Posts mit dem Label Kleid aus Perlen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kleid aus Perlen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 24. Dezember 2025

Heiligabend

Ich habe ja schon zuvor über das Christkind als Gabenbringer in meiner Ecke Deutschlands geschrieben.
Die Dinge mögen sich in den letzten 50 Jahren geändert haben
 😉, aber zu meiner Zeit war es in meiner Familie und der meiner Freundinnen Tradition, den Baum am Morgen von Heiligabend aufzustellen.
Sieht so aus, als hätte das Christkind das auch gemacht!

Das Christkind ist eine Dawn-Puppe mit
einem von mir aus Perlen gemachten Outfit.
Die Weihnachtsbäume sind von Steiff.

Dawn war ein Markenzeichen der Topper Company. Ich bin in keiner Weise mit Topper verbunden.
Steiff ist ein eingetragenes Markenzeichen. Ich bin in keiner Weise mit Steiff verbunden.

Sonntag, 24. Dezember 2023

Christkind Dawn - Das vierundzwanzigste Türchen


Frohen Heiligabend!


Im letztjährigen Adventskalender habe ich euch von der Tradition des Christkinds erzählt, das in meiner Gegend die Gaben bringt - eine engelsgleiche Figur mit Flügeln und goldenen Locken, manchmal mit Heiligenschein, manchmal mit Krone.
Die Idee, irgendwann mal eine Topper Dawn in einen Engel zu verwandeln, so besessen vom Flügelmachen, wie ich bin, war mir gerade in den Kopf gekommen, als ich das erste Mal über die Projekte für den diesjährigen Kalender nachdachte, aber erst als ich im November endlich anfing, an ihr zu arbeiten, kam mir, daß sie nicht einfach nur ein Engel sein würde, sondern das Christkind an Heiligabend, was ja schließlich der Tag der Geschenke hier in Deutschland ist.


P.S. Ich weiß, daß ich normalerweise ein wenig darüber spreche, wie ich ein Outfit gemacht habe, aber es ist Weihnachten und es scheint mir nicht der Zeitpunkt für detaillierte Beschreibungen.
Falls ihr Fragen habt, laßt es mich in den Kommentaren wissen!


Dawn war ein eingetragenes Warenzeichen der Topper Company. Ich bin in keiner Weise mit Topper verbunden.

Samstag, 4. März 2023

Vampirfledermaus Angie

Ich muß es vor mir selber zugeben, zur Zeit bin ich mit Schmuck nicht sehr gut. In meiner Schublade liegt ein Paar Ohrringe, das nur darauf wartet, daß ich mich für Ohrhaken entscheide. In einem Tütchen sind auch noch ein paar kleine Perlenherzen, die auf eine Verwendung warten. Immer wieder greife ich zu Dingen und lege sie wieder hin.

Daß ich gerade so wenig Motivation verspüre, hat viel mit dem zu tun, was so los ist, in der großen Welt und in meiner kleinen Welt.
Glücklicherweise scheint das nicht zu bedeuten, daß ich gar nicht mehr kreativ werden kann. Meine Muse dachte offensichtlich, daß es Zeit für mich wurde, an einem Puppendesign zu arbeiten, daß - zusammen mit zwei anderen - seit Monaten auf meinem Tisch lag. Diesmal hatte ich tatsächlich eine Zeichnung von drei Outfits gemacht (während eines Meetings, als ich nicht benötigt wurde), die schon Monate davor in meinem Kopf herumschwirrten, mehr um mich daran zu erinnern, als ihnen im Detail zu folgen.
Meine Puppenoutfits entwickeln sich während des Prozesses, und nicht einmal ich kann sagen, wie sie am Ende aussehen werden.

Für dieses habe ich das allererste Mal eine Angie-Puppe verwendet, eine hübsche Brünette von Topper mit dem Kopfmodell P10.
Ihre Haarfarbe verdammte sie dazu, die Fledermausdame zu werden. Ihr erinnert euch vielleicht daran, daß ich eine ziemliche Faszination für Perlenstickflügel hege (ooh, ich hatte gerade eine Idee für ein weiteres Design), und ich sah Angie definitiv überwiegend in schwarz mit Fledermausflügeln. Würde ich noch Köpfe "rerooten", also neue Haare einziehen, wäre ich möglicherweise sogar in Versuchung gewesen, ihr schwarze Haare zu geben. Und sie für einen romantischeren Vampirnamen Angelina zu nennen.


Bei der ersten Entscheidung ging es darum, ob das Kleid eng werden sollte oder ein opulenter Ballkleid-Stil, der Stil eines fließenden Nachthemds schied von vornherein aus. Ein Gedanke, der mir in den Kopf kam, wahrscheinlich weil ich alte Folgen der Addams Family episodes auf YouTube angeschaut hatte, war ein Kleid wie das von Morticia, aber erstens ist Morticia kein Vampir und zweitens möchte ich meine eigenen Designs machen.
Das Kleid wurde schließlich also zwar eng, aber es gibt keinen auffälligen Ausschnitt, keine langen Ärmel - nicht nur, weil sie mit Perlen schwierig zu machen sind, da die Arme so nah am Körper sind, sondern weil ich den Kontrast der Arme zu den Flügeln wollte - und statt der "Tentakel" am Saum wird der Rock ab einer höheren Stelle weiter und ist hinten etwas länger.


Kristalle auf einen Teil des Rocks aufzunähen, war ein spontaner Entschluß. Schwarz und siamrot ist eine Kombination, die für mich unwiderstehlich ist. Erst als es dunkel wurde und ich das Licht anmachte, bemerkte ich, daß ich Kristalle in dunklem und hellem Siamrot verwendet hatte. Es ist schwer zu glauben, da das dunkle Siamrot auf diesen Bildern fast schwarz aussieht, aber im Tageslicht muß man, wenn man schwarzen Faden benutzt, sehr genau hinschauen, um sie auseinanderzuhalten. Zum Glück gefiel mir der Effekt von verschiedenen "Blutstropfen", darum nähte ich einfach noch ein paar Kristalle im hellen Siamrot auf anstatt alle wieder zu entfernen.


Wie gewöhnlich fädelte und fädelte ich am Kleid, bis es dann fast zu spät war, die Schuhe zu machen. Werde ich das jemals lernen?
Dann wurde mir klar, daß ich noch nie über die Schuhe von Vampirdamen nachgedacht habe. Ballerinas, Stöckel, Slipper? Ich machte es mir einfach und fädelte ein Paar einfache Sandalen, weil sie unter dem langen Kleid sowieso nicht gesehen werden. Sie haben schmale Knöchelriemen, Sohlen und zwei Riemen über den Zehen.


