Donnerstag, 22. August 2019

Oldies but Goodies - Wir lieben Lila!

Letztes Mal war Lila 2016 das Challengethema, es wurde vom Song Purple Haze inspiriert.
Dazu weiß ich diesmal nichts, aber ich weiß, daß wir in der Jewelry Artisans Community Oldies but Goodies Challenge ein paar echte Schönheiten haben - lila Schönheiten.
Nun muß ich etwas gestehen. Lila verwirrt mich. Nicht die Farbe oder vielleicht doch die Farbe, denn ... was ist Lila? Was ist der Unterschied zwischen Purpur und Violett und Lila?
Es ist nicht das erste Mal, daß ich mich das gefragt habe, das geht schon so, seit ich ein Kind war. Ich beschloß schließlich nach dem, was ich gehört hatte, daß Lila blauer war und Violett röter. Ja, nein. Schätze ich. Ich weiß nicht. Wenn man hinaus ins Internetland geht, findet man alle möglichen Erklärungen und Meinungen, und es schien mir als wären sie sogar unterschiedlich abhängig davon, ob ich Deutsch oder Englisch suchte.
Was glaubt ihr denn, was es ist?
Hier ist ein Link, der euch vielleicht hilft. Ich dachte, er hilft mir, aber dann fand ich den nächsten und den nächsten, und ich bin so verwirrt wie zuvor.
Worüber ich nicht verwirrt bin ist, daß wir bei JAC zum Glück recht offen mit den Regeln sind, also mußte ich mir keine Gedanken darüber machen, etwas Falsches abzuliefern, und meine JAC-Kollegen genauso wenig :-) Bitte sehr.


1 MC Stoneworks
2 Jewelry Art by Dawn
3 Cat's Wire
4 Bijou Bead Boutique
5 Togan
6 The Crafty Chimp
7 RioRita

Donnerstag, 15. August 2019

Oldies but Goodies - Es baumelt wieder

Wir sind zurück! Die Jewelry Artisans Community Oldies but Goodies Challenge hatte eine kleine Pause eingelegt, aber nun sind wir zurück. Ich freue mich sagen zu können, daß ich euch ein paar wirklich schöne Stücke zeigen kann, und da sind ja noch soviel mehr im ursprünglichen Thread, die ich nicht in die Collage packen konnte, ohne daß die einzelnen Bilder sehr klein geworden wäre, also schaut doch bitte bei JAC vorbei!
Das Thema war in dieser Woche "Baumeln". Wir hatten es schon mal vor etwas weniger als einem Jahr und wieviele baumelnden Dinge kann man haben? Nie genug! ;-)

Letztes Mal habe ich euch die Geschichte von einem Paar Baumelohrringe erzählt, die ich einer Freundin geschenkt hatte.
Diesmal erzähle ich euch davon, wie meine Freundin (eine andere) und ich uns Ohrlöcher stechen ließen. Zunächst sollte ich erwähnen, daß wir diesbezüglich beide kleine Angsthasen waren. Wir hatten sogar eine Übereinkunft, daß wir uns die Ohren nicht stechen lassen würden, bevor wir, nun ja, alt wären. Alles ist alt, wenn man ein Teenager ist. Dann jedoch beschleunigte meine Freundin die Sache. Zu meinem Geburtstag schenkte sie mir einen Gutschein fürs Ohrlochstechen, wobei sie sehr genau wußte, daß ich ihr einfach einen zu ihrem Geburtstag zurückschenken würde, der nur acht Tage später ist!

Wir zogen also zusammen los. Um ehrlich zu sein erinnere ich mich nicht daran, meine Mutter um Erlaubnis gefragt zu haben, aber das muß ich wohl getan haben, sonst hätten sie es gar nicht gemacht. Wir hatten uns schon unsere "medizinischen" - sprich antiallergenen - Ohrstecker ausgesucht, einfach kleine gefaßte Straßsteine, die es in allen möglichen Farben gab. Meine waren hellblau.
Wir gingen mit dem ganzen sehr verantwortungsvoll um. Wir hatten das Fläschchen mit dem Desinfektionsmittel und säuberten unsere Ohrläppchen und Ohrringe jeden Tag. Wir drehten die Stifte in unseren Ohren, um sicherzustellen, daß sich das Loch nicht drumherum schließen würde. Ja, das wurde uns damals so als echte Gefahr verkauft, und wir stellten uns vor, wie die Ohrstecker auf ewig in unseren Ohren festsitzen würden, aaaaaaah!
Nach einem Monat dann, als uns "offiziell" erlaubt war, die Stecker zu entfernen, gingen wir zu einem Laden, um uns echte Ohrringe zu kaufen, soll heißen, verrückt, modern, lang, auffallend, baumelnd! Ich vermisse diesen Laden. Sie hatten Klamotten und Modeschmuck, und ich probierte dort oft Sachen an, die ich mir nie hätte kaufen können. Es ist witzig, denn sogar damals war ich schon nicht so wild auf Mode. Ich erinnere mich, daß sie ein Paar lila Jeans hatten, die ich so liebte, aber ich konnte sie mir nicht leisten.

