Posts mit dem Label Accessoires aus Perlen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Accessoires aus Perlen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 20. August 2022

Dawn im Urlaub

Immer noch Sommer, immer noch heiß ... Dawn brauchte verzweifelt Urlaub. Anders als Jessica im letzten Jahr hat sie nicht nur einen Wochenendtrip geplant, also mußte das Packen genau durchdacht sein.


Als erstes entschloß sich Dawn zu etwas Drastischen (über das sogar ich kürzlich in einem schwachen Moment nachgedacht habe und das sagt einiges aus).
Sie brauchte einen Haarschnitt und anders als ich wollte sie nicht "soviel wie nötig, so wenig wie möglich". Einen Pixie wollte sie nicht, so mutig war sie dann doch nicht, aber es mußte schon ein gutes Stück ab. Da, ihr Kopf fühlte sich jetzt soviel leichter an und der Hut paßte auch besser!
Dawn liebt diesen Hut, weil sie ihn auf so viele Arten tragen kann. Die Krempe ist an einer Stelle hochgeklappt und verziert, die kann sie vorne tragen, wie sie es einmal in einer Hercule Poirot-Episode gesehen hat - auch wenn der dort gezeigte Sonnehut eine viel breitere Krempe gehabt hatte - nach hinten oder so, wie sie ihn letztendlich trug, an der Seite.


Bei Temperaturen, wie wir sie gerade haben, bestand Dawn auf einem Tanktop, am besten in einer frischen Farbe. Das limonengrüne wäre ja nicht grad meine persönliche Wahl gewesen, aber sie hatte recht, es paßte großartig zu den neuen schwarzen Leinenhosen und ihrem liebsten alten Ledergürtel.
Nun nur noch die weißen Turnschuhe mit den Gummisohlen und sie war bereit.
Als Schmuck wählte sie ein einfaches Armband.





Erst hatte sie ja mit leichtem Gepäck reisen wollen, nur mit einem kleinen Rucksack - ich konnte nicht anders, ich mußte darauf hinweisen, wie sehr er mich an ein grummeliges Gesicht erinnerte. Kommt schon, sagt nicht, daß ihr das nicht auch seht.


Dann aber holte sie doch noch Großvaters ramponierten alten Lederkoffer von der Bühne (für Nichtschwaben, das ist der Dachboden).
Man weiß nie, wann man Lust darauf hat, tanzen zu gehen, nicht wahr? Ihre Lieblingsminikleider wanderten in den Koffer, als ich sie aber fragte, ob sie dazu hochhackige Schuhe, Sandlen oder Ballerinas mitnehmen wollte, meinte sie, ihre Turnschuhe würden völlig ausreichen.


Ich bin sicher, sie hat alles, was sie braucht, und wenn nicht, kann sie immer noch einkaufen gehen.

Nun eine Extrainfo über Dawn, ich hoffe, sie hat nichts dagegen, daß ich euch das erzähle.
Es gibt Topperpuppen, die sichtbare Nippel und Nabel haben, zu diesen gehört auch sie. Ich habe völlig vergessen, sie zu fotografieren, bevor sie angezogen war, also werdet ihr mir das einfach glauben müssen.


So, Dawn ist auf ihre Reise gegangen, ich frage mich, ob sie mir ein Geschenk von dort mitbringt, wo auch immer sie hingefahren ist!
Immerhin hat sie mir schon diese Bilder von einer der örtlichen Skulpturen geschickt ... die mir seltsam vertraut erscheint ;-)

Für die, die sich für Perlenfädeltechniken interessieren:
- Das Tanktop und der Gürtel sind Peyote.
- Die Hosen, die Turnschuhe (außer den Sohlen) und der Rucksack sind Herringbone.  Der "Reißverschluß" läßt sich übrigens nicht öffnen, ich arbeite mit Perlen, ich bin keine Zauberin.
- Der Koffer ist Perlenstickerei auf weißem Grund und mit einem dunkelblauen Satinstoff gefüttert. Die inneren Riemen sind Wildlederimitat mit goldenen Biegeringen. Wie auch für den Rucksack habe ich zwei verschiedene Brauntöne verwendet, um den Eindruck von abgenutztem Leder zu verstärken. Die Ränder und der Mittelstreifen am Boden sind aus schmalem Metallband, daß ich etwas angefeilt habe, um ein ramponiertes Aussehen zu erreichen. Die Schnallen und Scharniere sind goldene Delicaperlen.

