Montag, 17. Dezember 2018

Erinnerungen - Das siebzehnte Türchen


Im Jahr 2000 besuchten der Ex, meine Schwester und ich unsere Freundin in Kalifornien. Damals wußte ich es nicht, aber es war das letzte Mal, daß wir dort sein würden. Für meine Schwester war es das erste Mal in den USA. Viele Jahre lang hatte sie gesagt, daß sie gerne sehen würde, wie dort für Weihnachten dekoriert würde. New York und der Rockefeller Center Baum wären ihre erste Wahl gewesen, aber nun wurde es eben San Francisco.
Das Problem war, daß wir erst September hatten und darum keine Weihnacht in Sicht war (unglaublich, nicht wahr?). Wir trugen kurze Hosen und T-Shirts anstatt großer Jacken und Stiefel, gingen zum Strand und in den Park und genossen die Sonne.

Dann, am letzten Abend vor unserem Heimflug, hörte Macy's unser Flehen und verkündete die Öffnung seines Weihnachtsshops. Warum unsere Freundin überhaupt fragte, ob wir dorthin wollten, weiß ich nicht. Nur mein Ex erklärte, daß er keine Lust auf eine Fahrt nach San Francisco hinein hatte, um sich den Massen zu stellen, aber das hatten wir erwartet. Er machte sich auf der Couch breit, mit Football im Fernsehen und einem Riesensack Popcorn, während wir drei Damen ins Auto stiegen.

Dies ist das erste Bild, das meine Schwester vom Wagen aus machte. Könnt ihr die kleinen Bäume in den Fenstern erkennen?


Dann gingen wir hinein und wurden nicht enttäuscht. Wir hatten erwartet, überwältigt zu sein, waren aber dann doch nicht ganz auf so viele Bäume vorbereitet - von denen die Bilder nur ein paar zeigen - jeder davon voller Ornamente.
Meine Schwester fragte mich, ob ich dächte, es wäre okay, ein Bild zu machen. Zu der Zeit war nix mit Handy oder auch nur Digitalkamera, und ich fand es einfach nur höflich, erst zu fragen (!), also ging ich zur Dame an der Theke und erklärte ihr, daß wir aus Deutschland kämen und könnte meine Schwester wohl ein Foto machen? Sie sah mich etwas überrascht an und meinte, natürlich könnte sie das!
Das ist, was ihr in diesem Bild seht. Ich gab meiner Schwester ein Zeichen, hatte aber nicht gedacht, daß sie sofort losknipsen würde, mit mir drauf! (Ich kann nicht glauben, wie kurz mein Haar damals war, und für die, die mich kennen, bemerkt ihr etwas an meiner Tasche?)



An Weihnachten in dem Jahr stellte meine Schwester ein kleines Fotoalbum zusammen, das sie mir schenkte. Das folgende war das letzte Bilder im Album mit der Unterschrift "Tschüss". Ich frage mich, ob ihr da dann der Film ausgegangen war. Könnt ihr sehen, wie meine Freundin und ich uns am rechten Bildrand verstecken?


Woher kam diese Erinnerung nun so plötzlich? Ich kaufte an diesem Abend drei Ornamente einer Sorte, und obwohl sie eigentlich etwas zu groß für meinen Baum sind und normalerweise das ganze Jahr von ein paar Schlüsseln an meinen Bücherschränken hängen, beschloß Gundel, daß sie diesmal an den Baum gehörten (sie stupste sie dauernd an, und was die Katze will, bekommt die Katze).



P.S. Dies sind fast zwanzig Jahre alte Abzüge, die ich abfotografiert habe, daher die Qualität, aber ihr bekommt schon eine Vorstellung :-)

Sonntag, 16. Dezember 2018

Zitat der Woche - Das sechzehnte Türchen

Ich frage mich, was für Feiertage sie auf anderen Planeten haben und wie wir uns dort anpassen würden.
Unsere liebste Alienfamilie auf der Erde, die Solomons, feiert das allererste Mal Weihnachten. Wenn man die Solomons kennt, weiß man, daß das nicht glattgehen kann.
Dick zum Beispiel nimmt am Wichteln teil. Obwohl zwanzig Dollar das Limit sind, hat sein Geschenk nur ein wenig mehr gekostet, hundertzwanzig Dollar mehr, und natürlich ist Dick deshalb auch bescheiden wie immer. Gar nicht.


Mary: Mein Dad hat immer den größten Weihnachtsbaum besorgt, den er finden konnte. Es wurden Lieder gesungen und für die Nachbarn Tor und Türen aufgemacht. All diese Großzügigkeit in der Weihnachtszeit.

Dick (überwältigt von Gefühl): Das ist so wundervoll. Sieh doch nur, wie großzügig ich bin! Seht her, ich BIN Weihnachten!!


Nun, ein fröhliches Alien-Weihnachten für dich, Dick! Er ist allerdings nicht mehr so fröhlich, als die Polizei ihn sich holt, weil er seinen Weihnachtsbaum aus dem Garten eines Nachbarn nehmen will ;-)
Er ist nicht der einzige, der seine Illusionen bezüglich Weihnachten verliert. Tommy verzweifelt daran, das perfekte Geschenk für seine Freundin zu finden. Harry findet heraus, daß der Weihnachtsmann im Einkaufszentrum nicht der echte Weihnachtsmann ist, und Sally, die im Zentrum Geschenke einpackt, kann nicht fassen, wie einfallslos die Leute sind.

Wird es denn trotzdem noch ein gutes Weihnachten werden? Ja, das wird es!