Genug gequatscht jetzt aber, Zeit für ein paar Bilder. Trommelwirbel bitte!


1 The Crafty Chimp
2 Jewelry Art by Dawn
3 MC Stoneworks
4 Togan
5 RioRita
6 Bijou Bead Boutique
7 Cat's Wire

P.S. Zu eurer Unterhaltung dachte ich, ich zeige euch ein paar der Ohrringe, die ich in den alten Zeiten getragen hatte, nur die baumelnden. Natürlich sind das bei weitem nicht alle, die ich besaß oder die ich vielleicht noch in einer Schublade habe. Manche davon sind nur noch in Teilen übrig, oft fehlt einer oder sie haben ihre Ohrhaken verloren -  ich habe wahrscheinlich die größte Sammlung an einzelnen Ohrringen auf der Welt ;-) - aber sie nehmen in meiner kleinen Ohrring-Erinnerungsschachtel ja nicht viel Platz weg.
Amüsant ist, daß ich mich noch erinnere, wo ich die meisten davon gekauft habe, oder ich weiß noch eine Geschichte, die mit ihnen zusammenhängt, zum Beispiel wo ich den zweiten verloren habe. Ich bin selber überrascht, daß doch einige davon Sterlingsilber sind, wahrscheinlich habe ich die kaputten billigen längst hinausgeworfen.
Und ehrlich jetzt, wer würde denn nicht ein Paar Silberhummer in den Ohren tragen wollen? ;-)


P.P.S. Unglaublich. Ich dachte, ich hätte mir eingebildet, daß ich noch einen meiner ersten Ohrringe habe, aber hier ist er, 40 Jahre alt.


 

Donnerstag, 8. August 2019

Weltkatzentag

Ich hatte die Ehre, über die Jahre vielen Tieren mein Heim zu öffnen. Einige davon kamen sehr jung zu uns, andere waren schon alt. Einige davon gingen viel zu früh - obwohl es immer zu früh ist - andere begleiteten mich viele Jahre lang. Einige davon vermisse ich ... vergeßt es, ich vermisse sie alle.
Es sind so viele Erinnerungen, gute, schlechte, glückliche, traurige.

Heute is Weltkatzentag und ich möchte die Gelegenheit nutzen, all den Katzen in meinem Leben zu danken. Es gab Zeiten, in denen ihr mich in den Wahnsinn getrieben habt, denn das steht in eurer Stellenbeschreibung, aber es gab auch all diese kostbaren Momente, in denen ihr euch an mich gekuschelt habt, wenn ich traurig war, in denen ihr mich zum Lachen gebracht habt, weil ihr albern wart, oder zum Quietschen, wenn ihr so goldig war, daß ich euch einfach drücken oder festhalten wollte.
Ich habe das Präteritum verwendet, was wirklich nicht fair ist, da Ponder und Gundel hier sind, um mich wahnsinnig zu machen und zum Lächeln zu bringen.

Auf euch alle!

Dude - der Gentlekater aus Kalifornien, mit dem alles begann, indem du mein Herz auf den ersten Blick erobertest, woraufhin ich vier Stunden mit dir in den Armen unter dem Zitronenbaum verbrachte, während du, so nach Liebe hungernd, auf mein Shirt sabbertest. Wir hatten nicht geplant, mit Katze heim nach Deutschland zu kommen, bereuten es aber keinen Moment lang.

Mim - die Katze, die zweimal ins Tierheim zurückkam, weil sie "gemein war", die keine Schoßkatze war, aber die liebste Katze ohne einen (!) gemeinen Knochen im Leib, die erst lernen mußte, Menschen wieder zu vertrauen, die immer dort sein mußte, wo wir gerade waren. Ich werde nie vergessen, wie dein Dad sich in Fechtklamotten mit dir unter die Dusche stellte, um ein "Milchbad" auf deine gereizte Haut aufzutragen, weil der Versuch im Waschbecken so kläglich gescheitert war.

