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Donnerstag, 29. April 2021

Oldies but Goodies - Noch mehr Draht

Draht war in JAC schon immer ein großes Thema, aber bisher haben wir es nur einmal vorher als Thema für die Jewelry Artisans Community Oldies but Goodies Challenge benutzt. Ändern wir das heute.

Draht ist ein unglaublich vielseitiges Material und es gibt viele Techniken, um ihn zu bearbeiten, nicht nur in Schmuck, sondern auch für andere Zwecke, von Blumenständern oder Filtern (habt ihr schon mal vom Drahtwebstuhl gehört?) bis hin zu Küchenutensilien und mehr aus Kyoto, von Hand als Drahtnetz gearbeitet (genannt Kanaami).
Unter den Schmucktechniken findet man Drahtwickeln, -weben, -häkeln und -stricken (Spulen- und Wikingerstricken eingeschlossen), aber auch Makramee und andere Techniken.
Das gibt es schon ewig, seit Tausenden von Jahren. Um mit Draht zu arbeiten braucht man nicht unbedingt viel Werkzeug, Zangen und ein Drahtschneider reichen schon aus, man braucht keine Hitze, man muß nicht löten oder gießen, man kann es praktisch überall tun, und man kann den Draht mit allen möglichen Materialien benutzen, Edelsteinen, Perlen, gefundene Objekte oder ihn einfach so lassen.

Dies sind nur ein paar der Stücke, die bei der Challenge gezeigt wurden. Viel Spaß.

1 Jewelry Art by Dawn
2 Silver Jewellery Girl
3 Cat's Wire
4 RioRita
5 My Bijou Life


 

Freitag, 11. Januar 2019

Klein und häßlich und doch ein großer Schritt für mich

Ich bin keine Freundin von Feuer. Feuer macht mich nervös, hat es schon immer, was der Grund dafür ist, daß manche Leute es lustig finden, daß ich einen Gasherd habe. Ich habe auch schon lange einen Brenner, war aber schlicht zu feige, ihn auszuprobieren - bis meine Freundin Dawn mich herausforderte, indem sie auf ihrem Gasherd Headpins machte, was auf meinem nicht funktionierte, da unser Gas anders als das in den USA ist.
Schließlich kam mein Kumpel mit seinem Brenner vorbei, setzte sich mit mir hin und gab mir eine Unterrichtsstunde, und voilà, ich konnte Headpins machen.

Dann belegte ich einen Anfängerkurs im Silberschmieden, und während ich zwar nicht dazu kam, selber zu löten, weil es viel zu lange gedauert hätte, es jeden einzelnen probieren zu lassen, schaute ich genau zu und war fest entschlossen, es selber zu probieren. Was ich bis jetzt noch nicht getan habe, weil ich zu feige bin, den ersten Schritt zu machen. Ich kann nichts dagegen machen, so geht es mir halt mit manchen Sachen, und Werkzeuge gehören zu diesen Sachen. Das Lot habe ich aber, und Silber und ein paar Werkzeuge, ich könnte also auf ein Fingerschnippen hin anfangen. Entschuldigt mich für einen Moment, während ich mich selber mal kräftig auslachen gehe.

Ich konnte das Löten jedoch nicht aus dem Sinn bekommen, also setzte ich mich während meines Weihnachtsurlaubs endlich hin und bestellte etwas Kupferlot, dank Oksana from Ursula Jewelry, oder um genauer zu sein, dank eines ihrer Blogposts und Videos. Ich brauchte auch noch einen größeren Seitenschneider, denn Mann, ist dieses Lot vielleicht ein hartes Zeug! Ich dachte, ich bräche mir das Handgelenk dabei, nur ein Fitzelchen abzubekommen. Das war auch der Teil, für den ich am längsten brauchte, das hatte ich nicht erwartet.

Das hier sieht nicht aufregend aus, nur ein kleiner Ring aus Kupferdraht, nicht poliert, mit Macken. Ich weiß, daß ich ein zu großes Stück Lot verwendet habe, aber ich hatte schon ein paar beim Schneiden verloren, und da dieser Ring nicht hübsch sein mußte, war es mir egal. Wichtig war nur, ob ich es hinkriegen würde. Es mag euch wie nichts scheinen, aber für mich ist es ein großer Schritt, mein allererster eigener gelöteter Kupferjumpring! :-D

Dienstag, 31. Juli 2018

Art Elements Design Challenge and Blog Hop - Samenkapseln

Ein weiterer Monat, eine weitere Design-Challenge von Art Elements.

Das Thema "Samenkapseln", ausgewählt von Jen, die großartige Bilder und Geschichten zur Inspiration zeigte, ist ziemlich faszinierend, aber ich erinnert euch ja vielleicht daran, daß ich keine Gärtnerin bin. Ich wußte über die Löwenmaul-Köpfchen, die wie kleine Totenschädel aussehen können, wenn die Pflanze stirbt, aber es wäre wahrscheinlich etwas faul gewesen, einfach ein paar geschnitzte Howlithschädel zu nehmen und sie an so eine Art Stengel zu hängen (andererseits laßt mich das doch schnell für die Zukunft notieren, es ist vielleicht einen zweiten Gedanken wert).

Welche andere Samenkapseln gab es, die ich als Idee nutzen könnte? Nun, tatsächlich hatte man mir vor fünf Jahren eine Idee geschenkt. Damals machte mich eine Freundin auf Lampionblumen oder Physalis aufmerksam. Sie sagte, sie könne sich vorstellen, daß ich welche aus Draht stricken würde, und so tat ich denn mein Bestes, um das erst an einem Prototyp zu entwickeln, bestellte ein paar Achatperlen und machte drei Stück. Ich verteilte das Bild im gesamten Netz, dann legte ich sie weg und vergaß sie. Gelegentlich fand ich sie wieder und versuchte, mir etwas auszudenken wie sie an eine Art Zweig zu stecken - kommt euch das bekannt vor? - und dann als Dekoration hinaus in den Hausflur zu stellen. Ich wußte schon, daß ich Ponder mit ihnen nicht vertrauen konnte, sie waren zu sehr wie Bälle, aber der Draht, den ich verwendet hatte war zu dünn, um dieses Risiko einzugehen und auch zu dünn, um sie in Schmuck zu verwenden.

