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Dienstag, 27. Januar 2026

Manchmal muß man einfach schneiden

Die Labradoritsteine, die ich hatte oder habe, sind normalerweise blau, grau und grün, aber Labradorit kann soviel mehr Farben haben, wobei Lila die seltenste ist.
Vor Monaten ging ich meine Cabochonlade durch und bemerkte, daß einer meiner geschnitzten Cabochons, der grau und grün aussah, tatsächlich in einem bestimmten Lichtwinkel einen wunderschönen rosa Schimmer hatte. Den ich in meinen Bildern (noch?) nicht so recht eingefangen habe, aber er ist da, wirklich.
Und ich wußte genau, welche Perlen dazu passen würden.

Für die Fassung wählte ich meine geliebten "Zauberapfel"-Rocailles. Es wird ein sehr trauriger Tag sein, wenn sie aufgebraucht sind, ich schaue sie mir sogar einfach nur gern in der Tube an. Als Verbindung zu dem rosa Schimmer wählte ich ein transparentes Dunkelrot - noch so ein Favorit - und ein paar dunkelrosafarbene 15er Perlen.


Die Fassung ist der einfach Teil. Es ist nicht so einfach zu entscheiden, was als nächstes kommen sollte, und diesmal traf ich auch eine Fehlentscheidung.
Ich freute mich darauf, wieder mal einen Freiformanhänger zu machen. Ich liebe Freiform (und frage mich manchmal, wieviel Schuld daran Gary Larsons Amöben tragen - googlet sie, falls ihr sie nicht kennt, denn ich muß immer an sie denken, wenn ich etwas in der Art mache). Ich wollte eine Mischung aus Rot- und Rosatönen in verschiedenen Perlengrößen verwenden, vielleicht mit etwas Gold hier und da.
Wenn ich in Freiform arbeite, schneide ich gern zuerst den Filz um den Cabochon in Form und folge dieser dann mit den Perlen. Gewöhnlich bin ich damit recht glücklich, obwohl ich mal hier und da die Ränder etwas beschneiden muß. In diesem Fall aber ... ohje, ich haßte es schon nach den ersten drei Reihen, glaube ich, machte aber trotzdem weiter.
Es ist schwierig, meine Gefühle zu erläutern, wenn ich an so etwas weiterarbeite. Es ist wie ein Tropfen Hoffnung, der in einer See von Zweifel schwimmt, - es besteht noch eine winzige Chance, daß ich es dank eines kreativen Wunders schaffe - oder auch öfter ein Molekül von Hoffnung in einer See von Ärger (über mich selber), Motivationsverlust und der Stimme meiner Muse, die mich anschreit, daß ich endlich aufgeben soll.

Das ist der schwierige Teil. Manchmal muß man sich vorwärtskämpfen, manchmal muß man, wenn möglich, kleinere oder größere Änderungen vornehmen - und manchmal muß man einfach nur schneiden.
So wie ich den Filz vorgeschnitten hatte, konnte ich ihn nicht mehr für ein regelmäßiges Design verwenden, aber ich mochte die Fassung und wollte sie nicht nochmal machen. Warum sollte ich das aber? Ich schnitt einfach entlang der Fassung und klebte dann das ganze auf ein zweites Stück Filz. Duh. Nicht so schwer, oder? Dann saß der Cabochon eben höher als gewöhnlich, weil ich gern dickeren Filz benutze, aber das war okay für mich.

Um den Extrarand zu verstecken, benutzte ich wunderschöne große dunkelrot-lila Perlen, dann eine Reihe Gold als Kontrast, und zwei Reihen für den Rand in himbeere und Zauberapfel.


Danach steckte ich erstmal fest. Ich hatte dieses Problem schon immer mit der Tropfenform, vom allerersten Labradorittropfen an, den ich je benutzte (erinnert euch, daß ich euch kürzlich nach eurer Meinung gefragt habe - nun, keine Antwort, also mußte ich selber damit fertigwerden).
Will ich die Spitze oben haben oder folge ich meiner Muse, die die Spitze immer unten sehen will? Wie ihr sehen könnt, hat Mabel gewonnen.
Ich ergänzte ein großes Peyote-Perlen"röhrchen" auf der Rückseite für den gedrehten Herringbone-Schlauch, den ich in Zauberapfel und dunkelrot-lila gefädelt hatte. Dadurch liegt der Anhänger nicht flach auf, sondern im Winkel.

Und als ob das nicht schon ausreichte, gab ich noch meiner asymmetrischen Seite nach. Es hatte so lang gedauert, sie zu entwickeln, aber nun geht sie nicht mehr fort.
Mein erster Plan waren kleine braune Glasblumen, die ich schon früher benutzt habe und sehr liebe, aber leider konnte ich sie auf die Schnelle nicht finden.


Was ich aber fand, waren diese übriggebliebenen Perlen, und mir gefiel der Kontrast, den sie zum Anhänger beisteuerten. Auffallend vielleicht, aber ich fand die Kette konnte etwas Oomph gebrauchen, um sie weniger klassisch (und langweilig) zu machen.

Ich habe übrigens etwas geschummelt. Im Moment, da ich das hier schreibe, hat die Kette noch keinen Verschluß. Ich habe keinen goldenen Karabinerhaken, der groß genug ist, wollte aber nicht mit dem Fotografieren warten, weil ich so glücklich darüber bin, daß dieses WIP, das jetzt schon ein paar Monate in der Arbeitsbox sitzt und wartet, endlich fast fertig ist!

Montag, 19. Januar 2026

"Cloisonné"-Halskette

Das heutige Schmuckstück ist nicht echtes Cloisonné, wurde aber davon inspiriert.
Cloisonné ist eine uralte Technik, bei der Metallstreifen oder -draht auf einer Metalloberfläche befestigt werden und so Zwischenräume bilden ("cloisons" auf Französisch). Anfangs wurden Edelsteine dafür verwendet, die so entstehenden Lücken zu füllen, später dann Emaille, was ebenfalls bunt, aber nicht so teuer ist.
Ich erinnere mich, daß ich sogar schon als Kind von Cloisonné-Stücken fasziniert war. Ich mache aber keine Metallarbeiten und habe auch noch nie mit Emaille gearbeitet.

Manche meiner Ideen entstehen völlig aus dem Blauen heraus. Ich schaue mir gern an, was so in meiner aktuellen "Arbeitsbox" ist - ich sollte wirklich mal die letzte aufräumen, denn ich bin sicher, ich werde ein paar Überraschungen darin entdecken -, und arbeite dann damit.
Diesmal fand ich übriggebliebenes ungleichmäßiges Dreieck Stickuntergrund und einen Abschnitt eines schmalen Bands aus Wildlederimitat, das ich kurz für "Die große Umarmung" in Erwägung gezogen hatte.
Es war wahrscheinlich das flache Aussehen, das mich an die Metallstreifen in Cloisonné erinnerte und mich zu der Überlegung brachte, wie es wohl aussehen würde, wenn ich das Band auf den Untergrund aufkleben würde (oooh, ehrgeizig), nicht flach, sondern auf dem Rand, damit ich Kurven ziehen konnte. Dann würde ich die Lücken mit Perlenstickerei auffüllen.
Natürlich wäre es interessant gewesen, ein tatsächliches Muster wie in echtem Cloisonné zu kreieren, aber dafür war das Band zu dick. Ich habe ja schon eine ganze Weile dafür gebraucht, diesen geschlossenen "Kreis" hinzubekommen. Abgesehen davon klappte das Aufkleben aber erstaunlich gut.


