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Donnerstag, 1. Januar 2026

Stummfilme - Buon Anno!

Für heute ist es mir gelungen, einen Stummfilm zu finden, der perfekt paßt, denn "Buon Anno" heißt "Frohes Neues Jahr".
"Buon Anno" ist ein italienischer Kurzfilm von 1909.
Die "Handlung" - man kann das kaum so nennen - ist sehr schnell erzählt.

Neujahrstag. Ein Mann macht sich
zum Ausgehen fertig und er freut
sich darauf. Er hat einen Duft
aufgelegt, hat seinen Kaffee gehabt
und er hat gute Laune.

Noch nicht mal aus dem Haus
heraus werden ihm schon vom
Dienst- und Postboten Kalender
angeboten, sie erwarten zu dieser
Gelegenheit ein Trinkgeld.

Je mehr Leute ihn wegen eines
Neujahrstrinkgelds bedrängen, um so
wütender wird der Mann. Die
Concierge bekommt ein Trinkgeld,
den Kalender wirft er aber auf den
Boden. Im Café ist er so verärgert,
daß er den Tisch umwirft. Beim
Barbier schubst er die beiden Männer.

Auf der Straße rennt er beim Versuch,
all den Neujahrswünschen zu
entfliehen, in noch mehr Leute
hinein, und sie jagen ihm alle nach
(wodurch dies eine klassische
Verfolgungsjagd wird), sogar noch
als die Polizei auftaucht, um ihn
mitzunehmen. Er fängt an zu
halluzinieren, wie all diese
Menschen Kalendar tragen ...


... und die Bilder folgen ihm
sogar in das Polizeirevier.

Endlich wird ihm erlaubt zu gehen,
aber nicht bevor ein letzter
Kalender auftaucht.

Auf einer Seite hieß es, daß "Obesession in den symbolischen Orten des bourgeoisen sozialen Rituals lauert" und daß "Zeit nicht anhält und uns überall jagt".
Vielleicht bin ich ein zu simpler Mensch, aber ich sehe in diesem Kurzfilm nicht mehr als einen Mann, der von der Tradition der Leute, die zu bestimmten Zeiten ein Trinkgeld erwarten, genervt ist. Ich erinnere mich an ein Mal vor Jahren, als jemand bei mir an Heiligabend klingelte und "Post" rief, nur um dann festzustellen, daß es nicht mal Post für mich gab. Das war das erste Mal, daß diese Person jemals bei mir geklingelt hatte, und obwohl ich gewöhnlich Trinkgeld gebe, war ich in diesem besonderen Fall stur. Also kann ich irgendwie nachvollziehen, daß es dem Mann zuviel wurde (der von Ernesto Vaser, einem von Italiens ersten Filmkomödianten, gespielt wurde).

Mir gefiel, was ich für eine kleine Hommage an Georges Méliès gegen Ende halten würde, der Mond, der dem Mann über die tanzenden Kalenderblätter (in Stopmotion gedreht) 
hinweg zuzwinkerte.


Ich wünsche euch allen ein Buon Anno, Frohes Neues Jahr, Happy New Year!


Quellen (englisch):

1. JEC: Buon Anno ! (1909) Happy New Year. Auf: A Cinema History, Oktober 2023
2. Museo Nazionale del Cinema: Restaurations - Silent Films - Buon anno!

Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.

Mittwoch, 1. Januar 2025

Der Kater

Frohes Neues Jahr!
Kein schlechter Tag, um etwas frisch vom Stickrahmen zu zeigen.

Neulich hing ich auf meinem Bett herum wie so oft - es ist groß und der perfekte Platz für die Katzen und mich, Werkzeug und Vorratsboxen, Bücher und Fernbedienungen.
Der Dekan ist ein wirklich anhänglicher Kater, also habe ich gewöhnlich irgendeine Decke über den Beinen, dünn oder dick, Sommer oder Winter, damit der Meister sich aussuchen kann, ob er auf meinen Beinen schläft, auf meinen Füßen oder unter der Decke, an meine Beine gekuschelt (was ganz nett sein kann, wenn es kalt ist, weil er eine richtige kleine Wärmflasche ist, nur mit Trockenfutter statt Wasser gefüllt, wenn es zu heiß ist, bleibt er zum Glück neben mir).
In diesem Fall lag er auf der Decke und schlief, wie nur er es kann, soll heißen, sein Gewicht verdreifachte sich mysteriöserweise von einer Sekunde zur nächsten, sodaß ich komplett gelähmt war. Ja, ich weiß, er ist ein verwöhntes Gör, aber ich mache die Regeln nicht, ich arbeite nur hier.
Ich war nie Pfadfinderin, aber mein Motto für solche Situationen ist "Allzeit bereit", mein Stickkasten war also direkt neben mir. Ich hatte nichts Spezielles geplant, aber als ich sein süßes kleines Gesicht sah, schnappte ich mir meinen kleinsten Stickrahmen, einen meiner wasserlöslichen Stifte, und machte eine schnelle Skizze, so gut ich eben konnte, ich bin keine Künstlerin.