Nun war die Idee zurück. Vor ein paar Jahren hatte ich Glück mit einem Überraschungs-Vorratsauflösungs-Paket (sucht dieses Wort nicht im Duden). Es war ein wilder Mix aus Silberteilchen, Kristallen, Glasperlen, ein paar facettierten Steinperlen, einer Silberkette mit Blumenanhänger, WIPs (einer der Ohrringe gab erst kürzlich ein echt süßes Mittelteil für eine Halskette ab, die ich für einen guten Zweck spendete). Und dann waren da noch vier orangefarbene Glasperlen, die die perfekte Größe für die Kapsel"füllung" hatten (ach, falls jemand eine Idee hat, wo ich die drei letzten übriggebliebenen Achatperlen vom ersten Projekt hingesteckt habe, laßt es mich wissen - sie sind wahrscheinlich an einem sehr sicheren Ort).
Also schnappte ich mir meinen Häkelhaken, strickte vier Lampionblumen in unterschiedlichen Größe und oxidierte das Kupfer für einen natürlicheren Look. Für meine ersten drei hatte ich einen beschichteten, nicht anlaufenden Kupferdraht benutzt und sie schienen mir immer etwas zu sehr zu glänzen. Schließlich bedeutet dieser filigrane Look, daß die Kapseln vertrocknet sind. Diese Skelettkapseln sind übrigens nicht immer gräulich, ich habe sie auch schon in bräunlichem Ton gesehen. Es ist auf jeden Fall ein schöner Anblick. Mutter Natur ist eine echte Künstlerin.


Was nun damit tun?
Ich hatte mehrere Ideen. Eine war eine Kette mit den Kapseln, die von einer Art Zweig hingen :-P Ich weiß ja, immer noch dieselbe Idee. Aber hey, das ist nun mal das, was sie auch in der Natur machen.
Vielleicht könnte ja eine von meinen gehäkelten Schlauchketten funktionieren. Spoileralarm - tat es nicht. Ja, ich nahm ein paar der Kapseln und kombinierte sie mit einer, für die ich orangefarbene Rocailles verwendete, in der Hoffnung, daß das an eine vertrocknete, aber nicht skelettierte Kapsel erinnern würde - was mich aber nicht hunderprozentig überzeugte - und zwar an zwei verschieden langen Schläuchen. Die Kapseln sollten dann an unterschiedlichen Stellen befestigt werden, aber egal was ich tat, es gefiel mir einfach nicht. War der Schlauch zu dick, waren nur die Schlauchenden zu dick, waren es zu viele Kapseln, ich wußte es einfach nicht.
Also wurde es Zeit für eine Pause davon, in der ich stattdessen ein Paar Ohrringe machte, was mir schon besser gefiel.



Die Pause war länger als ich mir vorgestellt hatte. Nicht nur die Hitze und eine Erkältung kamen dazwischen, sondern auch die WIP-Trödelei. Es ist eine Krankheit, die äußerst gefährlich für Künstler und Kunsthandwerker ist, sie hält einen davon ab, zu einem WIP zurückzugehen, das man vielleicht schon verhunzt hat.
Symptome sind Kreativitätsmangel, kleine Wutausbrüche, Phasen der Verzweiflung, wenn man merkt, daß das Fristdatum immer näher rückt, was dann wiederum gewöhnlich zu noch schlimmeren Kreativitätsblockaden führt, verbunden mit Anfällen von Zögern, das WIP auch nur zu berühren oder anzuschauen.
Wenn man Glück hat, ist man stark genug, den Teufelskreis zu durchbrechen, das Stück eine Weile zu halten, ohne es in eine Ecke zu pfeffern, zu atmen, und dann kommt vielleicht die Lösung.
Ein kleines Weilchen schien das ein Halsringdesign aus gedrehtem Draht zu sein, aber nö *hier bitte Wutausbruch einfügen* ;-)

Ich dachte beinahe schon, das wäre es dann für die Halskette, bis ich heute eine Erleuchtung hatte. Ich schnitt die schon befestigten zwei Kapseln vom Schlauch, natürlich sehr vorsichtig, weil sich nicht sagen läßt, was ich getan hätte, hätte ich den falschen Draht zerschnitten.
Dann hängte ich sie an eine Kette, ganz simpel. Es war in dem Moment die beste Entscheidung. Mein Verstand hätte mir gefehlt, wenn ich ihn komplett verloren hätte. Anzeichen gab es schon.
Voilà, eine Halskette.


Danke dafür, daß ihr mir in meine kleine Welt des Wahnsinns und Dramas gefolgt seid ;-)
Bitte schaut euch auch die Posts der anderen Teilnehmer an. Das ist etwas zum drauf Freuen!

Gäste
 
Tammy - Raven - Alysen - Anita - Cat (aka me) - Kimberly - Rozantia - Sarajo - Divya - Caroline - Catherine - Kathy - Norma - Jill

AE-Teammitglieder


Claire - Caroline - Lesley - Niky - Laney - Susan - Marsha - Jenny - Cathy - Jen

Freitag, 20. Juli 2018

Pack die Vorräte an - Der mysteriöse Stein

Ich entrümpelte Schubladen, als ich den Stein fand. Jaspis vielleicht? Fossile Koralle? Ich habe keine Ahnung, genau wie ich keinen Schimmer habe, woher dieser Stein überhaupt ursprünglich kam. Er war in einer kleinen Blechschachtel mit diesem und jenem Modeschmuck, den ich erkannte, aber der Stein sah für mich überhaupt nicht vertraut aus.
War er ein  Geschenk gewesen? Ich kaufe sehr selten gebohrte Steine, und die, die ich habe, waren mir üblicherweise geschenkt worden. Oder hatte ich ihn selber gekauft? Wenn ja, muß das weit vor meinen Schmuckmacherzeiten gewesen sein, weil all die anderen Stücke so alt waren, daß ich einen 80er-Flashback bekam. Vielleicht hatte ich ihn ja als Geschenk für jemanden gekauft?