Hinterm Mond gleich links, USA, 1996 - 2001

Samstag, 15. Dezember 2018

Weihnachtskatzen - Das fünfzehnte Türchen


Ich frage mich, ob Katzenmütter ihren Kätzchen, wenn sie um eine Geschichte betteln, jemals die von Weihnachten erzählen - der Zeit, wenn die Menschen Bäume aufstellen und ihre Häuser mit den großartigsten Katzenspielzeugen schmücken, nur um unschuldige Katzen anzuschreien, die tun wollen, wofür sie geboren wurden. Warum können  sie diese baumelnden Anhängsel nicht anstupsen oder in eine Kugelkette beißen, um ein bißchen daran zu ziehen? Warum sollten sie nicht auf den Baum klettern und zu dem Engel auf der Spitze hallo sagen? Oder Fee oder Stern oder was auch immer, das sind nur Details.
Noch schlimmer, es gibt diese Menschen, die denken, es sei in Ordnung, vor nichts haltzumachen und ihre felinen Herren zu kostümieren. Weihnachtsmannmützen, Stolen aus Kunstpelz, Mäntelchen, Schals, Geweihe und mehr!
Ihr glaubt mir nicht? Wartet nur, ich habe Beweise. Herzzerreißend, nicht wahr?
Und die, die dem Kostümwahnsinn entkommen sind, wurden offensichtlich durch diese köstlich und nach Spaß aussehenden Ornamente gequält.
Es ist alles hier, die überraschten und die haßerfüllten Blicke, die ungläubigen und die, die sagen "schlaf heute nacht mit einem offenen Auge, Mensch".





Nun, und dann ist da natürlich noch Oliver. Oliver läßt ein Nein nicht gelten. Oliver beherrscht Weihnachten. Oliver beherrscht diesen Baum. Und den nächsten und den danach. Er ist der Meister und ich verneige mich vor ihm.



Ein riesiges Dankeschön an meine Freunde von My Cat Hates You und an meine Schwester für die tollen Bilder!!

Freitag, 14. Dezember 2018

Pack die Vorräte an? - Das vierzehnte Türchen


Heute habe ich einen Schrei losgelassen, der vielleicht in der Nachbarschaft zu hören war. Seit meiner Schilddrüsen-OP habe ich es nicht mehr geschafft, die hohen Töne zu treffen, ich muß also sagen, ich habe mich selber überrascht.

Was der Grund war, wollt ihr wissen?
Klebstoff. Was sonst. Es ist immer Klebstoff. Dreimal habe ich mich diese Woche damit herumgeschlagen, warum lerne ich nicht daraus?

Dies sollte ein Vorratsfresser werden, der mit Winter zu tun hat, und die Idee hörte sich auch simpel genug an. Man nehme eine kleine weiße Christbaumkugel, klebe Augen und einen Mund und eine große spitze Nase auf. Es würde einfacher werden als letztes Jahr, als ich aus je zwei Kugeln kleine Schneemänner mit Perlenschals gemacht hatte.
Eiszapfennase aus einem klaren Spike, da ich keine orangefarbenen habe. Warum habe ich es mit einem großen Spike versucht? Nur weil ich eben eine Tüte voller großer Spikes habe? Nur weil ich die Eiszapfenidee mochte? Und warum war ich so wild darauf, meine letzten großen Rocailles zu benutzen? Die Antwort ist, ich weiß es nicht! Ich weiß nicht, warum ich immer wieder versuchte, diese Perlen auf den Kugeln festzuhalten, wenn alles, was sie wollten, war, in einem Meer aus Klebstoff abzurutschen, welches ich dann auf meine Hände, mein Shirt und auf meine Zange, die ich als Pinzettenersatz benutzte, bekam.

Schließlich gab ich auf. Runter mit ihren großen Nasen! Rauf mit den kleinen!
Sie sahen nicht nur lächerlich gegenüber diesen großen Augen aus, sie wollten außerdem ebenfalls nicht halten.
Es wird der Tag kommen, an dem ich das meistere. Dieser Tag war nicht heute. Drei kleine Schneemannköpfe wanderten in den Müll, was sich ein wenig gruselig anfühlte. Ich machte nicht einmal Bilder ihrer bis dahin klebstoffverschmierten, kleinen Gesichter.

Die Dinge funktionieren nicht immer so wie wir es wollen. Nicht mal schreien kann daran etwas ändern ;-)
Zeit, etwas anderes auszuprobieren.

Donnerstag, 13. Dezember 2018

Oldies but Goodies, Noch mehr Sterne - Das dreizehnte Türchen


Für meinen Geschmack kann es nie genug Sterne geben, nicht nur zur Weihnachtszeit.
Heute mache ich es mir etwas leicht. Keine Geschichte, nur Sterne (aus der Jewelry Artisans Community Oldies but Goodies Challenge)!


1 und 5 und 7 Cat's Wire
2 RioRita
3 und 4 und 6 MC Stoneworks

Mittwoch, 12. Dezember 2018

Herrnhuter Sterne oder die Klebstoffschlacht - Das zwölfte Türchen


Herrnhuter Sterne wurden vor mehr als 160 Jahren erfunden. Die Herrnhuter Brüdergemeine ist eine protestantische Gemeinde. Im Jahr 1722 flüchteten Protestanten aus verschiedenen Ländern, die meisten jedoch aus Mähren und Böhmen, und gingen nach Sachsen, wo eine Gruppe von Flüchtlingen das Dorf Herrnhut aufbauten, das schnell wuchs (das ist eine nur sehr kurze Version).
Bald entsandten sie Missionare in ferne Länder. Diese schickten ihre Kinder oft zurück, sobald sie das Schulalter erreicht hatten.
Ein Lehrer nutzte Sterne, um seine Schüler Geometrie zu lehren, die Kinder dekorierten während der Adventszeit damit und reichten den Brauch an ihre Familien weiter. Die ersten Sterne waren weiß und rot, wobei weiß für Reinheit und rot für das Blut Christi stand.
Heutzutage bekommt man die Sterne in allen möglichen Farben, Größen und Materialien. Man kann sie schon zusammengesetzt kaufen oder auch als Bausatz, in Papier und in Plastik. Natürlich kann man sie auch komplett selber machen.

