Mittwoch, 3. Juni 2020

Zierlich

Der Mondstein in diesem Anhänger ist ein alter Begleiter von mir. Tatsächlich ist er fast ganz von Anfang an dabei, seit ich Schmuck mache. Es waren ursprünglich zwei, aus denen ich Drahthäkelanhänger gemacht hatte - nicht ganz einfach mit einem so kleinen Cabochon - der eine ist verkauft, den anderen habe ich irgendwann zerlegt.

Ich liebe Mondsteine, weil ich den Mond liebe. Ich finde, sie verdienen ihren Namen wirklich.
So klein dieser auch ist hat er doch ein hübschen blauen Schimmer, weshalb ich dafür hellblaue Rocailles zu den klaren Rocailles und Kristallen ausgesucht habe. Ich habe überwiegend Faden ebenfalls in hellblau verwendet, um auch den klaren Perlen einen Anflug von Farbe zu geben, nur der Picotrand, der auf der Kristallreihe sitzt, ist mit weißem Faden gemacht.


Die Öse eingerechnet ist der ganze Anhänger nur 2,5 Zentimeter, also brauchte er auch eine zierliche Kette. Als ich auf der Suche nach etwas anderem auf YouTube ging, war eine meiner Empfehlungen ein Tutorial für eine Spiral-Herringbonekette mit zwei Perlen.
Ich wünschte, das Internet würde aus meinem Kopf rausbleiben!
Dennoch war das eine Empfehlung, die für mich paßte - ich verstehe immer noch nicht, warum YouTube zu denken scheint, daß ich auf verrückte Enthüllungsgeschichten über das englische Königshaus stehe, nur weil ich einem Kanal über viktorianisches Kochen folge! - denn der zierliche Look war perfekt für meinen Anhänger.
Außerdem ist es kein bißchen schwierig, und bei allem, was passiert ist und gerade noch passiert, sowohl persönlich als auch in der Welt, und was mir ständig im Kopf herumspukt, war es ein guter Weg, sich mal eine Weile in einem repetitiven Prozeß zu verlieren.
Um den eisigen Look zu verstärken, habe ich für die Kette klare Rocailles benutzt, einmal ganz klar, einmal mit Silbereinzug, und sie mit einem einfachen Klickverschluß versehen.


In der Jewelry Artisans Community haben wir ein paar winzige Challenges, sechs Mal im Jahr - winzig, weil nicht viele mitmachen - die letzte war es, eine eigene Kette zu einem Schmuckstück zu machen.
Ich habe oft Drahtschlauchketten zu meinen Anhängern gemacht, meistens gehäkelt oder gestrickt, aber ich mache nie Gliederketten aus Draht. Mein Plan war es, so eine in Angriff zu nehmen, aber ich hatte nicht das Gefühl, daß ich zur Zeit den Nerv dazu hätte.

Also wird es wohl das hier sein müssen.

Montag, 1. Juni 2020

Zibbet-Fundstücke der Woche - Licht und Schatten

Habt ihr je darüber nachgedacht, euren Schatten zu verlieren?
Ich liebe die Mary Poppins-Bücher, seit ich ein Kind war. Im letzten Kapitel von "Mary Poppins im Park", das "Hallowe'en" heißt, haben die Schatten der Menschen einen Abend frei von ihren "Eigentümern". Ich erinnere mich, wie ich meine eigenen Schatten ansah und mich fragte, ob ich mich gefühlt hätte als sei mir ein Teil meiner selbst weggenommen worden.

Licht und Schatten, keins ohne das andere.
Vielleicht bin ich nicht die einzige, die manchmal das Gefühl hat, daß es zur Zeit mehr Schatten als Licht gibt, aber heute habe ich euch von meinem Gang durch Zibbet beides mitgebracht.