Was auch immer die Geschichte dazu ist, der Stein war hübsch und verlangte nach gewebtem Draht. Also webte ich ... und nahm es wieder ab ... versuchte eine andere Idee ... schnitt es wieder auseinander ... das erste Mal war nicht symmetrisch genug für meinen Geschmack gewesen, beim zweiten Mal gefiel mir die Idee zwar irgendwie, aber ich fing falsch an und beschloß dann, daß ich an der Idee wohl noch etwas arbeiten mußte.

Beim dritten Mal klappte es dann reibungslos. Weniger Gewebtes, damit der Stein nicht zu sehr abgedeckt wurde, eine größere Öse mit einer Perle als Akzent, und drei baumelnde Perlen für die Bewegung.
Eine einfache Kette schien mir nicht auszureichen, also häkelte ich eine Schlauchkette für den Anhänger und oxidierte dann das gesamte Kupfer.

Und nun bin ich damit zufrieden. Vielleicht sollte ich noch ein paar Schubladen entrümpeln, damit ich mehr Schätze finden kann ;-)


Samstag, 29. Juli 2017

Einfach nur so Samstag - Die Bronze zähmen?

Ich weiß, ich habe seit Monaten kaum etwas außer den Oldies but Goodies gepostet, also ist es zur Abwechslung mal wieder Zeit für etwas anderes.

Vor Jahren besorgte ich mir meinen ersten Bronzedraht, weil ich einfach etwas Neues ausprobieren wollte. Bronze ist eine Legierung, die hauptsächlich aus Kupfer (94 % in diesem Fall) besteht, etwas Zinn und anderen Spurenmetallen oder Nicht-Metallen besteht, die der Bronze oft ihren Namen geben, wie zum Beispiel Phosphorbronze.
Ich war mit dem Draht zum Häkeln nicht glücklich, aber irgendwie vergaß ich das und besorgte mir welchen, als ich mit dem Drahtweben begann. Bisher hat er mich nicht viel glücklicher gemacht als letztes Mal, aber heute hatten wir einen kleinen Durchbruch in unserer Beziehung.

In letzter Zeit war ich ein bißchen besessen davon, Drahtenden zu Kugeln zu schmelzen. Ich gebe die Schuld dafür meiner Freundin Dawn. Und meinem Kumpel, der sich mit mir hinsetzte, um mir den Brenner persönlich vorzuführen. Ich habe Kupfer, Sterling- und Feinsilber verwendet, und dann wurde ich neugierig darauf, meinen Bronzedraht zu verwenden.
Was für eine Enttäuschung! Statt kleine Kugeln zu bekommen wickelte sich der Draht an den Enden auf und sah wie eine kleine Mutantenschnecke aus - oder in manchen Fällen ein schlecht gefertigter Golfschläger. Nun muß ich zugeben, daß ich nicht nur davon besessen bin, aus Drahtenden Kugeln zu schmelzen, sondern auch dem Drang herauszufinden, wie groß ich diese Kugeln machen kann, ohne daß sie abfallen (ich bin Meisterin darin, Kupfer- und Silberkügelchen in meine Wasserschüssel fallen zu lassen und dann zu fluchen). Ich bekam ein paar große häßliche Mutantenschnecken hin. Aus irgendeinem Grund kann ich mich nicht erinnern, wo ich sie hingelegt habe, und kann daher kein Bild machen. Vielleicht sind sie auf ihren Heimatplaneten zurückgekehrt.
Was machte ich falsch? War ich zu langsam, wartete ich zu lang, fand ich einfach nur nicht die richtige Stelle in der Flamme (Bronze schmilzt schneller als reines Kupfer), hielt ich den Draht falsch, kannte ich womöglich den geheimen Gesang nicht,  den man zum Erfolg brauchte? Ich riß mir die Haare aus, beschuldigte die Katzen und biß in meinen Schreibtisch, aber das brachte mich der Lösung keinen Schritt näher.

Es ist bekannt, daß ich die Geduld bei manchen Projekten schnell verliere, aber zum Bronzedraht kam ich immer wieder zurück. Dann erinnerte ich mich an einen Blogpost von Lisa Yang, den ich gefunden hatte. Sie schrieb, daß einige Leute vorgeschlagen hatten, sie solle den Draht parallel zur Flamme halten.
Der Draht schmolz genauso schnell und wollte sich aufrollen, aber ich hob ihn direkt aus der Flamme, und so wurde es einfacher für mich, die Form zu kontrollieren. Ein Drahtstück nach dem anderen wurde so auf beiden Seiten behandelt.
Die Enden sehen bei jedem Material anders aus. Ich fand ein Bild auf Nancy L. T. Hamiltons Blog, das das Ergebnis für Fein-, Sterling- und Argentiumsilber zeigte, für Kupfer und für Bronze.

Bronzedraht verliert in der Flamme sein glänzendes Aussehen und sieht dann mehr nach Kupfer aus, schließlich besteht es ja auch zum größten Teil daraus. Ich wollte sehen, was in der Poliertrommel passieren würde und schickte den Draht vier Stunden lang auf eine nette Karussellfahrt (mit ein paar anderen Schmuckstücken).
Ich frage mich, was eine längere Fahrt bewirken würden, aber ich mit diesem Resultat schon recht glücklich, da die Enden ihren roten, kupfrigen Hauch verloren und wieder wie der Draht aussahen, wenn auch nicht so glänzend.
Ich werde es euch wissen lassen, falls/wenn ich es ausprobiere!

Freitag, 27. Januar 2017

Pack die Vorräte an - Feinsilber, Glas und Perlen

Ich liebe Art Nouveau. Die Muster in diesem Glascabochon (gemacht von Deronda O'Neill) hat mich schon immer an Art Nouveau-Blumen erinnert, so schön fließend auf dem mattschwarzen Hintergrund.