Dawn war ein Markenzeichen der Topper Company. Ich bin in keiner Weise mit Topper verbunden.

Samstag, 29. Mai 2021

Miss Francie Bennet - Teil 2, Die Accessoires

Willkommen zurück!
In diesem Post möchte ich über die Accessoires für Miss Francie Bennet sprechen - die 60er Jahre Puppe, die in die Regency-Zeit zurückgeschickt wurde.

Wie immer hatte ich keine klare Vorstellung, welche Accessoires ich machen würde, als ich dieses Projekt anfing.
Natürlich wußte ich, daß Francie einen Pompadour brauchen würde, fast alle meine Puppen bekommen irgendeine Handtasche oder einen Beutel, außer den ersten beiden Flappern.
Sie würde auch einen Hut brauchen, das war der Teil, vor dem ich am meisten Angst hatte, weil ich keine Ahnung hatte, wie man einen Schutenhut machte.
Und zum Ausgehen wäre eine Stola nett.
Soweit hatte ich also Pläne.

Da mein großer JaLa-Webrahmen immer noch von einem WIP besetzt ist, über das ich mir nicht mehr ganz sicher bin, beschloß ich, für die Stole einen meiner kleinen Webrahmen zu benutzen. Nach einer schnellen Messung schätzte ich, es würde gerade groß genug für die Dreiecksform sein, die ich mir vorstellte.
Es war knapp, sehr sehr knapp. Tatsächlich hätte ich das Tuch gar nicht fertigmachen können, wenn ich mich nicht für das Dreieck entschieden hätte, weil mir unten fast die Kettfäden ausgingen.
Was ich außerdem nicht bedacht hatte war, daß Glasperlen schwer und Webstücke sehr geschmeidig sind. Das Tuch rutschte bei der kleinsten Bewegung von Francies Armen, also mußte ich mit ein paar Stichen nachhelfen.


Dann hatte ich auf einmal die Idee, ihr einen Parapluie zu machen, offensichtlich weil ich an Selbstbestrafung glaube.
Mein Teststück war Perlenstickerei, aber die Form erinnerte mich an Cocktailschirmchen, also hatte ich die Idee, stattdessen Herringbone-Streifen zu fädeln, sie zusammenzunähen und, nun ja, zu improvisieren.
Der kleine Parapluie hat neun Streifen, die ich auf links zusammen-nähte und nochmal extra an den Enden, um so die Nähte zu betonen. An der Spitze blieb ein kleines Loch, das ich für die Stange nutzen wollte. Soweit so gut, aber natürlich war diese Konstruktion nicht komplett fest. Ich holte tief Luft und und schmierte Klebstoff über die ganze Innen- und Außenseite, um sie zu verstärken. Das hört sich einfacher an, als es war, natürlich war das eine kleine Schweinerei. Klebstoff und ich - die unendliche Geschichte.
Am Ende hatte ich jedoch ein schönes festes Gebilde, juhu!
Ich brachte rundherum Fransen an und schließlich noch die Stange (dafür fädelte ich Rocailles rund um einen Holzspieß wie für den Stab der Feenkönigin) mit Gold an Spitze und Griff. Voilà.
Francie kann diesen Parapluie nicht halten, weil sie nicht greifen und auch nicht ihre Arme biegen kann, der Plan ist es also, ihn einfach vor sie hinzulegen oder vielleicht eine Schlaufe anzubringen, damit er von ihrer Hand baumeln kann.


Nach diesem anstrengenden Teil des Projekts mußte ich etwas Kleines machen, Francies Pompadour.
Dazu gibt es nicht viel zu sagen, ihr habt schon früher Variationen davon gesehen.


Die größte Herausforderung hatte ich mir für den Schluß aufgehoben - den Schutenhut.
Zwei Dinge waren klar. Er mußte aus mehreren Teilen aufgebaut werden, und um ihn stabil genug zu machen, mußte es Perlenstickerei sein.
Ich schaute mir alle möglichen Regencyschuten und Erläuterungen dazu an. Die mit weicher Krone kamen natürlich nicht in Frage, es mußte die Kaminrohrform werden.

Dann versuchte ich mir, all das, was ich gesehen hatte, zu merken und schnitt und bestickte drei der Teile, nähte sie zusammen und klebte anschließend das Ultrasuede auf. Das ist eine sehr kurze Beschreibung dessen, wofür ich ein paar Tage brauchte, wobei Nähen und Kleben am schwierigsten waren.
An der Krempe brachte ich außerdem einen Draht an, der beim Formen hilft, gut unter dem Ultrasuede versteckt.