Ich bin eine Närrin. Ich dachte, es wäre ein Spaß - für euch - zu sehen, wie so ein Bausatz aussieht. Ich bin kein so großer Idiot, daß ich mich gleich an einen großen machen würde, wegen meines Klebstofftraumas. Ich weiß, daß ich beim Kleben grottenschlecht bin. Es zeigt sich immer wieder, aber ich war willig. Ich kaufte zwei Ministerne von 13 cm Größe, einen blau, einen gelb.

Hier sind die Bausätze in der Schachtel und der blaue ausgepackt. Wie ihr links oben seht, wollte Ponder mir helfen. Er änderte seine Meinung schnell. Wahrscheinlich hatte er Angst, daß ich ihn an den Stern kleben würde.



Dann tat ich etwas, was nicht oft geschieht, ich las die Anleitung. Natürlich gab es nicht viel zu lesen, es ist ziemlich selbsterklärend. Es stand allerdings da, daß ich den Klebstoff sparsam auftragen sollte. Sparsam gehört nicht zu meinem Wortschatz, einfach weil ich das nicht kann.
Außerdem stand dort, ich solle sieben quadratische Zacken nehmen und sie "über die Klebenaht der Körperhälften setzen".
Ich öffnete den Klebstoff und ratet mal. Ein großer Klebstoffblubb mit Luftblasen attackierte mich. Ich war ganz offensichtlich verdammt, aber immer noch willig.

Ich werde nie wieder die Anleitung lesen. Ich machte mich an die Siebenerrunde, aber je mehr Zacken ich aufklebte, um so mehr Klebstoffäden verteilte ich großzügig über den Tisch (nur gut, daß er so alt und vermackt ist), auf meinen Händen und wie Spinnweben zwischen den Zacken, und ich wußte nicht einmal mehr, wie ich den Stern noch halten sollte. Zwischendurch machte ich kleine Pausen, damit der Klebstoff tun konnte, was er so mußte, und zwar manchmal mehr in einem Zacken als auf dessen Rändern.





Mußten da solche Lücken sein?
Halt mal. Die Anleitung verkündete "Der Bastelstern ist zum Zusammenbau für Kinder ab 7 Jahren unter Aufsicht von Erwachsenen geeignet". Ich bin nicht wirklich sicher, daß ich so alt bin, was Klebstoff angeht! ;-)
Endlich war er aber fertig, und so sah er ja nicht mal so schlecht aus (obwohl ich mich immer noch mit dem Gedanken trage, alles abzureißen und von vorn anzufangen).


Ich hatte aber etwas für den zweiten Stern gelernt. Wen interessieren schon Anleitungen?
Diesmal klebte ich nicht entlang der Klebenaht, sondern arbeitete in Runden von oben bis unten. Verrückt! ;-) So konnte ich den Stern nämlich noch unten halten. Es ging wie nix, wenn man die Klebeprobleme nicht zählt (so schnell lerne ich auch wieder nicht).
Während ich so arbeitete, fiel mir übrigens ein, daß die größeren Sterne ja gar nicht geklebt werden, sie verwenden Klammern. Nun ja, ich wüßte sowieso nicht, wo ich ihn aufhängen sollte.

Und hier nun der gelbe Stern. Geschafft, yay!


Dienstag, 11. Dezember 2018

Schneekugeln - Das elfte Türchen


Ich hatte einmal eine Freundin, die Schneekugeln sammelte. Ihre Sammlung bekam ich nie zu sehen, aber als ich zufällig eine Fernsehsendung über Wien in der Weihnachtszeit sah, fragte ich mich, ob sie wohl die Geschichte der Schneekugel kannte. Ich jedenfalls nicht.
Wie gewöhnlich fand ich leicht unterschiedliche Geschichten auf verschiedenen Seiten.

Vielleicht möchtet ihr wissen, was Schneekugeln mit Wien zu tun haben. Während "eine der frühesten bekannten Beschreibungen der Schneekugel aus dem offiziellen Bericht der US-Regierung zur Universalausstellung von 1878 in Paris kommt", wie mir The Strategist mitteilt (ein Briefbeschwerer mit einem Mann im Schnee, der einen Regenschirm hält), gibt es auch die Geschichte von Erwin Perzy, einem Chirurgeninstrumentemacher in Wien, der versuchte, die Kohlenfadenlampe zu verbesser und mit einer Schusterkugel experimentierte, einer mit Wasser gefüllten Kugel, die Handwerker dazu benutzten, Lichtstrahlen zu bündeln, um während der Arbeit besseres Licht zu haben. Er probierte mehrere Stoffe aus, um sie dem Wasser zuzusetzen, damit das Licht besser reflektiert wurde. Grieß, der langsam auf den Grund sank, erinnerte ihn an Schnee und lieferte ihm die Idee zu Schneekugeln, deren erste ein Modell der Basilika von Mariazell enthielt. Er meldete ein Patent auf die Idee an und die Manufaktur existiert bis heute.

Dann kam ich auf die Seite des Paris Musée de la Poupée, wo ich erfuhr, daß die Vorgänger von Schneekugeln Cartesische Taucher waren, ein Wissenschaftsexperiment, das nach Descartes benannt ist.
Sie erwähnten Perzy überhaupt nicht, dafür aber einen Rechtsstreit zwischen zwei deutschen Marken. Von da ging es zu einer deutschen Website für Sammler, von dort zu einem amerikanischen Zeitungsartikel, den ich wegen der Datenschutzverordnung der EU nicht lesen konnte, und schließlich landete ich bei der Arbeit von Anne Hilker: A biography of the American snow globe: from memory to mass production, from souvenir to sign ... da habe ich dann aufgegeben, aber ihr dürft sie gern hier lesen und euch durch die vielen Literaturhinweise wühlen.