Zunächst begann ich damit, die Leerräume mit Reihen zu füllen, die dem Verlauf des Bandes folgten, aber wie schon bei der "Großen Umarmung" merkte ich schnell, daß mir das nicht gefiel.
Also trennte ich die Reihen heraus und nähte stattdessen Perle für Perle auf, was bei den engen Stellen viel besser funktionierte.
Außerdem was der ursprüngliche Plan gewesen, jede Farbe einmal zu verwenden und den Anhänger richtig bunt zu macht. Hätte ich aber vorher so richtig darüber nachgedacht und nicht das Band verwenden wollen, das schon geschnitten war, hätte ich statt des blauen ein schwarzes genommen. Wieder riß ich alles heraus und beschränkte mich stattdessen auf willkürliche Plazierung von Grün- und Blautönen. Natürlich ruft eine Kombination von Grün und Blau bei mir immer Gedanken ans Meer hervor und das Band verstärkte bei mir noch das Gefühl von Korallenriff, also mußte ich mich des Drangs erwehren, auch noch Perlen dazuzunehmen. Ich denke, das wäre einfach zuviel gewesen.


Nächste Entscheidung - eine Kette.
Ich liebe das Aussehen eines gedrehten Herringboneschlauchs mit drei Perlen in kontrastierenden Farben und wählte ein dunkles Regenbogengrün, ein Metallicblau mit einem Hauch von Mint und einem wunderschönen Dunkelblau.
Könnt ihr euch nicht auch eine Reihe von Schlauchketten wie dieser in verschiedenen Farben und Längen vorstellen?


Ich hatte so richtig Spaß beim Herumspielen mit diesem Stück und wünschte fast, ich hätte die Geduld, nochmal eins mit schwarzem Band zu probieren, aber während meine Hände noch eine Pause brauchen, ist mein Gehirn schon auf dem Weg zum nächsten WIP in meiner Arbeitsbox, das schon so lang dort drin wartet, weil ich mich nicht entscheiden kann, wie herum ich den Anhänger haben will!
Was sagt ihr - Tropfen mit der Spitze nach oben oder nach unten?

Samstag, 29. November 2025

Die große Umarmung - Teil 2

Falls ihr Teil 1 der großen Umarmung noch nicht kennt, könnt ihr ihn hier finden.

Wir haben beim Cliffhanger aufgehört, als ich meinen Boro-Lampworkhai auf den Küchenboden fallen lassen habe. Die Nase und der Schwanz brachen ab, aber ich konnte nur ein Teil des Schwanzes finden.
Dann geschah etwas Unerwartetes, das ich ehrlich nicht erklären kann. Mindestens eine Woche später fand ich das andere Teil des Schwanzes, habe aber keine Ahnung, woher es plötzlich kam, da ich den gesamten Küchenboden abgesucht hatte. Meine beste Idee ist, daß er vielleicht sogar noch weiter weg geflogen war und die Katzen ihn gefunden und zurück in die Küche gekickt haben.
Auf jeden Fall hatte ich auf einmal doch ein wenig Hoffnung, daß ich vielleicht, nur vielleicht, doch etwas damit anfangen könnte. Nicht das, was ich geplant hatte, nicht das, was ich eigentlich wollte und was mich 100 % glücklich machen würde, aber etwas, das trotzdem gut war.

Wie sollte ich das nun anstellen?
Natürlich mußte ich den Hai erstmal kleben. Meine komplizierte Beziehung zu Klebstoff ist schon lang ein "running joke" unter meinen Freunden. Viel länger schon als meine Schmuckmacherei. Es ist ein Wunder, daß ich nicht noch Dinge von vor Jahren an den Fingern kleben habe (das passiert mir wirklich). Ich bin schrecklich mit Klebstoff und meine Erfahrung sagte mir, daß der Hai nicht perfekt sein würde.
Überraschung! Quatsch. Natürlich war er nicht perfekt.
Also mußte ich einen Weg finden, die Narben so gut wie möglich zu verstecken. Davon mit Gold abzulenken, wie ich das bei dem kaputten Delphin meiner Freundin gemacht hatte, war keine Option für mich, weil der Oktopus aus Kupfer ist. Den Schwanz komplett wegzulassen und zu verstecken - im Gegensatz zu meinem Hai tauchte der Schwanz des Delphins nie mehr auf - war auch keine Option, weil ich den Schwanz ja hatte und diese lange Flosse liebe.


Das Schwierige daran, die Narben zu verstecken, würde sein, daß die durch die Nase sehr nah am Auge liegt und daß am Schwanz eine recht massive Glasöse ist (immerhin ist es ein Anhänger). Wäre der Hai wie ein Cabochon gewesen, ganz flach auf der Rückseite, hätte ich ihn vielleicht komplett auf eine Unterlage kleben können.
Schon bevor ich anfing, wußte ich, daß ich mit dem Teil um die Nase nicht so zufrieden sein würde. Nun ja.

Was genau sollte ich aber tun?
Es war offensichtlich, daß nur Perlenstickerei in Frage kam. Wie gesagt war dieser Hai viel kleiner als die anderen und war nun sogar noch zerbrechlicher (haha). Ihn einfach nur an den Oktopus zu wickeln würde keine sehr stabile Konstruktion abgeben.

Also würde ich den Hai stattdessen an den möglichen Stellen auf die Unterlage kleben, dann die Öse daran annähen und sie unter Perlen verstecken. Ich würde außerdem den Kopf des Oktopus soweit wie möglich ankleben (hinten sind Drähte vom Wickeln, die ihn etwas anheben), gerade genug, damit er sicher hält, während ich die Tentakel um den Hai herum anordne.

Enschuldigt bitte dieses schlechte Bild. Es ist
eins meiner berüchtigten Nacht-WIP-Bilder und 
gewöhnlich nur für Freunde gedacht. Tatsächlich
mußte ich es aus einer alten Facebook-Nachricht
zurückholen. Ich mache selten echte WIP-Bilder.

Das, meine Lieben, klingt viel einfacher als es tatsächlich ist. Zuerst nähte ich die Tentakel an ein paar Stellen an. Kupfer ist formbar und kann sich trotzdem sehr stur weigern, das zu tun, was man möchte, vor allem in dickem, so umwickelten Draht, noch mehr wenn man sich mit Tentakelschlingen austobt. Ich hätte gern mehr aus dem Fluß im WIP-Bild bewahrt, aber das wäre dann sehr breit für als Anhänger für mich selber geworden.
Natürlich würde ich die Tentakel dann noch mehr annähe, nachdem ich mich für die Verteilung der Perlen entschieden hatte.

Also tat ich all das und hatte dann eine Menge Raum für Perlen. Zu der Zeit wollte ich keine neuen Perlen kaufen. Ich hatte eine Ladung von Rocailles und Würfelperlen in unterschiedlichen Größen und einer Vielfalt von Blau, Klar, Grün, Lila, und wer mir schon eine Weile beim Schmuckmachen folgt weiß, daß ich Perlen in Wasserszenen nicht widerstehen kann.
Ich fing mit (meiner Meinung nach) klassischer Perlenstickerei an, also Perlenreihen, die nebeneinander her laufen. Sehr organisiert im Aussehen, ich dachte, das wäre ein schöner ruhiger Hintergrund für die Umarmung.
Nachdem eine Ecke fertig war, mußte ich mir eingestehen, daß ich es haßte. Wegen des dicken Drahts liegen die Tentakel nicht flach auf. Da sind also nicht nur Perlen um sie herum, sondern auch einige darüber und darunter.  Außerdem sind Perlen unter dem Hai und über den Narben (ich bin wirklich nicht sehr glücklich mit der Nase, konnte es aber nicht besser hinbekommen, ohne das Auge abzudecken) und unter dem Oktopuskopf - und in schönen ordentlichen Reihen an diese Stellen kommen? Ja, das klappte nicht.
Ich kann euch gar nicht sagen, wie lang ich brauchte, diesen Hintergrund zu sticken, immer ein, zwei Perlen auf einmal.

Ein etwas besseres WIP-Bild, immer noch
für Freunde gedacht. Es wird weder dem
Glitzern im Blaufluß noch dem im Hai gerecht.

Nächster Stop - den Schmuck fertigmachen.
Zwei Monate und noch keine Kette.
Dann erinnerte ich mich aber an meine Meerjungfrau (das ist ein echt großes Schmuckstück, das zum Glück an eine Kundin ging, die es groß mag).


