon früh kommt eine Liste mit Ausstrahlungsdaten heraus und obwohl es Leute gibt, die finden, er ist oft genug gezeigt worden, gibt es noch mehr Leute, für die es mindestens einmal im Jahr ein Muß ist, ihn anzuschauen - und dazu gehöre ich.

Ich spreche natürlich von "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" (tschechischer Titel 
"Tři oříšky pro Popelku") von 1973.
Der Film war eine Koproduktion zwischen der Tschechoslowakei und der DDR, die zu der Zeit beide für ihre schönen Märchenproduktionen bekannt waren.
Ursprünglich sollte ein Sommerfilm sein, aber wegen Produktionsangelegenheit wurde es zu Winter geändert, und obwohl Weihnachten nicht einmal erwähnt wird, machte ihn die Tatsache, daß er um die Feiertage herum ausgestrahlt wurde, in der Tschechoslowakei (später Tschechien), Deutschland, Norwegen (das 2021 seine eigene Version davon machte), aber auch in anderen Ländern zum Weihnachtsklassiker.
Die Geschichte des Films - vom Drehbuch über die Schauspieler*innen bis hin zu Stunts, dem Set oder den Kostümen - ist übrigens genauso interessant.

Was ist nun anders an diesem Aschenbrödel? Ich greife hier mal auf einen meiner alten "Zitat der Woche"-Posts zurück.
Nun, dieses Aschenbrödel ist ein ziemlicher Wildfang. Sie liebt es, ihr Pferd Nikolaus zu reiten, wenn sie von ihrer gemeinen Stiefmutter und der Stiefschwester wegkommt, sie klettert auf Bäume, sie ist eine ausgezeichnete Bogenschützin.
Jeden Winter reisen der König, die Königin und ihr Sohn zu ihrem Schloß und legen beim Hof der Stiefmutter eine Rast ein, eine Chance, die sie wahrnimmt, um für ihre Tochter und sich eine Einladung zum Ball zu ergattern.
Der Prinz und seine Freunde tun ihr Bestes, jeglicher Verantwortung aus dem Weg zu gehen, was den König zu dem Entschluß veranlaßt, daß der Prinz sich eine Braut erwählen soll, sehr zu dessen Verdruß.
Bei ihren Fluchten in die Natur treffen die jungen Männer Aschenbrödel, einmal als das junge, mit Asche bedeckte Mädchen, einmal bei einer Jagd, die sie gewinnt, indem sie einen Zapfen von einem Baum schießt, wobei sie ein Outfit trägt, das sie in der ersten von drei Zauberhaselnüssen gefunden hat. Sie läßt sich vom Prinz nicht einschüchtern, sondern setzt sich durch, was ihn beeindruckt (er bemerkt allerdings nicht, daß es beide Male sie ist).
Von der zweiten Haselnuß bekommt sie ein schönes Kleid, in dem sie am Ball teilnimmt, hinter einem Schleier versteckt. Der Prinz ist hingerissen, aber sie will seinen Antrag nicht annehmen, bevor er ihr Rätsel gelöst hat.

"
Die Wangen sind mit Asche beschmutzt, aber der Schornsteinfeger ist es nicht. Ein Hütchen mit Federn, die Armbrust über der Schulter, aber ein Jäger ist es nicht. ... Zum dritten, ein silbergewirktes Kleid mit Schleppe zum Ball, aber eine Prinzessin ist es nicht, mein holder Herr."

Der Prinz hat keine Ahnung und Cinderella läuft davon. Sie verliert ihren Schuh auf der Treppe, nun, ich denke, ihr wißt, wie die Geschichte ausgeht.



Dieser Teil des Films wurde auf Schloß Moritzburg in Sachsen gedreht.

Nun laßt mich die Geschichten des Schwibbogen und Aschenbrödel miteinander verbinden.
Meine Freundin meinte, sie würde gern vorbeikommen, um mein Weihnachtsgeschenk früh und persönlich abzugeben, weil es zu unsicher war, es per Post zu verschicken.
Nachdem ich sichergestellt hatte, daß es sich nicht um ein Kätzchen handelte, gewährte ich großzügig den Zugang zu meiner Wohnung.
Aus der Tasche kam - Schloß Moritzburg als Schwibbogen! Er ist kleiner als mein Katzenbogen und so süß, aber das Beste daran ist natürlich, daß es nicht nur den Balkon und die Treppe hat, die Aschenbrödel hinuntergelaufen ist, sondern auch den Schuh!


Der Dekan war geschockt, als ich ihm sagte, daß
seine Füße zu groß für den Schuh sind - unverschämt! -
aber noch geschockter war er, als ich ihm
erzählte, welche Maßnahmen die Stiefschwestern im
Originalmärchen ergriffen, weil sie auf eine Hochzeit
mit dem Prinzen hofften. Die eine schnitt sich die Ferse
ab, die andere den Zeh ... nachdem er das gehört hatte,
wollte er keine Prinzessin mehr sein.

Und obwohl ich überrascht war, daß der Dekan eine seiner Regeln brach und vom Schrank herunterkam, obwohl meine Freundin keine direkte Familie ist (er ließ sich von ihr streicheln, bevor sie ihn auch nur bestechen konnte, was mich ernsthaft alles in Frage stellen läßt, was ich über ihn weiß), war ich doch nicht überrascht, daß er als der zuständige Sicherheitsbeamte eine sehr gründliche Überprüfung des Bogens durchführen mußte.

