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Samstag, 29. November 2025

Die große Umarmung - Teil 2

Falls ihr Teil 1 der großen Umarmung noch nicht kennt, könnt ihr ihn hier finden.

Wir haben beim Cliffhanger aufgehört, als ich meinen Boro-Lampworkhai auf den Küchenboden fallen lassen habe. Die Nase und der Schwanz brachen ab, aber ich konnte nur ein Teil des Schwanzes finden.
Dann geschah etwas Unerwartetes, das ich ehrlich nicht erklären kann. Mindestens eine Woche später fand ich das andere Teil des Schwanzes, habe aber keine Ahnung, woher es plötzlich kam, da ich den gesamten Küchenboden abgesucht hatte. Meine beste Idee ist, daß er vielleicht sogar noch weiter weg geflogen war und die Katzen ihn gefunden und zurück in die Küche gekickt haben.
Auf jeden Fall hatte ich auf einmal doch ein wenig Hoffnung, daß ich vielleicht, nur vielleicht, doch etwas damit anfangen könnte. Nicht das, was ich geplant hatte, nicht das, was ich eigentlich wollte und was mich 100 % glücklich machen würde, aber etwas, das trotzdem gut war.

Wie sollte ich das nun anstellen?
Natürlich mußte ich den Hai erstmal kleben. Meine komplizierte Beziehung zu Klebstoff ist schon lang ein "running joke" unter meinen Freunden. Viel länger schon als meine Schmuckmacherei. Es ist ein Wunder, daß ich nicht noch Dinge von vor Jahren an den Fingern kleben habe (das passiert mir wirklich). Ich bin schrecklich mit Klebstoff und meine Erfahrung sagte mir, daß der Hai nicht perfekt sein würde.
Überraschung! Quatsch. Natürlich war er nicht perfekt.
Also mußte ich einen Weg finden, die Narben so gut wie möglich zu verstecken. Davon mit Gold abzulenken, wie ich das bei dem kaputten Delphin meiner Freundin gemacht hatte, war keine Option für mich, weil der Oktopus aus Kupfer ist. Den Schwanz komplett wegzulassen und zu verstecken - im Gegensatz zu meinem Hai tauchte der Schwanz des Delphins nie mehr auf - war auch keine Option, weil ich den Schwanz ja hatte und diese lange Flosse liebe.


Das Schwierige daran, die Narben zu verstecken, würde sein, daß die durch die Nase sehr nah am Auge liegt und daß am Schwanz eine recht massive Glasöse ist (immerhin ist es ein Anhänger). Wäre der Hai wie ein Cabochon gewesen, ganz flach auf der Rückseite, hätte ich ihn vielleicht komplett auf eine Unterlage kleben können.
Schon bevor ich anfing, wußte ich, daß ich mit dem Teil um die Nase nicht so zufrieden sein würde. Nun ja.

Was genau sollte ich aber tun?
Es war offensichtlich, daß nur Perlenstickerei in Frage kam. Wie gesagt war dieser Hai viel kleiner als die anderen und war nun sogar noch zerbrechlicher (haha). Ihn einfach nur an den Oktopus zu wickeln würde keine sehr stabile Konstruktion abgeben.

Also würde ich den Hai stattdessen an den möglichen Stellen auf die Unterlage kleben, dann die Öse daran annähen und sie unter Perlen verstecken. Ich würde außerdem den Kopf des Oktopus soweit wie möglich ankleben (hinten sind Drähte vom Wickeln, die ihn etwas anheben), gerade genug, damit er sicher hält, während ich die Tentakel um den Hai herum anordne.

Enschuldigt bitte dieses schlechte Bild. Es ist
eins meiner berüchtigten Nacht-WIP-Bilder und 
gewöhnlich nur für Freunde gedacht. Tatsächlich
mußte ich es aus einer alten Facebook-Nachricht
zurückholen. Ich mache selten echte WIP-Bilder.

Das, meine Lieben, klingt viel einfacher als es tatsächlich ist. Zuerst nähte ich die Tentakel an ein paar Stellen an. Kupfer ist formbar und kann sich trotzdem sehr stur weigern, das zu tun, was man möchte, vor allem in dickem, so umwickelten Draht, noch mehr wenn man sich mit Tentakelschlingen austobt. Ich hätte gern mehr aus dem Fluß im WIP-Bild bewahrt, aber das wäre dann sehr breit für als Anhänger für mich selber geworden.
Natürlich würde ich die Tentakel dann noch mehr annähe, nachdem ich mich für die Verteilung der Perlen entschieden hatte.