Das hieß nicht, daß ich plante, meine Katze so aussehen zu lassen wie den Dekan, soweit bin ich mit meinen Stickkünsten definitiv noch nicht und ich weiß auch nicht, ob ich das jemals sein werde, aber das macht auch nichts, da ich einfach den Prozeß genieße.
Außerdem bin ich völlig überwältigt von all den Farben, die Katzen haben, egal ob sie "nur" schwarz oder getigert sind. Manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich meine Katzen verwundert anstarre und versuche herauszubekommen, welche Farben ich im Moment sehe, abhängig vom Licht. Dem Dekan ist es meistens egal, wenn ich jede Farbe anstupse, die ich in seinem Pelz sehe - "boop, boop, boop" (wenn ihr das albern findet, seid froh, daß ihr nicht mehr wißt).
Ich weiß immer noch nicht, welche Grundfarbe er eigentlich hat. Manchmal sieht er braun aus, manchmal ist es mehr grau.

Eines der Dinge, die ich gern mache, wenn ich ohne klaren Plan mit etwas anfange, ist, eine Reihe Farben von denen auszuwählen, die ich gerade da habe.
Damit meine ich nicht meinen gesamten Vorrat, sondern das, was ich in meiner Projektkiste aktuell finde, was nur eine nettere Bezeichung für den Karton ist, in den ich Perlen werfe, weil ich zu faul bin, sie direkt wegzuräumen.
Meine Stickkiste ist allerdings organisiert, aber nur weil ich noch nicht genug Vorrat habe, um eine zweite Kiste anzufangen, und das heißt, daß ich eine begrenzte Anzahl an Farben habe, und zwar mehr Braun als Grau, was die Farbe meiner Katze bestimmte.

Immer wenn der Dekan wieder auf mir schlief, schaute ich ihn zur Inspiration ganz genau an und machte mich über eine Woche immer wieder an die Arbeit an dem Stück.
Wie üblich sehe ich die Fehler und Abkürzungen sehr genau, aber es ist eine Reise, von der ich nicht weiß, wohin sie mich führen wird, und im Augenblick akzeptiere ich meine Fehler noch und erlaube mir sehr bewußt Abkürzungen. Meine Erfahrung ist, daß es, wenn ich etwas zu schnell will und damit scheitere, aus WIPs (Werke in Arbeit) UFOs (unfertige Objekte) - das ist meine Definition - werden können, und ich wollte nicht, daß das hiermit passierte.
Der Dekan möchte jedoch anmerken, daß seine Nase viel goldiger ist, und da muß ich ihm zustimmen.

Echt geärgert hat mich, daß eine Stelle des gelben Stifts sich hartnäckig weigerte, wieder herauszukommen. Als ich ihn das letzte Mal benutzte, hatte ich ihn vollkommen abgedeckt und mußte ihn daher nicht auswaschen, aber nicht diesmal.
Die einzige Idee, die mir einfiel, war, den Hintergrund etwas zum Funkeln zu bringen, was ich sowieso schon vorgehabt hatte, nur eben nicht an dieser speziellen Stelle. Verratet es niemandem ;-)

Ich hatte ein paar runde Rahmen bestellt, aus Holz - ich habe einen für meine/n Waldwächter/in benutzt - und Vintagerahmen aus Messing. Sie haben unten ein kleines Loch und einen Haken, was mich zunächst verwirrt hat, aber natürlich sollen sie in einer Reihe aneinander aufgehängt werden, zum Beispiel mit Familienbildern. Das hat mich 45 Jahre in die Vergangenheit zurückversetzt, zum Wohnzimmer meiner Geigenlehrerin. Ich kann mich nicht mehr an jedes Detail davon erinnern, aber ich erinnere mich, daß es sich bequem und gemütlich anfühlte - sogar obwohl ich nie genug geübt hatte - und ein bißchen altmodisch und plüschig, mit eleganter Tapete und Miniaturporträts. Ich fragte mich immer, ob es wohl Ahnen von ihr waren, traute mich aber nie zu fragen.



Ich weiß nicht, ob ich irgendwann was machen werde, das zum Tiger paßt, damit ich so eine Porträtreihe machen kann.
Erstmal werde ich mir etwas dafür ausdenken müssen, wie ich dieses Loch etwas weniger auffällig machen kann. Eine Idee ist, daß ich das Leinen an dieser Stelle golden anmale oder eine Perle einklebe oder daß ich einen Haken einhänge - den originalen oder einen kleineren - und daran dann einen Anhänger, obwohl ich gerade noch keinen Plan habe, was da funktionieren könnte. Was denkt ihr?