Ich hatte das Gefühl, daß der Cabochon nach etwas Organischerem verlangte, nicht symmetrisch, selber fließend.
Zunächst häkelte ich eine Fassung aus Feinsilberdraht, machte die Maschen hier und da etwas weiter und füllte dann den gesamten oberen Teil mit willkürlich plazierten Perlen - Perle für Perle einzeln befestigt.
In unterschiedlichen Farben schimmernd passen diese kleinen Perlen so gut zu dem Muster im Cabochon und sind so schön. Ich neige dazu, auf ihnen zu sitzen wie ein Drache auf seinem Hort, aber Perlen brauchen Licht, keine verschlossene Schublade.
Zuletzt wickelte ich eine Öse, sehr klein diesmal, damit sie nicht zu sehr von den Perlenclustern ablenken würde.
Und hier nun der Anhänger ...


Verpaßt nicht die neue Episode der Vorratsfresser-Serie nächste Woche! ;-)

Dienstag, 27. September 2016

Der Haken

Die Zeit ist wieder mal gerannt, könnt ihr glauben, daß September fast schon vorbei ist?
Ihr wißt, was das bedeutet, ein neuer Jewelry Artisans Community Blog Carnival, bei dem es diesmal um Werkzeuge geht.
Ich habe ja nun ein paar Werkzeuge.  Ich habe einen Hammer, eine Feile, einen Ringstock und ein Armbandmaß, Zangen ... und ich habe die Haken. Ein paar dieser Haken machen einen Großteil meines Lebens als Schmuckmacherin aus, ich beschloß also, daß sie das Rampenlicht bekommen.
Einer von ihnen, um genau zu sein. Der Haken. Der Eine Haken. Der 1,75 mm Haken, mit dem alles begann.


My ursprünglicher Plan war also, diesen Post "Ode an den Haken" zu nennen. Dann fiel mir ein, daß ich in Poesie echt schlecht bin, sogar wenn ich nicht versuche zu reimen.
Mein nächster Plan war es, euch die Geschichte Des Hakens zu erzählen. Wo er herkam, was er gesehen hatte, was er vom Leben erwartete, aber dann fiel mir ein, daß ich keine Ahnung hatte, woher er kam. Er war einfach da. Es besteht die Chance, daß er für Den Babyschuh benutzt wurde. Ja, ich habe nie gern mit Wolle gehäkelt. Der Babyschuh bliebe Single und lebte sehr lange bei mir daheim, weil ich es irgendwie nicht über mich brachte, ihn wegzuwerfen. Bis Das Baby ungefähr 25 oder so war. Die Chancen standen schlecht, daß sie da noch ihre Füße reinbekommen würde. Ich schweife ab.
Vielleicht machte also Der Haken Den Babyschuh. Ich weiß nicht mehr, das ist so lang her, daß ich da sogar noch in einer anderen Stadt wohnte.

Was zählt ist, daß Haken da war, als ich ihn brauchte. (An dieser Stelle erkläre ich in der englischen Version, warum Haken männlich ist, denn dort wäre er ja eigentlich ein Es, aber das kann ich mir hier ja sparen, also weiter im Text ...)
Und wenn ich ihn brauchte, kam er mir nicht mit einer billigen Ausrede wie "ich kann nicht, es läuft ein Fußballspiel" oder "ich muß dieses Computerspiel fertigmachen" oder am schlimmsten "ich mach' es irgendwann".
Nicht Haken. Er machte seinen Job und hielt zu mir durch Dick und Dünn und durch ein paar unglaublich häßliche Übungsstücke. Er war nie eifersüchtig, nicht als ein paar dickere alte Kerle (2,nochwas mm-Typen, die ich von meiner Ex-Schwiegermutter geerbt hatte) einzogen, nicht als ein neues Etui mit glänzenden neuen Haken einzogen und schließlich übernahmen, jünger und auch noch etwas schlanker als er es war.

Er faßte es nicht falsch auf, fühlte sich nicht verraten.
Stattdessen ging er anmutig in Rente und jetzt hängt er stehend in Draht- oder Fadenrollen herum, zusammen mit ein paar seiner anderen Ruheständler-Freunde (die dickeren alten Kerle, um genau zu sein).
Vielleicht wird es Zeit, ihn doch mal wieder ein bißchen arbeiten zu lassen ...

Ihr möchtet wissen, was meine anderen JAC-Mitglieder zu sagen haben? Schaut hier. Ich wußte, ihre Posts würden ein bißchen ernsthafter sein ....

Violetmoon's Corner
Jewelry Art by Dawn 

Freitag, 23. September 2016

Pack die Vorräte an - Wasser und Sand

Wem würde kein Überraschungspaket gefallen? Und noch besser, wenn man Schmuckmacherin ist, ein Überraschungspaket mit ... ihr habt's erraten, Perlen darin? Einem eklektischen Perlenmix. Wie ich anderswo sagte "Totenschädel und Blumen, Schnecken und Blätter ... was sich anhört wie die Zutaten für einen interessanten Trank ist tatsächlich ein Paket ..."

Ein Projekt, das ich für mich selber aus einigen dieser Perlen begonnen habe, um zu sehen, ob das Design so funktionieren würde, wie ich es mir vorgestellt hatte, braucht noch einen Verschluß und konfrontierte mich mit einem interessanten Problem, aber darum geht es heute gar nicht.
Die letzte Oldies but Goodies Challenge ist vorbei, scheint mich aber immer noch inspiriert zu haben.
Schreit das nicht geradezu Strand?

Anstatt silbernem Draht, den ich normalerweise mit den hellblauen/grünlichen Steinsplittern benutzt hätte, wählte ich einen warmen Kupferdraht, daher der Titel dieses Posts, da das Blau für das Wasser und das Kupfer für den Sand steht.
Zusammen verhäkelte ich sie in eine Schlauchkette.
Das verbrauchte allerdings keinen Vorrat, da das Paket ja erst vor kurzem ankam und es der Steinstrang noch nicht mal von meinem Schreibtisch in die berüchtigte Schublade geschafft hatte.
Nicht daß ich davon besessen wäre, partout Vorräte zu benutzen, aber in diesem Fall, schien mir, würde eine meiner Muscheln tatsächlich eine perfekte Ergänzung für die Kette abgeben. Ich suchte eine heraus, die wunderbar zum Kupferdraht paßt und strickte dafür eine Fassung, die ich dann am Schlauch befestigte.
Eine einfache weiße Perle ist die einzige Verzierung.
Voilà!