Also tat ich all das und hatte dann eine Menge Raum für Perlen. Zu der Zeit wollte ich keine neuen Perlen kaufen. Ich hatte eine Ladung von Rocailles und Würfelperlen in unterschiedlichen Größen und einer Vielfalt von Blau, Klar, Grün, Lila, und wer mir schon eine Weile beim Schmuckmachen folgt weiß, daß ich Perlen in Wasserszenen nicht widerstehen kann.
Ich fing mit (meiner Meinung nach) klassischer Perlenstickerei an, also Perlenreihen, die nebeneinander her laufen. Sehr organisiert im Aussehen, ich dachte, das wäre ein schöner ruhiger Hintergrund für die Umarmung.
Nachdem eine Ecke fertig war, mußte ich mir eingestehen, daß ich es haßte. Wegen des dicken Drahts liegen die Tentakel nicht flach auf. Da sind also nicht nur Perlen um sie herum, sondern auch einige darüber und darunter.  Außerdem sind Perlen unter dem Hai und über den Narben (ich bin wirklich nicht sehr glücklich mit der Nase, konnte es aber nicht besser hinbekommen, ohne das Auge abzudecken) und unter dem Oktopuskopf - und in schönen ordentlichen Reihen an diese Stellen kommen? Ja, das klappte nicht.
Ich kann euch gar nicht sagen, wie lang ich brauchte, diesen Hintergrund zu sticken, immer ein, zwei Perlen auf einmal.

Ein etwas besseres WIP-Bild, immer noch
für Freunde gedacht. Es wird weder dem
Glitzern im Blaufluß noch dem im Hai gerecht.

Nächster Stop - den Schmuck fertigmachen.
Zwei Monate und noch keine Kette.
Dann erinnerte ich mich aber an meine Meerjungfrau (das ist ein echt großes Schmuckstück, das zum Glück an eine Kundin ging, die es groß mag).


Ich hatte immer noch Kupfercrimps und das Lederimitatband, dessen Farben gut zum Hintergrund paßten.
Als ich es aber ausprobiert, gefiel mir der Look überhaupt nicht. Irgendwie schien der Anhänger nach einer Kupferkette zu verlangen, die zum Oktopus paßte.
Als ich mich aber so durch meine Materialschubladen wühlte, fand ich nur Kette in der falschen Größe und ich wollte wirklich, wirklich nicht meine eigene Kette machen. Also machte ich mich ans Onlineshoppen, aber wieder waren die Ketten entweder zu klein oder hatten nicht das richtige Aussehen.
Schließlich fand ich Kettenglieder, die wie das Unendlichzeichen aussahen und die Windungen der Tentakel nachzuahmen scheinen, und kombinierte sie mit kleinen Ringen zu einer Kette. Zum Glück kaufte ich genau die richtige Anzahl!


Ist das meine Vision? Himmel, nein, es könnte gar nicht entfernter davon sein. Ich wollte nur den Oktopus und den Hai zusammen, vielleicht mit ein paar Perlen, um den Ozean anzudeuten. Wären die Bruchstellen anderswo gewesen, hätte ich es vielleicht hinbekommen.

Habe ich aber den Hai gerettet? Ich denke doch. Noch ein kaputtes Stück, das nicht im Müll gelandet ist, sondern weiterstrahlen wird. (Der Drang, über zerbrochene Schönheit zu philosophieren, ist groß, aber ich erspare euch das!)


Montag, 13. Oktober 2025

Die große Umarmung - Teil 1

Vor über zehn Jahren kaufte ich mehrere Lampworkanhänger aus Borosilikatglas, Manatis (eine davon könnt ihr hier sehen), einen Delphin (den habt ihr auch schon mal gesehen), einen Hai. Die Anhänger sind absolut umwerfend, aber es dauerte Monate, bis sie verschickt wurden, was mich davon abhielt, noch mehr zu bestellen. Das ist wirklich schade, denn ich habe seither nichts mehr gesehen, was an sie herankommt.
Außerdem ging der Hai auf dem Transport kaputt. Ich bekam einen Ersatz, war aber wild entschlossen, den kaputten auch auf irgendeine Weise zu verwenden (ich habe das mehr als einmal mit Komponenten gemacht, diese Stücke aber natürlich nie verkauft).