Sonntag, 23. November 2025

Midsomer, um, Göppingen Murders, Episode 1

Triggerwarnung - verstörendes Bild. Also, so irgendwie halt ... 😼

"Ich habe im Laufe der Jahre eine Menge gesehen, Inspektor, aber ein abscheuliches Verbrechen wie dieses ...". Die alte Dame mußte die Tränen zurückhalten und schnüffelte ein bißchen. "Ich hatte so etwas wie das nicht erwartet und der Schock, als ich gesehen habe ..."
"Warum nehmen Sie nicht Platz und versuchen, sich etwas zu beruhigen? Vielleicht eine Tasse Tee?"
"Das wäre nett, neben dem Kühlschrank, wo der Wasserkocher ist, steht eine Dose mit Beuteln." Immer noch zitternd setzte sich die alte Dame auf einen der Stühle, die um den Eßtisch herum standen." Der Inspektor, daran gewöhnt, alle Details zu erfassen, bemerkte die Kratzspuren darauf.
Als sich die alte Dame etwas beruhigt hatte, erzählte sie die ganze Geschichte. Nachdem sie eine Weile in der Stadt gewesen war, hatte sie ein sehr schönes Nickerchen gehabt und stand dann auf, um auf die Toilette zu gehen. Da war es, ein leuchtend orangefarbenes Paket auf dem Boden, darum herum Stücke von Plastik und orangefarbener Pappe.
"Es hatte neben der Tür auf der anderen Seite des Flurs gestanden", sagte sie. Ich war noch nicht dazu gekommen, es wegzuräumen. Ich hatte keinen solchen Angriff erwartet." Ihre Unterlippe zitterte ein wenig.
"Das war aber nicht das, was Sie so schockiert hat, nicht wahr?"
"Nein. Ich hatte es gerade zurückgestellt und das Plastik und die Pappe aufgehoben. Aber dann ... die Wasserschüssel ... in der Wasserschüssel ..." Sie fuhr sich mit der Hand an den Mund. "Ich habe es gehört und nichts getan. Ich dachte, er würde einfach nur seine Supermarktkiste herumschubsen. Er spielt gern darin. Ich hätte nicht gedacht, daß er hierzu fähig wäre." Sie zeigte in den Flur hinaus, wo die Spurensicherung am Werk war.
"So wie ich es verstehe, kannten Sie das Opfer nicht."
"Nein, er war gerade erst in der Stadt angekommen und ich hatte ihn noch nicht kennengelernt. Wie konnte er das nur tun, Inspektor, wie konnte er??
Der Inspektor wünschte, er hätte eine Antwort für sie ...


Tatsächlich ist das nicht der erste Mord hier. Wir sind fast so schlimm wie Midsomer County.
Vor über 13 Jahren hatten wir auch eine Episode von CSI: Göppingen und natürlich wird niemals jemand, der dabei war, imstande sein, das Weihnachtsmassaker von 2018 vergessen können (der "tote" Wollpapagei neben mir im Bett war ein wenig gruselig). Es gibt noch mehr, was nie dokumentiert wurde, aber dennoch unvergessen bleibt.

Aber ehrlich, ich hatte gerade ein großartiges Nickerchen mit meinem Schmusekumpel gehabt und dann das?
Es war überraschend genug zu sehen, daß er den - nicht allzu leichten, möchte ich hinzufügen - Karton mit dem Katzenfutter in die Toilette gezerrt hatte.
Und ja, ich hatte ihn gehört, aber im Flur steht die genannte Kiste, in der er wahnsinnig gern herumspringt und in die er hineinrutscht (sie ist auf einer Seite offen) oder Spielzeuge mitnimmt. Ich dachte schon, daß es diesmal etwas laut war, aber es ist der Dekan und er kann so leise wie eine Schlange oder so laut wie eine Elefantenherde sein, und man würde er meinen, daß er einen Mord ohne soviel Krach begeht.
Dann kommt er zum Bett, rollt sich zu einem Nickerchen in meinem Arm ein, Unschuld und Niedlichkeit verströmend, und läßt mich dann später über sein Opfer stolpern? Eine Schande.

Als ich das Paket sah, war ich eine Sekunde lang erstmal baff. Es ist nicht das erste Mal, daß der Dekan versucht hat, etwas durch eines der Grifflöcher herauszuholen, die diese Kartons haben. Er hat es schon mal fertiggebracht, eine Trockenfuttertüte zu erlegen (ohne allerdings an das Trockenfutter zu kommen, eine große Enttäuschung). Er ist auch ziemlich gut darin, Sachen in der Gegend herumzuhauen, sodaß sie plötzlich in anderen Zimmern auftauchen.

Er hat schwer an der Futterkiste gearbeitet, und glaubt mir, das ist solide Pappe. Die Grifflöcher waren nicht mal offen gewesen, aber offensichtlich war die kleinen Stanzlücken drumherum ausreichend gewesen, daß er vom Duft in der Kiste angezogen wurde (wahrscheinlich der der getrockneten Hirschstreifen, für die er mich freudig umbringen würde, wenn ich einen über seinen Kopf halte, schießt er hoch wie ein Hai aus dem Wasser).