Es gibt nichts, was man nicht in einer Schneekugel finden kann, egal ob es Sinn macht oder nicht. Es gibt sogar eine Schneekugel, in der nur der Schnee ist! Schaut bei CoolSnowGlobes nach, wenn ihr mir nicht glaubt. Mein Favorit ist aber die Eclipse, die "die unendliche Tiefe des Nachthimmels heraufbeschwört". Es sieht schon faszinierend aus, aber mein Schreibtisch braucht auf keinen Fall noch mehr Sachen.



Man bekommt Schneekugeln in klein, groß, Glas, Plastik, als Kugel oder Halbkugel, als Schmuck, als Ornament oder als Bausatz.
Was würdet ihr in eine Schneekugel stecken, wenn ihr die Wahl hättet? Habt ihr denn selber welche, wenn ja, was für welche?
Hier ist die einzige, die ich habe :-)

 

Montag, 10. Dezember 2018

Feiertagsdüfte - Das zehnte Türchen


Letztens haben meine Schwester und ich über Duftkerzen gesprochen. Wegen der Katzen habe ich nie brennende Kerzen im Haus, geschweige denn duftende. Ich habe nur selten je Parfum getragen. Ich benutze keine Raumdüfte.
Das heißt jedoch natürlich nicht, daß ich keine Düfte oder Gerüche bemerke.
"Duft ist zutiefst persönlich, man hat keine Wahl, welche Düfte man mag oder nicht. Unser ganzes Leben lang speichern wir Informationen über Gerüche und schaffen einen komplexen Bestand an Erinnerungen und Bezügen, die alle einen großen Einfluß darauf haben, ob wir einen Duft mögen oder nicht (aus Belfast Telegraph)


Ich liebe den Geruch von gebratenen Zwiebeln.
Ich habe den Geruch von, ich weiß nicht, den Gleisen in der S-Bahn-Station nach einem starken Regen geliebt, aber nur auf dem Heimweg. Wahrscheinlich kam er von irgendwelchen Chemikalien, also ist es vielleicht gut, daß er inzwischen weg ist, aber diese paar Sekunden, wenn ich die Treppen herunterkam, löste etwas in mir aus.
Ich liebe den süßen Geruch der Rosen vor unserem Haus und zerdrückte Minze.
Ich mag den Geruch von Dingen mit Pfirsichgeschmack nicht.
Ich hasse den Geruch von Bärlauch. Als ich noch mit dem Ex zur Arbeit fuhr, gab es da diese Stelle, wo soviel Bärlauch gewesens ein muß, daß sich der Geruch nach einem Regen den Weg durch die Wagenfenster bahnte. Ich mußte den Atem anhalten, weil mir davon übel wurde.
Nun ja, und manchmal wünschte ich mir, Ponder würde spülen, nachdem er in der Kiste war.



Dann machte ich mich zu einem kleinen Trip durch das Internet auf, um mehr über Feiertagsdüfte herauszufinden. Ich hätte etwas zu essen mit auf den Ausflug nehmen sollen, denn es sah ganz danach aus, als würde das eine Weile dauern, und ich wußte schnell, daß ich in völliger Verwirrung enden würde, also mußte ich das etwas im Zaum halten. Wenn ihr mich mit euren eigenen persönlichen Erfahrungen erleuchten möchtet, tut das bitte, ich würde es wirklich gern hören!

Fangen wir mit Diwali an, weil dieses Fest schon im frühen November stattgefunden hat. Auf seiner Seite Hindu Inside sagt Hariram, daß Diwali wie das Schießpulver der Feuerwerkskörer und die Speisen riechtMads Creations erzählt mir, daß Diwali-Düfte für daheim beruhigend und einladend für Besucher sein sollen, floral und religiös, und nicht süß, würzig oder fruchtig, "weil Diwali ohnehin schon viele Angebote an Delikatessen und Leckereien einschließt, die bereits voller Süßungsmittel, Gewürze und Früchte sind": Ich werde ehrlich sein, ohne persönliche Erfahrung hilft mir das nicht viel weiter.

Chanukka endet heute abend. Aufgrund der Tatsache, daß ich nicht viel über Chanukka weiß außer dem, was ich gegooglet habe und dem Fetzen an Information, die mir Freunde gegeben haben, konnte ich nur an Latkes und Kerzen denken.
Offensichtlich lag ich so falsch damit. Chanukka duftet wie die Furcht vor der Verwandtschaft. Halt! Ich mache mich nicht lustig. Dies ist ein Zitat aus dem ersten Artikel, den ich dazu gefunden habe, auf Tablet, er handelt von Parfums zu Chanukka. Er zitiert außerdem einen weiteren Artikel auf Jewcy, den ich ebenfalls schon gefunden hatte, zu Duftkerzen für das Fest, und das führt mich zum letzten auf Alma, der tatsächlich eine Kerze erwähnt, die nach Latkes und Geleedonuts duften soll. Das kann ich mir nicht einmal annähernd vorstellen. Kartoffeln und Frucht? Fritieröl? (Übrigens sind die Artikel auf Englisch, denn auf Deutsch habe ich nichts wirklich Passendes gefunden.)
Ich wandte mich an eine liebe Freundin, um sie zu fragen, wie Chanukka für sie riecht. Sie meinte, ihr erster Gedanke sei Olivenöl, da es nicht nur für das Fest eine Bedeutung hat, sondern in ihrem Haus auch für Latkes (ich habe etwas richtig gehabt!) und Spinat mit Pinienkernen steht. Sie fügte außerdem hinzu, daß Töne eine große Rolle dabei spielten, als ihre Kinder klein waren, wenn sie zum Beispiel dreimal "Fröhliches Chanukka" riefen, während sie sich an den Händen hielten, im Kreis auf und ab sprangen und dann auf den Boden plumpsten, nachdem die Kerzen entzündet waren. Eine weitere Erinnerung, die sie teilte, war, daß sie als Heranwachsende die Geschenke versteckte und gereimte Hinweise im Haus auslegte, woraufhin es glückliche Schreie gab, wenn die Kinder etwas fanden. Danke, Sharon!