Falls ihr es noch nicht bemerkt habt, ich liebe nicht nur Haie, sondern auch Oktopoden. 
Dies ist ein Bild von nur ein paar, die ich im Laufe der Jahre gemacht habe. Einen winzigen, größere, einen echt großen. Ah, habt ihr es schon bemerkt? Haie!


Zuerst experimentierte ich mit dem kaputten Anhänger. Der Plan war gewesen, die Klebestellen hinter Tentakeln zu verstecken, aber soviel wie möglich vom Hai zu zeigen.
Ich mußte ganz schön herumfiddeln, aber ich schaffte es. Der Anhänger bekam den Namen "Die Umarmung", weil diese zwei für mich Freunde statt Feinde waren.
Wenn ihr denkt, daß die zweite Umarmung von Oktopus und Hai mit der gewonnenen Erfahrung einfacher zu machen war, liegt ihr falsch. Lampwork ist wirklich glatt und die Tentakel mußten ganz exakt sitzen, um den Hai sicher festzuhalten. Die Öse auf der Rückseite des Schwanzes ist die einzige Stelle, an der der Oktopus tatsächlich mit Draht am Hai befestigt ist.


Der zweite Anhänger wurde verkauft und der erste ging an eine Freundin (natürlich wußte sie über die Klebestellen Bescheid).
Ich will ganz ehrlich sein, ich bereute sehr schnell, daß ich keinen für mich behalten hatte, einfach weil es sich als unmöglich herausstellte, noch so einen Hai wie diese zu finden.

Nachdem ich lang gesucht hatte, fand ich schließlich einen und ich war so glücklich! Er war viel kleiner als die anderen, aber so schön.
Irgendwie kam ich aber nie dazu, etwas damit zu machen. Es gab immer etwas anderes auszuprobieren und das Drahtwickeln wurde langsam schon schwieriger für mich. Als es aber dann richtig hart für meinen Daumen wurde, wußte ich, daß es jetzt oder nie hieß, bevor es womöglich gar nicht mehr ging. Es war schon eine Weile hergewesen, daß ich mit Kupfer gespielt hatte und es fühlte sich echt gut an, aber es waren ganz schön viele Pausen nötig, um meinen Oktopus im Laufe der nächsten Wochen fertigzumachen.

Als ich dann endlich fertig war und den Oktopus zum Oxidieren mit in die Küche nehmen wollte, entging mir, daß sich der Hai, der in derselben Schachtel war, in ein paar noch losen Drahtenden verfangen hatte. Ja, man muß ziemlich blöd sein, um nicht zu bemerken, daß man zwei Dinge in der Hand hat, aber so bin ich eben manchmal.

Er hätte im Flur auf den einzigen Vinylboden fallen können, den ich habe, aber nein, er fiel in der Küche, auf den härtesten all meiner Böden.
Ihr wißt, wie manche Dinge scheinbar in Zeitlupe ablaufen und es trotzdem unmöglich ist, etwas dagegen zu tun? Wie das eine Mal, als ich mir mit dem Brotmesser in Finger und Fingernagel schnitt und mein Gehirn erst dann aufwachte und mir sagte, daß ich nicht da schneiden solle, als ich schon angefangen hätte, wie blöd zu bluten.
Es bestand keine Chance für mich, den Hai aufzufangen, bevor er auf den Fliesen aufknallte und Stücke flogen. Die Nase und der Schwanz waren abgebrochen (das scheint so ein Ding zu sein, meiner Freundin passierte ja das gleiche mit ihrem Delphin). Ich konnte aber nur die Nase und einen Teil des Schwanzes wiederfinden.

Das hört sich für euch vielleicht lächerlich an, aber ich war am Boden zerstört.
Ich konnten diesen Hai nicht ersetzen, egal wie sehr ich herumsuchte. Es gab ein paar Lampworkhaie, Anhänger und Figuren, und sie waren zweifellos hübsch, aber keiner davon hatte diese Eleganz, keiner sprach mich an.
Ich wollte nicht mal mehr den Oktopus anschauen, was einiges heißt.
Dann geschah etwas Unerwartetes und ja, ich sage dies total als Cliffhanger.