Ich hatte immer noch Kupfercrimps und das Lederimitatband, dessen Farben gut zum Hintergrund paßten.
Als ich es aber ausprobiert, gefiel mir der Look überhaupt nicht. Irgendwie schien der Anhänger nach einer Kupferkette zu verlangen, die zum Oktopus paßte.
Als ich mich aber so durch meine Materialschubladen wühlte, fand ich nur Kette in der falschen Größe und ich wollte wirklich, wirklich nicht meine eigene Kette machen. Also machte ich mich ans Onlineshoppen, aber wieder waren die Ketten entweder zu klein oder hatten nicht das richtige Aussehen.
Schließlich fand ich Kettenglieder, die wie das Unendlichzeichen aussahen und die Windungen der Tentakel nachzuahmen scheinen, und kombinierte sie mit kleinen Ringen zu einer Kette. Zum Glück kaufte ich genau die richtige Anzahl!


Ist das meine Vision? Himmel, nein, es könnte gar nicht entfernter davon sein. Ich wollte nur den Oktopus und den Hai zusammen, vielleicht mit ein paar Perlen, um den Ozean anzudeuten. Wären die Bruchstellen anderswo gewesen, hätte ich es vielleicht hinbekommen.

Habe ich aber den Hai gerettet? Ich denke doch. Noch ein kaputtes Stück, das nicht im Müll gelandet ist, sondern weiterstrahlen wird. (Der Drang, über zerbrochene Schönheit zu philosophieren, ist groß, aber ich erspare euch das!)


Montag, 13. Oktober 2025

Die große Umarmung - Teil 1

Vor über zehn Jahren kaufte ich mehrere Lampworkanhänger aus Borosilikatglas, Manatis (eine davon könnt ihr hier sehen), einen Delphin (den habt ihr auch schon mal gesehen), einen Hai. Die Anhänger sind absolut umwerfend, aber es dauerte Monate, bis sie verschickt wurden, was mich davon abhielt, noch mehr zu bestellen. Das ist wirklich schade, denn ich habe seither nichts mehr gesehen, was an sie herankommt.
Außerdem ging der Hai auf dem Transport kaputt. Ich bekam einen Ersatz, war aber wild entschlossen, den kaputten auch auf irgendeine Weise zu verwenden (ich habe das mehr als einmal mit Komponenten gemacht, diese Stücke aber natürlich nie verkauft).

Falls ihr es noch nicht bemerkt habt, ich liebe nicht nur Haie, sondern auch Oktopoden. 
Dies ist ein Bild von nur ein paar, die ich im Laufe der Jahre gemacht habe. Einen winzigen, größere, einen echt großen. Ah, habt ihr es schon bemerkt? Haie!


Zuerst experimentierte ich mit dem kaputten Anhänger. Der Plan war gewesen, die Klebestellen hinter Tentakeln zu verstecken, aber soviel wie möglich vom Hai zu zeigen.
Ich mußte ganz schön herumfiddeln, aber ich schaffte es. Der Anhänger bekam den Namen "Die Umarmung", weil diese zwei für mich Freunde statt Feinde waren.
Wenn ihr denkt, daß die zweite Umarmung von Oktopus und Hai mit der gewonnenen Erfahrung einfacher zu machen war, liegt ihr falsch. Lampwork ist wirklich glatt und die Tentakel mußten ganz exakt sitzen, um den Hai sicher festzuhalten. Die Öse auf der Rückseite des Schwanzes ist die einzige Stelle, an der der Oktopus tatsächlich mit Draht am Hai befestigt ist.


Der zweite Anhänger wurde verkauft und der erste ging an eine Freundin (natürlich wußte sie über die Klebestellen Bescheid).
Ich will ganz ehrlich sein, ich bereute sehr schnell, daß ich keinen für mich behalten hatte, einfach weil es sich als unmöglich herausstellte, noch so einen Hai wie diese zu finden.

Nachdem ich lang gesucht hatte, fand ich schließlich einen und ich war so glücklich! Er war viel kleiner als die anderen, aber so schön.
Irgendwie kam ich aber nie dazu, etwas damit zu machen. Es gab immer etwas anderes auszuprobieren und das Drahtwickeln wurde langsam schon schwieriger für mich. Als es aber dann richtig hart für meinen Daumen wurde, wußte ich, daß es jetzt oder nie hieß, bevor es womöglich gar nicht mehr ging. Es war schon eine Weile hergewesen, daß ich mit Kupfer gespielt hatte und es fühlte sich echt gut an, aber es waren ganz schön viele Pausen nötig, um meinen Oktopus im Laufe der nächsten Wochen fertigzumachen.

Als ich dann endlich fertig war und den Oktopus zum Oxidieren mit in die Küche nehmen wollte, entging mir, daß sich der Hai, der in derselben Schachtel war, in ein paar noch losen Drahtenden verfangen hatte. Ja, man muß ziemlich blöd sein, um nicht zu bemerken, daß man zwei Dinge in der Hand hat, aber so bin ich eben manchmal.

Er hätte im Flur auf den einzigen Vinylboden fallen können, den ich habe, aber nein, er fiel in der Küche, auf den härtesten all meiner Böden.
Ihr wißt, wie manche Dinge scheinbar in Zeitlupe ablaufen und es trotzdem unmöglich ist, etwas dagegen zu tun? Wie das eine Mal, als ich mir mit dem Brotmesser in Finger und Fingernagel schnitt und mein Gehirn erst dann aufwachte und mir sagte, daß ich nicht da schneiden solle, als ich schon angefangen hätte, wie blöd zu bluten.
Es bestand keine Chance für mich, den Hai aufzufangen, bevor er auf den Fliesen aufknallte und Stücke flogen. Die Nase und der Schwanz waren abgebrochen (das scheint so ein Ding zu sein, meiner Freundin passierte ja das gleiche mit ihrem Delphin). Ich konnte aber nur die Nase und einen Teil des Schwanzes wiederfinden.

Das hört sich für euch vielleicht lächerlich an, aber ich war am Boden zerstört.
Ich konnten diesen Hai nicht ersetzen, egal wie sehr ich herumsuchte. Es gab ein paar Lampworkhaie, Anhänger und Figuren, und sie waren zweifellos hübsch, aber keiner davon hatte diese Eleganz, keiner sprach mich an.
Ich wollte nicht mal mehr den Oktopus anschauen, was einiges heißt.
Dann geschah etwas Unerwartetes und ja, ich sage dies total als Cliffhanger.

Ich hoffe, ich sehe euch bei Teil 2 wieder!

Freitag, 18. April 2025

Pack die Vorräte an - Mookait"zahn"ohrringe

Vielleicht erinnert ihr euch an meine Mookait"zahn"kette, die ich vor ein paar Jahren gemacht habe, inspiriert von einem Lieblingsjugendbuch aus meiner Kindheit (das ich regelmäßig wieder lese) - Rulaman von 1878 über einen Stamm von Höhlenmenschen, angesiedelt in einer Gegend, die gar nicht weit von mir entfernt liegt, was das Lesen natürlich nur noch faszinierender machte.
Dies ist eine Abbildung des Festes, das sie abhielten, nachdem sie den gefährlichen Höhlenlöwen erlegt haben, an den sie so viele Familienmitglieder verloren.
Die Vorstellung, daß es Höhlenlöwen und -bären in meiner Gegend gab, fand ich so aufregend!


Ich meinte damals, ich würde vielleicht noch mehr mit einer anderen Delicafarbe machen und vergaß das natürlich prompt, bis ich die Kette neulich an anderer Stelle zeigte.