Weihnachten. Nun kann ich endlich aus eigener Erfahrung sprechen. Was sind für mich Weihnachtsdüfte?
Kiefernnadeln, Gewürze wie Zimt oder Nelken, Vanille, Truthahn (auch wenn ich ihn selber nicht esse), Orangen, Schnee (auch wenn ich ihn nicht mag ;-)) ... hm, nun hätte ich beinahe gern eine Duftkerze. Vielleicht stecke ich meine Nase einfach in die kleine Dose mit Weihnachtsgutsle, die ich zu Nikolaus von den Nachbarn bekommen habe!

 

Sonntag, 9. Dezember 2018

Zitat der Woche - Das neunte Türchen


Was wißt ihr über den Weihnachtsmann? Woher kam er? War er jemals ein Kind?
Natürich könnten wir jetzt die üblichen Geschichten aufwärmen. Ich könnte euch nochmal von dem Heiligen Nikolaus erzählen, ich könnte euch davon erzählen, daß er entweder als der Bischof gekleidet ist, der wirklich lebte, oder daß er früher verschiedene Farben wie braun oder blau trug und daß Coca Cola wirklich die Firma war, die den Weihnachtsmann dazu gemacht hat, wie die meisten von uns ihn sich heute vorstellen, im roten Mantel mit weißem Pelz, mit weißen Haaren und einem langen Bart, ho-ho-ho und Kinder auf seinem Knie, die ihm ihre Wünsche erzählen.

Diese Weihnachtsgeschichte aber ist anders. Stellt euch Lappland vor Hunderten von Jahren vor.
Ein Junge names Nikolas verliert seine Eltern und die kleine Schwester durch einen tragischen Unfall an Weihnachen, also beschließt das ganze Dorf, sich um ihn zu kümmern. Nikolas bleibt ein Jahr lang bei jeder Familie, dann zieht er weiter. Um seine Dankbarkeit zu zeigen, schnitzt er Spielzeug für die Kinder in seinen früheren Familien. Nach sechs Jahren aber bedeuten eine schlechte Ernte und Mißerfolg beim Fischfang, daß sich niemand leisten kann, ihn aufzunehmen.
Da bietet der Tischler Iisakki, der weit entfernt vom Dorf wohnt, das er nur besucht, um seine Waren zu verkaufen, an, den Jungen für ein Jahr zu nehmen.
Obwohl die Beziehung anfangs nicht leicht ist, da Iisakki Kinder nicht besonders mag, lehrt er Nikolas das Tischlerhandwerk. Eines Nachts ertappt er ihn in der Werkstatt, wo Nikolas an den Weihnachts-geschenken für die Dorfkinder arbeitet. Zuerst verbietet er ihm das, beschließt dann aber, ihm zu helfen. Auch bittet er den Jungen zu bleiben, obwohl das Jahr vorüber ist.
Als Iisakki alt wird, zieht er fort, hinterläßt sein Haus, die Werkstatt und sein Geld aber Nikolas, der für ihn wie ein Sohn geworden ist. Nikolas, der schon immer etwas von einem Einsiedler hatte, nimmt das als Anlaß, sein Leben Weihnachten zu widmen und den Kinder aller Dörfer in der Umgebung Geschenke zu bringen.

Um den roten Anzug kommen wir aber nicht herum! Da die Entfernung zwischen den Dörfern recht groß ist, besorgt sich Nikolas von Hilla vier Rentiere für seinen Schlitten. Er meint, sie würden recht einfach zu dressieren sein, die Rentiere jedoch haben dazu ihre eigene Meinung.


Erst als Nikolas Hillas Rat folgt und sich einen roten Anzug machen läßt, beginnen sie auf ihn zu hören und die Legende vom Weihnachtsmann nimmt ihren Anfang.


Wunder einer Winternacht - Die Weihnachtsgeschichte, Finnland, 2007

Samstag, 8. Dezember 2018

Weihnachtslied - Das achte Türchen



Als ich ein Kind war, bat unser Pfarrer mich, nach dem Konfus (Konfirmationsunterricht, für die, die das nicht so genannt haben) in sein Büro zu kommen. Er war ein echt cooler Kerl, schlau, freundlich, hörte uns Jungen genauso zu wie den Erwachsenen, wurde nie böse auf uns, wurde nie von unseren Streichen überrascht (da kommt mir zum Beispiel die Erinnerung an einen Überfall in seinem Garten, nach dem einige seiner Äpfel auf mysteriöse Weise verschwunden waren, und nein, daran habe ich nicht teilgenommen), war immer offen für Fragen und absolut niemals herablassend. Wer weiß, hätte ich mehr von seiner Sorte in der Kirche kennengelernt, würde ich jetzt vielleicht anders darüber denken. Darum soll es hier aber nicht gehen.
Als ich zu ihm hinaufkam, sagte er, daß ihm jemand zwei Sätze an Büchern von Theodor Storm gegeben hätte und meinte, er solle einen davon einem Kind geben, das sie seiner Meinung nach schätzen würde. Die meisten davon waren in Fraktur, und er dachte, ich sollte sie haben, weil er wußte, daß ich sie fließend lesen können würde.
Ich habe keine Ahnung, warum er mich ausgesucht hatte, ich bin mir sicher, es gab andere, die Fraktur lesen konnten, vielleicht tat er es, weil ich so verrückt nach Büchern war oder vielleicht wollte er mir auch etwas beibringen. Vielleicht war ich ja einfach die erste, die er sah ;-) Es ist auch egal, ich freute mich und war möglicherweise auch etwas stolz. Das war vor mehr als 40 Jahren, und ich habe und schätze sie immer noch, obwohl ich sie schon lang nicht mehr gelesen habe.