Auf die Feiertag zu legt mein Katzenfutterlieferant den Paketen Spielzeuge bei. Ich wußte nicht mal, daß sie schon damit angefangen hatten, bevor meine Schwester es mir sagte.
Vielleicht war es die Enttäuschung darüber, das gute Zeug nicht aus dem Paket herauszubekommen, die den Dekan dazu veranlaßte, Mister Waschbär (?) mit den Fischlein schlafen zu schicken (als Anführer einer Fischgang ist er Experte in diesen Angelegenheiten)?

Ich bereue nichts!

Ich werde völlig ehrlich mit euch sein. Als ich an der Wasserschüssel vorbeiging, mußte ich laut lachen. Das ist so typisch Dekan.
Oh, und falls ihr euch übrigens fragt, warum Gundel diesmal nicht die Geschichte erzählt hat, sie hat das ganze auf ihrem Kissen verschlafen. Es ist sehr ermüdend, Chefin des Haushalts zu sein.
Und der Dekan, nun, das wäre ein sehr kurzer Post gewesen, denn von ihm bekam ich nur "Kein Kommentar" zu hören! 
😎


P.S. Das Paket ist jetzt hinter verschlossenen Türen. Am Tag, nachdem ich dies schreibe, werden wir es zusammen öffnen. Falls ihr nicht mehr von mir hört, hat mich das Gör niedergetrampelt, um an das gute Zeug zu kommen.

P.P.S. Er hat mich nicht zertrampelt, aber als wir das Paket geöffnet haben, habe ich entdeckt, daß er das kleine Plastikfenster in der Tüte mit den Hirschfleischscheiben für die Pudel oben geshreddert hat 😂

Dienstag, 11. November 2025

With a little help from my friend

Ich konnte dem Titel nicht widerstehen, auch wenn George Harrison den Song weder geschrieben noch gesungen hat, ja, und ein s fehlt auch, aber Gundel hielt sich nun mal komplett aus der Sache raus, während der Dekan mehr als bereit war zu helfen.

Spielen wir wieder?

Obwohl ich mehr WIP-Post von meinem Lego Art-Set geplant hatte, wurde ich schneller damit fertig als erwartet.
Sagt hallo zum farbenfrohen George Harrison!
Es ist ein cooles Stück Pixel-Art, hat aber nicht soviel Spaß gemacht wie ein reguläres Lego-Projekt. Tatsächlich hat es sich zum Ende hin mehr wie ein lästige Pflicht angefühlt, die erfüllt werden mußte, um sie von der To-Do-Liste herunterzubekommen.
Wie ich in Antworten auf Kommentare zum ursprünglichen Post erwähnt habe, könnte es Spaß machen, wenn ich versuchen würe, ein eigenes Design zu entwerfen, aber 1. habe ich keine Lust darauf, all die Studs wieder abzuknüppern, obwohl ein "brick separator" (Steinetrenner) beilag (den ich als Kind gern gehabt hätte), 2. das Entwerfen würde Spaß machen, das Bricken selber würde sich vielleicht wieder wie eine Pflicht anfühlen, 3. auf mich wartet immer noch ein Muster für ein weiteres Fanwandporträt darauf, aus Perlen gewebt zu werden, was viel mehr Spaß macht (wenn ich doch nur die Courage aufbringen könnte, endlich die Lösung mit der Muffinform auszuprobieren, ich habe das jetzt aber an den Anfang meiner List für den Weihnachtsurlaub gesetzt).
Es sind aber noch Studs übrig, also kann ich mir ja vielleicht eine Platte besorgen und darauf etwas Kleines ausprobieren.

Ich habe das Bild klein gelassen,
weil die Pixel-Art so besser herauskommt.
Für mehr Detail klickt auf das Bild.

George Harrison hat es nicht an meine Wand geschafft, es wäre seltsam, nur ihn da hängen zu haben, und außerdem möchte ich keinen Wandplatz dafür hergeben. Er ist jetzt auf einem Regal hinter meinem großen Steiff Leo und die Schachtel - echte Legosammler sollten das Ende dieses Satzes vielleicht überspringen - wird in der Papiertonne landen, nachdem der Dekan damit fertig ist.
Ich habe ihn immer dazu eingeladen, mit mir zu bricken, aber ein paar der Sessions gingen ohne ihn zu Ende. Anfangs war er ganz lieb, aber mitten in der Session verlor er jegliche Geduld mit mir, weil ich nicht schneller war und ihn nicht mit dem Inhalt der Schachtel spielen ließ.
Ein paar der Tütchen waren zum Beispiel unter einer Pappe mit Öffnung versteckt, damit man sehen konnte, daß da auch noch was drin war.
So sehr ich auch nicht wollte, daß das Gör da rankam und vielleicht mit einer offenen Plastiktüte flüchtete, konnte ich doch nicht dafür auf ihn böse sein, daß er seinem natürlichen Instinkt folgte, das "Mauseloch" zu erforschen. Mein Versuch, ihn durch Kopfknutscher abzulenken, war nur zum Teil erfolgreich, weil er anfing zu treteln, während er auf der Schachtel saß, und dann mit einem Fuß in der Öffnung landete, was ihn sofort wieder an seine Mission erinnerte.