Letztes Mal verwendete ich Kupfer und Beere für die Perlenstreifen, die die Steine halten, und auch wenn es nicht so scheint, wählte ich die Steine nach Größe aus. Der in der Mitte ist am längsten und dann wählte ich Paare von ähnlicher Größe, um die Seiten aufzubauen.
Diesmal entschied ich mich, unterschiedliche Brauntöne für die Streifen zu benutzen, und dann meine übriggebliebenen Steine größenmäßig völlig verschieden sind, dachte ich mir, Ohrringe aus Zähnen wären auch etwas für Neandertaler gewesen - nicht mit Metall natürlich, aber schließlich war der Plan nicht, authentischen Neandertalerschmuck zu machen, sondern davon inspiriert zu werden.
Ja, man glaubt tatsächlich, daß sie Schmuck und Schminke verwendeten.
Natürlich wären diese Ohrringe asymmetrisch und wahrscheinlich willkürlich in der Steinauswahl, so wie es meine sind.


Erst hatte ich drei Steine an jeden Ohrring gehängt, aber der dritte Stein und die Kette wollten einfach nicht so fallen, wie ich es gern gehabt hätte, wegen der Größe der einzelnen Anhänger. Ich finde, zwei funktionieren viel besser.

Hier ist eine längere Variation.


Nicht alle meine Vorratsprojekte müssen etwas Großes werden.
Mein Mookaitvorrat ist mit diesen Ohrringen nicht annähernd aufgebraucht. Ich habe eine kleine Schachtel mit unterschiedlichen Größen, Formen und Farben.
Darunter sind auch diese schönen großen Perlen, es gibt zwar nicht viele, die zusammenpassen, aber diese beiden cremefarbigen geben ein schönes Paar ab.


Seit ich diese Schachtel in einem Destash bekam, rufen die Perlen mich immer wieder mal. Es wird interessant sein zu sehen, sogar für mich selber, was die nächsten wohl sein wollen!

Freitag, 21. März 2025

Pack die Vorräte an - Tränen des Juwelendrachen

Manchmal bin ich selber überrascht, wenn ich das Alter von Dingen in meinen Vorräten nachschlage.
Ich erinnere mich noch sehr lebhaft daran, wie ich zwei große Drachenaugen bestellte, weil es so schwierig war, mich für eine Größe und Farbe zu entscheiden. Damals hatte ich dem Perlenfädeln oder -sticken nicht mal das leiseste Interesse geschenkt und wußte nicht so recht, was ich damit tun sollte, vor allem auch weil sie so groß waren, aber sie sahen so hübsch aus, daß ich nicht widerstehen konnte.
Eins davon landete in einer Kette für mich, der ersten meiner wenigen "Split Loom"-Ketten, noch ziemlich früh auf meiner Perlenwebreise. Ich würde das so jetzt nicht mehr machen, aber bis jetzt hat die Kette meine regelmäßigen "Sitzungen der Zerstörung" überlebt, stattdessen hängt sie jetzt als Erinnerung an mein erstes SLN-Experiment, das ich wohl nicht wiederholen könnte, an meiner Wand.
Was mich aber wirklich überraschte, als ich in meiner Kaufhistorie nachschaute, war, daß ich die Augen am 2. Juni 2013 gekauft hatte - übrigens ist der Shop noch aktiv, der Preis ist nicht mal so sehr gestiegen, das Porto aber schon, nicht überraschend - und die fertige Kette am 28. Juni auf meinem Blog zeigte. Das war recht schnell, wenn man die Zeit bedenkt, die die Augen noch im Versand zwischen den USA und Deutschland verbracht haben.



Wie ihr seht, war ich mit dem zweiten Auge nicht ganz so schnell, es mußte mehr als 11 1/" Jahre in meiner Vorratsschublade verbringen!

Für einen Crafternoon - ein virtuelles Treffen mit ein paar Bloggerfreundinnen zum Quatschen und Basteln - brauchte ich ein Projekt und wählte spontan das Drachenauge für eine Perlenstickerei aus.
Um sicherzugehen, fädle ich gewöhnlich eine Fassung für meine Cabochons, der Anfang war also leicht.
Natürlich war ich nicht die einzige, die sich an Saurons Auge erinnert fühlte. Das Gelb fehlte, aber das war sowieso nicht die Richtung, die ich verfolgen wollte. Nur welche Richtung es stattdessen sein sollte, wußte ich absolut nicht.

Zum nächsten Treffen zwei Wochen später holte ich es wieder heraus, die Fassung war inzwischen fertig.
Um auf eine Idee zu kommen, halte ich einen Cabochon ab und zu einfach gern hoch und starre ihn an, manchmal geht das ein paar Tage lang so, dann krame ich in meinem Vorratsschubladen, um zu sehen, ob mich irgendetwas anschreit - Texturen, Formen, als erstes aber vor allem Farben.
Diesmal stieß ich auf meine geliebten Hexagonperlen und mein erster Gedanke war "Juwelendrachen". Hexperlen in einem dunklen Rot, einem Rot und einem Gold mit Silbereinzug, und Schwarz mit AB für Tiefe und Kontrast. Rocailles in ähnlichen Farben für extra Struktur.
Das würde so funkeln und glänzen, ganz und gar nicht wie Sauron.

Nachdem ich die Hälfte der Fläche mit Perlen bedeckt hatte, verlangte das Stück nach freier Form. Ich habe keine Ahnung, warum Perlensticken die Technik ist, bei der ich eine freie Form am liebsten mag. Vielleicht kommt es darauf an, wie ich die Perlen aufsticke. Wenn ich sie einfach in alle Richtungen fließen lasse, ohne daß ich zuerst über ein Muster nachdenke, scheint das die strengen Grenzen der Eigenform des Cabochons aufzubrechen und es fühlt sich falsch an, diesen Fluß dann einzuschränken, indem man ihn in die gleiche Form wie die des Cabochons zwängt. Keine Regeln, nur Vibes. Macht das Sinn oder ist das nur in meinem Kopf?
In dem Fall nähe ich nicht die Perlen auf, beschneide dann die Ränder der Stickunterlage, füge die Rückseite hinzu und schneide um deren Rand herum.
Stattdessen fange ich mit dem Sticken an, schneide dann irgendwann den Untergrund in eine Form, die mich anspricht, und sticke dann weiter. Manchmal schneide ich sogar noch während des Prozesses weiter, wenn es sich richtig anfühlt. Keine Regeln, nur Vibes.

Ich brauchte ein paar Tage, um alle Perlen aufzunähen, auch weil ich mich nicht zurückhalten konnte, das Stück ständig ins Licht zu halten, um das Funkeln zu bewundern, das sogar noch schöner war, als ich es mir vorgestellt hatte.
Für Anhänger, die so groß sind, bevorzuge ich normal eine gefädelte Schlauchkette, aber nachdem ich ein paar Sachen ausprobiert hatte, schienen mir Bänder in diesem Fall besser zu passen.

Die Kette war fertig, oder? Ah, aber die, die mich schon eine Weile kennen, wissen, daß es für mich sehr schwierig ist, etwas Baumelndem oder Fransen zu wiederstehen, und eine Idee schlich sich in meinen Kopf.

Nun ist die einzige Frage, warum der Juwelendrache weint ...


Donnerstag, 19. Januar 2023

Graf Catula

Laßt mich als erstes sagen, daß es mir leid tut, euch bis jetzt noch kein gutes Neues Jahr gewünscht zu haben. Ihr wißt, wie das ist, das Leben kam dazwischen. Also bin ich jetzt da, sehr spät. Frohes Neues Jahr!

Nun möchte ich euch erstaunliches Bildmaterial vom Schloß Bran zeigen, das man auch als das Dracula-Schloß kennt.
Scheint so, als hätte das Schloß einen neuen Besitzer, und ich
habe ein Exklusiv-Bild von ihm.
Ich weiß nicht, irgendwas ist seltsam an ihm, aber ich kann nicht genau sagen was. Wartet mal ... sind das Katzenohren und ein Schwanz??