Viel interessanter sind die Flügel, jedenfalls für mich.
Ich hatte keinen Erfolg damit, ein gutes Video hinzubekommen (bis jetzt, ich werde es weiterprobieren), das das Funkeln der roten Stiftperlen mit Silbereinzug in Verbindung mit dem AB-Schimmer der glänzendschwarzen Pailletten zeigt. Ich hätte mattschwarze Pailletten verwenden können oder glänzende ohne das AB-Finish, aber ich liebe den Effekt von Schwarz, das mit einer kleinen Bewegung in Farben explodiert.


Ihr wißt, wie gerne ich Accessoires mache, aber in diesem Fall hätten sie einfach nicht gepaßt.
Angelina bekam nur ein kleines Halsband mit einem "Vampirbiß".

Ich überlege mir immer noch, ob ich mich selber an einem Paar roter Lippen und Vampirzähnen versuchen soll oder die Aufgabe an jemanden outsourcen, der ziemlich wahrscheinlich besser darin ist.
Auch wenn das nicht geschehen sollte, bin ich aber trotzdem wirklich glücklich über meine dunkle Schönheit!


Update April 2024:
Ich habe mich endlich an einem Vampirlächeln versucht, aber nach vielen Versuchen ließ ich das mit den Zähnen sein, weil sie nicht zu den Augen paßten, und ich wollte wirklich die Augen nicht versauen. Ein breites Lächeln paßte einfach nicht und nur zwei weiße Punkte sahen irgendwie lächerlich aus, wenigstens für mich, so als hätte sie Krümel am Mund hängen.
Die roten Lippen jedoch passen viel besser zum Gesamtbild als die rosafarbenen!


Dawn war ein eingetragenes Warenzeichen der Topper Company. Ich bin mit Topper in keiner Weise verbunden.

Montag, 2. Mai 2022

Dawn trägt jetzt Boho

Gewöhnlich brauche ich eine Pause, nachdem ich ein Puppenoutfit fertigemacht habe. Ich nehme mir eine Weile, um mich in dem Gefühl zu sonnen und meine eigene Arbeit zu bewundern - ja, ich weiß, das klingt nicht sehr bescheiden, aber es ist überwiegend ein sehr interessanter Weg von den ersten paar Perlenreihen bis zur fertigen Puppe, und ich bin immer selber fasziniert, daß es tatsächlich passiert ist!
Diesmal war mein Perlenmojo stark genug dafür, nur ein paar Tage nach Fertigstellung des Brautkleids mit einer neuen Puppe anzufangen, und wieder einmal gab es Experimente, Mißerfolge und eine komplette Planänderung.
Wißt ihr, mein erster Plan war rosa gewesen, aber ich hatte Probleme, das gleiche Rosa in zwei Größen zu bekommen, 11er und 15er, also sah ich mir die Farben an, die ich schon hatte, und entschied mich stattdessen für ein Lüster-Opakrot, das zu meinen Favoriten gehört.
Zum Glück sieht Rot mit goldenen Akzenten an diesem Mädchen mit ihrem langen blonden Haar großartig aus, und glücklicherweise hat sie nicht soviel Angst vor Farbe wie ich oft selber oder dieses Kleid wäre nun schwarz ;-)

Mein zweiter Plan war eine Art Abendkleid gewesen, über das ich nicht mehr sagen möchte, für den Fall, daß ich irgendwann doch noch eine Variation davon mache (wie oft habe ich das schon über etwas gesagt?). Der Grund, diesen Plan nicht weiterzuverfolgen waren die Handschuhe.
Wußtet ihr, daß Dawn echt kleine Hände hat? Perlenhandschuhe sahen einfach zu klobig aus, selbst mit 15ern, und natürlich bestand keine Chance für mich, mit Perlen einen Daumen zu machen.
Also wurden die Handschuhe stattdessen zu Ärmeln, 3/4 lang, was eine von mir bevorzugte Länge ist.
Als ich noch Strickerin war, habe ich Ärmel gehaßt. Das war mein altes Problem, wenn ich dasselbe zweimal machen soll, laaaangweilig. Diesmal habe ich die Ärmel zuerst gemacht, das ist definitiv neu für mich.

Was ich wirklich daran mag, diese Puppenoutfits zu machen, ist, wie eines das andere beeinflußt, oft unerwartet. Nach den Ärmeln habe ich das Top gemacht und nachdem ich oben am Top angekommen war - ich fange oft bei der Taille an, weil die Perlen dort nicht versuchen wegzurennen - und es mit den Ärmeln verband, kam es mir. Ein Carmen-Ausschnitt!
Und der Carmen-Ausschnitt wiederum schrie nach einem weiteren, fließenden Rock.
Ihr denkt vielleicht zuerst, daß dieses Kleid nicht soviel anders aussieht als das der Feenkönigin, aber tatsächlich hat es ein paar Dinge, die ich so das erste Mal gemacht habe.
Da sind der Ausschnitt und meine ersten langen Ärmel, da sind winzige Kristallverzierungen (dabei müßt ihr mir vertrauen, das sieht man hier schlecht), und nicht nur ist die Taille ein bißchen höher angesetzt, was Dawns hübsche Figur betont, sondern der Rock weitet sich ebenfalls schon etwas höher, und nachdem er einige Reihen lang immer an den gleichen Stellen weiter wird, fällt er dann gerade heruner, während der Rock der Feenkönigin rundherum zunimmt und zwar bis ganz nach unten.
Das ist der Spaß daran, diese Kleider zu machen, auch wenn man dadurch eingeschränkt ist, daß die Perlen nicht flexibel sind, kann man trotzdem noch mit Designs spielen.
Ich glaube, Dawn gefällt es auch, von der Art, wie sie ihr neues Kleid herzeigt, zu urteilen.



Das Kleid schien nicht viele Accessoires zu brauchen, also trägt Dawn nur ein paar einfache Goldsandalen - ich bin mir sicher, sie wäre auch gern barfuß gelaufen - eine klassische zweifarbige Kugelkette aus beschichtetem Hämatit und eine süße kleine Gänseblümchenkette. Vielleicht hat sie sie gerade erst selber gemacht, bevor sie zum Markt ging?
Ja, sie ist mit ihrem Einkaufsnetz, das sie zweifelsohne auch selber gemacht hat, auf dem Markt gewesen und hat einen riesigen Maiskolben mit nach Hause gebracht, der das Netz bis obenhin ausfüllt. Hoffentlich ist er Bio, aber ich bin sicher, Dawn weiß, was sie tut! ;-)


Ich habe bereits mindestens zwei neue Designs im Kopf, eins davon erfordert allerdings mehr Planung wegen der Technik, die ich wohl anwenden muß, also kann ich nicht versprechen, wann es mehr zu sehen geben wird.

Dawn war ein eingetragenes Warenzeichen der Topper Company. Ich bin mit Topper in keiner Weise verbunden.