Es gab aber auch andere Versuchungen.
Ich habe während einer unserer Bricking-Sessions Bilder gemacht und dachte, ich teile sie mit euch.
Der Dekan schnurrte übrigens die ganze Zeit über, also laßt euch nicht von seinem Blick täuschen.
Er brachte mich zum Lachen und dazu, ihm zu sagen, wie sehr ich ihn liebe, aber ich rief auch oft "stop" und "nein" und "du kleiner Teufel". Ein Video davon hätte euch zweifellos gefallen, aber dafür hätte ich eine Menge mehr Arme gebraucht!
Und falls ihr das auch noch wissen müßt, nach dem letzten Bild "flog" er tatsächlich raus, denn da ging er dann auf meinen Schreibtisch los, auf dem es leider zur Zeit ein paar instabile Stapel gibt, und natürlich sind das genau die, die der Dekan sich für seine Sperenzchen aussucht. Ich weiß, daß ich selber schuld bin, aber ich muß hinzufügen, daß er von meinem Schreibtisch besessen ist, seit er ein Kätzchen war, und schon damals immer auf Ausschau nach Dingen war, die er um- oder herunterwerfen konnte - mein Laptop eingeschlossen - obwohl dieser zu der Zeit wirklich aufgeräumt war. Seither hat er meinen Schreibtisch dazu benutzt, mich unter Druck zu setzen, um mich dazu bringen, alles zu bekommen, was er so will - Spielen, Essen, Snacks, reine Aufmerksamkeit - oder um mich wissen zu lassen, daß er mit mir beleidigt ist.


Ist dieses Ding eßbar?


Ich muß mir das genauer anschauen.

Was meinst du, ich soll die Anleitung nicht zerstören, bevor du fertig bist?
Ich bin lieb, ich bin lieb, Himmel, Mom!


Nur ein bißchen Krallenaktion vielleicht ...


Du gönnst mir überhaupt KEINEN Spaß!


Beweisstück A zeigt deutlich, daß
der Dekan nie Spaß haben darf.


Weißt du was? Wenn du so sein willst,
dann kannst du das hier allein machen, Mom.


Ich bin mit Lego in keiner Weise verbunden, außer daß ich ab und zu damit spiele.

Dienstag, 15. Juli 2025

Katzen vorlesen

Mein kleiner Bruder (jetzt nicht mehr so klein) ist fast neun Jahre jünger als ich. Nicht nur ich, auch andere aus der Familie, lasen ihm alle möglichen Bücher und Geschichten vor, als er noch klein war ... und dann ein bißchen größer ... er würde selber zugeben, daß er als Kind kein begeisterter Leser war, weil er es einfach mochte, wenn man ihm vorlas.
Und obwohl ich das damals nie zugegeben hätte, denke ich jetzt, daß ich ihm tatsächlich ganz gern vorlas, außer die paar Mal, wenn ich eigentlich andere Pläne hatte, wie zum Beispiel einen Film anzuschauen.

Habt ihr jemals einen Satz fünf Mal gelesen und immer noch nicht gewußt, was ihr gelesen habt, weil euer Gehirn auf Wanderung irgendwo anders hin zu gehen schien - was muß ich heute noch machen, was ziehe ich morgen an, warum fliegen Fliegen so chaotisch, woher kannte ich die Schauspielerin dem Film gestern or auch einfach warum sind die Leute um mich herum so laut ...
Etwas laut zu lesen kann uns mit unserer Aufmerksamkeitsspanne helfen und damit, das, was wir lesen, zu verarbeiten.
Es aktiviert unser Gehirn auf unterschiedliche Weise, was das Erfassung und Merken eines Textes unterstützen kann.

Ich habe immer wieder Selbstgespräche geführt, seit ich ein Kind war. Um den Heimweg vom Haus meiner Freundin weniger langweilig zu machen, las ich entweder während des Laufens ein Buch oder ich dachte mir kleine Geschichten aus, die ich mir selber flüsternd erzählte (ich hörte auf, wenn es jemand wagte, zu dicht bei mir zu laufen).
Es gibt Dinge daheim, die ich kommentieren muß, während ich sie tue. Manchmal lese ich eine Mail während des Entwerfens laut vor, um zu sehen, ob sie Sinn ergibt und ob ich alles abgedeckt habe.
Beim Lernen las ich etwas laut, wenn ich ein Problem damit hatte, es zu begreifen.
Irgendwann fing ich damit an, hin und wieder laut aus Büchern zu lesen, einen Abschnitt oder sogar ein Kapitel, nie aber ein ganzes Buch.
Außerdem las ich immer, wenn eines meiner Tiere krank war und ich es zum Trost im Arm hielt, etwas laut vor. Das fing mit Wurstel, meinem Kaninchen, an. Ich erinnere mich wie heute, das einzige Buch in Reichweite waren damals die Rübezahl-Geschichten.

Vor ungefähr anderthalb Jahren dann fing ich an, meinen Katzen nur so zum Spaß vorzulesen. Auch das hatte ich vorher schon manchmal gemacht, kleine Stückchen hier und da - denn ja, ich spreche mit meinen Katzen, und nein, ich habe nicht damit angefangen, seit ich allein lebe - aber jetzt tat ich es regelmäßig.
Unser erstes Buch war "At Christmas we feast : festive food through the ages" von der britischen Lebensmittelhistorikerin (keine Ahnung, ob es da ein gutes deutsches Wort gibt) Annie Gray. Zuerst war das nur so "könntest du dich jetzt bitte beruhigen, komm her, ich les dir was vor", aber mir fiel auf, daß ich es tatsächlich genoß, das zu tun, und glaubt es oder nicht, ich merkte, daß die Katzen das Zuhören genossen. Okay, natürlich schliefen sie irgendwann ein und ich las einfach weiter, bis das Kapitel fertig war, aber ja, es hatte etwas Entspannendes.