Bild des Schlosses Bran von Dobre Cezar auf Wikipedia (CC BY-SA 3.0 ro)

Sonntag, 23. Oktober 2022

Oben auf dem Hügel

Der Achathügel ist mitten im Nirgendwo, so nirgendwo, daß keiner wirklich weiß, wo das ist.
Es ist kein großer Hügel und es gibt nicht viel zu sehen, nur ein paar Steine und ein paar Bäume, über denen Mond und Sterne am Nachthimmel scheinen. Natürlich sind da auch noch die drei Häuser.
Auch weiß niemand, wer in den drei Häusern wohnt. Keiner hat bemerkt, wie sie gebaut wurden und wer sie gebaut hat. Sie waren plötzlich da, mit ihren eisig aussehenden Wänden und den leuchtendroten Dächern. Manchmal kann man Geräusche hören, bei denen man sich fragt, was da geschieht. Zwergenwerkstätten? Ein paar von Santas Elfen, die ein Territorium erforschen?
Kein einziger war schon tapfer genug, um anzuklopfen und hallo zu sagen ... würdet ihr?


Tatsächlich ist es ziemlich so passiert.
Die Häuser waren auf einmal da. Alles war auf einmal da. Ich hatte nur den Achat"hügel" auf die Unterlage geklebt geklebt und dafür eine Fassung gefädelt. Der Rest war Magie. Oder meine Muse. Meine magische Muse?

Ich frage mich immer mal wieder, ob es gut ist, so zu arbeiten, oder ob ich mich selber dazu herausfordern sollte, etwas zu planen, mit Skizzen zum Beispiel oder einer Liste von Farben, die ich benutzen möchte.
Andererseits sind das die Stücke, die beim Arbeiten am meisten Spaß machen. Manchmal tut es mir leid, wenn ich mich selber auf ein Stück Unterlage beschränkt habe, das für die Gedanken in meinem Kopf nicht groß genug ist. Doch dann kann es auch wieder echt spannend sein, diese Herausforderung anzunehmen, wenn einem plötzlich die richtige Idee in den Kopf kommt.

In diesem Fall fühlt es sich beinahe so an, als ob meine einzig echten Beiträge die Doppelreihe Daggerperlen und die gefädelte Kette waren, weil ich sie ther hand, those are the pieces that are the most fun. Sometimes I'm sorry if I have limited myself by using a piece of backing that isn't big enough for the thoughts in my head. Then again, it can be really exciting to take on the challenge if the right idea suddenly pops into your mind.

Als das Mittelstück fertig war (mit schwarzem Kunstleder für die Rückseite übrigens), schaute ich zur Inspiration meine Perlen durch. Die Daggerperlen hatten genau die richtige Farbe und zum Glück hatte ich gerade die blauen Kristalle bestellt, die ich für die Kette benutzt habe.

Nun muß ich nur noch herausfinden, wer in diesen Häusern lebt.

Samstag, 8. Oktober 2022

Rulaman und die Mookait"zahn"kette

Als ich ein Kind war, hatte ich ein Lieblingsbuch, naja, mit all meinen anderen Lieblingen ;-) Man kann am Aussehen des Buches erkennen, daß es viele Male gelesen wurde. Das Buch heißt "Rulaman" und wurde 1878 von David Friedrich Weinland, einem deutschen Zoologen, geschrieben.
Der Jugendroman spielt in der Zeit der Höhlenmenschen, die in unserer Gegend lebten. Während es Mängel hat, schließlich ist die Forschung weitergegangen, hat es doch alles, Liebe, Kämpfe mit den Bewohnern der anderen Höhlen und mit gefährlichen Tieren, Alltag, Verrat, Rache, Geburt, Tod, Reisen - und die "alte Parre", die Älteste in der Familie.
Ich war immer ein Fan von ihr, zäh bis zum bitteren Ende.

Illustration aus dem Buch (von Heinrich Leutemann)

Was nun hat Rulaman mit einer meiner neuen Halsketten zu tun?
Im Buch gibt es ein Kapitel darüber, wie die Gruppe den gefährlichen Höhlenlöwen jagt, der für den Tod vieler Familienmitglieder verantwortlich ist. Seine Fangzähne werden den tapfersten Männern gegeben. Damals fand ich das zutiefst faszinierend. Heute würde es mich wahrscheinlich traurig machen.

Ich hatte schon eine Weile diese Mookait"zähne".  Mehr als einmal versuchte ich es mit Drahtwickeln, aber es klappte nie. Sie waren oben zu breit, um eine schöne Wicklung hinzubekommen, und die Formen, obwohl ähnlich, waren eben nicht gleich, die Perlenlöcher waren schief, auf einer Seite anstatt durch die Mitte, mal höher, mal tiefer - es gefiel mir einfach nicht, wie das aussah.
Schließlich hatte ich doch noch eine Idee. Wie wäre es mit Perlenkappen? Oder noch besser, zur Anpassung an die unterschiedlichen Formen und Perlenlöcher, wie wäre es mit Peyotebändern, die die Steine hielten, und kleinen "Griffen" oben, die ich, je nachdem wieviel von einem Stein herausschaute, länger oder kürzer machen konnte?


Es klappte großartig. Ich benutzte eine Mischung aus verkupferten Delicas und welchen in der Farbe "beere galvanisiert" für einen kleinen Kontrast. Galvanisierte Perlen sind immer ein Risiko, weil die Farbe abreiben kann, sodaß darunter eine Silberfarbe erscheint. Dadurch, daß ich von vornherein eine Mischung benutzt habe, tragen die kleinen Stellen, an denen das Silber durchscheint, zum vintage Look bei.
Ich machte 15 "Zähne", bevor mir die Perlen ausgingen. Ich habe aber noch mehr von den Steinen, vielleicht werde ich die mit einer anderen Delicafarbe kombinieren.
Für die Kette habe ich eine altkupferfarbene Rolokette ausgewählt.
Sind die Farben des Mookaits nicht wunderschön?

Freitag, 1. Juli 2022

SilhouetteCat und die Meerjungfrau

Nein, sie sind kein Paar, auch wenn der Titel das so aussehen lassen könnte ;-) Obwohl man ja nie weiß, ob sie sich unter einem Vollmond getroffen haben, SilhouetteCat sitzt vielleicht am Kai und schaut zu seiner Freundin hinunter, die aus den Tiefen des Meeres gekommen ist, um hallo zu sagen? Ich frage mich, welche Art Konversation sie wohl führen könnten.

Fangen wir mit SilhouetteCat an.
Wenn ihr mir schon eine Weile folgt, wißt ihr vielleicht, daß er eine meiner Lieblings-HeatherCats ist und daß ich mehrere Versionen von ihm gemacht habe.
Das hier ist meine zweite Perlenstickversion und die erste in Farbe, alles nur, weil ich nicht widerstehen konnte, aus einem schimmernden Schachbrettcabochon einen Mond zu machen.
Ich hatte keine HeatherCat geplant. Mein erster Gedanke war ein Baum gewesen, der den Vollmond "hält", aber zum Glück habe ich ein großes Stück Stickunterlage benutzt, so als Mabel, meine Muse, mir ins Ohr geflüstert hätte, daß ein Mond eine Katze braucht ...
Als ich erstmal die Fassung für den Mond gefädelt und ein paar Reihen rundherum hinzugefügt hatte, wußte ich, daß mich das an Heather's SilhouetteCat erinnerte.


Also fügte ich den schwarzen Kater hinzu - mit einem leicht veränderten Körper, weil ich nicht wollte, daß er bis ganz zum Mond hinaufreichte.
Nun ein paar Sterne. Beim Perlenweben haben meine Nachthimmel oft Punkte als Sterne, aber dieser Mond war so groß, daß ich das Gefühl hatte, sie müßten auch größer sein. Cabochons, die gepaßt hätten, hatte ich aber keine, also entschied ich mich für noch mehr Kreise (das ist wahrscheinlich der Grund, warum sich Leute an Van Goghs "Sternennacht" erinnert fühlen, wenn man aber genauer hinschaut, sieht man, daß es nicht wirklich so viele Ähnlichkeiten gibt und es war auch nicht meine Inspiration).
Es hat auch Spaß gemacht, Fransen zu machen. Ich habe immer noch Tonnen von diesen Daggerperlen aus der Zeit, als ein altes Projekt abgebrochen wurde, und die Farbe war perfekt.