Freitag, 10. Juni 2016

Pack die Vorräte an - Ein Knopf??

Ich habe Knöpfe nie gemocht. Ich toleriere sie, aber wenn möglich vermeide ich sie. Okay, das ist nicht die ganze Wahrheit. Ich mochte nie Knöpfe an meiner Kleidung. Es gibt wunderschöne vintage Knöpfe, aber die, die mir beim Stöbern gefielen, waren mir immer zu teuer dafür, sie in meinen Vorratsschubladen verschwinden zu lassen.
Als ich also las, daß das Thema für eine Challenge im Mai "Knopf/Knöpfe benutzen" war, verkündete ich sofort, daß ich raus war. Ich bin ein Reißverschluß-Mädchen. Sorry, Leute. Nicht ein Knopf hier, den ich verwenden könnte, und mir war auch nicht danach, einen Knopf einzukaufen.

Der Mai ging vorüber und immer noch hatte kein Knopf meinen Pfad gekreuzt. Juni kam, und ich dachte nicht mehr darüber nach, die Challenge war ja ohnehin vorbei (obwohl wir Fristen ziemlich locker nehmen, wir waren alle schon mal zu spät dran). Bis gestern.
Ich spielte mit meiner Little BigShot-Linse herum und griff mir willkürlich Turmalinperlen aus der Muschel neben meinem Lichtzelt, in der auch ein paar Schweizer Münzen liegen. Ich habe nicht die leiseste Idee, woher die kamen. Ich habe noch weniger eine Idee bezüglich des nächsten Dings, das ich herausnahm. Tatsächlich weiß ich nicht mal, warum ich gerade das nahm.
Es war ein Knopf, und ich starrte ihn an, als hätte ich noch nie in meinem Leben einen Knopf gesehen.
Er war einer alten österreichischen Münze nachempfunden, 20 Kreuzer von 1926, und zeigte den Doppelkopf-Adler mit "GAL.LOD.IL.REX.A.A. 1826" auf der einen und  "HVN.BOH.LOMB.ET.VEN." auf der anderen Seite davon.

Das bedeutet Hungariae, Bohemiae, Lombardiae et Venetiae, Galiciae, Lodomeriae, Ilyriae, Rex A.A. = König von Ungarn, Böhmen, Lombardei und Venedig, Galizien, Lodomerien, Illyrien, Erzherzog von Österreich.

Einiges davon wußte ich selber, aber das andere mußte ich googlen (Lodomerien? - nie zuvor gehört).

Das ist kein Schatz, aber es war dennoch ein interessanter Fund und nochmal - wo kam das Ding überhaupt her?? Es ist schade, daß ich nicht herausfinden konnte, wann es produziert wurde, anstatt also über seine Vergangenheit nachzuhirnen, fing ich an, über seine Zukunft nachzudenken.
Ich hielt unterschiedliche Drahtfarben daran und beschloß, einen dunklen Kupferton für eine gehäkelte Fassung zu verwenden. Winzige orangene Karneolperlen für ein bißchen Farbe. Und zu guter Letzt eine bronzefarbene Kugelkette, um die Messingfarbe des Knopfes aufzugreifen.

Voilà!

Freitag, 8. April 2016

Pack die Vorräte an - Geduld und Perlen

Erinnert ihr euch an meine Perlenfresser? Lange Drahtstrickschals mit Glasperlen?
Der heutige Vorratsfresser ist jedoch nicht ganz so lang, weil er dazu gedacht ist, ihn um das Handgelenk zu wickeln anstatt um den Hals. Perlen, Perlen, Perlen. So üppig ....

Freitag, 1. April 2016

Pack die Vorrate an - Rosa Drahthäkelohrringe

Es war nicht das erste Mal, daß man mir sagte, ich solle mehr Farbe tragen, und wieder einmal erzählte ich die Geschichte von der Freundin, die sagte "ich liebe alle Farben, vorausgesetzt sie sind schwarz". Es stimmt. Ich neige zu Schwarz, vielleicht einem dunklen Blau, und wenn ich dann tatsächlich mal eine kräftigere Farbe trage, bemerken es die Leute, sogar die, die nicht mal bemerken, wenn ich eine neue Brille trage.
Ihr wollt Farbe? Ihr sollt Farbe bekommen.

Diese zwei Perlen waren Teil eines Überraschungspakets. Wegen der Stäbchenform war mein erster Impuls, sie einfach an Metallringe und Ohrhaken zu hängen, aber ihr kennt mich, so etwas mache ich so gut wie nie. Also fragte ich mich, was die Metallringe ersetzen könnte und beschloß stattdessen ein paar meiner Drahthäkelringe zu machen.

Mein zweiter Impuls war, silberfarbenen Draht für diese Ringe zu verwenden, aber ich wollte mehr Farbe als das, also nahm ich auch noch rosa Rocailles dazu.
Ich hab euch ja gesagt, ihr kriegt Farbe ;-)


Freitag, 25. März 2016

Pack die Vorräte an - Drahtstrickeier mit Rocailles

Warum kommt mein Gehirn immer erst in letzter Minute auf diese Dinge? Ich bezweifle, daß ich das je wissen werde.
Beim heutigen Vorratsfresser geht es um Geschenke. Wäre es nicht nett, für die Nachbarn ein paar Drahtstrickeier zu machen? Vielleicht mit Rocailles? Ich könnte diese Deko-Eier nehmen und wie bei den Weihnachtskugeln um sie herumstricken. Oh, diese Eier sehen sogar recht nett aus. Die matte Oberfläche läßt sie ein wenig wie richtige Eier aussehen, sogar noch mehr, wenn man sie durch ihre Extraschale aus Draht hindurch sieht?

Drei Eier fertig und meine Handgelenke tun weh. So sehr ich aber bezweifle, daß ich je wissen werde, warum mein Gehirn mir das antut, so sehr bezweifle ich auch, daß es (und ich) jemals etwas daraus lernen wird.
Die Rocailles waren ein Geschenk vor ein paar Jahren. Sie waren zu ungleichmäßig, als daß ich sie bisher in einem Design verwenden konnte, aber die pastelligen und perlenschimmernden Farben sind hierfür so perfekt. Ich liebe es, wenn endlich alles zusammenpaßt.

