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Dienstag, 27. Januar 2026

Manchmal muß man einfach schneiden

Die Labradoritsteine, die ich hatte oder habe, sind normalerweise blau, grau und grün, aber Labradorit kann soviel mehr Farben haben, wobei Lila die seltenste ist.
Vor Monaten ging ich meine Cabochonlade durch und bemerkte, daß einer meiner geschnitzten Cabochons, der grau und grün aussah, tatsächlich in einem bestimmten Lichtwinkel einen wunderschönen rosa Schimmer hatte. Den ich in meinen Bildern (noch?) nicht so recht eingefangen habe, aber er ist da, wirklich.
Und ich wußte genau, welche Perlen dazu passen würden.

Für die Fassung wählte ich meine geliebten "Zauberapfel"-Rocailles. Es wird ein sehr trauriger Tag sein, wenn sie aufgebraucht sind, ich schaue sie mir sogar einfach nur gern in der Tube an. Als Verbindung zu dem rosa Schimmer wählte ich ein transparentes Dunkelrot - noch so ein Favorit - und ein paar dunkelrosafarbene 15er Perlen.


Die Fassung ist der einfach Teil. Es ist nicht so einfach zu entscheiden, was als nächstes kommen sollte, und diesmal traf ich auch eine Fehlentscheidung.
Ich freute mich darauf, wieder mal einen Freiformanhänger zu machen. Ich liebe Freiform (und frage mich manchmal, wieviel Schuld daran Gary Larsons Amöben tragen - googlet sie, falls ihr sie nicht kennt, denn ich muß immer an sie denken, wenn ich etwas in der Art mache). Ich wollte eine Mischung aus Rot- und Rosatönen in verschiedenen Perlengrößen verwenden, vielleicht mit etwas Gold hier und da.
Wenn ich in Freiform arbeite, schneide ich gern zuerst den Filz um den Cabochon in Form und folge dieser dann mit den Perlen. Gewöhnlich bin ich damit recht glücklich, obwohl ich mal hier und da die Ränder etwas beschneiden muß. In diesem Fall aber ... ohje, ich haßte es schon nach den ersten drei Reihen, glaube ich, machte aber trotzdem weiter.
Es ist schwierig, meine Gefühle zu erläutern, wenn ich an so etwas weiterarbeite. Es ist wie ein Tropfen Hoffnung, der in einer See von Zweifel schwimmt, - es besteht noch eine winzige Chance, daß ich es dank eines kreativen Wunders schaffe - oder auch öfter ein Molekül von Hoffnung in einer See von Ärger (über mich selber), Motivationsverlust und der Stimme meiner Muse, die mich anschreit, daß ich endlich aufgeben soll.

Das ist der schwierige Teil. Manchmal muß man sich vorwärtskämpfen, manchmal muß man, wenn möglich, kleinere oder größere Änderungen vornehmen - und manchmal muß man einfach nur schneiden.
So wie ich den Filz vorgeschnitten hatte, konnte ich ihn nicht mehr für ein regelmäßiges Design verwenden, aber ich mochte die Fassung und wollte sie nicht nochmal machen. Warum sollte ich das aber? Ich schnitt einfach entlang der Fassung und klebte dann das ganze auf ein zweites Stück Filz. Duh. Nicht so schwer, oder? Dann saß der Cabochon eben höher als gewöhnlich, weil ich gern dickeren Filz benutze, aber das war okay für mich.

Um den Extrarand zu verstecken, benutzte ich wunderschöne große dunkelrot-lila Perlen, dann eine Reihe Gold als Kontrast, und zwei Reihen für den Rand in himbeere und Zauberapfel.


Danach steckte ich erstmal fest. Ich hatte dieses Problem schon immer mit der Tropfenform, vom allerersten Labradorittropfen an, den ich je benutzte (erinnert euch, daß ich euch kürzlich nach eurer Meinung gefragt habe - nun, keine Antwort, also mußte ich selber damit fertigwerden).
Will ich die Spitze oben haben oder folge ich meiner Muse, die die Spitze immer unten sehen will? Wie ihr sehen könnt, hat Mabel gewonnen.
Ich ergänzte ein großes Peyote-Perlen"röhrchen" auf der Rückseite für den gedrehten Herringbone-Schlauch, den ich in Zauberapfel und dunkelrot-lila gefädelt hatte. Dadurch liegt der Anhänger nicht flach auf, sondern im Winkel.

Und als ob das nicht schon ausreichte, gab ich noch meiner asymmetrischen Seite nach. Es hatte so lang gedauert, sie zu entwickeln, aber nun geht sie nicht mehr fort.
Mein erster Plan waren kleine braune Glasblumen, die ich schon früher benutzt habe und sehr liebe, aber leider konnte ich sie auf die Schnelle nicht finden.


Was ich aber fand, waren diese übriggebliebenen Perlen, und mir gefiel der Kontrast, den sie zum Anhänger beisteuerten. Auffallend vielleicht, aber ich fand die Kette konnte etwas Oomph gebrauchen, um sie weniger klassisch (und langweilig) zu machen.

Ich habe übrigens etwas geschummelt. Im Moment, da ich das hier schreibe, hat die Kette noch keinen Verschluß. Ich habe keinen goldenen Karabinerhaken, der groß genug ist, wollte aber nicht mit dem Fotografieren warten, weil ich so glücklich darüber bin, daß dieses WIP, das jetzt schon ein paar Monate in der Arbeitsbox sitzt und wartet, endlich fast fertig ist!

Dienstag, 21. Oktober 2025

Katzen, Katzen, Katzen und noch mehr Katzen - Teil 3

Dachtet ihr, wir wären mit den willkürlich ausgewählten Katzen in meinem Haus schon fertig? Tja, das sind wir nicht.
Wenn ihr Interesse habt, könnt ihr Teil 1 und 2 hier und hier finden. Darin schrieb ich "
Ich habe so einige hier bei mir, manche, weil ich mich selber in sie verliebt habe, andere, weil Leute aus irgendeinem sonderbaren Grund denken, daß ich Katzen mag und mir im Laufe der Jahre eine Menge Stücke geschenkt haben. Echt seltsam, ich weiß. Warum sollten sie so etwas nur denken? 😂"
 
Falls ihr welche der Posts über die Puppenoutfits aus Perlen gesehen habt, sind euch vielleicht auch die Holzkatzen im Hintergrund aufgefallen
Es gab eine Zeit, in der diese Katzen echt beliebt waren, sie waren einfach überall, vor allem die kleinen. Die meisten von meinen (es gibt noch mehr, darunter einen Türstopper) waren Geschenke, die größte habe ich aber selber gekauft. Ich mußte mich von dem Laden, der "Katze und Kunst" hieß, abholen lassen, weil sie so schwer ist, daß ich sie unmöglich im Zug mitnehmen konnte.
Es machte Spaß, in dem Laden zu stöbern, sie hatten Katzen als Figuren, auf Bildern, Karten und in Büchern, aber auch Kratzbäume und Katzenfutter. Leider gibt es ihn nicht mehr.
Falls ihr denkt, daß sie auf der Treppe im Weg sind, das sind sie tatsächlich nicht, weil dies die "Treppe ins Nirgendwo" ist, noch so eine meiner seltsamen Ideen, aber das ist eine längere Geschichte. Die großen waren außerdem sehr hilfreich dabei, den Weihnachtsbaum zu bewachen, als ich ihn noch an der Stelle aufstellt. Die großen sind so schwer, daß sie ihn perfekt stützten, wenn Ponder in die "Höhle" unterm Baum kroch. Sie reichten sogar für das erste Weihnachten des Dekans aus.