Light Play - Kunstdruck von Fire Spirit Designs


"As I Walk These Lonely Streets" Kunstdruck von Shashamane Dream Photos


Katzenschatten Gummistempel von Cherry Pie Art Stamps


Winter Light - Kunstdruck von budanArt


Kristallwald Terrariumlicht von The Moonstoned Alchemist


Aluminiumprint Firefly von Two Rabbits

Freitag, 29. Mai 2020

Pack die Vorräte an - Geheimnisvoller Stein in Perlenstickerei

Ich habe ein paar Trommelsteine in meinem Vorrat, die ich schon ewig mit unterschiedlichen Drahttechniken zu benutzen versucht habe, jedesmal ohne Erfolg. Ich war nie zufrieden und habe sie immer wieder auseinandergenommen.
Nach einer Weile kann das fast zu einer Besessenheit werden.
Dieser Stein war einer von ihnen. Ich weiß nicht, was es für ein Stein ist, aber dieses Kugelmuster und die zarten Farben sprachen mich einfach unheimlich an . Eine gehäkelte oder gestrickte Fassung war nichts, der ärmliche Versuch einer Krappenfassung ging schief nicht nur wegen der irregulären Form des Steins, sondern auch weil er so glatt und rutschig war!

Als ich meine ersten Schritte in der Perlenstickerei machte, fragte ich mich, ob ich diesen Stein nun endlich festnageln könnte. Die Rückseite war nicht flach, aber vielleicht konnte ich ja die Erhöhung in der Mitte festkleben und den Stein dann zusätzlich mit der gefädelten Fassung sichern.
Nachdem das besser als erwartet funktionierte, ging ich an die Verzierungen.
Zuerst nähte ich ein paar Spacerperlen auf, die ich von einem kleinen Kristallarmband gerettet hatte, das ich mal gefunden hatte. Ich wählte Perlen, die die Farben aus dem Stein - Braun, ein zartes Rosa und ein Hauch von Orange - aufgriffen.
Irgendwie erinnert es mich an ein Korallenriff. Vielleicht denke ich bei den Spacerperlen mit ihren orangefarbenen Rändern an Seeanemonen?


Anfangs wollte ich einen Anhänger machen und habe dafür sogar ein paar Ösen ausprobiert, aber nichts davon gefiel mir, darum ist es stattdessen jetzt eine Brosche.

Donnerstag, 28. Mai 2020

Oldies but Goodies - Jung

Ich erinnere mich, wie eine Dame einmal über ein paar meiner Ohrringe sagte, sie schätze, Teenager würden diese mögen. Es war kein Kompliment. Ich hätte das sehr viel schwerer genommen, als ich mit dem Schmuckmachen anfing und immerzu dachte, ich würde alles falsch machen, aber in diesem Fall erinnerte mich das nur an etwas, was mein Ex mir vor Jahren gesagt hatte und das ich letzten Endes genauso ignorierte. Er sagte mir, ich sollte aufhören, mich wie ein Teenager anzuziehen - dabei sprach er von meinen Tier- und Nerdshirts.
Ja, es gibt Dinge, die ich nicht anziehen würde, zum Beispiel bauchfreie Tops, aber das ist meine Wahl, nicht weil mir jemand anderer sagt, ich sei zu alt dafür.

Das gleiche gilt für meinen Schmuck. Der Schmuck, den ich trage, kann mit Diamanten oder Glas, elegant oder verrückt sein, und niemand schafft es, daß ich mich deswegen schlecht fühle.

Das heutige Thema für die Jewelry Artisans Community Oldies but Goodies Challenge ist jung, und das kann für jeden etwas anderes bedeuten. Was ist in unserer Zeit denn überhaupt noch jung? Alles geht, richtig? Ob wir das mögen oder nicht, jeder hält sich an seinen eigenen Stil, so wie ich einen Kurzhaarschnitt verweigert habe. Warum,  nur weil ich grau werde und es dauert, bis die alte Farbe herausgewachsen ist? Solange mir mein langes Haar gefällt, werde ich es behalten, und wer weiß, wenn es ganz grau ist, mache ich mir vielleicht einen Zopf und stecke Blumen hinein ;-)
Was braucht ihr, um euch im Innersten jung zu fühlen, auch wenn ihr es außen nicht mehr seid?

Hier sind ein paar der "jungen" Stücke aus der Challenge. Welche würdet ihr tragen?