Das vierte Teilstück gestaltete sich sogar als noch schwieriger, weil ich es erst besticken und dann an das "Kaminrohr" kleben mußte, es wäre unmöglich gewesen, das von innen hinzubekommen. Es gab keine Möglichkeit, die geklebten Ränder zusammenzuhalten, Tonnen von Nadeln wären nötig gewesen, um die Form zu erhalten. Also mußte ich mit den Fingern ran und endlich klebte es so, wie es sollte. Nachdem es getrocknet war, nähte ich hinten etwas rosa Spitze auf, die außerdem dazu diente, die geklebten Ränder zusammenzuhalten.

Als letztes mußten zwei Reihen Spitzen rund um die Krempe aufgenäht werden, ein Band um das Kaminrohr herum - auch hier wieder als Verzierung und um die geklebten Ränder zu sichern - und die Bänder, die man unter dem Kinn bindet, falls gewünscht.
Jetzt muß ich vielleicht noch eine kleine Hutnadel machen, um sicherzustellen, daß die Schute auch wirklich immer gut sitzt.

Alles in allem dauerte es etwa drei Tage, um den Schutenhut zu machen, und ich sehe mich nicht so bald noch einen machen! ;-)


Und hier ist Francie nun in ihrer gesamten Perlenpracht.
Es war ein Projekt, das Spaß gemacht hat, manchmal frustrierend war, Geduld und Phantasie brauchte und, ich bin ehrlich, auch ein paar Flüche.
Es gab Augenblicke, in denen ich dachte, ich würde das nicht fertigbekommen, aber nun bin ich sehr glücklich, daß ich es durchgezogen habe!



Francie ist ein eingetragenes Warenzeichen von Mattel, Inc. Ich bin in keiner Weise mit Mattel verbunden.

Samstag, 24. April 2021

Sind es die 80er? Teil 2

Willkommen zurück bei Barbies Modeschau!
Gestern habe ich euch ein wenig über sie und ihre Kleider erzählt, heute geht es allein um ihre Accessoires.

Wie üblich habe ich zuerst mit den Schuhen angefangen. Ich wußte nicht, was da auf mich zukommt ...
Funtime Barbie hat ziemlich lange, aber sehr schmale Füße. Lange Füße kann ich nachvollziehen, meine sind es auch, aber ich wurde beinahe eifersüchtig, weil sie so schmal sind. Das hielt nicht sehr lang an. Es scheint, daß sie genauso viele Probleme wie ich hat, Schuhe zu finden, die ihr passen.

Ihr könnt das hier nicht so gut sehen, aber Barbie war für spaßige Zeiten auf sehr hohen Stöckelschuhen gemacht, scheint es. Ich hätte wahrscheinlich ein Vergleichsbild mit einer der anderen machen sollen, vielleicht mache ich das irgendwann noch. Bis jetzt hatte ich nur mit einem Paar "Hochhacken-Füße" gearbeitet, das erste Mals, als ich ein Puppenoutfit für meine Flapper Barbie aus Perlen gefädelt habe, und für die bekam ich ein Paar Mattel-Schuhe von meiner Schwester, die gut dazupaßten. Erst danach fing ich damit an, auch die Schuhe aus Perlen zu machen, einfach weil ich für meine Supersize Flapper Christie keine finden konnte, nun ja, tatsächlich waren die aus Draht mit Perlen gestrickt und gehäkelt, und sie hat im Vergleich zu Funtime Barbie recht flache Füße.
Ich probierte ein Paar mit Stöckeln, aber mein Plan haute um ein paar Millimeter nicht hin - ich werde euch wissen lassen, falls es jemals klappt - und mir gefiel die Vorstellung von Slippern oder Turnschuhen ohnehin besser.
Kein Witz, es brauchte sechs Versuche. Ich war kurz davor, es mit Grimms Aschenputtel zu halten und ihre Zehen abzuschneiden  (Rucke di guck, Blut ist im Schuck ... wißt ihr, was ich meine? Übrigens, in meinem Märchenbuch heißt das schon Rucke di guh, Blut ist im Schuh - wieder was dazugelernt)!
Schließlich aber schaffte ich es. Ich lasse mich doch nicht von einem Paar winziger Schuhe schlagen. Ha! Ihr fragt euch vielleicht, wo das Problem lag, weil sie an die erinnern, die Francie Dietrich trägt, sie waren aber viiiel einfacher an Francies flache Füße anzupassen.
Wäre ich nicht so kaputt gewesen, hätte ich wahrscheinlich versucht, Schnürsenkel für die Schuhe zu machen, aber ich hatte Angst, daß ich alles wieder verderben würde, nachdem ich den Feind doch nun endlich geschlagen hatte!
Oh, und ein P.S., ignoriert die "Pin Pricks", vintage Barbie haben die gern mal in ihren Beinen.