Jester - das einäugige Katzenkind so voller Energie, das uns nur ein paar Monate schenkte. Ich wünschte, wir hätten mehr Zeit gehabt und ich hätte dir mehr geben können. Wenigstens mußtest du nicht auf der Straße leben, wo du gefunden worden warst, und du wurdest geliebt.

Magica - das Kätzchen, das jede Nacht bei mir schlief, um an meinem Shirt zu nuckeln. Du kamst zusammen mit Jester zu uns und trugst leider dieselbe Krankheit in dir. Du hast uns viel zu früh verlassen, mein süßes Mädchen.

Gandalf - wir holten dich am Tag nachdem wir Jester verloren hatte, weil Magica zu jung war, um nur zwei ältere Katzen als Gesellschaft zu haben. Daß du nur ein Auge hattest, schien ein Zeichen zu sein. Du warst erst so schüchtern und schätztest deine Privatsphäre, als du älter wurdest, aber dann bist du aufgetaut, und ehrlich, du warst der einzige Kater, der je meinen Arm besprungen hat! ;-)

Merlin - mein Herz. Du schliefst jede Nacht in meinem Arm, nachdem wir dich als Kätzchen aus einem ländlichen Hinterhof "gestohlen" hatten (mit Erlaubnis des Hauseigentümers, dessen Mieter die Katzen vernachlässigte), ohne zu wissen, daß deine Familie am nächsten Tag von der Katzenhilfe abgeholt werden würde. Du warst der ruhigste, entspannteste Kater, den ich je kennengelernt habe. Du warst der Klebstoff in unser kleinen Katzengesellschaft, der Vermittler, und natürlich Meffis und meine große Liebe.

Mephista - du warst die Königin und ein absolutes Papakind, bevor er uns verließ, danach warst du sowas von mein Mädchen (danke nochmal dafür, daß du ihm einmal die kalte Schulter zeigtest). Merlin und du wart ein Traumpaar, der große schwarz-weiße Kater und die kleine Tigerdame. Nachdem er nicht mehr da war, warst du sehr allein, aber wenigstens hattest du noch mich.

Greebo - das ewige Katzenkind. Du warst so sehr mein Baby, schmusig und knuddling und verspielt, fast bis zum Schluß. Das einzige Mal, daß ich wirklich das Raubtier in dir sah, war, als ich euch Eintagsküken mit nach Hause brachte. Du warst der, der eine Viertelstunde lang mit dem Küken im Maul unter dem Tisch saß und mich anknurrtest! Du warst außerdem ein Papierknabberer und der beste Gummibandapportierer rundherum.

Esme - du warst meine Prinzessin, mein umwerfendes Mädchen. Wenn du aber deine fünf Minuten hattest, konntest du dich in ein Monster verwandeln, wenn ich zum Beispiel wagte zu pfeifen. Dank dir bin ich mir immer noch sicher, daß unsere vintage Kommode von einem Geist besessen war, weil du ausflipptest, wenn ich ihr zu nahe kam (gut, daß dein Dad sie mitgenommen hat). Auch du warst ein Papakind, lerntest aber, es zu lieben, wenn du dich an meinem Bein entlang ausgestreckt schlafen konntest, wobei mein Arm auf deinem Bauch lag.

Ponder - du, mein Herr, bist die lauteste Katze von ihnen. Ein Nein hast du nie gelten lassen, nicht mal als Kätzchen. Quarantäne? Keine Chance! Deine Karriere als Ausbruchskünster hast du in sehr jungem Alter begonnen. Du nimmst dir, was du haben willst. Du bist groß und tough, aber dahinter steckt ein weiches kleines Herz. Als Gandalf ging, war das so schlimm für dich, daß du dir den gesamten Bauch kahl lecktest. Du bist mein großer Junge.

Gundel - manchmal denke ich, du bist eine Mischung aus Meffi und Esme mit deinem ganz eigenen Dreh. Du bist entzückend und bringst mich zum Lachen. Du bist so süß, daß ich dich fressen könnte. Dank an meine Schwester dafür, daß sie diese kleine Streunerin in mein Leben gebracht hat.



Okay, ich habe geheult, während ich das hier geschrieben habe. Ich vermisse sie alle so sehr, aber sie haben mein Leben auch soviel besser gemacht. Ich schäme mich nicht, das zuzugeben.

Habt ihr eine Erinnerung, die ihr mit uns in den Kommentaren teilen möchtet? Ich würde sie gern hören! Fröhlichen Weltkatzentag!