Sonntag, 17. April 2022

Die Braut

Es ist fast ein Jahr her, daß ich mein letztes Puppenoutfit aus Perlen gemacht habe, das war Miss Francie Bennet, aber an diesem Wochenende spürte ich das plötzliche Bedürfnis, mir eine meiner Topper Dawns zu schnappen und ihr ein neues Outfit zu fädeln.
Diese spezielle Dawn hat mehrere Probleme, überwiegend mit ihren Beinen, also war mein einziger Plan zu diesem Zeitpunkt ein enger Rock, um diese zu verbergen.

Als ich meine allererste Dawn bekam, hatte ich damit angefangen, ein Brautkleid für sie zu machen, das mir aber zur Hälfte des Projekts nicht mehr gefiel, weshalb sie schließlich stattdessen ein Abendkleid bekam.
Wie wäre es, diese Idee nochmal aufzugreifen?
Es gab mehrere Gründe dafür, das zu tun. Bei einem Brautkleid kann man total übertreiben, wenn man das möchte, und deine Puppe kann sich nicht beschweren. Ich wüßte, daß ich ausreichend perlweiße Rocailles in Größe 11 und 15 hatte. Ein Brautkleid ist immer Teil von Modeschauen gewesen. Es ist fast Mai, die Hochzeitssaison steht bevor. Ich nutze jede Entschuldigung, die ich finden kann.
Natürlich habe ich keinen Ehemann für Dawn, aber damit wird sie leben müssen.

Da das Kleid diesmal ausgearbeiteter ist, habe ich mich bei den Accessoires zurückgehalten - weniger zu lesen für euch!
Dawn trägt eine schlichte Silberkette und ein "Perlen"haarband (was elegant aussieht, aber auch hilft zu verstecken, daß irgendwann einmal ein Kind anscheinend versucht hat, ihr ein Pony zu verpassen). Erst fing ich noch an, einen kurzen Schleier zu machen, der vom Haarband herunterfällt, aber er war nicht schwer genug, um auf eine hübsche Art über Dawns Haar zu fallen, also habe ich ihn wieder weggemacht.
Auch Schuhe habe ich diesmal nicht aus Perlen gemacht, ich hatte aber zufällig ein paar Schuhe in weiß, die ich für Klonschuhe halte und die besser an ihren kleinen Problemfüßen hielten (ich kann das so nachvollziehen, auch wenn meine nicht klein sind!).

Nun zum Kleid.

Wie geplant ist der Rockteil schmal und lang genug, die Schuhe zum größten Teil zu verstecken, weil mir ihr Aussehen zu dem Kleid nicht sehr gefielen, wegen des Materials und des Weißtons. Ich habe Dawn versprochen, daß sie keine großen Entfernungen laufen muß ;-)
Der vordere Teil des Rocks ist mit Reihen winziger Kristallrocailles mit Silbereinzug verziert, das hat einen Grund. Wegen der Herringbone-Technik sind kleine Lücken im "Stoff", und ist es, weil ich Dawns Probleme kenne oder weil ich denke, daß ich sie tatsächlich sehen kann, auf jeden Fall hatte ich das Bedürnis, ein wenig davon abzulenken. Außerdem mag ich etwas Silberglitzer!



Das Oberteil ist eine Mischung aus Herringbone und Peyote und hat über die Schultern fallende Träger. Sie verbergen einen Fehler auf Dawns Arm, aber tatsächlich habe ich sie gemacht, weil sie mir zu diesem Oberteil gefallen.

Ich wollte auch eine Schleppe für das Kleid, das war sogar schon für den Versuch mit dem ersten Brautkleid vor Jahren der Plan gewesen.
Die Entscheidung fiel auf diese abgestufte Schleppe, die wie ein Überrock an der Taille beginnt (ich habe Überröcke schon als Kind geliebt, meine gezeichneten Damen trugen immer einen offenen). Daß er an den Rändern nicht gerade ist, liegt übrigens nicht daran, daß die Herringbone-Technik in Perlenpaaren gearbeitet wird, mir gefiel dieser andere Look einfach.
Eine Sekunde lang dachte ich noch daran, sie ebefalls zu verzieren, aber dann entschied ich mich dagegen. Stattdessen fügte ich vorne die kleinen Perlen"ketten" hinzu.



Auch an Blumen habe ich gedacht. Eine Blume am Haarband oder eine am Ausschnitt, vielleicht an der Taille, aber das schien alles zuviel.
Vielleicht gebe ich irgendwann eine einzelne Blume zu halten.

Ich habe schon das nächste Projekt im Kopf, aber dafür brauche ich wahrscheinlich den Webrahmen, und bisher habe ich gezögert, den herauszuholen, wenn der Dekan (mein kleiner Kater) in der Nähe ist.
Wir werden einfach abwarten und mal schauen müssen, was passiert.

Freitag, 28. Mai 2021

Miss Francie Bennet - Teil 1, Die Puppe und das Kleid

Manche Projekte brauchen etwas länger als andere. In diesem Fall bedeutet etwas mehr als fünf Jahre. So lange mußte Francie auf ihr Outfit aus Perlen warten.
Ich denke, das Warten hat sich gelohnt. Mein erster Versuch, ihr einen bestimmten Outfitstil zu weben, ging komplett schief, aber nun wußte ich, wie ich unterschiedliche Techniken einsetzen konnte, um ihr ihr (oder eher mein ;-)) Traumoutfit zu machen.

Sprechen wir aber zuerst über Francie, weil diese hier besonders ist.
"Colored Francie" (#1100) kam 1967 und 1968 in zwei Ausgaben heraus. Sie hat eine drehbare Taille, Knickbeine und eingezogene Wimpern. Der Unterschied zwischen den beiden Ausgaben waren das Haar und die Augen. Die erste hatte rote Haare und rötlich-braune Augen, die zweite hatte dunkelbraune Haare und Augen und einen dunkleren Hautton.
Es gab nur ein Problem. Die "Black Francie", wie sie unter Sammlern bekannt ist, hatte vielleicht die Haut, aber nicht die Züge einer echten afroamerikanischen Puppe, weil die Form der weißen Puppe benutzt wurde. Sie verkaufte sich nicht gut und wurde daher nicht in großer Anzahl produziert. Wahrscheinlich konnten sich afroamerikanische Kinder nicht mit ihr identifizieren, was verständlich ist. Darum wird auch Christie oft als die erste echte afroamerikanische Puppe angesehen.
Das macht sie eine der meistgesuchten Francie-Puppen (nach den japanischen Specials).