Habt ihr euch schon immer gefragt, wie der Dekan hierher kam? Er ist ein wahrhaftiger Pinocchio, der sich von einer Katze aus Holz in eine echte verwandelt hat!
Ja gut, nicht wirklich, aber ich finde dieses Bild trotzdem immer noch witzig (normalerweise kann man die Katze unter dem vintage Hut sehen).



Kommen wir von Holzfiguren zu Stein.
Vor langer Zeit hatte der Ex für mich eine kleine Malachit-Bastetkatze besorgt. Als unsere Personalsachbearbeiterin in Rente ging, fragte ich ihn, ob es in Ordnung wäre, wenn ich sie an sie weiterverschenkte. Ich war bei ihr in der Ausbildung, als sie noch eins der Erwerbungsteams leitete, und ich mochte sie wirklich gern und wußte auch, wie sehr sie Katzen liebte.
Der Ex schenkte mir dann diese als Ersatz, viel größer und auf keinen Fall Naturstein, aber trotzdem hübsch. Sie hat ihren perfekten Platz im Katzenbuchschrank zwischen zwei Büchern gefunden.
Tatsächlich stehen die meisten der Figürchen, die ich im Laufe der Jahre bekommen habe, dort drin.



Bei Bastet mußte ich an diesen Perlenwebanhänger denken, den ich entworfen habe. Ich habe einen für meine Schwester und einen, der ein bißchen anders aussieht, für mich selber gemacht.
Der Körper war von einer typischen Bastetsilhouette inspiriert und ich fügte dann noch das goldene Halsband mit dem Juwel und den goldenen Ohrring hinzu, nachdem ich etwas Ähnliches an einer antiken ägyptischen Statue gesehen hatte. Da Lapislazuli im alten Ägypten ein so beliebter Stein war, wählte ich zwei Perlen daraus für die Kettenenden.


Die Katzenmatte war ein Weihnachtsgeschenk von meiner Freundin.


Ponder brauchte nicht lang, um sie in Beschlag zu nehmen.
Auf Gundel oder den Dekan hat sie aber nie denselben Zauber ausgeübt.


Ruscha war eine im Jahr 1905 gegründete Keramikfabrik. 1996 wurde sie von der Firma Scheurich übernommen, die den Namen Ruscha noch bis 2006 verwendete.
Neben Vasen, Blumentöpfen und so weiter war Ruscha für seine dekorativen Wandteller bekannt, vor allem in den 50ern, die in vielen verschiedenen Designs hergestellt wurden, manchmal waren sie in den Ton gekratzt, manchmal teilweise glasiert. Viele davon zeigten Tiere, darunter Katzen.
Katzen waren zum Beispiel Teil des Designs "Paris", das nie genau gleich aussah, auch weil die Teller Handarbeit waren. Oft stand eine junge Dame an der Laterne, manchmal mit einem jungen Mann, der ein Barett trug, um die Ecke war ein Mülleimer oder Häuser im Hintergrund.
Mein Tellerchen war mit seinen gerade mal 10 Zentimetern wohl zu klein für mehr als die Katze.


Ich weiß nicht mehr, wer mir diese Buchstützen geschenkt hat, aber sie erledigen ihren Job gut - für Katzenbücher, was sonst?
Bonuskatzen auf dem Bild sind eine Ringhalterkatze aus Holz (mit langem Schwanz) und eine kleine Bernsteinkatze.


Vor ein paar Monaten schrieb ich in diesem Post "
Ich war eins von "diesen" Kindern ... die Kinder, die ihren Namen nie auf einer Tasse, einem Schlüsselanhänger oder einem Aufkleber fanden." Also mußten es immer Einzelanfertigungen sein, wie dieses Frühstücksbrettchen. Das hier war ein Geschenk.


Das war's für heute.
Wir sehen uns nächstes Mal - ja, ich glaube, es wird noch mehr kommen ...

Freitag, 9. Mai 2025

Tränendes Herz, die Fortsetzung

Ich habe mir das Bild des rosa Tränenden Herzens in meinem Frühlingspost nochmal angeschaut und da sprang es mich an - das Weiß, das unter dem Rosa herauslugt.

Warum hatte ich da nicht gleich dran gedacht? Ich hatte ein paar weiße Perlen und also kleine Mengen von klaren Perlen mit rose und lila Farbeinzug, vielleicht wäre das ja genug für einen Prototyp eines großen Herzens?
Überraschung!


Zum Schluß war noch eine lila Perle übrig!
Ich bin mit diesem größeren Versuch recht zufrieden, weil ich ein paar Dinge daraus gelernt habe.
Wenn ich die großen Perlen benutze, kann ich die Blütenblätter nicht so gut biegen wie im kleinen Herz und ich würde versuchen, das Herz unten etwas zu verlängern - bei den großen Perlen bekommt man keine so schöne Spitze - und den Tropfen etwas kleiner machen. Im Herz sollte außerdem weniger Weiß sein, das mußte ich aber so machen, weil ich so wenig rosa und lila hatte.

Hier ist ein Vergleich zwischen dem großen und dem kleinen Herzen.
Das kleine gefällt mir zunehmend besser und schließlich gibt es an einer Pflanze ja auch verschiedene Größen.


Und so ist dann klar, daß die Reise weitergeht ...

Freitag, 2. Mai 2025

Pack die Vorräte an - Herzen, Herzen, Herzen

Es gibt etwas, das ich nie absichtlich gekauft habe, Rocailles größer als Größe 11. Gewöhnlich finde ich es in meiner Perlenstickerei unnötig, größere Rocailles zu benutzen, eine Cellini-Spirale habe ich nie versucht, und ich fädle auch keine Rocailles als Ketten für Anhänger auf
Als also die ersten Rocailles in Größe 6 und 8 in einer meiner Überraschungsmischungen auftauchten, hatte ich erstmal nicht die geringste Idee, was ich damit anfangen konnte.
Schließlich benutzte ich doch ein paar in Perlenstickereien, hatte aber trotzdem noch eine Menge übrig.