Dann war ich am üblichen Punkt. Was für eine "Kette" sollte ich nehmen? Natürlich dachte ich an mein geliebtes Herringbone, aber diesmal gefielen mir weder die 4- noch die 6-Perlen-Kette, weil die unterschiedlichen Blautöne verschiedene Größen hatten.
Mir fiel aber ein, daß ich gerade erst Bänder aus Wildlederimitat bekommen hatte und daß da aus meinen frühen Perlenwebtagen noch eine Menge Bandenden waren, und tatsächlich sahen die geflochtenen Bänder viel besser aus.
Nun bin ich wirklich glücklich damit, wie das ganze Schmuckstück geworden ist!


Und die Zöpfe brachten mich tatsächlich zu einem WIP, das neun Monate in meiner berüchtigen WIP-Schublade verbracht hat - meine Meerjungfrau.
Ich hatte sie noch nicht mal hier gepostet, weil ich dachte, sie würde viel eher fertigwerden, aber ich hatte das gleiche Problem mit der Kette gehabt. Perlenwebbänder saßen nicht richtig, die Herringbone-schläuche sahen nicht richtig aus.

Zum Glück waren die anderen "Wildleder"bänder, die ich gekauft hatte, ein dunkles Seegrün und ein helles Blau und paßten so perfekt zu den Farben im Schwanz der Meerjungfrau.
Eigentlich war meine erste Idee nur ein Fischschwanz mit lauter Pailletten gewesen, aber nur ein Schwanz wirkt immer gleich so abgeschnitten, daher entwickelte sich stattdessen diese große Meerjungfrau, bekam mehr und mehr Haare und einen großen Fischschwanz. Es hat Spaß gemacht ;-)

Es ist erstaunlich, wie befriedigend es ist, ein lange wartendes WIP fertigzumachen, weil endlich die richtige Idee aufgetaucht ist, und ich bin auch sehr froh, daß sie es aus der Schublade herausgeschafft hat, die über die Jahre für einige andere Stücke zur Endstation wurde.

Sonntag, 29. Mai 2022

Der geheimnisvolle Stein

Manchmal ist es echt blöd, alt/älter zu werden. Ich hatte mein ganzes Leben lang Gesundheitsprobleme und denke immer, ich sollte langsam daran gewöhnt sein. Wißt ihr was - ich bin es nicht.
Es fing mit Fußschmerzen an, was dann dazu führte, daß mich die Hexe anschoß, weil ich nicht richtig laufen konnte. Es ist nicht so, als hätte ich mich noch nie zuvor alt gefühlt, aber ihr hättet mich in den letzten paar Wochen sehen sollen. Wenn eine Stelle sich beruhigt hatte, fing die nächste an wehzutun, und es ist auch noch nicht vollkommen erledigt.
Das Schlimmste daran war, daß es mir alle Motivation raubte, auch nur den Versuch zu unternehmen, etwas zu tun, das Spaß machte, wie zum Beispiel kreativ zu sein, denn ich machte mir nur Sorgen darüber, wie ich mich am besten um die Katzen kümmern sollte (zum Glück mit etwas Hilfe aus der Familie) und nicht zu Boden zu gehen, wenn der Dekan versuchte, meinen alten 2 DM Flohmarktstock zu jagen, während ich mein Bestes tat, mich langsam zum Beispiel in die Küche zu bewegen.
Ich war mir so sicher, daß er und ich in einem erderschütternden Sturz sterben würden, er, weil ich auf ihn drauffallen würde! ;-) Seltsamerweise schafften wir es beide lebend.
Gundel war schlau genug, sich da ganz rauszuhalten.

Vor ungefähr einer Woche fing ich dann an, an einer neuen Dawn-Puppe zu arbeiten, und es fühlte sich so gut an, wieder kreativ zu sein.
Vor zwei Tagen aber verspürte ich auf einmal den Drang, ein Schmuckstück zu machen. Ich glaube, das letzte Mal habe ich vor Ostern etwas gemacht, definitiv zu lang her!
Als ich meine Cabochonschublade durchschaute, fand ich einen Stein, den ich schon jahrelang hatte. Ich hatte ihn sogar schon mal für einen Anhänger verwendet, war aber nie richtig glücklich damit.
Wahrscheinlich hatte ich den Stein mal als Handschmeichler gekauft, er ist nämlich wirklich glatt.
Letztes Mal hatte ich Messing- oder Bronzedraht - das ist zehn Jahre her, ich erinnere mich nur, daß es für meine Hände echt hart war - und dunkelrote Swarovski-Doppelkegel benutzt gehabt, und auch bei diesem Perlenstickanhänger blieb ich bei der Farbkombination aus Gold und Rot.

Der geheimnisvolle Stein gefällt mir immer noch, auch wenn ich keine Ahnung habe, was es für einer ist. Was denkt ihr?

Freitag, 1. April 2022

Pack die Vorräte an - Mod Herz

Normalerweise fange ich einen Vorratsfresser damit an, daß ich meine Vorräte durchschaue, um zu sehen, ob mich irgendetwas anspricht.
Diesmal begann ich mit einem übriggebliebenen Stück Perlenstickuntergrund. Als ich meinen kleinen Igel gemacht habe (über den ich nicht gebloggt habe), wußte ich zunächst nicht, was daraus und wie groß es werden würde. Nun, nicht sehr groß, wie sich dann herausstellte, also hatte ich ein Stück Untergrund mit einem Loch in der Mitte und null Ahnung, was damit machbar war - bis ich es in zwei Stücke schnitt und so zwei reichlich seltsame Formen erhielt.

Eine davon nahm ich mit zu meiner Vorratsschublade, um zu sehen, ob ich irgendetwas hatte, was größenmäßig passen und eine Idee hervorbringen könnte, als sich mir ein kleiner Rhodonitdonut in den Weg warf und so den Experimentalmodus einschaltete.

Das war eine recht interessante Reise. Die ersten Schritte waren einfach. Ich klebte den Donut auf, dann suchte ich nach Farben für die Fassung. Lustigerweise hatte ich matte Rocailles, die fast perfekt die Farbe des Rhodonits hatten. Sie kamen aus einem der Überraschungs-Perlenmischungen, die ich gern bestelle, und bis jetzt war ich mir ziemlich sicher gewesen, daß ich sie nicht so bald verwenden können würde. Kennt der Perlenshop meine Vorräte etwa besser als ich? ;-)
Gut, und nun noch welche Farben dazu?
Ich wollte etwas Farbe und etwas Glanz (meine Art zu sagen, daß ich es liebe, Metallic-Akzente zu setzen). War es Zufall, daß die meisten Farben, die ich aussuchte, schon draußen lagen? Und war es Zufall, daß ich die dunkelroten feuerpolierten Kristalle gerade erst wiedergefunden hatte? Von denen einer perfekt ins Loch des Donuts paßte?
Das wurde fast etwas unheimlich!

Von da an folgte ich einfach dem Fluß. Ich hatte die Ränder des Untergrunds willkürlich abgerundet, nun mußte ich dem ein Muster anpassen.
Nachdem ich ein paar Kurven gestickt hatte, bemerkte ich, daß mich das an Kleidermuster aus der Modära erinnerte, fast ein bißchen psychedelisch, obwohl diese Kleider wahrscheinlich viel bunter gewesen wären.

Am Ende brauchte das Teil noch eine Kette, und die konnte ich echt nur auf eine Art befestigen.
Ich kämpfte noch etwas mit der Versuchung, einen Tropfen von der Spitze baumeln zu lassen (die nicht wirklich eine Spitze ist, das ist nur eine Illusion dank des Kristalls, von hinten sieht das Teil mehr aus ein Mitglied der Barbapapa-Familie ;-))  oder Fransen aus winzigen Rocailles oder aus feiner Kette, aber dann schien mir das dann doch zuviel zu sein.



Dieses Experiment hat Spaß gemacht. Vielleicht sollte ich das noch öfter probieren, immerhin habe ich für den Anfang ja noch die zweite Hälfte. Ich lasse euch wissen, wie es ausgeht.