Mein Mädchen (Francie soll ein Teenager sein) ist die erste Ausgabe. Sie hat ein paar Probleme - ich auch und schließlich ist sie nur zwei Jahre jünger als ich! Sie hat ein paar Macken auf dem Fuß, hier und da ein paar Kratzer, und sie hat nicht nur über die Jahre etwas von ihrem Haar verloren, sondern einiges davon sieht aus, als wäre es verbrannt und hätte sich gekräuselt, und manches ist irgendwie orange.


Ich war nicht mutig genug, das Haar zu riskieren, das sie hat, also hat sie keine neue Frisur bekommen. Ihr Pony habe ich nicht angerührt und für den Pferdeschwanz die Finger lieber von den Perlen gelassen, sondern nur etwas Faden benutzt, weil sogar leichtes Kämmen noch mehr Haare kostete. Neue Haare einzuziehen war jedoch keine Option, das hätte ich nur dann gemacht, wenn sie überwiegend kahl gewesen wäre, außerdem hatte ich einen Hut für sie geplant.
Es ist sowieso nicht so, als wäre das Outfit historisch hundertprozentig perfekt. Es gibt Dinge, die sich schwer in Perlen nachbilden lassen, aber ich habe mein Bestes gegeben.

Warum nenne ich sie Francie Bennet?
Ich bin ein Fan von Georgette Heyers Büchern, vor allem denen, die im Regency (1911 - 1820) spielen, und ich liebe Jane Austens "Stolz und Vorurteil". Von Anfang an wußte ich, diese besondere Puppe sollte etwas Besonderes tragen, obwohl mir klar war, daß das schon eine ziemliche Herausforderung werden würde.
Ihr Name ist natürlich von Miss Elizabeth Bennet, der Hauptfigur von "Stolz und Vorurteil", inspiriert.

Heute zeige ich euch ihr Kleid.
Meine ursprüngliche Farbwahl war rosa und grau gewesen. Obwohl ich nicht unbedingt ein großer Fan von rosa bin, sind rosa und grau zusammen immer eine meiner Lieblingskombinationen gewesen, seit ich in der Grundschule mein allererstes Einkaufsnetz aus Luftmaschen häkeln mußte.
Wie gesagt hatte ich schon eine mit Delicas gewebte Version ausprobiert gehabt, aber obwohl ich mehr als einmal gemessen hatte, haute das einfach nicht hin. Ich nahm die Teile also vom Webrahmen und ließ sie zum Sterben in einer Schublade liegen. Ja, ich war sauer. Irgendwann gab ich mir selber einen Tritt, zerschnitt die Teile und benutzte die Perlen für die Outfits von Flapper Dawn und der 80er Barbie.
Für meinen nächsten Versuch wählte ich statt Delicas Rocailles, weil sie in Herringbone besser aussehen. Sucht nicht nach den grauen Perlen, letztendlich entschied ich, daß der Kontrast zu stark war und ich lieber bei den Accessoires mit Farben spielen würde (tatsächlich sind die grauen Perlen aber als eine Art Unterhose unter dem Kleid versteckt, psst).


Miss Bennets Kleid ist aus klaren Perlen mit rosa Farbeinzug gemacht. Ich liebe sie, im Licht funkeln die klaren Stellen so schön! Leider habe ich nicht geschafft, das in den Bildern richtig einzufangen.
Als sehr dezenten Kontrast habe ich glitzernde rosenfarbene 15/0 Rocailles dazu gewählt, für die Rüschen um den Ausschnitt, die Spitze unten am Kleid und das Band, das direkt unter dem Busen sitzt und hinten in einer Schleife endet, die allerdings von der Stola versteckt wird, die ihr morgen sehen werdet.
Ich kann gar nicht fassen, wie lange ich für das Kleid gebraucht habe, aber Mattel-Puppen haben eben lange Beine, und hier kamen sie mir wegen der hohen Taille sogar noch länger vor!



Ein echtes Problem waren die Schuhe.
Normal hätte Francie sehr spitz zulaufende Schuhe getragen, mit Seitennaht und einem kleinen abgerundeten Absatz ... alles Dinge, die ich in Perlen nicht nachbilden konnte, oder Dinge, die nicht an Francies Füßen geblieben wären, und natürlich waren da auch noch ihre Fußprobleme.
Also gab ich mich mit Stiefeln zufrieden, zu Ehren der Szene in der berühmten Miniserie "Stolz und Vorurteil" von 1995, in der Lizzy Bennet über die Felder durch den Matsch läuft, um ihre kranke Schwester in Netherfield Park zu besuchen.
Ich war sogar etwas versucht, braune Perlen als Matsch an den Saum von Francies Kleid zu nähen *lol*
Natürlich sind diese Stiefel kein bißchen perfekt, aber es war das Beste, was ich hinbekam, und glaubt mir, ich habe es versucht. Ich glaube, ich habe wieder einmal mindestens sechs Schuhversionen gemacht und es wurde
massiv geflucht. Ich versuchte es mit 15er Perlen, um das "Leder" dünner aussehen zu lassen, ich probierte hochgeschnittene Slipper aus, um die Füße zu verstecken, es half alles nichts.
Wenn Francie braune Basketballstiefel tragen möchte, dann sei es so. Ich trage selber bequeme Schuhe. Vielleicht habe ich irgendwann ja eine tolle Idee, aber tatsächlich kann man sie unter dem Kleid sowieso kaum sehen. Für dieses Bild habe ich das Kleid hochgezogen.



Also gut, das wäre es für heute.
Morgen würde ich euch gerne die Accessoires zeigen, die ich gemacht habe - außer dem Pompadour, der sich schon mit dem zweiten Bild hier hereingeschmuggelt hat.
Ich hoffe, ich sehe euch dann!

Francie ist ein eingetragenes Warenzeichen von Mattel, Inc. Ich bin in keiner Weise mit Mattel verbunden.

Mittwoch, 17. Februar 2021

Ms Dawn geht aus

Ms Dawn geht aus und sie trägt keine Maske. Dawn ist in den 20ern - also das Jahrzehnt im letzten Jahrhundert, nicht ihren 20er und nicht den 20ern unseres Jahrhunderts.
Dawn mag in den 70ern geboren sein, aber das ist ihr egal. Tief im Herzen ist sie ein Flapper und she verlangte, daß ich ihr das gold- und hotpinkfarbene Kleid auszog und etwas ein wenig Eleganteres gab. Sie wurde mein "Mini-Flapper" (verglichen mit Flapper Barbie und Flapper Christie) und dies ist die Geschichte wie.
Wenn es euch beliebt, könnt ihr euch vorstellen, daß das folgende im Stil eines Kommentators bei einer Modeschau klingt.