Freitag, 18. März 2016

Pack die Vorräte an - Native Copper und Porzellanjaspis

Mehr als einmal habe ich euch von den Cabochons in meiner kleinen Schublade erzählt.
Jetzt bin ich jedoch wild entschlossen. Ich bin so entschlossen, daß ich verspreche, in den nächsten paar Wochen nur Cabochons aus meinem Vorrat zu verwenden. Vielleicht sollte ich ja keine Versprechungen machen, aber ich bin wirklich willig.

Schaut euch das doch mal an. Nicht nur ein Cabochon, sondern gleich zwei!

Native Copper hat reines Kupfer in einer Steinmatrix. Könnt ihr die kleinen Flecken erkennen?
Natürlich machte es Sinn, hierfür Kupferdraht zu benutzen, aber nochmal einen Anhänger wollte ich nicht machen. Stattdessen ließ ich mir dieses aus Draht gestrickte und gehäkelte Armband einfallen. Und wißt ihr was, ich habe sogar diese braunen Rocailles (an die ihr euch vielleicht von letzter Woche erinnert) aufgebraucht.
Ich weiß nicht, was ihr seht, aber ich fühle mich hier fast an eine kleine (asymmetrische) Krabbe erinnert ;-)


Porzellanjaspis ist so ein wunderschöner Stein. Ich habe mehr als einen und ich sitze drauf wie ein Drache auf seinem Hort. Ich fühlte mich immer zu schwarz und grau hingezogen und liebe dieses Muster.
Findet ihr nicht auch, daß die Perlen einfach perfekt dazu passen?

Freitag, 11. März 2016

Pack die Vorräte an - Stone Canyon Jaspis Anhänger

Ich bin zurück! Und was könnte besser dafür geeignet sein, zum Bloggen zurückzukehren, als ein netter Vorratsfresser?
Um ehrlich zu sein, ist mit diesem Anhänger allerdings nicht viel Vorrat gefressen.


Ich erzähle euch nicht zum ersten Mal, daß ich mich mit Asymmetrie schwer tue. Es ist komisch, denn damit, diesen interessanten Brekzienjaspis zu bestellen, hatte ich absolut nicht zu kämpfen. Ich kam, sah und kaufte.
Dann schleppte ich ihn zwei Wochen lang in meiner Jackentasche herum. Wenn eine Bestellung in meinem Briefkasten ist, kann ich nämlich nie warten, bis ich oben bin. Ich muß sie sofort vor der Tür aufreißen. Da meine Gemüsekiste im selben Moment ankam, schob ich diesen und einen anderen Cabochon in meine Tasche und vergaß dann ständig, sie wieder herauszuholen.

Gestern fiel es mir endlich wieder ein und gerade als ich dabei war, sie mit meinen anderen Cabochons - die viel zu lang darauf gewartet haben, endgültig dort herauszukommen - in der Schublade zu begraben, beschloß ich, diesem hier eine Chance zu geben.
Die erdigen Farben riefen geradezu nach Kupferdraht und um die Brauntöne aus dem Stein aufzugreifen, arbeitete ich noch transparente braune Rocailles mit in die gestrickte Fassung.

Als nächstes stand die Entscheidung an, wie herum ich den Cabochon für die Öse drehen sollte.
Ich neige immer dazu, tropfenartige Formen auf den Kopf zu stellen, und die Tatsache, daß ich baumelnde Anhänger mag, beeinflußt mich normalerweise, diesem Drang zu folgen.
Die braune Perle paßte perfekt dazu.

Welchen Cabochon soll ich als nächstes auswählen? Immer diese Entscheidungen!

Donnerstag, 4. Februar 2016

Peng!

Ich habe hier noch nicht von meinen Spike-Kugeln erzählt. Meine Sucht nach Spike-Kugeln, meine ich. Bring Weihnachtskugeln, Draht und Spikes zusammen, und man bekommt die coolsten wie Streitflegel aussehenden Ornamente oder Ohrringe. Und da es so viele schöne Farben gibt, ist es wirklich schwierig, damit aufzuhören. Okay, ich mache niemandem hier was vor, ich habe nie aufgehört.

Hätte mir jemand erzählt, daß ich mitten in einer Januarnacht das Netz nach schwarzen Weihnachtskugeln abgrasen würde, hätte ich ihnen gesagt, daß ich verrückt bin, aber nicht SO verrückt.
Offensichtlich bin ich es doch. Denkt an gothic Stachelohrringe und -ornamente. Ich konnte nicht widerstehen und ich freute mich sowas von auf meine Bestellung (die eventuell auch noch andere Farben enthalten haben mag *hust hust*).

Schwarz und rot ist eine meiner liebsten Farb-
kombinationen, als die Bestellung also ankam, schnappte ich mir eine der größeren Kugeln, meinen schwarzen Draht, wunderschöne transparent-rote Spikes und meinen Haken.
Größere Kugeln mit den langen Spikes sind schwieriger zu machen. Man muß nicht nur die Drahtspannung richtig hinbekommen, sondern auch versuchen, die Spikes in den Drähten der Reihen darüber und darunter einzufangen, um zu vermeiden, daß sie umkippen, und das alles während man ein stacheliges Ornament in der Hand hält, was zwar nicht weh tut, das Arbeiten aber etwas ungeschickt macht.
Das Goth-Ornament schien jedoch von Anfang an verhext zu sein. Aus irgendeinem Grund ist schwarzer Draht auf einer glänzendschwarzen Kugel schwer zu sehen, glaubt es oder nicht, und die Spikes neigten dazu, in alle Richtungen zu stehen, nur nicht dorthin, wo ich sie haben wollte. Als die Kugel ungefähr halb fertig war, gab ich auf. Als ich sie ein paar Tage später wieder herausholte, beschloß ich, einen Neuanfang zu machen und zog den Draht wieder auf.

