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Montag, 19. Januar 2026

"Cloisonné"-Halskette

Das heutige Schmuckstück ist nicht echtes Cloisonné, wurde aber davon inspiriert.
Cloisonné ist eine uralte Technik, bei der Metallstreifen oder -draht auf einer Metalloberfläche befestigt werden und so Zwischenräume bilden ("cloisons" auf Französisch). Anfangs wurden Edelsteine dafür verwendet, die so entstehenden Lücken zu füllen, später dann Emaille, was ebenfalls bunt, aber nicht so teuer ist.
Ich erinnere mich, daß ich sogar schon als Kind von Cloisonné-Stücken fasziniert war. Ich mache aber keine Metallarbeiten und habe auch noch nie mit Emaille gearbeitet.

Manche meiner Ideen entstehen völlig aus dem Blauen heraus. Ich schaue mir gern an, was so in meiner aktuellen "Arbeitsbox" ist - ich sollte wirklich mal die letzte aufräumen, denn ich bin sicher, ich werde ein paar Überraschungen darin entdecken -, und arbeite dann damit.
Diesmal fand ich übriggebliebenes ungleichmäßiges Dreieck Stickuntergrund und einen Abschnitt eines schmalen Bands aus Wildlederimitat, das ich kurz für "Die große Umarmung" in Erwägung gezogen hatte.
Es war wahrscheinlich das flache Aussehen, das mich an die Metallstreifen in Cloisonné erinnerte und mich zu der Überlegung brachte, wie es wohl aussehen würde, wenn ich das Band auf den Untergrund aufkleben würde (oooh, ehrgeizig), nicht flach, sondern auf dem Rand, damit ich Kurven ziehen konnte. Dann würde ich die Lücken mit Perlenstickerei auffüllen.
Natürlich wäre es interessant gewesen, ein tatsächliches Muster wie in echtem Cloisonné zu kreieren, aber dafür war das Band zu dick. Ich habe ja schon eine ganze Weile dafür gebraucht, diesen geschlossenen "Kreis" hinzubekommen. Abgesehen davon klappte das Aufkleben aber erstaunlich gut.


Zunächst begann ich damit, die Leerräume mit Reihen zu füllen, die dem Verlauf des Bandes folgten, aber wie schon bei der "Großen Umarmung" merkte ich schnell, daß mir das nicht gefiel.
Also trennte ich die Reihen heraus und nähte stattdessen Perle für Perle auf, was bei den engen Stellen viel besser funktionierte.
Außerdem was der ursprüngliche Plan gewesen, jede Farbe einmal zu verwenden und den Anhänger richtig bunt zu macht. Hätte ich aber vorher so richtig darüber nachgedacht und nicht das Band verwenden wollen, das schon geschnitten war, hätte ich statt des blauen ein schwarzes genommen. Wieder riß ich alles heraus und beschränkte mich stattdessen auf willkürliche Plazierung von Grün- und Blautönen. Natürlich ruft eine Kombination von Grün und Blau bei mir immer Gedanken ans Meer hervor und das Band verstärkte bei mir noch das Gefühl von Korallenriff, also mußte ich mich des Drangs erwehren, auch noch Perlen dazuzunehmen. Ich denke, das wäre einfach zuviel gewesen.


Nächste Entscheidung - eine Kette.
Ich liebe das Aussehen eines gedrehten Herringboneschlauchs mit drei Perlen in kontrastierenden Farben und wählte ein dunkles Regenbogengrün, ein Metallicblau mit einem Hauch von Mint und einem wunderschönen Dunkelblau.
Könnt ihr euch nicht auch eine Reihe von Schlauchketten wie dieser in verschiedenen Farben und Längen vorstellen?


Ich hatte so richtig Spaß beim Herumspielen mit diesem Stück und wünschte fast, ich hätte die Geduld, nochmal eins mit schwarzem Band zu probieren, aber während meine Hände noch eine Pause brauchen, ist mein Gehirn schon auf dem Weg zum nächsten WIP in meiner Arbeitsbox, das schon so lang dort drin wartet, weil ich mich nicht entscheiden kann, wie herum ich den Anhänger haben will!
Was sagt ihr - Tropfen mit der Spitze nach oben oder nach unten?