Ms Dawns ärmelloses Kleid ist in der Peyotetechnik gearbeitet, in einer dezenten Kombination von altrosé und grau mit einem Hauch von Silberschimmer in beidem. Am Rücken ist es geschlossen, vorne zeigt es einen eckigen Ausschnitt.
Am unteren Saum schließt es mit kleinen Fransen ab.
Rosa Blüten, mit kleinen Perlen in der Mitte akzentuiert, sind großzügig über das ganze Kleid verteilt, außer im oberen Teil des Rückens.

Als Schmuck hat sie eine klassische und unaufdringliche, lange Halskette aus klaren Perlen gewählt, die sie seitwärts trägt. Um in keinster Weise von ihrem Outfit abzulenken, hat sie davon abgesehen, zu dieser Gelegenheit weiteren Schmuck zu tragen.



Das Haarband, das die Blütenverzierung des Kleides aufgreift, ist perfekt für den leicht verzausten Look von Ms Dawns Bob. Leider hat sie nicht das Geheimnis mit uns geteilt, wie sie schafft, ihr volles Haar zu bändigen, aber wir haben den Verdacht, daß das hübsche graue Haarband einiges damit zu tun hat.


Abends auszugehen ist unmöglich, ohne daß man einen eleganten Abendumhang trägt. Ms Dawns Wahl ist dieses maßgefertigte Modell, das perfekt zur Farbe ihres Kleides paßt. Es ist aus Perlen gewebt und hat einen hohen Peyotekragen. Für einen raffinierten Look sind die Säume sind mit kleinen klaren Akzentperlen verziert.


Auch diese modischen Sandalen sind so entworfen, daß sie farblich zum Outfit passen. Für ein besseren Sitz am Fuß haben sie kleine rosa Straps. Mit Sandalen, die so bequem sind, wird Ms Dawn keine Probleme haben, die Nacht durchzutanzen, wenn es sie danach verlangt.


An Accessoire, das man nicht weglassen kann, ist eine Tasche, groß genug für die wichtigsten Dinge, die man während einer Nacht in der City braucht. In letzter Minute hat sich Ms Dawn für diesen süßen kleinen Zugbeutel entschieden, der zu ihrem Outfit paßt, anstatt für die silberne Clutch, die ihre Freundin vorschlug, weil sie ihn einfach vom Handgelenk baumeln lassen kann.


Hier ist also unser Flapper, wie sie an der großen Katzenskulptur auf ihre Freunde wartet.
Vielen Dank für Ihren Besuch und wir hoffen, Sie auch bei unserer nächsten Modeschau in La Maison Cat begrüßen zu dürfen!
Genießen Sie die Nacht, wie unsere Ms Dawn das zweifellos auch tun wird.


Dawn war ein Markenzeichen der Topper Company. Ich bin in keiner Weise mit Topper verbunden.

Freitag, 5. Februar 2021

Die Feenkönigin

Erinnert ihr euch an Dawn, meine kleine Topper-Puppe? Nachdem ich sie jahrelang ohne Kleider herumliegen hatte, weil ich 1. damals nicht wußte, was oder wer sie überhaupt war, 2. keine Ahnung hatte, wo ich Kleider für sie herbekommen würde, machte ich schließlich ein schickes kleines Kleid und Accessoires aus Rocailles für sie.
Da Dawn nur 16,5 cm groß ist - im Vergleich zu den 29 einer Barbie und den 28,5 einer Francie - mag es zwar nicht gerade ein sofortiges Erfolgserlebnis sein, wenn man etwas für sie macht, aber es geht definitiv schneller. Ich konnte nicht an mich halten und mußte mir mehr Topper-Puppen besorgen, genaugesagt zwei.
Nachdem ich die Libellenbrosche gemacht hatte, wußte ich, was ich mit einer davon tun würde.
Dawn würde eine Fee werden!
Nur ist sie gar nicht wirklich Dawn, sondern eine ihrer Freundinnen, wie die Kopfmarke 11C, im Gegensatz zu 11A, mir mitteilte. Sie ist Jessica, die früher mal eine Stewardess war (ja, damals nannte man das noch so). Es ist irgendwie witzig, weil ich letztes Mal gedacht hatte, daß Dawn eine Jessica war, und nun bin ich andersherum darauf hereingefallen. Ich hätte bemerken sollen, daß ihr Haar nicht so voll ist, aber ich bin so an verschiedene Bubble Cut-Frisuren an vintage Barbies gewöhnt, daß ich einfach nicht darüber nachgedacht habe.

Wie gewöhnlich machte ich als erstes das Kleid.
Woran denkt ihr bei einer Fee? Tinkerbelle? Flora, Fauna und Merryweather aus Dornröschen? Cinderellas gute Fee? Oh, gar keine Disney-Fee? Vielleicht eine aus einem Märchenbuch, das ihr als Kind gelesen habt? Aus einem Fantasyfilm?
Stellt ihr euch ein langes Kleid vor und einen farbigen Hut, der an einen Hexenhut erinnert? Etwas Kurzes in Grün? Einen Umhang mit einer großen Schleife? Etwas Glitzerndes? Etwas, das so bunt wie Blumen ist? Das ist der Spaß daran, eure Phantasie ist die einzige Grenze.
Meine Phantasie beförderte mich zu einer Kombination aus Rot- und Brauntönen, mit etwas Gold dazwischengemischt. Ich arbeitete das Kleid in der Herringbone-Technik, die sich bisher als die anpassungsfähigste erwiesen hat, zumindest für mich, die ich keine so rechte Perlenarbeiterin außerhalb des Webens bin (noch nicht?). Ich mag die "Falten" im Rock und hoffe, daß ich das irgendwann an einem größeren Kleid reproduzieren kann.
Diesmal habe ich vergessen, ein Bild von Jessica zu machen, auf dem sie nur das Kleid trägt, aber ich komme dann später noch einmal zu den Accessoires.



Als nächstes kamen die Flügel an die Reihe. Es sind zwei Flügelpaare, die ich mit goldenen Rocailles und Stabperlen in Perlenstickerei gefertigt habe. Statt wie bei den Libellenflügeln den goldenen Look zu betonen, habe ich hier winzige klare AB Rocailles mit den Pailletten verwendet.
Die Flügel aufzunähen war ziemlich fiddelig, vor allem weil die Arme dauernd im Weg waren. Schwierig war auch, sie so aufzunähen, daß sie sich nicht zu sehr bewegten, denn ich wollte ja nicht, daß sie sich hinten zusammenfalteten, sodaß man sie nicht mehr sehen würde.
Ich würde sagen, daß dieser Teil meine Geduld am meisten beanspruchte, und ja, es wurde geflucht!
Hier ist eine Nahansicht der Flügel.