Als ich anfing, an einem Design für Tränende Herzen herumzupusseln, dachte ich mir, daß das mit Größe 8 wahrscheinlich besser funktionieren würde als mit den 11ern. Ich werde dafür aber trotzdem noch unterschiedliche Perlengrößen in passenden Farben brauchen, die ich (noch) nicht habe.
Als ich aber sah, wieviele ich von den großen Rocailles hatte, beschloß ich, erstmal eine Pause vom Pusseln zu machen, stattdessen mit ein paar Herzen herumzuspielen und dabei vielleicht die ein oder andere Farbe aufzubrauchen.

Picasso-Finishes erinnern mich oft an natürliche Steine.
Bei diesen Herzen mußte ich deshalb an den Ausdruck "Blut aus einem Stein pressen" denken, also hängte ich einen kleinen "Bluts"tropfen an.


Ihr erinnert euch vielleicht, daß in den Überraschungsmischungen auch Reste enthalten sein können, also hatte ich nicht immer genug von einer Farbe, um ein Paar Ohrringe oder auch nur einen Anhänger zu machen.
Multicolor-Herzen waren die Lösung, so wie diese Ombré-Herzen, für die ich statt "Blut" einen kleinen Tropfen "Wasser" verwendete.



Dieses Metallic-Minz ist eine witzige Farbe, davon hatte ich aber nur genug Perlen für einen Anhänger.
Welche Farbe gefällt euch am besten?




Verlinkt bei Creativsalat.

Sonntag, 13. April 2025

Ombréblume

Dieser Anhänger fing "rückwärts herum" an, weil ich vergessen hatte, in meinem letzten Stickprojekt eines der Blätter für Nadines Palme anzunähen.
Dann fiel mir auf, daß ich von den grünen Perlen gerade so genug für ein weiteres Blatt hatte, also fädelte ich das, und erst danach fing ich an, über ein Design nachzudenken, das zu diesen Blättern passen würde.
Ich hatte eine kleine Blume im Sinn, aber wie ihr sehen könnte, waren sich mein Sinn und Mabel (meine imaginäre Muse) wieder mal nicht einig und wie gewöhnlich gewann Mabel.

Ich holte mir drei Farben für ein Ombrédesign aus meiner Schublade. Das Rot kaufe ich mir regelmäßig auf Vorrat, weil ich die Farbe liebe, die anderen beiden gehörten zu einer meiner Überraschungsbestellungen.
Manchmal sind die Perlenröhrchen in diesen Bestellungen voll, manchmal sind es Reste, also hatte ich nicht so viel von der Lachsfarbe und wußte daher nicht, für wieviele Blütenblätter sie reichen würde. Ich dachte ehrlich nicht, daß es genug für ein fünftes wäre und hatte schon Pläne geschmiedet, wie ich damit dann umgehen würde. Am Ende war es ganz schön knapp, ich hatte noch ungeführ zehn Perlen übrig, als ich fertig war!

Nachdem die Blütenblätter aneinander befestigt waren, kam das Loch in der Mitte dran.
Als ich das letzte Mal eine Blume mit Blütenblättern im Ziegelsteinstich machte, hatte ich die Mitte mit Reihen von Perlen gefüllt, dieses Mal entschied ich mich stattdessen für Staubblätter in gelb und gold auf einer Stickunterlage.
Dann nähte ich die Blätter an, fädelte eine goldene Öse und voilà!
Vor einer Weile bestellte ich mir ein paar schwarze Satinschlauchketten und fügte spontan einige in rosa hinzu, obwohl ich nicht wußte, ob ich sie wohl je benutzen würde, aber ist es nicht einfach perfekt für meine Blume?





Montag, 3. Februar 2025

Januar - eine Challenge

Ich habe schon eine ganze Weile nichts mehr angefaßt, das mit Schmuck zu tun hatte. Ich mußte nachschauen, mein letztes Schmuckstück war das Paar Fransenohrringe vor mehr als zwei Monaten!

Was mit mir los ist, möchtet ihr wissen? Ich wünschte, ich wüßte es. Ich habe eine ganze Ideenliste, bin aber immer noch mitten in einem Stickprojekt, und während ich normal immer mehrere Projekte am Start hatte, scheine ich das zur Zeit nicht hinzubekommen.

Am einfachsten wäre es natürlich, es wieder auf mein Daumengelenk zu schieben, aber obwohl das ein Teil davon ist, ist es, naja, genau das, ein Teil davon, aber eben nicht alles.
Manches ist wahrscheinlich meine allgemeine Stimmung, was mit den Nachrichten zu tun hat, die mich manchmal zu lähmen scheinebn. Manches hat mit dem Gefühl zu tun, als würde ich schon ewig meinem richtigen Publikum hinterherjagen und das Jahr auf Jahr zu tun wird immer mal wieder psychisch anstrengend. Damit bin ich keineswegs allein, ich habe es bei anderen Schmuckfreundinnen gesehen, aber natürlich auch bei anderen Kreativen, egal was ihr Medium ist. Ein Teil ist vielleicht auch noch Winterschlaf.

Gewöhnlich dauert es ein bißchen, bis ich da wieder herauskomme, und dann bin ich zurück, experimentiere und spiele herum, aber diesmal scheint es schwieriger für mich zu sein, mir einfach etwas zu greifen und damit anzufangen, obwohl das für mich normalerweise immer ganz gut funktioniert hat. Einfach einen Cabochon auf eine Unterlage pappen und anfangen zu sticheln. Einfach einen Draht und meinen Häkelhaken hernehmen und loslegen.
Seltsam ist, daß mein Gehirn theoretisch tatsächlich kreativ ist und darauf wartet, daß meine Finger nachziehen.

Also dachte ich mir, ein Angriff auf meine Vorräte wäre perfekt, das bedeutet, ich schaue mir an, was ich so habe, auch an älteren Komponenten, und was ich damit anfangen kann.
Nichts super Experimentelles, nur etwas, um mich selber wieder zu starten.
Ich nahm mir einen meiner Labradoritcabochons, klebte ihn auf, suchte mir ein paar Farben für die Fassung aus und fing mit dem Fädeln an. Es ist erstaunlich, wie gut sich allein das schon anfühlte, obwohl es nicht sehr kreativ war.
Als die Fassung fertig war, suchte ich nach Perlen, die dazupaßten, und da der Labradorit noch ein bißchen trüb aussah, entschied ich mich für ein funkelndes Blau, durch winzige Hämatitperlen getrennt, die zu offenen Stellen zwischen den Kristallen führten, die ich dann mit Buttonperlen auffüllen könnte und wie wäre es noch mit ein paar winzigen silbernen Perlen auf der anderen Seite ... ja, es schien so, als hätte dieser Start funktioniert!