Ich hoffe, ich sehe euch bei Teil 2 wieder!

Freitag, 13. Juni 2025

Alles Gute zum Geburtstag! oder Freitag, der 13.

Alles Gute zu meinem Geburtstag! Oder nicht?
Ich mache das normalerweise nicht, mich selber beglückwünschen, meine ich, aber ich erreiche bald die große 60 und das schien mir eine gute Gelegenheit zu sein, rechtzeitig etwas für mich selbst zu machen.
Es ist kein Orden dafür, daß ich es bis dahin geschafft habe ... obwohl ich vor Jahren mal einen "Orden" für eine Kollegin zu ihrem 40jährigen Arbeitsjubiläum gemacht habe (da bin ich selber schon ziemlich nah dran, ugh). Nur als Scherz natürlich, sie bekam auch etwas Schönes.


Nein, natürlich wollte ich etwas Schönes und etwas, das meinen Namen schrie.
Es gab etwas, da ich schon seit Jahren geplant hatte, aber ich wußte nicht, ob meine Finger mitmachen würden. Drahtwickeln ist so schwierig für mich geworden, aber ich wollte das wirklich.

Ich hatte bis hier geschrieben und dann ist heute das hier passiert.

Nach mehreren Tagen mit einer Menge Pausen - und einer Menge Gejammer - war das Stück bereit für das Oxidieren. Ich brachte es in die Küche und dann war da dieses Geräusch. Der Lampworkhai, den ich mit dem Oktopus verwenden wollte, war in den Tentakeln verfangen - die Ironie, denn das war ja der Plan gewesen - ohne daß ich es bemerkte (beides meine eigene Schuld) und er war auf den Boden gefallen.

Hätte das nicht drei Schritte vorher im Flur mit dem PVC-Boden passieren können, wo der Hai eine bessere Chance gehabt hätte?
Aber das tat es nicht. Ich klebte die zwei Stücke, die ich finden konnte, an, so gut ich eben konnte, aber ein Stückchen fehlt. Es brach mir das Herz, weil ich einen solchen Hai nicht mehr bekommen kann.


Ich hatte diesen Hai seit Jahren für mich selber aufgehoben.
Er wird nicht weggeworfen, aber ich weiß nicht, ob ich etwas damit machen kann. Mit dem Oktopus kann ich ihn keinesfalls verwenden. Ich weiß nicht mal, ob ich den jetzt noch fertigmachen möchte und hatte auch keine Lust, ein Bild vom Oktopus-WIP oder dem zerbrochenen Hai zu machen 
😭

Ich mußte einfach nur Luft ablassen. 

Freitag, 5. Juli 2024

Ich habe einen Oktopus gemacht!

Vielleicht möchtet ihr jetzt sagen, daß ihr schon wißt, daß ich einen Oktopus gemacht habe ... oder zwei oder fünf oder zehn ... schließlich hatte ich 2019 in diesem langen Post eine Collage davon gezeigt. Natürlich habe danach nicht aufgehört, welche zu machen, aber der Draht ist jetzt schon eine Weile auf dem Abstellgleis, weil neue Techniken erforscht werden wollten, die außerdem auch noch besser für meine Hände waren, als das der Draht die meiste Zeit war.

Das bedeutet aber nicht, daß der Draht mich nicht mehr ruft, als man mich also darum bat, einen Oktopusanhänger als Auftrag zu machen, konnte ich nicht nein sagen.
Ich liebe es, daß keiner davon gleich wird. Tentakel mit einem oder zwei Drähten, mit oder ohne Perlen, der Kopf mit Cabochon oder ohne, und am allerbesten ist, daß ich selber nie weiß, wie sie am Ende aussehen werden. Am meisten Spaß macht es, wenn die Tentakel außer Kontrolle zu geraten scheinen. Es mag so aussehen, als wäre das willkürlich, aber das ist gar nicht so. Beim ersten schon noch, aber die nächsten basieren dann darauf, und oft gehe ich nochmal zum ersten zurück, um daran herumzupusseln.
Ich stelle mir gern vor, daß der Oktopuskopf mir sagt, was ich tun soll ;-)

Für diesen hier war ein Cabochon gewünscht und die Wahl war ein hübscher Moosachat.
Ich habe Moosachat schon mal für eine Auftragsarbeit benutzt, nur war der Stein in diesem Fall sehr groß und dunkelgrün und nicht nur waren die Größenvorgabe sehr spezifisch, ich mußte außerdem genau 23 Moosachatperlen in den zweidrahtigen Tentakeln verwenden, die nicht auseinandergehen sollten, das alles machte daraus eine ziemliche Fummelei.