Ihr findet das lächerlich? Ein Bekannter, dem ich davon erzählt, als wir über Bücher sprachen, lachte und fragte mich, wovon ich ablesen würde, daß die Katzen es mochten.
Natürlich würde ich jetzt gern sagen, daß sie meine exquisite Literaturauswahl und meine Talente als Vorleserin lieben, aber damit würde ich mir selber wirklich schmeicheln. Unser Lesestoff kann nur als eklektisch bezeichnet werden und meine Vorlesetalente würden mich keinesfalls für Hörbücher qualifizieren.
Abhängig davon, wie mein Tag war, von der Temperatur, meinem Grad von Müdigkeit oder Rastlosigkeit und ein paar anderen Faktoren kann ich entweder eine ziemlich gute Vorleserin sein oder eine schreckliche, der sich alle paar Wörter die Zunge verdreht.

Vielleicht fragt ihr euch, warum ich nicht einfach an einem Vorleseprogramm für Kinder in der Stadtbibliothek teilnehme oder eine Gruppe für "Shared Reading" finde, wenn ich gerne vorlese.

Es gibt mehrere Gründe.
Gundel und der Dekan sind extrem verständnisvoll an meinen Zungendrehtagen. Sie beschweren sich nicht, wenn ich ein Wort auslasse, ein falsches sage oder wenn ich eine Sekunde lang mit der Aussprache kämpfe. Ihr müßt wissen, daß ich ihnen gewöhnlich englische Bücher vorlese. Aus irgendeinem Grund ist es für mich immer entspannender gewesen, laut Englisch und stumm Deutsch zu lesen, sogar bevor ich den Katzen vorlas.
Es ist wie eine Gutenacht-Geschichte, das heißt, ich mache es, bevor wir uns zur Nachtruhe begeben. Wir lesen nicht untertags. Nun ja, ich schon, aber leise. Inzwischen fühlt es sich wie eine gute Art an runterzukommen, sich zu beruhigen und manchmal sogar besser zu schlafen (bis ein Gör mich um 3 Uhr morgens für "Frühstück" weckt) oder schneller. Gewöhnlich machen wir ein Kapitel, manchmal mehr, selten weniger, aber es gibt keine Regeln. Kürzlich lag Gundel schnurrend in meinem Arm, während ich sie streichelte und vorlas. Ich glaube einfach, daß sie meine Entspannung spüren und ihnen das gefällt.

Entschuldigt die schlechten Bilder, aber es ist äußerst schwierig, eines zu machen, wenn man die Kamera über den Kopf hält und blind auf etwas zielt, das hinter einem ist.
Wenn ich auf dem Bett liege, werfe ich gern meine Haare über das Kissen zurück, um sie aus dem Weg zu haben. Gundel machte es sich für unsere Lesestunde bequem - auf meinen Haaren. Bis der Dekan beschloß, daß er diesen Platz wollte, sie jagte und es dann etwas dauerte, bevor wir mit dem Lesen weitermachen konnten.


Sie urteilen nicht über meine Literaturauswahl. Wir haben von Essensgewohnheiten während Queen Victorias Zeiten gelesen, wir haben "Die drei ???"-Bücher gelesen, wir haben Kinderbücher gelesen, Vintagekrimis, im Moment wechseln wir zwischen einem Buch über "Craft psychology" und einer Biographie über eine Krimiautorin ab, vielleicht nehmen wir noch einen Band der drei ??dazu.
Ich kann Zeit, Dauer und Buch auswählen. Sicher, es gibt nicht viel verbales Feedback oder eine Diskussion 
😋, aber das ist in Ordnung für mich. Ist es auch langsamer? Natürlich ist es das, aber wir suchen die Bücher dementsprechend aus.

Tieren vorzulesen ist übrigens nicht ungewöhnlich. Tierheime haben die Vorzüge davon entdeckt, Tieren vorzulesen, um ihnen dabei zu helfen, mit dem Streß in der Tierheimumgebung fertigzuwerden.
Es gibt eine Menge Programme für Kinder, die hauptsächlich Hunden, aber auch Katzen vorlesen. Diese Programme helfen außerdem Kindern dabei, ihre Lesefähigkeit und Konzentration zu verbessern - nochmal, Haustiere sind sehr nachsichtig, wenn es um Fehler geht.
Warum sollte das aber nur für Kinder nützlich sein? Ist es nicht eher so, daß es Erwachsenen peinlich ist, so etwas zu tun? Und sogar darüber zu sprechen?

Leute lesen sich auch gegenseitig laut vor und es ist ihnen etwas peinlich. Bei so etwas würde ich auf jeden Fall die Vorleserin sein wollen, da ich kein Fan von Hörbüchern bin und nicht weiß, ob ich es mögen werde, wenn mir jemand anders vorliest, selbst wenn ich denjenigen gut kenne.

Lest ihr lieber stumm oder auch mal laut?


Ausgewählte Quellen (englischsprachig):

1. Do Pets Like Being Read To? The Surprising Benefits of Reading to Your Furry Friends. Auf: Doggie Dude Ranch and the O'Cat Corral
2. Sarah Manavis: Read me a story: why reading out loud is a joy for adults as well as kids. In: The Guardian (archive of The Observer), 5. Mai 2024
3. Regina Mennig: Shared Reading - Literat
ure for All. Auf der Webseite der Robert-Bosch-Stiftung, Juli 2018

Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.