Da fiel es mir dann auf - die Januar/Februar Challenge der Jewelry Artisans Community.
Was hatte unsere Challengemeisterin geschrieben?
Symbole: Schneeflocken, Eiszapfen, immergrüne Bäume
Farbe: Weiß, silber, blau, dunkelgrün
Kräuter und Blumen: Salbei, Kiefer, Wacholder, Schneeglöckchen
Kristalle: Granat, klarer Quarz, Hämatit
Themen: Rückschau, Selbstreflektion, Reinigung, Neuanfänge

Ich hatte "Eis" von den Buttonperlen, ich hatte silberne und blaue Perlen, der Labradorit schimmert in blau und grün, ich hatte Hämatit und dies war mein Neuanfang für Schmuck in diesem Jahr - und nichts davon war geplant.
Es war einfach nur perfekt ... bis ich den Rand schnitt. Fragt mich nicht, wie es passiert ist, aber schnipp schnipp, da war nicht nur ein Faden durch, sondern zwei wichtige Fäden. Ernsthaft, bin ich irgendwie verhext? Schiele ich so, daß ich keinen Faden mehr sehen kann? Ich wußte nicht, ob ich heulen oder wie eine Wahnsinnige lachen sollte. Heulen hätte aber nicht viel gebracht, also rettete ich, was ging, das hieß, ich schnitt das ganze bis auf die Fassung zurück, klebte und nähte ein neues Stück Stickunterlage auf und fing mit Hoffnung auf das Beste nochmal ganz neu an.
Am Ende wurde es ein kleines bißchen anders, weil ich mich nicht mehr genau daran erinnern konnte, wie ich beim ersten Mal die winzigen silbernen Rocailles und Hämatitperlen verteilt hatte, also ist dann doch noch ein wenig Experiment dabei.
Es glänzt und funkelt so sehr, das können die Bilder kaum vermitteln, vor allem, weil ich sie gemacht habe, als es schon dunkel war. Ich konnte einfach nicht damit warten zu zeigen, daß ich zurück bin!
Das hoffe ich wenigstens.




Donnerstag, 21. November 2024

Hab' noch einen gefunden!

Ich werde echt gut in der Kryptidenjagd!
Könnt ihr fassen, daß ich einfach nur einen kleinen Waldspaziergang gemacht habe, und da war er? Ich wußte nicht mal, daß es Bigfoots in deutschen Wäldern gibt!
Leider hatte ich meine Kamera nicht dabei, also mußte ich ganz schnell heimrennen und den Moment sticken, in dem er von mir wegging, solang das Bild mir noch klar im Kopf war.
Okay, ihr habt mich erwischt. Die Vorstellung, wie ich renne, ist mehr als lächerlich, und tatsächlich habe ich auch noch nie von einem Bigfoot in Deutschlang gehört.

Der letzte Teil stimmt aber, ich habe den Moment gestickt, in dem er, sagen wir mal, von mir weggegangen sein könnte, zwischen den Bäumen des Oberholzes, unseres örtlichen Waldes, verschwindend.


Habt ihr das Gefühl, daß ich zuviel Spaß mit meiner Stickerei habe? Nicht ernsthaft genug?
Wartet erstmal mein nächstes Projekt ab, das ich für meinen Urlaub geplant habe. Obwohl ich mir ganz und gar nicht sicher bin, daß es so funktionieren wird, wie ich mir das jetzt vorstelle, freue ich mich echt drauf, es zu versuchen.
Natürlich gibt es auch noch dieser äußerst ernsthafte Weißstickerei-Kurs, den ich mir für den Urlaub aufgehoben habe.

Dann ist da noch das hier - könnte das die Pfote einer Kryptidenkatze sein? ;-)
Oh ja, es gibt auch Kryptiden der Katzenfamilie ... hmm ... wo ist meine Ideenliste ...

Freitag, 15. November 2024

Vögelchen

Ich bin zur Zeit gestreßt und unruhig. Ich bin in beidem Profi, aber das ist kein Wettbewerb und selbst wenn es das wäre, wäre es eine ziemlich zweifelhafte Ehre, die Gewinnerin zu sein.
Im Moment bin ich einfach nur glücklich, daß meine Therme nicht ausgegangen ist, seit Herr Heizung gestern da war, für eine schlürfige Katze auf einer Seite - Gundel ist superlaut beim Putzen - und einen Kater auf meinen Füßen, der sich anfühlt wie das Gewicht eines durchschnittlichen Sandsacks, was eine Gewichtsdecke und eine Wärmflasche um Längen schlägt (nein, er ist nicht wirklich so schwer wie ein Sandsack, aber Katzen können die Schwerkraft beeinflussen, da bin ich mir sicher, wenn ich mich daran erinnere, wie unglaublich schwer Ponders Kopf auf meinem Handgelenk immer war).

Ich habe zwei persönliche Lösungen für Streß.
Schlafen, um die Welt auszuschließen. Schlecht, wenn sie sich in meine Träume schleicht, aber normal sind die einfach nur sehr seltsam und keine Alpträume ... gerade fallen mir Stückchen aus dem von heute morgen ein, seit wann habe ich denn einen Hund? Katzen, meine eigenen bis hin zu riesigen Löwen und natürlich schwarzen Panthern gibt es in meinen Träumen, auch andere Tiere wie Wölfe, aber noch nie ein Hund. Interessant.
Die andere ist die Hoffnung, daß sich meine Muse aufrafft und mir nicht nur eine Idee gibt - davon habe ich genug - sondern auch die Energie, an etwas zu arbeiten.
Falls ihr euch wundert, ich kenne Menschen, die gegen Streß ankämpfen, indem sie ihr ganzes Haus putzen, aber ich kann mit Sicherheit sagen, daß mich kein Streß oder keine Sorge, egal wie groß, je dazu gebracht hat, obwohl ich halbe Schwäbin bin.

Da es in meinem Blog überwiegend um Kreatives geht, werde ich nicht im Detail über meine Träume sprechen, da habt ihr Glück gehabt, sondern über mein neuestes Stück.
Dies ist das zweite Perlenstickstück, das ich auf meinem Stickrahmen angefangen habe. Es hat mich außerdem dazu inspiriert, noch einen Nostalgie-Post zu schreiben, aber da warte ich noch auf etwas, um ihn fertigstellen zu können, nur soviel, es geht um Formen, wie bei meinem Anhänger auch.

Gebt mir einen Tropfen und ich sehe einen Vogelkörper darin.
Das ist schon vorher passiert, zum Beispiel beim meiner Vogelbrosche mit Farbcabochon und Cantera-Opal.



Und diesmal ist es mir mit einem Labradorittropfen so gegangen. Diesmal wollte ich allerdings etwas weniger neutral mit Farben umgehen. Also wählte ich einen hellen Amethyst für den Kopf, Goldakzente und ein leuchtendes Lila als Kontrast zum Körper.
Naja, und dann steckte ich fest, weil ich den Kopf anders aufgesetzt hatte als bei der Anstecknadel und mich nicht entscheiden konnte, ob ich Beine wollte oder nicht. Stattdessen machte ich etwas Handstickerei, kam aber immer wieder zu meinem Vögelchen zurück, um mich zu entschuldigen, daß es so lange auf dem Stickrahmen warten mußte. Dann arbeitete ich am Funkelherz und entschuldigte mich bei meinem Vögelchen, daß es so lange in einer Schublade lag. Ich bin seltsam, ich spreche tatsächlich mit meinen WIPs, und ich führe oft Selbstgespräche, wenn ich an etwas arbeitet, weil es mir beim Denken hilft.