Montag, 15. Januar 2024

Ähm, Frohes Neues Jahr?

Ich weiß, ich weiß, ich bin etwas spät dran. Ich kann nur hoffen, daß ihr mir vergeben werden - ein Frohes Neues Jahr euch allen!
Habt ihr schon die ersten eurer Vorsätze für 2024 gebrochen?
Ich nicht, aber das liegt daran, daß ich schon lange keine Vorsätze mehr mache. Ich mag nicht auch noch mein eigenes Versagen vorplanen ;-)

Es ist schwer genug für mich, in dieses Jahr zu starten, nachdem ich Urlaub hatte. Wie gewöhnlich, wenn ich mehr Zeit für mich selber habe als nur meine Wochenenden, bin ich direkt in meinen normalen Rhythmus zurückgeschnappt, das heißt, ich war bis früh in den Morgen wach, schlief, solang es die Katzen eben zuließen, ging vielleicht nach ihrem ersten, zweiten und dritten Frühstück - offensichtlich sind es Hobbitkatzen - zurück ins Bett oder hatte mitten am Tag ein großartiges Nickerchen. Meinen Wecker brauchte ich nur, wenn ich den Müll rechtzeitig rausbringen mußte oder für einen meiner seltenen Morgentermine. Es war ein trauriger Moment, als ich an dem Sonntagabend, bevor ich wieder arbeiten mußte, den Wecker stellte, und nach mehr als einer Woche habe ich immer noch damit zu kämpfen.

Irgendwann hat das auch meiner Kreativität einen Dämpfer verpaßt. Das heißt nicht, daß ich dieses Jahr noch nichts gemacht hätte.
Ein neues kleines Hühnchen, Friedrun, hat ein Nest für sich und ihre Drillinge Tick, Trick und Track ausgesucht (ja, nach Enten benannt).



Für mich zwei perlenbestickte Herbstsonnen habe ich mal wieder in meinem alten Vorrat gekramt, diesmal nach den wunderschönen gefrosteten Karneolperlen.


Dann aber fing ich wieder mit Arbeiten an und schlug, kreativ gesehen, den sehr einfachen Ausweg ein, indem ich noch mehr gefaltete Peyoteohrringe in unterschiedlichen Farbkombinationen fädelte. Tatsächlich überraschte ich mich selber dadurch, daß ich die Geduld für so viele aufbrachte, aber sie waren das perfekte "Hintergrundfädeln" (was heißen woll, daß ich mich nur auf die Farben, aber nicht so sehr auf die Technik konzentrieren mußte, die anscheinend endlich den Weg in mein Gehirn gefunden hat), während ich über mein nächstes großes Projekt nachdenke, für das ich zwar eine Idee habe, aber noch nach der besten Art suche, wie ich es hinbekomme.




Es hätte sogar noch eine blaue Version gegeben, die vorgeschlagen wurde, aber ich hatte nicht genug blaue Perlen für ein Paar Ohrringe übrig. Ich habe eine Menge Grau ...
Was denkt ihr, wieviele gefaltete Peyoteohrringe werden es noch werden, befor mir meine Muse endlich diesen Funken schenkt, den ich brauche, um mit dem nächsten großen Projekt anzufangen? ;-)

Donnerstag, 19. Januar 2023

Graf Catula

Laßt mich als erstes sagen, daß es mir leid tut, euch bis jetzt noch kein gutes Neues Jahr gewünscht zu haben. Ihr wißt, wie das ist, das Leben kam dazwischen. Also bin ich jetzt da, sehr spät. Frohes Neues Jahr!

Nun möchte ich euch erstaunliches Bildmaterial vom Schloß Bran zeigen, das man auch als das Dracula-Schloß kennt.
Scheint so, als hätte das Schloß einen neuen Besitzer, und ich
habe ein Exklusiv-Bild von ihm.
Ich weiß nicht, irgendwas ist seltsam an ihm, aber ich kann nicht genau sagen was. Wartet mal ... sind das Katzenohren und ein Schwanz??

Bild des Schlosses Bran von Dobre Cezar auf Wikipedia (CC BY-SA 3.0 ro)

Freitag, 1. Januar 2016

Frohes Neues Jahr!

Schon wieder ein neues Jahr? Habt ihr auch manchmal das Gefühl, daß wir zu schnell durch die Jahre rasen? Ich bin nicht mal sicher, daß ich beim gesamten 2015 dabei war. Ich erinnere mich doch noch an die Tage, als wir uns fragten, wie wir wohl im Jahr 2000 sein würden, außer natürlich alt (35, ernsthaft, mit 10 schien das so alt zu sein). Es war alles so weit weg.
Okay dann. Probieren wir dieses 2016 mal richtig aus, in Ordnung?

Ein Frohes Neues Jahr euch allen, meine Freunde!