Freitag, 27. Juni 2025

Happy Bratcha Day - ähm, Gotcha Day!

Ich denke mal, der Titel sagt schon alles.
Es ist unglaublich, aber vor vier Jahren betrat - naja, eigentlich wurde er getragen - Gundels und meine Welt und veränderte sie für immer.
Ein winziges Kätzchen mit einem dicken Bauch, einem riesigen Ego, dem Drang nach Zerstörung, den Zähnen und Klauen eines mächtigen Raubtiers, den besten Schmusern und Plänen für die Wohnungsherrschaft (weil er nicht nach draußen durfte, um stattdessen die Welt zu übernehmen).

Ich habe seine Geschichte schon zu seinem Geburtstag im April erzählt, also werde ich jetzt einfach ein paar Bilder teilen, alt und neu in willkürlicher Reihenfolge.














Happy Gotcha Day, du großes altes geliebtes Gör! 💗

Samstag, 19. April 2025

Einfach nur so Samstag - Einfach irgendein Kätzchen

 


Was kann ich sagen? Der Dekan war von seinem ersten Tag bei uns der Inbegriff von Anmut.
Ich habe seine Geschichte hier noch nie erzählt, oder? Natürlich hat Gundel es auf Ponders Blog getan, hauptsächlich um sich Luft darüber zu machen, was ich hier angetan habe, als ich dieses kleine Monster in unser Haus gelassen habe.

Der Dekan zog hier 2021 kurz nach meinem Geburtstag ein. Der Geburtstag war allerdings dabei reiner Zufall.
Ich hatte das Gefühl gehabt, ich müsse für Gundel einen Gefährten finden, nachdem Ponder seit fast anderthalb Jahren nicht mehr da war. Also sprach ich mit Kosel, einem der Pudel von oben, und sagte ihm, er solle mir das nächste Mal, wenn er mit seinen Menschen in den Garten in einem nahegelegenen Dorf fahren würde, ein Kätzchen mitbringen. Es gab dort einen Bauernhof in der Nähe.
Nur ein paar Tage später bekam ich eine Mail mit einem Bild und der Anweisung, den Koffer in den Flur hinauszustellen. Ihr müßt daran denken, daß das immer noch Corona-Zeiten waren, was auch der Grund war, daß ich Gundel keinen älteren Gefährten aussuchte, 1. ich konnte nicht so einfach zu einem Tierheim kommen, 2. vor allem keinem, das nicht auf einen Balkon bestand (ohne Ausnahmen), 3. wie wir wissen, waren die Tierheime zu der Zeit leergefegt (ich wünschte mir, das wären sie noch immer).
4. ich nahm keine zwei Kätzchen, weil ich wollte, daß Gundel mit einbezogen würde und ich auch die ganze Zeit daheim war. Gundel erwärmte sich nicht direkt für ihn, wie manche Katzen das bei Kätzchen tun, aber sie vertragen sich wirklich gut mit ein paar kleineren Zwistigkeiten.
In der Mail stand etwas darüber, daß dieser Kerl "weg müsse", was ich seltsam fand. Kurz danach bekam ich meinen Koffer zurück, mit dem goldigsten Kätzchen gefüllt, willkürlich ausgesucht ... oder?
Möglicherweise hatte es damit zu tun, daß er einer von neun war (Leute, so süß kleine Katzen sind, bitte laßt eure Tiere kastrieren!) oder vielleicht war der Inhalt seines Kistchens auch der Grund dafür.


Ich weiß nicht, ob ihr das hier sehen könnt, aber er hatte einen kleinen Ballonbauch und es waren keine Würmer. Vielleicht hatte er schon früh damit angefangen, alles in Sichtweite zu vertilgen und hatte etwas Falsches erwischt? Auf jeden Fall begann der Meister sein Leben bei der Tierärztin, wo er Spritzen bekam und auf Diät gesetzt wurde, bis sich seine Gedärme beruhigt hatten und ich keinen Sauerstoff mehr brauchte, nachdem ich seine Kiste saubergemacht hatte.

Ich nenne ihn immer noch gern Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Mehr als 30 Jahre mit Katzen und dieser Kerl findet immer noch Wege, mich zu überraschen, auf gute Art und auf, ähm, ein wenig nervige Art.
Alles, was er tut, tut er mit 200%. Ja, wir sind beide nicht gut in Mathe.

Fragt ihr euch, warum ich euch seine Geschichte ausgerechnet heute erzähle? Nun, es ist sein Geburtstag (ja, wir haben einen zugeteilt, aber er meint, das ist in Ordnung für ihn)!
Es ist schwer zu glauben, daß er schon vier Jahre alt und trotzdem immer noch das entzückende kleine Kätzchen ist ... was denn? Ein Mädchen darf doch träumen, oder?
Er mag nicht klein sein (gebt mir einen Moment, während ich mir die Lachtränen aus den Augen wische), aber er ist immer noch entzückend. Hier ist eins meiner Lieblingsbilder von ihm, auch wenn er einfach nur auf mein Käsebrot scharf ist.


Er ist überhaupt kein Macho (schickt Hilfe, er hat mich gezwungen, das zu sagen!).


Und natürlich benimmt er sich immer wunderbar (wo bleibt die Hilfe??).