Es war eine gute Entscheidung. Ich konnte den Draht besser sehen, ich hatte die Spikes unter Kontrolle, alles sah gut aus. Ich war äußerst zufrieden mit mir, und das war ein Fehler.
Peng! Es war dieser dumpfe Klang von Glas, das bricht, aber nicht überall herumfliegt. Natürlich nicht, das konnte es ja nicht, weil ein Drahtkäfig rundherum war. Ich hatte immer noch dieses kleine bißchen Hoffnung, als ich das Ornament aufhob. Wie hatte ich es überhaupt fallenlassen? Warte mal, es sah okay aus? Hatte ich mir den Klang eingebildet, weil er das war, was ich erwartet hatte? Dann drehte ich es um und sah das Loch in der Glaskugel.

Na gut. Jetzt ist nichts mehr dran zu machen.
Übrigens, würdet ihr gern wissen, wie eine Stachelkugel ohne ihre "Innereien" aussieht? So.


Dienstag, 26. Januar 2016

Projekt meiner Träume

Habe ich euch jemals erzählt, wie ich damit angefangen habe, Schmuck zu machen und warum ich Drahthäkeln für den Anfang ausgewählt habe? Ich weiß, daß ich die Geschichte schon auf anderen Blogs erzählt habe, bin mir aber nicht sicher, ob ich es je hier getan habe.
Der Blog Carnival der Jewelry Artisans Community ist eine gute Gelegenheit, das zu tun.
Es begann mit einem Fernsehbericht über Etsy. Ich hatte noch nie davon gehört und schaute es mir gleich einmal an, nur so ein bißchen Stöbern. Ziemlich bald stieß ich auf einen aus Draht gehäkelten Anhänger. Offen gesagt erinnere ich mich weder daran, wie er aussah noch wie der Shop hieß. Es war nicht so sehr das Stück selber, sondern die Faszination, daß man mit Draht häkeln konnte.

Bis dahin hatte ich nur eine sehr kurze Phase des "Schmuckmachens" durchlebt, soll heißen, ich hatte Perlen für ein paar Ketten und Armbänder aufgezogen. Nichts sehr Aufregendes. (Ich sage nicht, daß solcher Schmuck nicht aufregend sein kann, aber meiner war es definitiv nicht.) Ich hatte es schnell aufgegeben, weil es mein Interesse nicht fesseln konnte und weil es auch nicht die Art von Schmuck war, die ich tragen wollte.
Jetzt hingegen ertappte ich mich dabei, wie ich immer wieder zu diesem Anhänger zurückkam, und ich begann mich zu fragen, ob dies eine kreative Beschäftigung für mich sein könnte. Wärt ihr meine Handarbeitslehrerin in der Grundschule gewesen, hättet ihr mich ausgelacht.

Sagen wir mal, daß Häkeln nicht mein Ding war. Stricken ging etwas besser, aber Häkeln, danke nein. Tatsächlich gab ich das alles auf, sobald ich aus der Grundschule kam. Ab der fünften Klasse war der Kurs nicht mehr Pflicht, und ich bekam die offizielle Erlaubnis von daheim, aus dieser persönlichen Hölle zu entkommen.
Obwohl ich nie mehr zum Häkelhaken griff, habe ich durchaus wieder gestrickt, überwiegend Pullover, aber selbst mein Wollevorrat hatte jahrelang geschlafen, als ich über den Anhänger stolperte, der mich verfolgte.

Ich weiß nicht, was geschehen wäre, wenn die Shop-
Inhaberin nicht einen Buchtitel in der Beschreibung aufgeführt hätte.
Arline M. Fisch: Crocheted wire jewelry.
Bevor ich wußte, was ich tat, hatte ich es bestellt. Ich habe ein paar Dinge aus diesem Buch gelernt, über Drahtstärken, über die unterschiedlichen Größen von Häkelhaken (mir war nie bewußt gewese, daß es dafür keine internationalen Standards gab), aber ich habe nie versucht, auch nur ein Projekt daraus zu mache. Ihr wißt, daß ich immer noch schlecht darin bin, mit Tutorials zu arbeiten. Ich nahm  meinen 1,75 mm Häkelhaken, von dem ich nicht mal mehr gewußt hatte, daß ich ihn besaß, nahm etwas Kupferdraht und fing mit dem Experimentieren an.
Ich schaute mir aber gern die Fotos an. Fotos von Stücken, die von internationalen Designern gemacht waren. Und wieder faszinierte mich ein Stück am meisten, ein elisabethanisches Kleid, das von Jesse Mathes aus Draht gehäkelt worden war.

Ich sage nicht, daß ich nun ein Kleid als Traumprojekt machen möchte, aber irgendwie blieb mir dieses Kleid immer als Inspiration oder Erinnerung im Hinterkopf. Dabei ist es egal, welche Technik ich anwende, Drahthäkeln, Drahtstricken oder Perlenweben.
Tatsächlich habe ich nicht nur ein Traumprojekt. Es gibt mehrere. Ein Lieblingsgemälde in Perlen, ein großer Ast voller Lampionblumen, eine riesige Wand voller perlengewebter Porträts, ein großer Krake, ein Weihnachtsbaum (mit Spike-Kugeln? ;-)), um nur ein paar zu nennen.
Warum hast du dann noch nicht mit einem davon angefangen, mögt ihr jetzt fragen (außer mit der Fanwand). Tja, wißt ihr, vielleicht habe ich ja schon dafür experimentiert ....
Ich wünschte jedoch, ich hätte das früher getan. In letzter Zeit habe ich festgestellt, daß mein Daumen nicht immer sehr glücklich ist, nicht mal mit dem Perlenweben. Dennoch werde ich das Träumen nicht aufgeben. Ich werde an ein elisabethanisches Kleid denken, an meine Experimente und daran, wieviel Spaß ich daran habe. Und wer weiß, vielleicht werde ich eines Tages ja doch mehr zu zeigen haben als diese kleine Auswahl.