Sonntag, 13. September 2020

Art Elements Challenge - Blau

Tatsächlich hätte ich das hier gern am Freitag gepostet, weil es ein echter Vorratsfresser ist, aber obwohl ich vor Wochen, wenn nicht Monaten damit angefangen hatte, habe ich es nicht rechtzeitig geschafft.
Ursprünglich war das nicht als Stück für die
Art Elements-Challenge gedacht. Dank der Challenge habe ich dieses vernachlässigte WIP allerdings wieder angepackt.

Fangen wir von vorn an. Ich hatte Cabochons bestellt, darunter einen geschnitzten Labradoritcabochon. Meine Bestellung kam, ich schaute sie mir an und stellte fest, daß der Labradorit einen Riß hatte, und als nächstes hatte ich auch schon zwei Stücke in meiner Hand. Haßt ihr es nicht auch, wenn so etwas passiert?
Ich habe ihn nicht weggeworfen, weil ich mir dachte, ich könnte etwas Künstlerisches damit ausprobieren. Ich weiß, ich weiß, aber ich bin Schwäbin, daher bin ich durch das Klischee daran gebunden, Dinge nicht wegzuwerfen, bis ich mir wirklich, wirklich, 100prozentig sicher bin, daß ich sie nicht irgendwie verwenden kann. So in zehn Jahren vielleicht. Als ich also die Stücke aneinanderhielt, erinnerte mich das
an einen Fisch von der Art, wie wir sie als Kinder gemalt haben, mit einer gekrümmten Linie, die das Gesicht vom Körper trennt.

Jedesmal wenn ich an der Cabochonschublade war, sah ich den kleinen "Fisch", und schließlich beschloß ich, ihm einen Versuch mit Perlenstickerei zuzugestehen.
Ich klebte den Cabochon, machte die Fassung und gab ihm ein Perlenauge. Dann steckte ich ihn in eine Kiste mit den Stiftperlen, die von den Perlenturnschuhen übrig waren und den Twin Beads, die ich hatte, nachdem ich kürzlich einen Perlenschal zerschnitten habe. Ich hatte einfach noch keine Idee, wie ich den Riß verstecken könnte.Die Kiste hat übrigens einen permanenten Platz auf meinem Bett mit meinem Makramebrett obendrauf, weil eine gewisse kleine Katze gern darauf sitzt. Alles für meine Herrin!

Als ich sah, daß diesen Monat "Blau" das Thema für die AE-Challenge war, hatte ich etwas anderes gerade fast fertig und ich hatte in meinen Vorratsschubladen eine Tüte mit blau/grüner Perlensuppe gefunden. Sie war ein Geschenk gewesen, und man konnte sehen, daß jemand diese Suppe absichtlich gemacht hatte, weil die Farben zusammen wirklich hübsch aussahen. Meine Motivation war zurück!
Ich hatte jetzt auch eine Idee für den Riß, einen einfachen gefädelten Streifen aus 15er Rocailles, der steif genug war, um die Biegung zu halten, und den Riß so perfekt versteckte.
Dann stickte ich aus der Perlensuppe und ein paar von meinen übriggebliebenen Stiftperlen einen Ozean für meinen kleinen Fisch und zu guter Letzt gab ich ihm Flossen - keine Ahnung warum, aber für mich sieht er wie ein Rudy aus.
Zum Schluß nähte ich ein paar verschiedene Perlen auf, um seinen Ozean etwas interessanter zu machen.



Aber was nun? Eine Brosche, ein Mittelstück für ein Armband, ein Anhänger?

Ich fand, für eine Brosche war es zu groß, und ich hatte sowieso keine Nadeln, die groß genug gewesen wären. Also stellte ich die Rückseite fertig, da ich das Ultrasuede nicht für eine Nadel vorbereiten mußte.
An mein Handgelenk gehalten sah es ganz nett aus, aber nicht nett genug, um mir eine Lösung dafür auszudenken, wie ich jetzt ein Armband daraus machen konnte.Es brauchte eine Art gefädelte Kette, aber die blauen Perlen waren viel zu unregelmäßig für eine Kette. Da waren jedoch noch die Twin Beads in der Kiste, und ich hatte ein Menge von der klaren Mischung (klar, mit Silbereinzug, AB), die ich für eine Herringbonekette mit den "Ozean"rocailles an den Seiten benutzen konnte.


Hier ist das Ergebnis. Ich muß zugeben, daß ein Teil von mir darüber nachgedacht hat, Fransen anzubringen, aber das wäre dann doch zuviel gewesen. Was denkt ihr?