Mein erster Gedanke war gewesen, meiner Fee noch einen Zauberstab zu geben, aber der typische Zauberstab mit einem kleinen Stern obendrauf erschien mir etwas zu klischeehaft. Stattdessen entschied ich mich für einen langen Stab, etwas Robustes, etwas, das ihre Macht als Königin unterstrich, noch mehr als die kleine goldene Krone aus Rocailles und beschichtetem Hämatit.
Nach einigem Grübeln erinnerte ich mich an Schaschlikspieße aus Holz, die aus meinen Fimo-Zeiten übriggeblieben waren. Ich benutzte 15er Rocailles, um einen davon in Peyote zu bedecken, mit beschichteten klaren Rocailles unten bis hin zu goldenen im oberen Teil.
Der Swarovski-Kristall kam sehr gelegen, obwohl die Geschichte kursiert, es sei eigentlich ein Citrin, den die Zwerge gefunden und der Feenkönigin geschenkt hätten ;-) Ich hätte die gleiche Art, nur kleiner, verwenden können, aber die Königin machte deutlich klar, daß sie nicht klein denkt.
Für die Verbindung zwischen Stab und Kristall klebte ich eine dicke Schicht aus goldenen Rocailles auf, um die Fadenverbindung zu verstärken. Es war eine dieser seltenen Gelegenheiten, bei der Klebstoff und ich ein gutes Team abgeben!
Der Stab ist über ein kleines Armband an der Hand festgemacht, und ich kann ihn sogar in verschiedene Richtungen drehen, ohne daß er abfällt.



Zu guter Letzt kam der immerwährende Kampf mit den Schuhen. Wie ich schon in meinem Post über Dawn erwähnt habe, haben die Topper-Puppen dank ihrer Größe winzige Füße. Erneut probierte ich Slipper aus, wie ich sie schon für Francie gemacht hatte, ich versuchte, die Sohlen in verschiedenen Größen und mit Perlen in verschiedenen Größen zu machen, aber ohne Erfolg. Selbst als ich meine Niederlage eingestand und zum Sandalendesign zurückkehrte, mußte ich noch damit experimentieren.
Dies ist, glaube ich, Versuch Nr. 6, derjenige, der mich endlich zufriedenstellte. Sie bleiben an ihren Füßen und sie passen zum Outfit. Ich hatte keinen goldenen Faden, aber ich erwarte einen goldmetallic Stift, um ihn zu abzudecken und selbst so war das "Goldgelb" immer noch die beste Wahl.


Danke, wenn ihr es bis hierher geschafft habt. Ich werde diesen Post mit einem Bild beenden, das euch eine bessere Vorstellung von der Größe der Königin verschaffen soll. Dies ist eine gewöhnliche Stufe meiner Treppe, ihr seht also, daß unsere Fee in der Tat zu den "kleinen Leuten" gehört.
Laßt euch davon aber nicht täuschen, ich bin mir sicher, sie weiß diesen Stab zu gebrauchen, für die Magie oder um euch damit zu hauen! ;-)


Barbie ist ein eingetragenes Warenzeichen von Mattel, Inc. Ich bin in keiner Weise mit Mattel verbunden.
Dawn war ein Markenzeichen der Topper Company. Ich bin auch mit Topper in keiner Weise verbunden.

Samstag, 5. September 2020

Ein neues Outfit für Francie

Dies ist die Geschichte von Francie, die vor Monaten als Geschenk aus den USA kam (Warnung: es wird ein langer Post). Ich habe nicht so viele Francie-Outfits, die nicht schon von anderen Puppen getragen werden, und überdies hat dieses Mädchen, wie ihr sehen könnt, ein größeres Problem mit ihren Knien.


Diese spezielle Puppe ist eine Bendable Leg Francie, aber es wird euch nicht überraschen zu hören, daß sie den Knick nicht mehr halten kann. Es sieht eher danach aus, daß sie ihre Beine zu often knicken mußte, tatsächlich hat ein Bein auch Risse auf der Rückseite, und ich war etwas besorgt, daß es mir während der Arbeit an ihr abbrechen würde.
Gewöhnlich würde man eine Puppe wie sie als Körperteilspender nutzen oder versuchen, einen Spender für sie zu bekommen, aber ich fand, ich sollte ihr stattdessen für alles, was sie offensichtlich durchmachen mußte - Kinder können so hart mit ihren Puppen umgehen, ich sollte das wissen, wenn ich mir so meine eigene Stacey anschaue - ein Outfit machen, das ihre Knie versteckt.
Als erstes wusch ich den Schmutz der Jahre ab, hauptsächlich von ihren Beinen. Es war eine Überraschung, daß der Rest ihres Körpers und der Kopf im Vergleich noch ganz gut aussahen, und ihr Gesicht war schön und die eingezogenen Wimpern immer noch perfekt voll.

Ich fing mit dem Jumpsuit genauso an wie mit dem letzten Kleid, das ich gemacht habe, mit einem Mieder, das in Herringbone-Technik gefädelt wurde. Der ursprüngliche Plan war gewesen, das Mieder ganz hämatitfarben zu machen, aber ich war mir nicht sicher, ob ich dafür genug Perlen hatte, also ist es jetzt ein Streifen in hämatit, der das Mieder von den Beinen trennt.
Also besteht das Mieder jetzt aus 11er Rocailles in einer satten blauen Mischung, kombiniert mit 15ern in einem sehr hellen schimmernden Blau.

Da ich nicht wollte, daß dies ein Abendoutfit wurde, ist es weder schulterfrei noch hat es dünne Träger. Tatsächlich dachte ich sogar kurz über einen Rollkragen nach, aber es war so heiß, als ich an diesem Teil arbeitete, daß ich mich einfach nicht dazu überwinden konnte! Ich bin da seltsam, ich stelle mir vor, wie sich ein Outfit anfühlen würde, wenn ich es tragen würde. Ganz hoch zu fädeln sorgte für das ein oder andere Problem mit den Armlöchern, auch weil - wie schon zuvor erwähnt - es nicht so einfach ist zu arbeiten, wenn man dabei immer die ganze Puppe halten muß. Es ist erstaunlich, wie Gliedmaßen dazu neigen, im Weg zu sein!

Ein echtes Problem würden jedoch die Hosenbeine werden. Ich hatte alles im Kopf ausgearbeitet ... wie ich bis zu einer bestimmten Stelle fädeln, dann das Muster zwischen den Beinen verlängern und von dort aus auf beiden Seiten abwärts fädeln würde. Ich schätzte, der Anfang würde schwierig werden, aber ich unterschätzte die Aufgabe wirklich komplett. Die Lücke zwischen den Beinen war einfach nicht breit genug, um die Perlenreihe anzufädeln, von der aus ich mich dann nach unten arbeiten würde, zumindest nicht so, daß es gut aussah. Ich versuchte es mehrere Male, aber zum Schluß mußte ich aufgeben.
Der neue Plan sah einen Minirock und Overknee-Stiefel vor. Wegen des Anstandes fädelte ich einen kleinen Streifen aus Perlen an, der sich später als komplett überflüssig erweisen sollte. Um den Rocksaum herum nähte ich zur Verzierung ein paar Rocailles in hämatit an. Diese paar Perlen werden später noch wichtig sein.