Als ich den Vogel endlich aus der Schublade holte, setzten wir uns zu einem ernsten Gespräch hin ;-)
Um eine Entscheidung wegen der Beine treffen zu können, mußte ich erstmal über den Schwanz nachdenken. Wollte ich ihn kurz oder lang haben? Warum mußte ich überhaupt darüber nachdenken, jeder weiß, daß ich Fransen nicht widerstehen kann! Wenn ich aber Fransen als Schwanz hatte, bedeutete das, daß baumelnde Beine nicht in Frage kamen und Birdie dementsprechend etwas brauchte, um darauf zu sitzen.

Ich fädelte einen Zweig und verzierte ihn mit Blüten.
Da der Plan war, daß der Schwanz mit goldenen Rocailles und matten Amethystperlen die Farben des Kopfs aufgreifen sollte, wollte ich den Zweig zurückhaltender haben und benutzte bronzefarbene Blümchenperlen mit winzigen Amethysten darauf. Vögel haben so viele verschiedene Farben und manchmal haben sie nur zum Teil Stellen in leuchtenden Farben, um Aufmerksamkeit zu erregen, und ich wollte, daß er die Aufmerksamkeit hatte, nicht der Zweig.
Meine erste Idee für den Zweig waren außerdem Beeren, aber ich wollte auch nicht, daß deren Farbe mit denen des Schwanzes konkurrierten.

Ich denke mal, Birdie ist bereit loszufliegen!


Mittwoch, 6. November 2024

Funkelherz

Vor ein paar Wochen habe ich erklärt, warum mein Blog auf einmal aus lauter Handstickerei zu bestehen scheint (mein arthritisches Daumengelenk), aber auch davon gesprochen, daß ich einen Plan für Perlenstickerei hatte.
Nun bin ich mit dem ersten Stück, das aus diesem Plan hervorging, zurück, aber das würdet ihr nicht mal bemerken, wenn ich nichts gesagt hätte, weil es nur ein klein wenig anders als meine vorherigen Stücke ist.

In dem Blogpost darüber, wie mein Daumen meine Arbeit zur Zeit beeinflußt, habe ich auch erwähnt, daß ich mir ein Stickset mit einem zweiten Ständer und austauschbaren Rahmen in unterschiedlichen Größen besorgt habe. Das brachte mich auf die Frage, warum ich meine Perlenstickereien nicht einfach auch so machte?
Ich klebte meine Cabochons auf wie immer, dann spannte ich einen dünneren Stoff in den Rahmen und nähte durch ihn und meine Stickunterlage hindurch, als ich die Fassung für die Cabochons machte.
Ich habe immer am liebsten Anhänger gemacht und der kleinste Rahmen, den ich mit dem Ständer benutzen kann, ist nicht so klein, also war es mein Plan, an zwei Anhängern zu arbeiten und sie zusammen herunterzuschneiden, um sie fertigzumachen.
Wißt ihr was? Das hat tatsächlich ganz gut funktioniert und auch wenn es nicht hieß, daß sich mein Daumengelenk komplett ausruhen konnte, so vermied ich doch wenigstens ein paar der Bewegungen, die es haßt. Nun mußte ich nur noch schauen, ob der Stoff dünn genug war, um nicht aufzutragen und damit meinem Rand in die Quere zu kommen.
Spoileralarm - er war es.
Ich bin mir sicher, daß die Idee nicht neu ist, ich habe das nicht nachgeschaut, sondern einfach drauflos probiert, aber es zählt nur, daß es funktioniert.

Hier ist der erste Anhänger, der jetzt fertig ist, über den anderen grübelt meine Muse noch nach.
Ich habe hierfür keinen Cabochon verwendet, sondern ein Marmorherz. Es ist wirklich glatt, aber glänzt nicht, und es hat noch diesen irgendwie rohen, unpolierten Look, den ich mit einem glatten Look für die Fassung und mit einem dunklen Funkeln für den Rand als Gegensatz zum subtilen hellen Funkeln des Marmors (der auf Bildern nicht so gut herauskommt, schade) ausbalancieren wollte.
Für die Fassung wählte ich graue Rocailles mit einem leichten Goldschimmer, blaugraue Delicas als Kontrast und eine Reihe winziger silberner Rocailles, die Umrandung ist aus schwarzen Kristallen, ebenfalls mit einem Schimmer von Gold, kombiniert mit Perlen aus echtem Hämatit und passenden Rocailles.



Dieser Anhänger ist daneben. Wenn ihr nur flüchtig hinschaut, merkt ihr es vielleicht gar nicht sofort, bei einem genaueren Blick aber schon.
Der Stein ist asymmetrisch und ich habe nicht versucht, das zu verstecken. Also ist die Fassung auch asymmetrisch und ebenso der Kristallrand. Die Öse mußte ich so plazieren, daß der Anhänger trotzdem noch richtig hängt, und die beiden Perlen oben - eine Buttonperle und ein facettierter Mondstein - sitzen nur so etwa in der Mitte.
Die Rückseite ist eine echte Überraschung mit ihrer leuchtenden Beerenfarbe. So herumgedreht sieht man auch die Asymmetrie ganz deutlich.



Nun, sind wir nicht alle ein bißchen "daneben"? Ein Auge größer als das andere, ein Ohr ein wenig höher, ein Fuß länger oder was sonst noch so vorkommt, und manchmal ist auf der Rückseite eine Überraschung ;-)
Ich hatte es übrigens nicht von Anfang geplant, es passierte einfach dadurch, daß ich dem Stein mit den Perlen folgte, aber je länger ich daran arbeitete, um so mehr dachte ich, daß ich mich anscheinend endlich auf die Asymmetrie einließ, etwas, womit ich immer sehr gekämpft, es aber nie aufgegeben hatte. Ich finde, es ist einfacher, komplett über Bord zu gehen, mit Freiform.
Macht es mich immer noch etwas nervös? Auf jeden Fall, aber mir gefällt der Gedanke, wie sich jemand fragt, was bei diesem Stück denn anders ist, es Schritt für Schritt herausfindet und sich vielleicht ebenfalls darauf einläßt.

Nun muß ich den nächsten Schritt für das andere "Rahmen"stück finden, damit ich es fertigmachen kann.
Ich werde das Gefühl nicht los, daß ich mich damit selbst in ein Eck gedrängt habe, aber Wunder geschehen, also werde ich die Hoffnung mal noch nicht aufgeben.

Mittwoch, 30. Oktober 2024

Nessie-Sichtung!