Happy Purrday, mein pelziges Baby, ich liebe dich - nicht nötig, Hilfe zu schicken, keiner hat mich dazu gezwungen, DAS zu sagen.

Sonntag, 9. Februar 2025

Muffin Boy

Als der Dekan Ende Juni 2021 hier eingezogen ist, beschloß ich, beim Perlenweben erstmal eine Pause einzulegen.
Das war sowas von ein verrücktes Kätzchen, das zu einem verrückten Kater heranwuchs. Er macht keine halben Sachen. Wenn er schläft, wird er zu einem großen schweren Sandsack, den man echt schwer bewegen kann. Manchmal ist er so im Tiefschlaf, daß ich ihn zum Beispiel sanft von meinen Beinen herunterrollen lassen kann und er erst nach der Rolle aufwacht, wenn er das Bett berührt, und ab und zu nicht mal sofort.


Wenn er das hat, was ich "seine fünf Minuten" nenne, auch wenn es viel länger dauern kann, ist er unerträglich. Er wird zornig und wirft Sachen von Regalen, dem Kleiderschrank oder er versucht, bestimmte Bilder von der Wand zu hauen. Das kann heißen, daß er Hunger hat, weil die Portion zu klein oder das Essen offensichtlich inakzeptabel war (selbst wenn es noch vor zwei Tagen das beste Essen war, das er je hatte - so sind Katzen eben).
Es kann aber auch einfach zuviel Energie sein, die Art von Energie, für die gewöhnliche Spiele nicht ausreichen.
Diese fünf Minuten können so abrupt aufhören, wie sie angefangen haben, oder sie können ewig dauern, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Das kommt nicht jeden Tag vor, wenn es aber vorkommt, kann es mit diesem kleinen Wirbelwind echt anstrengend werden, weil er genau weiß, welche Knöpfe er drücken muß! Ich bin recht einfach zu trainieren und er hat schon immer schnell gelernt, was bei mir funktioniert.
Hier sieht er harmlos genug aus, aber tatsächlich war das kurz bevor er auf den Kleiderschrank sprang, um einen meiner Steiff-Fische hinunterzuwerfen.


Was ich versuche zu erklären ist, das nicht alle Basteleien in seiner Nähe sicher sind, wenn er wach ist, und daß nicht unbedingt vorhersehbar ist, wann er überall herumspringen wird, Dinge zu stehlen versucht - er kann erstaunlich verstohlen und schnell sein - und offene Perlendosen zum Hineintreten sind auch keine so tolle Idee.
Sogar Ponder und Esme, die gern über mein Perlentablett mit den Perlendosen liefen, hatten ein oder das andere Mißgeschick, aber das waren dann normal nur ein paar Perlen. Sie sprangen beide gern herum, waren aber erstaunlich wohlerzogen, was meine Perlen betraf und ich machte mir ihretwegen nie große Sorgen. Ponders Schwäche war mein Draht, aber damit kann man viel leichter umgehen als mit winzigen fliegenden Perlen.

Seit der Dekan hier lebt und springt, habe ich gerade mal zwei Perlenwebstücke fertiggebracht und dabei arbeitete ich von winzigen Perlenstäpelchen, die ich andauernd von den Röhrchen nachfüllen mußte, was das Weben weder schneller noch viel spaßiger machte.
Kürzlich sprach ich mit einer Freundin über Perlendosen und -tabletts und sie meinte, es sei schade, daß es keine Perlentabletts mit Löchern für die Dosen gäbe.
Im Gegensatz zu anderen, die mit Perlen arbeiten, benutze ich keine Perlenmatte, was damit zu tun hat, daß ich nicht an einem Tisch arbeite.
Meine Perlendosen stehen auf der Seite und ich nehme mir die Perlen mit den Fingern und schiebe sie dann auf die Ndel. Das mag sich für andere sehr umständlich anhören, aber für mich funktioniert das perfekt und ich bin so tatsächlich schneller als mit einer Perlenmatte.

Natürlich weiß ich, daß es auch alle möglichen Arten von Perlentabletts mit Fächern gibt, aber sie sind recht flach und ich vertraue irgendkatz nicht damit. Da dachte ich dann an meine Muffinformen (ich kaufte zwei in einem Sonderverkauf im Outlet, habe aber sowieso immer nur eine benutzt).
Wie wäre es, wenn ich meine Perlen dort hineintun würde, um sie alle beieinander zu haben, anstatt einzelne Dosen zu verwenden? Und was, wenn ich eine Schachtel finden könnte, in die die Form paßt, um die Gefahr zu minimieren, daß eine nicht so kleine Katze auf eine Seite der Form tritt und sie hochfliegen läßt?

Es war praktisch ein Wunder, daß ich ein Paket hatte, das noch nicht geöffnet war, sonst hätte ich die Schachtel schon längst weggeworfen. Sie sah mir nach der perfekten Größe aus - und so war es auch.
Ich schnitt die oberen Teile ab, aber nicht komplett, damit die Ränder der Muffinform noch darauf aufliegen konnten. Es wäre nett gewesen, wenn die Form an beiden Seiten ein Loch gehabt hätte, um sie an der Schachtel zu befestigen, hat sie aber nicht, also benutzte ich doppelseitiges Klebeband.
Um die ganze Konstruktion schwerer und so stabiler zu machen, hatte ich eine Thermoskanne, die ich nicht mehr benutzte, in die Schachtel gelegt. Ich wickelte sie in Packpapier und stopfte die Seiten mit Knallfolie aus, damit sie nicht herumrollen knn.