Ich sollte noch hinzufügen, daß dieses Schmuckstück natürlich nicht in meinen Shop geht, immerhin ist darin ein kaputter Stein. Es wird meins bleiben müssen :-)

Dies ist kein Blog Carnival mehr, aber ich werde Links zu anderen Challenge-Blogposts anfügen, wenn ich sie bekomme. Also schaut doch bitte nochmal am Ende des Monats vorbei!

Donnerstag, 10. Mai 2018

Oldies but Goodies - Lapis


Lapislazuli, oft nur Lapis genannt, war schon einmal das Thema für unsere Challenge, aber das ist in Ordnung. Wir sind schließlich nicht die einzigen, die dieses Dunkelblau lieben.
Beim letzten Mal habe ich erwähnt, wie die Ägypter Lapis zermahlen haben, um daraus Kosmetik zu machen. Es gibt auch alte Legenden und Märchen, in denen der Steine eine Rolle spielt.

Und natürlich dürfen wir Lapis in der Kunst nicht vergessen, sowohl den Stein selber als auch das Pigment names Ultramarin, das daraus hergestellt wurde. Ultramarin, welches man heute noch kaufen kann, das aber seine Bedeutung in der Kunst verloren hat, nachdem synthetische Pigmente auftauchten, war aufgrund des zeitaufwendigen Herstellungsprozesses bisweilen kostbarer als Gold. Das Pulver aus dem zermahlenen Stein wird gereinigt und dann in klarem Wasser ausgewaschen, bis man da Pigment selber erhält, gerade mal ein Bruchteil des ursprünglichen Lapis.
Hier ist ein interessanter Artikel (allerdings auf Englisch, ich habe leider nichts Entsprechendes auf Deutsch gefunden), der auch Beispiele dafür zeigt, wie Ultramarin benutzt wurde, zum Beispiel in der Sixtinischen Kapelle.

Aber zurück zu unserer Jewelry Artisans Community Oldies but Goodies Challenge für diese Woche - ich hoffe, die heutige Auswahl wird euch gefallen. Nicht alles davon ist Lapis, aber das wunderschöne Dunkelblau werdet ihr in jedem Stück finden.


1 und 5 MC Stoneworks
2 und 4 Jewelry Art by Dawn
3 und 7 Cat's Wire
6 und 8 The Crafty Chimp
9 und 10 RioRita

Donnerstag, 15. März 2018

Oldies but Goodies - Saphirblau

Auch wenn Saphire in allen möglichen Farben vorkommen, weiß, grün, rosa, gelb, orange, werden die meisten dabei wohl zuerst an blau denken.
Saphire sind heute das Thema unserer Jewelry Artisans Community Oldies but Goodies Challenge - der Farbe jedoch, nicht unbedingt des Steins. Viel Spaß mit meiner Auswahl!





1 und 8 The Crafty Chimp
2 und 7 Cat's Wire
3 und 5 RioRita
4 und 6 MC Stoneworks

Freitag, 23. Januar 2015

Pack die Vorräte an - Ohrringe in Bewegung

Willkommen zurück zu "Pack die Vorräte an"!
Tatsächlich habe ich mich diesmal nicht nur mit den Vorräten beschäftigt, sondern auch einem zweiten Problem, daß ich - und nicht nur ich - habe. WIPs - "works in progress" = "Werke in Entstehung". Diese WIPs machen mich verrückt. Da sind die, denen noch der letzte kleine Funke fehlt, den man einfach nicht finden kann. Oder die mit einem Problem, das man noch nicht gelöst hat oder das nur durch Auftrennen gelöst werden kann. Wie steht es mit denen, die nicht so geworden sind, wie man dachte, aber irgendwann ganz tief drin weißt/glaubst/hoffst du, daß du sie retten kannst? Vergessen wir nicht die, die man vergessen hat - wie ungeheuer paradox, nicht wahr?