Dienstag, 15. März 2022

Der geflügelte Skarabäus

Khepri war der Gott der Morgensonne im alten Ägypten. Man glaubte, daß er die neugeborene Sonne in Form eines Skarabäus über den Himmel schob, so wie die echten Käfer Mistkugeln rollen, aus denen ihre Jungen dann herauskriechen.
Khepri wurde entweder als Gott mit einer menschlichen Gestalt und einen Skarabäus als Gesicht oder einfach nur als der Skarabäus selber dargestellt.
Das ist natürlich nur die Kurzversion seiner Geschichte.

Als ich einen kleinen Sodalithcabochon auf dem Untergrund anbrachte, hätte nichts weiter weg von meinen Gedanken sein können als Khepri. Dies sollte ein kleines Projekt für zwischendurch werden, ein kleiner Cabochon auf einem kleinen Rest von Filz, mit einer Fassung und vielleicht etwas um den Rand herum, für einen Anhänger oder Teil eines Rings.
Meine Pläne änderten sich allerdings ziemlich schnell, als ich für die Fassung eine Kombination aus blau und gold gewählt und winzige goldene Perlen hinzugefügt hatte, die den bescheidenen Sodalith in eine Art Skarabäus verwandelten.

Da erinnerte ich mich dann an den geflügelten Skarabäus und ging nach Perlen suchen, die für die Flügel geeignet waren.
Ich verwende Stäbchenperlen nicht oft, habe aber einige Farben zur Auswahl aus Überraschungs- oder Destashpäckchen.
Nachdem der Untergrund ausgetauscht ware, weil mein Stück für die neue Idee viel zu klein war, mußte ich entscheiden, wie ich die Flügel formen und ob ich die Morgensonne ebenfalls hinzufügen wollte. Gerade rechtzeitig erinnerte ich mich daran, daß ich noch roten Magnesit dahatte, der perfekt für die Sonne war.
Als ich dann Skarabäus und Sonne fertighatte, suchte ich Farben für die Flügel aus, die mich an das alte Ägypten erinnerten, türkis - glänzend und matte mit AB-Finish - gold und lila.

Das Ergebnis war ganz und gar nicht das, was ich erwartet hatte, als ich rein zufällig den Sodalith aus meinen Vorräten wählte.
Als nächstes - Anhänger oder Halskette? Eine Öse schien mir fehl am Platz, also mußte es eine Halskette werden, und wenn ihr meine letzten Ketten gesehen habt, werdet ihr bemerkt haben, daß ich für meine Mittelstücke Herringboneketten liebe. Diesmal arbeitete ich noch ein paar Dumortieritperlen ein - aus Mangel an Lapislazuli.
Ich bin wirklich zufrieden damit, wie dieses Stück geworden ist!


Montag, 28. Februar 2022

Bereit für Frühling

Letztes Mal hatte ich meine Hoffnung ausgedrückt, daß ich bald etwas Neues zeigen könnte, auf einem der abgebildeten Designs basierend.
Hierfür habe ich ein paar Perlen benutzt, die ich wahrscheinlich schon fast ganz am Anfang meiner Schmuckmacherei hatte. Es war auf einem Sonntagsmarkt in einer kleinen Stadt in der Nähe, wo ich einen Strang Blaufluß fand. Damals hatte ich bisher nur Goldfluß gekannt, und dieses satte Blau gefiel mir sehr. Wenn ich doch nur gewußt hätte, daß diese Perlen mich jahrelang verfolgen würden, ich bin mir fast sicher, daß diese hier noch nicht die letzten waren, denn sie haben sich schon öfter in alten Stücken versteckt, die ich zum Aufreißen beiseitegelegt habe.
Das Problem war, daß ich nie eine wirklich gute Idee dafür hatte.
Endlich habe ich aber eine gute Verwendung dafür gefunden, auch wenn das bedeutete, das schöne Blauedabei schamlos zu verstecken.

Sie sind nämlich perfekt dafür geeignet, sie in diesen gefädelten Knospen zu verarbeiten, und da ich drei davon hatte, entschied ich mich gegen noch ein Paar Ohrringe und habe stattdessen diese Halskette gemacht.
Mit der Kette umarme ich auch mal wieder meine asymmetrische Seite, was nicht so oft vorkommt, sowohl damit, wie die Knospen sitzen als auch mit den unterschiedlichen Farben.
Ursprünglich sollte die dritte Knospe bronzefarben sein, aber dafür hatte ich gerade nicht die passenden 15er Rocailles da, und ich konnte einfach nicht auf eine Bestellung warten, weil ich fürchtete, daß die Halskette schon vorher in der berüchtigten WIP-Schublade landen würde.
Nun finde ich, daß die Hämatitfarbe eigentlich auch einen schönen Kontrast ergibt. Was denkt ihr?



Donnerstag, 24. Februar 2022

Ähm ... ein frohes Neues Jahr?

Ich gestehe, daß sich das Jahr schon ziemlich gebraucht anfühlt UND es versucht definitiv, 2021 zu zeigen, daß es noch "besser" ist als sein Vorgänger.
Kurzum, ich habe immer noch meine Probleme mit dem Leben, wie ich schon im Dezember erwähnt hatte. Private Angelegenheiten, aber auch was auf der Welt passiert, oft möchte ich mich einfach nur unter meiner Bettdecke verstecken. Es ist erschöpfend, es ist beängstigend, und manchmal ist es schwierig für mich, die Motivation für die kleinsten Dinge zu finden.

Gerade habe ich es mal wieder geschafft, Kartons zu schneiden, und es war recht erstaunlich zu sehen, daß die meisten davon für die Katzen waren und nur zwei kleine für mich, etwas für den Haushalt (yay?) und ein Geschenk. So verwöhnt, aber was würde ich ohne sie tun?
Jetzt da der Dekan ein klein wenig ruhiger geworden ist - das bedeutet, er ist jetzt in Abschnitten verrückt und nicht mehr fünf Stunden am Stück - hatte ich sogar die Chance, wieder etwas kreativ zu werden.
Ich habe an einem vom Jugendstil inspirierten Showcase auf Facebook teilgenommen und war entschlossen, ein paar neue Stücke zu machen und etwas von meinen alten Vorräten zu benutzen. Ich brauchte eine Weile, um in den "kreativen Fluß" zu kommen and diesen meditativen Zustand zu gelangen, tatsächlich war eines der Designs mit viel Experimentieren verbunden und kostete mich einige Nerven, bevor es endlich so klappte wie ich wollte, aber dann fühlte es sich so gut an.

Ich habe sicher schon mal erwähnt, daß ich nicht gern Ohrringe mache, manchmal einfach nur deshalb, weil ich vergesse, wie ich den ersten gemacht habe, aber Perlensticken hat mich sehr dabei geholfen. Es ist zwar mehr Arbeit für mich, weil ich die Rückseite aufnähen muß, aber es ist wirklich befriedigend, am Ende zwei zusammenpassende Ohrringe zu haben!

Hier sind nun die Stücke, die ich bis jetzt 2022 gemacht habe, und ich arbeite an noch etwas, das auf einem dieser Designs basiert, um ein paar übrige Perlen zu verbrauchen, also wird es hoffentlich bald wieder etwas Neues zu zeigen geben.


Bleibt sicher und gesund da draußen und paßt auf euch auf!

Übrigens habe ich endlich nachgegeben und man kann mich jetzt auch auf Instagram finden, wo ich nicht nur meine Arbeiten zeige, sondern auch Bildern von den Flegeln ... sorry, Katzen ... und Stücke aus meinen persönlichen Sammlungen.