Nun zu Barbies Haaren.
Ich habe euch erzählt, daß Funtime Barbie ursprünglich Rattenschwänze hatte. Sie hatte an manchen Stellen eine Menge Haar, und ich glaube, ich wusch, kämmte und schnitt ihr Haar einen ganzen Tag lang,  außerdem zog ich ein paar ganz aus, um die Haare dazu zu kriegen, daß sie anlagen. Sagen wir es mal so, am Ende sah ihr Haar nett aus und nicht einmal schief, aber flach lag es nicht. Das Problem war nicht neu, tatsächlich hatte ich Draht benutzt, um ihr einen Pferdeschwanz zu machen, als sie noch das Drahtkleid trug.
Wie wäre es also mit einem Hut? In meinem Überraschungsperlenmix war dieses schöne dunkle Rot gewesen, das gut zu Rosa passen würde.
Ich hatte in den 80ern zwei Hüte mit Kräuselkrempe. Sie kosteten 2 DM das Stück und ich liebte sie. Dann beschloß ein Freund, daß er einen davon haben mußte, er sah so witzig damit aus, daß ich nicht nein sagen konnte, und ich hatte ja sowieso nur einen Kopf ;-)
Der Unterschied zwischen meinem Hut - aus Hanf gemacht, glaube ich - und Barbies war, daß meiner kein Hutband und außerdem eine gerundete Krone statt einer flachen hatte, außerdem war er aus einem helleren Rot.
Übrigens, das Haar sieht hinten nur deshalb schief aus, weil eine Strähne in einer der gekräuselten Stellen steckt.


Wenn ihr mich schon eine Weile kennt, wißt ihr, daß ich eigentlich nicht angebe, aber ich bin wirklich, wirklich stolz auf Barbies Sonnenbrille. Sie ist nicht perfekt, aber ich bin froh, daß ich die Idee hatte und es hinbekommen habe. Ganz allein hätte ich es nicht geschafft, als ich nach einer Idee dafür, was ich für die Gläser benutzen konnte, suchte, hatte meine Schwester sofort die richtige - Filmnegative!
Ich suchte mir eines vom Ende des Films aus, auf dem fast nichts war, schnitt zwei Stücke aus, klebte sie auf das Drahtgestell - dessen Bügel übrigens wirklich um die Ohren liegen, um die Brille an Ort und Stelle zu halten - und schnitt alles außenherum ab.
Das ist definitiv etwas, mit dem ich noch weiter herumexperimen-tieren muß!

Barbie könnte ihre Brille auch absetzen und in ihre Tasche stecken. Ich bin mir fast sicher, daß die Tasche "gewoben" ist, auch wenn ich es nicht ganz festnageln kann, warum sie so für mich aussieht, wahrscheinlich ist es eine Erinnerung irgendwo hinten in meinem Gehirn.
Schaut, sie hat sogar ihre Lieblingsanhänger drangemacht.


Ihr wißt, daß meine Puppen nicht ohne wenigstens ein kleines Schmuckstück können, oft ein Armband, einen Choker oder eine Halskette. Eine Halskette hätte in diesem Fall wegen der Träger nicht gut ausgesehen, also trägt Barbie nur ein süßes kleines Armband. Alles andere wäre zuviel gewesen.


Mir ist gerade aufgefallen, daß ich gar nichts über die Perlentechnik gesagt habe, die ich benutzt habe. Diesmal sind nur die Schuhe eine Mischung aus Herringbone und Peyote, alles andere ist in Peyote gearbeitet.

Nun, wir kommen zum Ende.
Danke, wenn ihr durchgehalten habt, ich hoffe, euch hat gefallen, was ihr gesehen habt, und daß ihr auf das nächste Puppenprojekt freut. Ich schon!


Barbie ist ein eingetragenes Warenzeichen von Mattel, Inc. Ich bin in keiner Weise mit Mattel verbunden.