Dann fing ich mit den Stiefeln an. Am Ende hatte ich sie drei Mal gemacht und jedes Mal wieder teilweise oder ganz aufgeschnitten, weil sie zwar ganz okay waren, ganz okay aber einfach nicht gut genug. Ich war aber so froh, daß die Beine diese Tortur überlebten, weil ich die Stiefel in meinem vergeblichen Versuch, sie perfekt an die Beine anzupassen, immer wieder aus- und anzog. Beim dritten Versuch fädelte ich auch den Fußteil an, und da spielte meine Schere dann endgültig verrückt. Es ist seltsam, wie frustrierend aber auch erleichternd es sein kann, etwas aufzuschneiden, mit dem man nicht völlig zufrieden ist!
Wenn Francie also nun keine Stiefel bekam, mußte es doch ein langer Rock oder Hosen werden. Der Gedanke, schon wieder einen engen Rock zu machen, - immerhin war der obere Teil schon eng und ich war nicht bereit dazu, auch das aufzuschneiden - reizte mich aber nicht, und bei der Hose hatte ich ja schon versagt. Was nun?
Da hatte ich dann die Idee zu den Perlenröhren als Hosenbeine, die ich am Rockteil befestigen würde. Ich wünschte nur, ich hätte die Verzierung nicht angebracht, aber wie wäre es, wenn ich das in ein pfiffiges Detail verwandelte, vielleicht einen Hauch von Spitze?
Auch die erste Röhre schnitte ich zweimal wieder auf, weil ich ausprobieren mußte, ob mir Schlaghosen besser gefielen, aber am Ende stellte ich fest, daß ich die Weite der Röhren oben brauchte, damit ich sie an den Saum nähen konnte und auch damit sie um Francies Schenkel paßten. Außerdem wollte ich nicht nochmal das Risiko mit ihren Knien eingehen, indem ich versuchte, die Röhren eng drumherum zu fädeln, also waren sie bis ganz unten weit (was diesem Projekt den Arbeitstitel "Francie Dietrich" einbrachte ;-)).


Als nächstes nähte ich die zwei Röhren am Saum zwischen den Beinen zusammen, fädelte noch zwei Reihen Herringbone, damit sie richtig saßen, und die gleiche Verzierung wie am Rock. Dann zog ich die Röhren sehr vorsichtig über Francies Beine und nähte die Verzierungen mit ein paar zusätzlichen Rocailles für die "Spitze" zusammen (das ist eine weitere Idee, die ich mir vielleicht für künftige Projekte merken muß).


Natürlich beschäftigt mein Kopf sich schon mit Ideen, wie ich das Hosendesign verbessern kann, wie zum Beispiel den "Rock"teil so kurz wie möglich zu machen - obwohl er auch nicht zu kurz sein darf, weil es bei der kleinen Lücke zwischen den Beinen nicht einfach ist, die Röhren hochzuziehen UND vielleicht muß ich nächstes Mal etwas Puder verwenden, weil die Perlen gern am Vinyl haften - oder weiter oder doch einen Röhrenjeanslook auszuprobieren, aber auf meiner Liste stehen erstmal andere Dinge.

Die nächste große Herausforderung waren die Schuhe, das sind sie immer, in diesem Fall nicht so sehr, weil es unmöglich ist, Schuhe für Francie zu bekommen, sondern weil es richtiger anfühlt zu versuchen, sie gefädelt passend zum Outfit zu machen.
Zum Glück hat sie flache Füße, was nach einer Art Slipper verlangte, und zu meiner Überraschung klappte es gleich beim ersten Versuch - mit Leiterstich und Herringbone und Ziegelsteinstich.
Die größte Überraschung aber war, daß man die Schuhe tatsächlich aus- und wieder anziehen kann. Sie sitzen gut an den Füßen und fallen auch nicht dauernd herunter. Ich werde mir dieses Design auf jeden Fall merken, vielleicht kann ich es zu einem Stiefeldesign entwickeln und sogar ein wenig für Barbiefüße anpassen, die für hohe Absätze gemacht sind.


Inzwischen war ich sehr entspannt, weil die schwierigsten Dinge hinter mir lagen.
Alles, was Francie brauchte, war ein Armband, denn komplett ohne Schmuck konnte sie nicht bleiben, eine Tasche und eine Mütze.
Das Armband war schnell und leicht, einfach ein kleiner Peyotestreifen aus den 15ern.


Auch die Tasche ist in Peyote gearbeitet. Sie ist nur an den Seiten zusammengenäht, also kann Francie sie aufmachen und etwas hineintun, Taschentücher, ein paar Münzen, wahrscheinlich ein Handy. Sie hat keine Klappe, weil mir die blauen Perlen ausgingen. Von echten vintage Francie-Taschen inspiriert hat sie aber einen kleinen Riemen, der durch eine Schlaufe führt, damit sie sie zumachen kann.


Zu guter Letzt wollte ich Francie eine Mütze verpassen. Sie hat sehr volles Haar, aber auf einer Seite scheinen die Kopflöcher etwas seltsam gefüllt zu sein, sodaß sich die Haarsträhnen immer wieder teilen und so die Löcher durchschauen, selbst nchdem ich sie shampooniert und gründlich gebürstet habe (abgesehen davon brannte Gundel auch beinahe noch mit ihrem Kopf durch, der auf einem Regal lag, während die Haare trockneten, das wäre sehr peinlich gewesen).
Ich dachte mir, daß eine Mütze das Problem lösen, aber auch gut zum Outfit passen würde. Auch sie ist in Peyotetechnik gemacht und greift die Farben des Outfits auf. Könnt ihr glauben, daß ich jetzt noch genau fünf Rocailles von der Blaumischung übrig habe?



Nachdem ich die Mütze aufgesetzt hatte, bekam ich ein seltsam vertrautes Gefühl, und da fiel es mir ein. Auch wenn der Stil nicht derselbe ist, erinnern mich die Tasche, Mütze und Hose an ein vintage Outfit namens "Bells" (#1275 aus der 1200er Modellserie, 1967).

Hier ist sie also ... Francie in ihrem brandneuen Outfit!


Francie, Barbie und Stacey sind eingetragene Warenzeichen von Mattel, Inc. Ich bin in keiner Weise mit Mattel verbunden.