Dienstag, 6. August 2019

Nostalgie - Die Tote aus der Seine

Vor einigen Jahren, als ich noch die "Fundstücke der Woche"-Posts machte, hatte ich ein paar, "Ich bin eine Sammlerin" genannt, in denen ich Vintagestücke zeigte.
Über die Zeit sind meine Sammlungen zum größten Teil nicht mehr gewachsen, aus unterschiedlichen Gründen, aber sie sind noch da und immer noch geliebt. Ich habe auch Vintagestücke, manche geerbt, manche geschenkt, manche von Flohmärkten, manche interessanter als andere.
Ich dachte also, es könnte Spaß machen, immer mal wieder welche davon zu zeigen und ihre Geschichte zu erzählen.

Ich fange mit der "Unbekannten aus der Seine" an, "L'Inconnue de la Seine".
Man findet die Geschichte tausendfach im Netz, das schöne junge Mädchen, das in der Seine ertrank, wahrscheinlich ein Freitod, da keine Gewaltanwendung zu erkennen war, der Pathologe im Pariser Leichenschauhaus, der so verzaubert von ihrem wunderschönen Gesicht und Lächeln war, daß er einen Gipsabdruck von ihrem Gesicht machte, von dem wiederum Abgüsse zum Verkauf hergestellt wurden.
So traurig, so geheimnisvoll - genau die Art Legende, die wir heute noch mögen, also wird sie immer wieder einmal erzählt.
Damals hängten die Bohemiens von Paris diese Maske in ihren Dielen auf, Künstler und Schriftsteller waren von der "ertrunkenen Mona Lisa", wie sie Camus nannte, inspirierte. Man sagt, sie sei das meistgeküßte Gesicht der Welt, nachdem die ersten Reanimations-puppen nach unserer schönen Unbekannten modelliert wurden.

Später gab es Zweifel an dem möglichen Wahrheitsgehalt der Legende. Maskenhersteller und Ärzte meinten, es gäbe einen Unterschied zwischen Lebend- und Totenmasken, einen sogar noch größeren, wenn ein Toter im Wasser war. War es nur ein schlauer Werbetrick, um mehr Masken zu verkaufen?
Was auch immer die Wahrheit ist, das Mädchen bereitete mir etwas Unbehagen, als ich ein Kind war. Ja doch, sie hing bei uns daheim, und nun wird sie bei mir hängen.
Ich weiß nicht, ob ich irgendjemanden deswegen gefragt habe, aber ich erinnere mich, daß ich dachte, das sei doch ein sehr kleines Gesicht, bevor ich alt genug war, um zu verstehen, daß das kein 1:1 Abdruck war.
Nun teilte eine Freundin von mir die Geschichte, weil sie den Teil mit der Reanimationspuppe interessant fand, und ich konnte mir nicht helfen, ich mußte sofort meine Mutter wegen der Maske belästigen. Tatsächlich war nicht viel Triezen nötig. Sie hatte sie abgenommen und weggelegt, hatte aber kein Problem, sie zu finden, und ich habe so das Gefühl, daß es ihr nicht ganz unrecht war, sie aus dem Haus zu haben, nachdem sie "sie so lange hatte anschauen müssen" ;-)
Hier ist also nun unsere Unbekannte.

Nicht alle Abgüsse sind gleich. Diese hat ein Lächeln, das mir tatsächlich besser gefällt als das des Originals.

Nun wurde ich neugierig, ob ich wohl herausfinden könnte, welcher der vielen Hersteller unsere Unbekannte gemacht hatte. Ich fand diese Keramikmarke auf der Rückseite, die erst nicht ganz einfach zu erkennen war, dann war es aber dank der Webseite Museum Europäischer Keramikkunst (es ist purer Zufall, daß der Verein, der die Seite macht, in meiner Heimatstadt sitzt!), nicht so schwer herauszufinden.
Sie gehört der Majolika Keramik Manufaktur Karlsruhe (auf deren Webseite ihr die Marke viel deutlicher sehen könnt, falls ihr daran interessiert seid). Leider gibt die Marke mir keinen Anhaltspunkt, wann genau sie diese Masken herstellten, unsere muß jedoch aus den frühen 60ern sein.


Wollt ihr noch mehr dazu lesen? Die interessantesten Artikel (das ist aber nur meine Meinung) sind leider nur auf Englisch.
So gibt es von diesem Hersteller - Felice Calchi - zwei Posts hier und hier.
Dann wäre da noch dieser Artikel aus der New York Times.
Ich könnte noch viel mehr auflisten, aber ich denke, die findet ihr leicht selber, wenn ihr mal ein bißchen Zeit habt.

Also - sehen wir uns nächstes Mal bei "Nostalgie"? :-)