Ihr möchtet wissen, welche Geschichten die anderen JAC-Mitglieder zu erzählen haben? Schaut hier vorbei :-)


Violetmoon's Corner 
Echoes of Ela
Jewelry Art by Dawn 

Freitag, 22. Januar 2016

Pack die Vorräte an - Der Manati

Habt ihr gehört, daß beantragt wurde, Manatis von der amerikanischen Liste der gefährdeten Tierarten zu nehmen? Natürlich ist der erste Gedanke "oh gut, das heißt, es geht ihnen besser, nicht wahr" und dann beginnt man darüber nachzudenken, was genau das bedeuten mag. Werden sie weniger geschützt werden? Was bedeutet "gefährdet" eigentlich überhaupt? Was ist die nächste Ebene, wenn sie heruntergestuft werden? Es ist "bedroht". Oh, hört sich nicht SOVIEL besser an, nicht? Hier ist ein Artikel, falls ihr mehr wissen möchtet.

Nun fragt ihr euch vielleicht, was das mit meinen Vorräten zu tun hat und warum ich meine Regel breche, in diesem Blog hauptsächlich über Kreatives zu sprechen, auch wenn es nur um eine kleine Einführung geht?
Zuerst war da dieser Vorrat an größeren, unregelmäßigen Rocailles in Meeresfarben. Dunkelblau mit einer Spur von AB-Lüster, ein transparentes Himmelblau und ein helles Blau mit Silbereinzug. Ich hätte kein anderes Design finden können, um sie darin zu verwenden, also häkelte ich eine lange Schlauchkette aus Draht damit.
Dann stieß ich auf die Nachricht über die Manatis und erinnerte mich an den schönen Lampworkanhänger von Tom Heath bei Sanctuary Glass Designs, den ich immer noch in einem meiner Schatzkästchen hatte. Tatsächlich ist er mehr als nur schön. Es ist klares Glas über einem Grund, der einem das Gefühl gibt, man blicke in Wasser, auf dem das Licht spielt.



Nun muß ich mir auch noch etwas ausdenken, wie ich Tom's Hai-Anhänger benutzen kann, der ebenfalls viel zu lang im Kästchen ausharrt ...

Freitag, 11. Dezember 2015

Pack die Vorräte an, Mehr Weihnachtsschmuck - Das elfte Türchen



Vor fast 30 Jahren kaufte ich diese Glaskugeln für meinen allerersten eigenen Weihnachtsbaum. Silber mit einem Finish, das aussah, als ob Eis sie bedeckte. In manchen Jahren, wenn wir keinen Baum hatten, hängte ich sie einfach irgendwohin, damit wir zumindest ein bißchen an Dekoration hatten. Ich kombinierte sie mit glänzenden dunkelblauen Kugeln, aber die habe ich vor langer Zeit weggegeben.

Nun habe ich nur diesen kleinen Baum und auch wenn diese Glaskugeln nicht groß sind, sind sie doch zu groß für den Baum. Sie wurden Teil der Flurdekoration und während des Jahres warteten sie geduldig in den Schubladen der Flurgarderobe.
Vor Jahren habe ich euch von der Geschichte von Glaskugeln erzählt. Sie wurden in der Mitte des 19. Jahrhunderts erfunden und von dem, was ich so sehe, sind sie nach wie vor beliebt, obwohl in der Mitte des 20. Jahrhunderts die Acrylkugel auftauchte.
Meine kleinen Kugeln haben definitiv begonnen, Abnutzungserscheinungen zu zeigen. Das "Eis" geht hier und da ab, und wo das Glas berieben wurde, kommt darunter das glänzende Silber hervor.

Also beschloß ich, zwei von ihnen ein neues Kleid zu geben, aus silbernem Kupferdraht und - da kommt der Vorrat ins Spiel -  Stäbchenperlen.
Nun sind sie bereit, wieder ihren Platz in der Flurdekoration einzunehmen.


Ich denke, ich muß mal schauen, ob ich noch rote Stäbchenperlen für eine "Zuckerstangen"kugel habe!

Freitag, 6. November 2015

Pack die Vorräte an - Die kleine Hand

Ich habe mir gedacht, daß ich eine neue Kategorie "Experimentieren" zu meinem Blog hinzufügen sollte. Es könnte interessant sein. Vielleicht ein bißchen gruselig, manchmal frustrierend, und möglicherweise würdet ihr dabei hin und wieder die Brauen hochziehen.
Experimente betreffen meistens meine gehäkelten Drahtskulpturen. Ein kleines Gesicht hier, ein Auge dort, ein Handschuh, ein Tier - und als neuestes zwei Hände. Eine größere und eine kleinere.

Wo geht es dabei um die Vorräte, werdet ihr fragen. In Form einer schönen blauen Bubble-Lampworkperle. Schaut selbst.


Ich habe dieses Bild schon auf Facebook gepostet. Ihr habt keine Ahnung, wie schwierig manche Drahtkreationen zu fotografieren sind.
Ich bin noch nicht völlig glücklich mit den Proportionen, schließlich war das der erste Versuch in dieser Größe. Ich werde schon ans Ziel kommen, also bleibt dran.

Freitag, 16. Oktober 2015

Pack die Vorräte an - Elfenblume

Es ist schon so spät, daß ich ernsthaft nicht daran glaubte, es heute zu schaffen.
Nur so zum Spaß griff ich mir etwas Draht und eine Lampworkperle und fing an, nach meinem 1,4 mm Häkelhaken zu suchen. Ich habe keine Ahnung, wie der im Papierkorb gelandet war, aber ich bin sowas von froh, daß ich ihn gefunden habe. Ich hoffe, mein geliebter 1,65 mm Häkelhaken, der verschwunden ist, hat nicht zu einem früheren Zeitpunkt den gleichen Weg genommen.

Ich werde das jetzt kurz machen. Mein erster Versuch landete in dem Korb, aus dem mein Häkelhaken gerade erst den Weg herausgefunden hatte und die Lampworkperle wanderte zurück in die Schublade.
Ich fing von neuem an, um einen gestrickten Drahtring zu machen. Wie ihr sehen könnt, ist das nicht wirklich geschehen. Stattdessen verlangte die Blume, die begann, Form anzunehmen, nach einer anderen Lampworkperle, einer größeren, und beschloß, ein Anhänger zu werden, der an eine Wicke erinnerte ... oder vielleicht doch eine Elfenblume?