Samstag, 13. Juni 2020

Abendkleid-Dawn - Teil 3, Die Accessoires


Danke, wenn ihr zurück seid, nachdem ihr Teil 1 - die Puppe und ihre Geschichte - und Teil 2 - das Kleid - für dieses Perlenprojekt gelesen habt, wenn ihr sie nicht gelesen habt, laßt mich erklären, daß es hier um eine Dawn-Puppe geht, für die ich ein Kleid aus Glasperlen gefädelt habe.
In diesem Post werde ich die passenden Accessoires beschreiben, die ich für sie gemacht habe.

Ich habe als Schmuckmacherin angefangen, also mußte ich natürlich Schmuck für sie machen. Angesichts der Größe hatte ich nicht zu viele Möglichkeiten (auch weil die Löcher meiner 2 mm Steinperlen meine Nadeln nicht mögen), obwohl ich zugeben muß, daß ich mir noch ein paar Armspangen für sie überlegt hatte. Man darf träumen, aber das wäre wohl etwas zuviel gewesen.
Stattdessen begnügte ich mich mit einem goldenen Choker in Peyotetechnik und einem Zwei-Perlen-Herringbone-Spiralarmreif in derselben Farbe. Ja, den schwarzen Faden habe ich absichtlich benutzt, um dem Schmuck etwas mehr Kontrast auf ihrer Haut zu geben und ihn etwas mehr auffallen zu lassen.



Als nächstes brauchte sie etwas, das sie sich umhängen konnte, wenn sie in einer Pause nach draußen geht ... falls sie in die Oper, ins Theater oder zu einem Ball geht. Ich bin selber mit Stolen aufgewachsen und natürlich sind Umlegetücher auch jetzt noch ein großer Hit.
Für den offenen Look, den Strick- oder Häkelstolen haben, wählte ich die Netztechnik, um meine kleine Perlenstola zu machen. Die Perlen waren nicht völlig regelmäßig, deshalb ist die Stola jetzt ein bißchen wellig, je nachdem wie ich sie hinziehe, aber auch das erinnert mich an früher, also ist das für mich okay. Ich hoffe auch für Dawn.
Dieses Teil ist aus schwarzen, teilweise blau bedampften 15er Rocailles. Nicht mal Dawn schafft es, all ihre Kleidung in derselben Farbe zu kaufen, aber zumindest passen die größeren Rocailles im Netz zum Kleid.
Am schwierigste ist es, ihr die Stola umzulegen, ohne daß sie zuviel versteckt oder abrutscht.


Nicht jeder schleppt so wie ich die ganze Zeit einen großen Shopper mit sich herum. Dawn bevorzugt ein winziges Beutelchen, das wahrscheinlich gerade mal so für ihren rosa Lippenstift, einen Kamm und etwas Geld ausreicht. Wer weiß schon jemals, was in der Handtasche, im Beutel oder in der Abendtasche einer Frau ist, nicht wahr?
Der Beutel ist in Peyote gearbeitet und hat ein kleines goldenes Band, damit sie ihn halten oder vom Handgelenk baumeln lassen kann.


Bis jetzt war es recht einfach, aber nun kam ich zur letzten, endgültigen Herausforderung - den Schuhen. Ich habe keine Puppenschuhe, die Dawn passen würden. Ihre Füße sind zu klein für Barbie- oder selbst Francieschuhe.
Absätze wären schwierig gewesen. Dann erinnerte ich ich an eine Szene aus dem Buch "Barbara und die Schlacht von Waterloo" von Georgette Heyer über eine Dame im frühen 19. Jahrhundert, die offene Sandalen mit golden Riemen und Farbe auf ihren Fußnägeln trug, ooooh, der Skandal!
Sandalen, das war doch eine Idee.

Es klang jedoch viel einfacher als es tatsächlich war. Die Sohle war leicht genug zu machen, ich benutzte die gleichen schwarzen Perlen wie in der Stola und zwar im Ziegelsteinstich. Jetzt nur noch einen Riemen und wir haben es, richtig? Falsch. Die Sandale rutschte ihr immer wieder vom Fuß.
Wenn man Barbiepuppen hat, ist man daran gewöhnt, daß manche Schuhe immer wieder von Füßen fallen. Manche von den teuren zieht man ihnen vielleicht nicht einmal an, um Risse in den Schuhen zu vermeiden, man stellt sie einfach neben die Puppe (ja, Barbieschuhe können teuer sein, weil Kinder sie die ganze Zeit verloren haben, ich weiß, wovon ich spreche, ich war eins von diesen Kindern). Vielleicht sind die Füße etwas zu breit - an den alten harten Körpern - oder etwas zu schlank oder zu rutschig - ältere Schuhe an weichen Vinylfüßen - oder oder oder ...
Natürlich wird Dawn in einer Vitrine stehen und nicht viel herum-laufen (hoffe ich, weil der Gedanke etwas gruselig ist, außerdem ist ihr Kleid nicht wirklich zum Laufen geeignet! ;-)), aber ich wollte trotzdem, daß diese Sandalen richtig saßen.

Noch ein Versuch. Zwei goldene Riemen, einer vorne, einer hinten. Kein Witz, ich schaffte es, in den ersten vier Sohlen vier einzelne Perlen zu zerbrechen, als ich versuchte, die Riemen sicher zu befestigen. Ich weiß, daß in einer 15er Perle nicht viel Platz ist, aber das wurde lächerlich. Klappte es denn aber? Nein, die Sandale rutschte immer noch herunter.
Dawn, du bist nicht Aschenputtel und es ist kein Prinz in der Nähe, würdest du bitte deinen Schuh nicht verlieren??
Also versuchte ich die Sohle stattdessen mit 11er Perlen zu machen und zwar mit einen Riemen vorne und zwei hinten. Die Sohle sah aber nicht so schön aus, obwohl der Versuch eines Absatzes ganz witzig war, aber nicht so hielt wie ich das wollte, und letztendlich ... ratet mal. Die Sandale rutschte herunter. Aaaaaaaaaaaaargh.
Neue Idee, neuer Plan. Wiederholen. Wiederholen. Wiederholen. Probieren wir es doch mal mit Perlen und Draht. Nö.
Perlen und Draht brachten mich aber zu einem der ersten Pläne zurück, mit einer kleinen Anpassung.
Beim zehnten Mal klappte es.
Bitte schön, ein kleiner Riemen vorne, ein überkreuzter Riemen der um den Knöchel lief und hinten auch noch an der Sohle befestigt war - so funktionierte es endlich.


Ich habe keinen rosa Nagellack, aber ich überlege, mir einen zu besorgen, der zu ihrem Lippenstift paßt.

Hier ist Dawn also nun in ihrem kompletten Abendoutfit, zum Ausgehen und Spaßhaben bereit ... bei der Eröffnung einer Ausstellung von, äh, riesigen Katzenskulpturen? ;-)
Das letzte Bild soll euch zeigen, wie klein sie tatsächlich ist, verglichen zur Treppenstufe.