Sonntag, 16. Mai 2021

Der Strand ruft

Unsere zweimonatliche Challengemeisterin in der Jewelry Artisans Community hat uns ganz durcheinandergebracht. Die Challenge ist übrigens zweimonatlich, nicht die Meisterin. Seht ihr, wie durcheinander ich bin?? ;-)
Versuchen wir das nochmal. Alle zwei Monate haben wir eine Themenchallenge in JAC, und die Gute wählte diesmal perfekt zueinander passende Ohrringe. Großartig. Wir wissen alle, daß Ohrringe bei mir hinhauen oder eben überhaupt nicht. Trotzdem habe ich welche gemacht, nur um dann herauszufinden, daß sie das Thema inzwischen auf Strand geändert hatte, um es uns vielbeschäftigten Menschen leichter zu machen. Geschieht mir recht, wenn ich einen Post beim Lesen auslasse.

Strand, Strand, Strand, da war der Strand in Wales, den wir trotz der Schilder niemals gefunden hatten (ich glaube immer noch, daß es Fäschungen waren, nur dafür gedacht, mich in das Feld voller Kühe zu locken). Der einzige Strand, an den ich mich wirklich erinnere, war der bei Bodega Bay. So lange her, daß ich das letzte Mal dort war, mehr als 20 Jahre!
Möwen, seltsames Zeug auf dem Sand - wahrscheinlich Algen und Überreste von Quallen - Sanddollars, andere Vögel und Muscheln ... ich wußte ja, es würden Muscheln werden.
Muscheln sind in Schmuck so leicht zu benutzen und ich hatte eine Reihe von größeren, die mir eine Kollegin geschenkt hatte. Ich habe Muscheln mit Netztechnik verarbeitet und sie mit Draht umhäkelt, ich habe sie aus Fimo gemacht, aber ihr habt es ja vielleicht schon gemerkt, in letzter Zeit habe ich viel Spaß mit Perlenstickerei. Tut mir leid, wenn das langweilig wird, Leute.

Am schwierigsten war es, eine der Muscheln auszuwählen, und als ich sie dann erstmal auf den Untergrund geklebt hatte, war es am schwierigsten, mich zu entscheiden, was ich eigentlich damit nun tun wollte. Tatsächlich fand ich, daß sie schön war, ohne daß ich viel hinzufügte, und wie es das Glück wollte, hatte ich genau die perfekten Perlen, um eine Fassung in den Farben der Muschel selber zu machen. Einen Moment lang war ich in Versuchung, es einfach dabei zu belassen, entschied mich dann aber für eine einzelne Reihe mit metallic bronzefarbenen Perlen als Kontrast.
Nun brauchte sie noch ein paar Perlen. Ich weiß, ich weiß, das ist kein bißchen originell, aber Muscheln verlangen einfach nach Perlen.
Meine erste Idee war es, eine Reihe rundherum zu sticken, dann hob aber meine Fransensucht ihren allgegenwärtigen Kopf und ich konnte mich einfach nicht zurückhalten und machte ein paar baumelnde Fransen.

Bei der letzten Entscheidung ging es um die Kette. Ich dachte über eine Öse nach, versteckt oder nicht, Kette, Kordel, sonst noch alles, was ich nicht hatte, also bestellte ich Perlen für eine einfache gefädelte Kette.
Voilà, hier ist sie!
Glaubt ihr, sie wird die Challengemeisterin erfreuen?

Sonntag, 13. September 2020

Art Elements Challenge - Blau

Tatsächlich hätte ich das hier gern am Freitag gepostet, weil es ein echter Vorratsfresser ist, aber obwohl ich vor Wochen, wenn nicht Monaten damit angefangen hatte, habe ich es nicht rechtzeitig geschafft.
Ursprünglich war das nicht als Stück für die
Art Elements-Challenge gedacht. Dank der Challenge habe ich dieses vernachlässigte WIP allerdings wieder angepackt.

Fangen wir von vorn an. Ich hatte Cabochons bestellt, darunter einen geschnitzten Labradoritcabochon. Meine Bestellung kam, ich schaute sie mir an und stellte fest, daß der Labradorit einen Riß hatte, und als nächstes hatte ich auch schon zwei Stücke in meiner Hand. Haßt ihr es nicht auch, wenn so etwas passiert?
Ich habe ihn nicht weggeworfen, weil ich mir dachte, ich könnte etwas Künstlerisches damit ausprobieren. Ich weiß, ich weiß, aber ich bin Schwäbin, daher bin ich durch das Klischee daran gebunden, Dinge nicht wegzuwerfen, bis ich mir wirklich, wirklich, 100prozentig sicher bin, daß ich sie nicht irgendwie verwenden kann. So in zehn Jahren vielleicht. Als ich also die Stücke aneinanderhielt, erinnerte mich das
an einen Fisch von der Art, wie wir sie als Kinder gemalt haben, mit einer gekrümmten Linie, die das Gesicht vom Körper trennt.

Jedesmal wenn ich an der Cabochonschublade war, sah ich den kleinen "Fisch", und schließlich beschloß ich, ihm einen Versuch mit Perlenstickerei zuzugestehen.
Ich klebte den Cabochon, machte die Fassung und gab ihm ein Perlenauge. Dann steckte ich ihn in eine Kiste mit den Stiftperlen, die von den Perlenturnschuhen übrig waren und den Twin Beads, die ich hatte, nachdem ich kürzlich einen Perlenschal zerschnitten habe. Ich hatte einfach noch keine Idee, wie ich den Riß verstecken könnte.Die Kiste hat übrigens einen permanenten Platz auf meinem Bett mit meinem Makramebrett obendrauf, weil eine gewisse kleine Katze gern darauf sitzt. Alles für meine Herrin!

Als ich sah, daß diesen Monat "Blau" das Thema für die AE-Challenge war, hatte ich etwas anderes gerade fast fertig und ich hatte in meinen Vorratsschubladen eine Tüte mit blau/grüner Perlensuppe gefunden. Sie war ein Geschenk gewesen, und man konnte sehen, daß jemand diese Suppe absichtlich gemacht hatte, weil die Farben zusammen wirklich hübsch aussahen. Meine Motivation war zurück!
Ich hatte jetzt auch eine Idee für den Riß, einen einfachen gefädelten Streifen aus 15er Rocailles, der steif genug war, um die Biegung zu halten, und den Riß so perfekt versteckte.
Dann stickte ich aus der Perlensuppe und ein paar von meinen übriggebliebenen Stiftperlen einen Ozean für meinen kleinen Fisch und zu guter Letzt gab ich ihm Flossen - keine Ahnung warum, aber für mich sieht er wie ein Rudy aus.
Zum Schluß nähte ich ein paar verschiedene Perlen auf, um seinen Ozean etwas interessanter zu machen.



Aber was nun? Eine Brosche, ein Mittelstück für ein Armband, ein Anhänger?

Ich fand, für eine Brosche war es zu groß, und ich hatte sowieso keine Nadeln, die groß genug gewesen wären. Also stellte ich die Rückseite fertig, da ich das Ultrasuede nicht für eine Nadel vorbereiten mußte.
An mein Handgelenk gehalten sah es ganz nett aus, aber nicht nett genug, um mir eine Lösung dafür auszudenken, wie ich jetzt ein Armband daraus machen konnte.Es brauchte eine Art gefädelte Kette, aber die blauen Perlen waren viel zu unregelmäßig für eine Kette. Da waren jedoch noch die Twin Beads in der Kiste, und ich hatte ein Menge von der klaren Mischung (klar, mit Silbereinzug, AB), die ich für eine Herringbonekette mit den "Ozean"rocailles an den Seiten benutzen konnte.


Hier ist das Ergebnis. Ich muß zugeben, daß ein Teil von mir darüber nachgedacht hat, Fransen anzubringen, aber das wäre dann doch zuviel gewesen. Was denkt ihr?


Ich sollte noch hinzufügen, daß dieses Schmuckstück natürlich nicht in meinen Shop geht, immerhin ist darin ein kaputter Stein. Es wird meins bleiben müssen :-)

Dies ist kein Blog Carnival mehr, aber ich werde Links zu anderen Challenge-Blogposts anfügen, wenn ich sie bekomme. Also schaut doch bitte nochmal am Ende des Monats vorbei!