Diesmal durfte ich mich ausleben, solang ich nur genügend Moosachatperlen über die Tentakel verteilte und eine bestimmte Länge erreichte, und das machte mir einen Riesenspaß.
Das ist also die neueste Ergänzung zu meiner kleinen Oktopusfamilie (und ich brüte auch schon mehr neue Ideen in meinem Kopf aus ;-)).

Samstag, 31. August 2019

Art Elements Design Challenge and Blog Hop - Oktopusse

Erstens ... es steht euch frei, sie als Oktopoden zu bezeichnen, falls ihr das bevorzugt, aber während ich das immer selber gesagt habe, mag ich jetzt, wie witzig es sich anhört, wenn man Oktopusse sagt, und es ist nicht mal falsch (danke, Duden).

Zweitens, als Claire das Thema für die Art Elements August Themenchallenge ankündigte, - Oktopus - legte ich in meinem Sessel einen kleinen Tanz hin. Nicht nur liebe ich Oktopusse, sondern ich bin vielleicht auch ein klein wenig besessen davon, sie zu machen.
Anfangs wurde ich von dem Polymer Clay-Oktopus inspiriert, den meine Freundin Star gemacht hat und der mich genau in diesem Moment anschaut.
 


Ich brauchte schon einige Stunden, um meinen Oktopus aus Draht zu häkeln. Der Mann kam später dazu und es war nicht gedacht, daß er in den Tentakeln endet, aber ihr wißt ja, wie solche Dinge passieren. Sie sind bis heute in ihrer tödlichen (?) Umarmung und sitzen in der Meeresabteilung meiner Steiffsammlung.

















Dann kam Hank, der kleine Lampworkdieb, ebenfalls aus Draht gehäkelt.




Nach einer langen Pause vom Oktopusmachen (aber ohne je die Liebe zu ihnen zu verlieren) fing ich mit dem Drahtweben an, und das setzte mich erst richtig in Gang. Anstatt euch jede einzelne Geschichte zu erzählen, habe ich eine kleine Collage gemacht (minus einem, von dem ich anscheinend kein Bild gemacht habe). Da ist der winzige Barney ganz oben, und nun könnt ihr sehen, wie ich mehr und mehr davon besessen war, diese Tentakel zu verdrehen. Mann, es macht aber auch Spaß, sie zu weben!!



Also beschloß ich, ein großes Stück für diese Challenge zu machen, und vielleicht noch ein kleines. Das kleine ist noch nicht passiert, und ich dachte ehrlich nicht mal, daß ich das große rechtzeitig hinbekommen würde, obwohl ich diesmal wirklich früh angefangen habe. Mein erster Schritt war es, kleine Cabochons zu bestellen.


Warum? Das hier ist warum.




Ich wollte meine eigenen Oktopusbabys, aber statt sie alle in einer Farbe zu machen, entschied ich mich für eine Vielzahl an Farben. Ich wählte Achat, Sodalith, Zoisit, Jaspis, Aventurin, Amethyst, Rosenquarz und mehr. Jeder Cabochon bekam sein eigenes Webmuster, und voilà, eine Armee von Oktopusbabys, bereit, die Welt zu übernehmen, muahahaaaaaa!



Tatsächlich war das der einfache Teil. Wie sollte ich sie jetzt zusammensetzen? Ich hätte sie von einer Kette baumeln lassen können, aber eine Tentakelarmee ist nicht ganz so effektiv, wenn sich diese Tentakel immer verheddern. Ich legte sie immer wieder aus, mal so, mal so, ich glaube, sie wurden meiner ziemlich müde.