Als mein Bruder noch klein war, hatte er drei Bücher, die er absolut liebte. Ich kann nicht mal sagen, wie oft wir sie uns anschauen mußten. Sie handelten von UFOs, Geistern und Ungeheuern - und das letzte war bei weitem sein Favorit.
Für mich war das in Ordnung, da ich selber seit meiner Kindheit genauso fasziniert bin.

Mein Lieblingskryptid ist Nessie. Ich liebe den Gedanken daran, wie sie in diesem wunderschönen Loch schwimmt und sich versteckt und ich wollte Loch Ness schon so lange unbedingt sehen.
2009 bekam ich endlich die Chance. Der Ex und ich besuchten Edinburgh und es war klar, daß ein Tag für einen Tagesausflug zum Loch Ness reserviert sein würde. Es war fantastisch und ich muß immer noch lächeln, wenn ich an diesen Tag zurückdenke, aber auch ein klein wenig traurig, weil ich ziemlich sicher bin, daß ich nicht wieder dahin zurückkommen werde. Falls ihr ein bißchen über diesen Tag lesen und Bilder sehen möchtet, könnt ihr euch "Edinburgh Day 2" anschauen, nur auf Englisch allerdings, denn damals hatte ich den deutschen Blog noch nicht.



Ich bin mir sicher, daß wir Nessie an diesem Tag gesehen hätten, wenn da nicht so viele Menschen gewesen wären! ;-)

Nun, wenn Nessie schon damals nicht zu mir kommen wollte, dann mußte ich einfach dafür sorgen, daß sie jetzt zu mir kam. Sticken war die Rettung! :-D
Seht ihr, sie existiert doch!


P.S. Man sollte allerdings nie sticken, wenn man verärgert ist,  denn wenn man einen dicken Hals kriegt, überträgt sich das womöglich ein ganz klein wenig auf Nessie ;-)

Donnerstag, 17. Oktober 2024

Ein Schnabel leuchtet hell

Es scheint, daß der unsichtbare Schnabel des letzten traumatisch für mich war und ich einfach nicht drüber hinwegkam ... ich mußte noch ein Huhn machen, aber diesmal als Anhänger.
Ich unterschätze immer noch jedes Mal, wie lange ich für ein solches Stück brauchen werde, vor allem da ich nur ein oder zwei Fäden des Stickgarns nehme und ziemlich kleine Stiche mache. Das ist vielleicht etwas, an dem ich noch irgendwann werde arbeiten müssen.

Warum diese gefiederte Dame ein Nest mitten auf einer Wieso haben wollen würde, wollt ihr wissen? Ich habe keine Ahnung.
Zuerst kam die Henne, die im Gras saß, und dann fühlte es sich irgendwie richtig an, ihr ein Nest zu geben. Vielleicht wollte mein Unterbewußtsein es vermeiden, Beine sticken zu müssen?
Oder vielleicht ist diese kleine Szene ein Flashback zu Kindheitserinnerungen? Es gibt eine bestimmte wilde Wiese, die mir immer einfällt, wenn ich so etwas sehe oder mache.

Die Bienen haben es offensichtlich auf die Blumen abgesehen. Sie waren erst Fliegen, aber das sah dann etwas nervig für mich aus, also gab ich ihnen Streifen.
Diese Blumen müssen köstlich sein oder es wären nicht so viele!

Und natürlich hat die Dame einen Schnabel, der so hell wie die Sonne leuchtet. Ganz und gar nicht unsichtbar! ;-)

Donnerstag, 19. September 2024

Der Daumen und ich

Noch mehr Stickerei?
Ihr fragt euch vielleicht, ob das der Wahnsinn des neuen Hobbys ist. Es wäre nicht ungewöhnlich, sich mit einer neuen Technik, die man gerade für sich entdeckt hat, auszutoben. Ich bin da keine Ausnahme, obwohl ich trotzdem immer eine gute Mischung versucht habe, aber es ist schwer, nicht der Aufregung und dem Abenteuer neuer Experimente zu unterliegen ;-)

Es gibt jedoch noch einen weiteren Grund für diese Stickereiflut.
Ich habe Rhizarthrose in beiden Daumengelenken, rechts noch nicht so schlimm, aber links macht es mir doch jetzt schon eine Weile ganz schön zu schaffen. Ich bin Rechtshänderin, aber meine linke Hand muß größtenteils greifen, festhalten und die Spannung halten, was anscheinend der schwierigere Part ist.
Das bedeutete mehr Pausen, viel kürzere Arbeitssitzungen, Tage ganz ohne etwas zu machen, und manches kommt zur Zeit gar nicht in Frage, zum Beispiel Draht, und sogar beim Arbeiten mit Perlen bewegt sich der Daumen falsch. Es ist frustrierend und meine Freundin haben inzwischen wahrscheinlich genug von meiner Jammerei.
Ich habe noch nicht ausprobiert, wie gut das Perlenweben für mich gerade funktionieren würde, aber ich habe einen Plan für Perlenstickerei - nun, und dann gibt es da noch das Handsticken.

Ich habe schnell herausgefunden, daß es eine schlechte Idee ist, meinen Stickrahmen in der Hand zu halten, tatsächlich war das der Anstoß dafür, daß mein Daumen sauer auf mich wurde. Ich weiß, ich hätte schon lange mehr Pausen machen sollen, aber es ist für mich echt schwierig aufzuhören, wenn ich mal dabei bin.
Als ich aber meinen Kurs für die Silk-Shading-Blume gekauft habe, hieß es, daß ich einen Ständer brauchte, um beide Hände für das Arbeiten frei zu haben, und das hat einen großen Unterschied gemacht.

Das heißt nicht, daß ich so lange Sitzungen wie früher haben kann, es heißt auch nicht, daß es völlig schmerzfrei ist, aber es besteht kein Zweifel, Handsticken ist für mich im Moment die einfachste Technik.
Also besorgte ich mir einen zweiten Ständer mit austauschbaren Rahmen in unterschiedlichen Größen und benutzte den kleinsten davon, um mehrere Anhänger zu machen, die nicht unterschiedlicher voneinander sein könnten.

1. In meinem Schmuckforum, der Jewelry Artisans Community, haben wir gerade eine Challenge mit dem Thema "Musik" laufen und ich habe einen fröhlichen kleinen Musikanhänger dafür gemacht. Versucht gar nicht erst, die Melodie zu singen ;-)


2. Das war ein Experiment, aus einer anderen Idee entstanden, die noch in meinem Kopf herumspukt.
Ich empfange abstrakte 60er Jahre Vibes davon, was durch die Form unterstützt wird, und ich muß sagen, es hat echt Spaß gemacht, weil ich einfach loslassen konnte.


3. Ja, keine große Überraschung hier. Wir wußten alle, daß während meiner Stickreise ziemlich schnell mindestens eine Katze auftauchen würde, ich wußte nur nicht, daß es eine Art Karikatur werden würde, bis ich nicht widerstehen konnte, echt große Augen zu machen.