Hier seht ihr Muffin Boy, wie er das ganze überprüft, denn nichts kann hier ohne seine Aufsicht laufen. Jetzt macht er wahrscheinlich Pläne, wie er mit dieser neuen Herausforderung umgehen wird.



Ich denke, ich kann besten Gewissens sagen, daß dies das seltsamste Stück Perlen"zubehör" ist, das ich je zusammengebastelt habe und hübsch ist es auf jeden Fall nicht. Wenn es aber funktioniert, werde ich vielleicht endliche wieder mit mehr Perlenfarben arbeiten, ohne zu sehr gestreßt zu sein, und das ist das einzige, was zählt.

Ein Deckel für die Form wäre perfekt, aber ich habe nichts Passendes gefunden und ich will nur für den Deckel keine neue Form kaufen.
Vielleicht eine andere Schachtel? Wartet mal, ich könnte ja einfach meine zweite Muffinform drauflegen
😂
Wie auch immer, ich lasse euch wissen, wie es läuft.

Samstag, 30. November 2024

Vorbereitung für Weihnachten - Teil 1

Urlaubszeit, juhuu! Ich habe eine lange Liste von Dingen, die ich tun sollte, und eine Liste von Dingen, auf die ich mich tatsächlich freue. Ich weiß schon, daß die lange Liste am Ende meines Urlaubs nicht viel kürzer sein wird, die andere, nun, wir werden es sehen.

Als erstes stand die Dekoration für Weihnachten auf der Liste. Ich bin absolut keine großartige Dekorateurin und es ist sogar noch weniger geworden, seit der Dekan eingezogen ist, weil manches in seiner Nähe einfach zu riskant ist. Zum Beispiel werde ich meine Herrnhuter Sterne nicht aufhängen, Kabel sind eine viel zu große Versuchung für ihn.

Darum tat ich mich letztes Jahr wirklich schwer damit, mich zu motivieren, und letztendlich blieb der Hausflur komplett leer, aber mein kleines Bäumchen mit seiner sparsamen Dekoration machte mich - und den Dekan - sehr glücklich.
Ich weiß nicht, ob ihr Posts aus meinem letzten Adventskalender gesehen habt, aber es war traurig, daß ich keinen der Anhänger, den ich gemacht habe, an meinen Baum hängen konnte. Es steckte einfach zuviel Zeit darin, als daß der Dekan seinen Spaß damit hätte haben können. Sie werden dieses Jahr die Chance bekommen, im Hausflur zu glänzen, ich hoffe nur, mir wird der Platz nicht ausgehen, aber ich kann ja immer noch welche der nicht handgemachten Stücke weglassen.
Eine Freundin schlug vor, eine Girlande zu machen und meine gefädelten Ornamente daran an der Decke aufzuhängen, aber für meinen Geschmack ist meine Decke zu hoch. Leitern und ich sind keine Freunde.

Heute habe ich angefangen, indem ich mein Bäumchen aufgestellt habe. Dieses Jahr habe ich eine besondere Überraschung für den Dekan besorgt, obwohl ich natürlich wußte, daß ich mich die nächsten paar Wochen sehr oft werden bücken müssen, um Anhänger aufzuheben und zurück an den Baum zu hängen.
Letztes Jahr war er absolut begeistert von dem Wichtelmädchen, also habe ich ihm dieses Jahr eine ganze Packung voll gekauft.



Natürlich ist Gundel mehr als willkommen mitzumachen, aber bis jetzt hat sie dem Baum nur einen kurzen Besuch abgestattet. Normalerweise fängt sie aber nachts an, mit Spielzeug zu spielen, also wer weiß, was noch passieren wird.

Mein Geschenk war ein voller Erfolg.
Der Dekan mußte draußen warten, während ich den Baum mit den Opfern, ähm, Wichteln, meinen Ananasscheiben und noch ein paar anderen Unzerbrechlichen schmückte. Ich wollte eine Paulchen-Panther-Szene vermeiden, in der ich auf der einen Seite Baumschmuck aufhänge, während er sie auf der anderen Seite herunterzieht, und wir uns so um den Baum herumarbeiten.
Als ich die Tür öffnete, blieb der Dekan fünf Sekunden lang ganz cool und dann legte er wie erwartet direkt los. Ungefähr fünfzehn Sekunden später fiel der erste Wichtel, Sekunden später die erste Ananasscheibe und direkt danach der zweite Wichtel. Dann warf er sich zwischen Baum und Lichtbogen und fing an, mit allen vieren loszuschieben.

Ihr dürft nicht denken, daß er andauernd im Baum steckt. Er startet einen Angriff, dreht eine Runde durch und kommt dann zurück, um in seinem Weihnachtsbett neben dem Baum oder seinem Donut hinter dem Baum zu schlafen - bis zum nächsten Angriff. Ich habe keine Ahnung, was ihn anschaltet.
Sein zweiter Angriff war schnell und effektiv - vier Ananasscheiben und vier Wichtel.
Bisher hatte ich kein Glück damit, etwas anderes außer verschwommene Bilder von ihm in Aktion zu bekommen, aber hier sind ein paar allgemeine Eindrücke.






Und hier ist eine seltene Gundel-Sichtung.
Viel Glück dabei, irgendetwas außer einem dunklen Schatten zu sehen!