Erst vor zwei Tagen wußte ich plötzlich, was ich tun wollte. Das Video hätte mich viel eher auf die Idee bringen sollen. Diese Babys brauchten eine Mutter!
Eine meiner leichtesten Übungen - nun ja, nicht wirklich, denn jetzt wurde ich so langsam nervös, ob ich das rechtzeitig hinkriegen würde. UND ich wußte immer noch nicht, wie ich das alles letztendlich zusammensetzen sollte.
Ein wenig Tiefatmung, eine Menge Gefluche und etwas dramatisches Brüllen "Ich kann das hier nicht, ich bin nutzlos!" später hatte ich es dann - fast. Schwer zu glauben und doch wahr, es kann einem genau die Kettensorte ausgehen, die man braucht, während alle anderen noch reichlich da sind. Ich fand aber gerade noch genug, um meine Babys an den Enden zu verbinden. Puh.

Ich mache selten große übertriebene Halsketten, aber das hier ist eine davon, und ich liebe jeden kleinen Tentakel.
Ein Bild zu machen war jedoch nicht einfach, es war etwas überfüllt im Lichtzelt und etwas zu früh am Morgen, um ein Foto im Garten zu machen, und außerdem hatte ich nur vier Stunden Schlaf.
Ich versuche es später nochmal besser hinzubekommen, also habt bitte Geduld mit mir.





Meine Damen und Herren, dies ist ein Blog Hop. Wieder einmal bitte, nein, befehle ich euch, zu diesen Links zu gehen und zu sehen, was die anderen Teilnehmer so zu bieten haben. Es ist es wert, ehrlich. Tut es jetzt. Danke ;-)

Gäste
 
Cat (das bin ich ;-)) - Evie und Beth - Hope - Karen - Kathy - Melissa - Michelle - Rozantia - Sarajo - Tammy

AE Teammitglieder
 
Cathy - Claire - Jenny - Laney - Lindsay - Marsha

Zu guter Letzt möchte ich Claire für dieses fantastische Thema danken. Ich habe so ein Gefühl, daß sie und ich dieselbe Liebe für Oktopusse teilen ....

P.S. Ups, ich habe beinahe meinen eigenen Fimo-Oktopus vergessen. Das geht gar nicht, er ist so schon grummelig genug! ;-)


Freitag, 13. Oktober 2017

Pack die Vorräte an - Barney, der Oktopus

Streng genommen ist dies kein Vorratsfresser - es ist ein laßt mich was auseinanderreißen und dann den Stein bei etwas anderem verwenden-Fresser. Natürlich gibt es Stücke, mit denen ich nicht mehr so glücklich bin oder ich habe eine bessere Idee für einen Stein oder Perlen. Diese Stücke sind fast so gefährlich wie WIPs, weil sie Aufmerksamkeit brauche, die man nicht immer hat.
Von Zeit zu Zeit jedoch kriege ich ein bißchen Frühjahrsputz fertig, der sogar irgendwie inspirierend sein kann. Momentan gibt es den ein oder anderen Cabochon, der so in meine Vorratsschublade zurückgewandert ist.

Einer davon war dieser kleine Moosachat, der in einem Anhänger saß, nach dem ich von jemandem gefragt worden war, der dann verschwand. Das passiert. Der Anhänger blieb, aber als ich nach einem kleinen Cabchon für etwas aus Draht Gewebtes suchte, erinnerte ich mich daran und zögerte nicht, ihn auseinanderzureißen, schließlich war es schon eine Weile her gewesen.

Als ich den Cabochon einpaßte, bemerkte ich plötzlich etas. Vor langer Zeit hatte eine Freundin mir eine Geschichte darüber erzählt, wie sie einmal in Griechenland war, und von winzigen Tintenfischen - und da war er. Ein winziger Oktopus mit dem Namen Barney, beides aus dem Nichts gekommen, mit winzigen Tentakeln und einem großen Kopf.
Das ist der Grund, warum die Öse nicht in der Mitte sitzt. Barney bestand darauf, nach links zu schiwmmen. Keine Ahnung, was er dort finden wird. Vielleicht hängt sein Freund, der Fisch, dort herum und wartet auf ihn, um den Arielle-Film zu sehen oder um zusammen, ähm, Meeresfrüchte zu essen? (Oh, schlechter Scherz, schlechter Scherz, ich weiß, haut mich nicht!)
Barney kann jetzt in meinem Shop gefunden werden, warum geht ihr ihn nicht besuchen? ;-)

Montag, 26. April 2010

Brummig - und ein Oktopus

Ich nehme an, es mußte passieren.
Man kann nicht einfach hingehen, eine Dose Gießharz kaufen und erwarten, daß es sofort klappt. Eine neue Technik, auch wenn man eigentlich nur etwas versiegeln will, braucht Zeit. Übung. Geduld. Einen zunehmenden Mond im zweiten Haus der rückläufigen Venus.
Himmel, ja, ich habe keine Ahnung, wovon ich rede!