1 My Bijou Life
2 und 5 Cat's Wire
3 RioRita
4 und 6 Jewelry Art by Dawn

Donnerstag, 21. Mai 2020

Oldies but Goodies - Noch mehr Blumen

Vor fast einem Jahr machten ein Freund und ich einen kurzen Ausflug nach München (um Jane Goodall zu sehen, eine der großartigsten Erfahrungen, die ich je hatte). Auf dem Heimweg nahmen wir nicht den schnellen Weg, sondern machten hier und da einen kleinen Umweg (was toll war, denn wir hätten wir sonst herausgefunden, daß es etwas wie Fußballgolf gibt??).
Ich erinnere mich auch ein wunderschönes Feld voller Weizen und Mohnblumen und auf der anderen Seite der Straße eine einzelne Mohnblüte, die die Familie offensichtlich um des Abenteuers willen verlassen hatte ;-)



Als ich wieder auf dieses Bild stieß, inspirierte es das Thema für diese Woche der Jewelry Artisans Community Oldies but Goodies Challenge. Wir hatten Blumen schon mal als Thema, aber das ist so viele Jahre her, seither sind neue Blumen in JACs Garten gewachsen. Hier sind ein paar davon.


1 und 8 RioRita
2 und 6 Jewelry Art by Dawn
3 und 5 My Bijou Life
4 und 7 Cat's Wire

Dienstag, 19. Mai 2020

Nostalgie - Drumbo

Vor einigen Jahren, als ich noch die "Fundstücke der Woche"-Posts machte, hatte ich ein paar, "Ich bin eine Sammlerin" genannt, in denen ich Vintagestücke zeigte. Über die Zeit sind meine Sammlungen zum größten Teil nicht mehr gewachsen, aus unterschiedlichen Gründen, aber sie sind noch da und immer noch geliebt. Ich habe auch Vintagestücke, manche geerbt, manche geschenkt, manche von Flohmärkten, manche interessanter als andere. Ich dachte also, es könnte Spaß machen, immer mal wieder welche davon zu zeigen und ihre Geschichte zu erzählen.

Obwohl meine Familie nicht Kunde bei der Dresdner Bank war (die eine ziemlich berüchtigte Geschichte hat, aber das ist nicht Thema dieses Posts), kannten wir natürlich Drumbo. Ich wußte nicht, daß sein Name Drumbo war, aber ich kannte den kleinen Elefant, der als Spardose zum Weltspartag 1972 eingeführt wurde. Meine Freundin hatte einen und ich fand ihn so süß!
Es ging und geht immer noch das Gerücht, daß der berühmte Designer Luigi Colani für den minimalistischen Entwurf verantwortlich ist, dem Commerzbank-Blog zufolge (die Commerzbank schluckte die größere Dresdner Bank 2009) stimmt das nicht, es war der Designer Bernd Diefenbach, der für ein Münchner Designstudio arbeitete. Das wußte ich vor heute auch noch nicht.
Drumbo - der Name wurde aus den 1659 Vorschlägen der Angestellten ausgewählt und ist eine Mischung aus den Worten "Dresdner Bank", "Dumbo" und "Jumbo" - kam zunächst in grün (wer erinnert sich noch an "das grüne Band der Sympathie"?), aber später waren verschiedene Größen und Farben erhältlich. Es gab sogar Porzellanversionen, Plüschtiere, Briefbeschwerer und mehr.
Man bekommt Drumbo heute noch, allerdings nur in gelb, weil dies die Farbe der Commerzbank ist.


Meine Elefanten, die wir aus nostalgischen Gefühlen vor Jahren auf einem Flohmarkt kauften, sind orange und gelb, weil mir das spezielle Grün des Originals nicht gefällt.
Sie sind 6 cm groß, und während ich nicht sagen kann, aus welchem Jahr sie genau sind, weiß ich, daß sie nicht neu sind, weil auf dem Boden Dresdner Bank steht.


Wie ihr sehen könnte, gibt es kein Schloß. Wenn man seinen Elefanten leeren wollte, mußte man die Methode mit dem Messerfummelei im Schlitz anwenden, was einige Geduld erforderte, irgendwie aber auch Spaß machte, aber man wetter besser nicht, bis er voll war, denn dann bekam man das Geld nur heraus, wenn man ihn kaputtmachte!
Die neuen Versionen und größeren Größen haben aber ein Schloß.
Also werden meine Drumbos nicht benutzt (als hätte ich Geld zum Sparen übrig, wenn es doch Perlen gibt, ha), sondern bewachen stattdessen die Kategorie "Natur" in meinem Bücherschrank.