Ihm zu Ehren ist hier ein Weihnachtsgedicht von Storm. H.K. (so nannten wir ihn kurz, natürlich nicht ins Gesicht, obwohl ich mir sicher bin, daß er davon wußte), dies ist für Sie.


Weihnachtslied

 

Vom Himmel in die tiefsten Klüfte
Ein milder Stern herniederlacht;
Vom Tannenwalde steigen Düfte
Und hauchen durch die Winterlüfte,
Und kerzenhelle wird die Nacht.


Mir ist das Herz so froh erschrocken,
Das ist die liebe Weihnachtszeit!
Ich höre ferne Kirchenglocken
Mich lieblich heimatlich verlocken
In märchenstille Herrlichkeit.


Ein frommer Zauber hält mich wieder,
Anbetend, staunend muß ich steh'n;
Es sinkt auf meine Augenlider
Ein goldner Kindertraum hernieder,
Ich fühl’s, ein Wunder ist gescheh'n.



Oberhofenkirche (damals "meine" Kirche, Bild von 2010)

Freitag, 7. Dezember 2018

Vorratsfresser-Kugeln - Das siebte Türchen


Wenige von euch werden sich noch an meine allerersten aus Draht gehäkelten Christbaumkugeln erinnern. Unzerbrechlich, ungewöhnlich, ein paar davon noch verfügbar ;-) Seither habe ich unterschiedliche Arten von Dekorationen gemacht, die meisten davon waren allerdings aus Draht gestrickt, was mir erst kürzlich nach einer Unterhaltung mit einem Kollegen klar wurde. Warum hatte ich noch nie probiert, um eine Kugel herumzuhäkeln?
Nun, das ließ sich ja leicht ändern. Ich hatte schon ein paar, in Ordnung, viele Rocailles in verschiedenen Farben auf einem Kupferdraht und dazu wählte ich schwarze Kugeln als Füllung, weil der Kontrast den Unterschied zwischen den beiden Techniken gut zeigen würde.

Nachdem ich mit der Häkelkugel angefangen hatte, wußte ich, warum ich das Drahtstricken für Ornamente bevorzuge. Um die perfekte Form für die Kugel zu erreichen, arbeitet man tatsächlich auf der Kugel, ich zumindest. Das ist viel einfacher beim Stricken, weil die Drahtstruktur nicht so dicht ist, viel mehr nachgibt, wenn man sie gegen die Kugel drückt, und einfacher zu formen ist, und ndatürlich weil die Perlen zwischen den Maschen liegen. 
Beim Drahthäkeln arbeitet man gewöhnlich von innen, wenn man kein flaches Stück hat, und die Perlen liegen dann außen, aber versucht das mal, wenn innen schon eine Kugel im Weg ist! Also drehte ich die Drahtstruktur nach ein paar Reihen um, die Rocailles sind jetzt also auf der Innenseite, aber man kann sie immer herausschauen sehen.
Der andere Nachteil ist, daß es noch länger dauert als um eine Kugel herumzustricken, aber es ergibt definitiv einen ganzen anderen Look und brachte mich auch noch auf zwei neue Ideen für später irgendwann mal.


Nun die Drahtstrickkugel. Man kann alle Rocailles gut sehen, es sieht sehr luftig aus und weniger "unordentlich", weil man nur eine Drahtschicht hat, während das Häkeln dreidimensionaler ist, da man einen extra Draht durchziehen muß, um eine Masche zu bekommen.



Hier sind sie zusammen auf einem Bild, damit ihr noch besser vergleichen könnt. Ich möchte hinzufügen, daß die Drahthäkelkugel im richtigen Licht mehr funkelt, da die Drahtschichten und die Struktur das Licht besser einfangen. Ich frage mich aber, was den Funkelkampf gewinnen würde, wenn ich nur Rocailles mit Silbereinzug oder vielleicht sogar Kristalle verwendet hätte, da die Perlen in der Drahtstrickkugel soviel besser zu sehen sind.
Ich spüre außerdem die Versuchung auszuprobieren, welche leichter kaputt geht, wenn ich sie fallen lassen, aber dafür hat die Häkelei einfach zu lang gedauert.
Am Ende, schätze ich, ist es doch nur eine Geschmacksfrage, welche einem besser gefällt (vergessen wir nicht, daß dies auch ziemlich unkoventionelle Farben für Weihnachtskugeln sind ;-))


Dieser Post paßt übrigens gut zu meinen anderen Posts über den Unterschied von Techniken wie Drahthäkeln, Drahtstricken, Netztechnik und Wikingerstricken. Ihr könnt sie hier, hier und hier finden.

Donnerstag, 6. Dezember 2018

Oldies but Goodies - Renaissance Fair, Das sechste Türchen


Ich war noch nie auf einer Renaissance Fair. Ich weiß nicht einmal, ob es so etwas je in meiner Nähe gegeben hat, für mich ist das eher etwas Amerikanisches, aber das ist eigentlich auch egal, denn ich würde nicht dorthin gehen. Es sind die Leute oder eher die Anzahl an Leuten. Ich kann mit Menschenmengen einfach nicht mehr umgehen, nicht einmal für eine Weile. Es reicht mir ja schon ein Stadtbummel, aber zu viele Menschen an einer Stelle, das kann ich nicht haben.
Das ist auch der Grund, warum ich nie auf dem Esslinger Mittelaltermarkt und Weihnachtsmarkt war, egal wie sehr alle davon schwärmen. Schade, denn das wäre vielleicht die perfekte Einleitung für diesen Post gewesen. Mittelaltermärkte gibt es hier in Deutschland durchaus.
Renaissance Fair sind jedoch nicht immer im Mittelalter angesiedelt, sondern oft in der Ära von Elisabeth I. Aber wie feierten sie Weihnachten damals?