Dieses Paar Ohrringe war fast jede Sorte von WIP.
Zuerst war es ein Paar Ohrringe, mit dem ich nicht sehr glücklich war, weil irgendetwas fehlte.
Dann war es ein Paar Ohrringe, das ich anfing aufzutrennen, weil ich das Problem des fehlenden Irgendetwas nicht gelöst hatte.
Als ich den Gedanken an eine Rettung aufgegeben hatte, trennte ich fröhlich auf, bis ich zwei blaue Scheiben übrig hatte, und die vergaß ich dann. Ich habe diese bösartige Schüssel, die diese Art von auseinandergenommenen WIPs frißt ... und Münzen ... und Büroklammern ... und einzelne Ohrhaken ... und hatte ich schon die auseinandergenommen WIPs erwähnt?

Nun, ich fand sie, und ich gab ihnen einen Silberrand, aber sie brauchten mehr als das, also durchforstete ich meine Vorratsschubladen und fand all die wundervollen Dolchperlen, die ich habe, die einfach perfekt waren. Schließlich fand ich die silbernen Perlen für das bißchen Glanz in der Mitte - und voilà!
Ich weiß, daß sie ein wenig aussehen, als wären sie von einem Traumfänger inspiriert worden, aber das sind sie tatsächlich nicht. Ich mag einfach nur baumelnde Ohrringe!

Ihr könnt sie jetzt in meinem Shop finden, und wenn ich mir so all die Daggerperlen ansehe, die ich noch habe, scheint es nicht unmöglich, daß es irgendwann noch mehr Farbvariationen geben wird.



Samstag, 26. November 2011

Inspiration gegen Vorrat

Es ist eine Win-Win-Situation, wenn das passiert. In diesem Fall habe ich drei Anhänger.

Ich habe das Design für jeden Tag, eine hübsche Lampworkperle von Melissa Vess, an einem Tropfen hängend, der aus Feinsilberdraht gehäkelt ist. Ich sehe ihn zum Beispiel mit einer Bluse und Jeans.

Gehäkelter Tropfenanhänger mit Lampworkperle

Ich habe das ungewöhnliche Design, ein Unikat, modern, kühn, voller Kontrast zwischen den schwarzen und den weißen Anteilen.
Es besteht aus einem weißen Muschelstück, einem mattschwarzen Achat, beide in Fassungen aus gehäkeltem Feinsilberdraht gefangen, und opalinen und schwarzen Swarovskikristallen.

Aus Silber gehäkelter Unikatanhänger in schwarz und weiß

Zu guter Letzt habe ich ein elegantes und feminines Design, zierlich und schön, aus Apatiten gemacht, die sich beinahe in einer kleinen "Schüssel" aus gehäkeltem Feinsilberdraht verstecken, wo sie eine weiße Perle umranden. Von dieser Schüssel hängt ein Stift mit fünf weiteren Perlen.

Apatit-, Perlen- und Silberhäkelanhänger

Und wißt ihr was? Sie sind alle schon gelistet. Klickt einfach auf die Bildunterschriften!

Mittwoch, 21. April 2010

Mabels Geschenk

Jetzt kann ich euch seufzen hören - NOCH ein Musenartikel? "Lady, du wirst langweilig!"

Laßt die überreifen Tomaten fallen, Leute, und beruhigt euch! Keine Sorge, es geht um mein neuestes Stück und ich mache es kurz, weil ich das Bedürfnis verspüre, die Küche nach ein paar Keksen und Chai zu durchsuchen.


Der Anfang - ein übriggebliebenes Stück 2 mm versilberter Kupferdraht.
Nächster Schritt - Hände, die nicht stillhalten können, während ein Film läuft. Hin- und herbiegen.
Schritt 3 - Hey, guck mal! Das ist wie ein Tropfen! Wenn ich vielleicht Perlensuppe aus verschiedenen Blautönen mache, mit ein paar bräunlichen Perlen, um sie aufzupeppen (die einzige Suppe, die ich noch besser kann, ist Kürbiskartoffelsuppe) und sie dann auf diesen dunkelblauen Draht ziehe und dann
...

Stille mit gelegentlich eingestreutem Murmeln.

Weniger Stille, leichtes Fluchen. Bei vielen Maschen muß ich mit meinem kleinsten Haken durchstechen, um sie dann weit genug für die größeren Haken zu machen.

Gähnen. Ok, das dauert länger, als ich dachte. Ich mache morgen weiter.

Morgen:
Stille. Die Routine finden. Kleiner Haken, großer Haken, kleiner Haken, großer Haken.


Fertig! Hier habt ihr es. Mabels Geschenk, jetzt in meinem Zibbet shop! :-)


Na, war das nun sooooo schlimm? ;-)