4. Der letzte Anhänger hat eine Hintergrundgeschichte.
Ich habe schon früher erwähnt, daß ich in Göppingen lebe, welches am Fuß des Hohenstaufen liegt, einem der Drei Kaiserberge, zusammen mit Rechberg und Stuifen.
Sie haben ihren Namen von der Dynastie der Staufer - von denen Friedrich I. Barbarossa wahrscheinlich der berühmteste ist. Sie hatten eine Burg auf dem Hohenstaufen, aber es sind nur noch wenige der Grundmauern übrig (man sagt, das Stadtschloß von Göppingen sei teilweise aus Steinen der Burgruine erbaut worden).
Dies ist meine Homage an unsere Berge und ihre lange Geschichte.
Natürlich liegen sie in Wirklichkeit nicht so dicht beieinander (siehe das Bild unter dem Link oben) wie in unserem Stadtlogo ...


... oder in meinem Anhänger.


Also ja, ich schätze, ihr werdet in der näheren Zukunft wohl noch mehr Stickerei hinnehmen müssen.
Ich werde den Draht und die Perlen deshalb aber nicht fallenlassen, und hoffe, Eispacks, Schienen und mehr Ruhe werden mir dabei helfen können!

Sonntag, 15. September 2024

Der geheimnisvolle Dekorateur

Ich frage mich, wer diesen Baum im Winterwald dekoriert hat? Vielleicht könnten wir es herausfinden, wenn wir den Fußabdrücken im Schnee folgen würden, aber manchmal ist ein Geheimnis ganz nett, oder?

Ja, ich weiß, daß es früh ist, aber ich habe meine Metallfäden bekommen und mußte sie einfach an etwas ausprobieren!

Freitag, 30. August 2024

Lavendel

Natürlich stand Schmuck auf meiner Liste, seit ich mich das erste Mal im Handsticken versucht habe. Mir war klar, daß es anders sein würde, als an einem großen Projekt zu arbeiten, weil der Platz wirklich beschränkt ist, aber als ich meine ersten Fassungen bekam, stellte ich fest, daß es sogar noch schwieriger für mich war, mir ein eigenes Design auszudenken, das auf diesem Raum Platz hat.

Ich begann mit einer kleinen Silk Shading-Blume, aber zu viele Blüttenblätter bedeuteten zuviel Breite.
Als nächstes fing ich mit einem kleinen Farn an, aber darüber bin ich mir noch nicht ganz im Klaren, er ist ein wenig langweilig und ich werde nicht viel mehr mit draufpacken können, also steht noch in den Sternen, ob er fertig wird.

Dann kam mir ein Bild von Lavendel unter. Lange Stengel mit vielen kleinen Blüten hörte sich perfekt an, außerdem waren in meinem Fadenvorrat (den ich erst heute aufgeräumt habe, ich frage mich, warum ich wohl meinte, ich müsse dieses Fadenset kaufen, aber auf jeden Fall habe ich jetzt echt viel Grün - Farn für alle! ;-)) drei Lilatöne.

Ich hatte echt Spaß und machte wie wild französische Knoten (die ich jetzt schon liebe) und Bullion-Knoten (die ich noch nicht so sehr liebe, aber ich denke, das ist eine Frage der Übung), fügte hier und da ein paar braune Fleckchen hinzu, und dann brauchte es nur noch einen kleinen Farbakzent  auf diesem neutralen Hintergrund - eine Biene, was sonst?

Ich finde, es ist hübsch für ein erstes kleines eigenes Design, und ich freue mich schon darauf, noch mehr herumzuspielen.

Donnerstag, 8. August 2024

Labradorit and Amethyst

Vor ungefähr zwei Monaten habe ich über meinen "Schmuckburnout" gebloggt und darüber, was ich stattdessen gemacht habe. Bis jetzt haben sich die Dinge nicht großartig verändert. Ich kämpfe mich durch mein zweites Stick-Kit, habe Perlen aber nur einmal im letzten Monat angefaßt, für eine Auftragsarbeit, ein Perlenwebarmband.

Gibt es Geräusche, die ihr besonders gern mögt, wenn ihr etwas macht? Ich liebe das kleine Pop beim Perlenweben, wenn ich die Perlen in die Zwischenräume zwischen den Kettfäden drücke (nicht nur das Geräusch, sondern auch wie es sich anfühlt) und ich liebe das Geräusch von Nadel und Faden, die durch eine Perlenstickunterlage gezogen werden - so sehr, daß sie anfingen, mir mehr zu fehlen als tatsächlich Schmuck zu machen. Sie sind zutiefst befriedigend für mich.
Ich weiß, echt seltsam, nicht wahr?
Dennoch war es das, was dann funktioniert hat und dazu führte, daß ich mir einen Labradoritecabochon aus meinem Vorrat griff, ganz ohne Plan. Allein nur den Cabochon auf die Unterlage aufzukleben fühlte sich wie ein guter Anfang an, auch wenn der Dekan mal wieder versuchte, die Kappe der Klebstofftube zu stehlen.

Ich suchte ein paar Perlenfarben für die Fassung aus, von denen ich dachte, daß sie gut zu den Farben des Labradorits passen würden, ein irgendwie gold schimmerndes Grau, Metallicsilber und - vielleicht etwas überraschend - eine Art grüngoldmetallic.
Nachdem ich die Fassung gemacht hatte, was der einfache Teil war, war ich völlig verloren.
Ich hätte gern etwas Ungewöhnliches und Verspieltes gemacht, aber mir fiel nur etwas recht Klassisches und für mich nicht sehr Einfallsreiches und ein wenig Langweiliges ein.
Am Ende erlag ich einfach der Vorstellung eines klassischen Perlenstickanhängers. Ich habe seit Jahren gefrostete Amethystperlen in meinem Vorrat, was in der Farbe tatsächlich ebenfalls gut zu dem Stein paßte, aber diese Umrandung schien mir etwas fade, also fügte ich eine weitere Schicht hinzu, aus winzigen silbernen "Strahlen".



Dieser Anhänger entwickelte sich über einige Tage, was für mich recht langsam ist, aber die Hitze und ein schmerzendes Daumengelenk waren nicht hilfreich und es gab ziemlich viele Pausen.
Ich bin mir also immer noch nicht sicher, ob das ausgereicht hat, um mir einen guten Tritt in den Hintern zu geben, damit ich endlich wieder meine Ideenliste in Angriff nehmen (ohne meine Stickerei zu vergessen, die dank Hitze und eines Fehlers, der bedeutet, daß ich etwas auftrennen muß, gerade ruht, argh). Wir werden es sehen, schätze ich ;-)


Freitag, 5. Juli 2024

Ich habe einen Oktopus gemacht!