Aber wie peinlich ist es zu sagen - ich wollte die Dose öffnen und konnte nicht. Es waren zwei Klammern dran und als ich versuchte, sie abzumachen, brach ich meine Lieblingsschere ab (die ich auf die harte Tour verdient hatte, indem ich viel zu viel Geld auf Katzenfutter verschwendete, sie war ein Geschenk von meinem Katzenfutterladen, aber es war eine so gute!). Dann bog ich rundherum den Deckel auf. Es sah ein bißchen wie moderne Kunst aus, aber ich versuchte, dort HINEIN zu kommen, vielen Dank!
Schließlich kam ich das auch. Zuerst dachte ich, da wäre eine Schicht von was auch immer oben drauf, aber ich nehme an, es war getrocknetes was auch immer, äh, Gießharz. Ich machte es ab und steckte hoffnungsvoll ein Holzstäbchen in das Gießharz. Ähm, sollte das nicht irgendwie, äh, so, äh, flüssig sein? Ja, das war genau, wie ich dastand. Tatsächlich war mein Gesicht ein einziges großes "Äh".

Ich hatte die Anleitung gelesen. Diese Dose hatte seit Tagen nicht in der Kälte gestanden, was war hier also los? Ich las die Anleitung noch einmal, diesmal auf Finnisch. Man weiß nie, was man verpaßt, wenn man sie nur auf Deutsch liest. Nachdem ich gemerkt hatte, daß ich den Zettel verkehrtherum gehalten hatte, kehrte ich doch zu den deutschen zurück.
"Stellen Sie die Dose 10 Minuten lang in ein heißes Wasserbad." Ich bin keine Köchin, aber das ist meine leichteste Übung. Topf, Wasser, Herd, das Wasser köcheln, aber nicht kochen lassen. 10 Minuten genau. Ping.
Ein neuerlicher Versuch, die Masse umzurühren, aber dieses Mal versuchte sie, das Holzstäbchen zu fressen. Ich schaute die Dose noch einmal an. Da, es hieß "Gießharz", nicht "außerirdische klebrige blobbige Masse von Vungula IV". Hm, vielleicht noch 10 Minuten. Vielleicht ist es ja, als ob man Milch zusieht. Ich sollte es einfach sein Ding durchziehen lassen, was auch immer das sein mag, und etwas anderes tun.

Wie ist es mit dieser übrigen Häkelfassung, deren Farbe mir nicht für die Septarie gefallen hatte? Ich könnte dafür etwas aus Fimo machen. Ich maß die Fassung ab, mischte etwas blau und schwarz. Eine Tiefseeszene mit Seegras in grün und weiß. Kleine silberne Fische. Das gestaltete sich viel lustiger als die Dose zu beobachten.
Von Zeit zu Zeit ging ich hinüber zum Herd, um nach dem Alien zu sehen. Er versuchte, noch ein Holzstäbchen zu fressen, aber abgesehen davon blieb er unverändert. Häßliche Worte schwirrten durch meinen Kopf.

Woher der Oktopus kam, weiß ich nicht. Er geschah einfach, so wie viele meiner Entwürfe geschehen, aber als er einmal in meinem Kopf war, genoß ich den Prozeß, Seegras um zu seine Tentakel und umgekehrt zu winden, immens.
Die Augen waren zum Schluß dran. Ich fragte mich, ob ich ihm ein niedliches Aussehen geben sollte, aber plötzlich schauten mich diese leicht bösartigen Augen an. Ich sage euch was, das sage ich nicht oft, aber ich liebe ihn genau so wie er ist und ich glaube, ich werde ihn für mich selber behalten.


Was das Gießharz angeht? Nachdem ich über eine Stunde lang Energie verschwendet hatte, gab ich auf. Zunächst, meine ich. Ich werde mich doch nicht von einem durchsichtigen Alien schlagen lassen, nein, mein Herr!