Als ich nachschaute, fiel mein Blick als erstes hierauf "Weihnachtsbräuche sind schwierig festzulegen und noch schwieriger als tatsächlich während der elisabethanischen Ära gebräuchlich zu identifizieren. (Die Vergangenheit ist nicht überall gleich.) Mit den Verschiebungen von katholisch zu protestantisch und dann nochmal hin und her, wurden einige Bräuche verboten oder hörten einfach auf, wurden wiederbelebt, dann aufgegeben. Hier sind einige der Dinge, deren wir uns sicher sind (aus "Life in Elizabethan England).

Häuser wurden mit allem möglichen Grün geschmückt, zum Beispiel Stechpalmen, Efeu, Eibe und mehr. Gastfreundlichkeit war die Regel, was immer man sich also leisten konnte, wurde aufgefahren, von Fleisch zu Pasteten, von gewürztem Wein bis hin zu Getränken aus heißem Apfelwein, Sherry oder Ale mit Gewürzen und Äpfeln. "Eßt, trinkt und seid fröhlich" (aus "BBC History") war das Motto für die zwölf Tage von Heiligabend bis Dreikönig. Der fröhliche Teil bestand aus Glücksspiel, Aufführungen, Morristänzen und allgemeiner Alberei.
Es gab außerdem den Brauch des Julklotzes, eines Holzklotzes, aus einem für den Anlaß ausgewählten Baum geschnitten, in die Feuerstelle gelegt und dann mit einem Stückchen des letztjährigen Klotzes, das aufgehoben wurde, entzündet. Der Julklotz soll dann die ganze Nacht brennen.

In Ordnung, Leute, ihr wißt, was ihr zu tun habt, und vergeßt ja nicht die Alberei! ;-)
Zu Zwecken des Schmückens biete ich euch außerdem diese Auswahl an Schmuck an, der zu einer Renaissance Fair getragen werden könnte, aus der letzten Jewelry Artisans Community Oldies but Goodies Challenge.



1 und 5 Cat's Wire
2 RioRita
3 und 7 Jewelry Art by Dawn
4 und 6 MC Stoneworks

Mittwoch, 5. Dezember 2018

Auf die viktorianische Art - Weihnachtsginpunsch


Ich weiß nicht mehr, wie es dazu kam, daß ich Mrs Crocombe auf dem YouTube-Kanal von English Heritage fand oder welches Video ich als erstes ansah, aber wie viele andere, wenn man nach all den Kommentaren geht, wurde ich sofort ein Fan der guten Dame. Diese Videos sind so schön gemacht.
Avis Crocombe ist kein erdachter Charakter, sie war Köchin bei der Braybrooke-Familie, die die Sommer in Audley End House verbrachte, ihrem Landsitz in Essex (ich wünschte, ich hätte davon gewußt, als wir in Cambridge waren, dann hätten wir es besuchen können). Ein Besucher des Hauses erkannte den Namen, der in einem von seiner Tante handgeschriebenen Buch erwähnt war. Diese Tante war Avis Crocombe und es war ihr Rezeptbuch, das er dann an English Heritage spendete. Das meiste von The Victorian Way (Auf die viktorianische Art) zeigt, wie Mrs Crocombe einige dieser Rezepte zubereitet.

Dieser Weihnachtspunsch sieht wie etwas aus, das ich machen könnte. Ich bräuchte nur etwas Ingwerwein und ein paar mehr Leute, die mir helfen, ihn zu trinken, es sei denn, ich fände die perfekten Maße dafür heraus, ihn für mich allein zuzubereiten! ;-)


Dienstag, 4. Dezember 2018

Schneevater - Das vierte Türchen

 
Ihr wißt vielleicht nicht, wer der Schneevater ist, darum hier eine kurze Erklärung. Er ist das Äquivalent zum Weihnachtsmann, nur eben auf der Scheibenwelt. Ihr meint, die Scheibenwelt kennt ihr auch nicht? Seufz. Okay. Ein sehr schlauer, geistreicher und witziger Mann namens Terry Pratchett hat uns von der Scheibenwelt erzählt, einer flachen Welt, von vier Elefanten getragen, die auf einer riesigen Schildkröte stehen, die durch den Raum gleitet. Es ist eine magische Welt voller Zauberer, Hexen, Trollen, Vampiren, Zwergen und so viel mehr.
Zurück zum Schneevater. Zu seinen Aufgaben gehört es unter anderem, den Kindern in der Schneevaternacht Geschenke zu bringen, dazu hat er einen von vier Ebern gezogenen Schlitten. Dann bezahlen die Auditoren einen Assassinen, der ihn aus dem Weg räumen soll. Also muß sich Tod verkleiden und den Job in Angriff annehmen, während seine Enkelin Susan versucht, den Schneevater zu retten.

Als ich meinem Kumpel diesen fabelhaften Adventskalender zu seinem Geburtstag besorgte, hatte ich nicht erwartet, daß ich einen umsonst dazubekommen würde, aber es hat mich wahnsinnig gefreut. Ich habe keine Ahnung, warum ich mir nicht gleich selber einen bestellt hatte!


Es scheint, daß Gundel entschlossen ist, mir mit meinem Adventskalender zu helfen (nein, ich habe sie nicht dahingesetzt), was für mich in Ordnung ist, aber sie bekommt keine Schokolade ab (keine Schokolade für Katzen, sie ist nicht gut für sie!)



P.S. Oh, und wenn ihr mehr über die Geschichte des Adventskalenders wissen möchtet, schaut euch meinen Post von 2010 an.