Vielleicht möchtet ihr jetzt sagen, daß ihr schon wißt, daß ich einen Oktopus gemacht habe ... oder zwei oder fünf oder zehn ... schließlich hatte ich 2019 in diesem langen Post eine Collage davon gezeigt. Natürlich habe danach nicht aufgehört, welche zu machen, aber der Draht ist jetzt schon eine Weile auf dem Abstellgleis, weil neue Techniken erforscht werden wollten, die außerdem auch noch besser für meine Hände waren, als das der Draht die meiste Zeit war.

Das bedeutet aber nicht, daß der Draht mich nicht mehr ruft, als man mich also darum bat, einen Oktopusanhänger als Auftrag zu machen, konnte ich nicht nein sagen.
Ich liebe es, daß keiner davon gleich wird. Tentakel mit einem oder zwei Drähten, mit oder ohne Perlen, der Kopf mit Cabochon oder ohne, und am allerbesten ist, daß ich selber nie weiß, wie sie am Ende aussehen werden. Am meisten Spaß macht es, wenn die Tentakel außer Kontrolle zu geraten scheinen. Es mag so aussehen, als wäre das willkürlich, aber das ist gar nicht so. Beim ersten schon noch, aber die nächsten basieren dann darauf, und oft gehe ich nochmal zum ersten zurück, um daran herumzupusseln.
Ich stelle mir gern vor, daß der Oktopuskopf mir sagt, was ich tun soll ;-)

Für diesen hier war ein Cabochon gewünscht und die Wahl war ein hübscher Moosachat.
Ich habe Moosachat schon mal für eine Auftragsarbeit benutzt, nur war der Stein in diesem Fall sehr groß und dunkelgrün und nicht nur waren die Größenvorgabe sehr spezifisch, ich mußte außerdem genau 23 Moosachatperlen in den zweidrahtigen Tentakeln verwenden, die nicht auseinandergehen sollten, das alles machte daraus eine ziemliche Fummelei.


Diesmal durfte ich mich ausleben, solang ich nur genügend Moosachatperlen über die Tentakel verteilte und eine bestimmte Länge erreichte, und das machte mir einen Riesenspaß.
Das ist also die neueste Ergänzung zu meiner kleinen Oktopusfamilie (und ich brüte auch schon mehr neue Ideen in meinem Kopf aus ;-)).

Dienstag, 9. April 2024

Charade - eine kleine Hommage

Es ist wirklich unglaublich, daß ich nie ein Zitat aus diesem Film benutzt habe, als ich noch das Zitat der Woche gemacht habe, weil er einer meiner absoluten Lieblinge ist.
Cary Grant? Audrey Hepburn? Spannung, Geheimnis, Liebe und Witz? Ich bin dabei, vielen Dank.
Ich spreche natürlich von Charade von 1963, und wenn ihr den Film nie gesehen habt, das aber noch möchtet, solltet ihr jetzt aufhören zu lesen oder zu schauen. Spoileralarm!

Kurz gesagt, Audrey Hepburn - Reggie - findet heraus, daß ihr Ehemann, von dem sie sich scheiden lassen will, weil es bei ihm immer nur Geheimnistuerei und Lügen gibt, nicht nur tot ist, sondern daß er ihr außer einer leeren Wohnung und ein paar Sachen in einer kleinen Tasche nichts hinterlassen hat.
Außerdem ist er auch noch ein Dieb gewesen, der von seinen Komplizen gestohlen hat, und die sind nun hinter ihr her, weil sie überzeugt sind, daß sie das gestohlene Geld hat oder zumindest weiß, wo es ist. Schmeißen wir noch einen falschen Agenten dazu, Cary Grant als den verdächtigen Helfer, dessen sie sich nie sicher sein kann, obwohl sie sich in ihn verliebt hat, packen wir sie alle in das Paris der 60er, und ihr könnt euch auf eine wilde Fahrt gefaßt machen - "den besten Hitchcock-Film, den Hitchcock nie gemacht hat".

Für einen "Film-Showcase" in einer meiner Facebook-Verkaufsgruppen sollten wir Stücke designen, die von Filmen inspiriert wurden, und Charade war der zweite, der mir einfiel (der erste war Der Weiße Hai und vielleicht mache ich noch einen Post darüber, was ich darauf basierend gemacht habe).

Ich konnte nur "Briefmarken" und "Eiffelturm" denken, und ohne genau zu planen, wie ich diese zwei Dinge unter einen Hut bringenn wollte, besorgte ich mir ein par Eiffelturm-Charms und holte die alte Briefmarkensammlung der Familie aus der Schublade.
Wißt ihr, Reggies Mann hat von dem Geld nämlich drei sehr seltene und wertvolle Briefmarken gekauft, die für alle sichtbar auf einem Umschlag kleben, aber es dauert den ganzen Film, bevor ihnen das klar wird.
Da hat Reggie die Marken aber schon dem kleinen Sohn ihrer Freundin gegeben, der sammelt (so wie meine Geschwister und ich es als Kinder waren), und er hat sie bei einem Briefmarkenhändler eingetauscht. Es ist eine meiner Lieblingsszenen im Film, wie sie zu dem Laden gehen und der Händler ihnen jede Marke liebevoll beschreibt, bevor er sie zurückgibt, weil er bereits auf sie gewartet hat, denn er wußte, das mußte ein Fehler sein.
Als Reggie sagt, daß es ihr leid tut, sagt er: "Ein paar Minuten haben sie mir gehört. Das genügt mir."
Mein Sammlerherz fühlt diese Worte so richtig, jedes Mal aufs Neue.

Ich hatte gedacht, es würde einfacher sein, Briefmarken aus der Sammlung auszusuchen, die in Farbe und Design gut zusammenpassen und das richtige Gefühl erzeugen würden, aber nicht nur wollte ich so manche Serie nicht auseinanderreißen, sondern ich dachte auch, daß riesige, bunte Marken mit Astronauten oder exotischen Tieren wohl nicht so ganz zum Design passen würden ;-)
Schließlich wählte ich drei Marken, und nach einem verhunzten ersten Versuch, der dazu führte, daß ich beim zweiten Mal ein paar Dinge anders macht, machte es echt Spaß, an diesem Anhänger zu arbeiten. Dies ist eins der Stücke, das nicht einfach nur ein gewöhnliches Design für mich ist, sondern etwas sehr Persönliches. Wenn ihr einen Film oft gesehen habt, habt ihr dann auch eine Erinnerung an die Umstände, unter denen ihr ihn gesehen habt oder an die Emotionen?

Falls der Anhänger bei mir bleibt, was er wahrscheinlich wird, da ich bezweifle, daß er in anderen die gleichen Gefühle hervorruft, wird es trotzdem noch nützlich sein, mich daran zu erinnern, was ich daraus gelernt habe - die Briefmarken zu versiegeln, zu befestigen und mehr.

Hier ist übrigens ein Artikel auf Englisch über die wundervolle Szene mit dem Briefmarkenhändler. Ich bin nicht die einzige, die sie liebt.
Und hier ist ein deutscher Artikel, der etwas über die Marken im Film erklärt, was tatsächlich recht interessant ist.