Montag, 3. Dezember 2018

Oh Weihnachtsbaum - Das dritte Türchen


Gundel liegt auf ihrem Lieblingsplatz auf der Treppe, Ponder hat in der plüschigen Weichheit seiner Kratztonne das Bewußtsein verloren - ein guter Moment, um meinen Weihnachtsbaum aufzustellen.
Letztes Jahr suchte ich nach meinen Kugeln, ich dachte, ich hätte den Verstand verloren. Das war tatsächlich so, denn sie waren in derselben Schachtel an demselben sicheren Platz, an dem sie die letzten paar Jahre auch waren, aber ihr wißt ja, wie das manchmal mit diesen sicheren Plätzen ist. Dieses Jahr ließ mein Gedächtnis mich nicht im Stich, hier sind sie also.
Jepp, fast meine ganze Baumdekoration paßt in eine kleine Schachtel, aber mein künstlicher Baum ist ja auch nicht gerade groß. Man sieht die gefädelte Kugel, die meine Freundin Caroline gemacht hat, ein paar meiner "Ananasscheiben", ein paar Beine einer Weihnachtsspinne und die Tentakel meiner Oktopuskugel herauslugen.



Sobald ich den Baum draußen hatte, betrat meine zweite Aufseherin die Szene. Sie knabberte ein wenig an ein paar Zweigen und umrundete den Baum, um zu prüfen, ob ich alle Zweige richtig hingebogen hatte. Für mich sieht es aus, als wäre Aufseherin Gundel zufrieden mit dem, was sie gesehen hat.


Der schwierigste Teil sind für mich die Lichter- und die Kugelkette. Ja, die Kugeln werden die Unregelmäßigkeit schon verstecken, denke ich. Wie ihr seht, helfen meine verläßlichen Holzkatzen dabei, den Baum an Ort und Stelle zu halten (außerdem ist einer der Zweige um das Geländer gewickelt ;-))


Inzwischen hatte Gundel beschlossen, daß ein zweiter Blick erforderlich war. Diese Kette sah ja nicht sehr sicher aus. Für mich auch nicht, nachdem sie anfing, daran herumzuzupfen! Trotzdem machte ich weiter. Da sind meine allerersten Prototypen von Drahthäkelkugeln, meine Drahtstrick- und ein paar gefädelte Kugeln, die gefädelten Schätzchen von meiner Freundin, Geschenke von den Nachbarn wie Holzsterne und mehr, winzige Anhänger von meinem Kumpel, die Schneemänner, die ich gemacht habe, der verrückte kleine Oktopus und die "Streitkolben"kugeln. Zu guter Letzt kam dann noch meine gestrickte "Flamme" obenauf und natürlich Christmas Jack, um alles zu bewachen!


Es ist schade, daß heute so ein grauer Tag ist, was es mir schwer macht, ein gutes Bild hinzubekommen. Vielleicht poste ich noch eins, wenn ich die Gelegenheit habe und das Licht gut genug ist.



Tja, und dann fiel die erste Kugel. Während ich geschmückt hatte, gab es ein paar mysteriöse Kugelbeben und ich sah immer wieder mal ein kleine schwarze Pfote, aber erst als ich fertig war, fiel sie - aber ging nicht kaputt!
Falls ihr also Lust habt, auf die Katzen oder den Baum zu wetten, laßt es mich wissen! ;-)

Sonntag, 2. Dezember 2018

Zitat der Woche - Das zweite Türchen


Pettersson und Findus (Pettson und Findus im Original) leben auf einem kleinen Hof in Schweden, mit strickenden Hennen und kleinen Kreaturen, die nur Findus, der Kater, sehen kann - die Mucklas.
Findus, der nach einer Erbsenmarke benannt ist, weil er als Kätzchen in einer Schachtel auf dem Hof ankam, auf der deren Name stand, hat von den Kindern vom Weihnachtsmann erzählt bekommen, und nun möchte er wirklich gern, daß der Weihnachtsmann in ihr Haus kommt, damit er ihn sehen kann.
Pettersson beschließt, eine Weihnachtsmannmaschine zu bauen, aber obwohl er oft Dinge erfindet, funktioniert sein Plan nicht. Eines der hölzernen Zahnräder geht kaputt, ein kleines Holzzahnrad wird von einem Muckla stibizt, und um alles noch schlimmer zu machen, hat sein Nachbar Gustavsson auch noch versprochen, daß Pettersson hundert Weihnachtsmänner für den Weihnachtsbazar schnitzen wird!

Was für ein Glück, daß Findus diesen seltsamen Briefträger im Wald trifft, den er aus einer Eiche retten muß ... oder vielleicht ist es ja gar kein Briefträger?
Eine Menge passiert, bis Pettersson und Findus endlich darauf warten, daß der Weihnachtsmann ankommt. Pettersson, der seine Erfindung mit Hilfe von Mirakelöl aus einem Paket, das der Briefträger Findus gegeben hat, zum Laufen gebracht hat, denkt, es wird sein mechanischer sein, aber stattdessen ...

Findus: Hallo, Herr Weihnachtsmann!
Pettersson: Er bewegt sich sehr geschmeidig. Äh, Findus, kann sein, daß die Stimme vom Weihnachtsmann ein wenig ...
Findus: Sei still, Pettersson!
Weihnachtsmann: Fröhliche Weihnachten!
Findus: Fröhliche Weihnachten!
Pettersson: Sei nicht traurig, er weiß nicht, daß du ein Kater bist. Er fragt wahrscheinlich, ob du ein braves Kind warst.
Findus: Sei jetzt still!
Weihnachtsmann: Warst du ein braver Kater?
Pettersson: Tja, eigentlich ist er ein ...
Findus: Ja! Ich war sehr brav!
Weihnachtsmann: So wie ich es mir gedacht habe. Du bist ein sehr netter Kater und ich hab auch ein Geschenk für dich. Bitte schön. Eine Überraschung.
Findus: Vielen Dank, daß du gekommen bist.
Weihnachtsmann: Hab ich gern gemacht. Ho-ho-ho! Helfer helfen den Helfern, wie wir Weihnachtsmänner sagen!
Findus: Das sagen Briefträger auch immer.
Weihnachtsmann: Ach ja, wirklich? *lacht* Ho, ho, ho!


Morgen, Findus, wird's was geben, D/DK/S, 2006